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Weihnachten mal anders – Im eigentlichen Sinne

Deine Freunde waren seit Wochen komplett dem Shoppingwahn verfallen. Du bist von Vereins- zu Betriebsfeiern gehechelt und hast dich in jeder freien Minute noch durch die Shoppingcenter gekämpft, um alle Lieben an Heiligabend mit Geschenken zu beglücken.

Und jetzt hattest du dich auf einen entspannten Abend im Kreise deiner Lieben gefreut. Stattdessen geht hier grad voll die Post ab. Deine Schwester heult, weil die Tante sie wegen ihrem Gewicht aufgezogen hat, dein Opa trällert angetrunken etwas „andere“ Weihnachtslieder und die Kinder deines Bruders prügeln sich um die Geschenke. Und als wäre das alles nicht schon genug, nörgelt die Schwiegermutter auch noch an deinem Weihnachtsbraten rum. Aber die Krönung ist, deine eingschnappte Freundin.

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Wie war Weihnachten früher doch besser! Maria hat keine teure Uhr erwartet, sondern war glücklich damit, ihr Kind in den Schlaf zu wiegen. Das Baby träumte ruhig in seinem Bettchen und Joseph war allein dadurch beseelt, dass er seine Familie unter einem schützenden Dach wusste. Streitigkeiten waren fehl am Platz. Auch gab es keine zanksüchtigen oder lauten Verwandten. Es war einfach nur eine ruhige und beschauliche Nacht. Man schaute auf das Sternenzelt und hinterfragte nicht den ganzen Abend.

Du hingegen sitzt gerade da, schüttelst den Kopf und spürst wie dir gleich die Hutschnur platzt! Unterdessen erreichen dich die Weihnachtsgrüße deiner Freunde. Schön mit Bild natürlich und auch nicht aus dem heimischen Wohnzimmer. Sie sind wie jedes Jahr in die Sonne geflüchtet. Verbringen Weihnachten am Tafelberg in Kapstadt, am Strand mit Palmen in Thailand oder unter Polarlichtern in Schweden. Na geil! Und was hast du?

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Treffsichere Blicke deiner Freundin die dir Vorhaltungen macht, ihr Geschenk wäre nicht mit Liebe ausgewählt worden. Dabei hat sie sich doch diese fürchterliche teure Designeruhr gewünscht. Was stimmt denn nun damit nicht? Zu gerne würdest du ihr jetzt mal die Meinung sagen, aber es ist ja das Fest der Liebe und Streitereien gibts hier grad schon genug.

Nicht mal zu schätzen weiß sie, dass du dich mit 50.000 gestressten Weihnachtseinkäufern durch ein völlig überfülltes Shoppingcenter gequetscht hast. Wie quengelnde Kinder dir im Ohr lagen, du den Ellenbogen einer rabiaten Hausfrau in der Hüfte hattest und dich die übelgelaunte Verkäuferin angeraunt hat. Und ein Vermögen hat die dämliche Uhr auch noch gekostet! Für das Geld wäre eine Woche Urlaub drin gewesen. Das sieht allerdings deine Freundin überhaupt nicht so. Sie hatte wohl noch mehr als nur dieses eine Geschenk erwartet.

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„Ruhig bleiben“ dröhnt es in deinem Kopf. Und trotzdem fragst du dich, warum du dir diesen Rummel überhaupt wieder angetan hast? Warum bist du nicht wie die Anderen vor dem Weihnachtsrubel geflüchtet? Vor den Reibereien unterm Christbaum, der nörgelnden Tante, dem kauzigen Opa und den verzogenen Kindern?

Genau an solchen Punkten war ich auch schon oft! Zwölf Stunden auf der Autobahn gestanden, um bei der Familie zu sein und dann gabs nur Zoff unterm Weihnachtsbaum. Darauf habe ich schon lange keine Lust mehr. Weihnachten verbringe ich inzwischen immer anders und auf meine ganz eigene Art und davon möchte ich dir heute erzählen:

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Projekte statt Geschenke

Geschenke habe ich schon lange abgeschafft. Das hat mir geholfen mich dem ganzen Druck, der durch die Erwartungshaltung entsteht, zu entfliehen. Das Geld was gespart wird, spende ich lieber für Projekte die ich unterstütze. So muss ich mich auch nicht mit Tausenden durch Geschäfte und Shoppingmalls drängen und kann so die Vorweihnachtszeit in Ruhe genießen. So wie es ja eigentlich auch sein soll. Lichterglanz statt Shoppingstress.

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Suppenküche statt Gänsebraten

Mehr als einmal habe ich den heiligen Abend schon in einer Suppenküche verbracht. Ich habe Essen und Geschenke an Menschen verteilt, die das Leben benachteiligt hat. An die, die auf der Straße leben, niemanden mehr haben und sich einsam fühlen oder die Menschen die nicht wissen wohin sie sollen, um nicht einsam zu sein. Zurück bekommen haben ich dafür dankbares Lächeln, Umarmungen und Herzenswärme. Dinge, die Weihnachten für mich ausmachen. Nächstenliebe soll uns die Weihnacht lehren und genau in einer Suppenküche habe ich davon am Meisten gesehen. Bei freiwilligen Helfern, die Anderen gerade an diesem Tag eine ganz besondere Freude machen wollen.

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Pilgerreise statt Anreise

In den letzten Jahren habe ich kleine Pilgerreisen unternommen. Nicht im ursprünglichen Sinne nach Santiago de Compostella wandern, sondern eher auf meine Weise. So bin ich an Weihnachten nach Rom geflogen, weil ich dort dem Spirit der Weihnacht auf die Spur gehen wollte. Im Gepäck hatte ich dabei immer die Wünsche meiner Freunde auf dem Hinweg und bezeichnende Momente sowei Geschichten auf dem Rückweg. Für mich war Weihnachten in Rom ein ganz besonderes Fest, weil ich auch in der Stadt diesen ganz besonderen Geist der Weihnacht gespürt habe. Gütige Blicke, Umarmungen, Schulterklopfen oder liebe Worte.

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Weihnachten im Ausland

Weihnachten habe ich auch schon in Buenos Aires bei einer Gastfamilie verbracht. Ganz anders als bei uns ist dort nicht der 24igste der Hauptfeiertag, sondern erst die Feiertage danach. Trotzdem ging es sehr festlich zu. Ich war zuerst im Gottesdienst bis gegen 23 Uhr und danach wurde mit der Familie gegessen. Ich fand es interessant zu erleben, wie in anderen Ländern gefeiert wird.

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Zu Gast im Kloster

Ja auch das habe ich an Weihnachten schon gemacht, um dem wahren Geist der Weihnacht zu begegnen. Über die Feiertage war ich im Kloster Marienthal und hatte da wirklich eine ganz wunderbare Zeit, ganz so wie ich es mir gewünscht habe. Mit viel Ruhe, Einkehr, Weihnachtsgesängen und leckerem Essen. Mit Geschichten, Gleichgesinnten und natürlich dem heiligen Geist. In meinem Fall in Form des Pfarrers und der Nonnen, die allesamt das Herz am rechten Fleck hatten und mit ihrem Spirit dieses Weihnachten so besonders gemacht hatten.

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Weihnachten 20XX

Auch für zukünftige Weihnachten habe ich beschlossen, dass ich mich von all dem Trubel und Kommerz zurück ziehen möchte. Weil ich innere Einkehr, statt exzessiver Geschenkeorgien und Trubel unterm Weihnachtsbaum einfach nicht mehr möchte. Lieber irgendwo zu mir selbst finden, Ruhe genießen und den Geist der Weihnacht wieder bewußt wahrnehmen.

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Wenn schenken, dann richtig*

So manchmal kommt man ja nun doch nicht, um das ein oder andere Geschenk drumherum. Wenn es sich so gar nicht vermeiden läßt, dann empfehle ich zumindest sinnvoll zu schenken. Wie wäre es mit einem Baum? Klingt komisch? Macht aber nicht nur den Beschenkten glücklich, denn bei Treedom könnt ihr online aus vielen verschiedenen Baumarten auswählen und diese von Kleinbauern in unterschiedlichsten Ländern pflanzen lassen. So habt ihr euren ganz besonderen Weihnachtsbaum und tut gleichzeitig etwas Gutes! Denn die auf ökologisch-sinnvolle Weise gepflanzten Bäume nehmen zum einen CO2 aus der Atmosphäre auf und produzieren Sauerstoff, zum anderen stellen sie eine Einnahmequelle für die Bauern dar, von denen sie gepflanzt und behütet werden. On Top wird euer persönlicher Baum Geo-lokalisiert und ihr könnt ihm zu jeder Zeit folgen, bekommt Fotos und Updates, könnt ihm einen Namen geben, und, und, und! So habt ihr ein nachhaltiges Geschenk, das auch in Zukunft jede Menge Freude bereitet.

Und so geht’s:

Einfach die Website aufrufen und ganz nach Wunsch einen oder mehrere Bäume auswählen. Gleich im Anschluss kann man seinem Geschenk dann mit Glückwünschen eine persönliche Note verleihen und die Versandart auswählen. Der Empfänger erhält sein Geschenk in Form einer klassischen Glückwunschkarte (kann auf der Website heruntergeladen werden) oder aber per E-Mail, Facebook und Whatsapp. Beim digitalen Versand können Tag und Uhrzeit festgelegt werden, damit das Geschenk pünktlich zur Bescherung ins Haus schneit. Schau gerne mal im LINK. Ach und zu Weihnachten gibt es eine Limited Edition mit ganz besonderen Baumsorten wie etwa Orange, Kakao, Kaffee oder Moringa. Auf den Geschmack gekommen? Dann gleich mal sinnvoll shoppen gehen.

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Weihnachten und du?

Nun interessiert mich aber auch deine Haltung zur Weihnacht. Natürlich habe ich auch Verständnis für all die, die genau das Trubelige und Familiäre an Weihnachten lieben. Jeder kann, darf und sollte so feiern, wie er Lust drauf hat. Wie ist das mit dir und Weihnachten? Freust du dich auf die Zeit mit Geschenkekauf und Familie oder ist dir das alles ein Graus? Wie planst du den Heiligabend? Hast du ihn schon mal ganz anders verbracht und wie waren deine Erfahrungen damit? Hast du vielleicht auch schon neue Bräuche kennengelernt, wenn du Weihnachten in der Ferne verbrachst? Lass mich wissen, wie du denkst! Ich bin gespannt, wie du dir das Fest der Liebe gestaltest. Lass mir gerne deinen Kommentar hier!

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Spannendsten-Reiseziele-Urlaubsplanung

Die spannendsten Reiseziele – Ideen für Deine Urlaubsplanung

„Marlene, hast du nicht nen Tipp für einen tollen Urlaub für mich?“ So oder so ähnlich werde ich sehr oft von meinem Freundeskreis angesprochen, werde ich über Facebook angeschrieben oder bekomme Nachrichten über meine Website. Darüber entstand die Idee, dir ein paar meiner liebsten Reiseziele vorzustellen und damit Inspiration für dein Reisejahr zu liefern.

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Dann mal los! Planen wir kurze Wochenend-Gateways, aufregende City-Trips und spannende Fernreisen miteinander!

Holland – Der Ums-Eck-Tipp

Hach, wie habe ich unsere Nachbarn im letzten Jahr lieb gewonnen! Schnell mal über die Grenze, fix am Meer und in einer ganz Welt. Ganz besonders angetan hat es mir dabei DenHaag und die umliegenden Gemeinden wie Katwijk. Was die Gegend so besonders für mich macht, ist einfach die Mischung aus kulturellem Angebot, abgeschiedener Natur, dem Beachlife aber auch hippe Bars und coole Mucke. Zudem ist man schnell da und kann auch einfach mal übers Wochenende hindüsen und einen Tag am Meer genießen. Wers ganz romantisch mag, der sollte mit seiner/ seinem Liebsten nach Giethoorn fahren und dort durch die idyllische Landschaft mit einem der ganz typischen Boote schippern. Ausführliche Tipps zu Giethoorn findest du im LINK.

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Uruguay – Perfekt für Alleinreisende & Backpacker

Das Land lockt an seiner Küste mit Traumstränden, ist bekannt für seine liberale Politik, für Tango auf den Straßen und seine Leidenschaft für Fleischgerichte, Hanf und Dulce de Leche. Letzterem bin ich geradezu verfallen! Außerdem habe ich es geliebt durch die Straßen von Montevideo zu streunen, den Tänzern zu begegnen, die Architektur zu fotografieren oder mich auf Street Art einzulassen. Ganz sicher ist Uruguay auch ein perfektes Ziel, wenn man gerade mal nicht Urlauben will wie alle Anderen. Uruguay ist eines der Reiseländer in Südamerika, die ich auch mit bestem Gewissen für alleinreisende Frauen empfehlen kann. Ich war als Backpackerin dort selbst auf Solopfaden unterwegs und kann nur Gutes berichten. Wer nicht gerade über Weihnachten hier urlaubt, kann in Uruguay auch noch ganz guten Budget-Urlaub machen. Neugierig geworden? Warum du unbedingt hierhin reisen solltest, habe ich dir auch noch mal ganz detailliert aufgeschrieben. Folge dem LINK.

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Simbabwe – Auf Du und Du mit Elefant & Co

Stell dir vor, du übernachtest in einem dieser luxuriösen Glamping-Zelte und du wirst vom Ruf der Wildnis geweckt. Du steckst die Nase raus und vor dir trabt gerade eine Herde Elefanten vorbei. Ein überwältigendes Erlebnis. So ist es mir in Simbabwe ergangen. Das Land hat abseits von den Victoria Fällen noch so viel zu bieten, was du unbedingt erleben solltest. Eine Vielzahl von Wilparks locken Safari-Begeisterte, man kann aber genauso durch endlos grüne Teeplantagen wandern oder gemütlich auf dem Sambesi Kajaken gehen. Wer Outdoorparadiese und Afrika mag, wird hier seinen Herzensplatz finden. Meine Highlighs und Insider-Tipps teile ich HIER mit dir.

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Sommerjung Ferienlager – Eine Reise zurück in die Jugend

Erinnerst du dich an die unbeschwerten Tage deiner Kindheit? An Zeiten an denen du dich einfach durch den Tag hast treiben lassen? Wo du gemacht hast, wonach dir der Sinn stand? Wo es keine Uhr und Termine gab? Wo du dich wacker Mutproben gestellt hast, den ersten Kuß deiner großen Liebe bekamst und viel Zeit draußen mit deinen Freunden verbracht hast? Dieses Gefühl kannst du dir jetzt ganz einfach zurück holen. Wie fragst du dich? Mit einer Reise in ein Ferienlager ist das gar kein Problem. Hört sich schräg an? Dachte ich auch, bis ich letztes Frühjahr eines besseren belehrt wurde und mich geradezu zurückgebeamt habe. Glaubst du nicht? Dann lies mal HIER!

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Copan Ruinas – Honduras antiker Schatz & mein Entdecker-Tipp

Badeurlaub ist dir zu wenig? Du wandelst lieber auf den Spuren großer Kulturen? Du hast keine Lust auf tausende Touristen mit Selfiesticks und Machu Picchu im Hintergrund? Dann ab mit dir nach Honduras! Hier kannst du dich noch als Entecker fühlen, den Atem des Abenteueres spüren und auf die Suche nach längst verschollenen Kulturgütern machen. Denn die Ruinen von Copan und seiner Umgebung sind längst noch nicht alle entdeckt und ausgegraben worden. Und selbst wenn du nicht gleich zum Archäologen werden willst, dass was du hier schon an spannender Kulisse inmitten riesiger märchenhafter Bäume entdecken wirst, wird dich umhauen. Mich hat Copan Ruinas jedenfalls voll in seinen Bann gezogen! Die ganze Geschichte erzähle ich HIER.

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Malta – die perfekte Insel für ein langes Wochenende

Schnell mal auf eine schöne Insel über ein verlängertes Wochenende oder sogar eine Woche? Keine lange Flugzeit, viele Sonnenstunden, schöne Strände, etwas Kultur und auch schön zum Bummeln… Dann ist Malta das ideale Reiseziel für dich! Ich war inzwischen schon zwei Mal auf der Insel und würde am liebsten ganz umsiedeln. Ich mag einfach diesen mediterranen Flair, die hinreißenden Häfen mit ihren bunten Booten und dieses absolut türkisblaue Meer. Malta bietet für mich die perfekte Mischung für einen schnellen Urlaub zwischendurch. Vielleicht riskierst du ja mal einen Blick im LINK?

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El Salvador – Den Mutigen gehört die Welt

Ja ganz sicher ist El Salvador kein Reiseland für Pauschaltouristen, aber ganz sicher ist es ein Paradies für Backpacker und Surfer. Wer mutig ist und sich durch Warunungen des Auswärtigen Amts nicht abschrecken läßt, der kann hier eine kleine Perle finden mit Traumwellen, wilder Natur, faszinierenden Vulkanen, gesundem Essen und absolut hinreißenden Menschen. Für mich ist El Salvador definitiv eines der wenigen Fernreiseziele, die ich unbedingt noch Mal besuchen möchte, einfach weil ich auf meiner Reise so tolle Freundschaften geschlossen und viel über „Gute & böse Reiseländer“ gelernt habe. Neugierig geworden? Dann mach dir selbst mal Mut und lies HIER:

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Dänemark – Lass dich entschleunigen

Wer durch Dänemark reist der wird schon auf der Autobahn feststellen, dass dieses Land einen entschleunigt. Hier ist alles irgendwie ruhiger, entspannter und aller Druck und jede Hektik unserer Zeit fallen geradezu von einem ab. Wer sich entlang der Küste bewegt, wird hinreißende kleine Gemeinden entdecken, kann sein Tagescamp direkt am Meer aufschlagen oder Künstlern beim Sandburgenbauen zuschauen. Man kann sich beim Spazierengehen an endlosen Stränden verlieren oder einfach nur am Hafen sitzen und den Fischern zuschauen. Für mich das perfekte Nahreiseziel zum Runterkommen und entspannen. Übrigens auch perfekt für Ausflüge mit der ganzen Familie, da man hier nicht für jeden Strandbesuch extra zahlen muss, es ausreichend schöne Campingplätze gibt und man auch dank Discountern preiswert urlauben kann. Warum ich das Land als so entspannend empfunden habe, kannst du HIER nachlesen.

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Südafrika – Heimat der Outdoor-Enthusiasten

Südafrika ist schon lange kein Geheimtipp mehr und viele Reisende hat es die letzten Jahre schon ins Land im südlichen Afrika geführt. Etwas Safari im Krüger, die Garden Route und Kapstadt sind dabei die wohl meist besuchtesten Highlights. Aber das Land hat so viel mehr zu bieten, gerade für Outdoor-Enthusiasten bietet es schier unendliche Möglichkeiten, abseits der Touristenrouten. Meine Out-of-the-box-highlights sind dabei ganz klar die einsamen Küstenabschnitte der Westküste, der aufregende Kgaladadi Transfrontierpark, die Wasserfälle der Midlands oder die Felsformationen der Cederberge. Wers gemütlicher angehen möchte, dem sei das Künstlerdorf Clarens empfohlen oder für Sternegucker das kleine Städchen Sutherland in der Karoo. Wer sich für Südafrika interessiert, kann sich gerne all meine Highlights auf dem BLOG anschauen.

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Algarve Portugal – Highlight der Nebensaison

Fast einen Katzensprung entfernt ist Portugal und während bei uns in der Nebensaison oft noch gruseliges Wetter ist, kannst du dort dein perfektes Sonneparadies mit Postkartenidylle und Traumstränden finden. Aber Achtung, nicht auf die Pauschaltouristenhochburgen hereinfallen und dich in einem der Bunker an der Küste einbuchen, das bereust du! Ich war im November in Portugal, hatte perfektes T-Shirt-Wetter, einen Mietwagen für 5 EUR am Tag und günstige Unterkünfte in Boutique-Hotels oder chicken B&Bs. Ich bin einfach entlang der Küste gecruised und da geblieben, wo es mir gefallen hat. Dabei habe ich diese schrecklich verbauten Städte ebenso gesehen, wie diese kleinen Perlen, die es wirklich noch wert sind, besucht zu werden. Ganz verliebt war ich in den Ort Silves, Carvoeiro sowie den Stand „Praia do Amado“ (letztes Bild). Probiers einfach mal aus.

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Vietnam – Asien mal anders

Alle fliegen zum Einstieg in Asien nach Thailand. Ich entgegen bin nach Vietnam geflogen und habe absolut gute Erfahrungen gemacht. Das Land ist sehr sicher, leicht zu bereisen und hat jede Menge Hightlights. Von wandern auf den Reisterassen im Norden, einer Kreuzfahrt auf dem Mekong oder den Palmenstränden um Nha Trang – hier werden viele Urlaubswünsche wahr. Ich habe Vietnam ganz besonders wegen seiner Fotomotive, dem leckeren Essen, den schwimmenden Märkten und seinen hinreißenden Menschen geliebt.

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Genussreise nach Dresden

Flanieren durch die ehrwürdigen Hallen August des Starken, dinnieren auf Schloss Wackerbarth, edle Tropfen genießen auf Schloss Proschwitz, einen Kochkurs belegen auf Burg Mildenstein, Kräuter sammeln im Klosterpark von Alzetta – Dresden und Umgebung hat so viel zu bieten für Genussmenschen und Kulturinteressierte, dass sich ein Ausflug in die sächsische Metropole garantiert lohnen wird. Für Fotografen empfehle ich im verschneiten Winter einen Ausflug nach Schloss Moritzburg – das Motiv ist dann einfach märchenhaft. Dresden lohnt sich für ein Wochenende ebenso wie für eine ganze Woche. Wer ganz Sachsen erkunden will, dem sei auch gleich noch ein Ausflug zur Rakotzbrücke, ein Städebummel in der Filmastadt Görlitz oder ein Besuch des Elbsandsteingebirges ans Herz gelegt.

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Urlaubsziele-Schlusswort:

Die Welt ist groß und wundbar und birgt spannende Ziele für deine schönste Zeit im Jahr. Ich hoffe ich konnte ein wenig deine Neugier wecken und dich zum reisen inspirieren. Wenn du noch mehr Inspiration suchst, dann schau dich gerne auf meinem Blog um, hier wimmelt es nur so von Reise-Highlights. Viel Freude beim Stöbern, deine Marlene

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Dieser Beitrag entstand im Rahmen der Blogparade „Reisetipps 2018“ von Tini vom Blog „choices-of-life„. Sie sammelt unter vielen deutschen Reisebloggern die besten Ideen für die schönste Zeit des Jahres. Schau doch gerne auch bei ihr vorbei und lass dich inspirieren.

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Gute-Laender-Boese-Laender-El Salvador-Reisen-Welt-lernen

Gute Länder. Böse Länder – Was ich in El Salvador übers Reisen & die Welt lernte

Immer wieder wird uns durch Politik und Medien suggeriert es gäbe auf dieser Welt gute Länder aber auch die, die gaaaanz, ganz böse sind. Wo man mit Betreten der Straße quasi schon direkt ausgeraubt, willkürlich verhaftet oder direkt umgebracht wird. Aber ist dem wirklich so? In diesem Beitrag berichte ich über meine erste Erfahrung mit einem solchen „Schurkenstaat“ und zeige dir auch in Bildern, was mich Böses erwartet hat.

Nein, natürlich nicht! Sondern ich möchte dir zeigen, dass die Welt abseits der Medien oft eine ganz Andere ist!IMG_7483

Reisen verändert

Reisen verändert und viele Länder haben mich im Laufe meines Lebens geprägt, anders denken lassen oder mir einen neuen Sichtwinkel geschenkt. Ich bin dankbar für all die Guten, aber auch die lehrreichen Erfahrungen, die ich unterwegs machen durfte. Denn letztlich waren sie es, die mir geholfen haben, ein anderes Bild über Menschen, Kulturen oder Religionen zu bekommen.

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Von Reisewarnungen und Facebook-Posts

Ein Land was mich tief bewegt und mit einem weinenden Auge zurück gelassen hat, war El Salvador. Eigentlich eines der Reiseziele wohin dich deine Eltern nie hingehen lassen möchten, bei dem dich deine Freunde für bekloppt halten und das Auswärtige Amt warnt. Ich wollte trotzdem hinreisen, weil ich ein super Flugschnäppchen dank eines Error Fare ergattert hatte. Für 350 EUR nach Zentralamerika, das passiert einem nicht so häufig im Leben und das mußte genutzt werden. Da ich diesen Preisfehler in einer schlaflosen Nacht entdeckt und sofort gebucht hatte, wusste ich auch gar nicht so recht, was mich vor Ort erwartet.

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Der Shitstorm

Das bekam ich dann erst am Morgen unter meinem Facebook-Post zu lesen, indem ich fröhlich meine Freude über den Schnäppchenurlaub geteilt hatte. „Mädel bist du bescheuert?“, „Weißt du eigentlich was dich da erwartet?“, „Hast du die Warnungen vom Auswärtigen Amt nicht gesehen?“. So und noch viel anschaulicher prasselte es auf mich ein, als ich all die Kommentarflut las. Etwas eingeschüchtert, machte ich mich dann doch im Netz auf die Suche nach „El Salvador + gefährlich“. Ganz übel übrigens, wenn man dazu die Bildersuche anmacht. Und auch das Auswärtige Amt lies nicht viel Gutes erahnen.

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Up and away

Ich flog trotzdem. Alleine als Frau und das nicht etwa als Pauschalreisende in eine All-Inclusive-Anlage, sondern als Backpackerin. Natürlich hatte ich einen heiden Respekt, um nicht zu sagen ziemlich Schiss. Aber hey, mein Budget reichte nicht für tolle 5 Sterne Anlagen und ich wollte mich auch nicht um Sonne und Meer bringen lassen, wegen dieser Unkenrufe. Für die ersten Nächte hatte ich mir eine Airbnb Unterkunft am Meer in El Zonte gebucht und fuhr mit dem Taxi vom Flughafen dahin. Die restliche Reise wollte ich mir vor Ort zusammen buchen.

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Der erste Kontakt mit der Realität

Am ersten Morgen nach meiner Ankunft erkundete ich den Ort, spazierte am Strand, schlenderte durch die Gassen, kehrte in Restaurants ein und lerne auch die ersten Leute kennen. El Zonte ist, wie fast die gesamte Küste, ein Paradies für Surfer und entsprechend coole und relaxte Leute waren hier unterwegs. So viel es mir auch überhaupt nicht schwer, hier Anschluss zu finden.

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Ich lernte zwei junge El Salvadorianer kennen, wir verbrachten den ganzen Tag und Abend zusammen und quatschten über Stunden von Gott und der Welt. Sie zeigten mir ihre Lieblingsbars, den besten Sundowner-Spot und ich bekam jede Menge Tipps für ihr Land.

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Natürlich sprachen wir auch über Kriminalität, wo diese stattfand und wie man sicher durch El Salvador reist. Aber sie machten mir auch Mut, ihrem Land aufgeschlossen zu begegnen. Mich zwar an die Regeln zu halten, aber sonst einfach die Gastfreundschaft und Herzlichkeit zu genießen.

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Anders als gewarnt

Und das Tat ich dann auch. Mit jedem Tag wurde ich mutiger, arbeitete mich mit Bussen von Ort zu Ort oder fuhr auch schon mal mit den Locals auf der Ladeklappe eines Buggy mit. Ich genoss die Hilfsbereitschaft der El Salvadorianer, ihr Interesse an Reisenden und die lebensbejahende Einstellung der Menschen im Land. Ich fühlte mich frei und verstand auch irgendwann überhaupt nicht mehr, warum alle Welt mich vor dieser Reise abbringen wollte. Das was ich hier erlebte, waren nur schöne Momente, tolle Landschaften, leckeres Essen und entspannte Menschen.

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Unerwartete Hilfe

Ich erinnere mich an eine Situationen in der mir Hilfe angeboten wurde, weil ich scheinbar orientierungslos an der Straße stand. Ein netter Mann (der sich später als Zivilpolizist zu erkennen gab) kam auf mich zu und fragte, ob ich mein Hotel suchte. Damit ich sicher dort ankam begleitete er mich bis vor die Tür. Völlig unaufdringlich und nur aus reiner Höflichkeit.

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Liebgewonnene Freunde

Ein anderes Mal saß ich hungrig im Restaurant, verstand die Karte nicht und lernte dadurch Anna und Dan kennen, ein einheimisches Ehepaar. Auch sie boten mir ihre Hilfe an und weil wir uns so gut verstanden, verabredeten wir uns am nächsten Tag zum gemeinsamen Sightseeing. Wir verbrachten den ganzen Tag miteinander und am Abend luden sie mich sogar noch auf ihre Farm ein. Ich blieb zwei Nächte und als sie mich am dritten Tag zurück zum Bus brachten, brachen wir alle in Tränen aus. Wir hatten uns so gern gewonnen und der Abschied fiel unendlich schwer.

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Mit Locals unterwegs

Aber in San Salvador erwarteten mich schon meine zwei Kumpels, die ich am ersten Tag meiner Reise kennengelernt hatte. Sie wollten mir unbedingt ihre Stadt zeigen und auch mit ihnen verbrachte ich weitere Tage und lerne das Land aus der Sicht von Einheimischen kennen. Sie fuhren mit mir zu ihren Lieblingsplätzen, wir tranken gemeinsam, lachten gemeinsam und wurden mehr und mehr zu Freunden. Und als auch hier meine Zeit gekommen war und der Abschied anstand tat das richtiggehend weh. Noch nie hatte ich auf Reisen derartige Gastfreundschaft erfahren und das rührte mich (wieder mal) zu Tränen.

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Der Abschied

Als ich El Salvador dann wieder verließ blieb ein Stück meines Herzens da. Aber auch die Lektion, dass man viel über eine Gegend lesen und hören kann, aber nur die eigene Erfahrung lehrt einen, wie die wirkliche Seele des Landes ist – abseits aller Statistik. Und El Salvador hatte für mich eine sehr gute – eine weltoffene, herzliche und willkommen heißende. Ich habe so viele, so wunderbare Menschen getroffen und mit ihnen eine so fantastische Zeit gehabt, dass ich noch heute gerne daran zurück denke.

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Mein Learing

Wenn ich dieser Tage die Seiten des Auswärtigen Amtes studiere, dann lese ich die Zeilen differenzierter. Ich lass mich nicht mehr pauschal abschrecken oder von Meinungen einschüchtern. Ich habe gelernt, dass viele Länder große Sorgen oder gar Problemviertel haben – so wie bei uns inzwischen auch.

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Trotzdem und das ist mir so wichtig, gibt es überall auf der Welt Menschen, die eigentlich nur friedlich ihr Leben leben wollen. Wie wir, möchten sie ihre Kinder glücklich aufwachsen sehen, sich sicher in ihrem Land bewegen und ein gutes Leben führen. Vieles von dem, was sich auf der Welt abspielt sind politische Konflikte oder Machtgehabe, aber der kleine „Mann“ will doch einfach nur leben und zufrieden sein.

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Die Welt ist nicht grundsätzlich böse und gefährlich, auch wenn uns das oft durch die Medien suggeriert wird. Diese Lektion habe ich in El Salvador gelernt und auch, was Gastfreundschaft bedeutet.

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Mich hat diese Reise geprägt, weniger auf die Meinung Anderer zu geben und mir selbst ein Bild zu machen. Zwar sind Sicherheitshinweise gut, richtig und wichtig, aber man muss sie eben kritisch betrachten. In welcher Region finden die Konflikte wirklich statt, betrifft es überhaupt Reisende und wie verhält man sich daraus ableitend?

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Dinge, die ich auch auf allen Trips danach beherzigt habe und sehr gut damit fahre – von Lateinamerika, über Afrika bis nach Asien. Die Welt teile ich nicht mehr pauschal in gute und böse ein, weil uns das so diktiert wird. Ich differenziere zwischen Politik und den Menschen vor Ort und gebe gerne auch Ländern eine Chance, die auf der Hitliste der Reisenden nicht ganz oben stehen.

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Und vielleicht hast du ja auch dieses eine Reiseziel im Kopf, wo dein Herz hinreisen möchte, aber dein Umfeld Panik schiebt? Im Besten Fall habe ich dich jetzt ermutigt, mal auf die Suche zu gehen und dich eingehender mit einem Land, seinen Problemen und Konflikten zu beschäftigen. Und wer weiß schon, ob du dabei nicht vielleicht rausfindest, dass du dahin sicher reisen kannst und den Schritt sogar wagst, so wie ich? (Falls ja, sag doch bitte Bescheid).

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In diesem Sinne:

#get up & discover!

PS: Ich habe für diesen Beitrag bewußt nur Bilder von Menschen und nicht der Lanschaft rausgesucht, weil ich damit auch sichtbar machen wollte, welche wunderbaren Persönichkeiten mir auf meiner Reise durch El Salvador begegnet sind.

Mit diesem Beitrag beteilige ich mich an der Idee von Igor von 7Kontinte, einen Artikel zu verfassen der beschreibt, wie das Reisen mich verändert hat. Einen Impuls den ich gerne unterstütze, weil es ja auch genau mein Thema ist – sich von der Couch runter zu bewegen, eigene Erfahrungen zu machen und daran zu wachsen. Ich danke Igor für diese schöne Idee und hoffe ihr schaut auch bei ihm vorbei und lasst euch von den Geschichten der anderen Reisenden die zum „Projekt 360: Um die Welt, zu dir selbst“ geschrieben haben, inspirieren. Dazu folgt bitte dem LINK.

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GuteLänder-BöseLänder-360Grad-ElSalvador

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Mit Vietnam Airlines nach Asien & zurück – Erfahrungsbericht

Letzte Woche bin ich geschäftlich nach Vietnam geflogen und hatte das erste Mal die Chance in einem Dreamliner von Boeing zu reisen und das sogar noch in der Premium Economy Klasse. Was dieses Flugzeug auszeichnet? Was mir beim Fliegen aufgefallen ist und wie es um Essen, Sauberkeit und Komfort steht, verrate ich hier.

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Mein Flug im Dreamliner (Boeing 787-8)

Hinflug: Frankfurt -> Saigon/ Ho-Chi-Minh-Stadt, Rückflug: Hanoi -> Frankfurt

Mein Flug wurde über das Reisebüro gebucht, ich bekam die Unterlagen via Mail und konnte damit direkt zum Check-In-Schalter in Frankfurt. Dank mitgebuchtem Rail & Fly-Ticket kam ich in den Genuss eine entspannte Anreise zu haben – ohne Drängeln auf der Autobahn, Stau und Parkplatzsuche. Ganz zu schweigen davon, dass mir auch noch die teuren Parkgebühren am Frankfurter Flughafen erspart geblieben sind.

Check-in in Frankfurt Main Flughafen

Der Schalter

Der Counter vor Vietnam Airlines befindet sich in Frankfurt am Schalter 886-895 im Terminal 2, Bereich D, Ebene 2 – Zwar sind die Wege am Flughafen recht lang, dafür ist aber alles gut ausgeschrieben und gut auffindbar. Da mir ein Zeitpuffer vor Abflug enorm wichitg ist, war ich 3h vor Start der Maschine bereits vor Ort.

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Check-in Prozedere und Gepäck

Glücklicherweise war mein Flug mit Premium Economy gebucht und so wurde ich auch am Check-In-Schalter direkt bedient. Gewichtsprobleme beim Gepäck, wie bei Billigairlines, hat man bei Vietnam Airlines nicht, denn die Fluglinie erlaubt 30 kg für das Hauptgepäckstück. Sollte man trotzdem mal drüber liegen, hat man die Möglichkeit dieses noch als Fracht aufzugeben oder eben Übergepäck zu bezahlen. Für Handgepäck sind 7kg angesetzt, was gerade für mich als Fotografin sehr wichtig ist, da ich meine Technik ausschließlich so befördere. Laptop, Kameras und Objektive sind für mich Wertgegenstände und diese gehören in meinen Augen nicht ins Aufgabegepäck. Allerdings wiegen sie enorm viel und so komme ich bei vielen Airlines schnell an die Grenzen des Erlaubten. Ich fiel unter alle Normen und musste mir darüber glücklicherweise bei diesem Flug keine Gedanken machen.

Ich bekomme am Schalter meine Flugticket, mein Gepäckbändchen und die Informationen zum Abfluggate. Der Sicherheitscheck in Frankfurt verlief wie immer: alles Auspacken und Ablegen. Dafür ging es diesmal sehr zügig, was in Frankfurt ja eher die Ausnahme ist.

Business-Lounge

Noch bevor die Reise startete, durfte ich als Premium Economy Flieger auch noch die Business Lounge nutzen (8 Zuzahlung). Hier kam mir dann mein Zeitvorteil wieder zu Gute. Erstens weil ich nicht gehetzt zum Boardsteig musste und zweitens weil ich hier noch entspannt snacken und etwas trinken konnte. Alle Speisen und Getränke waren inklusive. Zutritt erhielt ich durch die Boardkarte.IMG_6348

Der Flug im Deamliner

Boarding und Highlights

In meiner gebuchten Klasse wurde ich auch beim Boarding bevorzugt und durfte als eine der ersten den Flieger betreten. Ganz aufgeregt war ich diesmal, denn der Dreamliner war eine ganz neue Maschine für mich und ich war gespannt, was dieser so zu bieten hat. Als Erstes fiel auf, dass die Fenster für einen Flieger riesig sind! Mit ihren Abmessungen von 48 Zentimetern mal 28 Zentimetern sind sie größer als in jedem anderen Flugzeug dieser Klasse. Noch dazu lassen sie sich individuell elektronisch abdunkeln, ein Feature was nicht jedes Flugzeug bietet. Und weil ich fliegen und rausgucken ja fantastisch finde, ist das für mich ein absoluter Pluspunkt gewesen.

Handgepäckfach

Mein doch recht großes Handgepäck verstaute ich im Gepäckfach über mir und auch dieses war bedeutend größer als ich es gewohnt war. Es ist kein starres Fach, sondern kommt einem geradezu entgegen. Was es kleinen Personen wie mir bedeutend einfacher macht, auf die Sachen darin zuzugreifen oder sie zu verstauen.

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Sitzplatz

Mein Sitz war ein Traum! Richtig viel Platz, gemütlich und mit einer ausklappbaren Fußstütze, so dass es fast schon die Anmutung einer Liege hatte. Nur wo war das Entertainmentsystem und die erhofften USB-Anschlüsse, um mein Akku vom Handy wieder aufzuladen? Ratlos blickte ich in die Runde, bis ich erkannte, dass alles in der Armlehne versteckt ist. Dort befand sich der ausklappbare Monitor der sonst an der Rücklehne des Vordermanns befestigt ist. Eigentlich ganz clever, weil man so Mitreisende nicht belästigt. Ich erinnerte mich an einen Flug, bei dem die Dame hinter mir, wie eine Irre auf dem Display rumhämmerte, während sie irgendein Computerspiel dattelte. Das für mich da an Schlafen nicht zu denken war und sie auch wenig Einsicht zeigte, war eine Folge. Hier also hatte Jemand mitgedacht! Und an diesem Monitor war er dann auch, mein heiß ersehnter USB-Anschluß zum Wiederaufladen elektronischer Geräte.

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Abbildung zeigt den Beinabstand im Dreamliner in der Premium Eco Class

Annehmlichkeiten

Und auch sonst war alles da, was Frau sich für einen angenehmen Flug so wünschte. Decke, Kissen, Hausschuhe (!) und ein kleines Päckchen mit Schlafbrille und Zahnbürste.

Beleuchtung

Und noch etwas fiel auf! Für die Kabinenbeleuchtung werden Leuchtdioden verwendet – diese lassen sich in ihrer Helligkeit regeln und farblich variieren. Auch Tagesabläufe sowie ein Nachthimmel mit Sternen ließen sich in dem Jet damit simulieren und das direkt von der Fernbedienung am Sitz. So bestens equipped und ausgeleuchtet freute ich mich auf den Start der Maschine. 

Erlebnis Flug

Flugsicherheit

Durch Umfang und Masse des Flugzeugs hatte ich den Eindruck, dass dieser Anflug besonders sanft von Statten ging. Wie ich erst während des Fluges erfahren habe, hat der Dreamliner Sensoren und eine intelligente Elektronik, welche den Flug der Maschine bei Turbulenzen ruhiger machen, weil sie in jedem Moment automatisch gegengesteuern. Das macht das Fliegen angenehmer, besonders für empfindsame Personen, wie mich, die unter Reisekrankheiten leiden. Vielleicht ist es nur subjektives Empfinden, aber mir kam der Flug insgesamt ruhiger vor, als mit anderen Maschinen. Ich erinnerte mich an wackelige Zeiten in Brasilien in Propellermaschinen von Azur. Bei diesen Flügen habe ich jedesmal ununterbrochen die Tragflächen beobachtet vor lauter Unwohlsein auf Grund der Thermik.

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Spritsparend

Und noch etwas erfuhr ich an Board des Dreamliners. Er fliegt sprittsparender als andere Flugzeuge. 25% Einsparung bei Kerosin nenne ich ein Wort. Und gerade in Zeiten in denen man sich fürs Vielfliegen rechtfertigen muss, finde ich das ein wichtiges Argument sich für eine Boeing 787-8 zu entscheiden.

Sauberkeit

Auch Sauberkeit ist mir gerade auf Langstrecke besonders wichtig und auch hier kann ich Vietnam Airlines nur lobend erwähnen. Selbst nach einer langen Nacht war alles top sauber und ich konnte am nächsten Morgen ruhigen Gewissens Zähneputzen gehen. Zudem gab es hochwertige Reinigungs und Pfegeprodukte, die mir mehr als willkommen waren, um mich für einen neuen Tag frisch zu machen. Für mich sind es solche Details, die eine Flug zum Top oder Flop machen. Wenn ich mich vor den sanitären Anlagen streube oder mir einen Mundschutz zur Benutzung wünsche, dann läuft was falsch und dann reißt auch jede Freundlichkeit des Personals das nicht mehr raus. Deshalb möchte ich die vorbildliche Hygiene an Board auch unbedingt erwähnen und das noch vor Personal und Essen!

IMG_6376Abbildung zeigt den Airbus A321 –  auf einem Inlandsflug der Vietnam Airline

Die Crew

Die Stewardessen waren, wie von einer asiatischen Airline zu erwarten, sehr höflich und zurücknehmend. Das schätze ich sehr. Es gab schon genug Flüge, bei denen ich von Stewards angestubst aus dem Schlaf gerissen wurde, damit mir das Dutyfree-Angebot präsentiert werden konnte. Bei Vietnam Airlines gag es so etwas Unangenehmes nicht. Hier wurde ich nur im Wachzustand angsprochen und gefragt, ob ich Getränke oder anderen Service wünsche. Selbst an, in der Nacht aufgegebene, Frühstückswünsche erinnerte man sich noch am nächsten Morgen und etwaige Störungen gab es nicht.

Essen & Getränke

Bei Verköstigung an Board gehen die Meinungen erfahrungsgemäß weit auseinander, deshalb gebe ich hier ganz klar meine persönliche Meinung wieder. Ich hatte das „Chicken-Menü“ geordert und wurde nicht enttäuscht. Eine ausreichend große Portion, geschmackvoll angerichtet und dazu ein leckerer Kuchen. Für meine Wünsche und Bedürfnisse völlig in Ordnung. Und auch die Getränkeauswahl ließ keine Wünsche für mich offen. Also ein rundum glücklicher Fluggast in Bezug auf die Verköstigung.

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Entertainment

Für viele ist auch das Entertainmentprogramm ein wichtiger Faktor bei der Bewertung ihres Fluges. Für mich ist das eher Zweitranging, da ich entweder gerne aus dem Fenster schaue oder schlafe, um dann entspannt anzukommen. So einen Film pro Flug gönne ich mir dann aber schon und hier ist klar zu sagen, dass es ein riesiges Angebot gab. Ganz wichtig auch, die Streifen waren in „deutsch“ verfügbar. Wie oft mußte ich es schon erleben, dass man zwar Top-Filme zur Auswahl hatte, diese dann aber nur in Fremdsprache angeboten wurden. Da ich mich im Flieger entspannen und nicht nachdenken will, schätze ich ein Programmangebot in meiner Landessprache, auch wenn ich natürlich des englischen mächtig bin.

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Flugzeit

Von Frankfurt ist man dank Direktflug zwischen zehn und zwölf Stunden Flugzeit in Vietnam (je nach Flugrichtung). Mir war der Flug ehrlicherweise etwas zu kurz. Da wir am Nachmittag gestartet sind und ich da einfach noch nicht müde war und nachts die Zeitverschiebung dazu kam, hätte für mich der Flug gerne noch etwas länger gehen können und ich hätte die Zeit zum Schlafen genutzt. Aber auch das ist absolut subjektives Empfinden und eigentlich sind die meisten Menschen auch echt froh, Langestreckenflüge schnell hinter sich zu bringen. Ich liebe halt das Fliegen und kann nie genug davon bekommen.

Raumklima

Noch ein Punkt der mir eigentlich erst nach Landung positiv aufgefallen ist, war das angenehme Raumklima des Dreamliners. Normalerweise leiden meine Schleimhäute auf Grund von Klimaanlagen immer sehr stark. So ein Flug führt dann bei mir sehr leicht dazu, dass ich mir eine Erklältung zuziehe und den Urlaub nicht richtig genießen kann. Im Dreamliner hatte ich damit auf überhaupt keine Probleme.

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Ankunft in Saigon/Ho-Chi-Minh-Stadt

Paßkontrolle & Visa

In Saigon/ Ho-Chi-Minh-Stadt sind wir absolut pünktlich angekommen und dann hieß es erstmal sich der Paßkontrolle und den Visa-Formalitäten zu stellen. Aber auch das war kein Problem. Wer nur 15 Tage in dieses asiatische Land reist, bekommt am Schalter sein kostenloses Visa. So bekam ich also schnell meinen Stempel in den Pass und konnte meine Reise ohne unnötige Verzögerung fortsetzen.

Gepäckabholung

Der Flughafen in Saigon ist hell, gut beschildert und sehr übersichtlich. Es war ein Leichtes sich hier zurecht zu finden. Wir waren kaum am Gepäckband, da wurden unsere Koffer und Taschen auch schon ausgeliefert. Alle der Gepäckstücke unserer Gruppe kamen gut an und waren unversehren und so konnten wir direkt in einen entdeckungsreichen Tag starten.

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Rückreise von Hanoi

Check-In

Der Flughafen in Hanoi ist ganz übersichtlich gestaltet und die Schalter von Vietnam Airlines gut zu finden. Dank Premium Eco Buchung wurden wir auch hier bevorzugt behandelt und konnten direkt einchecken und unser Gepäck aufgeben. Die nette Dame sprach ein gut verständliches Englisch und so war die Kommunikation einfach. Wir bekamen züging unsere Unterlagen und konnten direkt zur Sicherheitskontrolle weitergehen.

Sicherheitscheck

Wie auf allen Flughäfen dieser Welt, legt man seine Sachen in Transportboxen und packt sein Laptop aus. Anders war nur, dass wir gebeten wurden, auch die Schuhe auszuziehen.

Lounge

Auch auf dem Rückflug kam ich auch wieder in den Genuss die Lounge aufsuchen zu können ((30$ Zuzahlung). Ein paar Snacks, warmes Buffet und Getränke wurden hier angeboten. Zur Kurzweil gab es Monitore und ein umfangreiches Zeitungsangebot. Bequeme Sofas halfen zudem die Zeit bis zum Start so angenehm wie möglich zu gestalten. Auch gab es ausreichend Steckdosen, um etwa Laptops oder Handys laden zu können.

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Boarding

Dank des vorgezogenen Boardings als Premium Economy Flieger, war ich wieder eine der Ersten im Flieger und konnte in Ruhe meinen Platz beziehen.

Annehmlichkeiten und Verpflegung

Wie schon auf dem Hinflug erwarteten mich allerhand Annehmlichkeiten, ein exzellenter Service und eine hervorragende Verpflegung. Auch auf dem Rückflug gab es nichts zu ergänzen. Außer, dass der Flug bedingt durch die Rückstrecke eben diesmal 12 Stunden dauerte, ich dazu kam, zwei Filme zu sehen und trotzdem noch ausreichend Schlaf in meinem gemütlichen Sessel mit Fußlehne fand. Und wieder fiel mir auch der Komfort und die Sauberkeit positiv auf.

Ankunft in Frankfurt

In Frankfurt landen wir absolut pünktlich. Wieder kam das gesamte Gepäck der Gruppe züging und unbeschädigt aufs Kofferband und konnte schnell abgeholt werden.

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Fazit

Mein Flug gestaltete sich sehr enspannt und angenehm, was sicherlich auch dem extra Komfort der Premium Eco Klasse zuträglich war. Ganz besonders geschätzt habe ich die Sauberkeit an Bord und den unaufdringlichen, aber freundlichen Service der Crew. Für mich ist auch in Zukunft „Vietnam Airlines“ die erste Wahl bei Flügen in Richtung Asien. Preis, Leistung und Annehmlichkeiten stimmen einfach. Und was gibt es Schöneres als angenehm in den Urlaub zu reisen und auch entspannt wieder zurück zu kehren?

Insider-Tipp:

Wer auch Inlandsflüge in Vietnam plant, sollte diese direkt beim Langstreckenflug mitbuchen, denn dann bekommt man den Flug super günstig und darf auch auf der Strecke innerhalb des Landes 30kg Aufgabegepäck mitnehmen. Ansonsten sind es nur 20kg die als Freigepäckgrenze gelten.

Ich habe diesen Flug im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit als Fam-Trip gemacht. Hierzu fliegen Touristiker in Zielgebiete und inspizieren Hotels oder Resorts, besichtigen Sehenswürdigkeiten, testen Ausflüge und Restaurantangebote.

Meine Fotos sind zum Teil auf Inlandsflügen entstranden, da es auf Grund von Beschränkungen am Frankfurter Flughafen bzw. Dunkelheit nicht anders möglich war zu fotografieren. Gerade die Außenaufnahmen sind daher Stimmungsmotive und bilden nicht den Dreamliner ab, sondern einen Airbus A321.

Bist du bei Pinterst?

Vietnam-Airlines-Erfahrungsbericht-Asien

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Warum du reisen solltest, um ein besserer Mensch zu werden

Sei mal ehrlich, wann hat dich ein Tag vorm Fernseher und auf der Couch zum Guten hin verändert? Wann hat dich eine TV-Episode dermaßen geprägt, dass es dein ganzes ICH beeinflusst hat? Ich möchte behauten, noch nie. Denn was uns prägt, sind Erfahrungen und zwar ausschließlich die, die wir selbst gemacht haben und nicht, die wie wir uns irgendwo angeschaut haben. Klar, kann man auch im TV etwas lernen, aber wirklich verinnerlicht hat man es dann nicht. Man kann dir erklären, wie sich eine heiße Herdplatte anfühlt, aber nur wenn du es wirklich gespürt hast, wirst du die Lektion verstanden haben und deine Hand nicht mehr darauf tun.

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Und deshalb sage ich, dass Reisen dich in einer Weise prägen, verändern und weiterbringen wird, wie es kein Buch, keine Uni und erst Recht keine Zeit vorm TV je tun wird. Geh raus und lebe, fahr weg und begegne, sei unterwegs und erfahre. Man kann dir viel erzählen über andere Lebensweisen, aber wenn du sie nie selbst erfahren hast, wie sollst du wirklich verstehen, was es bedeutet in einem anderen Kulturkreis aufgewachsen zu sein? Wie willst du einer Lebensart tollerant gegenüberstehen, wenn du sie nie verstanden hast? Wie willst du eine Religion akzeptieren, wenn du nie wirklich erlebt hast, wie sie von den Menschen gelebt wird? Wie willst du jemals anerkennen, wie wichtig ein intakter Lebensraum für uns alle ist, wenn du nie draußen bist und die Zusammenhänge in der Natur begreifst?

IMG_1234Ich kann mich an mein Leben zwischen zwanzig und dreißig eigentlich nicht erinnern. Ich war ein Couch Potatoe, verbrachte meine Zeit vorm TV und auf dem Sofa. Mein Leben rauschte an mir vorbei. Ich weiß heute nicht mehr, was sich in dieser Zeit abgespielt hat. Klar ein paar Stationen im Job sind in Erinnerung geblieben, aber daneben eigentlich nichts. Und damit bin ich nicht alleine. So viele Menschen schalten schon am Morgen zum Frühstück den Fernseher ein und manchmal sogar nicht mal zum Schlafengehen aus. Wie viele wissen noch, was vor einem Jahr, am Sonntag um 17 Uhr im TV lief? Welche Serie, welcher Film, welche Talentshow einen gerade vom Leben abgelenkt hat? Wohl kaum Jemand und genau das ist das Fatale. Oder um es mit Alexander von Humboldt zu untermauern: „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.“

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Seit ich meine Couch verlassen habe und in die Welt hinaus gehe, hat sich alles verändert. Ich reise und erlebe. Ich erfahre die Welt mit all ihrem Überfluss an Schönheit und Möglichkeiten. Ich entdecke Menschen, Kulturen, Lebensweisen auf eine Art, wie ich es nie zuvor getan habe. Ich bin in der Natur, schaue Elefanten in die Augen, ich sitze mit Wildfremden am Lagerfeuer oder wandle durch jahrtausendealte Gemäuer. Und das Beste? Ich kann mich daran erinnern! Ich weiß, wann ich mit Freunden um die Häuser gezogen bin, wann ich durch wildes Wasser gepaddelt oder unter Sternen geschlafen habe. IMG_1325

Ich erlebe Momente und Orte die so speziell und einzigartig sind, dass sie sich für immer in mein Gedächtnis einbrennen und von denen ich mit absoluter Bestimmtheit auch in 10 Jahren noch erzählen kann. Weil ich sie erlebt habe und nicht irgendein Schauspieler in der Glotze vor mir. Viele dieser Begegnungen und Erlebnisse haben mich geprägt, verändert und auch wachsen lassen. Hier sind ein paar dieser Geschichten, mit denen ich dich inspirieren möchte, die Couch zu verlassen und zu reisen:

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Gier nach Holz

Weißt du, wann mich der Schutz des Regenwaldes etwas anging? Als ich in Brasilien in Fortaleza am Strand einem Indigen Mann in die Augen geschaut habe und seinen Schmerz verstand. Als ich gespürt habe, dass unsere Gier nach Holz und Ressourcen ihn sein Heim gekostet hat. Zawar hatte ich die Brandrohdung jeden Tag mitbekommen, aber als er vor mir Stand in seiner traditionellen Kleidung und mir Touristennap verkaufen wollte, da ging es mich etwas an. Ich konnte in seinem Blick erkennen, wie sehr in das anwiedert, was er jetzt hier tat um überleben zu können. Davor war er ein stolzer Krieger, mit Traditionen, Würde und einem unabhängigem Leben. Er hatte ein Heim und konnte seine Familie ernähren ohne Touristen am Strand ansprechen zu müssen. Jetzt war er ein verbitterter Mann, der hasste was er tat und Verachtung verspürte, für die Touristen wie mich. An diesem Punkt verstand ich, das mich der Regenwald sehr wohl etwas angeht.

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Plastik im Meer

Es waren Basstölpel auf Helgoland die mir eindrücklich klar machten, dass auch mein Umgang mit Plastik das Leben von Millionen Seevögeln und Meeresbewohnern beeinflusst. Auf der Insel gibt es an den Klippen ein riesige Kolonie dieser beeindruckenden Vögel, die jährlich auch viele Touristen anlockt. Sie alle stehen dann vor Nestern aus Plastik. Den erbärmlichen Anblick eines Jungvogels werde ich wohl nie vergessen. Er lag da als sei er tod. Erstickt durch einen Plastikteil, was seine Eltern für Nahrung hielten und ihm fütterten. Neben mir ein Kind „Mama, ist der Vogel tod?“ Betretene Stille, denn jedem der Touristen geisterte die gleiche Frage durch den Kopf. Nur ob alle verstanden haben, das auch sie Verantwortung tragen, das bezweifle ich.

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Menschlichkeit kennt keine Farbe

Auf einem Langstreckenflug von Frankfurt nach Harare drückte mir meine Sitznachbarin aus Simbabwe ihr erst wenige Wochen altes Baby in den Arm, damit sie den Badraum aufsuchen konnte. Ich saß da mit diesem kleinen Mensch auf dem Schoss, bewunderte das hinreißend, lächelnde Wesen mit seiner Stubsnase, den neugierigen Augen und fragte mich, wie je ein Mensch nur auf Grund einer Hautfarbe Ablehnung erfahren konnte.

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Nutella und der Niedergang des Regenwaldes

Oder erinnerst du dich an den „Nutella-Palmöl-Skandal“? Der hätte mich wirklich herzlich wenig gekratzt, wenn ich von ihm in meinem normalen Alltag gehört hätte. Ich liebte meinen Brotaufstrich und hätte ihn wahrscheinlich auch noch verteidigt. Aber ich war gerade in Honduras unterwegs. Über hunderte Kilometer ist hier der Regenwald abgeholzt worden und ist die Landschaft jetzt von Palmenplantagen gesäumt, deren Früchte später zu Palmöl verarbeitet werden, welches man in Nutella wieder findet. Noch immer sieht man in Honduras den Rauch aufsteigen, lodern die Flammen, die alles Leben niederbrennen, um neuen Platz zu schaffen, für noch mehr Plantagen der großen Konzerne. Hier begriff ich, dass auch mein Nutella-Konsum schuld trägt, am Raubbau an der Natur. An der unwiederbringlichen Zerstörung einzigartiger Landschaften, der Austrottung von Tieren und auch an dem Niedergang kleinerer Bauern und ihrer Familien. Für Billiglöhne arbeiten sie jetzt auf den Plantagen und werden von Großkonzernen ausgebeutet.

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Glück ist keine Frage des Geldes

Townships von Simbabwe bis in Dominikanische Republik lehrten mich, dass Glück und Lebensfreude nichts mit Geld und Wohlstand zu tun haben. Im Gegenteil. In den Armenvirteln sind die Menschen viel mehr aufeinander angewiesen. Man hilft sich und arbeitet zusammen. Das prägt natürlich auch das Gemeinschaftsgefühl und das zeigt sich im Umgang miteinander. Hier trifft man sich auf der Straße zum Plauschen, sitzt mit den Nachbarn zusammen oder die Kinder spielen gemeinsam Fußball. Während bei uns die Alten isoliert daheim vorm Fernseher hocken und die Kinder in ihren Zimmern Playstation zocken. Ich habe es als wohltuend empfunden, zu sehen, wie dort Leben miteinander stattfindet.

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Bildung der Schlüssel

Auf einem Spaziergang durch ein einfaches Dorf im Mekong Delta in Vietnam zeigte uns unsere Reiseführerin ihre Schule. Ein Gebäudekomplex, der eher die Anmutung eines Stalles hatte. Einfache, modrige Gebäude, ein matschiger Vorplatz und dunkle Klassenräume und doch war die junge Frau so stolz hier zur Schule gegangen zu sein. Der Grundstein für ihren Bildungsweg war und sie heute befähigt auf einem Schiff zu arbeiten und Touristen ihr Land zu zeigen. Sie hat in der Schule Sprache gelernt, konnte zur Uni gehen und das gibt ihr heute ihr Auskommen. Durch sie wurde mir bewußt, wie wichtig selbst die einfachste Schule ist. Durch meinen Beruf und meinen Reiseblog habe ich Rainer Meutsch, den Gründer von „Berge & Meer“ Reisen kennengelernt. Seine Stiftung „FLY & HELP“ baut Schulen auf der ganzen Welt und ich bin immer wieder sehr beeindruckt, wieviel dieser Mann mit seinem persönlichen Engagment erreicht hat. Mittlerweile hat FLY & HELP bereits Bildungsprojekte in über 36 Ländern initiiert, gefördert und betreut. Bis heute wurden bereits 137 Schulen gebaut. Ein Projekt, was ich übrigens gerne unterstütze und dir auch ans Herz legen möchte, damit mehr Schulen entstehen können, die jungen Menschen eine Perspektive geben. Alle Infos findest du im LINK.

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Sammle Erfahrungen, Momente und Erlebnisse

Und das ist nur ein kleiner Abriss an Situationen auf Reisen, die mich zum Nachdenken und letztlich auch zu Veränderungen gebracht haben. Durch all diese Erfahrungen habe ich ein Gefühl dafür bekommen, dass auch mein Handeln hier daheim Einfluss auf das Leben in anderen Ländern hat. Ich habe gelernt wie wertvoll ein Menschenleben und eine intakte Umwelt sind. Wie wichtig Interesse, Kommunikation und Verständnis sind und was es heißt einen achtsamen Umgang miteinander zu pflegen.

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Und genau aus diesen Gründen bin ich der festen Überzeugung, dass Reisen hilft, ein besserer Mensch zu werden. Und damit meine ich nicht, sich in einen All-Inclusive-Urlaub fliegen zu lassen, in seiner Hotelanlage zu hocken und sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Ich meine das Reisen, bei dem man ein Land und seine Menschen auch wirklich kennenlernt. Bei dem man die Anlage verlässt, auf eigene Faust auf Entdeckungstour geht und sich ins wahre Leben der Einheimischen begibt – auf Märkten, belebten Plätzen oder auf ihren Festen.

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Ich wünsche mir für dich, dass du den Fernseher auslässt und die Welt für dich entdeckst. Das du dich aufs Reisen einlässt und lernst, dass dieser Planet so viele Geschichten schreibt, in denen du der Held bist und nicht ein Schauspieler in einer fiktiven Serie im TV. Geh raus, lerne, lebe und vor allem wachse auch daran.

In diesem Sinne:

#get up & werde besser

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Township-Touren -ja-oder-nein

Township-Tour – ja oder nein? Der schmale Grat zwischen Touristenbespaßung & Verständnis der Kulturen

Immer wieder werde ich gefragt: „Hey Marlene Du hast doch in Südafrika gewohnt, würdest du mir dort eine Township-Tour empfehlen – ja oder nein?“ Ich bin bei dieser Frage immer hin und her gerissen, denn die Erfahrung die ich machen musste, war absolut keine Gute. Aber so muss es ja nicht immer laufen und es gibt durchaus Touren, bei denen sich die Anbieter ihrer Verantwortung bewusst sind und diese auch Ernst nehmen. Und genau deshalb möchte ich dir heute meine Geschichte erzählen aber auch ein vorbildliches Beispiel zeigen. Ich möchte, dass du nach dem Lesen selbst weißt, worauf du bei der Buchung achten solltest und dich in die Lage versetzen, dich richtig, sicher und respektvoll bei einer Townshiptour zu bewegen – so du dich dafür entscheidest.

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Meine Erfahrung

Meine erste Township-Tour habe ich in Johannesburg gemacht, zwei Jahre nachdem ich Südafrika nach meiner Auswanderung schon wieder verlassen hatte. Ich kannte also das Land und seine Probleme. Doch bisher hatte ich immer Bedenken, so eine Art „Sighseeing“ zu machen. Ich fand es irgendwie moralisch verwerflich. In den Jahren zurück in Deutschland hatte ich dann viel darüber gelesen und auch wie wertvoll solche Touren zum gegenseitigen Verständnis sind. Jetzt war ich als Tourist zurück in Südafrika und fühlte mich bereit für eine Township-Tour und etwas dazu zu lernen.

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Johannesburg gilbt als das wirtschaftliches Zentrum ganz Afrikas und gleichzeitig als einer der härtesten sozialen Brennpunkte des Landes. Hier kämpfen die einen um Millionen und die Anderen, ums nackte Überleben und das bekam auch ich zu Gesicht.

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Meine Tour war als Sightseeingtour der ganzen Stadt geplant, um genau diese Unterschiede auch aufgezeigt zu bekommen. Meine Freundin Anke und ich hatten eine private Tour geplant mit einer farbigen Dame als Tourguide. Weil es uns wichtig war, die Stadt nicht aus einer „weißen“ Perspektive erklärt zu bekommen, sondern aus ihrer Sicht. Wir starteten in einer der wohlhabenden Gegenden Johannesburgs. Und dann stand ich zunächst vor den höchsten Zäunen, die ich um Wohnhäuser je gesehen hatte. Um genau zu sein, waren es gar keine Zäune, sondern Mauern aus Stein, die höher waren als die unserer Burgen, Schlösser oder Gefängnisse. Das allein schockierte mich schon. Wie reich mussten Menschen sein, um solche Mauern um ihre Paläste zu bauen?

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Doch meine Erschrockenheit ging noch weiter, als ich mich, keine zwei Kilometer weiter, dem schlimmsten Township gegenüber sah, den ich bis dato in Südafrika erlebt hatte. Und ich maße mir an, so Einiges in meinen anderthalb Jahren vor Ort, gesehen zu haben. Doch das Elend hier schien mir noch immens größer und erschütterte mich zutiefst. Immerhin hier stoppten wir nicht, sondern fuhren zu einer etwas besseren Gegend weiter. Hier waren es einfache Häuser die uns erwarteten und keine Blechhütten mehr. Wir stoppten vor einem bunten Haus, stiegen aus und folgten unserem Guide ins Innere des kleinen Hauses. Uns erwartete ein dunkles Zimmer, was extrem beengt wirkte und voll gestopft war mit Bett für die ganze Familie, Kühlschrank, Tisch und Regalen. Eine nette Frau mit Kindern neben sich und auf dem Arm erwartete uns. Wir wurden einander vorgestellt, es wurde uns schnell erklärt, wie die Lebensumstände der Familie sind und dann durften wir ihnen noch Geld in die Hände drücken und ein Erinnerungsfoto machen.

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Nach Verlassen des Hauses fühlte ich mich einfach hundsmiserabel. Ich stellte mir vor, wie es für diese Frau eben gewesen sein musste. Da kommt Jemand in ihr Heim, bestaunt die ärmlichen Umstände, drückt Geld gegen das Elend ab und geht wieder. Wie würde ich mich denn fühlen, wenn ich Besuch einer reichen Oligarchenfamilie bekäme? Wenn sie sich ein Bild über meine – in ihren Augen – schäbigen Wohnumstände machen und mir dann einen Almosen da lassen würden? Bisher hatte ich nur Gutes über Township-Touren gelesen, aber das was ich hier gerade erlebt hatte, fühlte sich einfach nur falsch an. Wie sollte dieses Treffen denn zum gegenseitigen Verständnis beitragen? Ich hatte eigentlich nur verstanden, wie unwohl sich Jemand bei so einer Schau fühlen musste. Mein Gedanken-Karussel drehte sich den Rest des Tages: Laufen Township-Touren immer nach diesem Schema ab oder hatten nur wir einen schlechten Guide erwischt? Sollten wir nicht eigentlich etwas lernen?

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Ein Erlebnis, was mich nicht losgelassen hat

Ich grübelte noch Jahre später und wollte dieses für mich negative Erlebnis, auch nicht so stehen lassen. Letztlich bin ich in meinem Bekannten-Netzwerk auf Joe gestoßen. Ein Deutscher der seit vielen Jahren in Südafrika lebt, ein Gästehaus betreibt und auch Township-Touren anbietet. Warum er sagt, dass Township-Touren wichtig und richtig sind; warum sie, richtig durchgeführt, einen Mehrwert für beide Seiten sind, verrate ich euch im Interview mit ihm:

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Im Interview mit Tourguide Joe

Lieber Joe, erzähl doch mal kurz von dir und deinem ersten Besuch in einem Township.

Was war deine Intension Township-Touren auch für deine Gäste anzubieten und seit wann machst du das?

Ich nenne es ungerne eine „Tour“, sondern eher eine Begegnung. Mit Menschen aus Kayamandi, dem zweitältesten Township von Südafrika, habe ich seit 3 Jahren Kontakt, der immer intensiver wird. In vielen Gesprächen habe ich erkannt, dass die Menschen nur materiell ärmer sind, aber häufig reicher an Lebensfreude. Ich habe viel gelernt von Vorurteilen. Denn in manchen Baracken wohnen wohlhabende Menschen zum Beispiel aus dem Estern Cape, die einfach nur kein Geld für ihre Unterkunft verschwenden und lieber so viel als möglich von ihrem Lohn nach Hause schicken, wo sie durchaus sehr schöne Häuser und neuwertige Autos haben.

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Ebenso habe ich verstanden, dass man sich auf Touristen freut und sich gerne austauscht, von Gästen lernen und erfahren möchte, wie diese leben. Manche Gegenstände, die man an der Waterfront findet, werden in einem Township hergestellt. Da kann man also direkt vom Künstler kaufen und bei ihr/ ihm bleibt mehr Geld übrig, denn sonst muss noch Kommissionen gezahlt werden an die Geschäfte. Vor allem aber freut man sich über den Respekt, den man ihnen mit einem Besuch zeigt. Viele fragen sich, warum auch die Touristen sie meiden. Seit einem Jahr organisiere ich nun solche Begegnungen regelmäßig.

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Was machst du anders als andere Anbieter? Worauf achtest du? Was ist dir wichtig bei deiner Organisation?

Zum Glück ist es für mich kein Lebensunterhalt. Ich verstehe bis zu einem gewissen Grad, dass professionelle Tour Anbieter kommerziell denken müssen. Bei mir gibt es keine gestellten Szenen, keine falsche Folklore, und ich bekomme nirgendwo Provisionen, wenn ich Gästen Geschäfte zeige oder Leistungen vermittle, wie z. B. ein Abendessen bei einer älteren Dame. Mir ist die Authentizität wichtig. Der Gast soll selbst spüren, dass hier nichts abgespult wird.

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Häufig bin ich mit einem Sozialarbeiter einer NGO (Nicht-Regierungs-Organisation) unterwegs. Die Route besprechen wir mit den Gästen. Was wollen die Gäste sehen, verstehen, erleben? Die Gäste müssen sich immer wohl und sicher fühlen. Wenn man sieht, dass die Eindrücke zu negativ sind, kann man spontan die Richtung wechseln und auch zeigen, dass in Townships richtig schicke Häuser stehen können und Anwälte, Ärzte usw. leben. Das Township ist ein Mikrokosmos!

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Worauf sollte man achten, bei der Buchung einer Township-Tour?

Die Teilnehmerzahl sollte so klein wie möglich sein. Ideal sind für mich bis 10 Personen. Was steht im Focus der Tour? NGO’s, Kindergärten und Schulen oder Geschäfte besuchen? Aufpassen, wenn die Tour zu einer „Kaffeefahrt mit Heizdeckenverkauf“ wird, will sagen, wenn man von Geschäft zu Geschäft gekarrt wird, um möglichst überall Geld zu lassen. Häufig bekommen die Veranstalter dann Provisionen.

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Was hälst du davon ein Township mit dem Rad oder gar Segway zu erkunden?

Mit dem 50-Sitzer-Bus durch ein Township ist schon eine Invasion, das geht für mich gar nicht. Mit dem Segway durch das Township? Um Himmels Willen, das ist an Respektlosigkeit nicht zu überbieten und niemand muss sich über Unmut wundern, wenn man so offenkundig den Reichtum zur Schau stellt. Selbst Fahrrad fahren kann grenzwertig sein. Viele Menschen können sich nicht einmal ein Fahrrad leisten. Zudem erinnern Fahrradfahrer symbolisch an Reiter, bzw. Krieger. Zudem sitzt man automatisch höher und „hebt sich ab“, ob man es nun so beabsichtigt oder nicht. Über solche Symbole machen sich leider wenige Menschen Gedanken. Für mich ist nur akzeptabel zu Fuß zu gehen und sich damit auf die gleiche Stufe zu stellen mit den Einwohnern, aus Respekt und Demut.

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Wie sollte man sich kleiden?

Niemand muss in Sack und Asche gehen, auch im Township kleidet man sich schön. Übliche Kleidung ist also völlig in Ordnung. Aber auf Schmuck und teure Uhren sowie Edel-Smartphones sollte man besser verzichten. Auch Nobel-Labels müssen nicht unbedingt sein. Man weiß ja, wohin man geht und muss nicht unnötig provozieren.

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Was hältst du von Mitbringsel für die Kinder? Süßigkeiten oder kleine Spielsachen etwa.

Auf jeden Fall, Vielleicht nicht unbedingt zu viele Süßigkeiten. Häufig steht es mit der Zahngesundheit ohnehin schon nicht so gut. Aber Mal- und Bastelsachen, Stifte, Hefte und Spielsachen sind immer willkommen. Jedoch würde ich vorab fragen, wo man die Sachen abgeben kann und nicht selbst verteilen. Es gibt genügend Einrichtungen, die sich um eine sorgfältige Verteilung kümmern. Es kränkt die Eltern, wenn man Kindern auf der Straße einfach etwas verteilt. Es bricht ihnen das Herz, wenn sich die Kinder wildfremden Menschen an den Hals werfen und die Eltern können sich solche Dinge nicht leisten. Außerdem will man Kinder dazu erziehen, nicht zu betteln, sondern die Schule zu besuchen und eine ordentliche Ausbildung zu machen. Mit der eigenen Spendenverteilung erzieht man die Kinder aber zu Bettlern.

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Sind Kameras erlaubt und was empfiehlst du im Umgang mit Fotografie von Personen?

Hier bitte ich die Gäste immer, auf große Kameras zu verzichten und lieber Kleinbildkameras oder das Handy zu verwenden. Sofern man Personen fotografiert, sollte man die Bilder niemals veröffentlichen, schon aus juristischen, aber auch aus Gründen des Respekts. Unabhängig davon sollte man immer vorher fragen, sei es den Tourguide oder die Personen selbst. Häufig wird man sogar dazu eingeladen, Fotos zu machen. Alles aber bitte mit Respekt und Zurückhaltung und nicht, wie man es von asiatischen Touristen kennt.

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Wie sicher ist eine Township-Tour?

Verantwortungsvolle Anbieter arbeiten immer mit Menschen vor Ort zusammen, die im Township bekannt und in der Regel auch akzeptiert sind. Dies erhöht die Sicherheit ungemein. Je kleiner ein Township, desto sicherer in der Regel. Einer der vielen Gründe, weshalb ich in Kayamandi die Begegnungen organisiere.

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Ab welchem Alter ist eine Township-Tour für Kinder bzw. Jugendliche empfehlenswert?

Das hängt sehr von dem Bildungshintergrund und Vorbereitung der Eltern ab. Es kann aber für Kinder unter 10 Jahren auch emotional belastend werden. Hier ist der Tour Anbieter gefragt, die Strecken so zu wählen, dass zwar nichts zu kurz kommt, aber die Extreme kann man auslassen, um so auch für kleinere Kinder das Erlebnis angenehm zu gestalten.

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Gibt man Geld und wenn ja, wem?
Sehr häufig gebe ich von meinem Tourpreis selbst Geld an die NGO’s weiter. Natürlich darf jeder gerne noch selbst Spenden geben. Auch hier empfiehlt es sich, dies den NGO’s zu geben, damit die ihre wertvolle Arbeit damit fortführen können. Einzelpersonen bitte niemals direkt Geld geben.

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Was möchtest du Interessierten noch ans Herz legen?

Wer unbedingt ein Bild mit einem schwarzen Kind auf dem Arm braucht, das vor Freude über ein Bonbon strahlt, wäre zumindest bei mir falsch. Die Kinder freuen sich ohnehin über unseren Besuch. Weder führen wir uns als Wohltäter auf, noch müssen wir Scham haben vor dem Elend, das man auch zu sehen bekommt. Unsere Urgroßeltern wohnten mitunter in ähnlichen Verhältnissen!

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Die Besuche im Township dienen dem Verständnis der Menschen füreinander, fördert den Respekt und die gegenseitige Anerkennung. Es ist ein klein wenig auch eine Völkerverständigung und Abbau von Vorurteilen auf beiden Seiten. Ein kleiner Schritt in Richtung Regenbogen-Nation. Kürzlich stand ein Mann mitten auf der Straße und sagte uns mit feuchten Augen, dass er sehr stolz darauf ist, dass wir das Township besuchen. Voller Stolz wiederholte er die drei Worte Deutsch, die er kannte und wünschte uns einen schönen Tag. Eine solche Begegnung wünsche ich jedem Tourist!

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Lieber Joe, ganz herzlichen Dank für deine Sicht, Tipps und Erfahrungswerte. Ich denke, dass hilft weiter keine so negative Erfahrung zu machen, wie ich sie erlebt habe.

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Fazit Township-Touren:

Township-Touren sind wichtig, denn sie tragen in der Tat zum Gegenseitigen Verständnis bei und sind damit ein wertvoller Schritt zur Überwindung von Mauern. Denen in unserem Kopf, aber auch den realen im Leben der Menschen. Wenn du dich dazu entschließt eine Tour zu „wagen“, dann hoffe ich, du erinnerst dich an unsere Tipps und nimmst dir zu Herzen, was man im gegenseitigen Umgang beachten sollte. Ich wünsche dir eine spannende Zeit und hoffe du siehst, dass es überall auf der Welt Menschen gibt die nur friedlich leben wollen.

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PS: Wer eine besondere Begegnung mit Joe in einem Township machen möchte oder einen zuverlässigen Partner für Spenden für die Kinder sucht, der kann gerne direkt über die Seite FB-Seite mit ihm Kontakt aufnehmen. Nutze dafür den LINK.

 

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Simbabwe – Highlights, Sehenswürdigkeiten & Lieblingsplätze

Unter Afrika-Liebhabern gilt Simbabwe als eines der schönsten und aufregendsten Länder des gesamten Kontinents und auch mein Herz hat dieses Land im Sturm erobert. Es überrascht mit einer enormen landschaftlichen Vielfalt, seiner atemberaubenden Tierwelt, uralten Kulturen und lebensfrohen Menschen. Welche Highlights ich entdeckt habe und dir unbedingt ans Herz legen möchte, kannst du hier nachlesen.

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Mana Pools – Heimat der Magie

Wer Tiere und die Weite Afrikas liebt, der kann sich einfach nur in den Mana Pools Nationalpark verlieben. Genau hier trifft man sie, die ehrwürdigen Elefanten, die schnaufenden Hippos, die sich sonnenden Krokodile, die lauernden Hyänen und die majestätischen Löwen. Mana Pools gilt als Weltkulturerbe, liegt im Norden und im Grenzgebiet zu Sambia. Begrenzt ist der Park durch den Fluß Sambesi, dem er auch seinen Namen zu verdanken hat. Mana bedeutet in der Sprache der Shona „vier“, aufgrund der vier großen, auch in der Trockenzeit mit Wasser gefüllten Wasserbecken des Flusses. Immer in der Regenzeit verwandelt sich die Flutebene des Sambesi in eine Seenlandschaft, die in der Trockenzeit dann wieder versandet.

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Magisch machen diesen Ort für mich die unbändige Wildnis, aufregende Tierbeobachtungen und die gänsehautverursachende Geräuschkulisse. Elefanten, Hippos, Löwen, Hyänen oder Pawiane braucht man hier nicht zu suchen. Sie laufen direkt durchs Camp, schwimmen neben deinem Kanu und begleiten dich mit ihren Rufen durch die Nacht. Mana Pools ist für mich als Safari-Junky wirklich die Krönung all meiner Afrika Reisen gewesen. Hierzulande ist Mana Pools am Bekanntesten für seinen alten Elefanten, der sich auf seinen Hinterbeinen stehend Früchte von den Bäumen angelt und im Licht der untergehenden Sonne, das wohl beliebteste Fotomotiv ist. Ich hab ihn leider nur auf vier Beinen gesehen;)

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Mein Tipp: Bucht euch in einem der Zeltcamps direkt am Sambesi ein, dann habt ihr nicht nur die Elefanten, Löwen oder Paviane um euch, sondern gleich noch die Hippos und Krokodile. Hört sich gefährlich an, ist aber einfach nur aufregend schön. Besonders, wenn man nachts den Rufen der Tiere lauschen kann. Außerdem ist der Sonnenuntergang am Fluß ein Traum.

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Lake Kariba – Kulisse der Träume

Ein ganzes Buch könnte ich mit Bildern und Geschichten des Lake Kariba Sees füllen. Er gilt als der größte, von Menschenhand angelegte Staudam der Welt und hat die unglaublichen Ausmaße von 223 Kilometer Länge und bis zu 40 Kilometern Breite, was ihn für mich wie ein Meer aussehen ließ. Schier unfassbar ist seine Weite und noch fesselnder seine Geschichte und die mit ihm verbundenen Sagen. Denn bei seinem Bau gab es mehrere Fluten, bei der ersten starben viele der Bauarbeiter und ihre Körper wurden erst nach Opfergaben an den Wassergott Nyami Nyami wieder freigegeben.

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Da diese Region geflutet wurde und mit ihr ganze Waldstücke, findet man jetzt aus dem Wasser ragende Stümpfe der abgestorbenen Bäume. Sie zeichnen das für mich so typische Bild des Lake Kariba, welches gerade zum Sonnenuntergang eine unglaublich, faszinierende Kulisse bildet. Zwischen den Baumresten tauchen wutstaubende Nilpferde auf, am Rand des Sees sonnen sich Krokodile und im knietiefen Wasser grasen Elefanten. Eine Szenerie wie aus dem Bilderbuch und besonders zu genießen, wenn man sich hier mit dem Boot bewegt.

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Mein Tipp: Mietet euch auf einem Hausboot ein. Hier habt ihr die Möglichkeit schon am Morgen vom Bett aus, Elefanten zu bestaunen und Nachts schläft man zu den ulkigen Rufen der Hippos ein. Ein faszinierendes Schauspiel für alle Naturliebhaber, ein tolles Motiv für Fotografen und ein unbedinges „Must-do“ auf jeder Simbabwe Reise.

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Hwange Nationalpark – Das Elefantenparadies

Der Park gehört zu den 10 größten Naturreservaten von ganz Afrika und mit 14.651 km² ist er auch der Größte und bedeutendste Park Simbabwes. Hwange liegt ganz im Westen und in den Ausläufern der Kalahari Wüste. Außerdem grenzt er an Botswana und liegt gute 200 km nordwestlich der Stadt Bulawayo.

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Auf seine Größe gerechnet und im Vergleich zu anderen Parks hat Hwenge eine fast schon geringe Zahl an Wildtierarten. 400 verschiedene Vögel, 170 Säugetiere – darunter Löwen, Giraffen, Geparden, Hyänen und Wildhunde. Herausragend und weltweit beachet, ist allerdings die Population an Elefanten. Hwange ist Heimat von sagenhaften 40.000 Tieren und genau deshalb ist dieser Park auch eines der weiteren Highlights für mich. Aber nicht nur das. Auch die Nachkommen des berühmten Löwen Cecil, der tragischerweise von einem Großwildjäger erschossen wurde, haben in Hwenge eine sichere Heimat gefunden.

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Mein Tipp: Gönnt euch einen Aufenthalt im Somalisa Main Camp, dann könnt ihr die Tiere direkt von der Lodge aus beobachten. Das Camp ist super luxurios und quasi der Inbegriff von Clamping. Zwar hat das Somalisa seinen Preis, aber hier ist es gut angelegtes Geld.

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Victoriafälle – Berauschendes Spektakel

Wild tosend stürzt sich der Sambesi an der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe hier über die Klippen und läßt seine Besucher sprachlos zurück. Der Wasserfall, ist eines der top Sehenswürdigkeiten des Kontinents und auf der Liste der Afrika-Reisenden ganz oben angesiedelt. Und auch für mich ist dieser Wasserfall ein atemberaubender Magnet.

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Die Wassermassen des Sambesi ergießen sich hier auf einer Breite von 1708 m in eine quer zum Flusslauf liegende, 110 m tiefe und kaum mehr als 50 m weite Schlucht mit steilen Felswänden aus Basalt. Das macht die Victoriafälle zu dem breitesten durchgehenden Wasserfall der Erde. Bis zu 300m steigt der Sprühnebel auf, wenn bis zu 10.000 m³/s Wasser über den Nordrand der Schlucht in die Tiefe donnern und die Fälle zu einem berauschenden Spektakel werden lassen.

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Mein Tipp: Ich hab mir den Luxus gegönnt und die Victoriafälle bei einem Helikopter-Flug bestaunt und das solltest du auch! Denn ich bin der festen Überzeugung, dass man diese Kraft, Kulisse und dieses Schauspiel nur aus der Luft so richtig begreifen kann. Klick dich mal ins Video und flieg eine Runde mit mir.

Harare – Traum aus lila Blüten

Harare ist die Hauptstadt Simbabwes und strahlt trotz seiner rund eine Millionen Einwohner eine ruhige und entspannte Atmosphäre aus. Die Stadt liegt im Hochland bei etwa 1500m über dem Meeresspiegel und ihr Klima ist daher selbst im Hochsommer gut auszuhalten. Harare ist neben dem wichtigsten politischen auch das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes.

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Die Stadt bietet gute Einkaufsmöglichkeiten, ein vielseitiges Nachtleben und mit dem Queen Victoria Museum und der National Gallery Of Zimbabwe zwei sehenswerte Institutionen von Weltrang. Mein absolutes Highlight in der Stadt waren aber die zahllosen in lila getauchten Alleen. Ganze Straßenzüge sind gesäumt mit Jacaranda Bäumen, die mit Einsetzen der Regenzeit im Oktober ihr Farbspektakel geradezu explodieren lassen. Ich jedenfalls konnte mich nicht sattsehen an diesen gleichzeitig knarzig-mystischen sowie majestätischen Bäumen.

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Mein Tipp: Das Meikles Hotel ist ein wunderbarer Spot, um zu Entdeckungstouren in der Stadt zu starten und nebenbei bemerkt auch ein tolles Hotel. Von der Terasse aus hat man einen perfekten Blick auf den Park und seine blühenden Jacaranda Bäume. Im Meikles sollten man auch auf keinen Fall vergessen, ein Foto mit den mondänen Wandbildern zu machen. Ich fand sie allesamt fantastisch.

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Greater Zimbabwe  – Kulisse der Sagen und Mythen

Sagen und Mythen ragen um diesen einzigartiger Ruinenkomplex, der auch unter dem Namen „Groß-Simbabwe“ bekannt ist und nach dem Simbabwe letztlich auch benannt wurde. Im Südosten gelegen, in einer einst kargen und schwer zugänglichen Gegend, lag für Jahrhunderte sein Geheimnis verborgen. Einst bereisten Seefahrer und Händler aus aller Welt die Ostküste Afrikas und drangen in das Landesinnere des Kontinents ein. Sie waren es, die letztlich diese Königsstätte entdeckten und die Geschichten vom „Geheimnis von Simbabwe“ erzählten. In der lokalen Sprache der Shona heißt Greater Zimbabwe „dzimba dza mabwe“. Es läßt sich mit „große Häuser aus Stein“ übersetzen und beschreibt diesen Ort sehr gut.

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Der ganze Komplex besteht aus mehreren Ruinen: Dem Gebäude, welches dem König als Palast diente und das auf dem Berg thront, aber auch Bauwerke für seine Gemahlin, das Gefolge und die einfachen Bauern am Fuße der Erhebung. Faszinierend ist die architektonische Besonderheit, denn alle Gebäude und Mauern im Komplex sind aus gleichen Steinmonolithen erbaut. Alle haben eine ganz regelmäßige Form und sind ohne jegliches Bindemittel aufeinander gestapelt. Selbst nach 3.000 Jahren ohne Mörtel“ sind die Gemäuer noch erhalten geblieben. Mich hat ganz besonders der majestätische Blick vom Königspalast über die Ebene fasziniert. Es war ein Leichtes sich vorzustellen, welch erhabenes Gefühl es für einen Regenten gewesen sein muss, hier auf sein Land und Gefolge zu blicken.

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Mein Tipp: Macht euch ganz früh in den Morgenstunden auf Greater Zimbabwe für euch zu entdecken und startet mit der Bergtour. Mit aufsteigender Sonne nimmt auch die Hitze zu und der Aufstieg wird entsprechend anstrengender. Wer gleich um 7 Uhr auf den Beinen ist, hat noch die Frische der Nacht auf seiner Seite und tut sich beim Wandern einfach leichter. Die Mauern des Komplexes am Boden hingegen haben ein ausgeklügeltes System und die Gänge sind wie eine kleine Klimaanlage – wenn die Sonne also später stärker scheint, findest du hier Abkühlung.

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Bulawayo – Koloniales Erbe

Weite Alleen, lila blühende Parks, attraktive Museen und charmante Kolonialarchitektur machen Bulawayo („Blauaio“ ausgesprochen), Simbabwes zweitgrößte Stadt, attraktiv für Reisende. Das Stadtbild ist geprägt von den Resten viktorianischer Häuser, die den Kolonialstil wie kein anderer Architekturstil in Afrika prägten. In dieser historischen Atmosphäre kann man gut und gerne eine oder auch zwei Nächte verbringen. Besonders da die Stadt als ein Tor zum Matobo National Park und als ein idealer Ausgangspunkt für den Hwange National Park und die Vic Falls gilt.

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Bulawayo galt als politisches und administratives Zentrum sowie als wichtigster Wirtschafts- und Industriestandort des Südwestens. Seitdem Harare diesen Platz eingenommen hat, trägt Bulawayo die Bezeichnung Kulturhauptstadt. Zu empfehlen sind Besuche im naturhistorischen Museum, dem größten seiner Art in der südlichen Hemisphäre. Eisenbahnnostalgikern kann das außergewöhnlichen Railway Museum ans Herz gelegt werden, denn es ist ein mit auffällig viel Liebe zum Detail eingerichtetes Museum für Eisenbahngeschichte.

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Mein Tipp: Ich habe in Bulawayo eine Townshiptour gemacht und möchte hier meine Bilder mit dir teilen, einfach weil sie so sehr für die Lebensfreude der Menschen in Simbabwe stehen. Vielleicht schaust du bei so einem geführten Ausflug mal selbst, wie das Leben der Menschen dort ist?

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Eastern Higlands – Im Rausch des grünen Duftes

Völlig geflashed von der für mich nicht erwarteten grünen Seite Simbabwes war ich von den Eastern Highlands. An Simbabwes Ostgrenze zu Mosambik befindet sich diese, landschaftlich wunderschöne, etwa 300 km lange Gebirgskette. Saftiggrüne Teeplantagen, plätschernde Wasserfälle, in Nebel gehüllte Hügel und Waldgebiete, die an Regenwälder im Amazonasbecken erinnern. Die Berghänge und Täler sind bedeckt von frischem Grün und zeichnen ein so ganz anderes Bild von Simbabwe, als man sich das als Afrika-Reisender so vorstellt. Das alles macht die Eastern Highlands zu einem wahren Paradies für Bergwanderer, Angler, Golfer und Reiter.

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Während meiner Simbabwe Reise hatte ich auch die Chance, hier eine Teefabrik zu besuchen. Neben all dem Interessanten was es zu erfahren und erleben gab, war der Geruch der fermantierten Teeblätter das eindringlichste Bukett, das sich je in meine Erinnerung gegraben hat. Der aromatische Geruch, war mit Abstand der verlockendste und intensivste, den ich je wahrgenommen habe.

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Mein Tipp: Wer in die Eastern Highlands reist, der kommt, um im hier und jetzt zu sein. Einfach die Natur, die Abgeschiedenheit, die Ruhe und das Menschsein genießen. Runter kommen, abschalten und sich wieder in seine Balance bringen – dafür sollte man sich genau an diesem Ort die Zeit nehmen.

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Nyanga National Park

Der Nyanga National Park ist der älteste Nationalpark des Landes und befindet sich in einer der schönsten Gegenden den Estern Highlands von Simbabwe. Sanfte, grüne Hügel und rauschende Flüsse durchziehen und formen den Park. Mit seiner bezaubernden Aussicht auf die Berge, zahlreichen Wasserfällen, einer einzigartigen Flora und Fauna lockt dieser Park besonders Wanderer und Naturliebhaber. Hier kann man sich auf einsamen Pfaden bewegen, den Lauten der Natur lauschen und die Seele baumeln lassen. Für mich waren definitiv die Wassserfälle eines der Hihglights Nyangas.

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Für Wanderer empfielt sich der Inyangani oder Mount Nyangani genannt, der mit 2593 Metern höchste Berg Zimbabwes. Da die Landschaft hier nicht so schroff und die Hänge nicht ganz so steil und felsig sind, ist der Gipfel leicht und ohne sehr große Herausforderung zu erreichen. Unterwegs zum Parkplatz am Fuß des Berges sind oft Eland-Antilopen zu beobachten, die Mittags im dichten Msasa-Wald Schatten suchen. Aber auch Zebras, Bushbocks, Impalas, Baboons und anderen Tieren kann man im Nyanga NP begegnen.

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Mein Tipp: Wäre ich nicht in der Gruppe unterwegs gewesen, hätte ich die Wanderschuhe und meine Kleidung abgestreift und wäre wie die Natur mich schuf unter einem der Wasserfälle abgetaucht und genau das solltest du auch.

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Worlds View – Erhabene Schönheit

World’s View liegt auf dem Troutbeck-Massiv  auf rund 2.000 Höhennmetern und bietet einen weiten Blick auf den Norden Simbabwes, so es das Wetter dies zuläßt. Wir hatten leider wenig Glück, denn es war sehr diesig. Bei schönem Wetter kann der Blick aber ganz sicher auch mit Gods Window, welches es in Südafrika zu Weltrum gebracht hat, mithalten. Eine Galerie mit lokalen Künstlern, ein bezaubernder Garten, ein Aussichtssturm und ein Museeum, was die lokale Geschichte erzählt, kann man hier ebenfalls entdecken.

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Mein Tipp: Für mich ist Worlds View ein idealer Picknickspot. Der blühende Garten, die schöne Aussicht und ein paar schattige Plätzchen laden ein, hier sein Pausenbrot auszupacken und zu snacken.

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Sky Walk & Zipline – Atemberaubender Thrill

Ganz neu und wohl noch ein absoluter Insider Tipp sind der Sky Walk und die Zipline über den Mutarazi Wasserfall in den Eastern Highlands. Als privates Projekt in sieben langen Jahren erschaffen und gerade im Oktober 2017 eröffnet, sollen diese zwei Highlights ein neues Magnet für Reisende in diese Region werden. Bisher waren die Mutarazi Falls für Fußgänger gar nicht zu bestaunen, da sie zu versteckt in der dicht bewachsenen Gegend liegen. Jetzt mit den zwei neu erschaffenen Hängebrücken, die sich Sky Walk nennen, sind die Wasserfälle leicht zu erkunden. Eine Besucherplattform entsteht, man hat die Möglichkeit hier sogar über die Fälle zu Ziplinen und neu angelegte Wanderwege ebnen den Weg. IMG_4145

Mit irre viel Aufwand wurde dieses Projekt privat initiiert und finanziert und ich zolle allen Menschen, die das an dieser Stelle gemacht haben, allerhöchsten Respekt. So eine Infrastruktur mit einfachsten Mitteln aber auf höchstem Standard in der Wildnis zu schaffen ist eine Meisterleistung. Die Zipline stand zu meinem Besuch noch kurz vor der Öffnung, deshalb hatte ich leider noch keine Chance hier über den Canyon zu rauschen. Ich konnte mir aber schon ein Bild machen und freue mich für alle, die hier Mut finden und die Chance nutzen an diesem außergewöhnlichen Spot auch Ziplinen zu gehen.

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Mein Tipp: Ich hab mich selbst mit Höhenangst auf die Brücke getraut und das solltest du auch. Es ist ein erhabenes Gefühl, dort hoch über dem Wasserfall zu laufen, in die Schlucht und über die dahinterliegende Ebene zu schauen. Nur Mut, es lohnt sich und zu deiner Beruhigung möchte ich noch sagen, dass du durch eine seperate Leine gesichert bist und es einfach nur genießen kannst.

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Antelope Park

Immer wieder wird auch der Antelope Park als eines der Highlights in Simbabwe genannt. Zwar ist er ein schöner Spot zum Picknicken, aber die Philosophie der Anlage unterstütze ich nicht.

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Mein Tipp: Lauft nicht mit Löwen, es ist gegen ihre Natur und unterstützt auch nicht die Aufzucht der Jungtiere mit Flasche, während sie ihren Eltern weggenommen wurden. Macht stattdesssen die Parkverwaltung darauf aufmerksam. Sicherlich genießen kann man einen Spaziergang am Fluß.

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Lower Zambezi Nationalpark

Im Grenzgebiet zwischen Simbabwe und Sambia befindet der Lower Zambezi Nationalpark. Für Vogelfreunde ist dies ein wahres Paradies, denn er ist Heimat von  über 350 verschiedenen Vogelarten und deshalb ein beliebtes Ziel für Birdwatcher (Vogelbeobachter) aus der ganzen Welt. Aber auch sein Großwild wird dich begeistern.

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Gegenüber des Mana Pools Nationalparks am Ufer des Sambesi zwischen der Kariba-Talsperre und der Mündung des Luangwa, liegt das 4.092 km² umfassende Gebiet. Auch der Cabora-Bassa-See befindet sich in unmittelbarer Umgebung. Durch seine exponierte Lage zwischen dem bis zu 1.500 Metern hohen Sambesi-Escarpments-Hochland und dem Sambesi, kommt es im Tal mit einer Höhe von unter 400 m.ü.M. in den Sommermonaten zu extremen Temperaturen. 40 °C und mehr sind hier keine Seltenheit.

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Mein Tipp: Auch wenn du dich vorher nicht zu den Vogelliebhabern gezählt hast, hier wirst du es. Pack also das Fernglas ein und lass dich einfach mal darauf ein. Birdwatching kann richtig thrilling sein.

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Sambesi – Fluß des Schlangengottes

Für mich ist der Sambesi nicht nur ein Grenzfluß oder der Strom, der die Victoriafälle nährt. Der Sambesi ist für mich Magie, er ist Afrika und Sinnbild. Er ist Heimat der Tiere, die Lebensader der Region und ein Ort, den Fluß des Lebens zu begreifen.

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Der Sambesi legt von seiner Quelle in Sambia bis zur Mündung in Mosambik eine Strecke von 2774 km zurück. Er ist nach Nil, Kongo und Niger der viertlängste Fluss in Afrika und der größte afrikanische Strom, der in den Indischen Ozean fließt. Bedeutende Zuflüsse des Sambesi sind der Kafue und der Luangwa. Auf Höhe der Städte Livingstone (Sambia) und Victoria Falls (Simbabwe) ergießt er sich zu dem mächtigsten Wasserfall Afrikas, dem Viktoriafall.

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Mein Tipp: Im Lower Zambezi Nationalpark findet man sicherlich den idealen Spot diesem Fluß und seiner Magie auf die Spur zu kommen. Geht auf eine Sonnenuntergangstour – mit Boot oder Kajak und genießt einfach in Ruhe die Schönheit der Natur. Nur schwimmen solltet ihr in den meisten Abschnitten des Sambesi nicht, wegen der Krokodile und Hippos. Aber auch dem Mythos Nyami Nyami solltest du auf den Grund gehen, denn seine Sage wird dir hier garantiert begegnen, ob du willst oder nicht.

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Mein persönliches Fazit:

In Simbabwe spürt man noch die authentische Seite des Kontinents, atmet die Freiheit der Weite und erfährt die einzigartige und unbändige Wildnis Afrikas. Atemberauende Tierbeobachtungen, duftende Teeplantagen und ein Fluß voller Magie und Sagen, haben dieses Land für mich so herausragend gemacht. Zu gerne würde ich direkt wieder in den Flieger steigen, mit Elefanten frühstücken, neben Hippos paddeln und zum Ruf der Wildnis einschlafen…

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PS: Du hast auch Sehnsucht bekommen, Afrika und insbesondere Simbabwe für dich zu entdecken, hast aber noch irre viele Fragen? Dann sprich mich gerne für Tipps und Empfehlungen an: via Skype, hier im Kommentarfeld oder über meine Social Media Kanäle.

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Untestützung von Vivamundo-Reisen.

In diesem Sinne:

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Giethoorn-Venedig-des-Nordens

Giethoorn – Wo Boote flüstern, Menschen schippern und Romantik wohnt + Gewinnspiel

Der Ort Giethoorn bezaubert mit seinem Charme, nimmt mit auf eine Reise durch die Zeit und lässt den hektischen Alltag vergessen. Warum Boote hier flüstern, die Menschen schippern gehen und wie romantisch dieser Ort ist, verrate ich dir in meinem Beitrag.

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Tausche Alltagslärm gegen den Klang der Natur

Träumst du auch manchmal von einem einfachen, entschleunigten Leben? Weg von Alltagslärm, hektischem Verkehr und gestressten Großstädtern? Dann empfehle ich dir einen Ausflug nach Giethoorn im Norden Hollands. Denn hier scheint die Zeit stehengeblieben, kann man sich auf romantischen Wasserwegen bewegen und den Alltag zum Klang der Natur ausblenden.

Straßen sind hier Wasserwege, Autos sind hölzerne Boote und Wohnblöcke suchst du vergebens. Stattdessen findest du malerische Grachten, prachtvolle Gärten, reetgedeckte Bauernhäuser und alles ist gerahmt in das saftige Grün der Natur.

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Giethoorn – das Venedig des Nordens

Giethoorn, das ist ein idyllisches Dorf in der Provinz Overijssel, was gerne auch als das „Venedig Hollands“ oder „Das Dorf ohne Straßen“ bezeichnet wird und im Jahr 1230 gegründet wurde. Im Nationalpark Weerribben-Wieden gelegen, waren es Flüchtlinge aus dem Mittelmeer die hier zuerst siedelten und Flagelanten genannt wurden. Diese Siedler waren es, die hier Hörner von wilden Ziegen fanden, die während einer Flut in dem wasserreichen Gebiet gestorben waren. Daher nannten sie diesen Platz Geytenhoren. Im Laufe der Zeit wurde daraus Geythorn und schlussendlich bekam der Ort den Namen Giethoorn.

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Wie aus Ziegenhörnen Namen wurden

Das Dorf hat seinen Ursprung dem Torfabbau zu verdanken. Der Rohstoff wurde aus dem Boden gegraben und genau dadurch entstanden die jetzt so typischen Seen und Kanäle. Die ersten Häuser wurden auf kleinen Inseln gebaut und waren, damals wie heute, nur über ihre charakteristischen Bogen und Plank Brücken oder eben mit dem Boot erreichbar. Sie und die Kanäle geben der Region ihren ganz unverwechselbaren Charakter.

170 Holzbrücken findet man in Giethoorn, sie sind stummer Zeuge der Geschichte und gleichzeitig lebendige Verbindung zwischen den Menschen. Damals wie heute ist es eine Freude, mit dem Boot unter ihnen durchzufahren, auf ihnen lustzuwandeln oder sie einfach nur zu bestaunen, wenn ihr blühendes Bouquet verzaubert.

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Giethoorn der Seelenschmeichler

Gerade weil man sich auch heute noch mit dem Boot, zu Fuß oder dem Fahrrad durch den kleinen Ort bewegt und unwillkürlich in seine Geschichte eintaucht, entschleunigt Giethoorn auf eine ganz besondere Weise. Die Natur schärft hier die Sinne und lässt den Alltag in ferner Weite erscheinen.

Und so ging es auch mir. Während stolze Schwäne und schnatternde Enten an meinem Boot vorbei zogen, der Himmel aufklärte und die Sonne mich anblinzelte, während das Wasser unter dem Kahn plätscherte, verlor auch ich mich im Hier und Jetzt. Ich nahm die Schönheit dieses Ortes wieder wahr. Ich ließ mich bezaubern von seinen hinreißenden Farmhäusern, märchenhaften Gärten und all dem zauberhaften, das diesem Ort beiwohnt.

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Wo die Liebe ihren Platz hat

Und ohne Frage Giethoorn ist der Ort für Romantiker! Packt also euren Liebsten und mietet euch ein Ruderboot am „Bovenwijd“, einem See der an das Kanalnetz angrenzt, packt den Picknickkorb voll und stoßt vom Boot aus auf das Leben an! Erkundet die Grachten vom Wasser und zu Land, gönnt euch ein Eis am Rand des Weges, knutscht im Schutz des Schilfes, bummelt durch kleine Galerien oder setzt euch verträumt unter eine der riesigen Trauerweiden. Lasst euch den Blütenduft um die Nase wehen und haucht zum Sonnenuntergang ein „Ich liebe Dich“ in das Ohr des Partners.

Mein Tipp für Verliebte: Besonders romantisch wird es gegen 17 Uhr, wenn die meisten Tagesausflügler den Ort wieder verlassen, Ruhe einkehrt und die Sonne alles in warmes Licht taucht.

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Geh puntern

Und für alle die sich als Single durchs Leben schlagen: Man kann eine Tour durch Giethoorn natürlich auch gut allein oder mit Freunden in einer Gruppe machen. Statt einem Ruderboot mietet man dann einfach einen „Punters“ und versucht sich wie ich als Steuermann. Ich empfehle sich zwei bis drei Stunden Zeit zu nehmen, an Restaurants, Kirchen und Museen zu stoppen, zum Waffel-Essen einzukehren und ein für gekühltes Geyt-Bier zu trinken. Das ist eine lokale Biersorte, die es nur hier gibt (fragt im Supermarkt).

Die kleinen mit Elektroantrieb betriebenen Boote werden von den Einheimischen hier liebevoll Punterns genannt. Wobei das „u“ wie ein „ü“ ausgesprochen wird. Das ‚punter‘ ist ein flaches Boot, das mit einem langen Holzstock, dem ‚punterboom‘, vorwärtsbewegt wird. Punterns waren in dieser Gegend jahrhundertelang das wichtigste Fortbewegungsmittel. Die heutigen Boote werden auch „Fluisterbootjes“ also Flüsterboote genannt, weil sie mit Elektromotor betrieben und besonders leise sind. Was die Gemeinde zur Auflage gemacht hat, um die Ruhe dieses Ortes zu wahren.

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Übrigens, wenn auf der nahen Dorpsgracht das tägliche Schaufahren der Tagesgäste begonnen hat, ist der angeschlossene See ein Garant für Ruhe und Erholsamkeit. Es empfiehlt sich also, wenn man zur Hauptbesuchszeit hier ist, auf das herrliches Revier auszuweichen und dies gleich noch zum Baden zu nutzen. Und keine Sorge, selbst Nichtschwimmern droht hier keine Gefahr, denn das künstliche Gewässer ist nur etwa einen Meter tief.

Mein Tipp: Aus dem See ragt eine kleine Insel empor, die Robinson-Crusoe-Feeling aufkommen lässt und wo es sich herrlich picknicken lässt. Auf dem Eiland erhebt sich auch das Kraggehuis, welches größere Gruppen tageweise oder fürs Wochenende mieten können. Vielleicht ist das ja eine Idee für dich?

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Was gibt es noch zu entdecken?

Radtouren in und um Giethoorn

Aber auch Radsportlern wird es hier nicht langweilig. Man findet in diesem Gebiet ein ausgedehntes Netz von Radwegen, voller abwechslungsreiche Landschaft und Natur (Wald, Schilf, Wasser), aber auch mit reichlich Kultur und Geschichte (ehemaligen Zuiderzee Städte). In die Umgebung von Giethoorn führen mehrere Fahrradrouten: Weerribben Wieden und natürlich die Dorfsroute Giethoorn oder die Dwarsgracht Route. Das Wegenetz ist vorbildlich beschrieben und die Radwege überlappen sich für extra Touren. Zum Rasten stoppen sollte man aber in jedem Fall an einem der Kanäle, damit man das Wasser, die Tiere und die Aussicht in vollen Zügen genießen kann. Fahrräder kann man sich in den Niederlanden sehr gut ausleihen, sie sind meiner Erfahrung nach immer in einem top Zustand und man bekommt gleich noch Tipps für die Region dazu.

Tauch ein in das Leben der Torfbauern

Das Heimatmuseum erlaubt einen Blick in einen der ursprünglichen Giethoorner Bauernhöfe direkt am Dorfkanal. Hier erlebt man wie die Menschen im 1900 Jahrhundert eingerichtet waren, wie ihre Lebensumstände aussahen und wie die Arbeit als Torfbauern den Alltag bestimmt hat.

Den Schiffsbauern über die Schulter schauen

Die traditionellen Punter-Boote, für die Giethoorn so berühmt ist, werden noch heute im Ort selbst hergestellt. Besucht die Werft „Wildeboer“ (Beulakerweg 48) und bestaunt, wie die traditionellen ‚punter‘ heute noch gebaut werden.

Angeln

Für viele ist auch Angeln eine perfekte Möglichkeit zu entspannen. In Giethoorn kann man praktisch überall fischen. Man braucht einzig eine Lizenz, die man aber im Supermarkt erhalten kann.

Schlittschuhlaufen

Wer in den Wintermonaten und bei ordentlich Frost nach Githorn kommt, hat auch die Möglichkeit hier Schlittschuhlaufen zu gehen. Ich stelle es mir wunderbar vor, hier in den weit verzweigten Kanälen unterwegs zu sein.

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Weitere Anlaufstellen für einen aktiven Urlaub in Giethoorn:

  • Schwimmbäder: subtropisches Schwimmbad De Waterwyck Steenwijk (10 km), Bad Hesselingen Meppel (15 km), Hallenbad De Kragge Zwartsluis (10 km), Im Freien Schwimmbad Tolhekke Steenwijkerwold Paasloo (10 km), Naturschwimmbad mit Strand in Nijeveen (6 km)
  • JT Kino Steenwijk und Meppel
  • Ballorig Kinderspielparadies in Meppel
  • Bowling in Hotel Zwartewater in Zwartsluis oder Bowling Center in Tuk – Steenwijk
  • Schouwburg, theater De Meenthe Steenwijk
  • Indoor Tennisplätze Racketcentrum Tuk – Steenwijk
  • Casino Zentrum Giethoorn Beulakerweg 165A

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Was sollte man in der Umgebung noch besuchen?

Naturfans kann ich den Besuch des Nationalpark Weerribben-Wieden sehr empfehlen. Zum Bummeln und Flanieren empfiehlt sich ein Ausflug in die Hansestädte Zwolle und Kampen. Wer mit Kindern reist, der mag Gefallen an einen Tag im Vergnügungspark Slagharen finden.

Veranstaltungen in Giethoorn:

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Wo kann man in Giethoorn gut essen?

Giethoorn hat auch auf kulinarischem Gebiet einen erstklassigen Ruf. Du findeset hier verschiedene empfehlenswerte Restaurants, die auch wunderbar an den Wasserwegen gelegen sind. Der Höhepunkt ist wahrscheinlich Restaurant De Lindenhof (Beulakerweg 77) mit 2 Michelin-Sternen, aber auch Hollands Venetië (Beulakerweg 167) und ’t Achterhuus (Dominee T O Hylkemaweg 43) sind mit bestem Gewissen zu empfehlen.

Das Lokal De Lindenhof zählt zu den besten des Landes. Es befindet sich in einem umgebauten Bauernhof und wird vom Gault Millau mit 18 von 20 möglichen Punkten bewertet. Küchenchef Martin Kruithof setzt auf altehrwürdige Zutaten in neuen Variationen.  www.restaurantlindenhof.nl

Das Fanfare ist so etwas wie der gesellschaftliche Dreh- und Angelpunkt Giethoorns. Die gemütliche Kneipe liegt direkt an der Dooprsgracht. Das Interieur besteht aus Musikinstrumenten, nostalgischen Schildern und Fischereirequisiten. Während die Dorfjugend mit den Veteranen um den Titel des Billardkönigs ringt, trinkt der Rest gemütlich ein Pilsje. www.fanfaregiethoorn.nl

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Wo kann man in Giethoorn übernachten?

  • De Kruumte
    Wenige Hundert Meter vom Ortskern entfernt befindet sich dieses von der Familie Mol geführte Hotel. Die sieben Zimmer sind groß und recht modern eingerichtet. Ein guter Ort für Wochenendaufenthalte, weil viele Freizeitaktivitäten angeboten werden – vom Bogenschießen über Radfahren bis zu Touren im Flüsterboot. Kerkweg 48a www.dekruumte.com
  • Hotel D’Olde Smidse
    Dieses kleine Hotel verfügt neben sieben Zimmern auch über zwei Ferienhäuschen, die inmitten der typischen Giethoorner Landschaft liegen. D’Olde Smitse, Beukelaarweg 157 www.doldesmitsegiethoorn.nl
  • Het Kraggehuis
    Das Ferienhaus liegt auf einer kleinen Insel in der Bovenwijde. Hier können bis zu 56 Personen untergebracht werden – ideal für Kinder- oder Jugendgruppen. Preise für ein Wochenende ab 895 Euro. www.kraggehuis.nl

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Und so habe ich meinen Ausflug nach Giethoorn erlebt:

Ich war eingeladen vom Holländischen Tourismusverband und durfte einen Tag diesen zauberhaften Ort mit dem Boot entdecken. Im Rahmen der #HollandChallenge waren ich und 4 andere Blogger in Holland unterwegs. Per Fahrrad, Boot oder zu Fuß ging es für uns auf Entdeckungstour und dabei mußten wir auch verschiedenste Aufgaben lösen. Schau mal in mein Video und mach dir ein Bild davon und auch von Griethoorn und seinen Grachten. Ganz nebenbei hast du gleich noch die Chance selbst einen Hotelaufenthalt abzuräumen!

Gewinne jetzt dein Erlebniswochenende in Giethoorn!

Du bist neugierig geworden auf diese Region? Dann hast du jetzt die Chance hier ein Wochenende für dich und eine Begleitung zu gewinnen. Nach einer entspannten Übernachtung frühstückt ihr Zwei im charmanten Hotel, startet dann zu eurer Entdeckungstour durch Giethoorn. Hier erlebt ihr die Geschichte und Tradition der Region, habt die Möglichkeit selbst mit dem Boot zu fahren oder mit dem Rad die Gegend zu erkunden.

Was du tun musst? Kommentiere das Video bis zum 14.11.2017 auf  YouTube und du bist im Lostopf. Darüber hinaus findest du alle Informationen zur Teilnahme im LINK.

Nachtrag: Die Gewinnerin des Giethornwochenendes steht nun fest. Tanja K. aus Karlsruhe darf nach Holland reisen und eine romatische Zeit zwischen Grachten, Booten und Blumen verbringen. Ich gratuliere ganz herzlich und wünsche viel Freude!

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Diese Kooperation entstand im Zusammenarbeit mit Holland.com

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Fly-In-Safari in Afrika – Was ist das & lohnt sich das?

Fly-In-Safari, Flugsafari oder Buschsafari beschreiben alle das Gleiche, nämlich vereinfacht ausgedrückt, die Anreise zu Wildlife-Gebieten oder Naturreservaten beziehungsweise deren Safari-Lodges per Flugzeug. Und weil der Gast bequem von Camp zu Camp einfliegt, entstandt eben der Begriff „Fly-In-Safari“  was aus dem englischen kommt und „Flieg-ein-Safari“ heißt.

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Flugsafaris sind meist Teil einer Kleingruppen- oder Individual-Safari und die Gäste werden in der Regel per Propeller-Kleinflugzeug transportiert. Ein typischer und sehr beliebter „Buschflieger“ ist die Cessna 206. Sie hat nur zwischen sechs und fünfzehn Sitzen, was der Anreise noch mal eine ganz besonders persönliche Note gibt.

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Der Reisende kann schnell und nach seinen Bedürfnissen das Wunschziel erreichen und spart sich so Stunden der Anreise in schaukeligen Jeeps und auf holprigen Schotterpisten. Das ist zeiteffizient und zudem gelangt man auf diesem Weg auch in die abgelegensten Regionen, die anders gar nicht erreichbar wären.

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Das Erlebnis Fly-In-Safari

Die Erde aus der Luft zu sehen, ist schon ein riesengroßes Erlebnis, aber zudem noch einzigartige Tiermomente aus der Vogelperspektive zu erleben, ist für mich das absolut Größte. Fly-In-Safaris sind eben nicht nur eine schnelle Anreisemöglichkeit, sondern einfach ein fantastisches Naturerlebnis. Da diese Flüge in einer relativ geringen Höhe von nur wenigen hundert Höhenmetern durchgeführt werden, kann man diesen faszinierenden Kontinent in all seinen Facetten und auf besondere Weise wahrnehmen. Und nicht nur das, denn es gelingen oft auch Sichtungen von Elefanten, Nilpferden, Giraffen und anderen Tieren.

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Wer sich zudem einen Flug über das Okavango-Delta in Botswana gönnt, der hat außerdem gleich noch einen fantastischen Überblick über das weitverzweigte Kanalsystem und den Wasserreichtum dieses ganz besonderen Flussdeltas.

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Die perfekte Ergänzung

Ich sehe eine Flugsafari als perfekte Ergänzung zu einem Game drive, einer Horseback- oder Walking-Safari. Bei diesen Ausflügen ist man den Tieren zwar ganz nah, aber nur von einem Flugzeug aus bekommt man auch einen umfassen Blick für ihren Lebensraum. In Kombination sind sie das Dreamteam für einen erlebnisreichen Safari-Urlaub.

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Das sollte man wissen vor einer Fly-In-Safari

Gepäckbegrenzungen

Bei der Planung einer Flugsafari ist allerdings unbedingt die sehr strikte Gepäckbegrenzung zu beachten. Es empfielt sich daher, sich vorab gründlich darüber zu informieren, um nicht mit dem Koffer stehengelassen zu werden. So sind zum Beispiel nur bestimmte (sehr kleine) Maße erlaubt, keine Hartschalenkoffer oder Reisetaschen mit Gestänge. Es empfiehlt sich dringend, dies rechtzeitig zu klären, um sich ggf. enstsprechende Gepäckstücke kaufen zu können. Manche Lodges bieten übrigens inzwischen die Möglichkeit sich das eigentliche Reisegepäck zeitversetzt nachliefern zu lassen. So fliegt man nur mit kleinem Handgepäck und muss aber später auch auf nichts verzichten. Auch hier rate ich dazu, dies mit dem Veranstalter weit im Voraus zu klären. In Afrika ticken die Uhren bekanntlich anders und die Kommuniktation kann sich etwas hinziehen.

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Zwischenstopps

Es ist möglich, dass die Flüge bis zu dreimal stoppen, um andere Passagiere abzuholen oder abzusetzen. Wer Starts und Landungen genießt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

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Piloten

Viele der Buschpiloten kommen aus aller Welt, haben eine hervorragende Ausbildung genossen und sammeln hier als Teil ihrer beruflichen Karriere weitere Erfahrungen. Um große Verkehrsmaschinen steuern zu dürfen, ist praktische Routine in kleineren Fluggeräten eine unbedingte Voraussetzung.

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Navigation

Buschpiloten kennen sich mit der Navigation in abgeschiedenen Gegenden bestens aus, denn der Luftraum in Afrika unterliegt anderen Regeln als in Europa, Nordamerika oder Asien. Die Piloten wählen abhängig vom Wind eine Flughöhe, die sicherstellt, dass das Flugzeug so wenig wie möglich schaukelt. Außerdem wissen sie um die unterschiedlichen Anforderungen für Start und Landung auf Pisten im Busch.

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Sicherheit

Natürlich steht die Sicherheit der Fluggäste an oberster Stelle, deshalb werden die Maschinen regelmäßigen Wartungen unterzogen die sich strikt an internationale Standards und Vorschriften halten. Hierzu möchte ich auch erwähnen, dass meiner Meinung nach gerade diese kleinen Firmen besonderen Wert auf ihre Maschinen und Piloten legen, da sie ihr Kapital, ihr Einkommen und ihre Altersvorsorge sind. Entsprechend gut wird darauf geachtet, ausgebildet und gepflegt, was man den Maschinen auch ansieht.

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Kosten einer Fly-In-Safari

Bei einer Safari einzufliegen ist natürlich absoluter Luxus. Eine kleine wartungsintensive Maschine, ein extra Pilot, Instandhaltung der Pisten, Spritbeschaffung in Afrika – das alles hat seinen Preis und das auch zu Recht. Ganz pauschal würde ich sagen, dass man pro Person und Flug mit 350 bis 900 Dollar dabei ist. Das kommt natürlich ganz auf die Region, die Auslastung sowie die Entfernungen an. Wer so einen Flug als „Once in a lifetime“ Erlebnis sieht, dem würde ich trotz der Kosten unbedingt zu einer solchen Fly-In-Safari raten.

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Der Flug

Da es sich um kleinere Maschinen handelt und diese auch nur mit geringer Höhe fliegen, ist so ein Flug nicht mit einer Verkehrsmaschine vergleichbar. Entsprechend ist auch das Gefühl während des Fluges ein Anderes, da die Maschinen ganz anderen Winden und Kräften ausgetzt sind. Um allzugroße Schwankungen zu vermeiden, wird meist in den frühen Morgen oder späten Abendstunden geflogen. Totzdem kann der ein oder andere Flug, gerade wenn er über Berge führt, schon mal durch starke Winde oder die Thermik beeinflußt sein. Darauf sollte man sich einfach einstellen und den Flug als riesengroßes Abenteuer erleben.

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Anreise

Meiner Erfahrung nach wird die Anreise zum Rollfeld von der Lodge bzw. dem Reiseveranstalter aus organisiert. Sollte dies nicht der Fall sein, empfehle ich, die Unterkunft anzuschreiben und nach einem lokalen Anbieter zu fragen.

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Das Rollfeld

Meistens sind die Rollfelder auf einer Lichtung inmitten des afrikanischen Busches und in der Regel sind diese Pisten auch nicht asphaltiert. Ensprechend gehen Starts und Landungen etwas bewegter zu als auf geteerten Flugfeldern. Herzklopfen sollte das aber Niemandem machen, im Gegenteil. Ich empfinde es als riesengroßen Spaß, wenn es mal etwas holpriger zugeht.

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Kleidung

Natürlich kann man in seiner ganz normalen, lässigen Kleidung in den Flieger steigen. Ein Weitertransport zur Lodge erfolgt aber in der Regel im offenen Jeep und ist auch gleich eine kleine Safari. Daher empfehle ich direkt praktische, robuste Kleidung und entsprechendes, trittfestes Schuhwerk. Außerdem rate ich auch zu Hut und Sonnenbrille.

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Couchabenteurer-Profi-Tipp:

Fragt doch Euren Piloten mal, ob er nicht besonders niedrig fliegen oder eine extra Kurve drehen kann, um noch spektakulärere Blicke auf Flora und Fauna erhaschen zu können. Wenn Wetter, Sprit und die Umstände es zulassen ist der Pilot für diese Idee ganz sicher auch zu haben, denn auch er genießt die Freiheit die ihm sein Job als Buschflieger bietet. Außerdem lohnt es sich auch zu fragen, ob man ganz vorne auf dem Platz des Co-Piloten sitzen darf. Hier hat man eine noch bessere Rundumsicht und bekommt auch gleich noch die Chance die Arbeit im Cockpit zu beobachten. Für mich ist das dann die absolute Krönung einer Flugsafari.

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Fazit Fly-In-Safari:

Wenn man  die Chance hat, seine Anreise zur Wildlife-Lodge komfortabel zu gestalten und das Fliegen liebt, dann sollte der Buschflieger die erste Wahl bei einer Afrikareise sein. Denn diesen Kontinent mit seinen faszinierenden Landschaften und seiner atemberaubenden Tierwelt aus der Luft zu erleben, ist ein ganz besonderes und einmaliges Erlebnis, welches man sich nicht entgehen lassen sollte.

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Punta-del-Este-Hand-im-Sand-Tipps

Punta del Este – Alles was du wissen solltest! Plus 15 Ideen für deinen Trip

Du möchtest Uruguay für dich entdecken? Dann gehört auch ganz sicher Punta del Este dazu. Auf meinem Vierländer-Solo-Backpack-Trip habe ich diesen Hotspot besucht und so einiges darüber gelernt. Mein Wissen möchte ich gerne mit dir teilen und dir Tipps für deine Reise geben.

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Für 11 Monate im Jahr ist Punta del Este ein ruhiger Urlaubsort an der Küste Uruguays, der von den Einheimischen liebevoll „Punta“ genannt wird. Viele der Ferienappartments stehen in der Zeit unbenutzt leer und auch die meisten Bars, Restaurants und Clubs haben geschlossen. Für Backpacker ist das die beste Zeit hierher zu reisen, denn auch die Preise sind dann im Rahmen.

Hotspot der Celebraties

Das wandelt sich aber schlagartig in den Sommerferien der Südamerikaner, wenn der Ort zum beliebtesten Reiseziel für Argentinier, Brazilianer und den Einheimischen wird. Und um es an Zahlen greifbar und festzumachen: In der Hochsaison (Dezember bis Mitte Januar) steigt die Zahl der Bevölkerung von rund 20.000 auf 250.000.

Ich denke, man kann gut und gerne sagen, dass Punta del Este dann sogar der Hotspot für alle Südamerikaner ist, die es sich leisten können. Denn hierher reisen dann die Schönen, Reichen oder Berühmtheiten, um den Sommer ihres Lebens zu feiern. Du kannst hier auch schon mal Shakira, Naomi Campbell and Zinedine Zidane begnen. Man nennt Punta del Este auch gerne mal das „Monaco von Südamerika“ oder vergleicht es mit Saint Tropez oder Rimini in der guten alten Zeit. Mit all den Yachten, teuren Autos und hübschen Frauen ist es ein „Rich-Mans-Paradiese“.  Das muss man wollen, besonders wenn man mit kleinem Budget reist.

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Verrückte Zimmerpreise

Das wußte ich vor meinem Trip nur so im Ansatz. Bewusst ist mir das dann erst vor Ort geworden, als ich die Hotelzimmerpreise checkte. Ein nomales, basic Zimmer kostet dann unfassbare 400 Dollar! Mich hatte es fast vom Sockel gehauen, denn wir reden hier nicht über fünf Sterne mit Spa und Haute Cousine inklusive, sondern über ein normales Hotelzimmer ohne Extras. Da ich Punta del Este aber auf keinen Fall auslassen wollte, blieb mir nur die Buchung eines Hostels. Das schlug mit 40 EUR im 10er Dorm aber eigentlich nicht weniger zu Buche. Die Besitzer kassieren hier auch 400 EUR (10x 40 EUR) für ein ranziges, dunkles Zimmer, was man sich zudem noch teilen muss.

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Nebensaison lohnt sich

Meine Freunde aus Montevideo haben mir aber versichert, dass sich die Preise außerhalb der Ferien aber wieder normalisieren und man dann hier auch mit normalem Geldbeutel urlauben kann. Wer also einen Besuch plant, sollte ganz genau schauen, wann er hierher reist und mit welchem Budget! Wichtigester Punkt überhaupt! Man kann sich schnell arm und häßlich fühlen, wenn man hier als Normalo & Backpacker in der Hauptsaison unterwegs ist.

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Sicherheit

Ich hab ich hier auch als alleinreisende Frau stets sicher gefühlt – wie in ganz Uruguay, was als eines der sichersten Reiseländer überhaupt gilt. Auch für Gay-Couples ist es ein ideales Reiseziel, weil man hier sehr tolerant ist gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren.

Anreise von Montevideo

Man kann sich von Montevideo ein Auto mieten und so die 140 km fahren oder wie ich es gemacht habe, den Bus nehmen. Die Strecke entspricht in etwa 2 Stunden Fahrtzeit. Die Busse in Südamerika sind klimatisiert und als Europäter friert man hier leicht. Nehmt euch auch im Sommer ein Jäckchen mit.

Punta del Este erleben

Wer den Ort (trotz Hauptsaison) auf seinem Trip entlang der Küste Uruguays trotzdem nicht auslassen möchte, der macht es so wie ich und leiht sich ein Rad, steht früh auf und genießt die Dinge die hier nichts bis wenig kosten. Ich hab mal ein Tipps zusammengestellt, was man neben Party, Restaurants und Bars noch so machen kann, auch mit kleinem Budget.

Besuch die Hand im Sand

La Mano de Punta del Este – ist das wohl bekannteste Wahrzeichens Urugays befindet sich in Punta del Este direkt am Brava Beach an einem der beliebtesten Strandabschnitte. Skulptur ist auch als Los Dedos (Die Finger) oder Hombre emergiendo a la vida (Mann, der in das Leben auftaucht). Im englischen sagt man auch gerne einfach The Hand (Die Hand). Erschaffen wurde die Skulpur von dem chilenischen Künstler Mario Irarrázabal im Jahr 1982, während einem international Treffen für Modern Sculptur. Bis heute steht sie an ihrem ursprünglichen Ort und wurde kaum verändert. Für mich war der Besuch ein absolutes „MUSS“. Da ich mich aber nicht mit tausenden Touristen um ein Foto prügeln wollte bin ich einfach ganz früh aufgestanden, habe das warme Licht der Sonne genutzt, um hier zu fotografieren.

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Leih dir ein Fahrrad

Für mich es eine der schönsten Arten, eine Gegend zu entdecken, wenn ich mir ein Rad ausleihe und einfach durch die Gegen cruise. Fahrräder kosten hier nicht die Welt und man kommt mit ihnen nahezu überall hin. Für mich hat sich ein Ausflug entlang der Küste gelohnt. Nicht nur der Ausblick aufs Meer, sondern auch auf die Ferienhäuser hat hier eine besondere Qualität. Der Verkehr ist selbst in der Hochsaison nicht chaotisch wie etwa in Asien und man findet sich recht leicht zurecht. Navi-App hilft natürlich, den Weg zurück ins Hotel zu finden.

Surf die Wellen der Locals

Sich in die Fluten und Wellen zu werfen ist immer eine gute Idee. Allerdings wirst du dich an der Playa Brava wohl um die besten Wellen prügeln müssen. Mein Tipp daher, frag die Locals wo du abseits der Massen ein paar gute, surfbare Wellen findest. Sie helfen dir gerne weiter. Mir wurde der Strand von Montoya zum Surfen empfohlen, aber schau mal, ob der inzwischen auch zu überlaufen ist.

Entdecke das ursprüngliche Punta del Este

Spaziergänge kosten nichts, halten fit und am Stand sind sie zudem noch Seelenschmeichler pur. Du kannst dich easy auch allein als Frau aufmachen und die Gegend für dich erkunden. Ob du joggst, gemütlich bummelst oder einfach barfuß durch die auslaufenden Wellen spazierst, es ist ein idealer Weg den Ort zu entdecken und die Küste zu genießen. Du kannst zum Leuchtturm (Faro de Punta del Este) wandern und ihn sowie die kleine blaue Kirche (Iglesia Candelaria) neben dem Observatorium besuchen. Hier bekommst du ein ziemlich gutes Gefühl dafür, wie die Stadt vor dem touristischen Boom war.
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Schau den Fischern im Hafen zu & kauf hier frischen Fisch

Ein Hafenbesuch ist für mich eigentlich auch immer ein Pflichtbesuch in einem Fischerort. Noch immer gibt es auch in Punta del Este Fischer die mit ihren kleinen Booten rausfahren zum Angeln. Du kannst sie wunderbar beobachten, wenn sie mit Kippe im Mund den Fisch bearbeiten und dabei von Albatrossen und Seelöwen belagert werden, die hoffen hier einen Happen zu ergattern. Am besten kaufst du deinen Fisch, Jakobsmuscheln oder die Shrims für den Essen direkt von hier. Frischer geht es nicht. Wenn du nicht selbst kochen magst, findest du rund um den Hafen auch verschiedenste Restaurants und Bars mit exzellentem Sea-Food.

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Sonne, Strand und Meer

Manchmal ist es ja völlig fein, einfach mal einen Strandtag einzulegen, warum nicht hier? Sonne, Strand und Meer sind gut für´s Gemüt und es gibt immer etwas zu schauen. Zudem schont ein Strandtag auch den Geldbeutel. Kauf dir Wasser und Snacks im Supermarkt und verbring die Zeit damit Leute zu beobachten, Beachvolleyball oder Soccer im Sand zu spielen. Beliebte Strände sind „Playa Mansa“ und „Playa Brava„. Wer es ruhige Strände etwas abseits sucht, der ist bei Bikini Beach in La Barra oder dem noch ruhigeren Spot in Jose Ignacio genau richtig. Dorthin kommst du mit den lokalen Bussen oder eben mit dem Rad.

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Schau dir Casapueblo an

Im Casapueblo (sp. Haus des Volkes/Dorfs) wirst du die Kunst des bekannten uruguayischen Künstlers Carlos Páez Vilaró finden. Es beherbergt neben dem Museum noch eine Kunstgalerie, ein Hotel und ein Restaurant. Es gilt als das exzentrischste Museeum Uruguays und allein das Bauwerk ist ein Hingucker, was du dir unbedingt anschauen solltest.

High Tea im L’Auberge

Wenn du dir doch mal was gönnen willst, dann geh zum High Tea im L’Auberge, Punta’s bedeutendstem Hotel, bei dem sich um sechs Uhr die Einheimischen treffen, um sich mit dekadent süßen Waffeln mit Dulce de Leche zu verwöhnen. Ein Traum das Zeug. Dulce de Leche ist wie Nutella ein Brotaufstrich, man kann ihn mit Milchkaramel übersetzen und natürlich wie ich, auch Löffelweise genießen;)

Besuch den Skulpturenpark „Fundacion Pablo Atchugarry“

Der Skulpturenpark der Fundacion Pablo Atchugarry ist definitiv einen Besuch wert. Es ist herrlich, durch den Park zu schlendern und die zahlreichen Skulpturen aus unterschiedlichen Perspektiven zu bewundern. Im Park selbst finden auch oft Musik– und andere Veranstaltungen statt.

Entdecke die Seelöwenkolonie von „Isla de Lobos“

Wer sich für Seehunde, Seelöwen und Seeelefanten begeistert, für den lohnt sich sicherlich ein Bootstrip zur Ilsa de Lobos. Hier kann man die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Allerdings ist die Überfahrt nicht gerade günstig und dauert recht lange, aber wenn man ohnehin Lust auf einen Bootstrip hat, lohnt sich auch das.

Natur pur im Park „Arboretum Lussich“

Wenn du gerne wanderst und eine Insel der Ruhe suchst, bist du in diesem wunderbar bewalteten Park genau richtig. Er ist perfekt geeignet an heißen Tagen im Schatten des Waldes zu wandern und die Natur zu geniessen. Der Weg nach oben bietet zudem eine Panorama Sicht nach Punta. Pflanzen und Bäumen sind mit QR-Codes markiert und machen es dir leicht, hier mehr über die lokale Fauna zu erfahren. Ein kleines Museum erzählt die Geschichte des Besitzers Lussich und stellt Cazuelas (Wandkacheln) aus. Aber das Beste ist, dass der Park keinen Eintritt kostet und du ihn einfach so genießen kannst.

Romantischer Sonnenuntergang bei „Jose Ignacio Beach“

Schnapp dir ein kaltes Quilmes (das bevorzugte argentinische Bier), leg dich mit einer Decke ans Ufer (je nach Geschmack, weit oder nah bei den D.J.’s) und genieß Punta´s  beliebtesten Spot für Sundwoner.

Werde reich im „Conrad Casino“

Schmeiß dich in deinen schicksten Fummel, nimm etwas Taschengeld mit und probier dein Glück im Casino. Selbst wenn du hier nicht zum Glücksritter wirst, gibt es mit Sicherheit eine Menge Kuriositäten zu beobachten, wie in wohl jeder Spielbank dieser Welt.

Auf Tauchgang im „Museo del Mar“

Sollte es doch mal einen Regentag in Punta geben und dich zum „Abtauchen“ zwingen, dann empfehle ich dir das „Museo del Mar“. Das viel gelobte Museeum beehrbert eine Reihe von Walskeletten, ausgestopfte Vögel, Fische, Seelöwen, Muscheln sind hier zu bestaunen und vermitteln einen Eindruck über die Meer und Küstengebiete Uruguays.

Olivenöl und Weinprobe im Colinas De Garzon

Mit rund 16 Dollar nicht ganz günstig ist die Oivenöl und Weinprobe m Colinas De Garzon, aber für Genussmenschen lohnt sich der Ausflug in die etwas abseit gelegene Hotelanlage ganz sicher. Du lernst zudem viel über die Prozesse der Ölherstellung und kannst auf dich auf einem Anhänger durch die Weinberge fahren lassen.

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Ich hoffe meine Ideen und Hinweise zu Punta del Este haben dir geholfen deinen Trip besser planen zu können. Lass mich gerne wissen, was du an meinen Tipps ausprobiert hast und wie es dir gefallen hat. Oder hast du selbst noch Highlights in Punta, die hier fehlen? Dann kommentiere hier oder schreib mir via Kontaktformular. Ich freue mich.

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20ig-Dinge-verstehen-zum-Reisen-geboren-bist

20 Dinge, die du nur verstehst, wenn du zum Reisen geboren bist

In dir pocht diese Fernweh? Du glaubst wirklich, du bist der geborene Reisende? Bist du dir da ganz sicher? Lass uns mal die Fakten abgleichen:

1.) Du planst immer deinen nächsten Trip

Egal ob du gerade erst auf der Rückreise deines letzten Trips bist, du planst direkt schon die nächste Reise. Es geht einfach nicht ohne Ziel. Du würdest nie den Alltag und das Arbeitsleben meistern, wenn da nicht die Aussicht auf Ferien oder den nächsten Wochenendtrip wäre.

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2.) Du probierst alles wenigstens einmal aus

Egal ob Gruppenreise oder Alleine, ob Skydiving oder Reiten am Strand, ob peruanisches Meerschweinchen oder südafrikanischen Strauß auf deinem Teller, egal ob Wüste oder Meer – du musst alles ausprobieren. Wenigstens einmal im Leben und selbst wenn es dich zu Tode ängstigt.  Und eigentlich willst du Dinge auch gar nicht zweimal machen. Nicht wieder am gleichen Ort sein oder gar die schon erlebte Tour machen. Die Welt hat dir soviel zu bieten, da lohnen sich Wiederholungen nicht… oder sie müssen so verdammt gut sein (wie kiten), dass du sie immer wieder machen wirst. Dann halt in anderen Locations! Kiten an den Küsten von Portugal, in der Lagune von Langebaan oder in El Tunco in El Salvador.

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3.) Jobangebote nur noch „abroad“

Welchen Job du machst, ist dir eigentlich völlig gleich, Hauptsache du kommst raus, kannst die Welt sehen oder auch mal auf einem anderen Kontinent leben. Als Skipper auf ein Segelschiff, nach Costa Rica als Guest Lodge Manager, als Touchlehrer in Ägypten, im Callcenter in Kapstadt, in der Sprachschule auf Malta – dir ist jede Möglichkeit recht dein Leben irgendwie mir Reisen und Unterwegssein zu verbringen.

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4.) Alles ist interessanter, bunter und spannender als Daheim

Klar liebst du deine Heimat, aber irgendwie ist selbst der Alltag und das Arbeiten im Ausland spannender, als bei dir daheim. Natürlich hat Deutschland eine große Kultur, aber einfach mal in eine andere eintauchen, das hat was. Sich anders zu kleiden, zu bewegen oder einzurichten, weil es manche Länder einfach so mitbringen, macht einen ganz anderen Menschen auch aus dir und das liebst du. Die Gepflogenheiten anzunehmen von Kulinarik bis Lifestyle, das ist genau dein Ding. Du brauchst diesen Wandel immer wieder aufs Neue.

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5.) Neugier liegt dir im Blut und du liebst es nebenbei zu lernen

Du bist neugierig auf alles und weißt, dass Reisen auf eine Weise bildet, wie es Unterricht in der Schule oder der Uni nie kann. Plötzlich verstehst du den Stolz der Amerikaner auf ihr Land. Begreifst, was in Afrika vor sich geht oder in der Arktis die Pole schmelzen lässt. Du wandelst auf den Spuren der Kulturen. Und auch Geschichte ist nicht mehr gähnende Theorie sondern greifbar, nachfühlbar und wird da draußen in der Welt zu einem spannenden Abenteuer-Parcour. Das alles lässt dich wachsen, begreifen, reifen und das schätzt du unglaublich.

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6.) Stillstand ist der Tod – du musst weiter

So toll ein Ort auch ist und du am liebsten irgendwie für immer hier bleiben würdest, dich zieht es doch weiter… Es könnte ja noch irgendwo was Besseres auf dich warten. So bist du rastlos und schlägst auch nicht so schnell irgendwo Wurzeln, wenn überhaupt je irgendwo.

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7.) Fremde machen dir keine Angst, sondern wecken deine Interesse

Während Andere sich pikiert wegdrehen, wenn sie von Fremden angelächelt werden, ist das für dich eine Aufforderung in Kontakt zu treten. Begegnungen mit unbekannten Menschen, machen dir keinen Angst. Im Gegenteil! Es macht dich neugierig diese Leute kennenzulernen und vielleicht bekommst du dadurch gleich noch ein paar Insider-Tipps oder wirst von Locals in die örtliche Szene eingeführt.

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8.) Dir scheint die Zeit wegzurennen

Du zählst die Lebensjahre und setzt sie in Relation zu deiner Bucketlist sowie deiner bereiste-Länder-Liste und fragst dich, ob dir nicht so langsam die Zeit wegläuft noch alles zu sehen und zu erleben. Deine Must-to-Listen sind lang, die Welt ist groß und die Zeit scheint zu rasen. Wie sollst du bis zu deinem Ableben denn noch alles schaffen? Der wohl einzige Gedanke der dir im Zusammenhang mit Reisen wirklich Angst macht, ist dieser!

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9.) Deine Freunde kommen aus der Welt und nicht nur aus der Nachbarschaft

Klar, hast du auch Freunde in deiner Hood, aber der Großteil deiner Facebookfreunde verteilt sich über den ganzen Planeten. Du liebst es mit Reisebekanntschaften aus der ganzen Welt Kontakt zu halten, zu skypen und sich auch immer wieder auch irgendwo zu treffen. Du findest es auch völlig normal zu sagen, ich flieg mal eben zu Freunden nach Barcelona, Marrakesch oder in die Staaten.

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10.) Strand ist nicht alles

„Beach Baby, Beach“ – ist zwar auch dein Motto und du liebst es Zeit am Meer zu verbringen, aber nie im Leben könntest du deine kostbare Zeit rein dort vertrödeln. Den ganzen Tag nur im Sand in der Sonne zu liegen und dich bruzeln lassen, würde dich zu Tode langweilen. Wie Andere das auch noch während des gesamten Jahresurlaubs machen, bleibt dir ein unlösbares Rätsel. Du bist hier, um auch alles drumherum zu entdecken! Welcher Strand ist hier der romantischste, welche Beachbar ist angesagt, wo kann man von den Klippen spingen, wo sind die Wellen schön smooth zum surfen und wo kann man Turtle beobachten? All diese Fragen treiben dich umher und lassen dich nicht ruhig im Sand liegen. Du musst los und sie dir alle beantworten.

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11.) Pleite aber glücklich

Du bist regelmäßig nach einem Trip pleite und verdienst auch Kohle nur für den nächsten Trip. Wofür denn auch sonst? Es ist dir unerklärlich, wie Andere ihr Geld in Autos, Fernseher oder den Kleiderschrank investieren können. Klar, haben so Statussymbole einen Neidfaktor, aber du weißt, sie machen nicht lange glücklich und sie stehlen dir Lebenszeit. Denn um sich diesen Luxus leisten zu können, muss man erst mal dafür arbeiten. Du arbeitest lieber weniger für Materielles und nutzt die gesparte Zeit zum Reisen und Erleben. Jeder Cent deines Einkommens wird für Acion und Abenteuer ausgegeben, auch wenn das dein Banker, deine Freunde und manchmal du selbst nicht verstehst.

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12.) Konsum brauchst du nicht – dein Status sind Geschichten

Du hast es nicht nötig mit schnellen Sportwagen, Smartwatches und Spielekonsolen zu protzen. Sobald du deine Reisegeschichten auspackst, gehört dir sowieso die volle Aufmerksamkeit der versammelten Clique. Autos haben schließlich viele, aber wer kann schon von sich erzählen mit Krokodilen getaucht zu sein? Du brauchst den ganzen materiellen Firlefanz einfach nicht. Was nicht in deinen Rucksack für eine Weltreise passt, ist eh unnütz.

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13.) Reiswarnungen belächselst du

Reisewarnung vom Auswärtigen Amt belächselst du sanftmütig, weil die auch vor pupsenden Einhörnern warnen würden. Du bist smart, hast dich bei Locals über Sicherheit und Gefahren erkundigt, stehst mit Bloggern in Kontakt und weißt von anderen Reisenden, was man darf und was man besser lässt. Du hast Erfahrung damit, dass diese Kombi viel näher an der Realität eines Landes ist, als eine Pauschalisierung oder politisch motivierte Einträge auf einer Behördenseite. Und genau das hat dich auch Länder bereisen lassen, die als gefährlich gelten. Aber genau dort hast du auch den geilsten Trip verlebt und die liebsten Menschen gefunden.

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14.) Ready to go

Manche brauchen Packlisten, einen Plan und wochenlange Vorlaufzeit für den nächsten Trip. Du kannst zack, alles in den Rucksack werfen und stehst ne Stunde später mit Daumen raus an der Straße, um ins nächste Abenteuer zu starten. Völlig egal, ob dann was fehlt. Du weißt ja schließlich, wie viel man wirklich zum Leben braucht und wozu es Kreditkarten gibt. Lange rumorganisieren würde dich nur aufhalten und du könntest ja was verpassen. Und mal ehrlich, deine Waschtasche ist ohnehin immer mit der Ersatzzahnbürste gepackt und müsste nur geschnappt werden… hab ich Recht?

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15.) Deine Playlisten sind nach Zielgebieten benannt

Manche haben Songlisten benannt nach „Chillout, House oder Dance“, aber deine heißen „The_happy_dancer_Malta“, „Roadtrip_Florida“ oder „Karibean_Nights“. Du hast für jede Reiseart und jede Destination die passende Mucke und stellst die Benamung auch überhaupt nicht in Frage.

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16.) Du bleibst cool bei Verspätungen

Während der brave Deutsche völlig durchdreht, wenn die Bahn zu spät kommt, freust du dich, dass es überhaupt Züge oder Busse gibt, die ankommen. 10 min Verspätung lassen dich schon zusammenzucken, dass es bereits losgeht … 1h läßt dich neue Freundschaften schließen und ein erzwungener Stopover, ist für dich die Chance, eine ganz neue Stadt zu erkunden und ist damit eine Segnung!

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17.) Lange Schlangen – potentielle Freunde

Reihen sich irgendwo die Menschen vor Geldautomaten, Marktständen oder Clubs, dann bist du nicht etwa genervt! Nein, du siehst eine Reihe potentieller Freunde vor dir. Du plauschst angeregt mit Jedem der aufgeschlossen ist und sich auf dich einlässt. Du weißt nur zu gut, das aus solchen Situationen schon die besten Freundschaften und die spannendsten Nächte entstanden sind.

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18.) Beste Reisezeit ist immer

„Am liebsten bin ich weg und am liebsten direkt“ – ist deine Lebenseinstellung. Dich juckt „Die beste Reisezeit“ überhaupt nicht, wenn es eine Chance gibt, jetzt direkt dahin zu starten. Etwa weil Jemand dich mitnimmt, es einen Error Fare gibt oder da grad ein Job frei geworden ist. Du würdest immer sofort starten, wenn sich die Möglichkeit ergibt und nach dem Wetter schaust du dann allenfalls vor Ort.

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19.) Ess ich nicht, gibt’s nicht

Was der Bauern nicht kennt, das isst er nicht. Für dich sind Reisen auch das Eintauchen in Genusswelten. Klar, muss man nicht jede Ekelstufe überwinden und Würmer futtern, aber sich neugierig an die lokale Küche ran trauen gehört sehr wohl für dich dazu. Sehr oft bist du auch mutig und lässt dich auf Experimente ein, die dich dann in ganz neue Geschmackssphären beamen.

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20.) Der Tellerrand ist erst der Anfang

Während für die Meisten der Geist am Tellerrand aufhört, schaust du darüber hinweg und bist offen für neue Ideen und Möglichkeiten. Du siehst immer einen Weg und nie irgendwelche Grenzen. Du hast schließlich gelernt, dass auch ausweglose Situationen mit etwas Kreativität, Esprit und Mut zu meistern sind. Dich stoppen keine Sprüche wie „Das geht aber nicht“. Du antwortest: „Das geht vielleicht für dich nicht, aber ich will es wenigstens probieren!“

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Und bist du zum Reisen geboren?

Ich könnte diese Liste wohl noch mit weiteren 20ig Punkten füllen, aber ich bin mir eigentlich auch sicher, du weißt selbst, dass du der geborene Abenteurer und Reisende bist, wenn du das liest. Du wolltest eher einen Abgleich, eine Bestätigung. Lieg ich richtig? Und wie passt es auf dich? Was würdest du zu der Liste noch adden oder was ist bei dir weniger ausgeprägt? Lass es mich wissen!

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Oder vielleicht hast du dich bisher auch noch nicht getraut, aber diese Sehnsucht pocht in deinem Herzen und der Wunsch endlich in die Welt hinaus zu starten wird immer drängender? Ich sag dir, bereits der erste „richtige“ Trip wird dich dann dein Spießerleben kosten und dich komplett umkrämpeln. Wenn du dich von „pauschal“ löst und dich auf die Menschen, Kulturen und die Welt einläßt, dann wird das die Ketten in deinem Kopf lösen. Also sei gewarnt, wenn du zum Reisenden werden willst;)

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Oder wie ich viel lieber sage:

#get up & rock!

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Abseilen vom Tafelberg – Und die Erfahrung was Mut wirklich bedeutet

Abseilen vom 1.085 m hohen Tafelberg war für mich ein riesen Erlebnis, eine wahrhafte Mutprobe und ein Thrill dem ich eigentlich gar nicht gewachsen war und bin. Meine Geschichte und der Grund, warum ich finde, dass Überwindung nicht die höchste Form von Mut ist, kannst du hier nachlesen:

 

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„Verdammte Scheiße, was mach ich hier? Mein Blut pocht in den Adern meiner Schläfen, ich ringe mit den Tränen und mir ist gleichzeitig kotzübel und das alles wofür? Um nicht als Feigling dazustehen? Ich bin lieber feige, als jetzt hier an diesem gottverdammten Seil zu verrecken. Noch dazu an einem Strick, dessen Haken ich nicht selbst in der Wand festgemacht habe. Ob ich Vertrauen habe, fragt der Typ vom Abseil Africa noch. Wonach sieht die Farbe in meinem Gesicht denn grad aus, verflixt?“

Ja genau so schrie es in mir, als ich mich in Todesangst in der Wand des Tafelbergs wiederfand.
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Actionhelden und ihre Grenzen

Eigentlich liebe ich mich in der Rolle als Actionheldin, Abenteurerin und mutigen Frau, aber es gibt Grenzen und diese durfte ich das erste Mal auf meiner Südafrika Reise kennenlernen. Wir schreiben das Jahr 2010 und ich hatte eine Traumreise ans Kap gewonnen, freute mich geradezu euphorisch auf das Land und all die Ausflüge und Aktivitäten die uns auf diesem Trip erwarten sollten. Ein Highlight war Abseilen vom Tafelberg. Dazu muss man wissen, dass unsere Reisegruppe in zwei Teams aufgeteilt war und wir uns während der ganzen Zeit in verschiedensten Challenges gegeneinander messen sollten und alles von einem Kamera-Team und einem Fotografen begleitet wurde. Eine dieser Herausforderungen die an uns gestellt war, war „Abseilen vom Tafelberg“.

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Übermut tut selten gut

Ich war völlig aufgedreht und übermütig an dem Morgen als wir vom Hotel zur Seilbahn, die uns auf Kapstadts Wahrzeichen hinaufbringen sollte, starteten. Ich hatte extra trainiert für dieses „Battle“ und fühlte mich reif für diese Mutprobe. Das dieses „Training“ an einem kleinen Felsen am Rande des Schwarzwaldes stattfand der gerade mal 8m hoch war, sei hier noch kurz erwähnt. Als wir die obere Station erreichten, zeigte sich der Tafelberg erst mal von seiner ungemütlichen Seite. Dichter Nebel und eiskalte Luft umgaben Kapstadts Hausberg. An Abseilen war jedenfalls nicht zu denken. Wir holten uns Tee, verkrochen uns nach innen und warteten auf Sonnenschein. Und siehe da, es klarte auf, der Nebel verzog sich und gab das ganze umwerfende Panorama dieser Stadt preis. Ich freute mich umso mehr, dass es nun endlich losging.

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Das Abseilen

Wir bekamen zunächst eine Sicherheitseinweisung, dann unser Abseilgeschirr und waren dann gefordert über die Mauer und ein paar Felsen zum Startpunkt zu klettern. Immer noch alles „easy peasy“ für mich und weil ich so euphorisch war, wollte ich natürlich auch gleich als Erste starten. Mein Reisebuddy Tom musste natürlich auch mit und so fanden wir zwei uns nebeneinander am Felsen angeseilt wieder, während der Rest der Gruppe aus sicherem Abstand zuschaute.

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Auch das Fernsehteam hatte Stellung bezogen auf einem der Felsen in unmittelbarer Nachbarschaft. Der Fotograf hatte sich neben uns in Position gebracht und alle warteten darauf, dass wir die ersten Schritte nach unten machen. Wieder erklärte uns der Guide was zu tun ist, wo man sich festhält, wie man in Rücklage geht und wie man das Seil lockert, um sich nach unten zu bewegen. Noch war ich in heiterer Vorfreude.

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Abrutschen und versagen

Ich schaute in die Tiefe, auf den Felsen, das Seil und den Haken in der Wand der mich halten sollte. Langsam machte ich ein paar Schritte an die Kante, versuchte mein Gewicht nach hinten zu verlagern und rutschte genau hier ab, landete auf den Knien und hatte fortan blanke Panik. Mein Herz schlug nicht nur wie wild, es raste geradezu und ich hatte das Gefühl keine Luft zu bekommen. „Ich glaube, ich kann das nicht“ hörte ich mich sagen. „Ach was du kannst das“ ermutigte mich die Gruppe. „Einfach nur auf die Füße schauen und langsam die Wand entlang gehen“.

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Wie Angst den Körper lähmt

Mein ganzer Körper streikte, mir war von einer auf die nächste Minute brechübel und mein Gesicht verlohr jede Farbe. Aber abbrechen und nicht abseilen ging auch irgendwie nicht. Da war die große Klappe zuvor, das Team was meinen Beitrag erwartete und dann war da noch dieses Filmteam, was die Kamera gerade auf mich richtete. Ich konnte unmöglich einknicken und es nicht tun. Weiterhin „quatschten“ alle auf mich ein, ermutigten mich und forderten mich auf abzuseilen. Meine Hände umklammerten panisch das Seil, meine Angst steuerte meine Gedanken und meine Beine zitterten. Trotzdem schaffte ich es irgendwie in diese die Rücklage. Im 90 Grad Winkel zum Berg.

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Einen Scheiß werde ich

Den Blick auf den in meinen Augen mickrigen Haken an dem jetzt mein Leben hing und den nicht ich in den Berg geschlagen hatte. „Was wenn die nicht richtig gearbeitet haben? Was wenn das Seil sich löst und ich in die Tiefe stürze?“ Meine Horrorszenarien wurden jäh unterbrochen, als ich aufgefordert wurde in dieser Position für den Fotografen zu posen. „Lass das Seil los, wir halten dich. Mach die Hände in die Luft das sieht toll aus. „Einen Scheiß werde ich“ – schrie es in mir.

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Todesangst & ich

Aussprechen konnte ich das natürlich nicht. Alle drängten auf ein Foto und nur zögerlich lies ich das Seil los. „So und jetzt noch lächeln!“. Ich konnte nicht lächeln in diesem Moment, ich hatte Todesangst! Blanke Panik, blankes Entsetzen, blanker Angstzustand. Zähne zeigen, dass ging. Schön, wenn es auf die Anderen wie Lächeln wirkte. In dem Moment war mir alles egal. Ich musste mich jetzt zusammen reißen. Funktionieren fürs Foto und die Challenge. Wieder umklammerte ich das Seil, hörte die aufmunternden Rufe meiner Mitreisenden und begann langsam Schritt für Schritt den Berg hinunter zu laufen, den Blick fest auf meine Füße und den Felsen gerichtet. „Du machst das super! Einfach immer nur auf die Füße gucken“.

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Überhang & das Ende des Geduldfadens

Was die Saubande mir nicht gesagt hatte, war, dass der Berg nach 80 Metern einen Überhang hat. Das heißt, dass an dieser Stelle der Berg aufhört und man frei abseilen muss. Also nichts da, auf die Füße gucken. Als ich das realisierte, war endgültig Schluß mit lustig. „Nichts da, ich kann nicht mehr! Zieht mich verdammt noch mal wieder hoch!“ schrie ich! Allerdings wieder nur innerlich. Wieder war da die Angst vor der Gruppe das Gesicht zu verlieren.

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Helm vs. Boden

Genau an dieser Stelle wartete dann auch mein Buddy „Tom“ auf mich. Wahrscheinlich hatte er meine Angst gerochen und hier dann extra gewartet. „Bleib ganz ruhig., Du schaffst das schon., Ich bin da., Mach einfach weiter so.“ waren die Floskeln, mit denen er versuchte, mich den Berg runter zu quatschen. Langsam und nur zögerlich löste ich das Seil und lies mich Stück für Stück den Felsen hinab. Nach unten schauen konnte ich dabei nicht. Das Einzige was ich in dem Moment noch konnte, war, auf meine Hände zu starren, die mit aller Kraft das Seil umfaßten. Sie schmerzten vor Anstrengung und Anspannung. Genau wie jeder Muskel in meinen Armen. Ich umklammerte dieses Tau, als sei es der Faden an dem mein Leben hing. Irgendwie war er das ja auch, zumindest in der Gedankenwelt, in der ich mich gerade befand.

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„Geh weiter, du stehst auf meinem Helm“ – hörte ich Tom dann sagen. „Ich gehe nirgendwo mehr in, ich habe Boden unter den Füßen“, erwiderte ich. Ich war mir sicher, wieder festen Grund und Boden unter mir zu haben. Gleichzeitig war ich nicht mutig genug, an mir herunter zu schauen. „Marlene geh weiter, das ist nicht der Boden, das ist mein Kopf!“. Musste er mich jetzt auch noch „Marlene“ nennen? Sonst ist es sanft ausgesprochen „Marleeen“ oder liebevoll „Leni“, aber wenn jemand auch noch das „e“ am Ende betont, dann meint er es nie gut mit mir. Widerwillig machte ich einen Schritt und verharre danach direkt wieder in Angststarre.

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Nenn mich nicht Marleneeeeee

„Marlene, geh weiter, das ist meine Schulter.“ rief mir Tom jetzt doch etwas erzürnt zu. Ich wollte einfach nur weinen. Ich hatte so erbärmliche Angst. Das Gefühl Boden unter den Füßen zu haben, war toll und das sollte ich jetzt wieder aufgeben? Ich war so ein elendes Häufchen, da an dem Seil hängend in der Wand und jede Minute kam mir wie eine Unendlichkeit vor. Nach unten schauen konnte ich nicht und für mich bedeutete diese Position gerade sicheren Halt. Ich war starr vor Angst. „Bleib ruhig, ich bin ja da.“ Ich löste das Seil und baumelte jetzt neben Tom in der Luft. Ich war kreidebleich, mir war brechübel und jedes Molekühl in meinem Körper fuhr Achterbahn. Schön war das nicht. „Lächel mal, ich mache ein Foto.“ „Lächeln? Ist der bescheuert?“ Mit wütendem Blick und knirschenden Zähnen fauche ich ihn an „Du Arsch!“ Genau in dieser Sekunde klickt es und Tom hatte seinen Schnappschuss. Ich sage selten Jemandem etwas derart biestiges ins Gesicht und schon gar nicht Menschen die ich mag, aber in dem Moment war es genau das was ich fühlte und loswerden musste.

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Nichts da schön

Weit war es jetzt nicht mehr bis zum Boden, aber es fühlte sich noch immer nicht gut, nicht richtig und schon gar nicht vertrauenerweckend an, an einem Seil in einer Steilwand am Tafelberg zu hängen. Nach unten schauen ging weiterhin nicht, ich hätte mich im selben Moment übergeben müssen. Dafür konnte ich in die Ferne schauen. Das Panaroma war sicherlich traumhaft wie immer, aber ich hatte keine Augen dafür. Man hätte „Adam Levine“  (der Sänger von Maroon5) neben mir abseilen können und ich hätte selbst an meinem Traummann nichts Schönes finden können, in dieser Situtation. Ich fand alles nur ungfassbar schrecklich und angsteinflößend.

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Lasst mich einfach in Ruhe

Also löste ich den Blick von Kapstadts Kulisse, fasste mir ein Herz und lockterte wieder die Sicherheitsklammer, um weiter am Seil nach unten zu rutschen und die letzten Meter hinter mich zu bringen. Am Boden wurde ich dann mit beruhigen und lobenden Worten von einem Crewmitglied „entgegen“ genommen. Ich fühlte mich, wie ein ein Kartoffelsack, der über eine Seilwinde transportiert wurde. In meinem Körper war keine Kraft mehr. Diese Überwindung, das Krampfen vor Angst, das Herzrasen & Pulspochen hatten mir jede Energie geraubt. Ich wäre am liebsten an Ort und Stelle zusammen gesackt. Ich schleppte mich zum nächsten Felsen und wollte erst mal nur in Ruhe gelassen werden. Keinen Glückwunsch, kein Schulerklopfen, kein in den Arm nehmen.

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Geschafft aber nicht glücklich

Ich war fertig mit der Welt und ärgerte mich über mich selbst. Warum war ich so feige? Ja, ich war abseilen am Tafelberg. Juhu! Aber wahre Größe wäre doch gewesen, sich einzugestehen, dass man etwas auch mal nicht kann. Ich hab es lieber unter größten Qualen durchgestanden, als zu meinen Gefühlen zu stehen.

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Mein Kreislauf, meine Gefühlswelt, meine Gedanken – alles war aus dem Gleichgewicht gekommen und quälte mich gerade. Stumm beobachtete ich den Rest der Gruppe, wie sie in zweier Paarungen abseilten. Wie sie mit Freude am Felsen sprangen, wie sie strahlend am Boden ankamen und sich beklatschten, es geschafft zu haben. Warum konnte ich das nicht genießen? Warum hatte mich die Angst so gefangen genommen? Warum hab ich oben am Berg nicht den Mut gehabt, einzugestehen, dass ich das einfach nicht kann? Ich war sauer auf mich selbst. Und im gleichen Moment schwor ich mir, ich werde wieder abseilen gehen, aber dann ganz alleine. Ohne Team, ohne Challenge, ohne Kamera-Mann. Ich alleine wollte mich noch mal meiner Angst stellen.

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Abseilen die zweite & eigentliche Lektion

Und das tat ich auch! Im März 2017 war ich wieder in Kapstadt, besuchte meine Freunde und natürlich auch „meinen“ Berg, wie ich den Tafelberg liebevoll nenne. Mit der Bergbahn bin ich rauf gefahren, um sein Panorama zu genießen und fand mich plötzlich an der Stelle wieder, wo ich Jahre zuvor mit Todesangst kämpfte. „Willst du auch mal?“ sprach mich ein Crewmitglied von Absteil Afrika an. „Danke, ich hab das schon gemacht und bin bald gestorben vor Angst.“ Ich mußte selbst ein wenig lachen, als ich mich das sagen hörte. Im nächsten Moment schoß es mir durch den Kopf, das das heute eigentlich ein perfekter Tag war, sich erneut der Angst zu stellen und mir mein eigenes Versprechen einzulösen und noch mal abseilen zu gehen. „Why not? Let´s do it“ hörte ich mich sagen, zahlte und fand mich wenig später an dem Punkt wieder, mit dem ich meine allergrößte Angst und einen der schlimmsten Tage in meinem Leben verband.

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Erstarktes Selbstvertrauen

Vor mir war noch eine Gruppe junger Mädchen und ich redete ihnen ermutigend zu. Erklärte in Ruhe, dass es etwas Überwindung kostet in Rücklage zu gehen, aber ab da würde es dann gehen. Ich hätte direkt anheuern können als Crewmember, so gut aufmunternt wirkte ich auf die jungen Damen. Ich war richtig gehend stolz auf mich, das Ganze so locker und easy erklären zu können. Trotzdem war ein Mädchen dabei, was aufgab und ihren Abseil abbrach. Sie schaffte es nicht in Rücklage und den nötigen 90 Grad Winkel zum Berg zu gehen. Sie tat mir leid. Ihre Freundinnen hatten sich ihrer Angst gestellt, aber sie gab auf.

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Nicht schon wieder

Nun war ich dran. Die Sicherheitshaken klickten und das Prozedere begann. Wieder die Sache mit der Rücklage, die ich gerade so überzeugend erklärt hatte. Und was soll ich sagen, wieder übermannte mich die Angst. Zwar war ich diesmal souveräner und wusste ja auch, was mich erwartet und trotzdem war da dieses Gefühl. Wieder brach Panik in mir aus, aber ich hielt dran fest, es schaffen zu wollen. NUR für mich.

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Ich musste jetzt Niemandem etwas beweisen. Nicht dem Team, dem Kamera-Mann und auch nicht meinem Kumpel. Ich wollte es schaffen, ganz allein für mich. Das sagte ich mir bei jedem Schritt. Das machte sie aber nicht leichter. Wieder fühlte es sich wie eine Ewigkeit an. Wieder konnte ich nicht nach unten schauen, pochte mein Herz wie wild und blanke Panik fesselte jeden meiner Gedanken. Trotzdem ging ich weiter. Schritt für Schritt den Berg hinab.

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Auf ganzer Linie versagt

Juhu! – hätte ich am Boden schreien können, denn ich hatte es zum zweiten Mal geschafft. Aber das tat ich nicht, denn wieder fühlte ich mich nur hundeelend. Und genauso wie beim erten Mal saß ich dann auf dem Felsen und meine Gedanken kreisten. Warum fühlte es sich jetzt wieder nicht gut an? Warum war da wieder diese Angst und diese schrecklichen Gefühle? Und erst langsam dämmerte es mir, dass die eigentliche Challenge an mich nicht war, „es“ zu tun, sondern sich einzugehen, dass es eben nicht geht.

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Mut auf den zweiten Blick

So wie das Mädchen oben am Berg. Sie hatte den Mut auf sich zu hören und auch vor ihren Freundinnen zu sagen, dass sie das nicht kann. Ich hatte es mir nicht mal selbst eingestehen können. Vorhin tat sie mir noch Leid. Jetzt bewunderte ich ihre Stärke. Auch wenn viele dieses Zurückstecken wohl eher als Schwäche erachten. Mich hat es gelehrt, dass es sehr wohl eine Stärke ist, wenn man sich eingeseht vor etwas Angst oder Respekt zu haben. Wenn man den Mut aufbringt auch Anderen zu sagen, dass man etwas nicht kann. Dazu gehört viel mehr Courage, als sich an ein Seil zu hängen, abseilen zu gehen und es einfach zu ertragen.

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Meine härteste Lektion am Berg

Jeder Mensch hat Grenzen und das ist auch gut so. Natürlich soll man sich auch diesen mal stellen, vielleicht auch mal über sich hinauswachsen, ohne Frage. Aber ich erachte es auch als Stärke, seine eigenen Grenzen zu kennen, zu akzeptieren und auch gegen andere zu verteidigen. Und so war Abseilen am Tafelberg nicht nur eine Mutprobe für mich, sondern eine Lektion über Grenzen. Eine, die ich gleich doppelt lernen durfte. Inzwischen bin ich mir jetzt auch ganz sicher, dass ich nie wieder an einem Seil den Berg hinunter hangeln will und diese Meinung auch gegen alle Widerestände verteidigenen würde.

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Geh Abseilen – trau dich!

Meine Zeilen sollen Niemanden davon abhalten, abseilen zu gehen. Auf gar keine Fall! Im Gegenteil! Probier es aus, stell dich der Mutprobe. Sei couragiert, sei tapfer und furchtlos. Wer sich nie etwas wagt, verpasst definitiv etwas im Leben. Nur weil ich Angst hatte, heißt das ja nicht, dass es dir genauso gehen muss. Vielleicht kannst du es als riesen Spaß empfinden, über dich hinaus wachsen und nachher mega stolz auf dich sein. Wichtig ist nur, dass du dabei in dich fühlst und auf dich achtest. Macht das ganze mehr Spaß oder mehr Angst? Tut mir das Gut oder breche ich hier ab. Wichtig ist einzig, was du daraus machst.

In diesem Sinne:

#get up & challenge dich!

PS: Falls du dich für meine gewonnene Traumreise interessierst, dann klicke auf LINK.

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Abseilen-Tafelberg-Erfahrung

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Dresden-Zwinger-entdecken

Hey Prinzesschen und Ritter, runter von der Couch! Wir gehen heute zwingern.

Einmal nur Prinzessin sein oder tollkühner Ritter auf einer Burg. Wie sehr haben wir uns das als Kinder gewünscht. Doch was ist aus unserem Wunsch geworden? Mein Zuhause ist mein Schloss und meine Couch der Thron? Wir lungern daheim rum und verbringen die Zeit vorm TV. Dort schauen wir „Game of Thrones“ oder andere Mittelaltersagen und verpassen es, unsere ganz eigene Geschichte zu schreiben, unseren Traum zu leben und uns überhaupt lebendig zu fühlen.

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Vielen Menschen fällt gar nicht so recht auf, wie sehr ihr Leben an ihnen vorbei rauscht, wie wenig sie sich noch interessieren oder selbst ihre Freizeit gestalten. Lange Arbeitswoche mit unendlich vielen Überstunden, Abende vorm Computer, dem Handy oder am Fernseher. Was bleibt da noch für eigene Erfahrungen? Ablenkungen lauern überall und oft sind wir dankbar dafür, weil sie uns vermeintlich aus unserem Hamesterrad herausholen.

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Aber das Gegenteil ist der Fall. Das Leben plätschert an uns vorbei, ohne bleibende Momente und vor allem, ohne dass wir uns Wünsche erfüllen und ohne das wir uns daran erinnern, wovon wir als Kinder geträumt haben. Okay, ein Schloss zu haben oder eine Burg sein Eigen zu nennen, ist ein tollkühner Traum. Aber warum nicht wenigstens so fühlen, für einen Tag?

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Hey, kommt mal runter von der Couch, wir gehen heute zwingern!

Also runter von der Couch und ab ins wahre Leben! Mein Tipp heute, ich nehme dich mit auf Schlössertour nach Dresden, die Stadt die so viel mehr zu bieten hat, als die Semperoper oder die Frauenkirche, auf die sie gerne reduziert wird. Dabei ist die Elbflorenz voller großer Kulturgeschichte, die prägend für unser ganzes Land war.IMG_6749

Willkommen also in einer Kulisse aus Historie, Mythen, Sagen, Intrigen und deiner Phantasie. Für unsere erste Etappe habe ich mir den Zwinger, eines der berühmtesten barocken Gemäuer Deutschlands ausgesucht. Hier wo früher Könige, Ritter und Grafen residierten und Adlige rauschende Feste feierten startet unsere kleine Reise in die Geschichte und ich möchte dich locken, hier selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Also los!

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Wusstest du zum Beispiel, dass der Zwinger neben der Frauenkirche das beliebteste Ziel der Dresdenbesucher ist? Hast du eine Ahnung, warum seine Geschichte mit Orangen zu tun hat und warum er wie ein Gatter heißt? Nein, dann wird es Zeit der Sache auf den Grund zu gehen und das Hirn mal wieder selbst anzustrengen.

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Der Name Zwinger verweist ganz klar auf seine ursprüngliche Funktion. Seine Bauweise sollte als Abwehr zwischen innerer und äußerer Burgmauer der Stadt dienen und Feinde fernhalten. Doch August der Starke hatte ganz andere Pläne, er suchte nach einen Platz für seine Statussymbole, den Orangenbäumen.

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Diese waren zu seiner Zeit gefragt und verkörperten Wohlstand, Reichtum und Ansehen. Denn nicht jeder konnte sich diese Früchte oder gar die Bäume leisten. Natürlich waren sie damit auch für August den Starken von aller höchstem Interesse, um seinen Status in der Welt zu zeigen und zu festigen.

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Aber nicht nur, dass die kostbaren Bäume hier wachsen sollten, von 1711 bis 1728 entwickelte sich unter der Leitung von Matthäus Daniel Pöppelmann aus der Orangerie ein ganzer Lustgarten und der Zwinger wurde zum Vergnügungsort. Es entstanden Pavillons, Bogengalerien, Grünflächen, Wasserbecken und das berühmte Nymphenbad.

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Balthasar Permoser (1651-1732) war es dann, der Apoll und Daphne im Grottensaal, die Nymphe mit Muschel im Nymphenbad, die Figuren von Vulkan und Ceres am Kronentor sowie die weltbekannte Gruppe der Satyrhermen und den Hercules Saxonicus auf dem Wallpavillion erschuf und Prunk und Glanz in den Zwinger brachte.

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Nach dem Tod von August dem Starken und mit dem Jahr 1728 wurde der Zwinger zum Wissensort umgewandelt, denn es zogen die naturwissenschaftlichen Sammlungen, das Kupferstich-Kabinett und eine Bibliothek ein. 1746 kam der Mathematisch-Physikalische Salon dazu, der neben der Porzellansammlung bis heute im Zwinger zu besuchen ist.

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Im Jahr 1855 errichtete Gottfried Semper mit dem Semperbau an der Elbseite eines der wichtigsten Museumsprojekte des 19. Jahrhunderts und auch heute noch befindet sich in ihm die Gemäldegalerie „Alte Meister“ und auch die Skulpturensammlung wird ab 2019 im Semperbau präsentiert.

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Aber die Geschichte meinte es nicht immer gut mit dem Zwinger. Bis auf die Grundmauern niedergebrannt wurde er beim Dresdner Maiaufstand 1849 und auch beim Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945 wurde der Gebäudekomplex stark zerstört. Es dauerte bis in die 1963iger Jahre ihn wiederherzustellen.

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Heutige Faszination des Zwingers

Doch was macht die heutige Faszination Zwinger aus? Für mich ganz klar in erster Linie, die überwältigende Fülle seiner Ausstellungen von Porzellansammlung über den Mathematisch-Physikalischen Salon bis hin zur Gemäldegalerie. Ich kenne zum Beispiel „Die alten Meister“ seit meiner Kindheit und noch immer werde ich nicht müde, mir diese Kunstwerke und Malereien anzuschauen, bei jedem meiner Dresdenbesuche.

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Mein Herz blüht noch dazu auf, wenn ich sehe, wie sie heute in den prächtigen Räumlichkeiten präsentiert werden und damit zu ihrer vollkommenen Vollendung erstrahlen. Dann stehen Deutsche Kunstmuseen großen, internationalen Galerien in nichts nach und ich bin ich stolz auf die Geschichte und Kultur unseres Landes.

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Aber es lohnt sich auch, sich Zeit zu nehmen und im Zwinger „lustzuwandeln“. Auf Terrassen zu flanieren, zwischen plätschernden Brunnen und duftenden Orangenbäumen herumzuspazieren. Und natürlich liebe ich es auch, die Leute zu beobachten, die aus der ganzen Welt anreisen und über unsere Barockbauten staunen.

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Denn das habe ich auf meinen Fernreisen gelernt, für uns mögen Schlösser und Burgen normal sein, für die meisten Menschen auf der Welt, gehören sie ins Reich der Märchen und Phantasie. Für sie grenzen diese Gebäude an Wunderwerke, die sie mit staunenden, großen Augen bewundern und ich wünsche mir, du könntest den Zwinger auch mal wieder so sehen.

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Sich mit großer Begeisterung vor Skulpturen stellen, forschen wann und von wem sie erschaffen wurden. Sich vorzustellen, welch Fleißarbeit und Geschicklichkeit damals gefordert war und wie lange es wohl gedauert hat, aus einem Sandstein einen Nymphe zu formen. Das könnte deine Challenge sein!

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Und so kann deine Entdeckungsrunde weitergehen: Frag dich, warum der untere Bereich des Zwingers der Natur gewidmet ist, warum der Dachbereich als Zone der Götter gilt und was aus den Orangenbäumen geworden ist, in unseren europäischen Wintern. Wie schwer wohl eine der Ritterrüstungen in der Rüstkammer ist oder warum es eine hohe Kunst war Porzellan herzustellen.

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In den lichtdurchfluteten Galerien des Dresdner Zwingers präsentiert sich eine der schönsten Porzellansammlungen der Welt und die kann man nicht nur sehen, sondern sich auch anhören. Warum also nicht mal mit eigenen Ohren hören, wie dieses besondere „Geschirr“ so klingt?

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Es ist spannend hier eine Geschichtsstunde einzulegen, sich mal wieder mit unserer Kultur zu beschäftigen oder sich ganz einfach mal wie eine Prinzessin zu fühlen, in dem man an einem Galakonzert in prachtvoller Robe teilnimmt. Denn auch heute schreibt der Zwinger noch Kulturgeschichte und bietet neben seinen Ausstellungen auch Konzerte und Aufführungen und somit jede Menge Möglichkeiten, ihn für sich erlebbar zu machen.

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Sich eben mal nicht erfunden Storys ala „Game of Thores“ anzuschauen, sondern realen Intrigen, Verschwörungen und Affären auf die Spur zu gehen, das könnte deinen Anreiz sein, den Fernseher abzuschalten und wieder ins wahre Leben einzutauchen. Zu entdecken, zu forschen und zu erleben.

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Hier und jetzt in deiner Welt und eben nicht auf der Couch vor der Glotze. Der Zwinger bietet die perfekte Kulisse dafür und du könntest der Held deiner ganz eigenen Geschichte werden, in dem du ihn erlebst, seine Geschichten entdeckst und seine Kulisse auf dich wirken lässt.

In diesem Sinne:

#get up & zwinger!

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PS: Mein Tipp für deinen Zwinger-Besuch ist, dir einen Guide und Geschichtenerzähler in barocker Robe zu gönnen. Das macht das Erlebnis Barock-Schloss noch authentischer. Probiers aus. Alle aktuellen Infos zu Öffnungszeiten, Ausstellungen und Veranstaltungen findest du im LINK.

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Fernreise-Reiseplanung

Fernreise – Woran du vor Reiseantritt denken solltest

Eine Fernreise ist ein besonderes Erlebnis worauf man immer auch gut vorbereitet sein möchte, um entspannt den Urlaub genießen zu können. Ich möchten dich bei der Reisevorbereitung unterstützen und habe eine Liste zusammengestellt mit den wichtigsten Punkten. Sie soll die dir eine Hilfestellung und Gedankenstütze sein.

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Hier die wichtigsten Punkte vor Reiseantritt:

1.) Abschluss bzw. Prüfung der Auslandskrankenversicherung

Ich empfehle eine Auslandskrankenversicherung für Fernreisen abzuschließen. Außerhalb Europas bist du nicht über deine normale Krankenversicherungskarte abgesichert. Arzt oder Krankenhauskosten müssen im Ausland in der Regel bar bezahlt werden und können anschließend von so einer Versicherung übernommen werden. Gibt es diese Absicherung nicht, musst du die Kosten alleine tragen. Prüfe daher bitte auch, ob deine Versicherung noch gültig ist und eventuell geplante Risikosportarten mit abdeckt.

2.) Beantragung von VISUM

Mit dem deutschen Reiseass bekommst du für die meisten Reiseländer vor Ort eine 90 Tage Aufenthaltsgenehmigung, aber es gibt Ausnahmen, für die du vorab ein Visum beantragen musst. Informiere dich auf den Seiten des Auswärtigen Amtes oder deinem Reisebüro, ob dies für dein Reiseziel notwendig ist.

3.) Zwei Kreditkarten/ Gültigkeitsüberprüfung

 

Für den Notfall empfehle ich, zwei verschiedene Kreditkarten mitzuführen, falls eine Karte verloren geht, nicht akzeptiert der gestohlen wird. Es ist auch ratsam, diese weit vor Reiseantritt auf ihre Gültigkeit hin zu prüfen.

4.) Kreditkarten-Verfügungsrahmen prüfen

 

Wichtig im Umgang mit Kreditkarten ist auch der Verfügungsrahmen. Kläre mit deiner Bank, ob dieser Betrag auch hoch genug ist, um auch die Kaution für den Mietwagen oder mögliche Arztrechnungen mit abzudecken.

5.) Gebührenabfrage bei der Hausbank für Geldtransfers im Ausland

 

Für Abhebungen und Transaktionen die du mit deiner Bank oder Kreditkarte vornimmst, fallen in der Regel Gebühren an. Um Kostenfallen zu vermeiden, prüfe bei der Hausbank mit welchen Summen hier pro Buchung zu rechnen ist.

6.) Gültigkeit der Reisepässe prüfen

 

Airlines sind auch innerhalb des Schengen-Raums verpflichtet, die Identität der Reisenden zu überprüfen. Dafür muss man beim Boarding den Personalausweis oder den Reisepass vorzeigen. Führerscheine, Gesundheits- oder Kreditkarten gelten nicht als gültige Reisedokumente und werden nicht akzeptiert. Wenn dein Ausweis oder Reisepass also abgelaufen ist, wird man dich am Schalter abweisen und nicht mitfliegen lassen. Deshalb ist es wichtig, die Papiere vorher rechtzeitig auf die Gültigkeit zu prüfen.

7.) Wichtige Dokumente kopieren bzw. parallel online abrufbar machen

 

Immer wieder gehen Reisedokumente auch verloren, durch Kofferverlust, Liegenlassen oder Diebstahl. Um sich dann auf Konsulaten oder Botschaften ausweisen zu können, ist es hilfreich Kopien der Unterlagen parat zu haben. Diese kannst du mit dir führen oder digital so abspeichern, dass du weltweit darauf Zugriff hast. Zum Beispiel in virtuellen Cloud-Speichern oder als Anhang in E-Mails an sich selbst. Solche wichtigen Unterlagen sind zum Beispiel Pässe, Tickets, Führerschein, Kreditkarte, Impfpass, Diabetikerausweis, Notfallausweis usw.

8.) Roaming-Gebühren bei Mobilfunkanbieter in Erfahrung bringen und ggf. Auslandsoption buchen

 

Vor Reiseantritt empfehle ich dir die Roaming-Gebühren bei deinem Mobilfunkanbieter zu erfragen (Telefonieren, SMS, Internet sowie mobile Navigation), um eventuell spezielle Länderpakete dazu buchen zu können, mit denen du im Ausland günstiger telefonieren kannst.

9.) Navigation vor Ort in Erfahrung bringen

 

Um sicher und ohne Umwege Sehenswürdigkeiten oder Hotels ansteuern zu können, solltest du dir auch Gedanken um die Navigation in deinem Zielland machen. Eine andere Verkehrsinfrastruktur oder GPS Abdeckung stellt einen meist auf ganz neue Herausforderungen. Hierzu empfehle ich den „HereWeGo“ Routenplaner im Appstore.

10.) Gepäckbestimmungen bei Airline abklären bzw. im Reisebüro erfragen

 

Jede Fluggesellschaft hat eigene Richtlinien zur Größe, Anzahl oder Beschaffenheit der Gepäckstücke. Damit du darauf vorbereitet bist, was und wieviel du transportieren kannst, empfehle ich sich vor Reiseantritt bei der Airline oder deinem Reiseunternehmen zu erkundigen.

11.) Ausrüstung auf Einsatzfähigkeit prüfen

 

Sehr unangenehm ist es am Abend vor der Reise feststellen zu müssen, dass der Reißverschluss am Koffer defekt ist oder sich die Gummisohle von den Wanderschuhen löst. Deshalb rechtzeitig auch die Ausrüstung prüfen.

12.) Gesundheitsvorsorgecheck beim Arzt/ Beratung und Bevorratung von Reisemedizin

 

Um gut und vor allem individuell gesundheitlich beraten auf eine Fernreise zu gehen, empfehle ich ein Gespräch mit deinem Arzt bzw. noch besser einem Tropenmediziner. Nur so kannst du sachkundig und persönlich beraten werden, was ihre Impfvorsorge, die Reiseapotheke und Standby Prophylaxe betrifft. Auch empfiehlt sich eine gute Planung, wenn du regelmäßig Medizin einnehmen und diese bevorraten musst, denn nicht jedes Arzneimittel ist wie benötigt im Ausland erhältlich.

Die Checkliste zum Ausdrucken findest du zum kostenlosen Download hier:

Fernreise Checkliste

Ich hoffe meine Tipps haben dir weitergeholfen. Lass mich wissen, wenn hier noch etwas Wichtiges fehlen sollte. Bei Fragen bin ich gerne auch persönlich für dich erreichbar, via FB, Skype oder Kontaktformular.

Beachten-Reiseantritt-Fernreise

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Dänemark – Das entschleunigte Land

Dänemark hatte ich lange Zeit gar nicht auf meiner Reise-to-do-Liste, aber da ich ohnehin schon im Norden unterwegs war, habe ich noch einen kleinen Schwenk gemacht und eine ganz neue Sicht auf dieses Land bekommen. Meine Geschichte liest du hier:

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Nachdenken über Dänemark

Da sitze ich nun, in Norre Vorupør ganz im Norden von Dänemark. Der Himmel ist in dicke, dunkle Wolken gehüllt und Regen prasselt auf den Sand. Das Meer vor mir wirkt grau und träge. Verschlafen liegen die Fischerboote am Strand und verlassen wirkt der Ort. Die Menschen haben sich in die Häuser, Cafés oder unter Sonnenschirme geflüchtet, um dem Regen zu entgehen. Nur das Grollen des Meeres und das aufgeregte Kreischen der Möwen ist hörbar. Auch ich habe mich nach innen geflüchtet und denke über dieses Land nach.

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Ich bin in Dänemark, einem Land, dass ich gerade im Vorbeifahren entdecke. Ich habe mich einfach ins Auto gesetzt und bin an die Küste gedüst. Ich habe Freunde im Dithmarschen besucht und bin bei Tönem über die Landesgrenze gefahren.

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Wobei Grenze auch schon wieder relativ ist. Ein simples blaues Schild markiert hier den Beginn eines anderen Landes. Wer nicht darauf achtet, kann schon mal unbewusst nach Dänemark einreisen. Viel ändert sich mit der Grenze auch erstmal nicht. Kleine verschlafene Dörfer, Häuser mit Klinkersteinen verziert und reetgedeckten Dächern, urige Bauernhöfe und endlose Felder mit Getreide und Vieh, prägen das Landschaftsbild. Und das ändert sich auch weiter im Norden nicht großartig. Hier finden sich genauso kleine, gemütliche Gemeinden mit viel Freiraum und Natur.

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No Stress please

Meine Fahrt führte mich durch ein schlichtes Land. Zumindest empfand ich es so. Die Landschaft ist nicht gespickt mit spektakulären Highlights, die Ortschaften nicht zugebaut mit Wolkenkratzern, die Straßen nicht überladen mit schnellen Fahrzeugen. Schon die Geschwindigkeit des Verkehrs sagt einiges über die Seele dieses Landes aus. 80 km/h auf Landstraßen lassen keinen Platz für gestresste Raser. Die sucht man hier vergebens. Auch drängelnde BMWs oder lichthupende Audis sind hier kein Thema. Nicht auf dem Land, da wo das eigentliche dänische Leben stattfindet.

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Zäune um Nachbarn fernzuhalten braucht es hier auch nicht. Wenn dann haben sie höchstens Deko-Charakter. Viel schöner ist es sein Heim in den Dünen, im Wald oder der Heide zu wissen, ganz ohne Abgrenzung, dafür mit offener Willkommenskultur.

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Willkommen fühlen

Und genauso offen empfand ich auch die Gasteltern meiner ersten Unterkunft hier in Dänemark. Über Airbnb hatte ich sie gefunden. Ein älteres Ehepaar, was die Einnahmen durch Vermietung, für einen Roadtrip durch Amerika spart. Ein herzliches Willkommen begrüßte mich. Ebenso aufgeschlossene Augen und zwei Menschen, die mehr wollten als mein Unterkunftsgeld. Sie wollten teilhaben an meiner Reise und meiner Geschichte.

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Und ich wollte im Prinzip das Gleiche: An ihrem Leben teilhaben. Ein Grund, warum ich mich immer wieder privat über AirBnB oder Couchsurfing in Unterkünfte einbuche, anstatt in anonymen Hotels. Ein wenig gibt es mir das Gefühl fremde Menschen und Kulturen besser kennenlernen zu können und nicht nur Vorbeireisende zu sein.

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Ich lernte von den Beiden, dass man sich in Dänemark „duzt“. Außer die Königin natürlich, der zollt man hier besonderen Respekt. Aber sonst passt dieser Umgang zu meinem Bild der Dänen. Ein Distanziertes „sie“ ist hier fehl am Platz. Das „du“ öffnet den Menschen und bringt sie näher.

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Festgefahren

Ein „Du“ war es dann auch, was mir Hilfe anbot, als ich mich am Strand auf Rømø festgefahren hatte. Hier in Dänemark können bestimmte Strandabschnitte mit dem Auto, Motorrad oder Camper befahren werden. Manchmal bis an die Dünen, manchmal parkt man direkt am Meer. Ideal für Familien, die den Tag hier mit Kind & Kegel verbringen. Spart es ihnen doch die Schlepperei von Spielzeug, Picknickkorb und Sandmuschel. Praktisch auch für die vielen KITER oder Drachenfans, die ihr Equipment direkt dabei haben. Und das Beste? Die Strände kosten nichts! Im Gegensatz zu Deutschland, wo man unverschämte Preise noch weit abseits der Orte zahlen muss, für öffentliches Gebiet wohl gemerkt.

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An dem 1,2 km breiten und 12 km langen Strand von Rømø finden Sportler ihr Paradies und ich fand herrliche Fotomotive in ihnen. Leider nur hatte ich noch keine Übung in dem Sand zu fahren und mein Auto bleib promt stecken. Doch kein Problem im freundlichen Dänemark. Ich war noch nicht mal ausgestiegen, um mein Missgeschick zu begutachten, da wurde ich schon gefragt: „Brauchst du Hilfe?“. Noch während ich mich über diese Geste freute, wurde ich angeschoben, hatten meine Reifen wieder Griff und mein Auto befreite sich.

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Eine Welt aus Staubkörnern

Am Tag drauf landete ich in Søndervig, um mir das Sandskulpturenfestival anzuschauen. In einen riesigen Wall aus Sand wurden hier Szenen aus Afrika geschnitzt und aus Stehlen entstanden Skulpturen von wilden Tieren. Thematisch hat man sich den Kontinent zum Thema gemacht und in wirklich erstaunlichen Skulpturen festgehalten. Ich war voller Bewunderung wieviel Liebe zum Detail, Kreativität und Geschick man doch in Sand verbauen kann. Lebendig werden hier die Geschichte, Fabelwesen und die Tierwelt Afrikas. Und irgendwie passen Sandskulpturen auch hervorragend in dieses Land. Wieder nichts Lautes. Sondern Kunst, die einen still und staunend zurück lässt.

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Populärmusik

Während ich mich weiter entlang der Westküste treiben liess, begleite mich dänische Popmusik im Radio. Und selbst diese kommt mir hier irgendwie entschleunigt vor. Keine ballernde Baseline wie etwa in den Niederlanden, wo man Techno liebt, sondern seichtes berieseln, ganz passend zu dem Fluss in dem ich mich gerade befand. Wieder war nichts zu sehen von viel Verkehr oder Andrang. Nur gemütlich vor sich hintuckernde Fahrzeuge und beschauliche Lanschaften. An mir zogen einsame Häuser vorbei, grasende Schaafe und in Heidekraut gesäumte Hügel.

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Im Regen tanzen

Heute nun sitze ich am Meer und bewundere wieder die Gelassenheit der Dänen. Im 20ig Minuten-Takt wechseln sich Regen und Sonnenschein ab. Bei Sonne strömen sie an den Strand, bei Regen zurück zu den schützenden Plätzen. Sie trotzen dem Wetter mit einem Lächeln. Es ist Sommer, man trägt kurzes Beinkleid und wenn es gießt, dann zieht man sich einfach ein langes Regencape über. Die Schuhe nimmt man in die Hand, damit sie trocken bleiben und die Füße waten durch die Fluten, die sich auf den Gehwegen bilden.

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Das Sonntagsbier wird unterm Sonnenschirm genossen, während neben dran der Regen niederprasselt. Ganz hart sind die Surfer. Denen ist es egal, ob sie von oben oder unten nass werden. Sie bleiben gleich im Wasser. Man hat sich eben mit dem Wetter arrangiert. Auf die Laune schlägt das hier keinem. Nicht mal mir. Ich springe auf, wenn die Sonne durch die Wolken blinselt und über dem Meer einen Regenbogen formt. Ich husche ins Café zurück, wenn der Niesel in Regen übergeht.

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Entschleunigt

Ich sitze dann einfach nur da und beobachte, wie das Meer die Farben wechselt. Wenn der Wind die Wolken auseinander pustet und den Weg für das Sonnenlicht frei macht. Wenn die Strahlen die See geradezu wachzuküssen scheinen. Wenn das Grau des Meeres in leuchtendes Türkisblau wechselt. Fast schon karibisch sieht die Bucht mit ihren Booten dann aus. Nur die Aufschrift auf den Kuttern verrät dann noch, dass ich in Dänemark bin.

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Und dann in diesen Momenten höre ich in mich hinein. Ruhig ist es da. Vergessen die Hektik und der Stress des deutschen Alltags. Abgelegt alle Last und alle Sorgen. Was zählt ist das jetzt und das hier. Keine Vergangenheit die beschäftigt, keine Sorge um die Zukunft. Ich bin hier und im Moment bin ich glücklich, genauso wie es ist.

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Erkenntnis

Trotz Regen oder gerade deshalb. Weil mir das Wetter Zeit gibt noch intensiver zu spüren und hier zu sein. Mir Raum gibt, das Meer und die Menschen zu beobachten und über Schönheit und Sinnhaftigkeit nachzudenken. Und dann liegt es glasklar vor mir, die Erkenntnis das Dänemark nicht nur ein entschleunigtes Land ist, sondern auch in mir die Ruhe hat einkehren lassen. Ein schönes Gefühl, was man sich öfter gönnen sollte. Vielleicht ja mit einem Ausflug ans Meer nach Dänemark…

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In diesem Sinne:

#get up & entdecke Dänemark!

 

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Tausche Hamsterrad gegen Alltagsfluchten

Manchmal ist einfach kein Urlaub drin, manchmal kann man sich nicht einfach in den Flieger setzen und sich in die Weite dieser Welt flüchten. Was man aber sehr wohl machen kann, sind kleine Alltagsfluchten und ich sage dir auch, warum du mit ihnen aus dem Hamsterrad entfliehen kannst.

Alltagsfluchten Ballonfliegen Deutschland

Hamsterrad wie üblich

Kennen wir das nicht alle? Wir fühlen uns im Hamsterrad gefangen. Um 6:30 Uhr klingelt erbarmungslos der Wecker, wir schleppen uns zur Kaffemaschine, kämpfen uns durch den Stadtverkehr, um pünktlich um 8 Uhr am Arbeitsplatz zu sitzen und den Rechner einzuschalten. Und dann liegen sie vor uns die 8-10 oder eher 10-14 Stundenarbeitstage. Selbst wenn der Job Spaß macht, die Kollegen rocken und die Kunden charmante Freigeister sind, kostet es Kraft. Genau wie der Stress nach der Arbeit, mit Einkaufen, Fitnessstudio, Essenkochen und Haushalt.

Schreibtisch

Und dann sind da immer wieder diese kleinen Gedankenfluchten. Morgens beim Latte Macchiato träumst du dich an die italienische Küste zurück, mittags beim Thai erinnerst du dich an deinen Asien-Trip und Abends erfreust du dich an einem eisgekühlten Cider, was dich gedanklich mit zu deinem Road-Trip durch Namibia mitnimmt.

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All diese kleinen Reisen im Kopf sind wunderbar, aber manchmal machen sie dich auch traurig, weil du jetzt sofort und direkt gerne ausbrechen möchtest. Geht aber nicht! Urlaub ist in den nächsten Wochen absolut nicht drin. Kollege krank, Ferienzeit, Chef im Urlaub und du musst das alles wuppen. Wie also ausbrechen aus diesem Käfig? Job schmeißen und auf Weltreise gehen? Nein, ich glaube nicht, dass dies die einzig mögliche Lösung ist!

Alltagsfluchten Krokodiltauchen Südafrika

Arbeiten, umfallen, wiederholen

Ich denke, du brauchst einfach mehr Alltagsfluchten. Einfach mal aus seiner Routine auszubrechen und Dinge anders zu machen, reicht oft schon aus, um daraus Kraft und Energie zu schöpfen. Bei mir war das früher so, dass ich nach der Arbeit nur noch heim auf meine Couch wollte. Fernseher an und nicht mehr übers Leben nachdenken. Jeder Tag war gleich. Aufstehen, arbeiten, auf die Couch umfallen und am nächsten Morgen das Gleiche. Am Wochenende war ich dann so ausgelaugt, dass ich auch diese Tage daheim verbrachte und rate wo. Genau auf der Couch! Frustriert, gelangweilt und noch energieloser.

Alltagsfluchten Beachbar Sankt Peter Ording

Alltagsfluchten erkennen

Inzwischen ist das anders. Denn ich habe gemerkt, dass kleine Alltagsfluchten wie Urlaub zwischendrin sind. Es muss nicht die Beachbar in Ko Samui sein, wo man coole Leute trifft, tanzt oder mit Freunden anstößt. Warum nicht einen solchen Ort hier finden? Gerade in den Sommermonaten hat doch inzwischen jede mittlere Stadt ihren eigenen Stadtstrand oder ihre Roof-Top-Bars.

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Es muss nicht das Wellness Retreat in Sri Lanka für Entspannung sorgen, nach einem anstrengenden Tag. Es braucht keine Safari in Südafrika, es reicht ein Spaziergang im Wald, um dich runterkommen zu lassen. Wann immer du die Gelegenheit nutzt, dem Alltag zu entfliehen, werden dir diese kleinen Oasen die du dir damit schaffst, so viel Kraft zurück geben, dass es sich anfühlt wie eine rettende Auszeit. Es gibt irre viele tolle Reise & Erlebnisblogs auf denen du gerade auch regionale Tipps bekommst, um aktiv zu werden. Schau dich einfach mal um und folge ihren Geschichten auf Facebook, Instagram & Pinterest.

Alltagsfluchten Paragliden Dänemark

If today was your last day…

Ich war es auch oft Leid, mich nach der Arbeit noch zu verabreden. Ich wollte einfach nur meine Ruhe, der Stress im Job forderte seinen Tribut. Einfach die Gedanken abschalten, um vom TV berieselt zu werden, schien mir dabei die beste Lösung. Heute weiß ich, dass dem nicht so ist. Meinen Fernseher habe ich seit Jahren abgeschafft und wann immer dieses „Couchgefühl“ wieder hoch kommt, stelle ich mir die Frage „Was würdest du tun, wenn heute dein letzter Tag wäre?!.

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Natürlich weiß man nie, wann der Letzte ist und man wäre wohl ziemlich schnell Pleite, wenn man jeden Tag in ein anderes Paradies fliegt, Nächte durchfeiert oder sich beim Shopping berauscht. ABER wenn man ein Stückchen danach lebt, wird man sehen, wie sehr sich der Alltag und das Leben verändert. Genau dieser Gedankenansatz hilft mir, nicht den Tag zu verplämpern und im TV den anderen bei ihrem Leben zuzuschauen. Nicht zu sehen, wie sie in Bars gehen, mit Freunden abhängen oder Outdoorabenteuer durchleben. Nein, ich will das selbst!

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Wann immer ich „If today was your last day“ nachgebe und doch noch mit dem Hund der Nachbarin spazierengehe, mich mit meiner Freundin verabrede,  im Lieblingscafé vorbei schaue oder mir eine Stunde Wellness gönne, merke ich danach, wie gut das tut. Wie meine Seele auflebt, wie meine Muskeln sich entspannen und meine Gedanken wieder frei von Arbeit sind.

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Mehr Action, mehr Energie

Dieses unbeschwerte Rummtollen mit dem Hund, hat mich alle Deadlines vergessen lassen. Der Plausch mit meiner Freundin war so lustig, dass die Denkerstirn nun Lachfalten Platz gemacht hat. Das Eintauchen in eine Oase der Entspannung im Wellnessbereich hat mir den Druck auf den Schultern genommen, der mich schon den ganzen Tag gequält hat. Und wann immer ich diesen „Couchgedanken“ niedergeprügelt habe und ihn durch „If today“ ersetzt habe, merke ich im Nachgang, das tat so gut!

Alltagsfluchten Sankt Peter Ording

Und nicht nur nach Feierabend funktioniert das hervorragend. Auch am Wochenende habe ich mir Alltagsfluchten eingebaut. Aber das müssen nicht unbedingt City-Trips nach Barcelona, Stockholm oder Breslau sein. Nein! Denn diese fordern oft mehr Tribut durch An und Abreise, als sie gut tun. Ich empfehle Ausflüge hier in Deutschland oder in unsere Nachbarländer. Wir haben ein wunderbares Land mit unglaublich vielen Möglichkeiten, wir sehen es oft nur nicht.IMG_5095

Will ich auf Tierbeobachtung gehen, dann kann ich das doch auch im Thüringer Wald oder Schwarzwald machen. Es ist nicht weniger spannend Luchsen und Wildkatzen auf ihren Fährten zu folgen. Möchte ich das Rauschen des Meeres hören, dann geht das doch auch wunderbar auf Zingst oder in Sankt Peter Ording. Sehne ich mich nach Wanderungen, dann ab in die sächsische Schweiz oder die Alpen.

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Soll es doch Großstadtflair sein, dann geht das auch hervorragend in Berlin, Hamburg, Düsseldort und München. Nichts ist soweit weg, dass man es nicht an einem Wochenende in sein Leben ziehen könnte. Gleiches gilt für Grenzgebiete, auch da lohnen sich Ausflüge und man ist gleich in einer ganz anderen Welt. Andere Sprache, andere Kultur, anderes Essen & andere, interessante Menschen.

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Nix ABER!

Und da höre ich es schon wieder, dieses „Ja, aber…!“ ABER ich hab doch kein Geld, aber ich hab doch kein Auto, aber ich muss doch noch einkaufen. Vergiss es, einen schei** musst du und man kann sich solche Fluchten auch immer günstig bis kostenlos organisieren.

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Hast du zum Beispiel schon von Couchsurfing gehört? Da kannst du kostenlos übernachten und meist sind die Gastgeber gleich noch die besten Stadtführer. Kennst du Mitfahrbörsen wie Blablacar? Hier kannst du dir die Spritkosten mit anderen Reisenden teilen. Nutzt du Regio-Tickets der Bahn, die dich günstig von A nach B bringen?

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Oder verabredest du dich in FB Gruppen zu gemeinsamen Ausflügen mit Gleichgesinnten, wo dich schon mal gerne Jemand mitnimmt? Kennst du Tauschgruppen, wo du dich als Guide anbietest und im Gegenzug für eine Mitfahrgelegenheit bekommst? Wann bist du zuletzt irgendwo hin getramped? Wann hast du dir Brote geschmiert und mitgenommen, statt teuer einzukehren?

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Freiheit beginnt im Kopf

Du siehst, es gibt tausend Möglichkeiten! Jeder der sich wirklich Freiräume schaffen will, wird Wege finden, alle Anderen nur Ausreden. Seit ich viel mehr mache und unterwegs bin, fühlt sich auch mein Leben wieder leichter an. Hört sich komisch an, weil man ja eigentlich beschäftigter ist. Der Trick dabei ist nur, dass man alles kann und nicht muss. Allein diese Freiheit im Kopf hilft sich unbeschwerter zu fühlen. „Wo nach ist mir gerade? Was würde ich jetzt gerne tun, was mir richtig gut tut?“ Sich das in jeder Minute zu fragen und danach zu leben, wird dich verändern. Du wirst merken, dass diese kleinen Alltagsfluchten sich wie Urlaub für die Seele anfühlen und du damit auch wieder Leichtigkeit in deinen Arbeitsalltag bekommst, denn eine ausgeglichene Freizeit beflügelt auch deine Kreativität, deine gute Laune – ja sogar – deinen Schlaf-Rythmus.

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Weil du nämlich die letzten Stunden des Tages nicht mit Problemewälzen, sondern mit schönen Dingen verbracht hast, wirkt sich das auch positiv auf dein Wohlbefinden aus. So kannst du leichter einschlafen, besser träumen und entspannter durchschlafen. Und voilá am nächsten Morgen fühlt es sich auch gleich besser an, als in der Hamsterrad-Routine. Auch weil du weißt, heute Abend bin ich offen für ein neues Abenteuer. Heute Abend habe ich alle Möglichkeiten etwas großartiges zu machen, spannende Leute zu treffen oder mich im Wald beim Laufen so richtig auszupowern. Der Tag gehört wieder DIR und nicht deinem Boss und dem TV.

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Und gleiches gilt für dein Wochenende! Du kannst wild auf Festivals tanzen, Berge hochkraxeln oder einfach mal Prinzessin spielen und ein Schloss besuchen. Stell dir montags schon vor, welch unerschöpfliche Möglichkeiten sich dir eröffnen. Ist der Gedanke nicht wunderbar: „Hey, am Samstag bin ich am Meer … bezwinge ich einen 3.000er … schlüpfe ich in mein schönstes Kleid und tanze in einem Ballsaal„? Und mit jedem deiner Wochenarbeitstage wird die Vorfreude größer, werden die Möglichkeiten umfangreicher und die Ideen nehmen Formen an. Es ist nicht mehr das schwere Schwert was über dir hängt und droht: Noch 3 Monate schuften, dann ist endlich wieder Urlaub. Ab jetzt holst du dir die aufregendste Zeit des Jahres in jede deiner Wochen.

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„ABER… man kann doch nicht jedes Wochenende weg sein!“ höre ich da schon wieder ein Unken? Noch mal zur Erinnerung: Alles kann, nichts muss. Es geht einzig um das richtige Mindsetting. Du musst nicht weg sein, um dich freier oder besser zu fühlen. Du kannst dich an jedem deiner Tage fragen „Was tut mir jetzt gut? Was will ich jetzt machen?“ Doch nicht wegfahren, wie du es die ganze Woche geplant hast? Kein Problem, du bist frei zu entscheiden. Wenn dir dieses Wochenende Baggersee, Balkon und Buch gut tun, auch gut. Du musst nur erkennen, dass du dein Leben wieder in der Hand hast und damit alle Möglichkeiten. Das allein durchbricht das Hamsterrad und macht dich gedanklich wieder frei. Probiers aus!

In diesem Sinne:

#get up & rock!

Freizeit

 

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Malta und die Sache mit der Liebe

Wie schön ist das Leben im Urlaub, da wo es leicht und unbeschwert ist, wo die Sonne scheint, das Meer blau leuchtet und man geradezu auf einer Wolke des Glücks schwebt. Alle Sorgen daheim gelassen und hier nur aus dem einen Grund: Um glückliche Stunden zu haben. Perfekt, wenn dann noch ein Mensch dazu kommt, der die Moleküle zum hüpfen bringt und die Schmetterlinge im Bauch aufsteigen lässt.

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Ich jedenfalls empfinde es als Geschenk, glückliche Stunden und besondere Momente mit Jemandem teilen zu können, deshalb freute ich mich diesmal besonders auf meinen zweiten Malta-Trip in diesem Jahr. Denn diesmal sollte ich ihn nicht allein verbringen. Im Mai hatte ich hier einen Mann kennengelernt und jetzt wollten wir uns wiedersehen. Er wollte mir ganz neue Ecken von Malta zeigen, mit mir mit dem Roller über die Insel cruisen, in einsamen Buchten baden und abends für mich kochen. Ich freute mich also schon seit Wochen wie verrückt, meinen „Toni“ wiederzusehen.

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Wie alles began…

Antonio, wie er eigentlich heißt ist Italiener, der gerade nach Malta umgesiedelt ist. Auf meinem ersten Trip, habe ich ihn beim Cruisen mit dem Auto kennengelernt. Er fuhr mit dem Rennrad über die Insel und nach jedem meiner Fotostops überholte ich ihn wieder. Als ambitionierte Hobbyfotografin und Bloggerin auf Erkundungstour hält man da zugegebenermaßen doch recht häufig. Wobei ich schon zugeben muss, dass ich hier besonderes gerne anhielt, um mich erneut von ihm überholen zu lassen. Ich liebe einfach durchtrainierte Rennradfahrer mit ihren braungebrannten Waden und ihren perfekten Körpern in hautenger Kleidung. So ein bisschen Augenpflege kam mir daher gerade recht.

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Da sich meine Stopps nun doch recht oft wiederholten, begegneten wir uns entsprechend häufig und irgendwann lächelten wir uns an, „Hey, beim nächsten Überholvorgang, gehen wir aber einen Kaffee trinken!“ rief ich ihm mutig entgegen. Urlaub macht wahrscheinlich auch immer ein bisschen flirty. Und wie es das Schicksal wollte, nach meiner nächsten Fotosession und auf dem Weg zurück zum Auto, kam er mir qausi direkt in die Arme gefahren.

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Wir strahlten uns schon von Weitem an, er hielt und wir kamen ins Gespräch. Die übliche leichte Plauscherei „Was machst du hier? Wie lange bleibst du?“ Und natürlich auch die Frage nach dem Kaffee. „Hui, was hab ich getan, als ich das im Vorbeifahren rausposaunte? Ach was soll´s, ist ja Urlaub“ schoss es mir durch den Kopf und wir tauschten Nummern, um uns am Abend wiederzusehen. Er fuhr weiter und ich machte neben weiteren Landschaftsaufnahmen wohl auch noch ein paar von ihm, weil ich ihn so auf seinem Rennrad auch echt attraktiv fand.

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Doch das Schicksal wäre nicht das Schicksal, wenn es nicht ganz andere Pläne hätte. Am nächsten Abzweig stand er auf dem Gehweg, das Rad umgedreht und versuchte einen platten Reifen zu reparieren. Ich stoppte „Brauchst du Hilfe? Soll ich dich und das Rad einladen und heim bringen?“ fragte ich besorgt durch das geöffnete Fenster.

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Er horchte auf und als stolzem Italiener war es ihm sichtlich peinlich, dass ich ihm in einer so misslichen Situation begegnete. „Nein, nein – alles gut. Ich hab noch zwei Ersatzschläuche dabei, repariere das eben und du kannst beruhigt weiterfahren. Wir sehen uns heute Abend.“ sagte er. „Falls du doch noch Hilfe brauchst, dann ruf mich an, du hast ja jetzt meine Nummer“ ließ ich ihn wissen, bevor ich mich verabschiedete, um weiter über die Insel zu cruisen.IMG_8288

Keine Stunde später klingelt mein Handy. Unbekannte Nummer. „Toni hier. Du sag mal, könntest du mich doch nach Hause bringen? Ich hatte noch zwei weitere Platten und jetzt keinen Ersatz mehr dabei.“ Klar kann ich! Retter in der Not spiele ich ohnehin gerne und für gestrandete Rennradfahrer besonders gern. Als ich ihm ein paar Orte weiter, wieder gegenüber stand, war ihm die Geschichte mit dem Platten immer noch fürchterlich unangenehm. Wohl auch, dass er mich nun doch bemühen musste. Dafür lud er mich erst mal in die nächste Bar ein. Prima Geste und eine gute Gelegenheit sich besser kennenzulernen.

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Schicksal?

Später am Nachmittag setzte ich ihn daheim ab und wir inspizieren gemeinsam seinen Defekt. Ich musste mich ja vergewissern, dass ich ihm nicht aufgesessen war;) Und in der Tat wir fanden den Übeltäter im Schlauch. „This is destiny / Das ist Schicksal“ hörte ich ihn sagen, als er fast schon mit Stolz einen Dorn in der Hand hielt. So ganz wollte ich unser Kennenlernen nun doch nicht dem platten Reifen überlassen und intervenierte.

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Ich erklärte höflich, dass ich ihn schon das ein oder andere Mal zu oft überholt hatte, mit der Absicht flirten zu wollen. Das aber wollte er nun wieder nicht hören. „Destiny“ klingt wohl besser. Ich grinste in mich rein. Na, dann lassen wir ihm die Freude. Ganz Gentleman bedankte er sich für seine Rettung mit einem selbstgekochten Abendessen. Als braves Mädchen verabschiede ich mich danach und versprach, dass wir uns am nächsten Morgen noch mal sehen, bevor am Nachmittag mein Flieger gehen sollte.

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Ein Wiedersehen?

Den nächsten Morgen frühstückten wir gemeinsam am Hafen, liefen händchenhaltend am Meer entlang und plauschten an einer der malerischen, maltesichen Buchten. Als am Nachmittag der Abschied anstand, sah ich die ganze Sache immer noch ganz locker, während er weiterhin von Destiny und Wiedersehen sprach. „Man kennt das ja: Aus den Augen aus dem Sinn.“, dachte ich mir und machte mir keine großen Hoffnungen sondern genoss den Moment. Immerhin mal so ein schönes Urlaubsfinish gehabt zu haben, damit war ich schon glücklich.

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Doch Toni wollte in meinem Leben bleiben. An jedem Tag nach meiner Rückkehr aus Malta whatsappten, skyp´ten oder telefonierten wir. Und obwohl ich auf die Sache ja eigentlich keine fünf Penny verwettete hätte, imponierte mir seine Hartnäckigkeit. Ich mochte wie sehr er sich um mich bemühte und so nach einem Monat „Wir müssen uns wiedersehen.“ gab ich nach und buchte den nächsten Flug nach Malta zu ihm.

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Ein weiterer Monat sollte vergehen, bis wir die Chance hatten, un wiederzusehen. Wochen die wir nutzen Pläne zu schiemieden. Was wir nicht alles gemeinsam machen wollten! Rennradfahren an den Klippen von Dingli, italienisch Kochen und Rollerausflüge zu einsamen Buchten und Grotten. Ich freute mich riesig auf eine zweite Zeit auf Malta und natürlich auf „meinen“ Toni.

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Zurück für die Liebe

Am8. Juni 2017 landete ich zum weiten Mal in diesem Jahr auf Malta und konnte es kaum abwarten, ihn zu sehen und von ihm in den Arm genommen zu werden. Toni wartete am Ausgang auf mich und als ich ihn entdecke, war er mit seinem Handy beschäftigt. „Hi Toni“ rief ich ihm freudig entgegen. Er schaute auf, erkannte mich und winkte mich zu sich rüber. Als ich bei ihm ankam, war er immer noch mit dem Handy beschäftigt. Ich wartete einen Moment, denn wahrscheinlich war es eine irre wichtige Kommunikation. Als er das Ding dann endlich einsteckte und mich begrüßte, fühlte sich das irgendwie komisch an.

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Toni konnte mir nicht in die Augen sehen, drückte mich mehr mechanisch als herzlich und auf die Lippen gab es so einen schnellen gepressten Kuß, der sich irgendwie erzwungen anfühlte. Eigentlich hatte ich einen ganz intensiven, langanhaltenden Kuss erwartet, wenn man sich so lange nicht gesehen und nur aus der Ferne angeschmachtet hat. „Na vielleicht ist er einfach nur wieder schüchtern, wie beim letzten Mal auch.“ beruhigte ich mich.

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Wir brachten meine Sachen in seine Wohnung, ich bekam ein Schrankabteil und mir wurde meine Betthälfte gezeigt. Wieder passierte das alles, als sei ich ein Couchsurfinggast und nicht Jemand in den man sich verliebt hat. „Es braucht ja vielleicht eine zeitlang, bis man sich wieder angenähert hat.“ schallt es in meinem Kopf als Antwort auf meine Frage, warum er mich denn jetzt abseits der Öffentlichkeit nicht lieb in den Arm nahm.

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Wir verließen das Haus und fuhren zu meiner Lieblingsbadebucht. Auf den Felsen am Meer breiteten wir die Handtücher aus, gingen schwimmen und lagen anschließend gemeinsam in der Sonne. Endlich kam auch etwas Zuneigung von ihm. Ich war erleichtert, denn er hatte wohl doch nur mit seiner Zurückhaltung gekämpft. Die Stunden vergingen und nun endlich fühlte es sich richtig und schön an. So wie ich es das letzte Mal mit ihm auch erlebt hatte.

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Sommerglück pur

Als wir am Ende des Tages gemeinsam den Strand verließen, nahm er meine Hand und ich war der glücklichste Mensch überhaupt. Alles war nun perfekt. Ich war auf einer wunderschönen Insel, das Wetter war ein Traum und an meiner Seite war ein Mann, der mich wirklich gern hatte und mit mir gemeinsam in den Sonnenuntergang lief. Wie romantisch! An dem Abend schlief ich schnell ein, denn Anreise und der Tag hatten ihren Tribut gefordert.

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Als ich mich am nächsten Morgen an Toni kuschelte war er wieder komisch. Sehr komisch. Und wieder ließ er keine Nähe zu. „Was ist denn los, bitte?“ will ich nun doch vehement von ihm wissen. Er vergrub sein Gesicht im Kissen, konnte mir wieder nicht in die Augen schauen und rückte nicht raus, was hier gerade schief lief. Ich bestand auf eine Antwort. „Sorry, ich habe Jemanden kennengelernt. Sie ist Touristin wie du. Das ist aber erst passiert, da hattest du deinen Flug schon gebucht. Ich wollte dir den Urlaub nicht vermasseln, deshalb habe ich nichts gesagt.“ Bekomme ich nun doch als niederschmetternde Situationsanalyse von ihm.

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Ich bin fassungslos, falle aus meiner Wolke 7 und die Tränen schießen mir in die Augen. „Du hast es nicht geschafft, mir das früher zu sagen?“ wollte ich von ihm wissen. Wieder nur der Hinweis, dass er sich für mich ja einen schönen Urlaub gewünscht hatte. Ich könne ja hier bleiben und einfach mein Ding machen. „Ich bin doch nicht wegen Malta hier. Ich bin wegen dir hier. Ich habe mich auf dich und gemeinsame Unternehmungen mit dir gefreut. Hätte ich wenigstens vorher gewusst, dass es sich für dich verändert hat, dann hätte ich noch entscheiden können, ob ich fliege und wo ich übernachte.“ war meine Antwort darauf.

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Ich war zutiefst verletzt und in Tränen aufgelöst. In meinen Augen war er nur zu feige, klar Stellung zu beziehen, aber ihm das in diesem Moment entgegen zu schmettern, dafür fehlte mir die Kraft. Gerade hatten sich alle meine Träume von einem perfekten Sommerurlaub in Luft aufgelöst. Kein gemeinsames Rennradfahren am Morgen, kein planschen im türkisblauen Meer, keine romantischen Abende bei Sonnenuntergang, keine Küsse in der Nacht.

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Ich schluchzte vor mich hin, schnappte mir meinen Laptop und begann nach alternativen Unterkünften in Malta zu suchen. Booking meldete 91% ausgebucht und der Rest unbezahlbar teuer und auch die Angebote die es in der Hochsaison jetzt für AirBnB noch gab, sprengten mein Budget. Ich schrieb Couchsurfinghosts an, schilderte mein Dilemma und bat um einen Schlafplatz.

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Toni betonte immer wieder, das ich in seiner Wohnung bleiben könnte und wir auch durchaus noch gemeinsame Unternehmungen machen könnten, so als gute Freunde. Ich wollte einfach nur weg von ihm. Doch so einfach ist das nicht auf einer Insel in der Hochsaison und ich war auch nicht gewillt jetzt hunderte Euro für einen Rückflug zu zahlen und so rein gar nichts von meinem Urlaub zu haben.

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Den Tag verbrachte ich erst mal ohne ihn, um einen klaren Kopf zu bekommen und hoffte weiterhin eine Unterkunft zu finden. Der Abend näherte sich und es tat sich rein gar nichts. Ich musste also entweder irgendwo unter freiem Himmel schlafen oder doch zu ihm zurück. Draußen okkupieren war keine wirkliche Option. Als ich bei ihm ankam hatte er ein sichtlich schlechtes Gewissen und gab sich alle Mühe super nett zu mir zu sein. „Sollen wir morgen was zusammen machen?“ fragte er mit sehr viel Fürsorge in der Stimme. Ich lehnte ab. Ich will nicht mit jemandem den Tag verbringen, der mich nicht mehr will. Was soll das denn? Das schmerzt doch nur.

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Am nächsten Morgen verließ ich direkt um 7 Uhr das Haus und flüchtete mich an den Hafen nach Marsaskala. Als ich so die Uferpromenade entlang schlenderte fiel mir ein Motorroller mit großem Aufkleber darauf auf. Ein Schild mit „Du kannst mich mieten“ und eine Telefonnummer stachen mir ins Auge. Das sollte meine Lösung sein! Ich mietete mir einen Roller und hatte damit die Freiheit, Toni zumindest tagsüber aus dem Weg zu gehen.

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So schlief ich zwar noch in seiner Wohnung, verkrümelte mich aber regelmäßig in den frühen Morgenstunden, cruiste tagsüber mit dem Roller über die Insel und kam erst zum Sonnenuntergang zurück. Ich erkundete neue Regionen der Insel, kehrte zu liebgewonnen Plätzen zurück, traf interessante Menschen und machte mehr oder weniger meinen Frieden mit der Situation. Lange böse sein, kann ich ohnehin nicht.

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Ja, sogar mit Toni traf ich mich hin und wieder am Abend zum Schwimmen und es war okay. Zwar stach es noch hin und wieder in der Herzgegend, aber Liebe und Gefühle kann man nun mal nicht erzwingen. Auch ermahnte ich mich selbst, dass ich es ja ohnehin erst mal locker sehen wollte und nicht gekommen war, um zu heiraten. So plätscherten die Tage auf Malta vor sich hin bis der letzte Abend anstand.

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„Gehen wir heute Abend zum Abschied noch gemeinsam Pizza essen?“ fragte Toni, mit wohl immer noch schlechtem Gewissen. Ich willigte ein, nachdem ich den Abend davor alleine und traurig beim Essen am Meer gesessen war. Eigentlich komme ich ganz gut alleine klar, reise gerne als Single und genieße auch immer Stunden, die ich für mich selbst habe. Hier hatte das diesmal nicht geklappt. Ich hatte mich ja auf „Pärchenurlaub“ und den ganzen Romatikkram eingestellt und jeder einsame Sonnenuntergang erinnerte mich daran. Also wollte ich den Abend lieber mit ihm, als wieder alleine verbringen.

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Eine gute Idee war das allerdings nicht. Nachdem wir bestellt hatten, widmete sich Toni wieder seinen Smartphone. Was er ohnehin am liebsten tat. Ich saß also bedröppelt daneben und schaute ihm dabei zu. Ich streubte mich dagegen selbst das Handy zu zücken. Verdammt, man sitzt hier zusammen, da sollte man sich auch Zeit widmen. Tat er aber nicht. Stattdessen wischte er wild auf seinem Gerät rum.

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Und dann war es plötzlich da. Ein Bild von ihm und einer Frau. Hektisch versuchte er, auch das Bild auszublenden. Aber wie das eben so ist, genau in diesen Momenten hing die Technik und ich starrte das blöde Pärchenbild an. Wieder stach es im Herzen. „Das scheint sie also zu sein, die er jetzt seine „Bella“ nennt. So wie mich früher.“ schießt es mir durch den Kopf und ich ringe mit den Tränen. „Marlene, reiß dich zusammen. Bewahre Haltung und Würde.“ hörte ich im nächsten Moment meine innere Stimme sagen und würgte mit dem nächsten Atemzug meine Pizza runter. Der Abend war für mich gelaufen und mit Urlaub war ich ab da auch fertig.

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Als Toni mich am nächsten Morgen am Flughafen absetzte, wollte ich nicht, dass er noch mit zur Verabschiedung hinein kommt. Lieber das ganze schnell hinter mich bringen. Wieder konnte er mir nicht in die Augen schauen, nahm mich aber trotzdem zum Abschied in den Arm und drückt mir einen dieser Höflichkeitsküsse auf. Kein Abschied wie ich ihm mir zuvor ausgemalt hatte, aber immerhin war es jetzt vorbei.

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Danke Malta

Bei meinem ersten Ausflug auf die Insel fand ich Malta zwar ganz nett, wollte aber eigentlich nicht wiederkommen. Diesmal war es anders. Ich hatte mich nicht in einen Mann verliebt, dafür aber in diese Insel und die schönen Momente, die sie mir abseits von diesem Gefühlschaos geschenkt hatte. Und irgendwie war das dann doch wieder ein schönes Finale, für einen verkorksten Liebesausflug. Liebe gefunden, aber eben nicht zu einem Mann, sondern zu einem Land.

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Ob ich es bereue? Ob ich mich noch mal im Urlaub verknallen würde? Ob ich noch mal für Jemanden extra wohin fliegen würde?

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Eine Ode an die Liebe

Aber natürlich bereue ich nichts, würde ich wieder fliegen und mich auch verlieben! Denn nur wer nicht aufgibt, an die Liebe glaubt und auch eine extra Meile dafür geht, wird letztlich auch irgendwann sein Glück finden. Sich wegen Enttäuschungen zu verkriechen, emotional dicht zu machen und für keine Flirts mehr bereit zu sein, schlägt gleich alle Türen zu, dann hat man nie eine Chance! Nur wer offen durchs Leben geht, bekommt überhaupt diese Möglichkeiten. Also ja, ich würde mich wieder auf die Liebe einlassen. Nur vielleicht beim nächsten Mal vorher noch mal Fragen, ob es nicht zufällig grad ne Andere gibt:)

In diesem Sinne:

#get up & flirt!

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Sommerjung Ferienlager für Erwachsene – eine Ode an die Kindheit

Das Schöne an der Kindheit war die Unbeschwertheit des Lebens. War die Leichtigkeit des Hier und Jetzt. War das Experimentieren, sowie die Freiheit alles auszuprobieren wonach uns der Sinn stand. War das Ausschalten des Kopfes und das Machen ohne zu hinterfragen. War das Annehmen von Dingen und Menschen, ohne zu urteilen und zu beurteilen. War das Springen ins kalte Wasser und das Leben ohne Limit.

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Nur, wann haben wir aufgehört so zu leben?

Als Kinder gab es für uns eigentlich nur eine Zeitrechnung und die hieß „Jetzt“. Vergangenheit spielte keine Rolle und Zukunft war sowieso unvorstellbar weit weg. Wir nahmen uns die Freiheit einfach alles ausprobieren zu können und eigene Erfahrungen zu sammeln. Das Leben war ein riesiges Abenteuer, denn alles war neu und wunderbar. Wir waren geradezu gefordert allem auf den Grund zu gehen, ausprobieren und uns daran zu messen.

War da ein Baum, von dem aus wir in die Weite schauen konnten, dann sind wir hinauf geklettert. Gab es eine Pfütze, dann sind wir hinein gesprungen. War da ein Stein, der übers Wasser geworfen werden konnte, dann haben wir das gemacht. Wir haben Gänseblümchen die Blätter ausgerissen und Pusteblumen fliegen lassen. Wir sind freihändig Fahrrad gefahren, haben Fische im Bach gefangen und uns auch mal geprügelt, wenn es etwas zu klären gab.

Wir haben Andere nicht danach beurteilt, welche Schuhe sie tragen oder welches Handy sie benutzen. Einzig zählte, ob sie offen waren unsere Spielkameraden zu sein. Wir haben uns nicht morgens beim Aufwachen schon einen Plan vom Tag gemacht, der genau vorgab, wann wir uns mit wem trafen, um etwas zu erleben. Wir sind einfach aufgestanden und haben gemacht, wonach uns der Sinn stand.

Und heute

Heute sind wir durch getaktet, strukturiert, überlegt, bestens gegen alles versichert und haben einen Plan bis zur Rente und darüber hinaus, versteht sich. Nur Spaß am Leben, den haben wir nicht mehr. Der ging irgendwo auf dem Weg zum Erwachsenwerden verloren. Jetzt hecheln wir verzweifelt vermeintlichem Glück hinterher, betäuben uns mit Konsumgütern, blenden mit Selfies von Haus, Auto & Urlauben, umgeben uns mit falschen Freunden, berauschen uns an schnellen Autos und One-Nigh-Stands, leben auf Kosten Anderer, ertränken unsere Traurigkeit in Alkohol und versuchen uns mit Lebenshilfebüchern zu retten.

Wir beurteilen Menschen nach dem Wert ihres Handys, nicht nach ihren Talenten oder ihrem Wesen. Wir klären nichts mehr von Angesicht zu Angesicht, sondern reden hinter dem Rücken und schicken eine Armada von Anwälten für uns in den Kampf. Wir pöbeln in sozialen Netzwerken, haben aber nicht mehr den Mut für das auf die Straße zu gehen, was uns wichtig ist. Wir haben keine Ideale mehr, für die wir bereit wären, auch mal Prügel einzustecken. Nicht mal für verbale Prügel.

Einfach ehrlich

Mein erstes blaues Auge kassierte ich im Sandkasten mit 5 Jahren. Ich wollte vehement mein Spielzeug nicht teilen. Also platsch habe ich mit der Schippe eine über bekommen. Sicher nicht die feine Art, eine im wahrsten Sinne des Wortes versandete Diskussion zu beenden, aber es war eine ehrliche Antwort auf meine Sturheit. Eine Lektion die ich gelernt hatte, wenn auch schmerzlich. Zurückblickend bin ich dankbar für diese Erfahrung und manchmal wünsche ich mir jetzt so eine Klarheit. Nein, das soll kein Aufruf zu Gewalt sein. Um Gottes Willen nicht. Nicht von mir als friedliebendem Menschen.

Ich meine einfach die Ehrlichkeit die darin steckt. Heute eiern wir rum, lassen andere unsere Konflikte austragen, benutzen unfaire Mittel oder moppen uns die unliebsamen Menschen einfach weg, anstatt klärende Gespräche von Angesicht zu Angesicht zu führen. Und ja, ich vermisse diese Zeit, an der das Leben noch einfach war und sich direkt klären lies. Und nicht nur das.

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Die Freiheit des Handelns

Ich vermisse es auch, einfach das zu tun, worauf ich Lust habe, ohne mir ständig über die Konsequenzen im Klaren sein zu müssen. Was passiert mir, wenn ich eine Risiko-Sportart anfange, auf der Autobahn mal zu schnell fahre, über einen morschen Baum über den Fluss balanciere, mal bei Rot über die Ampel laufe, meinen unfairen Boss mal die Meinung geige, mal ungesund esse, mal 5 gerade sein lasse?

Immer und sofort setzt das Denken und Hinterfragen ein. Bevor wir etwas Neues probieren machen wir uns sogar Gedanken darüber, ob wir dämlich dabei aussehen könnten. Haben wir uns das früher auch gefragt? Ganz sicher nicht. Die Medien, die Gesellschaft und die Wertevorstellungen haben uns geprägt. Phrasen von „Das gehört sich nicht als Mädchen“ bis „Was soll mal aus dir werden“ haben uns irgendwann einknicken lassen, unseren eigenen und selbstbestimmten Weg zu gehen.

Was aus uns geworden ist

Wir hecheln vermeintlich besseren und höher bezahlten Jobs hinterher, kriechen den falschen Leuten in den Hintern und schieben Überstunden für Lau. Um zu beeindrucken und mithalten zu können, opfern wir auch noch Zeit nach Feierabend und am Wochenende und vernachlässigen dafür unsere „Ich-Zeit“, Freunde und Familie. Nein, wir sind nicht der heldenhafte Feuerwehrmann geworden, von dem wir einst geträumt haben, weil uns eingeredet wurde, dass eine Ausbildung auf der Bank viel besser sei. Wir sind nicht Tierpflegerin im Zoo geworden, weil wie Mutti sagte, ein Job im Marketing ja bessere Zukunftsaussichten hat. Keiner hat uns damals gesagt, dass diese Jobs zwar gut bezahlt, aber in der Regel nicht erfüllend sind.

Erfüllung, die wir uns als Kinder, von unseren zukünftigen Arbeitsverhältnissen, versprochen hatten. Menschenleben retten, gutes Tun oder Tiere pflegen hat keinen gesellschaftlichen Wert mehr. Genauso wenig wie Berufe als Krankenschwester, Altenpfleger oder Polizist. Angesehen bist du als CEO, da spielt es gar keine Rolle wofür. Der Titel zählt, nicht der Inhalt. Genauso inhaltslos ist dann auch die Befriedigung die wir in solchen Rollen finden. Eine zeit lang mag der Gehaltsscheck darüber hinweg trösten, dass wir unsere Ideale auch hier verkauft haben. Aber irgendwann kommt das schleichende Gefühl und das schreien im Kopf wird immer lauter: „Was mache ich hier eigentlich?“ Mein Leben leben, ganz sicher nicht. Wir leben das Leben der Anderen. Das, was die Gesellschaft und unsere Familien von uns verlangen. Wir funktionieren. Tag ein Tag aus. Sind die Sklaven unseres Konsums geworden.

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Die auferlegte Bürde

So viele Menschen zerbrechen unter dieser Bürde. Sie leiden an Depressionen, flüchten sich in Kaufrausch, Spielsucht, Alkohol oder Tabletten. Die Statistiken sprechen eine klare Sprache. Genauso wie die Gesichter auf der Straße. Ich nenne sie gerne Zombies. Wie leblose Hüllen wandeln diese Menschen auf unseren Straßen. Da ist kein Leuchten mehr in den Augen, kein Strahlen im Gesicht und kein Lächeln auf den Lippen. Augenkontakt? Weit gefehlt! Der Blick ist gesenkt, die Körperhaltung spricht Bände. Von Gestik keine Spur.

Und ich frage mich, warum sie es selbst nicht merken. Schauen sie sich nicht im Spiegel oder in Schaufensterscheiben an? Sehen sie denn nicht, dass sie nur noch funktionieren, aber nicht mehr teilnehmen an alle dem Schönen, was diese Welt zu bieten hat? Warum kündigen sie nicht die Jobs, die sie unglücklich machen? Warum verlassen sie nicht den Partner der sie nur benutzt? Warum leben sie nicht mehr so unbeschwert wie in ihrer Kindheit?

Nicht gesellschaftsfähig

Auch ich habe schon viel zu oft Jobsituationen mit cholerischen Chefs oder missgünstigen Kollegen ertragen. Auch ich habe mich Dinge aus dem Sicherheitsgedanken heraus nicht getraut. Auch ich hing in lieblosen Beziehungen fest. Nur das alles mit dem Unterschied, ich habe es gemerkt und etwas verändert. Dafür wurde ich zwar von der Gesellschaft abgestraft als „nicht beziehungsfähig“, „nicht belastbar“ oder „nicht konstant“.  Aber alles Bullshit! Wer mich kennt weiß, dass ich nur einfach nicht alles mit mir machen lasse.

Ich bin stolz darauf Dinge anders zu machen und eben kein lebloser Zombie zu sein. Meine Augen strahlen noch und ich kann das Schöne in der Welt sehen. Ich brauche keine Drogen, bin nicht depressiv und zu Alkohol muss ich auch nicht greifen. Ich bin mir treu geblieben, auch wenn es manchmal hart ist solche Dinge über sich zu hören. Aber, ich bin gewachsen an meinen Aufgaben und habe Liebe zu mir selbst gefunden. Nur manchmal ertappe ich ich, in alte Muster zu verfallen. Mich nicht zu trauen, weil ich ein Mädchen bin, Situationen auszuhalten weil es für den Lebenslauf besser wäre oder Dinge herunter zu schlucken, weil es dem allgemeinen „Frieden“ dienlich sein könnte. Aber dann gibt es auch Momente die mich daran erinnern, wie es eigentlich richtig ist und dann lebe ich auch wieder danach.

So auch beim Sommerjung

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Frühling 2017 ich bin in einem Feriencamp für Erwachsene. Name: Sommerjung-Ferienlager. Eine Momentaufnahme:

Ich bin bewusst hier, weil ich mich zurück sehne nach der Unbeschwertheit, nach Lebensfreude, nach Herausforderungen und jeder Menge ungebremstem Spaß. Denn gerade habe ich wieder so eine schmerzliche Erfahrung mit Ablehnung, Feigheit und Intrigen hinter mich bringen müssen. Ich möchte die Zeit hier nutzen, mich wiederzufinden. Trotzdem trabe ich ins Zeltlager ein, wie ein geprügelter Hund. „Was, wenn mich hier keiner mag?“, „Was, wenn ich ausgegrenzt werde?“, „Was, wenn mich Andere schief angucken und mich zu fett finden?“.  Ja, das Leben hat schon seine Spuren hinterlassen. Und genau diese Gedanken prügeln wild auf mich ein, als ich mich auf das Zeltlager zubewege.

Das Experiment

Aber ich lasse mich auf das Experiment Ferienlager für Erwachsene ein. „Als Kind habe ich auch nicht geurteilt und in der Vergangenheit gelebt, dann werde ich es jetzt auch nicht tun.“ ist mein Plan und er geht auf. Ich blende einfach alle negativen Gedanken aus. Es ist mir egal, dass ich 15 kg über BMI liege und ziehe einfach an, worin ich mich wohl fühle. Ich plaudere munter drauf los, ohne nachzudenken und merke schnell, dass es Menschen gibt die mich trotzdem oder gerade deswegen mögen.

Ladylike ist das nicht

Und das Wichtigste, ich lege meine Angst ab. Die Angst sich lächerlich zu machen! Kopfüber stürze ich mich auf einer Gummirutsche in den See, einfach weil ich Bock drauf habe. Es ist mir völlig schnurz, dass sich das für ein Mädchen wahrscheinlich nicht ziert und für eine erwachsene Frau schon gar nicht. Mir ist es auch egal, dass ich danach einen blauen Fleck auf der Hüfte habe, der so groß ist wie eine Honigmelone und mich noch zwei Wochen begleiten wird. Ich habe Spaß daran ins Wasser zu gleiten und kann mir gar nicht mehr vorstellen, das es einen Grund geben könnte das nicht zu tun.

Weg mit der Angst

Mich packt der Mut wieder das zu tun, was mir Freude bereitet und mich glücklich macht. Ich spüre wie unwichtig es ist, gefallen zu wollen und ins Raster zu passen. Und wie viel attraktiver gelebte Lebensfreude ist. Denn ein ehrliches Lächeln wirkt auch auf Andere anziehend. Ich finde Freunde im Lager und führe tolle Gespräche – mit Tiefgang und Ehrlichkeit. Etwas, was ich gerade in der letzten Zeit so sehr vermisst habe. Ich probiere mich an Basteln, KungFu und Bogenschießen und begeistere mich fürs Survivaltraining. Ich lerne wieder Dinge auszuprobieren und auch anzunehmen, wenn mal etwas nicht zu mir passt.

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Don´t think. Just dance

Und dann ist da diese letzte Nacht. Die obligatorische Ferienlager-Disko. Wieder ertappe ich mich, an mir zu zweifeln. „Lieber etwas Schwarzes, Weites anziehen, damit ich nicht auffalle?“ „NEIN!“ Schreit es in mir. Jeans und knalliges T-Shirt werde ich tragen! Denn ich will einzig tanzen und niemandem gefallen müssen. Und das mache ich dann auch. Tanzen, als würde mir niemand zusehen. Tanzen, als gäbe es kein Morgen mehr. Tanzen, als wäre ich Shakira selbst und nicht das kleine Pummelchen. Und wieder passiert etwas. Wieder merke ich, dass gelebte Freude sexier ist, als ein perfekter Body. Das ein faltiges Grinsen um die Mundwinkel schöner ist, als ein glattgezogenes Botoxgesicht. Das ein ehrliches Strahlen in den Augen, auch erwidert wird und das man mir mein Glück gerade ansieht. Und ich bin glücklich. Überglücklich sogar.

Selbstliebe

Ich habe an diesem Wochenende wieder gelebt wie ein Kind. Ohne Wohlstandssymbole, ohne Uhr, ohne Nachdenken und Urteilen. Es hat mir gut getan, zeitlos zu sein und in den Tag hinein zu leben. Das zu tun, wonach mir gerade der Sinn steht. Mich farbenfroh zu kleiden oder bunt anzumalen, einfach weil ich mich gerade danach fühle. Ich liebe es, auf dem Trampolin zu hüpfen, auf dem Spielplatz herumzutoben, wild im Wasser zu planschen, auf Nachtwanderung oder Schnitzeljagd zu gehen. Genauso wie unter dem Sternenhimmel im Sand am Lagerfeuer zu liegen oder nach exzessivem Tanzen nackt in den See zu hüpfen.

Das alles hat mich wieder lebendig sein lassen und daran erinnert, dass das was wir in der Kindheit hatten großartig war! Das wir daran festhalten sollten und es in unserer jetziges Leben tragen sollten. Das tun was uns wirklich gut tut und glücklich macht. Nur auf das konzentrieren was uns Kraft und Lebensfreude gibt. Nur Menschen halten, die uns gut tun und um Himmelswillen erst mal nur uns selbst gefallen!

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Eine Ode an die Kindheit

So wird dieses Wochenende im Sommerjung Ferienlager für Erwachsene für mich etwas ganz Besonderes. Nicht nur eine Ode an die Kindheit, sondern auch eine Erinnerung an das Jetzt und Hier. Das Annehmen, das Verstehen, das Kreativsein und Entdecken. Das Herz öffnen und den Moment lieben.

Und als alle längst gegangen sind, sitze ich allein im Sand am See und die Tränen kullern. Tränen der Dankbarkeit für diese wunderbare Erfahrung und diese besonderen Menschen hier.

Mein Danke

Mit meinen Zeilen möchte ich auch ein herzliches Danke an das Sommerjung-Team für die Einladung zu dieser Erfahrung senden. Danke für die liebevoll gestaltete Location, das sensationelle Catering, die perfekte Orga, die phantasievoll erdachten Challenges, die herzliche Rundumbetreuung und für das perfekte Gastgebersein!

Auf diesem Weg möchte ich mich auch bei allen Teilnehmern bedanken. Ihr habt dieses Wochenende auch so sehr besonders und für mich denkwürdig gemacht. Mit euren fabelhaften Charakteren, eurem Mut, euer Unerschütterlichkeit, euer Neugier, euer Zuversicht, euer Kreativität, euerm Spieldrang, euer ganz eigenen Art euch hier einzubringen.

Danke an alle für diese außergwöhnliche Erfahrung!

Hier gehts zum Video mit allen Impressionen:

Titelbild des Blogbeitrags Littleblubag! Danke auch für die vielen tollen Momentaufnahmen und das Video.

Meine Worte an dich:

Ich möchte dich mit meinem Text an die Unbeschwertheit der Kindheit erinnern und wie wertvoll diese Zeit doch war. Ich möchte dich ermuntern, auf deine innere Stimme zu hören. Ich wünsche mir für dich wieder diese „sommerjunge“ Freiheit, das Leben zu leben, was dir gut tut und dich glücklich macht. Und wenn du nicht mehr weißt, wie das alles geht und sich anfühlt, dann probier doch mal ein Ferienlager für Erwachsene – das Sommerjung zum Beispiel.

In diesem Sinne:

#getup&rock

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Machu Picchu – Enttäuschung zwischen Touristenmassen & Spiritualität

Von einem Besuch von Machu Picchu träumen viele, doch was spürt man noch von der Magie dieses Ortes, wenn die ganze Welt dahin reist? Mich hat eine dreimonatige Reise durch Südamerika auch nach Peru geführt. Mein Traum war es diesen heiligen Ort zu besuchen und den Spirit dieses Ortes auf mich wirken zu lassen. Wie ich es erlebt und empfunden habe, erfährst du hier!

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Kraftorte und spirituelle, mystische Stätten, das fasziniert den Menschen seit Anbeginn der Zeit und lockt noch heute Tausende zu solchen Plätzen. Für manche ist so ein Ort Machu Picchu in Peru, denn er verbindet eigentlich alles, was wir mit solchen Stätten verbinden. Große Geschichte, alte verschollene Kulturen, erhabene Kulisse und Energie, die durch die exponierte Lage aus dem Kosmos empfangen werden soll.

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Copan vs. Machu Picchu

Inspiriert durch den Besuch von Copan Ruinas, einer alten Maya-Siedlung in Honduras, verspürte ich den tiefen Wunsch auch die Inka-Stadt in den peruanischen Anden zu besuchen und mich von seiner Magie fesseln zu lassen.

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Einmal in dieser Kulisse stehen, die große Vergangenheit dieses Ortes erleben und die Kraft spüren, die von diesem Ort auszugehen scheint, das war mein Wunsch. Doch leider war mein Besuch von Machu Picchu sogar nicht magisch und für mich die Enttäuschung des Jahres.

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Viele Wege führen hinauf

Wer heute nach Machu Picchu reisen möchte, der muss gut organisiert sein und Einiges an Strapazen auf sich nehmen und/ oder das nötige Geld für eine komfortable Anreise mitbringen. Denn entweder man wandert mehrere Tage hinauf zur Inka-Stadt, muss sich eine entsprechende Tour organisieren und körperlich fit sein oder man plant die Anreise mit Taxis, Bussen und Bahnen. Letzteres ist allerdings eine recht kostenintensive Angelegenheit. Uns hat allein die Anreise von Cusco aus rund 150 EUR gekostet.

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Wir hatten uns auf Grund von einem engen Zeitplan und meiner angeschlagenen Gesundheit dazu entschieden von Cusco nach Ollantaytambo mit Minibussen und von dort weiter mit dem Zug nach Aguas Calientes zu reisen und die letzten Kilometer den Bus zu nehmen.

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Unsere Anreise

Der Tag begann um 3 Uhr in der früh damit, dass wir in einen unbequemen Minibuss gequetscht waren, über holprige Straßen bretterten und den riskanten Überholmanövern des Fahreres ausgesetzt waren. Von Ollantaytambo nahmen wir dann den ersten Zug in Richtung Machu Picchu, denn alle „Experten“ rieten dazu, bei Sonnenaufgang bereits in der Anlage zu sein.

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Die Anreise mit dem Zug von Peru-Rail hatten wir uns einen Tag zuvor organisiert und Glück gehabt, dort noch ein Ticket zu bekommen. Nur weil wir in der Nebensaison da waren, war dies noch möglich. Im Gegensatz zum Ritt mit dem Sammeltaxi, erwartete uns hier ein luxuriöser Zug, mit Teppichen im Gang, feinen Stoffen auf den Sitzen und Panoramadachkuppeln und so gestaltete sich zumindest dieser Teil der Anreise als äußerst angenehm. Entlang der peruanischen Anden und reißenden Flüssen führte die Strecke durch eine einmalige Landschaft, die man einfach nur genießen konnte. Die 70 Dollar für die Zugfahrt waren hier gut angelegt.

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Die Ernüchterung

In Aguas Calientes angekommen, gab es die erste Ernüchterung. Der kleine Ort vor den Toren der ehemaligen Inka-Siedlung ist der Ausgangspunkt für fast alle Besucher und das können zu Hauptzeiten 3300 Touristen pro Tag sein. Und wie bereits erwähnt, wollen all diese Menschen, so wie wir auch, ganz früh da sein.

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Die unverschämten Preise

Nun muss man wissen, dass so ein Andrang in einem so kleinen Ort eine gewissen Hektik ausstrahlt, man mit der Masse mit schwimmen muss und den Launen der Mitmenschen ausgesetzt ist. Und auch den Preisen der peruanischen Verwalter, denn die einzige Busverbindung hinauf kostet hin und zurück unverschämte 24 Dollar, für gerade mal 6 km. Wenn man weiß, wie weit manmit dem Bus sonst in Peru für das Geld kommt, dann ist der Preis schon dreist. Mir ist klar, dass es in touristischen Gebieten mehr kostet und das bin ich auch bereit mitzutragen, aber hier hat es mir dann doch die Sprache verschlagen.

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Wir schluckten den Preis, aus gesundheitlichen Gründen und weil uns schlicht die Ausrüstung dazu fehlte. All diese Umstände drückten auf die Stimmung, aber wir versuchten uns davon nicht die Vorfreude nehmen zu lassen.

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Endlich da

Doch auch am Eingang zu Machu Picchu erwarteten uns wieder Menschenmassen, die darauf drängen endlich Einlass zu finden. Geduldig reihten wir uns ein in die Schlangen von Ticketschalter, Taschenkontrolle und Toilettenhäuschen. Wieder versuchten wir die Moral hoch zu halten. Doch nach den ersten Schritten in der Anlage war klar, dass sich die Menge der Besucher eben nicht verlaufen würde und meine Enttäuschung war mir deutlich anzusehen.

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Auf der Suche nach dem Spirit

Außer negativen Vibes von genervter Touristen spürte ich nichts von der Magie, die ich mir hier versprochen hatte. Auf vorgegebenen Wegen und in strikt einer Richtung musste man sich durch die Ruinen bewegen, sonst käme gar niemand mehr durch. Verständlich, dass man die Massen so steuern muss, um Chaos zu vermeiden. Das es einem aber auch die Freude nimmt, diesen Ort auf eigene Faust zu entdecken, war mir ab hier auch klar.

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Nur so  hatte ich es mir das nicht vorgestellt. Hier tummelten sich Touristenmassen aus aller Welt mit all ihren Eigenheiten, ihren Selfiestsicks und manchmal auch unangenehmen Angewohnheiten. Und so tat ich mich schwer mich an diesem Ort einzufinden.

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Gelernt, aber nicht erfahren

Ohne Guide und tiefergehende Kenntnisse fühle ich mich zudem etwas verloren in dieser riesigen Anlage. Ich wollte Machu Picchu verstehen. „Warum wurde die Siedlung genau hier angelegt?“, „Wie sah das Leben der Menschen aus?“, „Warum wurde der Ort wieder aufgegeben?“ all diese Fragen schwirrten in meinem Kopf herum und so entschlossen wir uns, uns einer Gruppe mit Reiseführer anzuschließen. Hier bekam ich die Antworten auf meine drängendsten Fragen und zudem einen Einblick in die Kultur der Inka und ihrer Lebensweisen.

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Doch Teil einer Gruppe zu sein, bedeutet immer auch sich nach den Anderen zu richten. Mal schneller laufen, dann wieder warten, Fotos machen oder Verschollene suchen. Soweit hat das alles seine Berechtigung, aber wieder blieb keine Zeit sich auf die Magie und die Schwingung dieses Ortes einzustellen. Wir wurden durchgeschleift durch die Anlage und am Ende war ich dann zwar klüger, aber „erfahren“ hatte ich Machu Picchu dann immer noch nicht.

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Wunsch vs. Realität

Wir alle kennen den erhabenen Blick auf diese Anlage, eingebettet in Berge und mystischen Nebel und ich stand da und empfand nichts. Dabei sollte der Besuch hier das Highlight auf unserem Peru-Trip sein. Wie heißt es: Den Göttern so nah? Ich war nur den Touristenmassen nah. War genervt von allen Selfiejüngern, von herumtrampelnden & respektlosen Weibern, permanenter Schnatterei sowie von Schubsen und Drängeln. Mir war geradezu nach weinen, denn ich hatte mir so viel erhofft von diesem Ort, der als so kraftvoll und voller Magie beschrieben wurde.

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Der Abzug der Massen

Da wir den Tag hier gut nutzen wollten, hatten wir auf den letzten Zug geplant und noch genügend Zeit in der Anlage zu bleiben. Außerhalb der eigentlichen Ruinen kann man sich einigermaßen frei bewegen und auch noch rund um die Anlage wandern. Die Zeit abseits der Massen und in der Natur tat gut und ich wurde versöhnlicher. Was wohl auch daran lag, dass sich ab 15 Uhr die meisten Touristen auf den Rückweg machten und die Anlage nun endlich für mich erträglicher wurde.

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Erst jetzt bekam ich auch Lust hier überhaupt zu fotografieren und so machten wir unsere Erinnerungsfotos, aber ohne dabei jemandem die Augen mit dem Selfiestick auszustechen. Außerdem suchten wir uns einen kleinen Rastplatz. Hier, etwas abseits und in Ruhe, genossen wir dann endlich mal den Blick auf Machu Picchu, seine Lamas und die Bergkulisse. Ein schönes Panorama, welches zu meiner Freude nun auch weniger Wimmelbildcharakter hatte. Wohl gemerkt, ab 15 Uhr und nicht in der Früh!

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Wie gehabt…

Doch diese Freude hielt nicht lange, denn bei unserer Abreise setzte sich der Tag fort, wie er begonnen hatte. Mit Menschenmengen, auf Tourismus angepasstes Essen, überteuerten Preisen und zur Krönung wieder ein vollgestopftes Sammeltaxi mit rabiatem Fahrer.

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Mir fehlte zu dem Zeitpunkt aber schon jede Kraft, noch zu intervenieren und nach einem risikoärmeren Fahrstil zu bitten. Gegen 23 Uhr waren wir zurück in Cusco und anstatt an Energie gewonnen zu haben und mich nach dem Besuch von Machu Picchu glücklich zu fühlen, war ich ausgelaugt, genervt und maßlos enttäuscht von diesem Tag und diesem Ort.

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Verkehrt geplant?

Auch jetzt frage ich mich noch, ob es unsere Schuld war, dass wir die Inka-Siedlung nicht so hatten genießen und erleben können, wie wir sie uns vorgestellt hatten. Hätten wir den Trail laufen sollen? Hätten wir in Aguas Caliente übernachten sollen, um uns Wegsstrecke zu sparen? Hätten wir erst um 15 Uhr da sein sollen, wenn die Massen längst abgewandert sind?

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Man kann sicherlich auch anders planen, aber ich glaube immer noch, dass es daran nicht lag. Wir waren ja schon extra in der Nebensaison da und hatten den ganzen Tag vor Ort eingeplant, um die Anlage in Ruhe erkunden zu können. Es war einfach diese erdrückende Masse an Touristen, die wie schon beschrieben, oft keinen Respekt vor diesem Ort hatte.

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Wir sprechen hier immerhin von einem heiligen Ort! Machu Picchu gründet auf der Verbundenheit zwischen Göttlichem, der Inka-Kultur und der exponierten Lage in den Anden. Wer dahin reist, sollte zumindest dieses Wissen mitbringen und auch den entsprechenden Respekt. In Kirchen, Moscheen oder Tempeln spielt man sich doch auch nicht so rücksichtslos, arrogant und respektlos auf. Und natürlich zerstört es auch den Spirit, wenn 3000 Menschen durch die Anlage drängen. Wie man auf der folgenden Abbildung ganz gut sieht:

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Wenn keine Rücksicht genommen wird auf Absperrungen oder Bedürfnisse Anderer, wenn gedrängelt oder gelärmt wird, wenn Selfiesticks und die richtige Pose mehr zählen, als das Erleben dieses Ortes, dann kann man guten Gewissens sagen, dass es nicht an unserer Planung lag.

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Ich wünsche Machu Picchu Frieden

Ich wünsche diesem Ort einen regulierteren Eintritt, ja vielleicht sogar mal wieder touristenfreie Zeiten und eine Rückbesinnung auf das was Machu Picchu einst so besonders gemacht hat, eine Stätte der Spiritualität zu sein, nähmlich. Der Verbundenheit mit der Natur, den Sternen, dem Menschsein und dem Göttlichen. Ich hoffe das diese Inka-Siedlung wieder Frieden findet und nur von Menschen besucht wird, die ihren wahren Wert kennen und auch so mit ihm umgehen.

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Mir ist klar, dass es für viele Reisende noch ein Traum ist zu Machu Picchu zu erleben. Ich möchte mit meinen Zeilen auch niemanden davon abhalten, sondern einfach nur beschreiben, wie es sich für mich angefühlt hat. Vielleicht hilft das auch, mit etwas weniger Idealismus an so einen Ort zu reisen, um später nicht enttäuscht zu sein.

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Alle meine Machu Picchu Fotos findest du in meinem Flick-Album. Ich habe damals drauf geachtet, möglichst keine Fotos zu machen, die diese Menschenmassen abbilden. Deshalb sieht die Kulisse, mit ein paar Ausnahmen, trotz des Wiederspruchs zum Text relativ leer aus. Aber ich denke diese Ausnahmefotos reichen auch aus, um einen ungefähren Eindruck von der Fülle der Menschen zu bekommen.

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Wer ganz genaue Infos zur An- und Abreise möchte, der wird im LINK fündig.

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Machu-Picchu-Enttäuschung

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Frau auf Jeep in Afrika

Wie sicher ist es nach Afrika zu reisen?

Afrika gehört ganz sicher zu den aufregendsten, atemberaubendsten und abwechslungsreichsten Reisezielen der Welt und gilt gerade auch deshalb als der schönste Kontinent unseres Planeten. Trotzdem scheuen sich viele Urlauber diesen Kontinent zu bereisen. Ich räume mit Vorurteilen und Ängsten auf und mache dir Mut für dein großes Afrika-Abenteuer!

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Der Kontinent der Superlative

Afrika – das ist für viele leider immer noch das große unbekannte und oft auch angstmachende Land. Dabei ist es gar kein Land, sondern ein facettenreicher und riesiger Kontinent – der Niemanden pauschal verängstigen sollte. Hier warten einzigartige Landschaften  mit faszinierenden Regenwäldern, rotgetünchten Wüsten, ausgedehnten Savannen, malerischen Traumstränden und einer Unterwasserwelt die ihres Gleichen sucht.

Auch gilt Afrikas artenreiche Tierwelt in seiner Form als einzigartig: Mehr als 1.100 Säugetiere und 2.400 Vogelarten leben in den zahlreichen Wildschutzgebieten und in den weiten Steppen des Kontinents. Von majestätischen Elefanten über putzige Pinguine oder riesige Meeressäuger – in Afrika kannst du ihnen begegnen.

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Fakten über Afrika

Der Kontinent erstreckt sich auf ca. 30,3 Millionen km² und über 54 anerkannte Staaten. Es leben über eine Milliarde Menschen dort und mit ihnen so viele verschiedene, lebendige Kulturen. Jede dieser Lebensformen hat seinen ganz eigenen, individuellen und vor allem interessanten Charakter und genau das macht Afrika als Reiseziel so spannend.

Mit meinen Zeilen möchte ich allen Mut machen, diesem Kontinent eine Chance zu geben und das Vielseitige was Afrika zu bieten hat, für sich zu entdecken und sich in keinem Fall durch Meinungsmache abschrecken zu lassen.

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Der Kampf mit den Vorurteilen

Wenn man eine Reise nach Afrika plant, wird man oft überhäuft mit Vorurteilen und wilden Spekulationen von Bekannten. Dabei haben genau diese Menschen ihr Wissen nur irgendwo aufgeschnappt, aber sind nie selbst auf diesem großartigen Kontinent gereist.

Ich habe unzählige Reisen ins nördliche wie südliche Afrika unternommen und habe sogar dort gelebt. Zu lebendig sind mir genau diese Ratschläge von Anderen, über die ich jetzt nur schmunzeln kann.

Selbst mein kleiner Bruder hat lange geglaubt, ich wohne hinterm Busch in einer Lehmhütte, während ich im modernen Kapstadt lebte.Durch solche Aussagen wird mir immer wieder klar, wie verfestigt sich das Bild über „das Afrika“ in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat. Natürlich findet man Lehmhütten und Schotterstraßen in Afrika, aber das ist nur eine winzige Facette. Ebenso findet man moderne Metropolen, durchweg geteerte Straßen, Großkonzerne und luxuriöse Shoppingcenter dort, die uns in nichts nachstehen. Doch dieses Bild ist oft noch nicht angekommen.

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Sicherheit in Afrika

Ebenso sieht es in den Köpfen der Menschen aus, wenn es um die Frage nach Sicherheit in Afrika geht. Doch auch hier kann und vor allem darf nicht pauschalisiert werden. Zur Erinnerung, wir  reden hier über einen riesigen Kontinent mit über 50 Ländern, verschiedenster Ethnien und Lebensweisen.

Gerne wird als Argument gegen das Reisen in Afrika, die Aidsrate, angeführt. Hier in Deutschland gibt es auch 70.000 Menschen, die mit Aids oder HIV infiziert sind und ebenso werden die Viren nur über Blut oder anderen Flüssigkeiten übertragen. Und im normalen Umgang miteinander kommen wir doch nie in Kontakt mit ihnen. Warum sollte es dann in Afrika anderes sein? Für mich kein haltbares Argument.

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Verhältnismäßigkeit

Das Beispiel Ebola-Virus: Dieses betraf plötzlich den ganzen Kontinent und nicht mehr nur in der Hauptsache die Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone. Ein fataler Fehler! Übertragen wir das mal gedanklich auf Deutschland und die Tierhaltung.

Man stelle sich vor, in einem Hühnerstall in Bayern bricht die Vogelgrippe aus und ganz Europa wird unter Quarantäne gesetzt. In welcher Verhältnismäßigkeit steht das? Genauso verhält es sich mit Afrika. Man muss sehr genau differenzieren, wo tritt das Problem auf und nicht pauschal einen ganzen Kontinent abstrafen.

Wer sich um die Gesundheit in einigen Ländern Gedanken macht, der sollte sich zunächst über die Seiten des Robert-Koch-Instituts informieren. Je nach Empfehlung des Portals würde ich dann noch den Rat eines Tropenmediziners ersuchen, wenn ich mir unsicher bin.

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Beispielhaft möchte ich von meiner Botswana-Reise erzählen. Jeder in meinem Umfeld meinte es gut und empfahl mir durchweg eine Malarie-Prophylaxe einzunehmen, weil Botswana ja so gefährlich sei. Ich besprach mich in Deutschland mit Ärzten, die mir die Tabletten nur als Standby-Medikament empfahlen. Das bedeutet, dass man die Medizin nur einnimmt, wenn man Symptome zeigt. Da ich immer noch verunsichert war, bin ich auch in Botswana zum Arzt gegangen und habe mich vor Ort beraten lassen. Mit dem gleichen Ergebnis! Die Panikmache meines Umfeldes gründete sich nicht auf Fakten und Erfahrungen, sondern aus medialem Halbwissen. Daraus gelernt habe ich, dass ich mich fortan richtig belese und mich von  Fachleuten beraten lasse, wenn ich vorhabe in ein Land zu reisen, für das eine Medikamentation angeraten wird.

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Kriminalität auf dem afrikanischen Kontinent

Genauso verhält es sich im Bereich Kriminalität. Auch hier rate ich dringend ab, ein pauschales Urteil zu fällen. Jedes Land ist anders – begründet auf seiner Historie, den kulturellen Gegebenheiten und der Mentalität der Menschen. Selbst innerhalb eines Staates kann es Unterschiede zwischen risikoreich bis sicher geben. Das ist in Frankfurt, Hamburg, Berlin nicht anders als in Regionen Afrikas.

Auch hier empfehle ich sehr objektiv die einzelnen Länder, Landstriche und Schwerpunkte anzuschauen. Findet Kriminalität zum Beispiel nur in einem bestimmten Mileu statt? Ist es politisch motiviert und kommen Touristen überhaupt nicht in Kontakt damit? Ihr werdet euch im Gegenteil zu der jetzt vielleicht vorhandenen Angst vor Afrika, später in manchen Gegenden so sicher und wohl fühlen, wie ihr es nie zuvor erlebt habt.

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Fragen über Fragen

Erste Anlaufstelle sollte hier das Auswärtige Amt sein, um sich einen Überblick zu verschaffen. Wer sich dann noch unsicher ist, der sollte das Internet zur Recherche heranziehen. Besonders möchte ich dir da spezielle Facebook-Gruppen ans Herz legen. Die Community wird dir Fragen beantworten und du kannst auch ihre Posts und Tipps nutzen, dich optimal vorzubereiten. Damit habe ich sehr gut Erfahrungen gemacht. Oft bekomme ich so Rückmeldung von Reisenden, die gerade da waren oder auch von Einheimischen, die mir Sicherheits-Tipps geben. Und bisher war ich so immer sicher – auch allein als Frau – in Afrika unterwegs. Sei es im muslimischen Tunesien, in das man angeblich als blonde Frau nicht alleine reisen sollte oder aber auch in Südafrika was ohnehin als Land mit hoher Kriminalität gilt. Ich bin immer sicher gereist!

Ich habe mich als Frau alleine dort bewegt und möchte euch die Bedenken davor nehmen. Als Reisender in Afrika ist es in erster Linie wichtig, dass man seinen Wohlstand nicht zeigt, nicht naiv ist und auf die ungeschriebenen Gesetze befolgt. Damit meine ich, das man auf den Rat der Einheimischen hören sollte: Wenn mir davor abgeraten wird nachts zu fahren, sei es wegen Wildwechsel oder Kriminalität, dann halte ich mich daran.

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Meine Tipps, wie du sicher in Afrika reisen kannst:

·      Trag deinen Wohlstand nicht zur Schau
·      Sei wachsam
·      Halte das Fahrzeug geschlossen, wenn dir dein Bauchgefühl ein Warnsignal gibt
·      Vermeide nach Möglichkeit Nachtfahrten – besonders auch wegen Wildwechsel
·      Meide große Menschenansammlungen, z.B. bei Demonstrationen
·      Lass keine Wertsachen offen im Fahrzeug liegen

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Zum Einstieg

Mit diesen Strategien bin ich bisher immer sicher gereist und kann dich nur ermutigen, deine Angst vor Afrika abzulegen und diesem Kontinent eine Chance zu geben.
Wenn du ein noch unerfahrener Reisender bist, empfehle ich dir eine organisierte Tour in Afrika. Hier genießet du den bestmöglichen Schutz der Gruppe und des Organisators. Gerade für Singles ist eine so genannte „Join in“ Reise ideal.

Diese Länder Afrikas gelten, wenn auch mit Einschränkungen, sicher für Touristen:

·      Swasiland
·      Ghana
·      Uganda
·      Tunesien
·      Marokko
·      Namibia
·      Gambia
·      Tansania
·      Togo
·      Liberia
·      Südafrika
·      Ägypten
·      Lesotho

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Einstigshilfe

Wenn du noch ein Afrika-Einsteiger bist und nicht weißt, welches Reiseland für dich das Idealste ist, dann lies doch mal meine Artikel zu verschiedenen Ländern in Afrika oder sprich mich direkt an! Ich bin immer für Rückfragen zu erreichen. Via Mail oder auch via Skype.

Weiterführende Informationen findest du auch hier:

·      Auswärtiges Amt (Reise- und Sicherheitshinweise)
·      Robert-Koch-Institut (Informationen zu Impfungen und gesundheitlichen Gefahren)
·      Deutsche im Ausland e.V. (Kontaktdaten aller deutschen Botschaften in Afrika)
·      Bundeszentrale für politische Bildung (Hintergrundinformationen zu den Konflikten auf dem afrikanischen Kontinent)

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Fazit:

Ich hoffe ich konnte dir deine Bedenken nehmen und dich ermutigen Afrika mit anderen Augen zu sehen und endlich deine Traumreise dahin zu planen. Eine „Warnung“ möchte ich dann aber doch noch aussprechen und das ist die vor dem „Afrika-Virus“. Aber keine Sorge der ist völlig harmlos. Das Einzigste was er auslöst ist das brennende Gefühl immer wieder nach Afrika reisen zu müssen. Die meisten, wie auch ich, sind stolz ihn in sich zu tragen. Meint es doch nur, dass man die Liebe für diesen großartigen und faszinierenden Kontinent für sich entdeckt hat und die Sehnsucht nach Afrika immer wieder aufflammt. In diesem Sinne: „Hakuna Matata – Sichere Reise“

Ein persönliches Nachwort: Natürlich gibt es ganz viele Motive die für Afrika stehen – für das Grüne ebenso wie das Tropische. Ich habe mich in dem Artikel ausschließlich aus meinem Namibia-Bildarchiv bedient, weil ich mir eine einheitliche Bildsprache gewünscht habe. Außerdem habe ich bewußt auf Menschenbilder oder einfache Hütten verzichtet, weil ich nicht mit Vorurteilen spielen und einzig die landschaftliche Schönheit zeigen wollte.