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Warum du tanzen solltest, wenn du glücklich bist

Da stehe ich nun in der Landschaft, hoch auf einem Mäuerchen an einer kleinen maltesischen Bucht und ich tanze, tanze, tanze. Einfach so, weil ich glücklich bin und diesen Gefühl rauslassen muss. Ob mir das denn gar nicht peinlich ist? Na sicher nicht. Warum auch? Ich fühle mich genau danach. Ich lasse zu, was mir gut tut und du solltest das auch tun, wenn du glücklich werden willst!

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Die Sonne scheint, das Meer leuchtet türkisblau und ich habe mein schönstes Strahlen im Gesicht, denn ich bin glücklich hier. Glücklich genau an diesem Ort zu sein und den Moment so tief genießen zu können. Ich liebe Musik, Tanzen, Reisen, schönes Wetter und das Rauschen des Meeres. Warum also sollte ich dieses Glücksgefühl hier nicht auch ausleben? Eigentlich wollte ich weiter die Insel entdecken, aber diese kleine Mauer vor dieser fabelhaften Bucht hat es mir einfach angetan. Ich klettere mit etwas Mühe hinauf, streife die Schuhe ab und sofort bewegt sich meine Hüfte zum Sound der Musik die aus meinem Autoradio tönt.

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Ich schließe die Augen, hebe die Arme in die Luft, mein Kopf kreist und die Wellen der Musik durchströmen meinen ganzen Körper. Der Beat gibt die Moves vor. Die Füßchen wippen zum Takt und jede Zelle meines Körpers tanzt jetzt mit mir. Die Mauer ist jetzt meine Bühne und meine Tanzfläche und ich blende völlig das, was um mich herum geschieht. Ist sowieso niemand hier. Okay ein paar Fischer, hin und wieder passiert ein Auto und auf der einfachen Hütte hinter mir ein Handwerker – aber niemand interessiert sich für mich und darum geht es auch gar nicht. Dieser Moment gehört mir. Ich tanze für Niemanden, außer mich.

Glück ist ein Insidejob

Etwas was man nur durch seine innere Einstellung erreicht. Klar, können andere einem eine Freude bereiten. Kann ein Partner auch Glück bedeuten. Aber dieses tiefe, innere Gefühl entsteht indem du siehst, was dich erfüllt, dir Freude bereitet und dein Herz zum Schwingen bringt. Wer schöne Momente erkennt und genau dann auch Gefühle zulässt, wird Glück empfinden, da bin ich fest überzeugt. In diesen Augenblicken möchte ich dann einfach nur tanzen und genau dieses Empfingen zum Ausdruck bringen.

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Für mich sind Glücksmomente oft Momente in der Natur, wenn ich Tieren begegne, an erstaunlichen Orten bin oder außergewöhnliche Beobachtungen mache. Wenn ich mit wertvollen Menschen zusammen bin, einen Seelenort gefunden habe oder etwas beobachte was mein Herz erfüllt. Das kann ein Spatz beim Bad in der Pfütze sein, ein Kinderlächeln aber auch die Aura von mystischen Stätten wie Copan Ruinas.

Authentizität rockt

Bist du jetzt etwa verwundert, dass es keine teuren Geschenke sind? Die finde ich natürlich auch toll, ohne Frage, aber tief bewegt haben sie mich nie. Das schaffen nur Erlebnisse. Etwas Authentisches, Reales, Fühlbares. Dann steigt diese Wolke aus Glück in mir auf, zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht und lässt meine Augen strahlen. Kommt dann Musik dazu, dann muss ich einfach tanzen. Egal wo ich gerade bin und wer mir gerade dabei zusieht.

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Aber das war nicht immer so! Früher war ich viel zu kopfbestimmt und hab mich von Stimmen leiten lassen, die sagten „Das kannst du aber jetzt nicht bringen. Hier tanzt man nicht!“ Pahhh! Warum denn nicht? Weil es nicht in unsere freudlose Welt passt? Weil ihr euch nicht traut? Weil es nicht alle tun?

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Ich bin nicht alle. Ich bin ich und ich tanze, wenn ich glücklich bin und du solltest das auch! Egal wie es aussieht und was Andere über dich denken könnten. Du allein kannst dich glücklich machen. Du solltest das für dich tun, weil es dich erfüllen wird. Weil das Tanzen ein Glücksbooster ist. Weil diese Liebe zu dir, dich in jeder Zelle durchströmen wird, wenn du deine Gefühle einfach mal zulässt und tanzt.

Feel the groove

Musik muss man fühlen, sich danach bewegen und daraus entsteht dann Tanz. Wer dabei „denkt“, hat verloren. Seine Gefühle in Bewegungen zu transformieren macht einen „guten“ Tänzer aus, weil man ihm ansieht, was ihn so empfinden lässt. Dabei sind es nicht besondere Moves oder einstudierte Schritte, sondern genau diese Symbiose aus Sound, Bewegungen und tiefen Gefühlen. Und gut ist sowieso relativ, denn nur du allein musst dich gut fühlen. Schau mal ins Video, da sieht man genau was ich meine! Er hat sein Glück auch am Meer gefnden, ist glücklich und tanzt einfach…

Im Jahr 2010 hatte ich eine Traumreise nach Kapstadt gewonnen. Damit erfüllte sich für mich einer der größten Wünsche überhaupt. Der Trip hatte alles und ich war überglücklich so viel Großartiges erleben zu dürfen. In einer ruhigen Stunde unseres Trips ging ich raus auf die Promenade am Meer. Ich hatte Musik in meinen Ohren und war berauscht von dem Moment. Ich stand da am Ozean von dem ich so lange geträumt hatte. In den letzten Tagen hatte ich wundervolle Menschen um mich und durfte einzigartige Erfahrungen machen. Ich war tief dankbar für das Erlebte. Und dann war es da, dieses Glück! Ich lachte und weinte gleichzeitig, weil mich die Emotionen überwältigten. In diesem Moment tanzte ich das erste Mal in der Öffentlichkeit, abseits einer Tanzfläche.

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Vor mir war die Weite des Ozeans, in mir dieser beeindruckende Frieden und alles Andere drum herum hatte ich ausgeblendet. Ich strahlte, ich tanzte, ich sprühte vor Energie und Leben. Als ich dann doch mal wieder meine Augen öffnete, war da nicht etwa eine zu erwartende Abneigung mir gegenüber. Ich wurde weder schief angeschaut, noch beleidigt oder blöd angemacht worden. Das Gegenteil war der Fall.

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Die Lebensfreude übertrug sich auf die Menschen in meiner Umgebung und das was ich ausgestrahlt habe, kam zu mir zurück. Ich wurde ebenso angelächelt, erhielt ein paar Daumenhoch oder sogar noch aufmunternde Worte. Es sollte nicht das einzige Mal auf dieser Reise sein, das ich tanzte. Das ich einfach das machte, was mich glücklich macht.

Bauch über Kopf

Nur mein bester Freund und Reisebegleiter verstand das nicht. Während die Mitmenschen auf mich durchweg positiv reagierten, war ich ihm zumeist peinlich. Ich begann ihm zu erklären, dass es reine Kopfsache ist. Das wir konditioniert sind, das zu tun was Andere tun, aber nicht mehr das, was uns glücklich macht. Ich ermunterte ihn es auch zu versuchen und irgendwie tat er das dann auch, aber wohl nur mir zu liebe.

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Seit diesem Tag am Meer in Kapstadt tanzte ich häufiger. Morgens, mittags, abends und überall dort wo meine Seelenorte waren. Und immer wenn ich das tat, war es nicht nur ein Glücksverstärker für mich. Ich steckte Menschen mit meiner guten Laune an, brachte sie dazu zu lächeln und einen Moment die eigenen Sorgen zu vergessen. Und nicht nur das. Ich brachte sie sogar dazu selbst zu tanzen.

We will be dancing

Wir schreiben das Jahr 2017. Wieder war ich in Kapstadt meiner Lieblingsstadt, am Chapmans Peak Drive meinem Herzensort. Die Sonne war gerade unter gegangen und ich tanze alleine hoch auf einer Mauer über den Felsen. Nach ein paar Minuten die ich da so herumtänzelte, tauchte neben mir eine Gruppe junger Leute auf, die in der Umgebung gepicknickt hatten. Wie sie hatte ich mein Auto an der Parkbucht abgestellt, nur schallte aus meinem Radio die neueste DJ-Mucke. Kurz zuckte ich zusammen bei ihrem Auftauchen. Wieder war ganz kurz der Gedanke da, ob ich das grad hier bringen kann. Aber ich tanze weiter. Zu schön war der Moment. Und dann geschah es! Die Gruppe näherte sich mir und fing an, einfach mitzutanzen! Und wenig später stießen wir mit ein paar Drinks sogar noch auf das Leben und diesen Augenblick an! Perfekt nicht wahr?

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Und jetzt bin ich hier in Malta. Neben mir hält ein Auto mit einem Mann der vorhin schon an mir vorbei gefahren ist. „Er schimpft mich bestimmt gleich“ denke ich mir, als er sein Fenster runterschraubt. „Mädchen, du musst doch total ausgetrocknet sein vom Tanzen in der Sonne! Hier, ich hab ein paar Erdbeeren für dich. Nimm sie und lass es dir schmecken.“ höre ich ihn sagen. Ich bin platt! Ich hab ja viel erwartet, aber von einem bestimmt 90ig Jährigen, aber so eine Geste, haut mich nun doch völlig um und ich bin sichtlich gerührt.

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Ich tanze weiter, denn auch dieses Erlebnis hat mich noch glücklicher werden lassen, als ich es ohnehin gerade bin. Über Stunden bin ich hier und gebe mich meinen Gefühlen hin. Feiere das Leben, den Moment und das positive Feedback was ich gerade bekomme. Denn der alte Herr ist nicht der Einzige, der mir sein Wohlwollen zeigt. Nun muss man auch wissen, dass ich keine Shakira bin mit perfekten Hüften, sondern eher so eine Adele nur ohne Stimme. Um so erstaunlicher finde ich es auch immer, dass ich trotzdem so angenommen werde, wie ich bin und so viel Positives erfahre.

Nix da Botoxdrossel

Wer sich also vom Tanzen abhalten lässt, weil er denkt nicht perfekt zu sein, dem sei gesagt: Alles Bullshit! Glück ist einfach das Schönste was man tragen kann und wenn man schon mal so ne Botoxdrossel lachen sehen hat, weiß man wovon ich spreche. *zwinker*

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Mich hält inzwischen nichts mehr davon ab glücklich zu sein und das auch zu zeigen. Egal ob unter der Dusche daheim, auf dem Supermarktparkplatz oder im Stadtpark – ich tanze und lebe wann immer ich Lust darauf habe. Das Leben ist zu schön und zu kurz, um sich Gedanken darüber zu machen, wie Andere in ihrer beschränkten Welt darüber denken. Glück entsteht, wenn wir es zulassen. Wenn uns glücklich machen. Wenn wir aufhören nach den Regeln und Ansagen der Anderen zu leben und genau deshalb solltest auch du tanzen, wenn du dich danach fühlst!

Tanze, basta!

Wann immer ich jetzt weit weg bin und tanze, schicke ich meinem besten Freund eine Nachricht: „Ich tanze wieder“ Und wisst ihr was? Auch er hat seine Meinung dazu geändert: „Ich verstehe nun, warum du tanzt und freue mich mit dir!“ Ist das nicht schön? Selbst meinen größten Kritiker konnte ich also doch noch vom „Tanzen wegen Glücklichkeit“ überzeugen und vielleicht probierst du es ja auch mal aus?

In diesem Sinne:

#getup&dance

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Sommerjung Ferienlager für Erwachsene – eine Ode an die Kindheit

Das Schöne an der Kindheit war die Unbeschwertheit des Lebens. War die Leichtigkeit des Hier und Jetzt. War das Experimentieren, sowie die Freiheit alles auszuprobieren wonach uns der Sinn stand. War das Ausschalten des Kopfes und das Machen ohne zu hinterfragen. War das Annehmen von Dingen und Menschen, ohne zu urteilen und zu beurteilen. War das Springen ins kalte Wasser und das Leben ohne Limit.

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Nur, wann haben wir aufgehört so zu leben?

Als Kinder gab es für uns eigentlich nur eine Zeitrechnung und die hieß „Jetzt“. Vergangenheit spielte keine Rolle und Zukunft war sowieso unvorstellbar weit weg. Wir nahmen uns die Freiheit einfach alles ausprobieren zu können und eigene Erfahrungen zu sammeln. Das Leben war ein riesiges Abenteuer, denn alles war neu und wunderbar. Wir waren geradezu gefordert allem auf den Grund zu gehen, ausprobieren und uns daran zu messen.

War da ein Baum, von dem aus wir in die Weite schauen konnten, dann sind wir hinauf geklettert. Gab es eine Pfütze, dann sind wir hinein gesprungen. War da ein Stein, der übers Wasser geworfen werden konnte, dann haben wir das gemacht. Wir haben Gänseblümchen die Blätter ausgerissen und Pusteblumen fliegen lassen. Wir sind freihändig Fahrrad gefahren, haben Fische im Bach gefangen und uns auch mal geprügelt, wenn es etwas zu klären gab.

Wir haben Andere nicht danach beurteilt, welche Schuhe sie tragen oder welches Handy sie benutzen. Einzig zählte, ob sie offen waren unsere Spielkameraden zu sein. Wir haben uns nicht morgens beim Aufwachen schon einen Plan vom Tag gemacht, der genau vorgab, wann wir uns mit wem trafen, um etwas zu erleben. Wir sind einfach aufgestanden und haben gemacht, wonach uns der Sinn stand.

Und heute

Heute sind wir durch getaktet, strukturiert, überlegt, bestens gegen alles versichert und haben einen Plan bis zur Rente und darüber hinaus, versteht sich. Nur Spaß am Leben, den haben wir nicht mehr. Der ging irgendwo auf dem Weg zum Erwachsenwerden verloren. Jetzt hecheln wir verzweifelt vermeintlichem Glück hinterher, betäuben uns mit Konsumgütern, blenden mit Selfies von Haus, Auto & Urlauben, umgeben uns mit falschen Freunden, berauschen uns an schnellen Autos und One-Nigh-Stands, leben auf Kosten Anderer, ertränken unsere Traurigkeit in Alkohol und versuchen uns mit Lebenshilfebüchern zu retten.

Wir beurteilen Menschen nach dem Wert ihres Handys, nicht nach ihren Talenten oder ihrem Wesen. Wir klären nichts mehr von Angesicht zu Angesicht, sondern reden hinter dem Rücken und schicken eine Armada von Anwälten für uns in den Kampf. Wir pöbeln in sozialen Netzwerken, haben aber nicht mehr den Mut für das auf die Straße zu gehen, was uns wichtig ist. Wir haben keine Ideale mehr, für die wir bereit wären, auch mal Prügel einzustecken. Nicht mal für verbale Prügel.

Einfach ehrlich

Mein erstes blaues Auge kassierte ich im Sandkasten mit 5 Jahren. Ich wollte vehement mein Spielzeug nicht teilen. Also platsch habe ich mit der Schippe eine über bekommen. Sicher nicht die feine Art, eine im wahrsten Sinne des Wortes versandete Diskussion zu beenden, aber es war eine ehrliche Antwort auf meine Sturheit. Eine Lektion die ich gelernt hatte, wenn auch schmerzlich. Zurückblickend bin ich dankbar für diese Erfahrung und manchmal wünsche ich mir jetzt so eine Klarheit. Nein, das soll kein Aufruf zu Gewalt sein. Um Gottes Willen nicht. Nicht von mir als friedliebendem Menschen.

Ich meine einfach die Ehrlichkeit die darin steckt. Heute eiern wir rum, lassen andere unsere Konflikte austragen, benutzen unfaire Mittel oder moppen uns die unliebsamen Menschen einfach weg, anstatt klärende Gespräche von Angesicht zu Angesicht zu führen. Und ja, ich vermisse diese Zeit, an der das Leben noch einfach war und sich direkt klären lies. Und nicht nur das.

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Die Freiheit des Handelns

Ich vermisse es auch, einfach das zu tun, worauf ich Lust habe, ohne mir ständig über die Konsequenzen im Klaren sein zu müssen. Was passiert mir, wenn ich eine Risiko-Sportart anfange, auf der Autobahn mal zu schnell fahre, über einen morschen Baum über den Fluss balanciere, mal bei Rot über die Ampel laufe, meinen unfairen Boss mal die Meinung geige, mal ungesund esse, mal 5 gerade sein lasse?

Immer und sofort setzt das Denken und Hinterfragen ein. Bevor wir etwas Neues probieren machen wir uns sogar Gedanken darüber, ob wir dämlich dabei aussehen könnten. Haben wir uns das früher auch gefragt? Ganz sicher nicht. Die Medien, die Gesellschaft und die Wertevorstellungen haben uns geprägt. Phrasen von „Das gehört sich nicht als Mädchen“ bis „Was soll mal aus dir werden“ haben uns irgendwann einknicken lassen, unseren eigenen und selbstbestimmten Weg zu gehen.

Was aus uns geworden ist

Wir hecheln vermeintlich besseren und höher bezahlten Jobs hinterher, kriechen den falschen Leuten in den Hintern und schieben Überstunden für Lau. Um zu beeindrucken und mithalten zu können, opfern wir auch noch Zeit nach Feierabend und am Wochenende und vernachlässigen dafür unsere „Ich-Zeit“, Freunde und Familie. Nein, wir sind nicht der heldenhafte Feuerwehrmann geworden, von dem wir einst geträumt haben, weil uns eingeredet wurde, dass eine Ausbildung auf der Bank viel besser sei. Wir sind nicht Tierpflegerin im Zoo geworden, weil wie Mutti sagte, ein Job im Marketing ja bessere Zukunftsaussichten hat. Keiner hat uns damals gesagt, dass diese Jobs zwar gut bezahlt, aber in der Regel nicht erfüllend sind.

Erfüllung, die wir uns als Kinder, von unseren zukünftigen Arbeitsverhältnissen, versprochen hatten. Menschenleben retten, gutes Tun oder Tiere pflegen hat keinen gesellschaftlichen Wert mehr. Genauso wenig wie Berufe als Krankenschwester, Altenpfleger oder Polizist. Angesehen bist du als CEO, da spielt es gar keine Rolle wofür. Der Titel zählt, nicht der Inhalt. Genauso inhaltslos ist dann auch die Befriedigung die wir in solchen Rollen finden. Eine zeit lang mag der Gehaltsscheck darüber hinweg trösten, dass wir unsere Ideale auch hier verkauft haben. Aber irgendwann kommt das schleichende Gefühl und das schreien im Kopf wird immer lauter: „Was mache ich hier eigentlich?“ Mein Leben leben, ganz sicher nicht. Wir leben das Leben der Anderen. Das, was die Gesellschaft und unsere Familien von uns verlangen. Wir funktionieren. Tag ein Tag aus. Sind die Sklaven unseres Konsums geworden.

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Die auferlegte Bürde

So viele Menschen zerbrechen unter dieser Bürde. Sie leiden an Depressionen, flüchten sich in Kaufrausch, Spielsucht, Alkohol oder Tabletten. Die Statistiken sprechen eine klare Sprache. Genauso wie die Gesichter auf der Straße. Ich nenne sie gerne Zombies. Wie leblose Hüllen wandeln diese Menschen auf unseren Straßen. Da ist kein Leuchten mehr in den Augen, kein Strahlen im Gesicht und kein Lächeln auf den Lippen. Augenkontakt? Weit gefehlt! Der Blick ist gesenkt, die Körperhaltung spricht Bände. Von Gestik keine Spur.

Und ich frage mich, warum sie es selbst nicht merken. Schauen sie sich nicht im Spiegel oder in Schaufensterscheiben an? Sehen sie denn nicht, dass sie nur noch funktionieren, aber nicht mehr teilnehmen an alle dem Schönen, was diese Welt zu bieten hat? Warum kündigen sie nicht die Jobs, die sie unglücklich machen? Warum verlassen sie nicht den Partner der sie nur benutzt? Warum leben sie nicht mehr so unbeschwert wie in ihrer Kindheit?

Nicht gesellschaftsfähig

Auch ich habe schon viel zu oft Jobsituationen mit cholerischen Chefs oder missgünstigen Kollegen ertragen. Auch ich habe mich Dinge aus dem Sicherheitsgedanken heraus nicht getraut. Auch ich hing in lieblosen Beziehungen fest. Nur das alles mit dem Unterschied, ich habe es gemerkt und etwas verändert. Dafür wurde ich zwar von der Gesellschaft abgestraft als „nicht beziehungsfähig“, „nicht belastbar“ oder „nicht konstant“.  Aber alles Bullshit! Wer mich kennt weiß, dass ich nur einfach nicht alles mit mir machen lasse.

Ich bin stolz darauf Dinge anders zu machen und eben kein lebloser Zombie zu sein. Meine Augen strahlen noch und ich kann das Schöne in der Welt sehen. Ich brauche keine Drogen, bin nicht depressiv und zu Alkohol muss ich auch nicht greifen. Ich bin mir treu geblieben, auch wenn es manchmal hart ist solche Dinge über sich zu hören. Aber, ich bin gewachsen an meinen Aufgaben und habe Liebe zu mir selbst gefunden. Nur manchmal ertappe ich ich, in alte Muster zu verfallen. Mich nicht zu trauen, weil ich ein Mädchen bin, Situationen auszuhalten weil es für den Lebenslauf besser wäre oder Dinge herunter zu schlucken, weil es dem allgemeinen „Frieden“ dienlich sein könnte. Aber dann gibt es auch Momente die mich daran erinnern, wie es eigentlich richtig ist und dann lebe ich auch wieder danach.

So auch beim Sommerjung

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Frühling 2017 ich bin in einem Feriencamp für Erwachsene. Name: Sommerjung-Ferienlager. Eine Momentaufnahme:

Ich bin bewusst hier, weil ich mich zurück sehne nach der Unbeschwertheit, nach Lebensfreude, nach Herausforderungen und jeder Menge ungebremstem Spaß. Denn gerade habe ich wieder so eine schmerzliche Erfahrung mit Ablehnung, Feigheit und Intrigen hinter mich bringen müssen. Ich möchte die Zeit hier nutzen, mich wiederzufinden. Trotzdem trabe ich ins Zeltlager ein, wie ein geprügelter Hund. „Was, wenn mich hier keiner mag?“, „Was, wenn ich ausgegrenzt werde?“, „Was, wenn mich Andere schief angucken und mich zu fett finden?“.  Ja, das Leben hat schon seine Spuren hinterlassen. Und genau diese Gedanken prügeln wild auf mich ein, als ich mich auf das Zeltlager zubewege.

Das Experiment

Aber ich lasse mich auf das Experiment Ferienlager für Erwachsene ein. „Als Kind habe ich auch nicht geurteilt und in der Vergangenheit gelebt, dann werde ich es jetzt auch nicht tun.“ ist mein Plan und er geht auf. Ich blende einfach alle negativen Gedanken aus. Es ist mir egal, dass ich 15 kg über BMI liege und ziehe einfach an, worin ich mich wohl fühle. Ich plaudere munter drauf los, ohne nachzudenken und merke schnell, dass es Menschen gibt die mich trotzdem oder gerade deswegen mögen.

Ladylike ist das nicht

Und das Wichtigste, ich lege meine Angst ab. Die Angst sich lächerlich zu machen! Kopfüber stürze ich mich auf einer Gummirutsche in den See, einfach weil ich Bock drauf habe. Es ist mir völlig schnurz, dass sich das für ein Mädchen wahrscheinlich nicht ziert und für eine erwachsene Frau schon gar nicht. Mir ist es auch egal, dass ich danach einen blauen Fleck auf der Hüfte habe, der so groß ist wie eine Honigmelone und mich noch zwei Wochen begleiten wird. Ich habe Spaß daran ins Wasser zu gleiten und kann mir gar nicht mehr vorstellen, das es einen Grund geben könnte das nicht zu tun.

Weg mit der Angst

Mich packt der Mut wieder das zu tun, was mir Freude bereitet und mich glücklich macht. Ich spüre wie unwichtig es ist, gefallen zu wollen und ins Raster zu passen. Und wie viel attraktiver gelebte Lebensfreude ist. Denn ein ehrliches Lächeln wirkt auch auf Andere anziehend. Ich finde Freunde im Lager und führe tolle Gespräche – mit Tiefgang und Ehrlichkeit. Etwas, was ich gerade in der letzten Zeit so sehr vermisst habe. Ich probiere mich an Basteln, KungFu und Bogenschießen und begeistere mich fürs Survivaltraining. Ich lerne wieder Dinge auszuprobieren und auch anzunehmen, wenn mal etwas nicht zu mir passt.

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Don´t think. Just dance

Und dann ist da diese letzte Nacht. Die obligatorische Ferienlager-Disko. Wieder ertappe ich mich, an mir zu zweifeln. „Lieber etwas Schwarzes, Weites anziehen, damit ich nicht auffalle?“ „NEIN!“ Schreit es in mir. Jeans und knalliges T-Shirt werde ich tragen! Denn ich will einzig tanzen und niemandem gefallen müssen. Und das mache ich dann auch. Tanzen, als würde mir niemand zusehen. Tanzen, als gäbe es kein Morgen mehr. Tanzen, als wäre ich Shakira selbst und nicht das kleine Pummelchen. Und wieder passiert etwas. Wieder merke ich, dass gelebte Freude sexier ist, als ein perfekter Body. Das ein faltiges Grinsen um die Mundwinkel schöner ist, als ein glattgezogenes Botoxgesicht. Das ein ehrliches Strahlen in den Augen, auch erwidert wird und das man mir mein Glück gerade ansieht. Und ich bin glücklich. Überglücklich sogar.

Selbstliebe

Ich habe an diesem Wochenende wieder gelebt wie ein Kind. Ohne Wohlstandssymbole, ohne Uhr, ohne Nachdenken und Urteilen. Es hat mir gut getan, zeitlos zu sein und in den Tag hinein zu leben. Das zu tun, wonach mir gerade der Sinn steht. Mich farbenfroh zu kleiden oder bunt anzumalen, einfach weil ich mich gerade danach fühle. Ich liebe es, auf dem Trampolin zu hüpfen, auf dem Spielplatz herumzutoben, wild im Wasser zu planschen, auf Nachtwanderung oder Schnitzeljagd zu gehen. Genauso wie unter dem Sternenhimmel im Sand am Lagerfeuer zu liegen oder nach exzessivem Tanzen nackt in den See zu hüpfen.

Das alles hat mich wieder lebendig sein lassen und daran erinnert, dass das was wir in der Kindheit hatten großartig war! Das wir daran festhalten sollten und es in unserer jetziges Leben tragen sollten. Das tun was uns wirklich gut tut und glücklich macht. Nur auf das konzentrieren was uns Kraft und Lebensfreude gibt. Nur Menschen halten, die uns gut tun und um Himmelswillen erst mal nur uns selbst gefallen!

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Eine Ode an die Kindheit

So wird dieses Wochenende im Sommerjung Ferienlager für Erwachsene für mich etwas ganz Besonderes. Nicht nur eine Ode an die Kindheit, sondern auch eine Erinnerung an das Jetzt und Hier. Das Annehmen, das Verstehen, das Kreativsein und Entdecken. Das Herz öffnen und den Moment lieben.

Und als alle längst gegangen sind, sitze ich allein im Sand am See und die Tränen kullern. Tränen der Dankbarkeit für diese wunderbare Erfahrung und diese besonderen Menschen hier.

Mein Danke

Mit meinen Zeilen möchte ich auch ein herzliches Danke an das Sommerjung-Team für die Einladung zu dieser Erfahrung senden. Danke für die liebevoll gestaltete Location, das sensationelle Catering, die perfekte Orga, die phantasievoll erdachten Challenges, die herzliche Rundumbetreuung und für das perfekte Gastgebersein!

Auf diesem Weg möchte ich mich auch bei allen Teilnehmern bedanken. Ihr habt dieses Wochenende auch so sehr besonders und für mich denkwürdig gemacht. Mit euren fabelhaften Charakteren, eurem Mut, euer Unerschütterlichkeit, euer Neugier, euer Zuversicht, euer Kreativität, euerm Spieldrang, euer ganz eigenen Art euch hier einzubringen.

Danke an alle für diese außergwöhnliche Erfahrung!

Hier gehts zum Video mit allen Impressionen:

Titelbild des Blogbeitrags Littleblubag! Danke auch für die vielen tollen Momentaufnahmen und das Video.

Meine Worte an dich:

Ich möchte dich mit meinem Text an die Unbeschwertheit der Kindheit erinnern und wie wertvoll diese Zeit doch war. Ich möchte dich ermuntern, auf deine innere Stimme zu hören. Ich wünsche mir für dich wieder diese „sommerjunge“ Freiheit, das Leben zu leben, was dir gut tut und dich glücklich macht. Und wenn du nicht mehr weißt, wie das alles geht und sich anfühlt, dann probier doch mal ein Ferienlager für Erwachsene – das Sommerjung zum Beispiel.

In diesem Sinne:

#getup&rock

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Ein Mietwagen auf Malta

Mietwagen auf Malta – Tipps & Erfahrungswerte

Nicht in jedem Land ist es gleich mit einem Mietwagen unterwegs zu sein. Enge Gassen statt breite Autobahnen, Linksverkehr und eine ganz andere Verkehrsinfrastruktur oder auch die Qualität der Fahrzeuge beeinflussen den Fahrspaß. Ich war mit dem Leihwagen auf der Insel Malta unterwegs und schildere hier meine Erfahrungen. Damit möchte ich dir helfen gut auf deine Anmietung vor Ort vorbereitet zu sein.

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Mietwagen Malta – meine Erfahrung

Mir ist es wichtig, meinen Leihwagen immer über eine deutsche Website zu buchen, damit im Schadensfall auch der Gerichtsstand in Deutschland ist und ich nicht den Ärger im entfernten Urlaubsort habe. Deshalb habe ich auch für Malta meinen Mietwagen noch von Zuhause aus gebucht.

Eigentlich war auf Grund meiner Ankunftszeit eine Nachtübergabe geplant. Auf Buchungsseiten ist leider nie ersichtlich, ob die jeweilige Mietwagenfirma einen 24-Stunden-Service hat und so mußte ich das vorab telefonisch erfragen. Für die nächtliche Schlüsselübergabe sollten 26 EUR berechnen.

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Da mein Flieger Verspätung hatte, ich den Anschlußflug verpasst habe und ich ohnehin einen Tag später als geplant ankam und den Nachtservice somit nicht in Anspruch genommen habe, musste ich zumindest für diese Leistung nicht zahlen. Wichtig ist aber für dich zu wissen, dass nachts  in Malta keiner der Mietwagenschalter noch regulär offen hat und eine Übernahme des Fahrzeuges dann nur mit einer Sondervereinbarung und extra Kosten möglich ist. Wenn du also mit der letzten Maschine kommst, informiere dich besser vorher und vereinbare eine Übergabe.

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Die Fahrzeugübernahme

Mein Fahrzeug sollte ich von „First Car Rental“ direkt am Flughafen erhalten. Meist kostet eine Flughafenübernahme etwas mehr, aber wenn ich einen Bus oder ein Taxi in die Stadt nehmen muss, kostet das ja auch. So habe ich mit bester Versicherung pro Tag 23 EUR bezahlt, was ich immer noch für einen fairen Preis für einen Kleinwagen halte.

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Der Herr am Schalter sehr freundlich und sprach fließend englisch, was auf Malta ja völlig normal ist. Er hat sofort meine Buchung gefunden, die Unterlagen und Zahlung fertig gemacht und mir erklärt, wo genau ich das Fahrzeug finde. Im Übernahmeprotokoll sind die Schäden am Fahrzeug eingezeichnet gewesen. Nur sollte ich das direkt am Schalter gegenzeichnen. Allerdings bin ich kein Freund von Unterschriften, bevor ich das anzumietende Fahrzeug gesehen habe, da ich schon sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht habe. Ist die Unteschrift erstmal drauf, hat man die Fehler schon bestätigt, ohne das Fahrzeug je gesehen zu haben.

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Er bot mir allerdings an, mit dem Auto später noch mal zurück zu kommen, sollte ich noch Schäden finden. Zähneknirschend willigte ich ein. Da der Fuhrpark aller Vermieter etwas weiter weg liegt, scheint es auf Malta am Flughafen gängige Praxis zu sein, dass keine der Leihwagenfirmen das Auto mit den Mietern direkt am Fahrzeug überprüft.

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Der Fuhrpark der Vermietfirmen liegt am hintersten Ende des großen Flughafenparkplatzes. Ich empfand es als reichlich müßig mein Gepäck dahin zu schleifen, trotz Rollen an der Reisetasche. Hier empfiehlt es sich einen Trolley mitzunehmen oder das Gepäck so lange bei der Mietwagenfirma im Terminal zu lassen.

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Das Fahrzeug war einfach zu finden, denn der Mietwagenfirmenbereich ist recht übersichtlich. Wie schon angedeutet, ist hier niemand der gesamten Rentalcar-Companys vor Ort gewesen, um ggf. Fragen zu besprechen. Nicht jedes Fahrzeug ist gleich und ich schätze es eigentlich, wenn ich kurz erklärt bekomme, wie das jeweilige Auto funktioniert, welche Schalter wo sind und wie man die Tankklappe aufbekommt. Zwar bin ich nicht unerfahren mit verschiedenen Fahrzeugen, aber irgendwas ist immer nicht gleich auffindbar und kostet anschließend Zeit, um rauszubekommen wie es richtigerweise funktioniert.

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Mein Fahrzeug macht ehrlicherweise keinen besonders guten Eindruck und ich würde ihn schon etwas als „runtergerockt“ beschreiben, dabei hat er gerade 50.000 km. Ein kleiner, weißer Peugeot 107 mit so einigen Macken und fehlendem Rückscheibenwischer. Genau wegen diesem Detail muss ich nun zurück zum Schalter, denn im Protokoll ist dieser nicht verzeichnet. Da die Stelle ziemlich verrostet ist, gehe ich davon aus, dass der Wischer schon einige Jahre fehlt und längst als Makel hätte eingetragen sein müssen. Weitere Beschädigungen finde ich nicht. Dennoch muss ich mich am Schalter wieder anstellen und den Scheibenwischer nachtragen lassen, denn ich habe keine Lust im Nachgang für Schäden Anderer aufzukommen. Das ist mir genau 1x passiert und seither prüfe und fotografiere ich Mietwagen sehr genau. Wieder geht mir Zeit verloren.

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Mein Mietwagen macht auch im Verlauf der Reise noch komische Töne von Auspuff oder Krümmer. Zudem geht das Fahrzeug beim Rückwärtsfahren dauernd aus. Eine Zumutung sind auch die dreckigen Frontscheiben, die sich mit den verschlissenen Scheibenwischern nicht mehr reinigen lassen. Besonders begeistert war ich während der ganzen Reise von meinem Auto nicht. Bisher hatte ich immer sehr gepflegte Leihwagen und das hier ist eine ganz neue Erfahrung für mich.

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Der Verkehr auf Malta

In Malta herrscht Linksverkehr. Auch das bin ich schon aus einigen Reiseländern, wie Südafrika gewohnt und es ist keine große Umstellung mehr für mich. Trotzdem macht mir der Verkehr in Malta zu schaffen. Ich fahre in Richtung Birkirkara stadteinwärts und es geht unglaublich hektisch zu. Es gibt alle paar Meter unübersichtliche Kreisel und die ersten Tage tute ich mich unglaublich schwer, mich dort schnell einzugliedern. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie der Verkehr in Indien oder Paris hingegen auf mich wirken muss, denn dieser Trubel hier kostet mich schon reichlich Nerven, auch wenn man das nicht unbedingt auf meinen Fotos sieht. Aber die habe ich ja auch nicht während der Fahrt geschossen 😉

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Ebenso muss ich die nächsten Tage erfahren, dass es Sinn macht im „Stadtverkehr“ und die Grenzen zwischen den Orten sind hier fließend, besser den Bus zu nehmen. Dieser ist günstig, hat eine hohe Frequenz und bringt einen sicher ans gewünschte Ziel. Mit dem Auto ist es phasenweise unmöglich irgendwo einen Parkplatz zu finden. Besonders zu Festlichkeiten oder an den Markttagen Dienstag und Samstag ist es in manchen Stadtteilen eine Odysse sein Fahrzeug ordnungsgemäß abstellen zu können. Außerdem herrscht hier ähnlich wie in Italien meinem Eindruck nach, Stoßstangenparking, entsprechend verbeult sehen einige Verkehrsteilnehmer aus. Ich bin froh, dass Auto komplett versichert zu haben!

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Obwohl die Alstadt wunderschön ist und man herrlich da bummeln kann, beschließe ich die nächsten Tage die Insel zu erkunden und mich eher in den ländlichen Gebieten mit wenig Verkehr zu bewegen. Auch hier muss ich die Erfahrung machen, dass es sich lohnt, sehr früh aus der Stadt zu fahren, damit man nicht stundenlang im stockenden Berufsverkehr stecken bleibt.

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Nächstes wichtiges Learning an diesem Tag. Die kleinen Gassen, auf die mich mein Navi schon gerne mal schickt, reichen vom Platz oftmals nur für ein Fahrzeug. An manchen Stellen habe ich sogar das Gefühl nicht mal das. Da habe ich dann auch schon mal die Seitenspiegel eingeklappt. Auch muss man schon mal den Rückwärtsgang einlegen und einige Meter zurück fahren, wenn der Gegenverkehr nicht durchkommt. Auch das liegt sicher nicht jedem.

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Navigation

Zur Navigation auf Malta nutze ich mein altes Nokia-Handy mit „Here maps“ App, weil man damit weltweit offline unterwegs sein kann, ohne eine teure Internetverbindung haben zu müssen. Das klappt auch auf Malta wieder hervorragend und ich bin froh, dass Handy noch nicht eingemottet zu haben. Immerhin spart mir das die Miete eines Navigationssystems. Wer sich gerne anhand von Karten orientiert, der wird sich in den ländlichen Räumen auch damit gut zurechtfinden. In Innenstädten wäre mir als Alleinreisende eine Kartenführung zu anstrend gewesen. Man kann halt nicht eben mal kurz ranfahren und sich neu orientieren, dass lassen der Stadtverkehr und die engen Gassen gar nicht zu.

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Mit der Fähre nach Gozo

Einer meiner Tagesausflüge führt mich mit der Fähre von der Hauptinsel nach Gozo. Auch hier nehme ich mein Auto mit und bin positiv überrascht wie gut das funktioniert. Ich werde noch am Hafen in die richtige Spur gewiesen, fahre vorsichtig in den Bauch des Schiffes und warte auf die Ankuft. Genauso geordnet wie die Einfahrt verlasse ich die Fähre auch wieder. Erst auf der Rückfahrt zahle ich beide Überqueerungen mit ungefähr 14 EUR.

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Tanken

Da die Insel sehr übersichtlich ist und ich nur 5 Tage zum Entdecken habe, muss ich erst am Ende meiner Reise eine Tankstelle aufsuchen. Diese ist glücklicherweise auch in direkter Umgebung des Flughafens. Zum Tanken muss man sich die Säule vom Tankwart freischalten lassen. Auch war eine Barzahlung gewollt. Das erfuhr ich allerdings erst nach dem Tanken. Glücklicherweise gab es für Touristen wie mich, dann doch noch die Möglichkeit mit Kreditkarte zu bezahlen.

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Rückgabe

Der Parkplatz zur Rückgabe am Flughafen ist der Gleiche wie zur Abholung, das macht die Orientierung einfach. Wieder ist niemand vor Ort, das Fahrzeug mit mir zu inspizieren und mir gegenzuzeichnen, dass alles in Ordnung ist. Auch scheint das gängige Praxis aller Leihwagenfirmen hier zu sein. Trolley fürs Gepäck finde ich hier keinen und schleife mein schweres Gepäck also wieder mühselig in der Mittagshitze zum Terminal.

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Der Mann am Schalter ist wieder sehr höflich und fragt kurz ob es Probleme gab. Ich erfahre auch, dass das Fahrzeug jetzt nicht mehr begutachtet würde und ich ja dann mitbekomme, falls meine Kaution einbehalten würde. Außerdem wird die Kaution erst nach mindestens 10 Tagen auf der Kreditkarte wieder frei gegeben, da noch Tickets von Blitzern abgewartet werden. Auch gängige Praxis hier, verrät mir der Mitarbeiter. Das ich das nicht sonderlich gut finde, muss ich nicht betonen. Ich kenne es eigentlich so, dass Fahrzeuge noch vor Ort mit dem Kunden gecheckt werden. Sei es auf Schäden oder auch auf den Tachostand. Auch meine Tankquittung möchte er nicht entgegen nehmen. Ich darf also abwarten, ob alles mit rechten Dingen zugeht und ich meine vollen 1200 EUR Kaution wieder erhalte.

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Mein Fazit Mietwagen auf Malta:

Wer nicht unbedingt mit einem Mietwagen unterwegs sein muss, der kann auf Malta auch gut überall mit dem Bus hinkommen. Es gibt auch eine tolle „Rote-Bus-Tour“ zu den schönsten Ecken der ganzen Insel.

Wer sich dennoch für ein Fahrzeug entschließt, sollte sich auf hektischen Stadtverkehr, schlechte Parkmöglichkeiten und Linksverkehr einstellen. Ich empfehle zudem maximal einen Kleinwagen, da es eh schon eng genug ist auf der Insel.

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Bei Fahrzeugübernahme mach dir ein eigenes Übernahmeprotokoll* und dokumentiere alle Schäden auch via Foto sorgfältig. Lass dir vom Vermieter die Schäden unbedingt abzeichnen. Versichere das Fahrzeug ausreichend, da es hier leicht zu Schäden (Parken, enge Gassen) kommen kann. Steinschlag- und Unterbodenversicherung halte ich nicht für so wichtig, dass kann man nach eigenem Sicherheitsempfinden entscheiden. Aber im Gegensatz zu Afrika, wo ich es dringend anrate, finde ich es hier nicht nötig.

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Ansonsten macht es natürlich riesig Spaß Maltas Küsten entlang zu cruisen und ich kann es wirklich nur empfehlen.
Allen die hier unterwegs sind, wünsche gute und sichere Fahrt auf dieser schönen Insel!

*Ein persönliches Fahrzeugübernahme-Protokoll zu deiner eigenen Sicherheit habe ich dir auch zusammengestellt. Du kannst es im LINK kostenlos herunterladen.

Ich freue mich natürlich immer über Rückmeldung zu meinen Beiträgen. Nutz das Kommentarfeld und schreib mir, wie du den Artikel fandest und ob dich meine Tipps weitergebracht haben. Ich hab was Wichtiges vergessen? Auch dann freue ich mich über Nachricht von dir.

Auswanderhaus Bremerhaven & die Suche nach dem Glück

Auswandern, das Glück suchen, die Freiheit leben wollen oder einfach nur weg von Repressalien – was trieb die Menschen damals wie heute an, ihre Heimat zu verlassen und eine neues Zuhause zu suchen?

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Ich bin im Auswanderhaus in Bremerhaven auf Spurensuche. Es liegt direkt am Neuen Hafen, der 1852 eröffnet wurde und von dem bis 1890 knapp 1,2 Millionen Menschen in die Neue Welt aufbrachen. Neben diesem Hafen waren es noch der Alte Hafen, die Kaiserhäfen und die Columbuskaje, die für insgesamt 7,2 Millionen Menschen, die es nach Amerika zog, als Abfahrtsorte waren.

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Amerika das Land der Sehnsüchte

Für Viele war das Elend insbesondere im 19.Jh. so groß, dass sie zu jener Zeit diese gewagte Reise antragen und damit oft auch ihre Familie zurück ließen. Neben solchen „Wirtschaftsflüchtlingen“ gab es aber auch Menschen, die wegen politischer Motive auswandernden, etwa nach dem Scheitern der 1848er Revolution. Doch sind 7,2 Mio Menschen nur eine Zahl? Oder ein Name auf einer Schiffsliste? Sind es nicht viel mehr Millionen von Schicksalen? Was hat diese Menschen bewegt, ihre Heimat aufzugeben und ins Ungewisse zu gehen?

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Schon immer war die Aussicht auf die Verbesserung der Lebensumstände eine wesentlicher Anreiz, seine Heimat zu verlassen, gerade für die Bewohner strukturschwacher Landstriche. Aber Auswandern auf einen anderen Kontinent über den man nicht viel wusste oder wenn dann nur vom Hörensagen und das zu einer Zeit, wo es kein Internet und kaum Informationsmöglichkeiten gab?

Schicksalsbetrachtung

Schwer vorstellbar. Doch genau dem möchte ich auf dem Grund gehen im Auswanderhaus in Bremerhaven. Einem Erlebnismuseum, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, diese Schicksale zu betrachten und zu verfolgen, was aus dem Menschen geworden ist, die ihre Heimat verlassen haben.

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Ich bin selbst schon ausgewandert und könnte vielleicht auch mal in so einer Liste auftauchen. Das macht dieses Haus so wertvoll für mich. Haben es Andere auch so empfunden? Was waren ihre genauen Beweggründe zu gehen? Haben sie die Überfahrt überlebt? Sind sie glücklich geworden? Kamen sie zurück? Tausend Fragen schwirren mir durch den Kopf, während ich in der Wartehalle stehe – sie war für die Auswanderer das Tor zur Reise in die „Neue Welt“.

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Verheißungsvoll ist anders

An der Kaje – der detailgenauen Rekonstruktion einer Kaianlage um 1880 – holen mich meine Gefühle ein. Hier stehen sie. Figuren die Auswanderer darstellen, die auf ihre Abfahrt warten. Es ist eine dunkle Halle. Nichts ist hier verheißungsvoll. Man spürt die Dunkelheit der Zeit. Das was die Menschen hinter sich lassen wollen. Ich laufe zwischen ihren Abbildern hindurch, schaue in ihre Gesichter und bekomme eine Gänsehaut. Diese Szenerie ist so real, so nachfühlbar, dass ich fast das Gefühl habe, hier dazu zu gehören. Und dann sind sie wieder da, die Gedanken an meine Auswanderung.

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Diese Unsicherheit die geliebten Menschen vielleicht nie wieder zu sehen. Diese Panik, doch den falschen Schritt gewählt zu haben. Diese unbändige Angst vor allem Neuen. Ich habe 2011 all mein Hab und Gut verkauft und bin mit einem Koffer und meinem Rad in Richtung Südafrika gestartet. Nicht wissend, was das Leben dort wirklich für mich bereit hält. Ein Job zwar, aber unterbezahlt und mit wenig sozialer Sicherheit. Dinge die ich im abgesicherten Deutschland nie fürchten musste. Hier war ich versorgt. Ich bin gegangen, weil es mir nach Freiheit sehnte, nicht weil ich hier unter Elend, Hunger oder politischen Repressalien litt. Also ganz andere Beweggründe als die Menschen die um 18 Hundert von Bremerhaven aus starteten. Aber sind die Ängste nicht vielleicht vergleichbar?

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Wie fühlt sich Auswandern an

Nun ich konnte googeln. Mir via Streetview einen Überblick verschaffen und mit Leuten vor Ort chatten oder telefonieren. Das hatten die Auswanderer von damals nicht. Und trotzdem kämpfte auch ich mit diesen existenziellen Fragen. Schwer vorstellbar für alle die es nie erlebt haben. Seinen Freunden „Lebe wohl zu sagen“ und im Kopf zu haben, das war vielleicht der letzte Blick in deine Augen. Mir zerriss es damals bald das Herz. Mein Flug ging über die Türkei nach Kapstadt. Von Frankfurt bis Istanbul habe ich ununterbrochen bitterlich geweint. Ich habe so elendig geschluchzt, dass selbst die Stuardessen, die einiges gewohnt sind, völlig überfordert mit mir waren. Auf dem zweiten Teil der Strecke, schlief ich ich vor Entkräftung, weil ich vom Weinen und Trauern vollig erschöpft war. Genau diese Gedanken und Gefühle kommen hier wieder auf inmitten der Figuren. Ob diese Menschen auch die gesamte Überfahrt getrauert und mit Sorgen gekämpft haben?

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So sehr mich die Szenerie abschreckt, so sehr fesselt sie mich auch. Die Frauen und Kinder mit ihren besorgen Gesichtern. Die jungen Männer voller Hoffnung und Zuversicht. Das alles ist beeindruckend festgehalten. Unkontrolliert schießen mir die Tränen in die Augen. Herrje, ich wollte ganz sicher nicht von den Gefühlen überrollt werden, aber dieser Raum hier macht etwas mit mir. Etwas, was ich nicht kontrollieren kann, was sich gleichsam fürchterlich und gut anfühlt. Fürchterlich, weil ich mit ihnen fühle und gut, weil ich genauso gut weiß, dass es gut ausgehen kann. Denn meine Ängste gegenüber der für mich neuen Welt „Südafrika“ waren unbegründet. Aber ging es auch für diese 7 Millionen gut?

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Schubladen voller Geschichte

In der „Galerie der 7 Millionen“ reiht sich ein Regal an das Andere. Übervoll mit Schubladen in denen Schicksale lagern. Hier in diesem Raum nun treten ihre ganz persönlichen Lebensgeschichten in den Vordergrund. Von einigen sind nur die Namen und das Abfahrtsdatum bekannt. Von anderen gibt es ganze Biografien. Warum zogen all diese Menschen ein Leben in der Fremde ihrer alten Heimat vor? Was waren die historischen Hintergründe der europäischen Massenauswanderung?

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Hier bekommt man die Antworten auf seine Fragen und das auf sehr einfache Art und Weise. Man erhält ein Kärtchen mit einem Namen. Im Archiv und während dem ganzen Rundgang kann man dann die Geschichte dieses Menschen begleiten. Hat er die Überfahrt gut überstanden, ist er in Amerika heimisch geworden oder doch wieder zurück gekehrt? Hat er die Strapazen überhaupt überlebt? Eine bewegende Geschichte die den Besucher mitnimmt auf die abenteuerliche Überfahrt, das Ankommen oder eben nicht erreichen des Ziels. Wer sich darauf einlässt wird Antworten finden und Flüchtlinge vielleicht auch mit ganz anderen Augen sehen.

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Damals wie heute.

Für mich war der Tag im Auswanderhaus in Bremerhaven ein ganz besonderes Erlebnis, weil er mich neben seiner bewegten Geschichte auch an mich selbst erinnert hat. Hier wurde ich mit anderen Auswanderern zusammen gebracht, mit ihren Ängsten und Nöten. Mit ihren Gründen die Heimat zu verlassen. Und ganz ehrlich, es fühlt sich zu keiner Zeit gut an, sein Leben und die Menschen die man liebt zu verlassen.

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Fotoparadiese – Europas schönste Ecken entdecken!

Meine Fotoparadiese und Geschichten sollen dich zum Reisen, Erleben und Entdecken verführen! Auf die Idee dazu gebracht hat mich Michael von Erkunde-die-welt.de. Mit seiner Fotoparade zum Thema „Welche sind meine Fotohighlights aus dem zweiten Halbjahr 2016?“ hat er mich wiederholt angestiftet über meine Fotos und Reisen nachzudenken. Doch das war diesmal gar nicht so einfach! Besonders nicht mit diesen Themenrahmen: Tierisch, Berühmt, Gewachsen, Nachts, Gebäude und schönstes Foto.IMG_3599

Europas schönste Ecken

2016 war ein aufregendes Reisejahr für mich. Meine Trips führten mich zu Vulkanfeldern in Chile, in die Lüfte über den Nasca-Linien in Peru, in den Dschungel Boliviens, an die Füße Cristo Redentor´s in Brasilien und in den Käfig zu Krokodilen in Südafrika. Solche Reisen sind natürlich außergewöhnlich und auch bei mir nicht ständig drin. Nach so viel Fernreise-Highlights sollte man auch als Reiseblogger eigentlich sparsam daheim sitzen. Das funktioniert nur leider nicht, wenn einen das Fernweh ständig packt. So habe ich jede Gelegenheit genutzt, einfach mal zwischendrin schnell weg zu sein und nirgends geht das so schnell, günstig und abwechslungsreich wie bei uns in Europa.

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Tierisch beeindruckend – die Sandskulpturen in Søndervig, Dänemark

Mein Sommerurlaub führte mich in den Norden. Zuerst besuchte ich Freunde im Dithmarschen und dann führte mich mein kleiner Road Trip bis an die nördlichste Stadt Dänemarks nach Skagen. Auf meiner Strecke immer am Meer entlang entdeckte ich so einige zauberhafte und herrlich verschlafene Fischerdörfer und genoss die Gelassenheit unseres Nachbarlandes. Schon die Musik im Radio war herrlich entspannt, ebenso wie die äußerst angenehme Fahrweise der Dänen. Ich genoss es mich treiben zu lassen und einfach da zu bleiben, wo es mir gefiel. So entdeckte ich auch völlig ungeplant das Sandskulturenfestival in Søndervig in Dänemark, was dieses Mal unter dem Motto „Afrika“ stand. Eine beeindruckende Wand mit filigransten Sandschnitzereien überraschte mich hier und hielt mich über Stunden in seinem Bann. Die gesamte Tierwelt Afrikas fand sich hier wieder – von majestätischem Löwen bis zu filigraner Antilope. Zum Teil waren die Abbildungen so lebendig, dass man näher herantreten mußte, um zu erkennen ob die Augen tatsächlich aus Sand waren oder doch eine Glaskugel eingesetzt wurde. Mein liebstes Motiv war allerdings ein futuristisches Nashorn, weil seine Flächen wirklich gearbeitet waren, wie glatt geschliffene Metallplatten. Wahre Kunstwerke!

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Berühmtes Lächeln – Mainzelmännchen in Sankt Peter Ording, Deutschland

Den Mainzelmännchen, Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen bin ich am Strand in Sankt Peter Ording begegnet. Sie wurden entwickelt, um der staatsvertraglichen Verpflichtung zur Trennung von Werbung und Programm gerecht zu werden und sind heute in der sendereigenen ZDF Werbefernsehen-GmbH zuhause. Sie hatten wohl auch gerade Ferien als wir uns am Strand begegneten und sie fröhlich in der Luft tanzten. Diese Riesendrachen kosten seine Besitzer schnell mal stolze 2.000 EUR und sind ihr ganzer Stolz, wenn sie im Sommer bei Drachenfestivals an Deutschlands Küsten in den Himmel steigen dürfen.

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Minimalistisch gewachsenKlimahaus Bremerhaven 8° Ost, Deutschland

Ein dunkler Raum und erdückende Hitze die einem den Atem raubt – so begrüßt einen die Afrika Sektion im Klimahaus in Bremerhaven. Sehr eindrucksvoll wird hier erlebbar, wie unbarmherzig die glühende Sonne sein kann. Wie ausgedörrt man sich fühlt und wie sehr man nach Wasser durstet, wenn man sich auch nur wenige Minuten in diesem Raum aufhält. Wie hart muss es da erst für die Tiere und Pflanzen sein, in dieser unwirtlichen Gegend zu überleben? Dieses Gewächs hier verkörpert diesen Überlebenskampf. Pro 15 Minuten fällt ein kleiner Tropfen Wasser zu Boden und nährt diesen Strauch. Kaum vorzustellen, dass so wenig Flüssigkeit doch so viel Leben schenken kann. Mich hat das Klimahaus 8° Ost unglaublich fasziniert, aber dieses Exponat hat mich gefesselt.

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Im Rausch der Nacht – Langzeitfotografie in Bremerhaven, Deutschland

Auf meinem Trip nach Bremerhaven konnte ich nicht wiederstehen und habe mich nachts noch rausgeschlichen, um diese beeindruckende Kulisse mit Klimahaus und Hafen fotografisch festzuhalten. Es war schon Ende Oktober und gegen Mitternacht, als ich mich mit Kamera und Stativ gewappnet in die Kälte und Dunkelheit hinaus begab, um mein Wunschmotiv einzufangen. Der Wind lag ruhig und so schlug auch das Wasser nur wenige Wellen und reflektierte in wunderbarer Weise die Lichtszenerie. Für mich hatte sich das Frieren mit diesem Schnappschuss jedenfalls gelohnt und jedem der wie ich Langzeitfotografie mag, dem kann ich einen Ausflug nach Bremerhaven nur ans Herz legen.

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Nur ein Gebäude – aber mit was für einer Kulisse, Løkken, Dänemark

Auf dem Road Trip durch Dänemark strandete ich irgendwann in Løkken, einem zauberhaften kleinen Ort an der dänischen Küste. Ich parkte am Ortsrand, lief an den Dünen entlang in Richtung Strand, als ich dieses Haus auf den Klippen fand. Ein Motiv wie aus einem kitschigen Ölbild und doch so pferfekt, dass man sich direkt zur Schlüsselübergabe anmelden möchte. Denn so ein Haus an der Steilküste am Meer, ist schon ein Traum, besonders wenn man vom Festland kommt. Allein die Vorstellung dort morgens aufzuwachen und den Blick über die Schaumkronen der Wellen schweifen zu lassen, den Spaziergängern am Strand zu zuschauen und die Möwen kreischen zu hören, ist wunderbar. Für mich eine geradezu paradiesische Vorstellung und wann immer ich Sehnsucht und Fernweh versprühre, träume ich mich zurück zu diesem Haus und der Vorstellung darin zu wohnen. Alle Bilder aus Løcken findest du im LINK.

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Schönstes Foto am schönsten Strand in Portugal

Keine Ahnung ob das mein fotografisch schönstes Foto in diesem zweiten Halbjahr 2016 ist, aber mit Sicherheit hält es einen der schönsten Strände fest. Praia do Amado heißt dieser wunderbare Flecken Erde an der portugiesischen Küste. Er ist einer der beliebtesten Strände des Landes, auch weil das Meer hier ideale Wellen bricht und ein Mekka für Surfer ist. Mich haben die Farben zum Sonnenuntergang gefesselt. Diese kräftigen Rot und Orangtöne im Kontrast zum türkisblauen Meer, sind einfach ein absoluter Hingucker. Wer mehr Inspiration sucht wird im LINK fündig.

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Catch the wind – eingefangen am Leuchtturm, Dänemark

Wie fängt man den Wind ein, wenn er einen Ort so besonders prägt? Diese fotografische Aufgabe hatte ich mir am Rubjerg Knude Fyr Leuchtturm in Dänemark gestellt, denn an diesem Flecken Erde ist Wind das alles bestimmende Element. Die Rubjerg Knude ist eine Wanderdüne zwischen Lønstrup und Løkken und ihr Aussehen wird maßgeblich durch ihn bestimmt. Ich habe also ein wenig Experimentiert und mein Tuch durch die Lüfte wehen lassen, mit einem ganz schönen Effekt, wie ich finde. Mehr Impressionen vom Leuchtturm und den Paraglidern, die hier auch die Aufwinde nutzen, findest du im LINK.

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Kleine Fluchten in Barcelona, Spanien

Seit ich ganz ruhige Orte wie die namibianische Wüste, bolivianische Salzseen oder die Zentralanden in Chile besucht habe, fällt es mir schwer mich an Orten mit vielen Menschen noch wohl zu fühlen, das ist mir im Hochsommer in Barcelona bewußt geworden. Zu überlaufen von Touristen waren alle Sehenswürdigkeiten und selbst im Park Güell bot sich keine kleine Rückzugsnische mehr. So flüchtete ich mich irgendwann auf den Tibidabo einen der Berge der Stadt und hier fand ich dann endlich einen Platz zum Durchatmen und mit Weitblick. Nachdem der Tag sich bereits dem Ende näherte, war selbst der angeschlossene Vergnügungsparkt nicht mehr bevölkert und das kunterbunte Riesenrad wurde zu meinem Lieblingsmotiv aus der Bercelona.

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Natur pur im Spreewald, Deuschland

Abenteuer beginnen immer erstmal vor der eigenen Haustür. Und da ich finde, dass Deutschland immer an Reisegehalt unterschätzt wird, mache ich mich gerne so oft es geht auch auf, hier unterwegs zu sein. Anfang Juli hatte es mich in den Spreewald verschlagen. Weil mir eine klassische Kahnfahrt zu passiv war, habe ich mir kurzerhand ein Kajak ausgeliehen und bin selbst die Kanäle entlang gepaddelt. Natürlich durfte dabei auch die Kamera nicht fehlen, für all die Schönheiten und Tiere an der Strecke. So kam mir dann schließlich auch diese Libelle vor die Linse. Was es sonst zu festzuhalten gab, kannst du im LINK nachschauen.

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Piraten ahoi – unterwegs an der Algarve in Portugal

Im November verschlug es mich dank eines Fluggutschein-Gewinns an die Algarve nach Portugal. Wie schon so oft in diesem Jahr, setzte ich mich einfach ins Mietauto und ließ mich treiben entlang der malerischen Küste. Als ich auf dem Meer ein altes Holzboot mit Piratenflagge entdeckte stand mein Entschluss fest. Ich wollte statt Räubertochter mal Piratenbraut sein und für ein paar Stunden mit diesem Schiff die Küste vom Meer aus entdecken. Gesagt. Getan. Bereits am nächsten Tag schipperte ich mit der Santa Bernarda über das türkisblaue Meer, entlang der beeindruckenden Steilküste. Und dank Beiboot konnten wir auch die zahlreichen Grotten besuchen.

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Und genau diese Grotten wie etwa die „Benagil Cave“ waren auch perfekte Fotomotive. Vorrausgesetzt man hatte bei dem deutlich schankenden Boot seinen Magen und die Kamera fest im Griff. Noch mehr Piratenfeeling gibts im LINK.

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Kopfschütteln im Dithmarschen, Deuschland

Da reist man um die ganze Welt, geht im Etosha auf Tuchfühlung mit Nashörnern oder kämpft sich über das stürmische Meer in Peru zu den Pinguinen um die aufregendsten Tierfotos zu machen. Und dann ist das beliebteste Motiv auf meinem Instagram Account ein simples Reh im Dithmarschen an der deutschen Nordseeküste. Ja, so kann es einem gehen, wenn Großwild in Afrika „normal“ und ein deutsches Reh ein Hit beim internationelen Publikum ist. Bei mir löst das Bild immer noch ein verständnisloses Kopfschütteln aus, denn mein bestes Foto ist es ganz sicher nicht, auch wenn das Motiv ja ganz reizend ist.

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Reiseführermotiv in Carvoeiro, Portugal

Durch den Tipp eines Einheimsichen führte mich mein spontaner Road Trip durch Portugal nach Carvoeiro. Ich hatte nach einem malerischen Ort gefragt, der so ganz anders ist, als die Bettenburgen die man sonst so an der Algarve findet. Der kleine Ort mit dem Charme eines Fischerdorfes war dann auch wirklich den Ausflug wert. Und ganz nebenbei habe ich dieses Bild festgehalten, was ich später in fast gleicher Inszinierung mit der Mauer als Titelbild des Reiseführers wiederfand.

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Perspektivwechsel im Kraichgau, Deutschland

Fotografisch nicht der Hit ist dieses Foto mit der GoPro aus einem fahrenden Heißluftballon über dem Kraichgau. Allerdings hat mich das Motiv in diesem Jahr doch sehr beeindruckt, denn nie zuvor bin ich Baumwipfeln so nah gekommen, beziehungsweise habe ich sie je so wahr genommen. Aus der Vogelperspektive bekommt der Wald eine ganz andere Dimension und genau dieser Perspektivwechsel hat mich doch unheimlich beeindruckt. Noch dazu kam natürlich das Erlebnis an sich. Da ich alles liebe, was mit Fliegen in der Luft zu tun hat, war auch die Ballonfahrt für mich ein großartiges und unvergeßliches Erlebnis.

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Abklatsch in Tarragona, Spanien

Diese kleine Omi stoppte mich auf meiner Sightseeingtour durch Tarragona in Spanien. Minutenlang erzählte sie ohne Unterlass die Geschichte dieser Skultpur, gar nicht registrierend, dass mein Spanisch viel zu schlecht war, ihr zu folgen. Trotzdem bedankte ich mich höflich am Ende ihres Monologs und da sie es offensichtlich eilig hatte, konnte ich ihr gar nicht erklären, dass ich eigentlich nichts verstanden hatte. Doch so schnell wie sie geschnattert hatte, lief sie auch direkt weiter. Und als hätte sie eine Vereinbarung mit dem Mann der diese Skultpur verkörperte, lief sie anschließend an ihm vorbei und klatschte seine Hand ab. Gerade so, als hätten sie ausgemacht, das sie mir seine Geschichte erzählt. Zwar habe ich das Bild nicht perfekt getroffen, aber gerade noch konnte ich diese Szene im letzten Moment einfangen und so bleibt mir neben einem angeschnittenen Bild noch die Erinnerung an diese reizende Begebenheit.

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Traurigstes Motiv – Tod durch Plastik in Helgoland, Deutschland

Mammi, Mammi. Ist der Vogel da tod?“ schallt es aus der Masse der Touristen, die mit mir die berühmte Basstölpel-Kolonie an der Steilküste auf Helgoland bestaunen. Ich starre auf das erbärmliche Nest aus alten Fischernetzen und entdecke das niedergestreckte Jungtier. Es folgt ein langes Schweigen und als ob der Vogel das kleine Mädchen verstanden hat, berappelt er sich und richtet sich auf. Die Erlösung der Mutter ist fast schon spürbar. „Nein, der hat sich nur ausgeruht.“ anwortet sie mit sanfter und hörbar erleichterter Stimme. Doch uns allen ist bei diesem Anblick bewußt geworden, wie sehr die Tiere unter der Vermüllung der Meere leiden. Gerade auf Reisen fällt mir auf, wie sehr die Welt inzwischen vermüllt ist und das auch hier in Deutschland. Über 10 Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr in unseren Meeren und dem Menschen scheint das unendliche Leid der Tiere gar nicht bewußt zu sein. Seehunde verheddern sich an Bierdosennetzen, Schildkröten ersticken an Einkaufstüten und Basstölpelnachkommen verenden an Deckeln von Plastikflaschen in ihren Mägen. Helgoland ist Deutschlands einzigster Brutplatz für Hochseevögel und wir gehen so damit um. Mir drängen sich die Fragen auf, ob wir unseren Kindern wirklich so eine Welt hinterlassen und solche Fragen beantworten wollen. Ich für meinen Teil jedenfalls nicht und deshalb möchte ich dieses Foto auch mahnend in die Welt tragen und hoffe, den einen oder anderen damit zu berühren und auch mit der Geschichte, die ich damit verbinde. Wer sich am Kampf gegen Plastikmüll beteiligen möchte, dem empfehle ich zudem meinen Artikel „Müllkippe statt Traumstrand – unsere tägliche Tüte Plastik gib uns heut´ „.

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Rückkehr zur Märchenbrücke, Deutschland

Um die Rakotzbrücke in Sachsen ist in den letzten Jahren ein regelrechter Hype ausgebrochen, dem auch ich mich nicht entziehen konnte. Allerdings hatte ich mir es in diesem Jahr zur Aufgabe gemacht, mehrmals nach Kromlau zu reisen und die Brücke zu verschiedenen Jahreszeiten festzuhalten. So ganz haben ich das nicht geschafft, aber immerhin bis in den beginnenden Herbst hinein war ich immer wieder dort und habe das Motiv auch für mich aus ganz neuen Blickwinkeln festhalten können. Meine Tipps für deine Fotoreise zur Rakotzbrücke habe ich dir im BLOG niedergeschrieben.

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Abgesang in Armação de Pêra, Portugal

Weil jede Reise mal ein Ende hat, findet mein Artikel mit diesem Bild ein Ende. Aufgenommen an der Algarve im November, wo mir diese Möwe Motiv stand. Ich hoffe dir hat meine kleine Reise durch Europa und Deuschland gefallen und sie hat dich inspiriert, auch hier nach tollen Motiven Ausschau zu halten. Gerne lass mir deinen Kommentar zu meinen Bildern und Geschichten da. Ich freue mich.

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Herbstmomente – Die schönsten Ideen für die bunteste Jahreszeit!

Für manche Menschen ist der Herbst exakt die Jahreszeit in der sie sich von allen Aktivitäten abmelden, sich drinnen verkriechen, sich mit TV zudröhnen und dann im November unter schlechter Laune und Vereinsamung leiden. Das muss nicht sein! Ich sammle Ideen die dir helfen sollen den Herbst und all seine Möglichkeiten zu entdecken. Und nicht nur das, ich habe in die illustre Bloggerrunde gefragt, wer noch Inspiration für einen herrlich bunten und aktiven Herbst hat. Lies gleich hier, welche Ideen wir dir mitgeben möchten!

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Immer wieder erlebe ich es im Freundes und Familienkreis, dass pünktlich mit den kälteren Temperaturen plötzlich alle Aktivitäten eingestellt werden und die Leute sich auf die Couch zurück ziehen. Aber dieses „Couching“ tut niemandem gut. Schaut man spätestens im November in die Gesichter der Menschen auf der Straße, dann gruselt es mich jedes Jahr aufs Neue. Bei manchem Zeitgenossen meint man gerade, da läuft ein hüllenloses Wesen durch die Gegend. Diese Menschen scheinen dann keinerlei Freude, Lebenslust oder schöne Momente mehr zu haben. Zumindest keine die sie selbst erlebt haben und Glotze macht nun mal nicht glücklich!

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Wusstest du zum Beispiel, das die Menschen am längsten und gesündesten Leben, die viel draußen an der Luft und dort auch aktiv sind? Und damit ist nicht der Spitzensportler gemeint. Oft sind es einfache Bauern. Sie bewegen sich viel, Sonne und Licht geben Energie und das hält sie fit. Du musst also nicht gleich die Joggingschuhe anziehen, um den Herbst aktiv zu genießen. Ein paar Spaziergänge, Wanderungen oder Foto-Touren dürfen es aber schon gerne sein. Und auch Radfahren im Herbst hält dich vital und bei bester Laune.

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Ich hab ja meine Mutter früher auch nie verstanden mit ihrem „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur die falsche Kleidung„, aber inzwischen muss ich ihr schon eine gewisse Richtigkeit in der Aussage einräumen. Dauerregen und 10 Grad würde ich hier allerdings immer noch kategorisch ausschließen. Aber sonst? Es gibt schicke und sogar wärmende Gummistiefel, coole Herbst-Clamotten und natürlich auch Mütze und Schal zum Warmhalten. Also eigentlich keinen Grund mehr sich drinnen zu verkriechen.

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Aber was mag ich denn nun am Herbst und wie gestalte ich ihn aktiv?

Leuchtend bunte Wälder, wärmendes Sonnenlicht und eine beeindruckende Fernsicht, sind für mich Markenzeichen des Herbstes. Wenn das Laub an den Bäumen einem Farbenmeer gleicht, über den Wiesen Nebelschwaden aufsteigen und an jedem einzelnen Grashalm auf der Wiese ein Tautropfen hängt, dann ist für mich die perfekte Zeit herausszugehen, frische Luft zu tanken und die letzten wärmenden Strahlen der Sonne aufzufangen.

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Das schöne am Herbst ist doch gerade auch, dass dann all die Lieblingsplätze frei sind und man sie in Ruhe genießen kann. Dass man nicht, bei der kleinsten Anstrengung vor Hitzschlag stirbt und direkt wieder zum Duschen zurück muss. Aber vor allem bietet der Herbst die spannendsten Fotomotive.

Ob Aktivprogramm, kulturelle Höhepunkte, kulinarischer Ausflüge, jetzt ist alles drin!

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Deshalb sind das hier meine Tipps für deinen aktiven Herbst!

Spaziergang statt Müßiggang

Besonders Wandern bietet sich jetzt an. Die Wege sind fest und gut begehbar, ganz im Gegenteil zum Saisonstart im Frühjahr. Wer wandert kann die Natur und ihre Vorzüge am Besten genießen, bleibt fit und sammelt zudem ganz viel Energie der Sonne. Mein Tipp für besonders schöne Wanderungen ist der Pfälzerwald. Keine zu hohen Berge, aber dazu Landschaftlich gesehen, reine Genussstrecken. Und zum Schlemmen kann man gleich noch abbiegen, denn gerade die Pfälzer verstehen es, exzellent aufzutischen. Von Zwiebelkuchen bis zu neuem Wein, wird man hier im Herbst verwöhnt. Oder wie wäre es optional mal mit einem Ausflug ans Meer? Auch hier kann man wunderbar Energie tanken!

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Kutschfahrt statt Stau

Wer nicht gerne wandert oder spazieren geht, der könnte doch mal umsatteln? Warum nicht mal mit der  Kutsche in der Natur unterwegs sein, anstatt gefrustet im Stau auf der Autobahn stehen oder sich Berge hinauf zu quälen?  Der Vorteil liegt ganz klar auf der Hand und frische Luft sowie Sonnenenergie gibts auch noch dazu.

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Tierischer Begleiter statt Einsamkeit

Wer keine Freunde zum Mitwandern findet und auch keinen Hund hat, der kann sich ja mal beim nächsten Tierheim melden. Meist ist man dort froh, wenn sich ein Pate findet, der regelmäßig und gerne mit Hund spazieren geht. Probiere es aus! Ein gemeinsamer Ausflug wird euch Beiden Freude spenden und dich fit halten.

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Schnitzeljagt statt Langeweile

Auch Geocaching ist eine perfekte Motivation rauszugehen, aktiv zu sein und gleich noch seinem Hobby nachzugehen. Geocaching lässt sich am Besten als eine Art moderner Schatzsuche und Schnitzeljagd beschreiben. Kurz erklärt:  Es gibt Leute, die verstecken irgendwo Dosen voller Kleinigkeiten sowie einem Notizbüchlein, dem Logbuch und veröffentlichen das Versteck in Form von Koordinaten im Internet. Und so eine Schnitzeljagt in Indianer Jones Manier wird dich garantiert fesseln und auf Trab halten.

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Adrenalinkick statt Schokofrust

Der Herbst bietet auch perfekte Bedingungen für den Flug mit einem Gleitschirm. Warum gönnst du dir nicht mal dieses Abenteuer? Bei einem Tandemsprung kannst du die Aussicht genießen, während ein erfahrener „Pilot“ den Drachen für dich steuert. Ein großartiges Erlebnis und Spots zum Fliegen findet man von den Alpen bis zur Küste! Der Adrenalinkick wird dich ganz sicher noch die ganze Woche begleiten!

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Gesund genossen statt Fettgefressen

Herbstzeit ist auch Genusszeit! Ob Kürbis oder Feigen; Neuerwein oder Kastanien – du kannst dir die Zutaten zum Teil selbst ersammeln und daraus die schmackhaftesten Leckereien zaubern. Von Kürbis- oder Kastaniensuppe bis Feigentarte – kreiere jetzt den perfekten und gesunden Gaumenschmauß, anstatt gefrustet vor der Kiste zu sitzen und Chips in dich hinein zu schaufeln.

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Perspektivwechsel statt Senderwechsel

Warum nicht den Herbst mal aus einer ganz anderen Perspektive genießen? Auf dem Baumwipfelpfad, im Kletterparkt oder beim Zipelinen hälst du dich fit und wirst abgehärtet für den Winter! Vom Spaßfakter mal ganz abgesehen. Besonders, wenn gleich noch die ganze Clique oder Familie dabei ist.

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Kreativ statt depressiv

Warum den Herbst nicht mal so richtig kreativ werden? Blätter, Blüten oder Kastanien sammeln und damit die Wohnung dekorieren oder kleine Kunstwerke schaffen? Die Elemente sind schier unendlich und vor allem kostenlos in der Natur zu bekommen. Allein die Sammelleidenschaft für dein neues Hobby bringt dich raus und lässt dich erkennen, wie viel Schönes der Herbst zu bieten hat.
Gestaltung und Foto Kerstin Kapferer

Ausflugsdamper statt Dampf an Anderen ablassen

Deutschland hat die Nord und Ostsee und so viele Flüsse und Ausflugsdampfer, warum nicht mal damit einen herbstlichen Ausflug mit dem Boot machen? Bei schönem Sonnenschein genießt man auf dem Oberdeck und wenn es frischer ist, zieht man sich nach innen zurück. Vom Fluss aus hat man den besten Blick, man kommt gemütlich voran und wird zudem auch noch exzellent verköstigt. Mein Tipp, wäre ein Boot an Rhein oder Mosel zu nehmen. Der Blick auf die Weinberge ist einfach sensationall!

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Drachensteigen statt zum Drachen werden

Der Herbst mit seinen Winden ist wohl die beste Jahreszeit endlich mal wieder seinen alten Drachen rauszukramen und ihn steigen zu lassen. Wer darin weniger begabt ist, der sollte den Profis zuschauen. Es gibt jede Menge Feste locken, bei denen man Großdrachen und den Meistern bei ihrem windigen Hobby zuschauen kann. Also worauf wartest du noch?

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Flohmarkt statt Shoppingmall

In Shoppingmalls kann man den Herbst auch verbringen, aber so wirklich einen Mehrwert hat man dort nicht. Ganz Anders auf einem Flohmarkt. Man ist draußen an der frischen Luft, bewegt sich und die Sonne powert Energie zu. Noch dazu kann man herrlich stöbern, in alten Erinnerungen verharren und das ein oder andere Schnäppchen machen. Wer kein Flohmarkt Typ ist, der könnte ja auch einfach mal wieder auf den Wochenmarkt gehen. Dort gibt es gleich noch frisches Obst und Gemüse, was dich gesund hält.

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Feste feiern, statt allein versauern

Um nicht alleine daheim vor dem Fernsehen zu versauern und langsam depressiv zu werden, empfehle ich immer auch Feste wie Kerwe der Erntedank. Hier tobt der Bär, man trifft alte und neue Freunde, ist draußen unterwegs, kann tanzen oder schlemmen. Ideal um nicht auf der Couch alleine zu hocken.

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Radtour statt Tortour

Gerade im Herbst ist eine Tour mit dem Rad ein voller Genuss. Man ist aktiv in der Natur unterwegs, hält sich fit und lädt sich gleich noch die Vitamindepots wieder auf. Verbunden mit gemeinsamen Ausflügen von Freunden, dem Sportverein oder mit der Familie, wird der ganze Ausritt gleich noch zum Happening.

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Abstecher statt Abgeschlagen

Deutschland hat so viele tolle Ausflugsziele, da dürfte es eigentlich nie schwer fallen, etwas Passendes zu finden. Wie wäre es zum Beispiel mal wieder mit einem Besuch einer Burg? Eines Zoos oder Safariparks? Abenteuer, Fotomotive und geschichtliche Exkursionen locken und wecken ganz sicher die Lust auf mehr! Mein Tipp: Wenn du fliegen magst, dann reise doch mal zu einem Flughafen, mach eine Besucherrunde mit und stell dich dann an die Start- und Landebahn. Fernweh garantiert.

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Citytripp anstatt allein daheim

Ideal ist der Herbst auch für eine Städtetour und die muss nicht immer ins Ausland gehen. Deutschland hat so viel zu bieten. Warum schaust du dir nicht mal wieder das Umland an? Beliebte Städte, wie München, Dresden oder Berlin sind genau jetzt nicht mehr so überlaufen. Zudem bleibt dir die Sommerhitze und der Smog erspart, der sonst drückend auf der Stadt liegt.

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Knistern statt Glotze

Wenn das Wetter im Herbst doch mal zu ungemütlich wird, dann schmeiß doch mal wieder den Kamin an. Am Besten mit Laub und kleinen Ästen die du vorher draußen gesammelt hast. Das hält dich gesund und der Kamin ist gleich noch eine herrliche Alternative zur Glotze. Mit ein paar gelandenen Freunden kann man in gemütlicher Runde sitzen, ein Glas Wein genießen oder mal wieder Karten spielen.

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Burgfräulein statt Grabenkrieg

Wenn mich meine Freunde im Ausland um etwas wirklich beneiden, dann ist es auch unter Kulturgut. Besonders gern mögen sie unsere Schlösser und Burgen, dabei haben wir schon fast den Blick und die Faszination dafür verloren! Aber diese Leidenschaft zur Heimat, läßt sich ja ganz leicht wieder entfachen. Auf einem Mittelaltermarkt, bei einem Burgkonzert oder einfach einem Spaziergang im Schloßpark. Gerade jetzt im Herbst ist das völlig entspannt möglich.

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Abheben statt Liegenbleiben

Der Herbst ist für mich auch die idealste Zeit für eine Ballonfahrt. Einfach, weil man die klarste Luft und damit die beste Weitsicht hat. Wie wäre es also mal mit abheben und die Welt von oben sehen? Ballonfahren ist ein riesiges Erlebnis und so ganz anders, als „normales“ Fliegen. Sanft treibt der Ballon über Gemeinden, Flüssen & Seen oder Wald & Wiesen.

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Motivsuche statt Sendersuchlauf

Gerade in dieser Jahreszeit findet man draußen die schönsten Motive und meist direkt vor der Haustür. Von buntgefärbter Baumallee, über eine Pfütze mit darin treibendem Blatt, bis hin zu Nebelschwaden, die über den Wiesen hängen. Oder wie wäre es mit einer Nachtaufnahme? Im Herbst sind weniger Menschen auf den Straßen unterwegs und du hast die Kulisse quasi ganz ungestört für dich alleine!

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Mehr Ideen für deinen aktiven Herbst!

Man kann ja nie genug Ideen für einen aktiven Herbst sammeln, deshalb habe ich mich bei ein paar Bloggern schlau gemacht, wie sie so ihren Herbst gestalten. Hier ihre Antworten:

Klaus & Kerstin vom Reiseblog „Willkommen Fernweh

Natur, Wandern und Wellness im Herbst – unsere Pilzsaison

Wir finden ja, dass jede Jahreszeit ihren besonderen Reiz hat. Mit der Aussicht auf die nahende Pilzsaison fällt der Sommerabschied nicht so schwer. Dieses Jahr haben sich die Pilze aufgrund des sommerlichen Septembers zwar etwas Zeit gelassen, aber nun sind sie endlich wieder da. Da nehmen wir auch gern mal ein paar Regentage in Kauf („Ist gut für das Pilzwachstum“) und ziehen sobald das Wetter wieder besser ist mit Pilzkörbchen und Schwammerlmesser los. Unter der Woche schauen wir in den Wäldern rund um unser Zuhause, am Wochenende machen wir auch gerne längere Wanderungen in den nahegelegenen Spessart. Es gehört zu unseren Herbst-Highlights, nach einem Tag an der frischen Luft abends mit rot glühenden Wangen und vollem Pilzkörbchen heim zu kommen, später gemütlich im Warmen zu sitzen und selbstgemachte Steinpilz-Pasta zu essen. Nach einem kühlen Tag draußen freuen wir uns auch regelmäßig auf ein wenig „Home-Wellness“ in der heißen Badewanne. 🙂 Als passionierte Pilzsucher haben wir aber auch schon auf unseren Reisen gesammelt. In den kanadischen Rocky Mountains beginnt die Pilzsaison bereits Anfang August und scheinbar ist das Pilzesuchen unter den Einheimischen nicht so verbreitet. Wir haben dort wunderbare Reizker in großer Zahl gefunden und in unserer Camperküche zubereitet.

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®Klaus & Kerstin von „Willkommen Fernweh“

Lynn vom Reiseblog „Lieschenradieschen-reist

Sich an den bunten Herbstfarben erfreuen, statt sich über das schnöde Grau zu ärgern

Ich bin ein riesiger Herbstfan und das liegt nicht nur daran, dass ich im Oktober Geburtstag habe. Bevor sich das Jahr verabschiedet und alles Grau in Grau wird, dreht die Natur nochmal so richtig auf. Was die Blüte im Frühjahr ist, sind die bunten Blätter im Herbst. Schon als Kind habe ich es geliebt, zusammen mit meiner Oma die Herbstblätter zu sammeln und zu trocknen bzw. zwischen Buchseiten zu pressen. Heute mache ich das zwar nicht mehr, aber genauso liebe ich es im Herbst wandern zu gehen, deshalb habe ich es mir jetzt auch zum Ziel gesetzt, die jeweils höchste natürliche Erhebung in jedem Bundesland zu erklimmen (Siehe Link). Dabei ist es eigentlich auch fast egal, wie das Wetter ist, irgendwie sieht alles reizvoll aus. Mein Favorit ist dabei das Bodetal im Harz. Dieses ist nämlich gar nicht so weit von meiner Heimatstadt Hannover entfernt und dort drehen die Farben nochmal so richtig auf. Ich finde es grandios einen schönen Aussichtspunkt zu suchen und von dort aus das Blättermeer zu betrachten. Und um so mehr macht auch die Einkehr in eine schöne Gaststube wert. Bei einer dampfenden Tasse Tee, kann man dann so richtig schön wieder auftauen und den Tag Revue passieren lassen.

Lynn von "Lieschenradieschen-reist"

Stefanie von ReiseblogComfortzoneless

Kleine Fluchten

Diesen Herbst verbringe ich in New York City. Nach dem herrlichen Sommer in der Stadt mit lauen Filmnächten im Park und Hochhäusern, die im Sonnenlicht spiegeln, schaute ich dem Herbst eher deprimiert entgegen. Doch ich stelle fest, Oktober und November müssen keineswegs schlechte Monate sein, um New York zu besuchen. Wenn die gelben Taxis durch die Pfützen rauschen oder die Skyline im dichten Nebel verschwindet, hat das durchaus einen Charme. Der Central Park nimmt warme Rottöne an und die Eisbahn vor dem Rockefeller Center ist bereits Anfang Oktober aufgebaut. Schon Wochen vorher bereiten sich die Amerikaner auf Halloween vor. Durch Manhattan führt jedes Jahr ein Umzug, an dem teilnehmen kann, wer kostümiert ist. Das Herbstende läutet das Erntedankfest, Thanksgiving, ein, was die Ruhe vor der stürmischen Weihnachtszeit ist.

® Stefanie von comfortzoneless

® Stefanie von „Comfortzoneless“

Jana vom Reiseblog „Zufussunterwegs

Mein kostbarster Herbstmoment ist es, Pilze zu suchen.

Als Kind war ich oft mit meinen Eltern im Thüringer Wald unterwegs. Eigentlich zu allen Jahreszeiten, aber auch sehr viel im Herbst. Herbst ist Pilzzeit! Von meinem Vater habe ich gelernt, die Pilze zu bestimmen und zu unterscheiden. Ich erinnere mich noch wie heute, dass ich immer, wenn wir einen Pilz gefunden haben, dessen drei besondere Merkmale erklären sollte. Bei Verwechslungsgefahr musste ich dann auch das giftige Gegenstück dazu benennen. Diese familiäre Pilzschule war eine Schule des Lebens, denn ich habe bis heute nichts davon vergessen – auch wenn ich heute leider viel seltener in den heimatlichen Wäldern unterwegs bin, um Pilze zu suchen. Für mich geht es wirklich um Pilze suchen, nicht Pilze sammeln. Der schönste Teil ist es, durch die herbstlich bunten Wälder zu streifen, abseits des Weges und durchs Unterholz, um Pilze aufzuspüren und zu finden. Gerne fotografiere ich die posierlichen Dinger mittlerweile auch, im schönen Licht oder wie sie sich tapfer und gegen alle Widerstände durch den Waldboden gekämpft haben. Wie das in der Natur oftmals so ist: die schönsten Exemplare sind oft auch die giftigsten. Am Ende meines Pilztages geniesse ich gebratene Pilze mit Speck, frischen Kräutern und einem Butterbrot! Das ist seit meinen Kindestagen so und hat sich ebenfalls bis heute nicht geändert.

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® Jana von „Zufussunterwegs“

Anna vom Reiseblog „Immer-unterwegs

Spaziergang am Maschsee

Mein liebster Herbstmoment ist ein Spaziergang entlang des Ostufers am Maschsee in Hannover, meinem zu Hause. Ich wohne nur ein paar Gehminuten vom Maschsee entfernt und gerade bei schöner Herbstsonne zieht es mich für einen Spaziergang dorthin. Die Lindenallee am Ostufer hat es mir besonders angetan, denn im Herbst ist sie wunderbar bunt. Durch die Blätter hindurch scheint helles, warmes Licht. Junge Eltern gehen mit Kinderwagen spazieren, Freunde treffen sich auf einen Kaffee am Café Vélo oder Pärchen gehen zusammen joggen oder Fahrrad fahren. Dieser Ort lässt mich ganz schnell die nasskalten, anderen Tage des Herbsts vergessen und ich genieße es schweigend neben meinem Freund zu spazieren und meine Seele baumeln lassen zu können.

® Anna von "immer-unterwegs.com"

® Anna von „Immer-unterwegs“

Kathrin vom Reiseblog „Travelinspired

Herbstidylle in Kroatiens Nationalparks

Buntes Laub, klare Luft und wunderschöne Seen: Kroatiens Nationalparks Plitvicer Seen und Krka sind im Herbst ganz besonders bezaubernd. Unser absolutes Highlight in diesem Herbst! Auf einem spontanen Kurztrip sind wir Mitte Oktober in Kroatien gelandet. Denn Split ist tatsächlich nur 2 Flugstunden von Hamburg entfernt. Also super zu erreichen. In den Nationalparks ist es entspannt leer und wir genießen den atemberaubenden Anblick von bunten Bäumen, die sich in den glasklaren Seen spiegeln. Die Wanderwege führen oft direkt am Wasser entlang. Eine wunderschöne Aussicht jagt die nächste. Tief atmen wir die kalte, klare Luft ein. Und bestaunen die vielen kleinen und großen Wasserfälle. Mal ehrlich, kann es etwas schöneres geben, als einen Herbstspaziergang durch die Natur?

Katrin von Travelinspired

® Kathrin von „Travelinspired“

Ich hoffe du hast ein paar Ideen gefunden, deinen Herbst bunt und voller Lebensfreude zu gestalten! Wenn du noch mehr Ideen und Anregungen für einen aktiven Herbst hast, dann her damit! Im Kommentarfeld oder als Nachricht an mich. Ich nehme Gedanken, Geschichten und Bilder gerne noch mit auf. Oder vielleicht sagst du mir auch einfach, wie du meinen Beitrag findest? Ich freu mich über deinen Kommentar hier!

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Essen gegen Fernweh – Wie du dir Urlaubsfeeling erschlemmst!

Verbinden wir nicht alle Pizza mit Italien, den Café-to-go mit Amerika und Reis mit Asien? Warum sollten wir dann nicht auch kulinarische Ausflüge nutzen, um uns ein wenig Urlaubsfeeling in den Alltag zu holen?

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Reisen ist eine großartige Möglichkeit zu lernen und zu wachsen. Denn es bringt uns eine Menge Dinge über das Leben, die Kultur und die Menschen bei. Ich finde es spannend zu beobachten, wie Lebensmittel die Bräuche, Geschichte und auch die Werte einer Gesellschaft beeinflußt haben. Die Lebensweise der Menschen und auch ihr ethnischer Hintergrund haben die Küche eines Landes geprägt in deren Genuss wir während unserer Urlaube kommen. Genau diese Kulinarik gibt Reisen die Würze und mcht sie so noch spannender.

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Leider kann man keine 365 Tage im Jahr umher reisen und sich durch die Küchen dieser Welt schlemmen. Wenn mich die Sehnsucht nach exotischer Küche oder internationalen Gaumenfreuden packt, dann habe ich ein paar Strategien entwickelt, die mir helfen die Distanz zwischen Alltag und Urlaub zu meistern. Meine Tipps sich schlemmend gegen Fernweh zu stemmen, findest du hier und vielleicht auch gleich noch ein paar Ideen soziale Kontakte zu pflegen.

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Kick-Starter

Gute Laune durch Düfte und Verwöhnaroma – mit einem Besuch in der nächsten Kaffee- oder Teebar startest du frisch und motiviert in den Tag. Sei es beim hippen amerikanischen „Coffee-to-go“, beim Barista aus Ecuador oder in einem dieser asiatischen Teegenuss-Tempel. Du wirst feststellen, dass außergewöhnliche Gewürze, das Aroma feinster Bohnen und der sinnliche Duft von Fruchtmischungen, dich verführen und deine Gedanken schon am Morgen in die Welt hinaus tragen werden.

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Küche zur Welt

Der einfachste Weg wie du dir Urlaubsfeeling erschlemmen kannst, ist natürlich ins entsprechende Restaurant zu gehen! Eine Vielzahl von Apps machen es dir heute möglich, auf schnellstem Weg an die leckerste und exotischste Küche zu kommen. Einfach die Geschmacksrichtung eingeben, Umkreissuche starten und im nächsten Moment sitzt du schon vor einem leckeren Mangolassi, kubanischem Grillhuhn, hausgemachten, polnischen Piroggen oder einem südafrikanischem Bobotie.

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Ein Topf voller Glück

Warum immer das kochen, was man schon kennt? Warum nicht einfach mal das ausprobieren, was man im Urlaub so geliebt hat? Nur Mut! Das Netz ist voller Ideen und Rezepten die dir ganz entspannt beibrigen, wie man das Lieblingsgericht aus dem letzten Urlaub nachkochen kann. Und wenns mal schwieriger wird, dann schau doch einfach nach Anleitungen in YouTube Videos. Step by step und praxisnah bekommst du hier eine Anleitung, wie du aus deiner heimischen Küche eine internationale machst!

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Charmantes Umfeld

Du kannst gar nicht kochen? Auch kein Problem. Wie wäre es mal im Freundes oder Bekanntenkreis nachzufragen? Wir haben doch alle inzwischen ein multikulturelles Umfeld. Du wirst staunen, wie gut die Resonanz ist, wenn du dich auch für die Küche deiner Mitmenschen interessierst. Was denkst du, wie stolz dein italienischer Nachbar ist, mal für dich nach Muttis Rezept zu kochen? Oder wie sehr sich die polnische Studienkollegin freut, wenn du dich für ihre Kochqualitäten interessierst. Mit etwas Charme und einem netten Entgegenkommen wird ein gemeinsames Essen, auch gleich noch ein kulinarischer Exkurs in ferne Länder.

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Du kannst das

Was man selbst nicht kann, dass kann man ja auch immer noch lernen. Beleg doch einfach mal einen Kochkurs und lass dir dort bringen, wie man indisch, markokkanisch oder spanisch kocht. Schulen und VHS-Kurse dafür gibt es wie Sand am Meer, da solltest du schnell fündig werden und neue Kontakte zum gemeinsamen Schlemmen gibts gleich noch dazu!

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Er kann es

Okay, okay du hast vielleicht wie ich, kein Talent für die Küche, willst aber doch am liebsten daheim genießen? Dann gönn dir doch mal was und buch dir einen Koch! Ja auch das gibt es. Und warum soll man sich nicht auch mal selbst belohnen und sich verwöhnen lassen? Einen Anlass braucht es dafür nicht. Etwas Sehnsucht nach fremdländischer Küche reicht vollkommen aus und dein kochlöffelschwingender Küchenchef wird dir jeden Wunsch erfüllen.

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Basar der Köstlichkeiten

Hast du schon mal dran gedacht, dass auch ein Markt ein perfekter Ort sein kann, um sich um die Welt zu schlemmen? Basare sind seit Jahrhunderten der zentrale Treffpunkt und Umschlagsplatz für Lebensmittel aus der ganzen Welt. Hier findest du das Gewürz aus Indien, den Tee aus Bali und die Kakaofrucht aus Brasilien. Oder gleich den perfekten Stand, an dem dir dein Lieblingsgericht aus Thailand frisch zubereitet wird.

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Ums Eck

Hast du schon mal dran gedacht, dass auch der Getränkehändler ums Eck deinen Durst nach Fernweh stillen kann? Ein Cider aus Namibia, ein Wein aus Chile und das Bier aus Irland können schon eine jede Menge Weltenschmerz stillen. Dazu genießt du einfach eine Doku aus deinem Lieblingsreiseland und träumst dich zurück zu unbeschwerten Zeiten.

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Tricky

Kennst du schon den Hoteltrick? Mann muss nicht eingecheckt sein, um in einer Hotelbar leckere Cocktails mit heißen Brasilianerinnen, unterkühlten Asiaten oder lustigen Finnen zu trinken. Und so ein Mixgetränk hat gleich noch den Vorteil, dass es dich wieder an den Strand und damit zur letzten Beachparty zurück beamt!

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Branchentreff

Auch auf Messen kann man international Essen. Schon mal dran gedacht auf einer Reise- oder Foodmesse vorbei zu schauen und dort so richtig zu schlemmen? Nein? Dann solltest du das unbedingt mal ausprobieren, denn gerade hier lässt man sich nicht lumpen und bringt die besten Köche und Spezialitäten mit. Einfach im Netzt nach entsprechenden Fachmessen suchen und gleich noch Ideen für die nächste Reise mitnehmen!

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Ideenreich

Du hast noch mehr Ideen wie man sich schlemmend gegen das Fernweh stemmt? Dann her damit! Ich freue mich immer über Anregungen oder Feedback. Schreib mir einfach im Kommentarfeld und lass mich wissen welche Strategien dir helfen.

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Nikolaifriedhof Görlitz – Eine Reise zum Park der Seelen & Mythen

Ein Friedhof wie ein Park. Bänke, die zum Verweilen einladen und Menschen, die gerne hierher kommen. Der Nikolaifriedhof in Görlitz ist alles andere als ein düsterer Ort der Trauer und des Abschieds.IMG_8564
Doch genau so sehen die meisten Menschen einen Friedhof sehr oft. Sie verbinden nichts Gutes mit ihm, machen einen Bogen drumherum und vermeiden Besuche. Was ich schade finde. Denn eigentlich sollten Grabstätten doch Plätze sein, die Trost schenken, die Erinnerungen an Verstorbene wach rufen und an denen man sich lieben Menschen wieder verbunden fühlt.IMG_8876
Ich habe als Kind meine Oma schon immer samstags mit zum Friedhof begleitet. Für mich war das die normalste Sache der Welt, sich um das Grab von Verstorbenen zu kümmern. Ich habe mich auch nicht daran gestört, dass meine Oma mit meinem toten Opa gesprochen hat. Wie sie sich Sorgen von der Seele redete und so tat, als säße er neben ihr und würde lauschen. Es schien ihr gut zu tun, also habe ich es nicht in Frage gestellt.IMG_9058Genauso unbefangen gehe ich auch heute noch zu letzten Ruhestätten. Ich begreife sie als einen Ort der Einkehr und der Erinnerung. Genau wie Kirchen strahlen sie Ruhe und Sicherheit aus. Wer sich nicht durch Mythen, Geschichten oder Aberglauben lenken lässt, der kann einen Friedhof mit ganz anderen Augen sehen. Als einen Park der toten Seelen zum Beispiel. Einen Ort, an dem geliebte Menschen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.IMG_8865
So sehen es wohl auch die Görlitzer. Ihren Nikolaifriedhof begreifen sie viel mehr als einen Park mit Gräbern. Mit viel Grün, mit viel Leben und mit viel Geschichte. Hierher geht nicht nur, wer muss, sondern weil es einen hierher zieht. Weil man Ruhe sucht, im Grünen sein möchte oder weil man sich nach Einkehr sehnt. Fernab von allen Sorgen, Nöten und den Ablenkungen unserer Zeit.IMG_9074
Und so habe auch ich meinen Weg hierher gefunden. Direkt hinter der gleichnamigen Kirche beginnt diese so besondere Ruhestätte. Der Nikolaifriedhof wurde bereits im 12. Jahrhundert angelegt und um 1305 erstmals urkundlich erwähnt.IMG_9155Bis im Jahr 1847 der städtische Friedhof eröffnet wurde, war er die größte und wichtigste Beerdigungsstätte von Görlitz. Danach fanden Bestattungen nur noch in Ausnahmefällen dort statt.
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So kam es, das der Gottesacker nach seiner Schließung weitgehend erhalten blieb. Die Grabmal- und Bausubstanz gilt noch heute als ein äußerst seltenes Zeugnis städtischer Sepulkralkultur.IMG_9165
Mehr als 800 Grabmäler und Grabinschriften (Epitathe) sind heute noch stumme Zeugen für die Entwicklung und den Fortgang der Religion und der Werte in Görlitz in den Jahren 1600 bis 1850 n.Chr. Die Trachten der Skulpturen und die Steinmetzkunst der Gräber sind Spiegel des stilistischen Wandels von Manierismus über den Barock bis hin zu Klassizismus, Romantik und Historismus.IMG_9060
Wie jeder Kirchhof ist auch der Nikolaifriedhof wie ein großes Urkundenbuch: Geburt, Hochzeit, Kinder, Lebensschicksale und Tod finden Erwähnung und erzählen die Geschichte der Stadt und seiner Bewohner.IMG_8924
Die Gräber, Grufthäuser und Epitathe dokumentieren zudem den Selbstdarstellungs- und Repräsentationswillen der wohlhabenden Görlitzer Bürgerschicht. Der Wunsch, auch nach dem Ableben unvergessen zu sein – Würde, Macht und Ansehen zu erhalten – findet gerade in den barocken Grab- und Gedenksteinen seinen Ausdruck.IMG_8927
In der Renaissance (ab 1617) und im Barock (bis 1704) wurden hier 21 Grufthäuser errichtet. Ihre Erbauung kostete oft so viel wie die eines Wohnhauses, denn sie waren besonderes prächtig und enthielten dekorative Ausmalungen an den Wänden. Auf Grund ihres Bestandes (aktuell 16) zählt der Nikolaifriedhof noch heute zu den herausragendsten Friedhofsdenkmalen.IMG_9142
Für besonders sehenswert erachtet werden das Grufthaus der Familie Fröhlich (1744) an der östlichen Mauer des Friedhofes und das der Familie Emmerich an der Nordseite der Nikolaikirche. Auch findet man das Grab von Jakob Böhme einem deutschen Musiker und Philosophen hier.IMG_9186
Im Jahr 1633 wurde der Friedhof im Westen erweitert, um hier die Toten einer Pestepidemie beerdigen zu können. Diesen Bereich nennt man heute den Pestacker, erinnert doch nur eine grüne Wiese an diese dunkle Zeit.IMG_9162
Wer seinen Rundgang wie ich am Eingang neben der Nikolaikirche startet, der trifft direkt auf die wohl berühmteste Sage des Friedhofs. Die Geschichte um die genannte „Moller-Linde“. Der Pfarrer Martin Moller predigte zu Ende des 16. Jahrhunderts in Görlitz das Wort Gottes und hat sich dabei nicht nur Freunde gemacht. Er wurde sogar des heimlichen Calvinismus verdächtigt und musste deshalb viel Missgunst und Ungemach ertragen.IMG_8559_sw
Als der Pfarrer alt, erblindet war und kurz vor seinem Ableben stand, sagte er zu den Seinen: „Wenn ich werde gestorben sein, so pflanzt auf meinem Grabe eine junge Linde mit den Zweigen in die Erde. So gewiss diese Linde wachsen wird, so gewiss habe ich auch Gottes Wort rein und lauter gelehrt und gepredigt. „Diese Linde wächst noch heute an seinem Grab und ist zur Legende geworden.IMG_8970
Nicht die einzige Sage, die mich auf meinem Rundgang begleitet. Auch soll Gregor Gobius, der ehemalige Bürgermeister und ein Alchimist, hier herumgeistern. Eine schallende Ohrfeige fing sich ein Knabe ein, der den Geist Gobius lautstark herausgefordert hatte. Über den Ring an dem Tor zu seiner Gruft sagt man sich, dass kein Schmied ihn so fest daran machen konnte, dass er nicht die nächste Nacht abspränge.IMG_8930
Ich habe nicht vor den Frieden des Mannes zu stören und doch bleibe ich andächtig an seiner Gruft stehen. Lange Jahre kursierten auch Gerüchte, er habe seine Frau einbalsamiert und diese bewahrheiteten sich, als es zu einer Sargöffnung kam und der Torso der Dame wohlbehalten und mumifiziert vorgefunden wurde.IMG_8920
Neben Sagen und Mythen faszinieren mich vor allem die Skulpturen auf meinem Rundgang. Kleine trauernde, engelsgleiche Buben auf Stehlen, zeugen so tiefgründig von Schmerz und Verzweiflung des Abschiednehmens, das es fast schmerzt.IMG_9117
Aber es gibt auch Skulpturen, die durch ihre Körperhaltung die Hoffnung auf ein Weiterleben im Jenseits machen und Trost spenden. Das alles eingebettet in Wildblumen, duftende Linden und begleitet zur Musik der Singvögel.IMG_9032

„Den Nikolaifriedhof empfinde ich als die perfekte Symbiose aus der Flüchtigkeit des Lebens und der Vergänglichkeit alles Irdischen.“

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Mit all seinem lebendigen Grün, seinen majestätischen Bäumen, herumspringenden Eichhörnchen und Hasen, summenden Bienen und zwitschernden Vögeln sowie den mahnenden Ruhesteinen aus der Vergangenheit.IMG_9189Über Stunden gehe ich hier spazieren, lese Inschriften, fotografiere Skulpturen oder beobachte die Besucher. Hierher kommen nicht nur alte Menschen, die Grabpflege betreiben. Der Schuljunge auf dem Heimweg, die Malerin auf der Decke, die Arbeitskollegen bei der Mittagspause, Touristen und Spaziergänger sind in der weitläufigen Anlage auszumachen.IMG_9064Und egal mit wem ich mich hier austausche, für alle ist es kein normaler Friedhof. Der Nikolaifriedhof ist vielmehr eine Parkanlage, das grüne Herz der Stadt und eine Oase der Ruhe. Es ist schön zu erleben, wie die Görlitzer diesen Kirchhof empfinden und sich in ihm bewegen. Als wäre es das Normalste der Welt hier spazierenzugehen. Und eigentlich ist es das ja auch.
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Wer sich selbst vom Charme dieser Friedhofsanlage bezaubern lassen will, der sollte sich Zeit nehmen und nicht nur im vorderen Teil auf Entdeckungsreise gehen, die Nebenwege suchen und auch mal auf einer der vielen Bänke Platz nehmen.IMG_9017Auch kann ich die Führung „Vom Pestacker zum Sündenfall“ empfehlen. Bei dieser etwas anderen Besichtigung über den barocken Nikolaifriedhof erfahren die Teilnehmer, wie sehr die Stadtgeschichte mit Lebensgeschichten verknüpft ist und das lohnt sich allemal!IMG_9108
Mehr Bilder findest Du in meinen Flickr-Fotoalben! Klicke auf Schwarzweißaufnahmen oder zu farbigen Schnappschüssen.
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Nachtrag: Gerade als ich den Artikel fertig habe, passiert mir etwas sehr seltsames! Ich hatte einen Arbeitsunfall mit blutiger Nase. Ich schreibe Artikel gerne im Schlafzimmer, weil’s da schön ruhig ist und man nicht abgelenkt wird. Ich lümmelte also gerade mit Laptop auf dem Schoss im Bett und besprach das Korrekturlesen mit meiner Mutter am Telefon. IMG_8867Kurz abgelenkt und bei einer falschen Bewegung kam das Gerät ins Wanken und die Klappe krachte mir direkt ins Gesicht. Da ich das Handy am Ohr hatte, konnte ich den Unfall nicht abwehren. Ein dicker roter Blutstropfen lief mir sofort über die Nase und die Wangen und nun frage ich mich, ob das nicht vielleicht auch dieser Herr Gregor Gobius war, der wieder zugeschlagen hat? Wer weiß…

#infoÖffnungszeiten:

April bis Oktober:
6:30 bis 21 Uhr
November bis März:
6:30 bis 18 Uhr
Allerheiligen, Allerseelen, Totensonntag:
6:30 bis 20 Uhr

Führungen

Führungen  finden „regulär“ nur an bestimmten Terminen und nach Voranmeldung sowie in den Abendstunden statt.
Ausnahmen sind möglich. Alle Infos im LINK.

Kontakt

Evangelische Kulturstiftung, Heilige-Grab-Straße 79, 02826 Görlitz
Telefon: +49 3581 315864
Fax: +49 3581 315865
E-Mail: va@kkvsol.net
oder: heiligesgrabgr@web.de

Adresse:

Grosse Wallstrasse, Görlitz, Sachsen, Deutschland

Anreise:

Von der Altstadt sind es nur wenige Gehminuten bis zum Nikolaifriedhof. Die Route ist ausgeschrieben.

Abreise:

Idealerweise geht man eine Runde auf dem Friedhof und hat das gleiche Start- und Endziel.

Für den Rückweg kann man aber auch den oberen Ausgang des „neuen Friedhofs“ wählen.
Hier befindet sich die Straßenbahnhaltestelle „Alexander-Bolze-Hof“.
Die Linien 2 & 3 bringen einen in wenigen Minuten zurück ins Stadtzentrum.
Verbundtickets haben auch hier ihre Gültigkeit.

Ein Taxi ruft man sich unter: +49 3581 400 800

Ein Tag im Outdoor-Laden – Entfache die Sehnsucht in Dir!

Nirgendwo sonst gibt es so geballt Ideen für Abenteuer und Reisen als in einem Outdoor-Laden. Was ich für mich entdeckt habe, wie es mir hilft die Zeit bis zum nächsten Abenteuer zu überbrücken und warum es auch etwas für dich sein könnte, verrate ich hier:
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Ein verregneter Maitag in München. Eigentlich war ich in die Stadt gekommen, um im Englischen Garten zu flanieren, an der Isar zu radeln und im Biergarten den Abend mit Freunden ausklingen zu lassen. Daraus wird aber bei diesem Wetter nichts. Fieser Regen und 12 Grad nehmen mir jedwege Motivation auf Aktivitäten in der Natur. Aber meinen freien Tag will ich nicht ungenutzt lassen und so beschließe ich einen Ausflug in den nächsten Outdoor-Laden.

„Abenteuer starten im Kopf und enden in Geschichten daheim“

Mein Ziel heute ist der Globetrotter am Isartor. Zugegeben kenne ich zwar den Katalog und in unseren Haushalt flattern regelmäßig die Bestellungen, aber in einen der Shops hatte ich es bisher noch nicht geschafft. Jetzt fiel mir ein, dass meine Freundin Dani erst kürzlich davon geschwärmt hat. Warum also den Tag nicht nutzen und der Filiale mal einen Besuch abstatten? Immerhin ist man nach einem Einkauf dort, dann bestens ausgestattet, wenn die Sonne doch mal wieder scheint.
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Am Isartor angekommen fällt mir zunächst erst mal ins Auge wie groß der Shop ist. Ich kenne andere Ausstatter wie Decathlon oder Outlets großer Marken, aber ein Erlebnisgeschäft wie das Konzept von Globetrotter ist mir neu und begeistert mich vom ersten Moment. Auf mehreren Etagen und Ebenen ist dieser Laden angelegt und in seiner Mitte gibt es sogar einen richtigen Pool.
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Ich schlendere zunächst mal durch die Abteilungen. Schließlich bin ich hier um Inspiration zu finden. Welche weiß ich gar nicht so genau, aber irgendwas mit Outdoor – so viel ist sicher. Also rüste ich zunächst mal mein Rad in der Fahrradabteilung gedanklich auf. Packtaschen, ein bequemer neuer Sattel und natürlich eines dieser Rad-Navis. So komme ich schnell auf die Idee mit dem Fahrrad bis nach Kroatien ans Meer zu radeln.
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Nächster Stopp, die Ferngläser! Wie lange träume ich schon davon auf Safari mein eigenes Binocular dabei zu haben. Auf jedem Game Drive in Afrika ärgere ich mich, mir wieder das des Guides ausleihen zu müssen. Weil man das dann gleich noch mit 8 Leuten in der Gruppe teilen muss und immer die besten Momente verpaßt. Direkt ertappe ich mich, wie meine Gedanken abschweifen und mich ins Okovango Delta nach Botswana ziehen.

„Outdoor ist dort, wo das Abenteuer beginnt!“

Neben einem Fernglas würde ich mir aber auch gleich noch mein eigenes Dachzelt kaufen. So eines hatten wir auf unserem Namibia-Trip und die damit verbundene Freiheit war großartig. Mit diesem Gedanken im Kopf schlendere ich weiter.
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Wie genial, denke ich, als ich zwei Kinder mit Paddelboot auf dem besagten Innenpool entdecke. Von so einem eigenen Kajak träume ich ja auch immer noch. Und habe direkt eine Idee, wohin ich damit reisen würde! Vor ein paar Wochen habe ich nämlich einen Vortrag über Island gesehen und war sofort Feuer und Flamme dort auch mal mit Walen kajaken zu gehen. Ein reizvoller Gedanke!

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Ich entdecke ein Schild mit der Aufschrift „Kältekammer“. Hier kann man Winterkleidung auf Wettertauglichkeit prüfen, das hätte ich bei meinem Schweden-Trip mal vorher machen sollen! 2 Lagen Skianzüge übereinander hatte ich damals an. Bevor ich mich auf meine lang ersehnte Alaska Reise aufmachen würde, wäre das meine erste Anlaufstelle. Zu lebendig sind die Erinnerungen an die bitterkalte Hundeschlittentour in Arvidsjaur. Damals sind mir bald die Finger abgefroren beim Filmen der Tiere! Ich würde hier sogar Handschuhe testen um noch mal blau gefrorene Gliedmaßen zu vermeiden.IMG_7358
Wo ich heute schon überall gedanklich war! Erst in Afrika und nun in Alaska. Ich muß über mich selbst schmunzeln. Inzwischen bin ich in der Campingabteilung angekommen. Hier kann man wunderbar in die ausgestellten Zelte krabbeln, die Isomatten auf ihre Rückentauglichkeit prüfen und sich damit in die Weiten der Tundra und Taiga träumen. Ein weiterer langgehegter Wunsch von mir und wenn ich mich hier so umschaue, dann fallen mir noch ganz viele weitere Reise- und Abenteuerziele ein.
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Besonders als ich die Bücherecke mit ganz viel Lesestoff entdecke. An die exotischsten Orte werde ich hier mitgenommen, entdecke alte Lieblingsplätze wieder oder lasse mich mitreißen von Geschichten anderer Abenteurer.

„Sei du der Held deiner Abenteuergeschichten“

Was mich darauf bringt, das ich unbedingt noch lernen will, wie man ein Lagerfeuer selbst entfacht, wie man Wasser richtig fotografiert und in der Wildnis ohne Technik überlebt. Und selbst zu diesen Flausen hat die nette Dame am Infoschalter ein paar Ideen für mich. Gemeinsam mit anderen kann ich an Kursen teilnehmen, die mir genau das beibringen. Und mir außerdem die nächsten Wochen und Monate bis zum nächsten Trip verkürzen!

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Ich strahle bis über beide Ohren, als ich den Laden nach Stunden wieder verlasse. Nicht weil ich jetzt eine pralle Einkaufstüte bei mir trage. Sondern weil genau hier mein Fernweh neu entfacht wurde. Wer hätte das von einem Tag in einem „Geschäft“ erwartet? Ich jedenfalls nicht. Wenn es dich also auch nach Gedankenreisen, frischen Ideen und Inspiration für dein nächstes Abenteuer sehnt, warum verbringst du einen Regentag nicht auch mal beim Outdoor-Ausstatter deines Vertrauens?

#infoPS: Dies ist kein gesponserter Artikel! Ich habe es genau so erlebt, als schön empfunden, wollte diese Erfahrung mit dir teilen und dich damit auf Ideen für neue Abenteuerziele bringen.

Rakotzbrücke Kromlau – Meine Tipps für märchenhafte Fotos

Um die Rakotzbrücke in Kromlau ist in den letzten Jahren ein regelrechter Hype ausgebrochen, dem auch ich mich nicht entziehen konnte. Wer aber hierher reist zum Fotografieren, der sollte ein paar Dinge beachten, damit aus einem durchschnittlichen Motiv auch ein märchenhaftes Foto wird!

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Wahrscheinlich war ich als Kind schon im Kromlauer Park, habe mich in Büschen oder hinter Bäumen versteckt, hier fange gespielt und dieses Bauwerk bestaunt, aber wirklich daran erinnern kann ich mich nicht. Erst jetzt, als die Brücke einen regelrechten Run erlebt, bin ich wieder auf sie aufmerksam geworden.

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Ich liebe es ja, mich auf Instagram zum Reisen verführen zu lassen. #Wanderlust #Fernweh #postcardfromtheworld eingeben und schon findet man die schönsten und inspirierendsten Plätzen auf diesem Planeten. Und eines Tages als ich mich mal wieder auf eine virtuelle Reise begab, war da plötzlich dieses magische Bild der Rakotzbrücke. Ich war fasziniert! Ein See gesäumt von herbstlichem Blätterwald, ein einzigartiges Vidadukt und dazu magisches Licht – eine Szenerie wie aus dem Märchenbuch. Ohne Zweifel hatte da auch noch in Photoshop nachgeholfen, aber die Poesie des Fotos wirkte magisch auf mich. Leider stand bei meinem ersten Kontakt keine Beschreibung zu dem Bild und auch die Hashtags ließen nicht vermuten, wo sich diese Brücke befindet. Ich vergaß das Bild wieder.

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Allerdings nicht für eine sehr lange Zeit. Denn inzwischen häuften sich die Bilder zur Rakotzbrücke auf Instagram. Ich war immer noch fasziniert von diesem Motiv und fing an die Hinweise zu sammeln, um diesem Bauwerk auf die Spur zu kommen. Als ich den entscheidenen Hinweis fand, mußte ich fast schon mit Entgeisterung feststellen, das ist ja hier bei uns! Kennst du das? Du siehst ein Motiv und hast sofort einen Ort im Kopf, wo sich dieses befinden könnte? Für mich war diese Brücke irgendwo in Irland angesiedelt. Jeder weiß, dass die Insulaner bekannt sind ihre Mythen, Sagen und Legenden und so kam mir gar nicht erst in den Sinn, die Brücke könnte in Deutschland sein.

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Nach diesem kurzen Schreck und der Erkenntnis, dass die Rakotzbrücke in der Lausitz ist, stand für mich fest, dass ich da unbedingt hin muss. Dieses Projekt mußte allerdings noch warten, denn als ich rausfand, dass die Brücke in Kromlau ist, lebte ich noch in Brasilien. Nach meiner Rückkehr vergingen allerdings keine 3 Wochen und ich stand mit meiner Kamera vor diesem Kunstwerk.

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Hier kam dann eine kleine Ernüchterung! Denn das was ich bei Instagram entdeckt hatte, war inszeniert und vom Profi nachbearbeitet. Dazu kam das Herbstlaub, die mystischen Nebelschwaden und das magisches Licht. Dieses Szenario bot sich mir hier erstmal nicht. Denn wer hier an einem normalen Tag herkommt, vielleicht noch mit Mittagssonne und meint, er findet gleich das perfekte Motiv, der wird schwer enttäuscht sein. Und wenn ich mir inzwischen anschaue, was man unter dem #Rakotzbrücke findet, dann bestätigt sich dieser Eindruck.

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Inzwischen pilgern nämlich Menschen aus der ganzen Welt zur Rakotzbrücke, machen Fotos und halten ihre Erinnerung fest. Nicht jeder von ihnen ist ein Fotograf oder gar ein Photoshop-Profi und kann diese Magie, den Moment oder das morgendliche Schauspiel genauso einfangen wie sie. Mir ging es ja nicht anders. Man braucht schon das perfekte Licht, diese besondere Stimmung, einen ruhigen See und mit viel Glück noch aufsteigende Feuchtigkeit. So sind inzwischen unter dem Hashtag mehr durchschnittliche Fotos zu finden, als diese ganz magischen Inszenierungen. Also worauf kommt es an, wenn man tolle Fotos möchte?

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Landschaftsfotografie

Ein klassisches Landschaftsfoto sollte in erster Linie den Charakter, also den einzigartigen Zauber eines Ortes einfangen. Als besonders gelungen gilt dies, wenn es der Fotograf schafft, die Kulisse auch noch mit besonderem Licht, Wolken oder Nebel cherakterstark in Szene zu setzen. Und gerade hier an der Rakotzbrücke hat man in besonderer Weise die Chance dazu. Aber wie überall in der Natur gibt es neben fotografischem Geschick noch die Faktoren Wetter, Vegetation, Jahreszeit und Tageszeit die über ein gelungenes Foto entscheiden. Die richtige Vorbereitung ist daher gefragt und hier kann ich dir weiterhelfen!

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Was du wissen solltest bevor du gehst

Viele Fotografen haben es verstanden, hier diesen besonderen Zauber zu erschaffen, weil sie Profis sind und sich auch in Fotoretusche hervorragend auskennen. Dir sollte also erstmal klar sein, dass die Kulisse nicht so überwältigend ist, wie du sie aus dem Netz kennst. Sondern eben eine ganz normale Landschaft mit einem erstaunlichen Bauwerk, was erst richtig in Szene gesetzt dieses traumhafte Motiv ergibt.

Also sollte die erste Frage sein: Wie soll mein Foto aussehen? Möchte ich das herbstliche Szenario mit Blätterlaub und Nebel? Oder doch die Winterstimmung und die klirrende Kälte einfangen? Der Zeitpunkt für deine Reise sollte also entsprechend gewählt werden.

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Meine Erfahrung

Ich war inzwischem Ende des Winters, im Frühjahr, Sommer und auch im beginnenden Herbst da. Für den Herbst war ich allerdings zu früh da. Während es in München schon reichlich viel Herbstlaub gab, war in der Lausitz noch nicht viel davon zu sehen. Auch so etwas sollte man bedenken, wenn man einen Fototrip in diese Region plant. Gleiches gilt für das Frühjahr! Die Region liegt sehr östlich und ergrünt daher in der Regel 6-8 Wochen später als zum Beispiel das sonnenverwöhnte Breisgau.

Mein Tipp: Nimm dir am Besten mehr als einen Tag Zeit, um hier zu fotografieren. Ich empfehle 3 Tage/ 2 Nächte, denn so kannst du vorab schon den besten Spot für dein spezielles Foto finden, denn die Brücke funktioniert nicht nur aus einer Richtung oder zwei Positionen.

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Der beste Tag

Wenn du deinen Fotospot nicht mit der Masse an Fotografen teilen willst, dann plane gut! Komme dann zum Beispiel nicht an Pfingsten, denn dann empfängt der angeschlossene Park rund 35.000 Gäste zum Park- und Blütenfest. Am Wochenende ist mit einem erhöhten Aufkommen von Ausflüglern zu rechnen außerdem gibt es hier auch oft Hochzeitsshootings und diese brauchen bekanntlich Raum und Zeit. Meiner Erfahrung nach ist es unter der Woche am Ruhigsten. Wenn es das Wochenende sein muss, dann hat man am frühen Morgen noch die besten Chancen ungestört zu sein.

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Die beste Zeit

Reise so an, dass du mit dem aufsteigenden Nebel am Morgen und dem warmen Licht am Abend experimentieren kannst. Wenig magisch ist es allerdings, wenn die Sonne den höchsten Stand am Mittag hat.

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Der Wasserstand

Wichtig finde ich auch den Wasserstand. Als ich am Ende des Winters das erste Mal da war, hatte der kleine See ziemlich wenig Wasser. Und dazu auch noch ein sehr schlammiges und unansehnliches Ufer. Hingegegen er bei meinem letzten Besuch zu Anfang September fast übervoll war. Vermutet hatte ich eigentlich, dass er gerade am Ende des Sommers recht ausgetrocknet sein würde. Die schönere Optik hat der See, wenn er gut gefüllt ist. Zudem watet man dann auch als Fotograf nicht im Schlamm rum. Am Besten findet man raus, wie der Wasserstand ist, wenn man die täglich upgeloadeten Bilder auf Instagram beobachtet.

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Das Besondere an der Rakotzbrücke

Die Rakotzbrücke ist so konzipiert, dass sie sich im See spiegelt und der Bogen im Wasser einen perfekten Kreis bildet. Und egal von welcher Seite man sie dann betrachtet, man findet diese einzigartige Silhouette aus jedem Blickwinkel. Genau diese bauliche Meisterleistung macht dieses Kunstwerk so besonders.

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Spiegelung

Ein weiterer wichtiger Faktor für das perfekte Foto ist neben der Jahreszeit, dem Sonnenstand und dem Timing auch der Wind! Dieser perfekte Kreis bildet sich nämlich nur, wenn es absolut windstill ist. Sobald ein kleines Lüftchen geht, entstehen Wellen und zerstören die Reflektion im Wasser. Also sollte für das perfekte Foto auch ein idealer Tag gefunden werden. Im besten Fall mit absoluter Windstille. Auch hier ist wieder Zeit ein wichtiger Faktor. Wenn man sich diese nimmt, kann man auch an einem Tag mit Lüftchen, diesen einen Moment finden, an dem der See ruhig liegt und diese Kontur preisgibt. Achtung, auch viel Blütenstaub kann sich auf die Spiegelung im Wasser auswirken!

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Das Verbotene

Wichtig ist auch zu wissen, dass dieses Bauwerk ein Kunstwerk ist und keine Brücke die für die Benutzung angedacht war oder ist. Sie wurde rein als Artefakt aus in Form gebrachten Basaltsäulen errichtet. Und sollte das Highlight des Mitte des 19.Jahrhunderts entstandenen Kromlauer Parks sein. Die Rakotzbrücke ist also tabu zum Betreten, Befahren oder zum auf ihr Fotografieren. Und um es noch mal ganz deutschlich zu sagen: Es ist streng verboten, die denkmalgeschützte Rakotzbrücke zu betreten.

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Mit dem Hype der jetzt entstanden ist, mehren sich auch die Aufnahmen von Fotografen, die mehr als respektlos damit umgehen. Für die Selbstdarstellung wird dann auch in Kauf genommen, dieses Bauwerk zu zerstören. Lustig wird darauf rumgesprungen, geturnt oder die Brücke wird sogar mit dem Rad befahren. Trotz unzähliger Verbotsschilder und Warnungen. Ob das Bauwerk irgendwann in sich zusammenbricht, ob Menschen dort wegen des fehlenden Geländers verunglücken könnten – alles scheißegal. Diese Einstellung finde ich extrem armselig.

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Respekt

Stellt dir vor, du hast ein Kunstwerk erschaffen und andere mißbrauchen es, wie würdest du dich dabei fühlen? Sicherlich nicht gut. Besonders wenn deine Meisterleistung auch noch dabei Schaden nimmt. Eine springende Person kann man auch im Nachgang noch reinretuschieren, warum also auf der Leistung Anderer so entwürdigend rumtrampeln?

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Strafen

Die Gemeindeverwaltung von Gablenz (so heißt der Gemeindeverband, nicht der Ort) prüft derzeit die Brücke anders abzusichern und härter gegen Verstöße vorzugehen. Ich appelliere an den respektvollen Umgang jedes Einzelnen mit diesem Bauwerk. Und hoffe, dass so diese einmalige Brücke noch lange erhalten bleibt, nicht beschädigt wird und es keine schlimmen Unfälle gibt. Denn eine Rakotzbrücke mit dicker Mauer oder gar Stacheldrahtzaun als Absicherung, möchte ich mir nicht vorstellen.

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Foto-Ausrüstung

Jeder macht nur so gut Fotos, wie er seine Kamera beherrscht, ein Auge für die Bildgestaltung und einen Sinn für die Kreation hat – auch mit einer Miniknibse oder vom Handy aus. Deshalb lass dir von Niemandem einreden, du brauchst unbedingt die oder jene teure Kamera. Ich kenne genügend Leute mit bester Ausrüstung und trotzdem inspirieren die Fotos niemanden. Wenn du fotografieren mit dem Handy, Opas Oldscoolkamera oder deiner Miniknibse voll drauf hast, dann los!

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Ich würde dir jedoch zu einem Stativ und einem Verlaufsfilter raten, so dass deine Kamera zuläßt. Du kannst deine Kamera mit dem Stativ fixieren für verwacklungsfreie Fotos oder den Selbstauslöser nutzen, um von dir Fotos zu schießen. Mit einem Verlaufsfilter können zu hohe Kontraste, die den Dichteumfang des Sensors überschreiten, durch Abdunkelung der hellen Stellen korrigiert werden. Sprich, wenn der Himmel zu hell ist und der Rest zu dunkel rauskäme, kannst du das mit diesem Filter auffangen.

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Nachbearbeitung

Du hast ein tolles Foto geschossen, aber Feinheiten müßten noch nachbearbeitet werden? Es gibt eine Menge Bildbearbeitungsprogramme und Tutorials dazu auf YouTube. Falls du dir selbst eine Retusche nicht zutraust, dann lass doch das Bild von einem Profi bearbeiten. Retuschen übernehmen Grafikbüros, manchmal auch Druckereien oder frag einfach mal im Freundeskreis nach.

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Kleidung

Da die Brücke im Wald liegt, kann es hier noch recht frisch sein, während es sich in der Umgebung schon wohlig warm anfühlt. Je nachdem wie der Wasserstand ist und du dich am See positionieren willst, würde ich zu Gummistiefeln raten. Weil es doch einige Stellen gibt, die im matschigen Morast liegen.

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Sonstige Ausrüstung

Da es im Park keine Verpflegungsstände gibt, empfiehlt es sich, selbst etwas mitzubringen. In den Sommermonaten denkt an Mückenschutz.

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Öffnungzeiten, Eintritt & Sonstiges

Der Park in dem sich die Brücke befindet kostet keinen Eintritt und ist (bisher) auch nicht eingezäumt und entsprechend immer geöffnet.

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Barrierefreiheit

Die Wege im Park sind nicht geteert oder gepflastert. Nach meiner Erfahrung aber für Rollstuhlfahrer und Kinderwägen machbar. Rund um den See gibt es zwar viele Wurzeln, aber auch als Rollstuhlfahrer kommt man bis ans Ufer und den bekannten Fotospot.

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Hunde

Es gibt keine Einschränkung für das Mitbringen von Hunden.

Anfahrt & Parken

Die Rakotzbrücke findet man am Ortsrand von Kromlau in der Gemeinde Gablenz. Gablenz ist ein Ortsverband. Wer nach Ortsschildern fährt, sollte nach der Beschilderung „Kromlau“ suchen. Alles Andere wäre eine Irrfahrt.

An der Halbendorfer Straße, direkt vorm Ortseingang Kromlau (von Bad Muskau kommend) gibt es einen großen Parkplatz der genutzt werden kann. Fahrt ganz bis nach hinten an den Waldrand und lauft von dort über den Trampelpfad auf die andere Straßenseite in den Park. Ab da ist die Brücke beschildert und ihr seid in weniger als 2 min. da. Die Parkgebühren belaufen sich auf ca. 2 EUR für zwei Stunden, was völlig fair ist, weil der Park ja nichts kostet.

 

Übernachtung

Unterkünfte findet man überall in der Umgebung. Ich würde allerdings dazu raten, sich ein Gästezimmer in Bad Muskau zu nehmen, da dort ein wenig mehr geboten ist.

Wer Camping bevorzugt wird direkt in Kromlau fündig. Aber auch hier bietet das Umland noch einge interessante Plätze.

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Geschichte des Parks

Ich habe den großen geschichtlichen Abriss des Parks hier mal ausgeklammert, da sich mein Ansatz rein um die Fotografie der Brücke dreht.
Nutzt hier bitte eine Suchmaschine für weitergehende Informationen.

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Pro-Tipp

Der Park in Kromlau ist besonders im Mai zur Rhododendren- und Azaleenblüte eine Augenweide, allerdings sind dann auch mehr Touristen unterwegs und man wartet unter Umständen länger auf die Gelegenheit sein Foto schießen zu können.

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Rückfragen

Du hast noch weiterführende Fragen zum Park, der Brücke oder Unterkünften?
Der Ort hat eine Tourismusbetreuung. Diese ist wie folgt erreichbar:

Tel.: +49 3576 222828
E-Mail: info [at] kromlau-online.de
Internet: www.kromlau-online.de

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Umgebung

Wenn ihr schon in der Oberlausitz seid, dann empfehle ich euch einen Abstecher zum Schloß in Bad Muskau. Einen Städtetrip ins wunderbare Görlitz und wer es sportlich mag, sollte zum Bärwalder See zum Radeln, Inlinern, Schwimmen oder Kiten fahren.

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Persönliches

Ich erhebe nicht den Anspruch, dass meine Bilder hier in diesem Blogpost perfekt sind! Ganz im Gegenteil. Ich wollte euch die natürliche Umgebung der Brücke zeigen (siehe auch mein Flickr-Album). Andere Perspektiven, Blickwinkel, den Park und alles, was drumherum noch dazu gehört. Mein Anliegen ist es bestmöglich abzubilden, wie es hier wirklich aussieht, ohne großartige Inszenierung. Ich hoffe das ist mir gelungen und auch, dir mit diesem Blogpost nützliche Tipps zu geben! Lass mir gerne dazu einen Kommentar hier! Danke.

Weihnachtsmarkt Baden-Baden – die Welt zu Gast!

Der Weihnachtsmarkt Baden-Baden ist eine Reise zu internationaler Küche & zurück in unbeschwerte Kindheitstage und hier erkläre ich dir, warum das so ist:

Da stand ich nun mit großen Augen. Ein kleines blondes Mädchen, dass versuchte alle Eindrücke emsig einzufangen und zu speichern. Überall waren leuchtende Tannenbäume und ich zählte sie schon seit wir uns auf den Weg zum Weihnachtsmarkt gemacht hatten. Jetzt umgab mich zudem der süße Duft von Mandelgebäck und glasierten Äpfeln. Ich klammerte mich an den Marktstand und versuchte mich hoch zu ziehen um zu erkennen, welche Leckereien es hier noch gab. Meine Augen strahlten beim Anblick der vielen süßen Verlockungen, die es nur zur Weihnachtszeit gab.

Weihnacht, Junge, Rom, Mütze

Noch heute denke ich gerne an meine weihnachtlichen Kindheitserinnerungen und die Gefühle die ich damit verbinde. Weihnachten heißt für mich auch Genuss und deshalb mag ich auch heute noch Märkte, die sich nicht auf den Verkauf von bunt blinkendem Baumschmuck spezialisiert haben. Sondern die mich verführen und zurück auf eine Reise in diese glückliche und unbeschwerte Zeit mitnehmen.

image-2015-11-27(12)So einen Weihnachtsmarkt habe ich in Baden-Baden gefunden.

Um ganz genau zu sein heißt er eigentlich Christkindelmarkt. Und ja ich streife mal nicht in der Welt herum sondern besinne mich auf Deutschland! Da ich den Rest des Jahres im Ausland bin, freue ich mich auf eine Reise zurück und die in den Schwarzwald lohnt sich doppelt. Denn Baden-Baden hat noch ein Attribut, was ich an Weihnachtsmärkten ganz besonders schätze! image-2015-11-27(2)Diese Stadt bietet die entsprechende Kulisse. Sorry Pforzheim & Co. aber zwischen historischen Bauten kommt Weihnachten nun mal erst richtig zur Geltung. Und so gestaltet sich schon der Weg zum Christkindelmarkt zu meinem persönlichen Weihnachtshighlight. Stell dir nur vor, die berühmten Lichtentaler Allee und das altehrwürdige Kurhaus in weihnachtlichem Glanz!image-2015-11-27(13)Illuminierte Gassen, leuchtende Tannenbäume und die majestätischen Gebäude der Stadt, die zu dieser Zeit einen ganz besonderen Charme versprühen. Ich wandle zunächst die Märchenstraße entlang und bewundere dann die Kirchenfenster-Allee. Schüler aus Baden-Baden verzierten jedes Jahr diese überdimensionalgroßen Fenster, die dann wie in einer Ausstellung aufgestellt werden. Und damit tauche ich dann auch schon vollends ein in diese märchenhafte Weihnachtswelt.image-2015-11-27(3)Aber das ist nicht das Einzige, was den Weihnachtsmarkt in Baden-Baden so ganz besonders macht. Sein eigentliches Geheimnis sind die Leckereien und Spezialitäten aus der ganzen Welt! Hier finde ich wieder, was ich über die Jahre auf meinen Reisen an traditioneller Küche und schmackhaften Naschereien entdeckt habe. Hier gibt es Stände aus aller Herren Länder und sie haben ihr kostbarstes Gut mitgebracht. Ihre Kultur! Traditionell geschmückte Stände, ihre authentische Kleidung, ihre Sprache und ihr Wesen garniert mit dem Besten was die Landesküche her gibt. Also nix da nur fettige Bratwurst!image-2015-11-27(7)In Baden-Baden wird geschlemmt, genascht und die Weihnacht zelebriert. Hier fühle ich mich in die Kindheitstage zurück versetzt, denn damals wie heute laufe ich mit großen Augen über den Markt und versuche alle Eindrücke einzufangen und abzuspeichern. Von den Klängen der Musik von der Himmelsbühne, über den Lichterglanz der Kulisse bis hin zu den verlockenden Gerüchen an den Verkaufshäuschen. Dem Duft von Baumstriezl aus Ungarn, von Nougatspezialitäten aus Frankreich und österreichische Schmankerln. Dazu Leckerer Wein aus meiner alten badischen Heimat oder Spezialitäten wie Boullarbaise, Steckerlfisch, Flammlachs. Ach, ich darbe schon Tage vor einem Besuch, damit ich auch wirklich keine Köstlichkeit auslassen muss!Kinder Make a wishUnd ja es gibt neben all den kulinarischen Köstlichkeiten auch noch all das was es auf anderen Weihnachtsmärkten auch gibt. Kunsthandwerk, Weihnachtsschmuck und Krippen. Aber alles eben einen Tick ausgewählter. Statt billigem Plastikspielzeug legt man Wert auf Qualität und so werden zum Beispiel von Hand geschnitzte oder genähte Spielzeuge verkauft. Was sich auch hervorragend mit dem derzeitigen DIY-Trend deckt! Das macht für mich den Unterschied zu anderen Märkten aus. Und genau diesen schätzen so viele Gäste.image-2015-11-27(9)Über die Jahre beobachte ich, dass sich der Baden-Badener Weihnachtsmarkt immer größerer Beliebtheit erfreut. Und das nicht nur für regionale Besucher oder die Elsässer, für die der Christkindelmarkt zu einem festen Bestandteil ihrer weihnachtlichen Ausflüge geworden ist. So reisen inzwischen Gäste aus aller Welt extra nach Baden-Baden und das macht diesen Markt noch internationaler und damit spannender als andere Weihnachtsmärkte.image-2015-11-27(5)Besonders auch für die ganz Kleinen. Gerne trefffe ich mich mit Freunden mittwochs zum Familientag. Denn dann habe ich Gelegenheit ihre Kinder zu beobachten und das mache ich mit allergrößter Freude. Ich liebe es zu beobachten, wie sie mit der gleichen Begeisterung vor den Ständen oder der Märchenstraße stehen und ihre Augen nur so funkeln. So wie bei mir damals.image-2015-09-19(2)Wer also kein Budget hat ins Ausland zu reisen um dort die Weihnachtsmärkte zu besuchen, dem empfehle ich immer gerne den Christkindlemarkt in Baden-Baden, denn da kommt die Welt zu uns und bringt alle ihre Besonderheiten und Leckereien mit!image-2015-11-27(11)Und wer noch keine Kinder hat, dem sei der Montag ans Herz gelegt, denn da ist Romantik-Tag und wer weiß, vieleicht klappts ja danach auch mit den Kindern.

Wie im frostigen Schweden Huskys das Herz erweichen – auch deins?

Da stehe ich nun, umgeben von einer Herde Huskies, die außer Rand und Band sind und wild um mich toben. Ich bin mir ganz sicher, dass mir das vor Jahren, mit absoluter Wahrscheinlichkeit Schweißperlen und Herzaussetzer bereitet hätte. Hunde waren so gar nicht meine Tiere, weil ich schlichtweg als Kind oft genug gebissen wurde und panische Angst vor ihnen hatte. Meine Jahre in Südafrika haben mir diese Angst genommen. In fast jedem Haushalt gibt es schon aus Sicherheitsgründen einen Hund. Mir blieb also nichts anderes übrig, als mich zu arrangieren und diese Tiere zu mögen. image-2015-08-26(1)Und hier umringt von all den freudig springenden Huskys zu sein und nicht zu kollabieren zeigt sehr gut, das meine „Therapie“ geklappt hat. Was für ein schönes Gefühl das doch ist, ihre Aufregung zu spüren, intensiv wahr zu nehmen wie pure Freude mich umgibt und wie ihre Euphorie sich auf mich überträgt. „Ja, mein Junge, ein ganz ein schöner bist du“ rede ich dem Tier neben mir zu und streichle ihm über den Kopf. Und bin wieder von mir überrascht. Mein ganzes Leben hatte ich geglaubt, Hunde sind bösartige Bestien, die nur darauf bedacht sind, ihre messerscharfen Zähne zu fletschen und mich zu zerfleischen.image-2015-08-26Und jetzt stehe ich hier umringt von Huskies und habe das tiefe Bedürfnis jeden von ihnen zu knuddeln. Zu verlockend aber auch, diese wuschelweichen Fellmonster. „Oh ich darf was? Ich darf ein Baby Husky in den Arm nehmen?“ Noch im gleichen Moment fängt mein Herz an schnell zu schlagen, meine Mundwinkel formen ein freudiges Strahlen und meine Augen glänzen. „Puppies“ heißen Hundebabys im englischen und diesen Begriff liebe ich. Er ist nicht so nüchtern wie unser deutsches Wort „Welpen“. Puppies klingt niedlich und umschreibt viel lebendiger was sie sind, nämlich zuckersüße Wonneproppen, die tolpatschig durch die Gegen stolpern und mit ihrem drolligen Wesen jedes Herz erweichen. Meine Begeisterung so einen putzigen Vierbeiner gleich im Arm zu halten, kennt also ab dem Moment keine Grenzen mehr. 

image-2015-08-26(1)Das so ein achtwöchiger Husky allerdings schon die Dimensionen eines ausgewachsenen Hundes hat, begriff ich erst, als ich das Riesenbaby in den Arm gedrückt bekam. „Wow ist der schon groß“ bestaune ich den Kleinen. Nur an seiner Unsicherheit bemerkt man, dass er noch ein scheues Kind ist. Nach ein paar sanften Streicheleinheiten hat er seine Scheu abgelegt und kuschelt sich an mich. Ich könnte heulen vor Freude, denn das ist es, was ich an Tieren mag. image-2015-08-26Sie zeigen dir direkt, ob sie dich mögen oder nicht. Keine falsche Freundlichkeit wie bei uns Menschen. Entweder Du bekommst die Pranke ins Gesicht oder eine Zunge die dich abschleckt. Und hier ist es ganz eindeutig so, dass ich gemocht werde. Und ich mag ihn auch, den kleinen Racker. Immer wieder reiben wir die Köpfe aneinander und zeigen uns so unsere Zuneigung, Ok, vielleicht hat er sich auch in meine Wintermütze verliebt, die hat ja auch die Anmutung eines Fells. Sogar die eines Huskyfells. Wobei ich anmerken möchte, dass ich keine echten Tierfelle trage! Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass meine Kopfbedeckung auch ein Grund für die schnelle Vertrauensbasis zwischen uns war.image-2015-08-26(2)Da ich nicht die einzige in der Gruppe bin, muss ich mein gerade lieb gewonnenes Hundebaby in andere Arme abgeben. Sehr schwer fällt mir das, aber es hat auch den Vorteil, dass man das Gewicht ablegt und nun direkt zwei Hände frei hat, um die Streicheleinheiten zu intensivieren. Also, hält sich mein Abschiedsschmerz in Grenzen. 

Was haben diese Tiere doch für intensive Augen, fällt mir in dem Moment auf. Dieses strahlend helle blau was bestechend & eindringlich zu gleich ist. Mein Blick ist gefesselt vom Anmut dieser Tiere. Es gibt sicherlich viele faszinierende Hunderassen, aber Huskys sind ohne Frage, eine Klasse für sich. image-2015-08-26(3)Und wieder befinde ich mich in der aufgeregten Herde, springen die Tiere an mir hoch, wackeln sie aufgeregt mit den Schwänzen, jaulen sie vor Freude und ich beschließe gleich am nächsten Tag eine Huskytour zu machen, damit ich sie auch in Action erleben kann. Damit ich ich das Wesen dieser Hunde noch besser begreifen kann und natürlich auch noch mal die Chance habe, ein paar Stunden mit ihnen zu verbringen. Der Abschied an diesem Tag fällt mir daher nicht schwer, denn schon am nächsten Morgen werde ich wieder da sein!#infoWenn du Lust bekommen hast es mir gleich zu tun und mit Huskys auf Tuchfühlung oder gar eine Schlittenhundefahrt zu gehen, dann hier noch ein paar Tipps für dich:

Man muß keinen teuren Pauschalurlaub mit Schlittenhundefahrt buchen, sondern kann sich das auch ganz leicht allein zusammen stellen.
Ich bin von Stuttgart via Direktflug nach Arvidsjaur geflogen. Der Ort liegt im schwedischen Teil von Lappland und ist ideal für Wintersport in allen Formen. (Langlauf, Abfahrts-Ski, Schneeschuhwandern, Schneemobiltouren, Schlittenhundefahren, Autotouren auf Eis usw.) Ich war im Hotel Laponia untergebracht. Es gibt aber auch eine Menge weiterer empfehlenswerter Hotels und privater Unterkünfte. In der ganzen Umgebung gibt es verschiedene Husky-Camps die für Besucher offen stehen und bei denen Schlittenhundfahrten gebucht werden können. Wir haben für diese Fahrt 140 EUR bezahlt. Hier kommt es auch darauf an, ob man den Schlitten selbst fahren möchte oder auf einen erfahrenen Schlittenhundeführer zurück greift. Wie überall gibt es Unterschiede bei den Anbietern und man sollte sich ein wenig im Netz umschauen um den für sich richtigen Anbieter zu finden.

Boat´n Bike – Inselhüpfen in Kroatien

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Tag 1

Eine gewisse Ungeduld & Aufgeregtheit begleitet mich in der Anfahrt auf Opatija (Kroatien). Über Serpentinen schlängelt sich die Straße hinab, vorbei an typischen Steinmäuerchen, Olivenheinen und den ersten Häusern der Stadt. Und dann ist der Blick plötzlich frei. Frei für eine schier unglaubliche –Panorama-Aussicht auf die Kvarter Bucht und das leuchtende Blau der Adria. Mir kullern die Tränen, so ergriffen bin ich von der Schönheit dieses Anblicks.

Ich kann es kaum mehr erwarten, den Hafen und unser Schiff zu erreichen. Aber zunächst bin ich überwältigt von der mondänen Schönheit dieser Stadt. Prächtige Villen, süße Straßenkaffes und gut gelaunte Touristen zeichnen das Stadtbild. Ich hab mich sofort verliebt. Überall viel Grün, kleine Parks mit Schattenspendenden Zypressen und Palmen. Man kann Opatija gut und gerne als eine der Perlen der Adria bezeichnen.

Leider bleibt mir keine Zeit alle Schönheiten zu entdecken. Auf mich wartet ja ein Schiff im Hafen. Sagt ich eins? Drei wunderschöne Motorsegler der Katariner Line haben geankert und zwei nette Damen nehmen mich auch direkt in Empfang. Staunend stehe ich vor der „Dalmatinka“ und freue mich gleich aufs Schiff zu kommen. Doch zunächst lerne ich meine Mitreisenden kennen. Eine bunte Mischung aus Österreichern, Schweizern und Deutschen. Alle sehr nett, stelle ich fest. Jetzt geht’s endlich auf´s Schiff und in unsere Kabine mit eigenem Bad und Blick aufs Meer.

Für einen kleinen Moment zweifel ich an meiner Wahrnehmung, denn erst jetzt merke ich, dass das Schiff schaukelt und mein Gleichgewichtssinn sich erst darauf einstellen muss. In jedem Fall aber eine sehr interessante Erfahrung. Die Entdeckungstour geht weiter: Neugierig schlendere ich übers Schiff, finde das Reich vom Koch, riskiere einen Blick in das Innere in dem sich der Motorraum befindet, entere das Steuerhäuschen des Kapitäns und genieße später den Blick übers Meer vom Sonnendeck aus. Sehr reizend unser Schiff und die Atmosphäre kann man sehr schnell als familiär beschreiben. Als die Räder und das Gepäck verstaut sind legt unser Schiff ab und wir gleiten sanft übers Meer.

Ich stehe an der Reling. Unter mir hunderte kleiner Fische, die sich scheinbar schwerelos fortbewegen. Noch nie habe ich vergleichbar, klares Wasser gesehen. Bis mind. 10 m lässt das Meer auf seine Bewohner schauen. Als nächstes treffen wir unter Deck, hier lernen wir die Crew & unseren Guide „Appi“ kennen. Nach kurzer Sicherheitseinweisung, ein paar Informationen zum Schiff und der Tour gibt’s erstmal einen leckeren Welcome Drink. Indes trifft man sich auf dem Sonnendeck zum Plauschen, um sich kennenlernen und natürlich um die Aussicht zu genießen.

Der Blick schweift entlang der Steilküste, vorbei an kleinen romantischen Buchten, Fischerbooten zurück nach Opatija, welches sich zunehmend in der Ferne verliert. Wir haben Kurs auf die Insel Krk genommen. Unser Schiff “ parkt“ in der dritten Reihe und ich frage mich, wie wir von dort aus an Land gehen sollen. Als Landei hat man ja keinerlei Vorstellung von Seefahrt. Doch die Lösung ist simpel: Die Schiffe werden kurzerhand miteinander vertaut und mit einem Bootssteg verbunden. Man durchläuft einfach alle Schiffe um ans Peer zu gelangen. Wir starten unsere erste Entdeckungstour an Land.

Wir sind in Omnijal, eines dieser kleinen reizenden Dörfchen mit engen Gassen, bezaubernden Blumenbeeten und faul in der Sonne liegenden Katzen. Ich bin erstaunt, wie unterschiedlich hier die Temperaturen auf uns wirken. Bei Anfang 20° C, stöhnen wir schon vor Hitze. Mit kühlen Getränken lassen wir uns am Straßenrand nieder und beobachten wie die Menschen hier leben. Alles geht sehr viel ruhiger von Statten, als wir es in unserem hektischen Alltag gewohnt sind.

Wir schnaufen tief ein, so als könne man mit der Luft auch den Lebensstil adaptieren. Am Abend treffen sich alle wieder in der Konobar, was übersetzt so viel heißt wie Kellerbar. Unterm Sternenhimmel sitzend werden einheimische Spezialitäten gereicht, Kroatischer Wein probiert und als Dessert gibt es, auch ganz typisch, Palatschinken (vergleichbar mit Crêpes). Lustig wird es, als der Kellner begreift, dass nicht Einer für Alle zahlt und er alles einzeln kassieren muss. Er ist sichtlich angespannt. Anscheinend ist es hier Gang & Gäbe, dass die Rechnungen nicht aufgeschlüsselt werden. Tja, wieder was gelernt. Vorbei am Marktplatz, der Kirche und durch enge Häuserschluchten kehren wir zum Schiff zurück.

Und jeder fragt sich, wie sich die Nacht auf der schaukelnden „Dalmatinka“ gestalten wird. Aber die See liegt ruhig und somit wir auch. Es darf also süß geträumt werden. Zum Beispiel, wie es in den nächsten Tagen weiter geht, wie sich die Mountainbike-Touren gestalten werden, wie die umliegenden Inseln ausschauen und ob und die Sonne uns weiterhin begleiten wird.422428_243719925708510_2067599745_n

Tag 2

Krk, Omisalj Cres

In der Nacht wurden wir wunderbar in den Schlaf geschaukelt und können so erholt in den 2´ten Tag unserer Reise starten. Leider lässt der Blick aus dem Bullauge nichts Gutes erahnen und dem ernsten Gesichtsausdruck unseres Kapitäns nach, auch nicht. Appi, unser Guide, erklärt uns auch genau warum. Angesagt sind Starkregen, schwerer Sturm und Turbolenzen auf dem Meer. Wir müssen also unsere Route ändern und schwenken auf die Südtour um.

Wir verlassen den Hafen von Omisalj und steuern die Insel Cres an. Das Schiff ringt mit den ersten Ausläufer des Unwetters, gegen Wind, hohe Wellen und die Gischt, die gegen das Deck donnert. Ich wanke zum Bug des Schiffs, klammer mich an die Reling und verfolge gespannt den Kampf mit den Naturgewalten. Unser Kapitän steuert in ruhigere Gewässer und im Hafen von Cres können wir ankern und endlich aufs Mountainbike umsteigen.

Also die Meisten, ich suche noch immer den Schlüssel vom Fahrradschloss. Dank Panzerkette ist mein Bike untrennbar mit dem Boot vereint. Ich werde panisch & sehe den gesamten Urlaub in Gefahr. Die Gruppe ist derweil ganz relaxed & freut sich mit mir, als nach dem 3´ten Kofferausschütten der Schlüssel endlich auftaucht.

Wir starten zu unserer ersten Tour über die Insel. Die Straße schlängelt sich entlang der Küste, umsäumt von endlosen Olivenhängen, vorbei an grasenden Schafen, führt unser Weg immer bergauf in Richtung Predoscica. Die Gegend ist einfach wunderschön. Sehr karg aber mit dem Charme mediterraner Landschaften. Und beim Blick über die Bucht gerät man leicht ins Träumen.

Gedämpft wird dieses Hochgefühl allerdings durch die ersten Regentropfen auf unserer Haut. Als wir den Ort erreichen, regnet es in Strömen. Gruppendynamisch entscheiden wir, zurück zum Hafen zu fahren. Und wir haben Glück, der Regen setzt kurz aus und wir können es sogar noch abseits der Straße auf einem kleinen Wirtschaftsweg ordentlich rollen lassen. Umsäumt von diesen typischen Steinmäuerchen und schattenspendenden Bäumen führt uns der Trail in rasantem Tempo über allerlei Stöckchen & Steine.

Das Mountainbiker-Herz fängt fröhlich an zu pochen. Jedem aus der Gruppe ist anzusehen, dass er gerade mörder viel Spaß hatte, als wir wieder in Cres ankommen. Für eine Einsteigertour waren es heute leichte 24 km, bei 400 Höhenmetern und guten 2h Fahrtzeit. Hungrig aber glücklich suchen wir uns ein kleines Lokal & genießen den Nachmittag in der Altstadt. Den Abend verbringen wir auf dem Schiff, tauschen alte Mountainbiker-Weisheiten aus und planen gemeinsam den nächsten Tag.
image-2015-08-21(7)Tag 3

Der 3 Tag startet mit dem Unwort „Bora“. Unwort deshalb, weil es sich hier um den stärksten Wind in Kroatien handelt und mit 50 Knoten die Anfahrt auf unsere nächste Station in Mali Losinj verhindert. Wir müssen also einen weiteren Tag in Cres bleiben. Einfallsreichtum ist gefragt. Und wenn einer verdammt gut improvisieren kann, dann unser Guide „Appi“. Nach kurzem Blick in den Himmel beschließt er, dass es heute nicht regnet und wir direkt starten können.

Also „er“ beschließt… 30 min später geht es auf der alten Uferstraße in Richtung Valun. Obgleich „Straße“ es nicht so ganz trifft. Den Weg als Eseltrail zu bezeichnen wäre eine viel bessere Beschreibung. Auf rotem Sand & Schotterpiste geht’s knackig bergauf. Zur Belohnung für diese Strapazen gibt es einen atemberaubenden Blick hinüber zum Hafen, wo unser Schiff ankert. Doch viel Zeit zum Verschnaufen ist nicht, weiter geht’s entlang des Höhenwegs oberhalb der Steilküste. Für mich „Flachlandtiroler“ gestaltet sich die Etappe zum persönlichen Alpe d´Hueze. Appi ist so reizend mich darüber aufzuklären, dass das allenfalls Hügel sind. Meine Lunge sagt etwas Anderes.

Dafür liebe ich die Abfahrten. Kopf aus, Sattel zwischen die Beine und dann ordentlich Stoff. Und alles was ich bei den Anstiegen an Boden auf die Gruppe verloren habe, hol ich damit locker wieder auf. Funktionierte leider nur so lange, bis meine Kette im Anstieg gerissen ist und ich auf weiter Flur alleine war. Glücklicherweise schaut unser Appi regelmäßig, ob all seine Schäfchen mit der Herde mithalten. Selbstverständlich könnte ich die Kette auch alleine nuten, aber hey, ich bin eine Frau und lass mich gerne retten;) Appi kann das eh viel besser und in Windeseile. Die Kette ist nach 5 min. repariert und wir heizen dem Rest der Gruppe nach.

Im Affenzahn geht es die Berge ähhh Hügel hinauf und wieder runter, bis wir endlich wieder bei unserer Truppe sind. Weiter geht’s nun wieder gemeinsam. Auf kleinen, einsamen Wirschaftswegen radeln wir„Podol“ entgegen, der wohl kleinste Ort in dem ich je war. 2 Häuser und ein paar Stallungen, mehr gibt’s nicht. Dafür sind die Bewohner umso reizender. Wir fragen nach Wasser & scheitern bei dem Versuch, dieses auch zu bezahlen. Das ist Gastfreundschaft & man würde beleidigt sein, wenn wir diese ausschlagen würden. Wir nehmen also dankend an & ziehen weiter. Vorbei an idyllischen Olivenhainen, aufgeregt flüchtenden Schafsherden und Eseln mit ihren typischen „iahhh“ – Rufen.

Inzwischen haben alle schrecklichen Hunger & treten noch mal ordentlich in die Pedale um schnell am Mittagstisch zu sitzen. Nachdem alle Mägen gefüllt sind geht’s retour zum Hafen von Cres. Diesmal nehmen wir die Hauptstraße. Die Steigungen werden dadurch nicht minder anstrengend für mich, zumal der Wind aufgefrischt ist und wir nun mit kräftigem Gegenwind kämpfen. Aber wie es sich für ein gutes Team gehört, wird Windschatten gefahren und alle kommen abgekämpft, aber glücklich wieder am Schiff an.

Den späten Nachmittag verbringen alle auf Ihre Art. Die Einen gehen Shoppen, Jörg ist noch nicht ausgepowert & schwingt sich in sein Paddelboot, die anderen Sorgen sich um Ihren Mineralien-Haushalt und gleichen diesen bei einem kühlen Bier im malerischen Hafen aus. Ich schnapp mir meine Kamera und gehe auf Entdeckungstour durch die Altstadt. Kleine Gassen, bezaubernde Cafés und alte steinerne Kirchen gehören ebenso zum Stadtbild wie die vielen, bunten Fischerboote. Bei untergehender Sonne sitzen wir später alle beim Essen zusammen und planen den nächsten Tag. Soweit das möglich ist bei „Bora“. Geschafft haben wir heute 60 km und 1000 hm. Nicht schlecht, wie ich finde. Es bleibt also spannend!image-2015-08-21(2)

Tag 4

Wir begrüßen den Tag mit herrlichem Sonnenschein und der Kapitän hat auch gute Nachrichten für uns. Das Meer hat sich beruhigt und wir können endlich einen neuen Hafen ansteuern. Male Losinj heißt heute unser Etappenziel. Ein paar Leute der Gruppe entscheiden sich dafür den Vormittag auf dem Schiff und in der Sonne zu verbringen. Wir nehmen das Rad und verabschieden uns mit einem wehmütigen Blick über Cres und seine bezaubernde Altstadt. Es liegen knackige 60 km Weg vor uns & wir wollen unbedingt vor dem Schiff ankommen.

Diesmal geht es Größtenteils auf asphaltierten Straßen entlang der Adria-Küste. Und diese zeigt sich heute von ihrer schönsten Seite. Die Sonne lächelt uns an und das türkisblaue Meer leuchtet in all seinen Facetten. Außerdem haben wir wieder ganz wunderbare Begleiter. Es sind Schmetterlinge in vielen bunten Farben. Und während sie mit leichtem Flügelschlag durch die Lüfte gleiten, müssen wir schon ganz kräftig in die Pedale treten, um alle Anstiege zu meistern. Pausiert wird heute auf einem Hochplateau mit Panoramablick über die umliegenden Inseln. Und zu unserer Überraschung entdecken wir auch unser Schiff in der Ferne. Das spornt natürlich an, als Erste in Male Losinj zu sein, zumal Boris unser Kapitän erst noch die Insel umschiffen muss, um zum Hafen zu gelangen.

Wir können den direkten Weg nehmen, aber auch da liegen noch 30 km vor uns. Weiter geht es also durch die malerische Landschaft, mit ihren ach so typischen Steinmauern. Wobei ich mich heute ernsthaft gefragt habe, wie viele Steine das wohl sein mögen und wie lange die Menschen daran wohl gebaut haben. Stein für Stein so aufzutürmen, muss Jahrzehnte gedauert haben – es sind schon wahrlich kleine Meisterwerke. Dem Menschen nutzen sie als Zaun fürs Vieh – der Natur als Erosionsschutz. Überall dazwischen wachsen Olivenbäumchen, grasen Schafe, Ziegen oder Esel und all das ergibt dieses ganz typische Landschaftsbild. Und wenn man ganz genau hinschaut, lassen sich in den Nischen auch kleine Eidechsen entdecken, die faul in der Sonne liegen, aber flugs verschwunden sind, wenn man ihnen zu nahe kommt.

Wir radeln weiter und gönnen uns einen weiteren Zwischenstopp in einem dieser malerischen Dörfchen in denen die Welt still zu stehen scheint. Keine hektischer Verkehr, keine hastenden Menschen, nur das Meer ist in Bewegung. Der rechte Platz also um ein wenig zu verschnaufen und zu genießen. Hier treffen sich die Menschen in der Mittagszeit auf dem Marktplatz, um bei einem Kaffee gemütlich zu plauschen. Wir setzen indes unseren Weg fort. Entlang der Küste lassen sich immer wieder kleine Fischerboote in den Buchten ausmachen, es kreisen Möven über uns oder wir werden von Schafen angeblögt. Diese scheinen sich regelrecht zu freuen, wenn man ihnen mit einem „Mööööhh“ antwortet.

Auf den letzten Kilometern geben noch mal alle richtig Gas und tatsächlich, wir kommen vor der „Dalmatinka“ in Mali Lošinj an. Sogar eine Stunde früher, als ursprünglich geplant. Ich schätze, dass der Bärenhunger, den wir auf der Strecke entwickelt haben, hier die größte Motivation war. Und wir haben Glück, unser Koch hat bereits vorgesorgt und uns ein leckeres Mittagessen gezaubert. Zum Nachtisch gibt’s Pudding und es wird eifrig gefeilscht ob nicht jemand auf seine Portion verzichten mag. Ich tausche erfolgreich Schoko gegen Vanillepudding.

Am Nachmittag steigen diejenigen auf´s Rad, die bisher die Sonne vom Deck aus genossen haben. Es geht auf eine gemütliche Tour nach Veli Losinj, einem Nachbarort mit altem, historischem Stadtkern. Jörg schaut sich von seinem roten Kajak aus die Schifferboote & Motorjachten aus nächster Nähe an. Appi sitzt unter Deck und schneidet für uns die Filme zusammen, die er über Tag bei der Tour gedreht hat. Sarah & Christian bruzeln sich in der Sonne, während ich die Stadt zu Fuß erkunde. So verbringt jeder auf seine ganz eigene angenehme Art den Tag. Nach dem gemeinsamen Abendbrot gibt’s zur Belohnung für alle Biker noch ein leckeres Eis. Immerhin waren es 60 km in drei Stunden und bei 750 Höhenmetern.TeamTag 5

Es ist wieder Zeit den Anker zu lichten und weiter zu ziehen. Von der herrlich scheinenden Sonne angelockt sitzen alle an Deck und die Abfahrt wird zum Happening. So langsam verliert sich Mali Losinj am Horizont. Wir verlassen die Bucht mit einem letzten romantischen Blick auf den Leuchtturm. Wir nehmen Fahrt auf. Es geht vorbei an all den großen und kleinen Inseln und es fällt schwer auszumachen, was Festland ist und was nicht. Wir haben kaum mehr Wellengang und kommen gut voran. Es liegen fünf Stunden Fahrt vor uns.

Den Vormittag verbringt wieder jeder auf seine Art. Die Einen holen Schlaf nach, Anderen Lesen, Appi studiert die Karten und der Rest sitz einfach nur im Liegestuhl und genießt die Schönheit der Adria. Als wir den Hafen von Bozava erreichen ist es 13 Uhr und Drago, unser Koch, verwöhnt uns wieder mit einem leckeren Mittagessen. Auf den Strudel zum Nachtisch hätte ich mal besser verzichtet, das fällt mir allerdings erst auf, als ich auf dem Bike sitze und mich mit vollem Magen die erste Anhöhe hochschleppe. Heute ist eine gemütliche, kleine Tour geplant und fast alle sind mit den Rad unterwegs. Nur Sarah & Christian bleiben auf dem Schiff zurück und wollen den Tag lieber mit Schwimmen & Fotografieren verbringen.

Wir haben inzwischen ein paar Kilometer hinter uns gebracht und den Inselkamm erreicht. Die Insel Dugi Otok ist so schmal, dass das Meer nach jeder Kurve abwechselnd auf der rechten oder linken Seite ist. Und so bietet sich entweder der Blick auf die Inseln oder die Weite des Meeres. Das Landschaftsbild ist gezeichnet von vielen Kiefern, bunten Blumen und sehr viel Grün. In einer der Buchten lassen sich große Runde Bassins ausmachen und alle Fragen sich, welchen Nutzen sie haben. Jörg hat die Antwort parat. Sie dienen der Fischzucht. Außerdem liegen einige Steinbrüche an unserem Weg. Hier wurde Marmor abgebaut.

Wir haben einen sehr heißen Tag heute und der Fahrradtacho zeigt 33° C an. Bei 8% Steigung tue ich mich sichtlich schwer, als ich plötzlich von einer älteren Dame überholt werde, die anscheinend mühelose und mit leichtem Schritt den Berg hinauf fährt. Ich bin doch etwas schockiert & zweifle an meiner Kondition. Am liebsten würd ich das Bike jetzt die Böschung hinunter werfen und mich nur noch vom Schiff bewegen lassen. Gerade noch rechtzeitig entdecke ich den Motor an dem Rad der Dame. Sie benutzt ein Pedelec, das sind elektrisch, betriebene Räder. Damit käme ich natürlich auch spielend leicht jeden Anstieg hinauf und könnte noch milde die anderen Radler anlächeln.

Ich fahre also erhobenen Hauptes weiter und empfinde einen großen Stolz, als ich den “Gipfel“ aus eigener Kraft erreicht habe. Die Abfahrt nach Sali genießen noch mal alle in vollen Zügen. Fahrtwind & die Aussicht auf ein kühles Bier sind die beste Motivation. Unser Schiff hat zwar schon angelegt, aber als erstes zieht es uns in eine der typischen Konobars. Am Nachmittag sind die meisten am oder im Meer zu finden. Bei frischen 16° C Wassertemperatur überlasse ich das Schwimmen den Mutigen. Ich beobachte viel lieber die vielen kleinen Fischchen, das von der Meeresströmung schwingende Seegras und die vielen bunten Muscheln. Sogar einen Seestern finden wir.

Mit tiefer stehender Sonne starte ich zu einer Tour in Jörgs knall rotem Kajak. Ich erkunde den kleinen Hafen und fahre ein Stück entlang der Küste. Es ist herrlich sich von dem Meer treiben und den Wellen wiegen zu lassen. Ich genieße jede Minute. Zurück am Schiff merke ich, die Müdigkeit und beschließe, dass der Abend für mich hier endet. So ausgepowert sind nicht alle. Die meisten zieht es noch in ein Café im Ort. Appi, Jörg & Christian kennen anscheinend keine Müdigkeit. Die Drei planen eine Vollmondfahrt zu einem Salzsee. Es ist inzwischen 21 Uhr und mit Stirnlampen gewappnet treten sie in die Pedale.

Als ich um Mitternacht wach werde, kehren sie gerade von ihrem Abenteuer zurück. Ein kleines Stück des Weges hatten sie zu Fuß zurück gelegt, als sie in der Dunkelheit der Nacht plötzlich Schritte hinter sich hörten. Christian ist es ziemlich in die Knochen gefahren, angespannt suchte er sein Taschenmesser, während Abbi sein Zittern mit einem „Hey, ist das cool“ überspiele. Alle drei wurden von einem kleinen schwarzen Baby-Esel mitten in der finsteren Nacht überrascht. Ich find die Story klasse und ärger mich, dass ich nicht noch mit auf´s Bike gesprungen bin. Aber wir haben ja noch ein paar Tage für Abenteuer vor uns…
image-2015-08-21(3)Tag 6

…ist leider, leider über die Jahre verloren gegangen.

Tag 7

Sanft tuckernd starten wir in einen neuen Tag. Der Himmel ist blau und wolkenlos, die Sonne lächelt uns verheißungsvoll an und das Meer schimmert türkisblau. Und während alle das vom Sonnendeck aus genießen, haben Appi & ich uns unter Deck verkrochen um zu arbeiten. Ich freu mich auf den Tag, an dem es entspiegelte Monitore gibt, die es erlauben Blogs auch in der Sonne zu schreiben. Wir haben vier Stunden Fahrt vor uns und auch für uns wird noch Zeit sein, faul in der Sonne zu liegen.

Abbi arbeitet unterdes weiter am Video, als wir Beide durch donnernden Flugzeuglärm hochschrecken. Wir trauen unseren Augen nicht, als neben uns ein riesiges, gelbes Wasserflugzeug über die Meeresoberfläche donnert, dreht und nun auf der anderen Schiffsseite erneut an Fahrt aufnimmt und anschließend durchstartet. Ein atemberaubendes Schauspiel. Ich fühle mich an Indiana Jones Filme erinnert & schaue dem Flieger sehnsüchtig nach, als er sich über den Inseln im Himmel verliert. Die Crew klärt uns auf, dass das die örtliche Feuererwehr auf Probeeinsatz ist. Wenn es auf einer der Insel brennt, muss schnelle Hilfe kommen und das am besten aus der Luft. Damit diese Einsätze im Notfall reibungslos funktionieren, muss das Aufnehmen von Wasser regelmäßig trainiert werden. Ich beschließe im nächsten Leben Feuerwehrmann in Kroatien zu werden.

Oder Urlauber…. denn endlich hab auch ich es mal geschafft mich in den Liegestuhl zu legen und einfach nix zu tun. Herrlich. Plötzlich wieder Unruhe. Delfine! Ich flitze in die Kabine und schnapp mir die Kamera. Allerdings war das eine sehr blöde Idee, denn als ich an Deck zurück bin, ist nichts mehr zu sehen. Ich ärgere mich fürchterlich. So lange hab ich mir schon gewünscht mal Delfine zu sehen und jetzt vermassel ich mir diese Gelegenheit. Wenigstens sehe ich meinen Fehler ein und so bekomm ich kurz darauf noch eine zweite Chance. Ca. 500 m vor uns springen 3 bis 5 Delfine. Und noch besser. Zwei schwimmen auf uns zu. Tauchen auf und ab, stecken ihre Nasen in die Luft. Und dann sind sie genau unterm Bug. Weniger als 2 m unter mir. Ich halte mich mit fotografieren zurück und genieße einfach nur. Elegant gleiten sie durchs Wasser, tauchen unter dem Schiff durch und lächeln uns von der anderen Seite wieder an. Ich glaube wirklich, sie haben so richtig Spaß dabei, sich uns zu seigen. Meine Augen strahlen vor Glück. Leider ist das Schauspiel viel zu schnell wieder vorbei. Aber im Herzen bleibt es gespeichert für die Ewigkeit. Und ich glaube, so ging es allen an Board.

Am Nachmittag führt uns unsere Radtour von Mandre aus nach Tovonale. Die Landschaft zeigt sich heute in einem ganz anderen Bild. Karge Berge, dafür Täler mit Feldern, viel Grün und sogar Schilf. Ich muss lächeln, als ich 5 Schafe zwischen die Halme gekuschelt sehe. Ein ulkiges Bild. Man erkennt nur ein paar Wollknäule, aber nicht wirklich ein Schafe. In Lun wartet eine weitere Besonderheit auf uns. Hier gibt es über 2000 Jahre alte Olivenbäume. Ich frage nach, weil ich das Alter für kaum möglich halte. Die Stämme sind riesenhaft und die Wurzeln mit den Felsen verwachsen. So viele „Lebensjahre“ verlangen einem schon einemns gewissen Respekt ab.

Unsere heutige Etappe war kurz, nur 35 km, denn wir wollen mit dem Schiff noch weiter nach Rab. Und allein die Anfahrt versetzt uns in Staunen. Wie eine Festung, hoch auf den Felsen thront sie, die Altstadt von Rab. Vorbei an einer kleinen vorgelagerten Insel mit Leuchtturm fahren wir in den Hafen ein & ankern. Sofort wollen alle an Land und die Stadt besichtigen. Ich habe vor allem Hunger & bin auf der Suche nach etwas Leckerem. Leider komme ich nicht sehr weit. Rab ist so malerisch schön, dass ich an jeder Gasse, jeder Kirche und fast jedem Haus stehen bleibe und fotografiere.

Die Altstadt hat unheimlich viel Flair & ich habe in ganz Kroatien keine reizendere gesehen. Den Eindruck bestätigen auch die Anderen, als wir uns am Abend zum gemeinsamen Essen treffen. Für die Meisten gibts frischen Fisch oder Meeresfrüchte. Und zum Absacker noch ein paar Drinks in der Bar neben an. Ich bin todmüde und falle ganz früh in mein Bettchen. Noch einmal fällt mein Blick auf den Leuchtturm, dann schlafe ich sanft ein und freu mich auf den nächsten Tag.image-2015-08-21(4)Tag 8

Wir verlassen Rab und dabei wäre ich so gerne noch geblieben. Ein bisschen bummeln, fotografieren und an jeder zweiten Eisdiehle stehen bleiben. Ich bin schwer wehmütig. Überhaupt ist mir heute so gar nicht nach biken. Einfach nur das herrliche Wetter genießen, auf dem Schiff bleiben und nix tun, so stelle ich mir den Tag vor. Ich finde zum Abschluss hab ich mir einen faulen Tag verdient. Ich hab mich die letzten Tage so tapfer jede Steigung hochgekämpft, dass ich jetzt einfach schlapp bin. Das sieht Abbi, unser Guide, allerdings ganz Anders. Er schaut mir tief in die Augen und sagt: „Du musst einfach dabei sein, dass wird toll heute“. Och menno! Ich kann so schlecht „nein“ sagen. 20 min. später sitz ich auf meinem Bike und strampel den den Berg hoch.

Aber und das muss man ihm schon lassen, es ist toll. Wir sind wieder auf einem dieser Schafstrails unterwegs und es macht einfach riesig Spaß hier zu biken. Ich liebe einfach diese Abfahrten. Zum Mittag gibts zur Belohnung „Palatschinken“ und nach ner richtig langen Pause gehts weiter vorbei an kleinen Dörfchen, wild flüchtenden Schafen und malerischer Landschaft. Als Highlight hat Abbi noch die Besichtigung einer Höhle eingebaut. Wir lassen also unsere Bikes stehen und begeben uns unter die Erde. Ich genieße die Kühle in der Tiefe. Bei 30° C Außentemperatur sind die 16° C unter Tage eine willkommene Abkühlung.

Durch die Höhle werden wir von einer netten jungen Dame geführt. Sie erklärt uns auch die unterschiedlichen Tropfsteine. Stalaktiten heißen die, die von der Decke hängen. Das Gegenstück ist der vom Boden emporwachsende Stalagmit. Nach so viel Erdkunde gibts für die „Jungs“ erstmal ein Mittagsschläfchen auf der Bank. Ich schleiche mich davon und versuche endlich mal ein gescheites Foto von einem Schaf zu bekommen. Sie gehören einfach zum Landschaftsbild dazu und ich kann Kroatien nicht ohne ein Foto von ihnen verlassen. Bisher haben immer alle erfolgreich die Füße in die Hand genommen und sind geflüchtet, wenn ich sie ablichten wollte. Auch diesmal ergeht es mir nicht besser.

Nach 20 min. „Verfolgungsjagd“ gebe ich auf und begnüge mich mit der Rückansicht von Mama Schaf und ihrem Lämmchen. Ich habe es übrigens „Timmi“ getauft. Als wir am späten Nachmittag das Schiff erreichen, werden wir stürmisch begrüßt. Alle sind gut angekommen und haben Achtung vor der Leistung der letzten Tage und das wird gewürdigt. Immerhin fast 4000 Höhenmeter haben wir gepackt. Ich bin ziemlich stolz auf mich und auch darauf, an allen Tagen mitgefahren zu sein. Und wie das so ist, mit den verborgenen Kräften… ich gehe noch Kajak fahren, weil es einfach zu schön hier ist und ich mir das nicht entgehen lassen möchte. Eine letzte Runde paddel ich über das glasklare Meer, lass mich in der Sonne treiben und von den Wellen schaukeln.

Und anscheinend haben auch unsere Männer noch zu viel Energie und Unsinn im Kopf. Von der Reling aus werden alle verrückten Arten ausprobiert, sich ins Wasser zu hechten. Ob Bauchklatscher oder Kopfsprung – wir stehen bewundernd daneben und schauen dem Treiben zu. Besonders lustig wird es, als Abbi sich mit dem vom Masten hängenden Seil vom Schiff schwingt. Der Mann kennt einfach keine Angst und hat einen Haufen Schalk im Nacken. Etwas besinnlicher geht es dann schon am Abend zu. Boris, hat zum Kapitäns-Dinner geladen und spätestens nach dem 4´ten Gang bin ich soweit, dass man mich vom Schiff rollen könnte. Aber lecker wars! Den Abend verbringen wir in lustiger Runde zusammen, lassen den Urlaub Revue passieren und erzählen uns die ein oder andere Anekdote der letzten Tage. So schnell ging die Woche rum und ich mag überhaupt nicht ins Bett!image-2015-08-21(5)

Und hier noch das urkomische Video zu unserer Tour! Danke an Appi.at der das so toll für uns aufbereitet hat:

Die Magie des Wünschens – eine Reise nach Rom

„Frag den Penner doch mal, warum ich noch nicht der erfolgreiche Typ mit Millionen auf dem Konto bin.“ – war die erste Reaktion auf meine Frage: „Was ist Dein Herzenswunsch? Worum soll ich für Dich bitten, wenn ich an Weihnachten in Rom bin?“ Diese Nachricht hatte ich Tage zuvor an meine Freunde gerichtet.Leni Rom PetersdomNennt mich komisch, aber ich glaube an die Kraft des Wünschens und deshalb war es mir ein Anliegen nach Rom zu reisen und auch die Herzensangelegenheiten meiner Lieben mitzunehmen. Und natürlich auch weil, Kiffen in Amsterdam, Beten in Rom und Hanover in Vegas auf meiner Reise-to-do-Liste steht. Bildschirmfoto 2015-08-12 um 16.12.45Mit dieser Abfuhr also begann meine Reise ins heilige Rom. Völlig unbeirrt von dieser einen Reaktion streifte ich Tage darauf durch die ewige Stadt, meiner Mission folgend. Denn die meisten meiner Freunde hatten sich mir anvertraut. So stoppte ich also an so ziemlich jeder Kirche, schritt die abgetretenen Stufen hinauf, öffnete die mächtige Pforte und ließ das Innere auf mich wirken. Mich umgab diffuses Licht, schwere Ölgemälde und eine eindringliche Weihrauchnote. Ich schloß die Augen, um mit dem nächsten Atemzug den Frieden und die Stille dieses Ortes in mich aufzusaugen. Dann schaute ich verstohlen auf meine Liste. Welcher Wunsch passt hierher? An wen möchte ich hier in so liebevoller Weise denken? Wen sollen die Fürbitten als Nächstes erreichen?Bildschirmfoto 2015-08-12 um 13.22.05Dritte Reihe hinten rechts, das ist immer mein Platz. Ich will die Anderen nicht stören mit meiner Anwesenheit. Ich legte meine Sachen ab, rutschte auf die Knie, faltete die Hände zum Gebet. „Gesundheit“ war einer der dringendsten Wünsche aller. Auf Geburtstagskarten hatte ich es bisher immer peinlichst vermieden eine Lappalie wie „Gesundheit“ anzuführen. Erst jetzt verstehe ich es. Denn wenn dein Kind Epilepsie hat, dein Mann nachts schreit vor Reumaschmerzen oder du dir die Schuhe nicht mehr binden kannst, weil die Krankheit deine Finger lähmt, dann ist Gesundheit das Wichtigste auf der Welt. Bildschirmfoto 2015-08-12 um 13.36.13Ich redete mit Gott darüber, wie ich „Gesundheit“ jahrelang abgetan hatte und wie mich all die Geschichten meiner Lieben, von denen ich nichts ahnte, jetzt bewegten. Ich dachte, man steht sich nahe und doch hatte ich Dinge erfahren, die mich erschütterten. Intime, schmerzende Dinge, die wohl jeder irgendwie mit sich rumtrug. Und nur auf Nachfrage an mich heran getragen wurden. Muss ich vielleicht öfter fragen: „Was bewegt dich? Wie geht es dir wirklich?“? Bildschirmfoto 2015-08-12 um 16.38.16Wir kommunizieren so viel, aber reden doch so wenig. Dort zu sitzen, mit all diesen Gedanken, das tat gut. Das war die Einkehr, die ich mir so gewünscht hatte. Nicht nur, um meinen Freunden mit meinen Gebeten zu helfen, sondern auch, um wieder zu mir zu finden. Mich darauf zu besinnen, was wirklich zählt. Dafür bin ich nach Rom gegangen.Bildschirmfoto 2015-08-12 um 13.35.10Ich streifte also durch die Stadt, stieg etliche Stufen empor, öffnete unzählige Türen, kniete beharrlich nieder und betete mit vollem Herzblut. Immer und immer wieder aufs Neue trug ich meine Fürbitten vor. Hoffte darauf, dass Wunden heilen, Schmerzen vergehen und Menschen, die mir am Herzen liegen, glücklich und gesund sind. Und irgendwann fand ich dann auch die Kirche für meine Gebete. Ich schlich mich also wieder auf die drittletzte Bank. Diesmal ohne Liste. Nur mein Kopf voller kreisender Gedanken. Auch ich hatte Dinge die mich bewegten. Auch mein Herz hatte gelitten und bat um Heilung. Ich fing an zu schluchzen, ließ Schmerz zu und öffnete mich. Dicke Tränen kullerten mir über die Wangen und fielen zu Boden. Doch mit jedem ausgesprochenen Gedanken fiel auch Last von mir ab und wirkte befreiend.Bildschirmfoto 2015-08-12 um 13.34.23Mein Schluchzen blieb nicht unbemerkt, auch wenn ich mir allergrößte Mühe gab, diskret zu sein. Vorsichtig schaute ich hinauf in die Gesichter, in Erwartung auf Unverständnis und Ablehnung. Doch jeder Blick der mich traf, sagt mir: „Keine Sorge, alles wird gut.“ Es waren angenehme Blicke voller Trost und Verständnis, die Kraft schenkten und unsagbar heilend wirkten. Und so wurde Rom für mich nicht nur der Ort von Einkehr und Fürbitten, sondern auch ein Symbol für Mitgefühl und Nächstenliebe.Bildschirmfoto 2015-08-12 um 13.37.11Ich bin weder getauft noch gehe ich zum Gottesdienst. Aber ich glaube an das Gute im Menschen und in der Welt. Ich bin fest davon überzeugt, dass es da etwas gibt, das wir nicht verstehen oder begreifen. Nennt es wie ihr wollt, Gott, Universum eine höhere Führung. Ich bin überzeugt, dass Glaube etwas Gutes ist, wenn er nicht instrumentalisiert oder missbraucht wird. Er gibt Hoffnung und Zuversicht und das braucht der Mensch. Ich besuche gerne Gotteshäuser, weil sie in hektischen Zeiten ein Platz der Ruhe und Einkehr sind und auch ein wichtiger Teil der Kultur eines Landes. Ob das nun Moscheen sind, buddhistische Tempel oder katholische Kirchen, spielt dabei keine Rolle, so lange in ihnen ein guter Glaube wohnt. Bildschirmfoto 2015-08-12 um 13.21.19Rom an Weihnachten kann ich Euch sehr empfehlen. Weil man der Hitze der Stadt in den Sommermonaten entgeht und weil zu dieser Zeit ein einzigartiger Zauber über der Stadt liegt. Den Spirit der Weihnacht kann man förmlich spüren. Allerdings sollte man, wenn man über Weihnachten geht auch damit rechnen, dass an den Feiertagen alles geschlossen ist, keine Busse oder Bahnen fahren und kaum Taxis unterwegs ist. Die Stadt ist riesig und man kann nicht alles erlaufen, besonders nicht nachts nach dem Gottesdienst an Heiligabend. Vereinzelt gibt es zwar noch Nahverkehr, aber der ist hoffnungslos überfüllt und bedient nicht alle Linien. Leiht euch am Besten einen Roller oder ein Auto für diese Zeit.    Bildschirmfoto 2015-08-12 um 16.47.59Und noch ein wichtiger Hinweis, am 24igsten werdet ihr den Papst höchstens mit viel Glück sehen. Entweder ihr habt eine Eintrittskarte für die heilige Messe im Petersdom oder ihr müßt draußen bleiben. Der Gottesdienst wird via Großleinwänden übertragen. Es lohnt sich nicht, zu warten, dass sich der Papst noch auf dem Balkon zeigt. Das macht er nämlich erst am 25igsten nach dem Morgengottesdienst. Hier empfielt es sich früh da zu sein, weil ganz Rom auf den Beinen ist und auf seinen Segen wartet. Ein Erlebnis ist die Zeremonie auf dem Petersdom auf jeden Fall und ihr solltet die Feierlichkeiten wirklich nicht verpassen.Bildschirmfoto 2015-08-12 um 16.53.37Tickets für den Zeremonie am 24igsten muss man Monate im Voraus über die Vatikan-Website bestellen und bekommt diese nur mit viel Glück. Ein Tickethandel vor der Kirche findet eigentlich nicht statt, da steht ihr euch unnötig die Beine in den Bauch. Ich habe in 4h nur 1x ein Ticket angeboten bekommen und habe dann einem Mönch den Vortritt gelassen. Ich dachte er hätte es eher verdient als ich. Falls ihr doch auf diesem Weg euer Glück versuchen wollt, nehmt ein Pappschild als Werbefläche mit, das könnte vielleicht helfen.

PS: Mein Herzenswusch erfüllte sich am 2.Februar 2014. Seither bin ich mit meinem Traummann zusammen und auch vielen meiner Freunde habe ich Glück gebracht. Die nächsten Hochzeitsglocken klingeln bald und auch schlimme Krankheiten wurden erträglich. Wenn auch noch nicht ganz geheilt, ist es ein Segen für die Betroffenen.


Und hier noch ein Video vom Weihnachtssegen des Papstes auf dem Petersplatz:

Unterschätze Belgien nicht!

Ich hatte keine Erwartungen an Belgien, bis mein Freund da ein Projekt hatte und ich ihn für ein Wochenende besucht habe. Und was soll ich sagen, Belgien hat mich überrascht, denn ich hatte es völlig unterschätzt!10516836_762474553833042_8681185710458581674_nDer schöne breite Strand…

10689726_762474583833039_5184223543544181026_n…das hinreißende Brügge mit all seinen netten Restaurants und Leckereien!10387605_762469950500169_459009424695335609_nDie freundlichen Menschen, das Treiben am Strand und auch diese Skulptur.10734278_762474477166383_1854729104420118631_nUnd so geht Sighseeing in Brügge am Besten! Rauf auf die Kutsche, in die Decke gekuschelt und genießen.1376348_762470527166778_5795728377378991838_nAber das schönste an Belgien war für mich…10689453_762473420499822_3864325405919327662_n…die Landschaft. Herrlich flach lädt sie zum Radeln und entdecken ein! Einfach wunderbar. Von mir absolut Daumenhoch und ein GO! für Belgien.

Und genau deshalb sage ich: Unterschätze Belgien nicht!

Stari Most – Der Wettlauf mit der Sonne & den Touristenmassen

Stari Most – wie oft hatte ich die Bilder dieser Brücke gesehen, die Geschichten dazu gelesen und davon geträumt dich zu besuchen. Auf unserer Balkanreise 2014 zwischen Kroatien, Montenegro & Bosnien Herzegowina sollte es nun endlich soweit sein. Die „Stari Most“ Brücke überspannt den Fluß „Neretva“ und verbindet die kroatisch und bosnisch geprägten Stadtteile der Stadt Mostar miteinander. Durch ihr malerisches Ansehen & die Geschichten von Mutproben junger Männer, die von ihr aus in die Tiefe sprangen ist sie zu Weltruhm gelangt.image-2015-09-07(12) Wir befanden uns auf unserem Road Trip und die Strecke vom Durmitor NP in Montenegro bis nach Mostar hatten wir ein klein wenig unterschätzt, denn oft kommt man auf Grund der örtlichen Gegebenheiten oder Kühen auf der Straße schlicht nicht so schnell voran, wie errechnet. Mir war es wichtig vor Sonnenuntergang anzukommen, denn ich wollte genau dieses besondere Licht am Abend in Verbindung mit der Brücke ablichten.image-2015-09-07(10)25 min. vor Sonnenuntergang kamen wir in der Stadt an. Völlig abgehetzt, genervt von der Parkplatzsuche und mit hungrigen Mägen. Der erste Anblick paßte dann auch genau zu unserer Laune. Die Einfahrtsstraße bot ein tristloses Bild. Heruntergekommene Häuser, Einschußlöcher vom Balkankrieg und dazu Massen von Müll. Kein schöner Empfang für eine Stadt man mit „pittoresk“ verbindet.

Mein Freund checkt ein und ich verlasse das Hotel im Laufschritt um auch ja noch rechtzeitig ein paar Schnappschüsse zu erhaschen. Leider eine schlecht Idee ohne Ortskenntnis, denn die besten Plätze zum Fotografieren der Brücke sind ja bekanntlich nicht auf der Brücke. Ich irre ziel und planlos durch die Gassen. Frage immer wieder nach dem Weg und werde immer wieder mißverstanden. „Nein, ich will nicht auf die Brücke.“ Ein ums andere Mal verlaufe ich mich und als ich endlich den Fotospot auf der gegenüberliegenden Brücke erreiche ist die Sonne gerade hinter den Bergen verschwunden und mir ihr das warme Fototlicht, was ich auf der Brücke haben wollte.image-2015-09-07(3)Ich war sauer und zwar so richtig. Unser Zeitplan sah nicht vor, noch eine Nacht in Mostar zu bleiben und somit war auch nicht an schöne Bilder im Abendlicht mehr zu denken. Mit knurrendem Magen trottete ich zurück, natürlich diesmal mit Bogen über die Stari Most. Herrscharen von Touristen umgeben mich, in den Gassen dichtes Gedränge und die kleinen Geschäfte haben die Anmutung eines türkischen Basars. Trashige Souvenirs an jeder Ecke.image-2015-09-07(5)Immerhin unser Hotel ist toll und mit seiner Lage direkt in der Allstadt perfekt für unsere morgige Entdeckungstour. Da wir uns Beide vor Müdigkeit mehr auf den Beinen halten können, endet der Abend für uns früh und auch……weil ich zwar die Abendsonne verpaßt habe, aber das Morgenlicht ja auch ganz reizvoll ist und wir dafür ausgeschlafen sein möchten. Der Wecker klingelte also noch vor Sonnenaufgang und diesmal startete ich auch in Begleitung meines Freundes. Nun kannte ich den Weg und schönen Motiven stand nichts mehr im Weg. Wenn da nicht….image-2015-09-07(1)…genau… wieder Massen an Müll wären. Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie man die Stadt so verdrecken lassen kann, wenn man vom Tourismus lebt und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass das nicht alles die Besucher waren. Vorbei trotten wir also an zerbrochenen Gläsern, Essensresten und Plastemüll. Ja selbst in den Kanälen staut sich der Müll.image-2015-09-07Wir erreichen unseren Fotospot und sind nahezu allein. Noch nichts zu sehen von den Touristenmassen die tagsüber die Stadt bevölkern. Nur ein paar streunernde Hunde kreuzen unseren Weg.

Wie der Vulkan Eyjafjallajökull mein Leben an der Seite eines Rockstars ruinierte

Na ihr kennt das sicherlich. Man freut sich seinen Star zu treffen und dann bricht mir nichts dir nichts so ein verflixter Eyjafjallajökull“ Vulkan aus. Klar, weil man diese Chance ja auch 2x im Leben bekommt! Aber mal von vorne: Ich hatte bei einem Radiosender ein Meet & Greet mit Nickelback in Orlando gewonnen und war seit Wochen völlig aus dem Häuschen. Ich liebe diese Band und vor allem Chad Kroeger. Also eigentlich mehr seine Stimme, als die langen Haare, aber dieser bin ich geradezu verfallen.

Das Desaster:

Mein Koffer war also seit Wochen ordentlich gepackt, Kleider und Schuhe sorgfältig ausgewählt und die Sätze zur Kontaktaufnahme minutiös einstudiert. Keine 12 Stunden vor dem Abflug ereilte uns die Nachricht, dass der europäische Luftraum wegen dem Ausbruch des Vulkans “Eyjafjallajökull” komplett gesperrt ist, alle Flüge gestrichen sind und die nächsten Tage sich daran auch nichts ändern würde. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.47.58Eyja was? Mir blieb das Herz stehen. Meine Gedanken kreisten. Mir war von einem auf den nächsten Moment brechübel. Ich hatte das Gefühl, ich verliere den Boden unter den Füßen. Da bricht ein Vulkan aus, dessen Namen ich nicht mal aussprechen kann und versaut mir die Tour? Die bei Chad Kroeger wohl gemerkt!Bildschirmfoto 2015-08-14 um 16.16.15Ich taumelte durch die Wohnung und versuchte verzweifelt Möglichkeiten aufzutun, um doch noch nach Florida zu gelangen. Über Stunden drückte ich bei den Airlines auf die Tränendrüse, checkte sämtliche Schiffsverbindungen und dachte selbst über den Landweg per Zug über Sibirien nach. Man kommt auch über die andere Seite nach Amerika. Aber es bestand keine Chance es bis Montag, zum Konzert zu schaffen.

Tränenbad

Ich weiß nicht mehr, wie viele Liter Tränen ich an diesem Abend vergossen habe. Wie ich die Nacht in der Badewanne mit einem Glas Wein überlebt habe, kann ich mir auch nicht erklären. Eigentlich wollte ich mich darin ertränken. Es war nicht nur ein Flug, der gestrichen worden war, es ging hier schließlich um meine Zukunft und das war die an der Seite eines Rockstars!Bildschirmfoto 2015-08-14 um 16.25.18In dieser Nacht war mir klar geworden, dass ich das Meet & Greet verpasste, nicht aufs Konzert gehen konnte und Chad Kroeger nie kennenlernen würde. Wie oft bekommt man im Leben schon die Chance einen Weltstar persönlich zu treffen? Und mal ehrlich: gibt es etwas Schlimmeres, als den Mann nicht zu treffen, dessen Stimme man für “orgasmusfähig” hält? Nein! Definitiv nicht.

So viel Effort für nichts?

Ich war also verzweifelt! Sehr sogar. Zumal man wissen muss, dass ich für diesen Gewinn wochenlang um Votingstimmen für die Radio-Competition gekämpft habe. Ich habe die Gegend mit Plakaten gepflastert. Habe Teens an der Schule aufgelauert oder sie am Busbahnhof abgepasst, um sie mit selbst gebastelten Flyern zu überhäufen. Ich habe mir die Nächte um die Ohren geschlagen, um in Communities Leute zu gewinnen, die anschließend für mich voten. Jede freie Minute habe ich diesem Projekt gewidmet und nun das!

Tja. so war das damals mit Chad und mir!Konzert

Eine Andere geheiratet…

Weil wir nicht fliegen konnten, er mich nie kennengelernt hat, hat er den Fehler seines Lebens gemacht und Avril Lavigne geheiratet. Zumindest ist das meine Meinung – und ich bin eine Frau und die haben bekanntlich immer Recht.

Das Ende?

Nun könnte die Geschichte eigentlich zu Ende sein. Eine tragische, wie ich finde. Aber das Leben wäre nicht das Leben, wenn die eigentliche Geschichte nicht viel besser und spannender wäre!

Wir sind nämlich eine Woche später nach Florida geflogen und hatten einen der genialsten Road Trips überhaupt! Er hatte alles! Heruntergekommene Motels, Kackerlaken, eine bedingslose Freundschaft und vor allem das Gefühl der absoluten Freiheit. Nur eins hatte er nicht: Krokodile in den Everglades, aber das ist eine andere Geschichte.

DankeAber auch hier ist die Episode noch nicht zu Ende!

Denn lasst Euch eins gesagt sein, es gibt immer eine zweite Chance! 3,5 Jahre nach meinem Nickelback Desaster, war die Band für die SAP Arena angekündigt. Und da ich bei eben diesem Radiosender (BigFM!!) noch etwas Gut hatte, hab ich mich wieder in Erinnerung gebracht. Leider erteilte man mir für ein Meet & Greet eine Absage, da alle Teilnehmer schon akkreditiert waren.

Nein, das akzeptierte ich nicht!

Ich glaube daran, das es klappt. Am Morgen vor dem Konzert bin ich aufgestanden und war mir sicher, das macht das Schicksal nicht zwei Mal mit mir. Ich hatte den festen Glauben, dass ich an diesem Tag Chat Kroeger treffen und aufs Konzert gehe werde. Ohne Ticket und ohne Zusage vom Radio, wohl gemerkt.

Bildschirmfoto 2015-05-29 um 21.06.52

Ich würde eher kündigen!

Und was soll ich Euch sagen? Ich habe Chad Kroeger an diesem Tag in Ludwigshafen getroffen. Als um 10 Uhr der Anruf von BigFM kam, dass ich nachgerutscht bin, habe ich alles stehen und liegen gelassen und meine Chefin informiert, dass ich nun gehe. Sie hat es mir wohl angesehen, dass Diskussionen keinen Zweck haben. Ich hätte eher gekündigt, als Chad noch mal, nicht zu treffen!994396_580518548695311_1802870739_n(2)So ein Meet & Greet ist allerdings ganz schön ernüchternd. Wenig Zeit, keine eigenen Fotos und gerade mal 2 Minuten Smalltalk. Mehr muss man darüber eigentlich gar nicht sagen. Den Rest denkt ihr euch. Aber egal. Ich hab ihn getroffen & das Konzert war wie immer geil!

999593_423392671116431_721277133_nUnd ehrlich? Manchmal hat alles seinen Sinn! Chad hatte die Haare viel schöner als früher und ich bin inzwischen glücklich liiert, auch ohne Rockstarleben.

In diesem Sinne: Get up & rock!

Stromschnellen durchpaddeln ist nichts für Pussys – Rafting in Montenegro

Luft, Luft, ich ringe nach Luft! Grad noch wollte ich kopfüber in dieses naturreine, türkisblaue Wunderwasser eintauchen, doch jetzt setzt geradezu mein Herz aus. Eiskalte 10 Grad fühlen sich an meinen Füßen wie 1.000 Nadeln an. Ok, verschieben wir das Abtauchen und geben uns mit Bewundern zufrieden und freuen uns aufs Raften. Bildschirmfoto 2015-08-06 um 11.39.14 Weiterlesen

Amsterdam“Trip” − auch Kiffen will gelernt sein

Bildschirmfoto 2015-07-23 um 11.50.23“Kiffen in Amsterdam, Beten in Rom und Hangover in Vegas” − steht es auf meiner Reise-to-do-Liste. Die etwas abgewandelte Form von “Eat, Pray, Love” also. Wobei ich den Anspruch habe, meine eigene, spannende Reise zu initiieren und kein Abklatsch zu sein. Ich habe also nun meine 3, 4, 5 Köfferchen ins Auto gepackt und bin nach Amsterdam gedüst. Weiterlesen

Parachuting in Kroatien – Die Perspektive ändert den Blick

Kroatien ist auch ein Paradies für Outdoor-Enthusiasten & Parachuting gehört definitiv dazu. Erfahre hier wie sich anfühlt über der Welt zu schweben und einen ganz anderen Blickwinkel zu haben.

So wie bei einer 6-jährigen Quengelbacke schreit es “Ich will auch! Ich will auch!“ – allerdings in meinem Kopf. Da kurz über der Bucht erspähe ich ein Motorboot und dahinter einen riesigen, sonnengelben Gleitschirm. Sofort verfestigt sich mein Wille, das auch unbedingt machen zu wollen. Fliegen ist für mich der Inbegriff von Freiheit. Bildschirmfoto 2015-06-16 um 16.20.01Nichts ist Schöner, als vom Wind getragen zu werden, den Kontakt zum Boden zu verlieren und die Welt von oben zu sehen. Das Gefühl, dass es keine Grenzen mehr gibt, die einen zurück halten. Das man jedes Ziel spielend erreichen kann und das nichts und niemand dazwischen steht. Ich liebe den Perspektivwechsel, den Blick über das große Ganze. Das Begreifen von Entfernungen und vor allem der Schönheit der Welt. Das macht den Reiz am Fliegen für mich aus. Und dabei spielt es kaum eine Rolle wie ich abhebe. Wobei ich Paragliden bevorzuge. Nicht der Thrill des freien Falls, sondern das Gleiten und das Erleben stehen im Vordergrund. Gedacht. Getan. Ich befinde mich auf einem kleinen Motorboot.Bildschirmfoto 2015-07-23 um 13.43.10Unter mir das glasklare Wasser, über mir das blau des Himmels und ich bald dazwischen. Die Freude steigt. Gekleidet in eine sexy orangene Schwimmweste, gezwängt in ein Gurt-System und in den Schirm geklingt stehe ich auf der Plattform des Bootes. Wir nehmen Geschwindigkeit auf. Rasen mit Speed über die Wellen. Das Wasser spritzt, als der Schirm gelöst wird. Kurze Atempause, vor freudiger Anspannung – in Erwartung dieses einen Moments. Die Sekunde, als der Schirm greift, mich nach oben zieht und meine Beine den Kontakt zum Grund verlieren. Ich fliege, ich fliege. Mein Herz springt, meine Moleküle applaudieren, die Hormone tanzen und ich bin glücklich. Überglücklich mit jedem Meter, der die Leine, die mich mit dem Boot verbindet, länger werden läßt. Über mir der knallgelbe Schirm, eingebettet in Himmelblau und Schäfchenwolkenweiß.Leni Parashuting

Unter mir die glitzernden Wellen des Mittelmeers. Ich schließe die Augen, breite die Arme aus, lasse der Phantasie freien Lauf: Wie ein Vogel gleite ich durch die Luft und werde vom Wind getragen. Ein erhabenes Gefühl, doch mit einem heftigen Ruck reißt es mich jäh aus meiner Vogelperspektiventraumwelt. Das Boot hat beschleunigt, schlägt Haken und mein Flugverhalten passt sich den Kurvenfahrten an. Das scheint Teil der Touristenbespaßung zu sein. Ich nehme es sportlich, winke dem Fotografen und mache den Ulk mit. Abkoppeln und weiterfliegen ist ja leider keine beachtenswerte Option. Bildschirmfoto 2015-06-16 um 16.15.15Wieder bewundere ich die Welt unter mir: die schroffe Steinküste, die malerischen Buchten, die vorgelagerten Inseln. Alles schon gesehen, aber nicht aus diesem Winkel. Die Perspektive ändert den Blick, heißt es. Und das nicht nur beim Fliegen. Ich sinniere über Weite, Größe und Entfernung bis weit hinter den Horizont. Unendlich weit scheint mir dieser entfernt. Kaum begreifbar, dass das Meer nicht endet, an seiner Kante. Dafür endet mein Flug. Die Leine, an der ich hänge, wird eingezogen. Meine Füße landen wieder auf dem Boden. Mein Herz schmerzt, meine Flügel hängen lahm. Wieder schließe ich die Augen, träume mich in dieses Gefühl zurück und spüre diesen Frieden in mir. Und das nehme ich mit von Bord. Das Gefühl, dass die Gedanken frei sind und fliegen können.

Bildschirmfoto 2015-06-16 um 15.55.26Mein Parashut-Flug startete in Cavtat (bei Dubrovnik) am Hafen. Hier gibt es eine Touristeninformation und auch jede Menge Anbieter für allerlei Aktivitäten in und ums Wasser. Einfach ein bißchen rumlaufen, die Anbieter kann man gar nicht übersehen. Und meistens geht es auch ganz spontan oder zumindest am nächsten Tag.
Bildschirmfoto 2015-07-23 um 13.30.36