Ein Mietwagen auf Malta

Mietwagen auf Malta – Tipps & Erfahrungswerte

Nicht in jedem Land ist es gleich mit einem Mietwagen unterwegs zu sein. Enge Gassen statt breite Autobahnen, Linksverkehr und eine ganz andere Verkehrsinfrastruktur oder auch die Qualität der Fahrzeuge beeinflussen den Fahrspaß. Ich war mit dem Leihwagen auf der Insel Malta unterwegs und schildere hier meine Erfahrungen. Damit möchte ich dir helfen gut auf deine Anmietung vor Ort vorbereitet zu sein.

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Mietwagen Malta – meine Erfahrung

Mir ist es wichtig, meinen Leihwagen immer über eine deutsche Website zu buchen, damit im Schadensfall auch der Gerichtsstand in Deutschland ist und ich nicht den Ärger im entfernten Urlaubsort habe. Deshalb habe ich auch für Malta meinen Mietwagen noch von Zuhause aus gebucht.

Eigentlich war auf Grund meiner Ankunftszeit eine Nachtübergabe geplant. Auf Buchungsseiten ist leider nie ersichtlich, ob die jeweilige Mietwagenfirma einen 24-Stunden-Service hat und so mußte ich das vorab telefonisch erfragen. Für die nächtliche Schlüsselübergabe sollten 26 EUR berechnen.

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Da mein Flieger Verspätung hatte, ich den Anschlußflug verpasst habe und ich ohnehin einen Tag später als geplant ankam und den Nachtservice somit nicht in Anspruch genommen habe, musste ich zumindest für diese Leistung nicht zahlen. Wichtig ist aber für dich zu wissen, dass nachts  in Malta keiner der Mietwagenschalter noch regulär offen hat und eine Übernahme des Fahrzeuges dann nur mit einer Sondervereinbarung und extra Kosten möglich ist. Wenn du also mit der letzten Maschine kommst, informiere dich besser vorher und vereinbare eine Übergabe.

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Die Fahrzeugübernahme

Mein Fahrzeug sollte ich von „First Car Rental“ direkt am Flughafen erhalten. Meist kostet eine Flughafenübernahme etwas mehr, aber wenn ich einen Bus oder ein Taxi in die Stadt nehmen muss, kostet das ja auch. So habe ich mit bester Versicherung pro Tag 23 EUR bezahlt, was ich immer noch für einen fairen Preis für einen Kleinwagen halte.

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Der Herr am Schalter sehr freundlich und sprach fließend englisch, was auf Malta ja völlig normal ist. Er hat sofort meine Buchung gefunden, die Unterlagen und Zahlung fertig gemacht und mir erklärt, wo genau ich das Fahrzeug finde. Im Übernahmeprotokoll sind die Schäden am Fahrzeug eingezeichnet gewesen. Nur sollte ich das direkt am Schalter gegenzeichnen. Allerdings bin ich kein Freund von Unterschriften, bevor ich das anzumietende Fahrzeug gesehen habe, da ich schon sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht habe. Ist die Unteschrift erstmal drauf, hat man die Fehler schon bestätigt, ohne das Fahrzeug je gesehen zu haben.

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Er bot mir allerdings an, mit dem Auto später noch mal zurück zu kommen, sollte ich noch Schäden finden. Zähneknirschend willigte ich ein. Da der Fuhrpark aller Vermieter etwas weiter weg liegt, scheint es auf Malta am Flughafen gängige Praxis zu sein, dass keine der Leihwagenfirmen das Auto mit den Mietern direkt am Fahrzeug überprüft.

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Der Fuhrpark der Vermietfirmen liegt am hintersten Ende des großen Flughafenparkplatzes. Ich empfand es als reichlich müßig mein Gepäck dahin zu schleifen, trotz Rollen an der Reisetasche. Hier empfiehlt es sich einen Trolley mitzunehmen oder das Gepäck so lange bei der Mietwagenfirma im Terminal zu lassen.

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Das Fahrzeug war einfach zu finden, denn der Mietwagenfirmenbereich ist recht übersichtlich. Wie schon angedeutet, ist hier niemand der gesamten Rentalcar-Companys vor Ort gewesen, um ggf. Fragen zu besprechen. Nicht jedes Fahrzeug ist gleich und ich schätze es eigentlich, wenn ich kurz erklärt bekomme, wie das jeweilige Auto funktioniert, welche Schalter wo sind und wie man die Tankklappe aufbekommt. Zwar bin ich nicht unerfahren mit verschiedenen Fahrzeugen, aber irgendwas ist immer nicht gleich auffindbar und kostet anschließend Zeit, um rauszubekommen wie es richtigerweise funktioniert.

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Mein Fahrzeug macht ehrlicherweise keinen besonders guten Eindruck und ich würde ihn schon etwas als „runtergerockt“ beschreiben, dabei hat er gerade 50.000 km. Ein kleiner, weißer Peugeot 107 mit so einigen Macken und fehlendem Rückscheibenwischer. Genau wegen diesem Detail muss ich nun zurück zum Schalter, denn im Protokoll ist dieser nicht verzeichnet. Da die Stelle ziemlich verrostet ist, gehe ich davon aus, dass der Wischer schon einige Jahre fehlt und längst als Makel hätte eingetragen sein müssen. Weitere Beschädigungen finde ich nicht. Dennoch muss ich mich am Schalter wieder anstellen und den Scheibenwischer nachtragen lassen, denn ich habe keine Lust im Nachgang für Schäden Anderer aufzukommen. Das ist mir genau 1x passiert und seither prüfe und fotografiere ich Mietwagen sehr genau. Wieder geht mir Zeit verloren.

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Mein Mietwagen macht auch im Verlauf der Reise noch komische Töne von Auspuff oder Krümmer. Zudem geht das Fahrzeug beim Rückwärtsfahren dauernd aus. Eine Zumutung sind auch die dreckigen Frontscheiben, die sich mit den verschlissenen Scheibenwischern nicht mehr reinigen lassen. Besonders begeistert war ich während der ganzen Reise von meinem Auto nicht. Bisher hatte ich immer sehr gepflegte Leihwagen und das hier ist eine ganz neue Erfahrung für mich.

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Der Verkehr auf Malta

In Malta herrscht Linksverkehr. Auch das bin ich schon aus einigen Reiseländern, wie Südafrika gewohnt und es ist keine große Umstellung mehr für mich. Trotzdem macht mir der Verkehr in Malta zu schaffen. Ich fahre in Richtung Birkirkara stadteinwärts und es geht unglaublich hektisch zu. Es gibt alle paar Meter unübersichtliche Kreisel und die ersten Tage tute ich mich unglaublich schwer, mich dort schnell einzugliedern. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie der Verkehr in Indien oder Paris hingegen auf mich wirken muss, denn dieser Trubel hier kostet mich schon reichlich Nerven, auch wenn man das nicht unbedingt auf meinen Fotos sieht. Aber die habe ich ja auch nicht während der Fahrt geschossen 😉

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Ebenso muss ich die nächsten Tage erfahren, dass es Sinn macht im „Stadtverkehr“ und die Grenzen zwischen den Orten sind hier fließend, besser den Bus zu nehmen. Dieser ist günstig, hat eine hohe Frequenz und bringt einen sicher ans gewünschte Ziel. Mit dem Auto ist es phasenweise unmöglich irgendwo einen Parkplatz zu finden. Besonders zu Festlichkeiten oder an den Markttagen Dienstag und Samstag ist es in manchen Stadtteilen eine Odysse sein Fahrzeug ordnungsgemäß abstellen zu können. Außerdem herrscht hier ähnlich wie in Italien meinem Eindruck nach, Stoßstangenparking, entsprechend verbeult sehen einige Verkehrsteilnehmer aus. Ich bin froh, dass Auto komplett versichert zu haben!

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Obwohl die Alstadt wunderschön ist und man herrlich da bummeln kann, beschließe ich die nächsten Tage die Insel zu erkunden und mich eher in den ländlichen Gebieten mit wenig Verkehr zu bewegen. Auch hier muss ich die Erfahrung machen, dass es sich lohnt, sehr früh aus der Stadt zu fahren, damit man nicht stundenlang im stockenden Berufsverkehr stecken bleibt.

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Nächstes wichtiges Learning an diesem Tag. Die kleinen Gassen, auf die mich mein Navi schon gerne mal schickt, reichen vom Platz oftmals nur für ein Fahrzeug. An manchen Stellen habe ich sogar das Gefühl nicht mal das. Da habe ich dann auch schon mal die Seitenspiegel eingeklappt. Auch muss man schon mal den Rückwärtsgang einlegen und einige Meter zurück fahren, wenn der Gegenverkehr nicht durchkommt. Auch das liegt sicher nicht jedem.

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Navigation

Zur Navigation auf Malta nutze ich mein altes Nokia-Handy mit „Here maps“ App, weil man damit weltweit offline unterwegs sein kann, ohne eine teure Internetverbindung haben zu müssen. Das klappt auch auf Malta wieder hervorragend und ich bin froh, dass Handy noch nicht eingemottet zu haben. Immerhin spart mir das die Miete eines Navigationssystems. Wer sich gerne anhand von Karten orientiert, der wird sich in den ländlichen Räumen auch damit gut zurechtfinden. In Innenstädten wäre mir als Alleinreisende eine Kartenführung zu anstrend gewesen. Man kann halt nicht eben mal kurz ranfahren und sich neu orientieren, dass lassen der Stadtverkehr und die engen Gassen gar nicht zu.

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Mit der Fähre nach Gozo

Einer meiner Tagesausflüge führt mich mit der Fähre von der Hauptinsel nach Gozo. Auch hier nehme ich mein Auto mit und bin positiv überrascht wie gut das funktioniert. Ich werde noch am Hafen in die richtige Spur gewiesen, fahre vorsichtig in den Bauch des Schiffes und warte auf die Ankuft. Genauso geordnet wie die Einfahrt verlasse ich die Fähre auch wieder. Erst auf der Rückfahrt zahle ich beide Überqueerungen mit ungefähr 14 EUR.

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Tanken

Da die Insel sehr übersichtlich ist und ich nur 5 Tage zum Entdecken habe, muss ich erst am Ende meiner Reise eine Tankstelle aufsuchen. Diese ist glücklicherweise auch in direkter Umgebung des Flughafens. Zum Tanken muss man sich die Säule vom Tankwart freischalten lassen. Auch war eine Barzahlung gewollt. Das erfuhr ich allerdings erst nach dem Tanken. Glücklicherweise gab es für Touristen wie mich, dann doch noch die Möglichkeit mit Kreditkarte zu bezahlen.

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Rückgabe

Der Parkplatz zur Rückgabe am Flughafen ist der Gleiche wie zur Abholung, das macht die Orientierung einfach. Wieder ist niemand vor Ort, das Fahrzeug mit mir zu inspizieren und mir gegenzuzeichnen, dass alles in Ordnung ist. Auch scheint das gängige Praxis aller Leihwagenfirmen hier zu sein. Trolley fürs Gepäck finde ich hier keinen und schleife mein schweres Gepäck also wieder mühselig in der Mittagshitze zum Terminal.

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Der Mann am Schalter ist wieder sehr höflich und fragt kurz ob es Probleme gab. Ich erfahre auch, dass das Fahrzeug jetzt nicht mehr begutachtet würde und ich ja dann mitbekomme, falls meine Kaution einbehalten würde. Außerdem wird die Kaution erst nach mindestens 10 Tagen auf der Kreditkarte wieder frei gegeben, da noch Tickets von Blitzern abgewartet werden. Auch gängige Praxis hier, verrät mir der Mitarbeiter. Das ich das nicht sonderlich gut finde, muss ich nicht betonen. Ich kenne es eigentlich so, dass Fahrzeuge noch vor Ort mit dem Kunden gecheckt werden. Sei es auf Schäden oder auch auf den Tachostand. Auch meine Tankquittung möchte er nicht entgegen nehmen. Ich darf also abwarten, ob alles mit rechten Dingen zugeht und ich meine vollen 1200 EUR Kaution wieder erhalte.

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Mein Fazit Mietwagen auf Malta:

Wer nicht unbedingt mit einem Mietwagen unterwegs sein muss, der kann auf Malta auch gut überall mit dem Bus hinkommen. Es gibt auch eine tolle „Rote-Bus-Tour“ zu den schönsten Ecken der ganzen Insel.

Wer sich dennoch für ein Fahrzeug entschließt, sollte sich auf hektischen Stadtverkehr, schlechte Parkmöglichkeiten und Linksverkehr einstellen. Ich empfehle zudem maximal einen Kleinwagen, da es eh schon eng genug ist auf der Insel.

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Bei Fahrzeugübernahme mach dir ein eigenes Übernahmeprotokoll* und dokumentiere alle Schäden auch via Foto sorgfältig. Lass dir vom Vermieter die Schäden unbedingt abzeichnen. Versichere das Fahrzeug ausreichend, da es hier leicht zu Schäden (Parken, enge Gassen) kommen kann. Steinschlag- und Unterbodenversicherung halte ich nicht für so wichtig, dass kann man nach eigenem Sicherheitsempfinden entscheiden. Aber im Gegensatz zu Afrika, wo ich es dringend anrate, finde ich es hier nicht nötig.

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Ansonsten macht es natürlich riesig Spaß Maltas Küsten entlang zu cruisen und ich kann es wirklich nur empfehlen.
Allen die hier unterwegs sind, wünsche gute und sichere Fahrt auf dieser schönen Insel!

*Ein persönliches Fahrzeugübernahme-Protokoll zu deiner eigenen Sicherheit habe ich dir auch zusammengestellt. Du kannst es im LINK kostenlos herunterladen.

Ich freue mich natürlich immer über Rückmeldung zu meinen Beiträgen. Nutz das Kommentarfeld und schreib mir, wie du den Artikel fandest und ob dich meine Tipps weitergebracht haben. Ich hab was Wichtiges vergessen? Auch dann freue ich mich über Nachricht von dir.