Fotoparadiese – Lass Dich von der Welt verführen!

Meine Fotoparadiese und Geschichten sollen Dich zum Reisen inspirieren! Auf die Idee dazu gebracht hat mich Michael von Erkunde-die-welt.de. Mit seiner Fotoparade zum Thema „Welche sind meine Fotohighlights aus dem ersten Halbjahr 2016?“ hat er Lust gemacht, sich darüber mal länger Gedanken zu machen. Denn da dieses erste Halbjahr zu mehr als der Hälfte aus Reisen bestand, fällt mir die Auswahl allerdings reichlich schwer.IMG_2016Mein Jahr startete mit einer langen Silvesternacht in Buenos Aires und 4 Monaten on Tour. Meine Reise führte mich dann weiter nach Uruguay sowie Brasilien, Peru, Chile und Bolivien. Ein wirklich unglaublicher Trip! Ein Reisegewinn brachte mich danach noch zu meinen Freunden nach Südafrika. Zurück in Deutschland standen ein paar Städtetrips auf dem Programm. So besuchte ich zum Beispiel Breslau in Polen (die Kulturhauptstadt Europas), war Gast bei den „Alten Meistern“ in Dresden und entdeckte den Nikolaifriedhof“ in Görlitz für mich. Aber auch der sagenumwogenen Rakotzbrücke in Kromlau habe ich einen Besuch abgestattet. Rundum ein spannendes erstes Halbjahr mit vielen fotografischen Highlights, was die Auswahl so schwer für mich machte. Deshalb gibt es hier neben den Motto-Blogparaden-Bildern noch ein paar meiner Lieblingsbilder als Extra.

Fröhlich bunt ist meine Reiseerinnerung an Südafrika
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Ich starte mit dem klassischen Badehäuser-Bild, welches auf keiner Kapstadt Reise fehlen darf und so bezeichnend ist für Südafrika. Eigentlich schon total abgegriffen dieses Motiv, aber die Regenbogennation ist bunt und voller überschwänglicher Lebensfreude und das verkörpert dieser Schnappschuss für mich. Als ich in Kapstadt lebte, waren die Häuser recht ungepflegt und wenig ansehnlich. Jetzt sind sie frisch gestrichen und endlich auch zu einem Fotomotiv für mich geworden. Den Trip nach Südafrika haben wir zu meiner großen Freude gewonnen. Für mich war es ungeplant die Chance in meine alte Heimat zurückzureisen und meine vielen südafrikanischen Freude zu besuchen. Zu meiner großen Freude, hat genau am Tag unserer Landung, meine Freundin ihr Baby bekommen und ich konnte beide direkt in die Arme nehmen. Perfektes Timing. Weitere Motive aus dieser Serie findest Du in meinem Flickr-Album.

Schwarz-Weiß” die Nazcar-Linien in Peru

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Die Nazca-Linien sind riesige Scharrbilder (Geoglyphen) in der Wüste bei Nazca in Peru. Lange Jahre spekulierte man über ihre Herkunft. Erich von Däniken heizte mit seiner Theorie diese Linien seien von Außerirdischen geschaffen, die Geschichten um ihre Entstehung noch an. Inzwischen geht man davon aus, dass sie von Menschenhand aus religiösen Gründen geformt wurden. Wir sind extra nach Nazca gepilgert, um diese im Sand gezeichneten Linien, aus der Luft zu sehen. Leider hatte ich vergessen, dass diese „Objekte“ umkreist werden und so war mir während des gesamten Überflugs einfach nur brechübel. Aber sonst war das echt ein Highlight. Weitere Motive wie den Kolibri, den Affen usw. findest Du in meinem Flickr-Album.

Mein Licht-Moment in Montevideo, Uruguay

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Eigentlich soll man ja als Frau, in einer fremden Stadt, nachts nicht alleine unterwegs sein, aber in Montevideo habe ich mich sicher gefühlt. Deshalb bin ich dort auch in der Dunkelheit auf Motivsuche gegangen. Dabei raus gekommen ist dieses wunderbare Foto und eine herrliche Erinnerung. Außerdem verkörpert das Bild sehr gut den Kontrast dieser Stadt. Auf der einen Seite top gepflegte Bauwerke und auf der anderen Seite, Gebäude die dem Verfall überlassen werden. Vom Licht in die Dunkelheit – könnte man fast schon sagen. Bilder zu Montevideo sammle ich auf Flickr.

Tierisch lustig fand ich all die Lamas, Vicunas, Alpacas und Guanakos in den Anden

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Auf unserer Reise durch Chile, Peru und Bolivien sind uns eine Vielzahl von Lamas, Vicunas, Alpacas und Guanakos begegnet. Und ich schwöre mein Freund musste an jedem einzelnen Tier anhalten für ein Foto! Einmal waren wir sogar live bei der Geburt eines Baby-Alpacas dabei! Ich liebe es einfach, wie sie den Hals verdrehen und einen musternd anschauen. Zum Schreien. Meine riesige Kollektion dieser so typischen Andentiere findest Du in meinem Flickr-Album und zum Video kommst Du durch klicken auf LINK.

Mein spezieller Fahrzeug-Moment in Bolivien

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Dieses Bild entstand in Uyuni (Bolivien) und ich habe es „Affenzirkus“ genannt. Wir hatten eine Tagestour in die Salar de Uyuni (Salzsee) gebucht und der Besuch der „Cementry of the trains“ war der erste Programmpunkt auf diesem Ausflug. Allerdings waren wir damit nicht die Einzigsten, die eine solche Tagesplanung hatten. Rund 300 Personen hampelten auf zwei Zugresten rum und machten Fotos. Die alten Züge waren ausrangiert worden, nachdem sie für den Abtransport von Rohstoffen in dieser Region unbrauchbar geworden waren. Auf Grund des hohen Salzgehalts in der Luft, sind sie herrlich verrostet und ein echt schönes Fotomotiv – wenn einem nicht hunderte Selfie-Jünger im Weg herrumturnen und einem mit ihren Sticks die Augen ausstechen. Nach Tagen in der Einsamkeit im Norden Chiles fand ich diese Menschenmassen einfach unerträglich. Ich bin am nächsten Tag noch mal zum Fotografieren hin. Diesmal nicht um 11 Uhr, wenn alle Gruppen hier aufschlagen. Das Ergebnis kannst Du Dir in meinem Flickr-Album anschauen.

Natur pur in Chile

IMG_0332Die Region Arica y Parinacota im Norden Chiles hat bei mir  bleibenden Eindruck hinterlassen. Riesige Vulkankrater, zügellose Wetterkapriolen, heiße Quellen, dampfende Geysiere und das in wilder und nahezu menschenleerer Gegend. Ich habe es geliebt dort unterwegs zu sein. Allein, wenn ich dieses Bild sehe bin ich sprachlos und absolut überwältigt von dieser einmaligen Schönheit. Chile hat in diesem Jahr Südafrika vom Thron meiner liebsten Reiseländer katapultiert – Und wer mich kennt, der weiß, das will was heißen. Ich spare jetzt schon für den nächsten Trip, um so schnell wie möglich auch nach Patagonien im Süden Chiles reisen zu können. Mehr Impressionen gewünscht? Dann klicke auf LINK.

EXTRA Plus Bilder!

Heimat-Highlight nenne ich dieses Foto aus Kromlau in Deutschland

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Von meinen Freunden werde ich ja immer getadelt, dass nicht nur das Ausland schön sei – und Recht haben sie. Die Rakotzbrücke habe ich auf Instagram entdeckt und bin neugierig geworden, wo dieses märchenhafte Bauwerk zu finden ist. Und siehe da! In unserer deutschen Heimat. Um ganz genau zu sein in Kromlau, Sachsen – kurz vor Bad Muskau, einer Grenzstadt zu Polen. Ich war mehr als erstaunt, dieses imposante Bauwerk hier zu finden und konnte mir, einen Ausflug dahin nicht entgehen lassen. Inzwischen war ich schon mehrfach dort und möchte fotografisch festhalten, wie die Brücke im Wandel der Jahreszeiten aussieht. Begleitet mich gerne via Flick dabei.

Lebensfreude – festgehalten an der Wild Coast in Südafrika

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Dieses Foto ist sicherlich fotografisch nicht perfekt, aber dennoch ist es das für mich. Es verkörpert wie kaum ein anderes Bild auf meiner Reise durch Südafrika die Lebensfreude dieses Landes. Eigentlich sollte „Hole in the wall“ das Loch im Felsen dahinter das Motiv sein, doch spielende Kinder hatten mich umkreist und machte ihre Späße mit mir. Rausgekommen ist dieser herzerwärmende Schnappschuss und eine wunderbare Erinnerung an die Wild Coast. Auch hier gibt´s noch mehr Lebensfreude und Landschaftsschnappschüsse im Flickr-Album.

Tanz auf dem Vulkanfeld in Chile

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Im Norden der Chilenischen „Región de Antofagasta“, etwa 95 km nordöstlich von San Pedro de Atacama und nahe der Grenze zu Bolivien, befindet sich das größte und bekannteste Geothermalfeld der südlichen Hemisphäre. Und es ist sogar das drittgrößte weltweit. Der Besuch dort hieß für uns um 3 Uhr aufstehen, fürchterlich zu frieren und eine wirklich waghalsige Anreise zu meisten, um auch ja noch vor Sonnenaufgang dort zu sein. Denn es hieß, man sieht die Dämpfe der Geysiere am besten im Dunkeln, kurz bevor die Sonne hinter den Bergen aufgeht. Ich für meinen Teil fand es zum Sonnenaufgang viel spektakulärer. Ihr Licht brachte diese faszinierende Landschaft erst so richtig zum Leuchten und setzte die Geysiere perfekt in Szene. Zudem war es auch sehr aufregend, so auf einem Lavafeld spazieren zu gehen! Noch nicht ganz vollständig ist mein Flick-Album, aber ich arbeite daran:)

Mein zweiter Licht-Moment im Addo Elephant Park in Südafrika

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Etwas außer der Reihe möchte ich diesen zweiten „Licht-Moment“ zur goldenen Stunde im Addo Elephant Park in Südafrika nicht unter den Tisch fallen lassen. Nach hunderten aufregender Elefanten-Sichtungen und eigentlich schon auf dem Rückweg, ist uns diese Herde von Kudus begegnet. Im Licht der untergehenden Sonne hatte dieses Aufeinandertreffen schon etwas Magisches. Schau mal im LINK da finden sich noch mehr Tiere!

Abenteuer pur das Reserva Nacional De Paracas, Peru

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Einer meiner absoluten Lieblingsschnappschüsse ist im Reserva Nacional De Paracas in Peru entstanden. Kein Bild in meiner Sammlung verkörpert mehr Lust auf Outdoor und Abenteuergeist als dieses Foto. Nur wünschte ich mir, ausnahmsweise mal nicht hinter sondern vor der Kamera zu sein und auf den Klippen dieses Felsens zu stehen. Die Arme auszubreiten, den Wind, die salzige Meeresluft und die Kraft der Natur zu spüren. Mehr atemberaubende Bilder auch hier in meinem Flickr-Album.

Hier bin ich Mensch – im Colca Canyon in Peru

IMG_9292Im Colca Canyon, im kleinen Ort Cabanaconde, war ich Gast auf einer kirchlichen Prozession. Es wurde eine Art „Ernte-Dank-Fest“ gefeiert. Auf dem Marktplatz traf man sich zum Tanzen, Singen und Trinken. Ein rauschendes Fest und ich war eingeladen. Als der Festzug sich wieder in Gang setzte, kam diese Dame nicht hinterher. Ich hakte mich kurzerhand bei ihr ein und half ihr nicht zu stolpern und Schritt zu halten – dafür schenkte sie mir dieses wunderbare Lächeln. Ist sie nicht eine wunderschöne ältere Dame? Ich verstehe gar nicht, warum man faltenlos altern will? Falten haben Würde, sie erzählen ganze Lebensgeschichten und geben Charakter. Seit der Begegnung mit ihr bin ich mir ganz sicher, nie Botox zu brauchen;) Mehr Bilder vom Colca Canyon und seinen hinreißenden Bewohnern findest Du in meinem Flickr-Album.

Der Himmel auf Erden in einem Tal bei Colchane, Chile

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Dieser Flecken Erde verkörpert für mich den Garten Eden. Schnatternde Enten im Wasser, süße Lama Babys auf der Wiese, grasende Schafe und Ziegen direkt neben dran. Als hätte Gott sie alle hierher gebracht um der Welt zu zeigen, dass es geht – das friedliche Miteinander! Noch dazu in dieser Landschaft. Eine Oase aus kleinen Weihern, saftigen Grünflächen, plätschernden Bächen, beeindruckenden Vulkanen und herrlicher Ruhe. Ja, genauso stelle ich mir das Paradies vor. Damit Du es Dir auch vorstellen kannst, schau doch mal im LINK!

Fotoparadiese gefunden?

Ich hoffe meine kleine Exkursion hat Dich inspiriert, Dein Fernweh geweckt und Dir Lust aufs Reisen gemacht. Ich freue mich über Dein Feedback zu meinen Fotos und Geschichten. Schreib mir gerne Deine Meinung – hier direkt im Kommentarfeld.

Honduras Ι Copán Ruinas & das Geheimnis der Maya-Ruinenstadt

Noch immer habe ich die Augen geschlossen und versuche zu verstehen, was dieser Ort mit mir macht. Ich atme tief, gerade so als könnte ich ich die Magie und alles Zauberhafte, was mich umgibt in mich aufsaugen. Jedes Knarzen der Riesenbäume, jeden Ruf der Aras und jeden Windstoß versuche ich bewußt wahr zu nehmen. Was ist es, was einen hier so fesselt?image-2015-09-16(25)Wir sind nach Honduras gereist und besuchen die weltberühmten Ruinen von Copán. Sie sind Zeitzeugen der weit über 1.000 Jahre alten Maya-Dynastie und Sinnbild einer untergeganenen Kultur. Direkt am Eingang begegnen wir dem heiligsten Vogel der Maya, dem Ara. Wiederangesiedelt im archäologischen Park hat er hier eine alte, neue Heimat gefunden. Und mit diesen Vögeln wirkt es fast so, als sei ein Teil der Vergangenheit zurück gekehrt und hat der versteinerten Geschichte neues Leben eingehaucht. Überall auf den Ruinen findet man ihr Abbild, in Fels gehauen und als Skulpturen an den Tempeln für alle Zeit verewigt und nun zurück. Lebendig, laut und farbenfroh.image-2015-09-16(31)Wir stehen in der Schatzkammer von Honduras, inmitten einer grünen Oase umringt von meterhohen Stelen, steinernden Pyramiden und knarzigen Riesebäumen. Nein, ich hatte keine Vorstellung was mich hier erwarten würde und noch immer weiß ich nicht, was dieser Ort mit mir macht. Es ist nicht die erste Mayastätte die ich besuche und ich habe mich auch nie besonders für die Geschichte dieses Volkes interessiert. Wohl sind sie untrennbar mit der Kultur und Historie Lateinamerikas verbunden, aber emotional bewegt hat mich das nie.image-2015-09-16(8)Doch hier ist es anders. Dieser Platz hat eine Ausstrahlung, die sich mit Worten kaum beschreiben läßt. Wieder schließe ich meine Augen, drifte ab und ertappe mich dabei mir vorzustellen wie es hier rund 200 Jahre nach Christi ausgesehen haben mag. Ich erinnere mich an die Erzählungen um das Wissen der Maya, ihr Interesse an Sternen, Kunst und Architektur. Fast lebendig werden die Bilder in meinem Kopf beflügelt durch die Mystik, die diesem Ort beiwohnt.image-2015-09-16(26)Langsam steige ich die Treppen zur Akropolis hinauf und erst jetzt erschließt sich mir das Gesamtbild der Anlage. Vor mir der Große Platz, mit Ballspielplatz und Hieroglyphentreppe. Hinter mir die zwei Plaza´s mit Altar und Palast. Und über allem thronen majestätisch diese Riesenbäume. Mit ehrwürdigem Staunen bewundere ich ihren Überlebenswillen. Auf den kargen Steinmauern haben sie jede Niesche genutzt um Wurzeln zu schlagen. image-2015-09-16(27)Inzwischen sind es sehr mächtige Wurzeln und sie geben diesem Ort die Anmutung eines Märchenwaldes. Hatte ich mir nicht genau so als Kind einen Fabelwelt vorgestellt? Müßten diese Bäume nicht gleich erwachen, mir mit ihren Ästen die Hand entgegen strecken, um mich dann in ihr Reich zu entführen? Ja, genau diese Anmutung hat es hier. Ich fühle mich als schlafwandle ich durch einen Traum, erschaffen aus der Gedankenwelt eines kleinen Mädchens. image-2015-09-16Doch dieser Platz ist real. Ich kann ihn fühlen. Die durch die Sonne erhitzen Steinmauern, die schroffe Rinde der Bäume und die raue Oberfläche der Skulpturen. Ich bin von mir selbst überrascht, wie gefesselt ich von den Tempelanlagen bin und wie sehr mich die Geschichte der Menschen, die hier einst lebten, nun interessiert. Sie waren spirituell, sie hatten Opferplätze und heilige Vögel – wußten sie mehr als wir jetzt wissen? Warum sind sie um 900 n.Chr. so plötzlich verschwunden?image-2015-09-16(16)Mein Blick schweift über die dichten Wälder, das satte Grün und diese wildwüchsige Natur und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass lange Dürreperioden die Ursache des Untergang der Maya gewesen sein sollen. Nicht in dieser Gegend des Überflußes. Zumal der Mensch ja auch von jeher weiter zieht, wenn ihn das Land nicht mehr ausreichend ernährt. An die 21.000 Einwohner können ja nicht einfach verschwinden ohne Spuren zu hinterlassen, die man verfolgen kann.image-2015-09-16(33)Oder gab es doch ganz andere Ursachen die zum Untergang dieses Imperiums geführt haben? Dinge die unspirituelle Menschen nicht begreifen können? Geheimnisse, die nur die Mayas kannten? Haben sie uns in den Hieroglyohen ihrer Steintreppe vielleicht doch noch geheime Botschaften hinterlassen, die es zu entschlüssel gilt? Noch immer arbeiten Forscher und Archäologen an der Lüftung ihrer Geheimnisse.image-2015-09-16(35)Zu gerne würde ich verstehen was auf den Steinblöcken verewigt ist, zu neugierig machen mich die riesenhaften Skulpturen ihrer Herrscher und zu interessiert bin ich an den Relikten ihrer Zeit. Sehr lebendig kann ich mir daher vorstellen, wie sich Wissenschaftler mit allergrößter Hingabe um die Lüftung der Maya-Geheimnisse bemühen, wie sie alte Inschriften vergleichen und versuchen Puzzelteil für Puzzelteil zu einem Gesamtbild zusammen zu fügen.image-2015-09-16(36)Doch plötzlich kommt mir der Gedanke, dass ich es gar nicht mehr wissen will. Was, wenn die Lösung wirklich eine ganz simple ist? Verliert dann dieser Ort seine Magie? Muß dann Vorstellung nüchterner, belegbarer Fakten weichen? Für mich, jetzt und hier und heute steht fest, dass ich keine Erklärung mehr möchte. Zu schön, zu gedankenintensiv, zu abschweifend, zu phantasievoll waren meine eigenen Überlegungen und diese gönne ich auch Jedem der sich wie ich der Magie von Copán Ruinas hingibt.image-2015-09-16(34)Wer nach dieser Geschichte doch neugierig geworden ist, welche Historie sich hinter den Mauern, Stelen und Skulpturen verbirgt und welche sagenhaften Bilder noch verborgen blieben, dem sei mein Folgeartikel im Link empfohlen!

Busfahrt des Grauens – Unterwegs in Bolivien

Ja man hat uns betrogen. Statt in schnieken Ledersitzen & einem passablen Bus sitzen wir in einer runtergekommenen Schabracke. Komfortabel und modern sah der Bus auf dem Verkaufsschild aus. Wegen der bequemen Schlafsessel haben wir ihn dann gebucht. Mit Lederbezug und Fußklappe sollten diese sein, damit wir eine erholsame Nacht haben, wenn die Fahrt schon die ganze Nacht lange dauert.

Dieses Gefährt hat rein gar nix mit dem zu tun, was uns vorgegaukelt wurde. Der Bus ist runtergerockt ohne Ende. Alles klappert, die Stoffpolster sind versifft, die Gardinen zerschlissen, die Fenster verschmiert, der Boden erzählt die Essensgeschichten ganzer Generationen von Busgästen und eine Toilette gibts natürlich auch keine und das im Überlandbus!

Bei 12h Fahrt könnte das einigermaßen Schweißperlenauf auf der Stirn & Druck auf der Blase bedeuten. Immerhin die Heizung geht, wobei 50 Grad warme Füße auch kein Wohlbehagen wecken. Und auch löblich ist, dass sich die Fenster aufschieben lassen. Von Frischluft ist aber keine Spur, dafür stinkt die Schabracke viel zu stark. Abwechselnd nach Abgasen und Kupplung oder Bremse.Bus, Bolivien

„Pfiiiiieeeeef“  macht jedes Bremsgeräusch was deutlich hörbar ist. Je nach Kurve auch schon mal Pfiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeffffffiiiiiiieeeeefff“. Ach und totes Tier rieche ich auch von draußen. Dafür kann aber die Schabracke nichts. Den Geruch kenne ich von brasilianischen Straßen. Untrüglich ist dieser widerlich süssliche Gestank, der bei mir sofortigen Würgereiz auslöst. Die Kupplung aka Bremse kommt mir nun zur Hilfe und löst den Tiergeruch ab.

Langsam glaub ich meine Socken brennen. Die Heizungshitze ist schier unerträglich. Eine Nachfrage nach Abschalten nutzt aber rein gar nichts. Das Ding heizt eh weiter. So gut kenne ich Busse in Südamerika nun schon. Die Strecke scheint derweil nur aus Bremsvorgängen zu bestehen. „Pfiiiiieeeeef“, „Pfiiiiieeeeef“, „Pfiiiiieeeeef“ am laufenden Band. Schlafen kann ich so definitiv nicht. Zwar ist es stockdunkel im Bus, so dass man nicht mal seine eigene Füsse sieht, aber dieses ständige“Pfiiiiieeeeef“ macht mich kirre.

Derweil hat der Vordermann jetzt seinen Sitz nach hinten umgelegt & liegt mir schier auf dem Schoss. Mein Aktionsradius hat sich damit um 80% verkleinert. Die Füße wissen nun auch nicht mehr wohin. Ob ich ihm den Kopf kraule damit er schläft & endlich Ruhe gibt? Besser nicht wenn man die allgemeine Hygiene im Land kennt. Ideal wäre die Position schon.

Ich fange derweil an „36 Grad und mir wird noch heißer“von 2raumwohnung zu summen. Ganz leise natürlich. Nur zu meiner eigenen Ablenkung. Beim Jacke ausziehen muss ich aufpassen, dass sich mein Sitznachbar keine fängt. Sehen kann ich ihn ja nicht. Immerhin das hat schon mal unfallfrei geklappt. Ich versuche nun noch aus den Schuhen zu kommen, aber keine Chance sich vorzubeugen & die Bändchen zu lösen.

Unterdessen meldet sich mein Magen, aber nicht weil er Hunger hat, sondern das Gegenteil ist der Fall. Er denkt an Entladung. Die Vibrationen, Schaukeleien & schauderhaften Gerüche sind einfach nicht seins. Noch könnte ich eine Tablette einnehmen um einem eventuellem Auswurf entgegen zu wirken. Aber die machen so müde und falls die Schabracke doch verunglückt möchte ich bei vollem Verstand sein & mich aus dem Wrack retten können.

Schwere Minuten der Entscheidungsfindung. Banges Wanken zwischen Übelkeit & Überlebenswillen. Noch dazu muss die Tablette mit Wasser eingenommen werden, was das Clo-Problem forciert. Doch dann bringt ein weiteres totes Tier an der Strecke die zwingend notwendige Entscheidung. Die Tablette gewinnt. Die Bedrohung durch Magenentleerung ist akuter als eine eventuelle Rettung aus einem Bus äh Schabrackenwrack.Bus, Bolivien, MasterMit Füßen & Knien schiebe ich den Rucksack nach oben, presse meinen Kopf zwischen Scheibe & Sitz des Vordermanns und weiche geschickt noch seiner Hand aus, die er über seinem Haupt abgelegt hat. Letztlich bekomme ich den Rucksack zu fassen, wühle die Tabletten hervor &  greife beherzt auch die Wasserflasche. Die Schabracke knackt derweil bedrohlich unter mir. Darüber nachdenken mag ich nicht. Zu dringlich ist der Wunsch des Magens sein Leiden zu beenden. Ich gebe ihm was er braucht. 2 Tabletten & ein knapp bemessener Schluck Wasser gehen die Kehle hinunter. Allein der Gedanke an baldige Hilfe scheint ihn ein wenig zu besänftigen. Immerhin muss ich grad mal nicht an eine Brechtüte oder die Fensteroption denken.

Nach 1.5h geht plötzlich das Licht an & der Bus stoppt. Offensichtlich eine Pinkelpause. Schön das, dies einer wörtlich nimmt und unter mir an den nebenstehenden Bus uriniert. Hätten ich die Tabletten jetzt nicht intus hätte ich mich bei ihm besonders ergiebig bedankt. Immerhin bringt diese Zwangspause auch Beinfreiheit & Abkühlung. Nach 10 min. lässt der Fahrer den Motor an und die Passagiere kehren zu ihren Plätzen zurück. Ok nicht alle. Dazu muss er erst loszuckeln. Das scheint so ein Ritual zu sein. Man steigt erst in der allerletzten Minute ein. Dann wenn der Fahrer nicht nur angerollt ist, den Motor hat mehrfach aufheulen lassen, sondern auch noch zornig „Vamos“, „Vamos“ schreit. Ach und hupen. Hupen muss er auch noch, damit der Letzte sich zum Platz zurück bequemt.

Ich frag mich derweil: „Zieh ich die Schuhe jetzt noch schnell aus? Aber dann versenke ich mir womöglich wirklich die Socken an der Heizung. Ich mache es andersrum! Socken aus, Schuhe anlassen. So geht’s. Nun rollt auch die Schabracke wieder an und es sind keine 50m gefahren, da…genau da „Pfiiiiieeeeeft“, heizt und stinkt es wieder. Wann genau setzt die volle Wirkung der Tabletten ein? Ich meine die „Scheißegal-Laune“ & tödliche Müdigkeit? Schlecht ist mir ja nun nicht mehr, da sollten auch die Nebenwirkungen einsetzen. Da braucht man sie mal und dann nix! Kann man den Pharmariesen wegen fehlender Nebenwirkungen verklagen? Immerhin sind sie fester Bestandteil von Ani-Übelkeismedikamenten. Ich nehme sie ohnehin eher als Schlafmittel auf langen Flügen anstatt zu ihrer eigentlichen Bestimmung. Lieber Gott bitte beam mich weg. Heute ist es wirklich dringlich. Weitere 10h ertrage ich das nicht. Pfiiiiieeeeef, Pfiiiiieeeeef, Pfiiiiieeeeef – dringt es weiter durch die Nacht.

Unterdessen meldet sich meine Blase. War ja klar. Kein Anzeichen von Druck während der Pause aber nun direkt nach Abfahrt. Irgendwie kann ich sie aber auch verstehen. Zu viele entsetzliche Anblicke öffentlicher Bus-Stop-Toiletten musste sie schon ertragen. Inzwischen ist der Gedanke an einen Busch schon direkt sexy und an derartige Orte zur Erleichterung war früher nicht mal im Ansatz zudenken. Eine Lady… Egal. Ich muss dieses Gefühl jetzt wegmeditieren, ausschwitzen oder durch die richtige Atemtechnik wegbekommen. Doch dazu braucht es Ruhe & Konzentration. Wo wir wieder bei Vibrationen & Klappern wären. Verdammt das verstärkt den Drang noch. Noch mal beten. Vielleicht schlaf ich ein & werde es so los? Bitte ich will doch nur schlafen, Herr im Himmel. Statt Schäfchenzählen konzentriere ich mich jetzt auf Mond & Sterne. Dabei komme ich allerdings nur auf eine Gesamtsumme von zwei. Also starte ich den Überprüfungsvorgang. Wieder nur 1 Mond & 1 Stern. Verdammig will heute gar nicht klappen?

Die Schabracke klappert derweil weiter vor sich hin, der Motor grollt, es pfeift & stinkt beim Bremsen. Ich muss mich jetzt auf Schlafen konzentrieren die Zählerei lenkt nur ab. Wieder meldet der heizungsnahe Fuss: Überhitzung. Ich dreh noch durch! Kennt ihr das Gefühl in einer misslichen Lage fest zu sitzen und verzweifelt nach einem Ausweg zu suchen. Ja? Denn genau so fühle ich mich grad. Festgezwengt im Bussitz, drückende Blase, Hitzewallungen & ein flauer Magen.  „Ich will hier raus!“- nur wenn ich das denke bleibt die Schabracke vielleicht wieder liegen. Manche Wünsche erfüllt das Universum nämilich promt!

Das hat in Peru schon mal geklappt, da kam dann eine weniger abgewrackte Schabracke mit mehr Beinfreiheit. Nur hatten wir da auch die Bodyguards des Präsidenten an Bord & das Busunternehmen war schwer bemüht. Die Lage hier ist anders. Es ist nachts, uns fehlen Promis & niemand wird nen neuen Bus schicken. Wir müssten die Nacht ohnehin in der Schabracke verbringen. Da kann sie eigentlich auch weiter rollen oder sollte ich pfiiiiieeeeefen sagen?

Oh man ich werde einfach nicht müde. Wahrscheinlich zu viel Adrenalin. Kein Wunder. Im Schein des Busses lässt sich der Straßenzustand erkennen. An der Stelle gerade muss es definitiv einen Erdrutsch gegeben haben. Kein Witz! Die Straße neben uns liegt unter einer 20 cm Schlammschicht. Ich bremse mit dem linken Fuss mit. Der rechte ist ja mit schwitzen beschäftigt. Wie zur Hölle soll man da Ruhe finden? Ich schiebe die Gardine zur Seite, um mehr Luft von außen zu bekommen. Bekanntlich macht die ja müde. Im Mondschein kann ich nun ein Flussbett direkt neben uns erkennen und glücklicher Weise auch eine Leitplanke. Das ist schon was Besonderes & ich freue mich über ein wenig Sicherheit am Wegrand.

Derweil fängt der Hintermann schwer an zu grunzen. Ich beschönige sein Schnarchen jetzt mal nicht, denn über das Level ist er weit hinaus. Ob ich Papierkügelchen in seinen Rachen werfen sollte. Mei, was Schlafentzug & eine missliche Lage doch für fiese Gedanken hervorrufen. Aber jeder Schnarchgeplagte wird mir beipflichten, dass er schon mal diese oder ähnliche bösartige Gedanken hatte, nur um dem Lärm ein Ende zu machen. Mein Stresslevel erträgt jetzt einfach keine weiteren Faktoren.

Wieder stoppt der Bus & ich starre aus dem Fenster. Eine Straßensperre! Davor hatte man uns für Bolivien schon gewarnt. Mein Blick wandert auf die Fahrerseite und ich erspähe ein Häuschen – scheint also nichts illegales sondern eine Polizeikontrolle zu sein. Ich bin erleichtert als wir wieder abrollen. Aber ich bin immer noch nicht müde. Weiterhin pippi, qualmende Füße und „Pfiiiiieeeeef“ im Ohr – so mein unsäglicher Zustand. Ich weiß nicht wohin mit den Beinen und zappel im Sekundentakt. Immerhin die Augenlider werden jetzt schwer, also ist Schlaf in Aussicht!

Eine Esel-bedingte-Vollbremsung macht diesen Fortschritt allerdings direkt wieder zu Nichte. Neuer Adrenalinschub! Der Grunzer hinter mir setzt inzwischen auch zur  dritten Arie an. Ich überlege ihm den Mund mit der Fliesjacke zu stopfen. Und auch mein rechter Fuß meldet den Ausnahmezustand an. Ich streife nun doch den Schuh ab und stelle mit allergrößtem Erstaunen fest, das sie Haut aufgequollen & runzlig ist. Geradezu als hätte ich 2 Stunden in einer heißen Badewanne gesessen. Der Busfahrer hat nen Knall uns so zu dünsten! Ok, den hätte ich vielleicht auch beim ständigen „Pfiiiiieeeeef“ & geknatter der Schabracke.

Die Müdigkeit kehrt zurück. Jetzt zur Unterstützung ein Hörbuch rein & dann träum ich sicher bald wie ein Baby. So der Plan, die Realität sieht dann so aus, dass ich zapplige Beine bekomme weil ich so sehr die Blase drückt. Eine weitere Stunde bringe ich rum bis ich es definitiv nicht länger aushalte. Ich kämpfe mich durch den stockdunklen, ruckelnden Bus zum Fahrer vor. Wild gestikulierend mache ich ihm klar, dass ich jetzt sofort dringend muss oder sterbe. An der nächsten Kurve darf ich rausspringen um mich zu erleichtern. Mitten auf der Schotterstrasse zwischen Felsen & Abgrund versteht sich und ohne Sichtschutz. Zwar ist es dunkle Nacht draußen aber im Mondschein bin ich sicherlich noch vom Bus aus erkennbar. Ich bete das alle schlafen, keiner guckt und der Fahrer auch sicher auf mich wartet. Zurück im Bus fühle ich mich endlich besser. Keine Spur mehr von Übelkeit, Druck und auch die frische Luft tut gut.

Ich beobachte wie schon die Stunden davor unsere wilde Fahrt. Buchstäblich am Abgrund hangelt sich die Schabracke bergrauf und wieder runter. Neben mir ist entweder eine Steinwand oder ein tiefes Tal. Ich rechne aus auf wieviel Umdrehungen ein Bus käme, der da hinabstürzt. Verdränge den Gedanken aber schnell wieder weil die aktuelle Schieflage der Schabracke meine volle Aufmerksamkeit braucht. Der Bus ruckelt abwechselnd vor und zurück. Steckt kurz im Sandbett des Flusses fest, welchen wir grad durchqueren und kann sich doch noch mit einem kräftigen Ruck selbst befreien.Bus, BolivienMein Sitznachbar ist durch den bedrohlichen Winkel zwischen Bus & Straße ebenso beunruhigt wie ich. Unsere fragenden Blicke treffen sich. Mit einem dumpfen Ächzen kämpft sich die Schabracke durch den lockeren Sand zurück auf die befestigte Straße & meine Erleichterung ist groß nicht aus einem umgekippten Bus krabbeln zu müssen. Weiter geht die wilde Fahrt die Serpentinen entlang. Leitplanken sind hier Fehlanzeige. Erwähnte ich das schon? Bei der Geschwindigkeit wären sie ohnehin nur Makulatur, denke ich mir und starre in die Tiefe.

Gerade schon beruhigend wirkt das abwechselnde Ächzen und Pfiiiiieeeeef inzwischen auf mich, deutet es doch an, das der Fahrer noch wach ist und ordnungsgemäß seiner Arbeit nachgeht. Froh bin ich auch, dass man entgegenkommende Fahrzeuge durch den Schein ihrer Lichter wahrnimmt. So bleibt wenigstens ein Frontalzusammenstoss relativ unwahrscheinlich. Wobei die ich die Überholmanöver auf der engen Serpentinenstraße schon für Harakiri halte. Aber mein Körper ist inzwischen so erschöpft, dass er kein Adrenalin mehr produzieren oder sich aufregen mag. Und auch der Kopf resigniert. Scheiß drauf, dann sterben wir halt in der nächsten Kurve. Immerhin kein Herzinfarkt bei der Arbeit, dann haben die Trauernden auf meiner Beerdigung wenigstens was zu erzählen. Ich finde den Gedanken tröstlich und schlafe endlich ein.

Aber nur kurz, dann stoppt der Bus erneut & die Leute stürzen sich hinaus zur Toilettenpause. Ohne Toilette versteht sich. Mitten vor einem Wohnhaus und rund um den Bus erleichtern sich die an die 40 Passagiere. Ich darf gar nicht weiter drüber nachdenken, sonst lauf ich schreiend weg! Diese Fahrt muss ein Alptraum sein. Ganz bestimmt träume ich das nur. Ich dreh den Kopf weg & zwing mich zu schlafen.

Als 2h später wieder das Licht angeht sind wir in Cochabamba angekommen. Völlig benommen taumel ich aus der Schabracke zum Terminal hinüber. Als mir plötzlich eine Ticketverkäuferin ins Ohr lärmt: Santa Cruz, Santa Cruz, Santa Cruuuuuzz. Abwechselnd dazu die Konkurrenz mit Rufen nach „Sucre, Sucre, Sucreäää“. Die zwei scheinen sich über meinen Kopf weg einen Schrei- Kamp zu leisten. Keine Hamburger Marktfrau legt eine derart agressive Verkaufsstrategie an den Tag, wie die Busticketverkäuferinnen hier. „No, Signiora.“ Wieder plärrt die Alte in mein Ohr: Santa Cruz, Santa Cruz, Santa Cruuuuuzz. Mein Trommelfell scheint hat nun definitiv Schaden genommen. „No Signiora“ presse ich wütend hinaus.

Interessiert sie aber nicht: Santa Cruz, Santa Cruz, Santa Cruuuuuzz. Jetzt bin ich sauer. Wenn die Schnalle mich noch mal so anplärrt bekommt sie eine geballert. Ich hab keinen Nerv mehr auf Diskussionen. Herrgott es ist 5 Uhr in der Früh & ich hab eine traumatische Busfahrt hinter mir. Muss man mich da noch anschreien? Und warum will sie nicht kapieren das wir grad erst angekommen sind & ganz sicher jetzt keine Busfahrt mehr brauchen? Ich trotte weiter zum Ausgang & hoffe so den Drückerinnen schnellstmöglich zu entrinnen. Mein Kopf dröhnt als ich das Terminal verlasse & erst jetzt realisiere ich: Wir haben die Busfahrt überlebt!

El Salvador? Bist du lebensmüde? Nein, nur weltoffen!

Ich erinnere mich noch sehr lebendig, es war 4 Uhr in der Nacht irgendwann im Januar 2014, als ich meinen Flug nach El Salvador buchte. Es war eine dieser Nächte in denen ich nicht schlafen konnte, mich umherwarf und letztlich doch zum Smartphone griff und auf Facebook surfte. Plötzlich tauchte da diese Meldung auf „Error Fares bei Iberia. Flüge für 350 EUR nach Lateinamerika“. Um ganz ehrlich zu sein, ich hatte keine Ahnung, was diese Region zu bieten hatte. Bisher war Zentralamerika für mich ein dunkler Fleck auf der Landkarte. Aber die Aussicht, so günstig so weit weg zu kommen, erschien mir sehr, sehr reizvoll.image-2015-08-27(8)Schnell also durchforstete ich das Netz nach Bildern, der Länder die angeboten waren, um einen Eindruck zu bekommen. Bei diesen Preisfehlern im Internet sollte man schnell sein, das wußte ich. Außerdem hatte ich noch Resturlaub den ich verbraten musste und konnte mir also ungezwungen einen Flug sichern.image-2015-08-27(9)Ok, El Salvador klingt doch spannend, die Stände sehen hübsch aus und die Terminvorgaben passen. Also, die Kreditkarte gezückt und gebucht! Mitten in der Nacht und ohne eine Ahnung, was genau mich da genau erwarten würde. Schnell noch einen Post auf Facebook hinterlassen, dass ich in 8 Wochen fliegen werde und dann, mit äußerster Zufriedenheit ein Schnäppchen gemacht zu haben, eingeschlafen.image-2015-08-27(1)Dafür das böse Erwachen dann am nächsten Morgen. Kommentare auf meiner FB Wall: „Sag mal spinnst Du? Du kannst doch nicht so einfach ohne Kenntnis nach El Salvador fliegen. Noch dazu alleine!“ oder „Wusstest du, dass das Land eine der höchsten Mordraten der Welt hat?“ Oder auch: „Du wieder! Dich kann man auch nicht alleine lassen! Informiere Dich mal beim Auswärtigen Amt über die Reisewarnungen, dann willst du da bestimmt nicht mehr hin.“image-2015-08-27(6)Mir ist schlagartig schlecht und Farbe habe ich auch keine mehr im Gesicht. Wieder starte ich Google und frage nach Sicherheit, Reisewarnungen und Gewalt in El Salvador. Prompt werde ich noch blasser. Ich hätte vielleicht nicht auf Bilder klicken sollen. Nicht schön, was man da sieht. Auch nicht, was das auswärtige Amt da von sich gibt. Es vergehen Stunden der Recherche, meine Gefühle fahren Achterbahn, meine Gedanken kreisen und in meinem Kopf dreht sich alles. image-2015-08-27(4)Inzwischen auch die ersten besorgten Anrufe meiner Facebookfreunde. Jeder will mir dieses Land ausreden. „Hast Du eine Reiserücktrittsversicherung?“ „Mach das bloß nicht“ „Ich könnte es ja verstehen, wenn Du nicht als Frau alleine reisen würdest, Hast Du denn niemanden der mit dir fliegen würde?“ NEIN, verdammt! Ich bin Single und es hat auch Niemand Bock mit mir in so ein Land zu fliegen. Mit so viel besorgten Freunden hatte ich nicht gerechnet. Ist ja wunderbar, aber führt bei mir zu Trotzreaktionen. image-2015-08-27(2)Ich bin kein kleines Kind mehr! Ich bin alleine nach Südafrika gegangen und habe dort gelebt. Das Land hat auch ein Gewaltproblem und ich bin unbeschadet zurück gekommen. Auch erinnere ich mich an das Gezeter vor meiner DomRep Reise. „Geh bloß nicht aus der Anlage! Da gibt es überall schwer bewaffnete Menschen und streunende Hunde“ Letztlich war ich nur außerhalb der Pauschalurlaubermauern aka der Hotelanlage und es war sehr, sehr toll! Also beschließe ich, auch nach El Salvador zu fliegen. Ich habe Afrika überlebt, dann schaff ich auch das. Ich werde mich gut vorbereiten, achtsam sein und mich an die Regeln halten.image-2015-08-27(5)Und das habe ich auch und nicht nur das! Ich habe ein ganz anderes El Salvador kennenlernen dürfen, als das was mir an Horrorgeschichten im Netz begegnet ist. Ich bin allerorts mir offenen Armen empfangen worden, habe neue Freund gefunden und so viel an Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft erfahren dürfen, wie noch in keinem Land davor. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft haben meine Reise ganz speziell gemacht und mir gezeigt, dass Statistiken nicht unbedingt etwas mit dem Leben und dem Alltag der Menschen in einem Land zu tuen haben.

#info

Speziell für Latainamerika läßt sich sagen, dass sich Kriminalität oft im Drogenmileu oder in Bandenkriegen finden lässt, mit denen der einfache Reisende eigentlich nie in Kontakt kommt. 

Wer also eine Reise in ein Land plant, der sollte sich ganz genau informieren und hier meine ich nicht nur die Seiten des auswärtigen Amtes, die geben zwar einen Einblick, wo die Probleme liegen, aber in keinem Fall zeigen sie auf, in wieweit mal als Reisender betroffen ist.

Meine Erfahrung zeigt, dass Reiseblogs die beste Möglichkeit sind, zu erfahren, wie es in einem Land wirklich aussieht. Dort bist du sehr schnell informiert, ob man sich sicher und wohl fühlen kann. Außerdem es gibt einen direkten Kontakt, bei dem Du nachfragen kannst, wenn Du dennoch unsicher bist. Meine Entscheidungen in ein Land zu reisen oder es zu meiden, hängen inzwischen nicht mehr an Preisschnäppchen, sondern an genau diesen Informationen. Wenn Einheimische oder Backpacker ganz klar sagen, dass es zu gefährlich ist, dann halte ich mich daran und reise nicht. Mit diesem Weg fahre ich sehr gut und bisher immer auch sehr sicher.

Tagestour in die Salar de Uyuni – Das solltest du wissen!

Die Salar de Uyuni ist die wohl das bekannteste Ausflugsziel in Bolivien, um einen Ausflug auch genießen zu können, habe ich ein paar Tipps für dich.

Die meisten Touristen buchen einen Mehrtagestour und das ist sicherlich auch empfehlenswert, wer weniger Zeit hat, der sollte gut überdenken worauf er den Schwerpunkt bei seiner Tagestour legt und was er ausgeben will.
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Hier unser Beispiel und das Fazit daraus:

Für unseren ersten Ausflug in die Salar haben wir uns vorab via LonelyPlanet und Tripadvisor gründlich über die verschiedenen Touranbieter informiert. Das würde ich übrigens auch jedem empfehlen, der die Salar für ein paar Tage erkundet. Die Unterschiede sind enorm – bei der Fahrzeugflotte, der Tour selbst, der Verpflegung und Unterkunftsart.

Wir hatten uns für den auf Tripadvisor am besten bewerteten Anbieter entschieden und trotzdem würde ich dies für eine Tagestour nicht empfehlen und ich sage dir auch warum.

Unsere Tour startete pünktlich um 11 Uhr und führte zunächst zum Cementry of the trains. Einem Zugfriedhof nur 2 km hinter den Toren der Stadt. Allerdings scheinen alle geführten Ausflüge zunächst dahin zu führen. Uns erwartete eine Fahrzeugkolonne von über 60 – 80 Autos. Sprich es turnten zwischen 350 – 500 Touristen auf 2 Zügen rum und hatte mehr die Anmutung eines Affenzirkus anstatt eines lohnenden Fotoziels.
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Nach ungefähr 30 min sollte es weitergehen. Zunächst hatte aber unser Fahrzeug einen Defekt und musste im Ort getauscht werden.

Auf der Hauptstraße ging es in Richtung Salar. Wie wir im Nachgang erfahren haben, ist die Strecke gut mit 100 km/h zu befahren. Unser Anbieter und ein paar Andere auch, schlich allerdings um Zeit zu schinden mit 50km/h die gut ausgebaute Teerstraße entlang. Die 20 km bis nach Colchani zogen sich also wie Kaugummi.

Am Eingang durften wir auf das Dach des Fahrzeuges klettern und die Fahrt von da aus genießen, was wirklich sehr schön und lohnenswert war.

Wir steuerten das Dakar-Monument an und hatten da die Chance auf Fotos. Wieder turnten zig Touristen hier rum und es war schwer hier schöne Fotos zu machen ohne Fremden Menschen auf den Bildern.
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Weiter ging es zum Salzhotel. Hier gibt es eine sehr fotogene Ansammlung von Fahnen aus der ganzen Welt, um sie abzulichten brauchte man auch wieder viel Geduld um nicht Touristenmassen auf dem Foto zu haben. Leider hat man diese Zeit nicht oft, da im Hotel das Essen für die Gruppen gereicht wird.

Für eine Tagestour kann man auf so etwas aber gut verzichten und sich selbst ein Sandwich einpacken und so bares Geld sparen. Nach der „erzwungenen“ Mittagspause haben wir versucht ein paar Fotos zu schießen. Gerade so wie man sie kennt – mit Motiven die mit der Perspektive spielen. Leider kam unser Touranbieter sehr schnell und drängte zum Aufbruch. Oder andere Anbieter fuhren bewusst in die Bilder obwohl man um Rücksicht bat.

Nach dem Zwischenstopp fuhren wir also tiefer in die Salar. Hier hatten wir jetzt etwas Zeit für Aufnahmen. Auch unser Guide versuchte sich in Gruppenbildern. Allerdings hatte er davon leider so gar keine Ahnung. Kein einziges Sprungbild gelang ihm, sehr zur Enttäuschung der Reisenden. Wieder fehlte uns die Zeit um uns fotografisch auszutoben. Und sind wir mal ehrlich, man fährt in die Salar um coole Fotos zu machen, die mit dieser einzigartigen Landschaft spielen.
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Zurück ging es wiederum auf dem Dach und zu einer Salzfabrik. Diese entpuppte sich als Hinterhofproduktionssätte. In 5 min waren wir da durch. Uns wurde kurz der Trocknungsprozess erklärt, ein Tütchen mit Salz wurde abgepackt, wir konnten fotografieren und Salz kaufen. Ein völlig sinnfreier Programmpunkt. Sicherlich ist es interessant den Vorgang der Salzgewinnung zu erleben, aber sicherlich nicht auf diese Weise.

Wieder tuckerten wir im Schneckentempo zurück nach Uyuni. Mehr als 1.5 h zu früh kamen wir ins Uyuni an. Rechnet man noch den Fahrzeugwechsel dazu fehlten fast 2h auf der Tour die immerhin 80 Dollar pro Person kostete.

Wir sprachen den Touranbieter darauf an, dass wir im Grunde um 20% der Tour betrogen wurden, was ihm sichtlich peinlich war, aber jetzt nichts mehr änderte.
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Da wir weder auf dem Friedhof der Züge noch in der Salar zu den gewünschten Fotos gekommen sind, haben wir kurzerhand unseren Aufenthalt in Uyuni um einen Tag verlängert. Allerdings haben wir uns für den kommenden Tag keinen Touranbieter mehr genommen sondern einen zuverlässigen Taxifahrer.

Dieser hat uns um 8 Uhr zu dem Zugfriedhof gebracht und diesmal waren hier keine Touristenmassen sondern genug Freiraum sich fotografisch auszutoben. Anschließend hat er uns zum Eingang der Salar gefahren und wie vereinbart nach 4h hier wieder abgeholt. Für seinen Aufwand haben wir 40 Dollar bezahlt anstatt wie am Tag zuvor 160 Dollar.

Die Salar kann man gut und gerne selbst bewandern und erkunden. Und so sind wir auf eigene Faust losmarschiert, hatten ausreichend Zeit für kreative Fotos und keinerlei Störeffekte durch Touristenmassen.
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FAZIT:

Wer Uyuni, den Zugfriedhof, die Salzfabrik und die Salar für einen Tag besuchen möchte, der sollte sich gut überlegen ob er wirklich einen teuren Touranbieter braucht. Überlegt euch vorab, was ihr von eurem Besuch in Uyuni bzw der Salar erwartet. Wollt ihr den Zugfriedhof sehen, interessiert euch die Salzherstellung oder wollt ihr nur kreative Fotos im Salzsee?

Fotos in der Salar de Uyuni:

Wenn es euch „nur“ darum geht schöne Bilder zu machen, dann sucht euch einen vertrauensvollen und zuverlässigen Taxifahrer. Achtung, dieser fährt nur bis zum Eingang der Salar! Mehr ist ihm nicht erlaubt bzw. greift das Salz stark die Fahrzeuge an und so machen das nur Touranbieter.

Wir haben auch Personen-Busse in die Salar fahren sehen, ob es sich dabei um reguläre Touren handelte und von wo diese gebucht werden können, kann ich leider nicht sagen.

Vereinbart einen Festpreis und teilt euch die Kosten. Ein Taxi kostet zwischen 30-40 Dollar. Bei 4 Personen kommt man so schnell auf einen Einzel-Preis von 10 Dollar statt 80 Dollar bei einem Touranbieter. Telefonnetz gibt es in der Salar eher nicht, dh legt eine Abholung vorher fest. Überlegt euch wie lange ihr für den Spaziergang und die Fotos brauchen werdet. Ich empfehle 4 Stunden für den Aufenthalt (bei ausreichend Sonnenschutz, Wasser und Verpflegung)

Friedhof der Züge:

Besucht den Friedhof der Züge auf eigene Faust. Entweder in den Morgenstunden oder noch besser, zum Sonnenuntergang, wenn die rostigen Züge in wunderbar warmes Licht getaucht sind. Vermeidet es unbedingt um 11 Uhr dort zu sein. Von der Ortsmitte aus sind es 2 km zu Fuß oder man nimmt sich ein Taxi. Eintritt wird keiner verlangt.

Salzherstellung:

Auch den Besuch der „Salzfabrik“ kann selbstorganisiert werden. Einfach in Colchani nachfragen und Preis aushandeln. Eventuell reicht auch der Einkauf von Salz und kompensiert die kleine Führung. Ich persönlich würde mir hier die Zeit aber sparen und versuchen rund um San Pedro de Atacama eine richtige Salzfabrik zu besuchen.
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WICHTIG:

Wer die Salar de Uyuni in der Regenzeit zwischen Januar und März besucht, der sollte wissen, dass diese dann je nach Regen geflutet ist. In dieser Zeit hat sie einen besonders schönen Effekt an Spiegelung von Wasser über der Salzschicht. Die Anbieter fahren je nach Wasserstand dann nicht sehr tief in die Salar und bewegen sich nur am Rand. Zu Fuß ist das Wasser nie tiefer als bis zum Knie und das auch nur am „abgefahrenen“ Eingang zur Salar. Hier ist es dann grad morgens noch etwas kühl, aber wer die ersten 50-80 m durchschritten hat, kommt in wärmere Gefilde und hier ist die Wasserschicht meist auch nur zwischen 2-5cm tief.

Tipps für atemberaubende Fotos in der Salar de Uyuni findest du im LINK.

Insider-Tipps für Samaipata in Bolivien

Alle Infos wie man nach Sameipata kommt, wo man Geldautomaten findet, welche Touranbieter sich lohnen und wo das Essen schmeckt findest du hier:

TRANSPORT NACH UND VON SAMAIPATA:

Von Santa Cruz im Sammeltaxi. Abfahrtsstelle an der Ausfallstrasse (calle Arumá, in Nähe des Monumento al Chiriguano) in Samaipata kommt man am Hauptplatz (22) an oder an der wichtigsten Kreuzung an der Hauptstrasse (23); von hier fahren jeweils die Sammeltaxis zurück nach Santa Cruz. Busse von Sucre kommen zwischen 3:00 und 6:00 Uhr morgens an der Kreuzung an der Hauptstrasse (23) in Samaipata an. Busse nach Sucre fahren ab 20:00 vom RESTAURANTE EL NUEVO TURISTA (24) ab. Tickets müssen Vormittags in diesem Restaurant, oder in einem Büro in der calle Campero (25) erstanden werden. Busse nach Cochabamba fahren vom Nachbarort Mairana (17 Km) jeden Nachmittag um 15:00 Uhr ab und kommen um 3:00 Uhr an (Bs 50,-). Die Fahrgäste dürfen bis 6:00 an Bord bleiben. Nach Mairana kommt man im Sammeltaxi, das von der Hauptkreuzung (23) abfährt (Bs 7,-).

Nach Vallegrande (Che Guevara Route) kommt man ebenfalls mit Sammeltaxis oder kleineren Bussen von der Hauptkreuzung aus. Von dort in Sammeltaxis oder Kleinbussen weiter nach Pucara und La Higuera. Es gibt einen Nachtbus, der über Vallegrande und Pucara, an La Higuera vorbei (10 Km) nach Sucre fährt (über Villa Serrano).

Die Fahrten nach Sucre sind ziemlich holperig, aber nicht aussergewöhnlich gefährlich.

Transport im Ort mit einigen wenigen Taxis oder mit den reichlich vorhandenen Motorradtaxis.

Unterkünfte:

Samaipata ist ein hervorragend auf Touristen eingestellter Ort und man findet eine Menge Unterkünfte, auch wenn diese meistens auf keiner der bekannten Buchungsseiten vertreten sind. Von Backpacker (Los Adventureos zB.) über B&B (La Pausada) bis Hotel findet hier jeder sein Plätzchen und man braucht auch nicht unbedingt im Voraus zu buchen. Der Ort ist beschaulich und man kommt immer irgendwo unter.

ATMs UND GELD TAUSCHEN:

In Samaipata gibt es eine ATM im BANCO UNION (2). Geld kann auch direkt mit Kreditkarte in der COOPERATIVA LA MERCED (3) abgehoben werden (5% Kommission). In beiden Institutionen kann auch Geld getauscht werden (USD) und im Fernseh Kanal Vallevision (calle Warnes) (4) werden auch Euros getauscht.

ESSEN UND TRINKEN:

Obwohl Samaipata nur ca. 2000 Einwohner hat, verfügt es über einige gute Restaurants, Bars und Kaffees. Hier eine Auswahl:

  • LA LUNA VERDE (5), Restaurant und Bar des Hotels LA POSADA DEL SOL; interessantes Essen (Tex-Mex, Fusion Tex-Mex-Bolivianisch), gute Cocktails, happy hour von 17:00 bis 19:00; 100m von LA entfernt, obere Preisklasse (+)
  • DESCANSO EN LA ALTURA (9), Pizzeria, sehr gute Pizza argentinischer Tradition, gutes Schweinefilet, 150 m von LA entfernt (+)
  • MIA PASTA (6), italienische Speisen und auch Fleischgerichte, nicht zu grosse Portionen, feine Athmosphäre, nicht zu teuer (++)
  • ARTELIER (7) Kunstkaffee, guter Kaffee, feine Athmosphäre, obere Preisklasse (+)
  • CAFE LATINA (8), gediegenes älteres Restaurant, z.T. interessantes Essen (z.B. Rinderfilet an Cocablättern) (+)
  • 1900 (10), direkt an der Plaza, z.T. französische Küche, gute Crepes (+)
  • LA CHANKANA (11), kleines, immer besser werdendes Restaurant, gehört einem Holländer, der auch in Cuzco eine Lokal betreibt (+)
  • LA COCINA (12), qualitativ hochwertiges Fastfood, von einem Türken betrieben, spezielles Angebot (z.B. Hamburger mit Roquefort Käse), tolle Pommes (mit Schaale) (++)
  • TIERRA LIBRE (13), von Spaniern betriebenes Restaurant, gute Küche, nicht zu teuer (+)
  • LA BOHEME (14) EIN MUSS FÜR JEDEN REISENDEN, hier treffen sich Alle, die reisen oder in Samaipata leben, super Ambiente, gute Cocktails, 18 verschiedene Biersorten,Shishas, man kann sich Essen von LA COCINA bestellen, happy hour von 17:00 bis 19:00 Uhr (++)
  • El MEXICANO (15), sehr gutes mexikanisches Essen, kleiner Laden

Sameipata, Bolivien

SEHENSWÜRDIGKEITEN:
  • EL FUERTE, Samaipatas wichtigste Attraktion, 10 Km ausserhalb der Stadt, in der Höhe gelegen, riesiger behauener Felsen mit darum herum gelegener Siedlung, es ist nicht klar worum es sich handelt; interessante Theorien von von Däniken, d´Orbigny und T.Haenke; Eintrittsticket ist gültig für Besuch des Museums (16) im Ort; Fahrt nur mit Taxi (Bs 100,- one way, return Bs 150,-) LA bietet Sonderpreis an (Bs 50,- one way, return Bs 100,-); viele lassen sich hochfahren und gehen zurück; ganz harte Naturen gehen beide Strecken; Eintritt Bs 50,-
  • PARQUE AMBORO, einer von Boliviens grösseren Naturparks, nur mit Tour Veranstalter zu erkunden, Touren von 6 h bis 11 Tagen, sehr zu empfehlen: Tour in den Wald der Riesenfarne (6 h, 200,- – 300,- Bs/Mann, Preis abhängig von der Zahl der Teilnehmer)
TOUR VERANSTALTER:

Befinden sich alle in der calle Bolivar, zu empfehlen: JUCUMARI TOURS (bolivianisch-schweizerische Firma) (18), aber auch andere wie ROAD RUNNERS, AMBORO TOURS etc.; Preise und Angebot vergleichen!

  • ZOOLOGICO REFUGIO (19), von einer Gruppe Freiwilliger betreuter kleiner Zoo und Auffangstation für illegal in Gefangenschaft gehaltene Wildtiere, 2,5 Km von LA entfernt, bequem zu Fuss zu erreichen
  • CUEVA, 20 Km vor Samaipata in Richtung Santa Cruz gelegen, natürliche Pools mit Wasserfall, Fahrt im Taxi hin-und zurück Bs 100,-
Wäschewaschen:

Es gibt einen Waschsalon im Ort, der auch innerhalb eines Tages wäscht. Am LaBoheme die Straße hinauf für etwa 3 Blogs. 10 Bolivianos per Kilo

EINKAUFEN:

Tante-Emma-Laden genau neben dem Hostel (20), hat fast alles ausser Brot; Comercial Alba an der Plaza (21); Supermarkt La Estrellita an der Hauptkreuzung (23)

Notfallnummern:

Krankenhaus 26 Polizei 27

Sameita_karte

+ = gut, ++ = empfehlenswert

Alle aufgeführten Plätze, Läden etc (x) sind in der Karte mit Nummern verzeichnet

Busfahren in Brasilien – Das solltest du beachten!

Um ein Urlaubsziel auf ganz besondere Weise zu entdecken, bewegen sich Reisende gerne mit dem Bus durch ein Land. Hervorragend funktioniert das in Brasilien, wenn man ein paar Dinge beachtet. Welche das sind erfährst du hier:

Gerade in Lateinamerikanischen Ländern ist das Busnetz sehr gut ausgebaut, da die Bevölkerung auf diese Art des Transportwesens angewiesen ist. So macht es dir auch Brasilien einfach, dich auf diese Weise fortzubewegen.

NAHVERKEHR

Lokale Busse sind oft sehr preiswert und decken die meisten Strecken ab. Das Fahrtziel ist mit einem Schild an der Scheibe angeschrieben. Busse halten auf ein Handzeichen. Einstieg & Bezahlung ist vorne beim Fahrer und Ausstieg in der Regel hinten. Mit Kleingeld für den Ticketkauf ist man wie überall gut beraten. Nach 23 Uhr und zu Stoßzeiten sollte man vielleicht besser nicht mit dem Bus fahren.

FERNVERKEHR

BUSBAHNHOF

Busbahnhöfe befinden sich oft etwas am Rande der Städte, da sich die Unternehmen dann nicht durch den Verkehr der Ortschaften quälen müssen und so schneller ankommen. Man wählt also einen Zubringerbus oder ein Taxi, um zu dem Fernbushaltestellen zu gelangen.

Die Busbahnhöfe sind in den meisten Orten geradezu ein Personendrehkreuz und entsprechend gut ausgestattet. Hier findet man Sanitäreanlagen (gegen Bezahlung), kleine Shops mit Essen und Getränken, hin und wieder Geldautomaten und eine Gepäckaufbewahrungsstelle und natürlich die verschiedenen Busanbieter-Shops. In der Regel findet man auch immer ein Taxi oder Moped-Taxi hier zur Weiterfahrt in die Unterkunft.

REISETAG

In ganz Südamerika ist man gut beraten nicht sonntags zu reisen, da an diesem Tag nur sehr eingeschränkt Busse fahren oder manchmal gar nicht. Selbst samstags ist es in manchen Regionen schwierig gute Busverbindungen zu bekommen. Mit Reisetagen von Montag bis Freitag ist man in der Regel am Besten beraten.

BUSUNTERNEHMEN & TICKETKAUF

Busunternehmen gibt es jede Menge, sie unterscheiden sich im Preis und Komfort. Das Ticket kauft man nicht beim Fahrer sondern vorab beim Fahrer. Man ist gut beraten nicht gleich am ersten Schalter sein Ticket zu kaufen sondern zu vergleichen.

Es gibt von der Holzklasse bis zu Luxuslinern verschiedenste Angebote und Preise. Es gilt also abzuwägen, welcher Komfort & Preis zu einem passt. Manche Busse bieten sogar Verpflegung unterwegs. Entsprechend höher ist dann auch auch der Preis.

Sein Ticket sollte man am Besten einen Tag vorher kaufen, dann weiß man auch, wann die Busse fahren und spart sich stundenlanges warten am Busbahnhof. Zum Ticketkauf muss man sich ausweisen und oft auch beim Einstieg.

Ticketpreise entsprechen nicht immer dem was in den Reiseführern angegeben ist. Auf allzu günstige Preise sollte man sich also nicht verlassen. Tickets können bar und oft auch mit Karte bezahlt werden. Geht aber eher von einer Barzahlung aus, da die Zahlungsgeräte nicht immer funktionieren bzw. das Internet an dem sie hängen.

Hin und wieder werden Busse mit einer bestimmten Uhrzeit zB. 23 Uhr ausgeschrieben. Man erfährt aber erst um 13 Uhr, ob dieser Bus auch wirklich fährt.

NACHTBUSSE

Nachtbusse sind kein Problem in Brasilien. Sie haben oft einen guten Komfort, man spart sich die Unterkunft und verpasst nicht den ganzen Tag im Bus. Oft haben die Busse eine Fußauflage, so dass sich der Bus fast zu einem Bett ausbauen lässt. Die Luxusvarianten haben regelrechte Schlafkabinen. Lass dich hier gut beraten und entscheide,wie viel Komfort dir eine erholsame Nacht wert ist. Denk an Ohrstöpsel und ggf. deinen Schlafsack als Decke.

GEPÄCK

Das Gepäck wird bis auf das Handgepäck aufgegeben und in den Gepäckfächern an den Seiten des Busses verstaut. Hierzu reiht man sich in die Schlange ein und zeigt sein Ticket auf Verlangen vor. Das Gepäck wird eindeutig gekennzeichnet und erhält einen Aufkleber mit Nummer. Man selbst bekommt einen Zettel oder ebenso einen Aufkleber auf das Busticket, welches man gut aufbewahren sollte, damit man sein Gepäck beim Aussteigen auch unkompliziert wieder bekommt.

SITZPLATZ

Der Sitzplatz ist auf dem Ticket angegeben. Hier empfiehlt es sich, nicht direkt neben der Toilette seinen Platz zu wählen. Erstens riecht es nicht so gut und zweitens wird man häufig von den „Besuchern“ gestört. Also lieber etwas weiter weg. Selbst wenn im Bus freie Plätze sind, bleibt man auf seinem gebuchten Platz sitzen, da auch weitere Zustiege mit Sitzplatznummer gebucht werden.

KLIMAANLAGE

Die Busse sind in der Regel klimatisiert. Was aber häufig heißt, dass man auf Tiefkühlkostniveau runter gekühlt wird. 16 Grad sind keine Seltenheit. Es empfiehlt sich bei der Kleidung ein Zwiebelprinzip bzw. den Schlafsack oder ein Handtuch als Decke bzw. als Kälteschutz mit in den Bus zu nehmen.

WLAN & ENTERTAINMENT

Es wird gerne mit WLAN geworben, meine Erfahrung war, dass es nie funktioniert hat. Oft wird auch ein TV Programm angeboten, damit hatte man schon eher Glück als Bordentertainment. Es empfiehlt sich für die eigene Unterhaltung vorzusorgen und ggf. Ohrstöpsel dabei zu haben, wenn man seine Ruhe haben will.

VERPFLEGUNG

Im Bus selbst gibt es in der Regel keine Verpflegung außer in besagten Luxuslinern. Man darf sich Getränke und Essen mit in den Bus nehmen. Auch wird in der Regel nicht extra gehalten für Restaurantbesuche.

SANITÄRE EINRICHTUNG

Die Überlandbusse haben in der Regel eine Toilette im Bus die meiner Erfahrung nach gepflegt aussahen. Toilettenpapier sollte man für den Notfall noch im Handgepäck bereit halten.

SICHERHEIT

Es gilt als sicher in den Bussen zu reisen und auch die Busbahnhöfe habe ich als sicher empfunden. Natürlich gilt es wie überall auf der Welt hier besonders auf seine Sachen zu achten.

GRENZVERKEHR

Nimm die Grenzkontrollen ernst! Manche Grenzorte dürfen zum Shoppen oder als Tagesbesucher ohne Visum (Stempel im Pass) und Formalitäten besucht werden. Wer weiterreist braucht in jedem Fall den Stempel und das für Brasilien übliche Papier. Busse die die Grenze überqueren halten nicht immer dort oder warten auf deine Abfertigung! Hier ist es an dir, dir vorab den Stempel zu besorgen. Erkundige dich also beim Busunternehmen wie der Grenzverkehr geregelt ist. Zwischen Uruguay & Brasilien im Grenzort Chuy liegt die Grenzkontrolle gute 3 km außerhalb des Ortes und das obwohl die Grenze an der Hauptstraße im Ort liegt. Je nachdem wie du ein bzw ausreist musst du dich auf den Weg dahin machen.

FAZIT:

Busfahren in Brasilien klappt prima, wenn man die Gepflogenheiten kennt. Für längere Strecken empfehle ich dennoch Inlandsflüge. Siehe hierzu mein Artikel im LINK.

 

 

Fliegen in Brasilien – Das solltest du beachten!

Brasilien hat die Größe mancher Kontinente. Wer weite Strecken im Land zurück legen will, sollte statt dem Bus aufs Flugzeug umsteigen. Welche Airlines empfehlenswert sind und was besonders zu beachten ist, verrate ich hier:

FLUG-PREISE

Die Preise für Inlandsflüge sind in der Regel sehr günstig. Im Schnitt würde ich sagen zwischen 80-120 EUR wenn man nicht zu kurzfristig bucht. So gelangt man zum Beispiel schnell und günstig von den Iguazu Wasserfällen ins Regenwaldgebiet um Manaus. Eine Strecke die mit dem Bus zwar machbar ist, aber sicherlich wenig sinnvoll.IMG_6346

AIRLINES

Die wichtigsten Airlines in Brasilien sind sicherlich GOL, AZUL und TAM. Aber natürlich gibt es auch noch andere Fluglinien die genutzt werden können:

Avianca www.avianca.com
AZUL www.voeazul.com.br
GOL www.voegol.com.br
TAM www.tam.com.br
Trip www.voetrip.com.br
Webjet www.webjet.com.br

Flugbuchung

Airlines wie TAM. AZUL oder GOL fliegen die meisten brasilianischen Flughäfen an. In der Regel auch mehrmals täglich. Wer direkt bei diesen Airlines bucht, fliegt meistens günstiger als wenn Flugbuchportale benutzt werden. Die Websiten der Airlines gibt es häufig auch  in englisch, ganz optimal ist das aber noch nicht, so dass man immer wieder mit der Muttersprache „porutugiesisch“ konfrontiert wird. Mit Übersetzungsprogrammen kommt man hier aber gut ans Ziel. Kreditkartenzahlung hat bei mir immer reibungslos funktioniert. Sollte dies nicht der Fall sein geht man in ein Reisebüro.IMG_6341

ZWISCHENLANDUNGEN

Je nachdem wie exotisch das Flugziel ist, muss damit gerechnet werden, dass man Umwege aka Zwischenlandungen in Kauf nehmen muss. Für eine Strecke die im Grunde 3h Flugzeit entfernt ist, wird man über größere Drehkreuze geleitet und so kann es auch gut sein, dass man 17h unterwegs ist. IMG_6366

SICHERHEITSKONTROLLE

Sicherheitskontrollen sind im Ausland oft etwas lascher als in Europa. So habe ich es auch in Brasilien gerade bei Inlandsflügen empfunden. So musste ich das Laptop nicht extra auspacken und eine kleine Flasche Wasser im Handgepäck wurde auch nicht moniert. Verlassen würde ich mich darauf aber nicht.

VERPFLEGUNG IM FLUGZEUG & KOMFORT

TAM ist die wohl beste Airline in Brasilien fliegt aber in der Regel nur die großen Flughäfen im Land an. AZUL bietet etwas mehr Zusatzleistungen als GOL. Zum Beispiel bekommt man den Kaffee gratis und nicht nur Öko-Kekse und Wasser wie bei GOL. Großartige Preisunterschiede gibt es dennoch nicht. Hier sollte man genau abwägen, wie Flugzeiten, Preis und Verpflegung den eigenen Vorstellungen entsprechen.

KLIMAANLAGE

Die Flugzeuge sind klimatisiert. Der Südamerikaner mag es in der Regel eher frisch und deshalb wird oft stark runter gekühlt. Decken gibt es in der Regel keine im Flieger, daher sollte man sich entsprechend kleiden oder eine Decke dabei haben.

FLUGHÄFEN

FLUGSTEIG-WECHSEL

GANZ WICHTIG beim Fliegen in Brasilien ist, dass sich die Flugsteige gerade auf den großen Flughäfen wie Sao Paulo, Belem, Belo Horizonte oder Brasilia häufig kurzfristig ändern oder oft gar nicht mehr ausgeschrieben sind. Besonders wenn es zu Verspätungen der Flüge kommt, solltest du besonders ein Auge auf die sich wechselnden Anzeigen haben und ggf. beim Flughafenpersonal nachfragen. Englischsprachige Durchsagen sind eher die Seltenheit. Man sollte also etwas auf Zack sein und sich nicht drauf verlassen, dass alles so gut durchorganisiert ist, wie in Deutschland.IMG_6350

SPRACH-BARRIERE

Trotzdem es sich um internationalen Flughäfen handelt, wirst du eher selten jemanden finden, der englisch spricht und dir bei Fragen weiterhelfen kann. Das gilt selbst für Stewardessen oder Mitarbeiter des Service-Telefons. Dieses ist zwar in englisch angeschrieben, uns ist es aber schon mehrfach passiert, dass aufgehängt wurde, weil man nur in portugiesisch kommunizieren wollte. In Brasilia gibt es extra einen Schalter für international Fliegende und bei Problemen sollte man sich dahin wenden. Oft hilft es andere Reisende (in der Hauptsache Businessleute oder Studenten) anzusprechen, da hier die Chancen gut stehen, dass sie als Übersetzer fungieren können.

WLAN

Wlan funktioniert meiner Erfahrung nach ganz gut auf den Flughäfen in Brasilien. Nicht unbedingt in der Schalterhalle, aber in der Regel in den Wartehallen.

VERPFLEGUNG IM FLUGHAFEN

Meiner Erfahrung nach ist die Verpflegung, gerade auf den kleineren Flughäfen, in den Schalterhallen oft besser als in den Wartehallen. Da gibt es oft nur 1-2 Verkaufsstände mit immer den gleichen „Backwaren“. Wer viel Umsteigezeit hat, sollte die Wartehalle verlassen und sich in den Schalterhallen nach etwas mehr Angeboten umschauen und danach wieder durch die Sicherheitskontrolle zurück zum Abflugsteig kehren.

FAZIT:

Wer weiß, wo er welchen Flug günstig und mit guten Service bekommt, der wird sich leicht tun sich in Brasilien per Flugzeug zu bewegen. Wer noch dazu die Hinweise für die Flughäfen beachtet, der wird auch drumherum ein positives Erlebnis haben.

 

 

 

Unterkunftsreview Montevideo „Chez Mario et Solange“ B&B

Mein Unterkunfshighlight in Montevideo ist das „Chez Mario et Solange“ Bed & Breakfast. Neben angenehmen Räumlichkeiten hat das B&B so einiges zu bieten, was andere Unterkünfte in der Stadt nicht bieten. Wie ich das „Chez Mario et Solange“ gefunden habe, warum es mich überzeugt hat und ich es gerne hier vorstelle und empfehle liest du hier:

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Seit dem 31.12.2014 ist das „Chez Mario et Solange“ Bed & Breakfast von Solange and Julian geöffnet. Davor haben sie es in in 2 jähriger selbstständiger Bauphase zur Unterkunft ausgebaut. Entsprechend viel Liebe zum Detail steckt auch in den Räumlichkeiten. Das junge Paar hat mit viel Kreativität und Kraft einen Unterkunft geschaffen die es leicht macht zu verweilen.

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Lage

Die Unterkunft liegt Downtown und unweit des Casco Viejo der Altstadt Montevideos entfernt. Man kann die Strecke bis zum Hafen in schätzungsweise 20-30 Minuten zu Fuß erreichen. Busse fahren in den Hauptstraßen und nur wenige Gehminuten von der Unterkunft entfernt ab. Vom zentralen Busbahnhof sind es damit ungefähr 10 Minuten bis zum B&B.

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Sprache

Solange stammt aus Montevideo und spricht neben ihrer Muttersprache hervorragendes Englisch. Ihr Lebensgefährte Julian ist Franzose und spricht wiederum neben seiner Muttersprache noch ein gutes Spanisch sowie Englisch. Letzteres nicht ganz so flüssig wie seine Partnerin, aber zur Kommunikation völlig ausreichend. Die Beiden decken damit also Spanisch, Französisch und Englisch in ihrer Unterkunft ab, was es Gästen leicht macht bei Fragestellungen.

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Buchung

Gefunden habe ich „Chez Mario et Solange“ Bed & Breakfast über booking.com gefunden. Sie sind aber auch via airbnb, Tripadvisor oder direkt über ihre Website zu finden.

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Ausstattung

Das B&B liegt bietet 5 Räume  für 9  Gäste, 2 Bäder, Küche, Gemeinschaftsraum und eine Dachteressa mit Blick auf die Stadt. Die Zimmer sind alle anders eingerichtet. Alle jedoch mit Paletten-Betten und vielen interessanten Gesetaltungsideen.

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Frühstück

Wie in einem Bed & Breakfast üblich gibt es ein Frühstück. Dazu gehört bei den Beiden neben Baguettes und Croissants auch Café, Tee und frischer Saft, Brotaufstriche, Käse und das für Uruguay typische Dulche de leche.

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Selbstverpflegung

Wer kochen möchte hat dazu in der angeschlossenen Kücheneinheit die Möglichkeit. Ein Supermarkt ist in unmittelbarer Umgebung. Wer Canabis Brownies und Hanfbier probieren möchte, kann dieses in der Unterkunft kaufen.

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Sicherheit

Die Unterkunft liegt in einer bügerlichen Gegend. Ich war als Frau alleine auch nachts unterwegs und habe mich nicht unsicher gefühlt.

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Nachtruhe

Da die Wohnung in einer kleinen Seitenstraße liegt, bekommt man auch vom Verkehr der Hauptverkehrsadern nichts mit und findet nachts Ruhe.  Dem Palettenbett gegenüber war ich zunächst etwas skeptisch, da ich was guten Schlaf betrifft, doch sehr kritisch bin. Aber auch hier gabs absolut nichts zu bemängeln. Ich habe hervorragend geschlafen. Ein Ventilator hilft zudem im Sommer frischen Wind zu bekommen.

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Sauberkeit

Die Räumlichkeiten werden jeden Tag grundgereinigt. Da die Beiden quasi hier wohnen sorgen sie auch so immer für Ordnung und Sauberkeit. Es gab keinen Moment in dem es etwas zu beanstanden gab.

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Gäste

Ich habe in der Unterkunft keine „Party people“ oder absolute Youngsters erlebt. Was einen in der Regel ja vor unruhigen Nächten und Rücksichtslosigkeit bewahrt. Der Altersdurchschnitt liegt im Schnitt bei Reisenden bei 20-40 Jahren . Dadurch das im Haus so viele Sprachen gesprochen werden, sind auch die Gäste aus verschiedensten Kulturkreisen. Wer das mag, der wird sich hier sehr wohl fühlen.
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Mobiliät

Um in der Stadt mobil zu sein verleihen die Beiden ihre Räder auch schon mal an ihre Gäste, was ich als Radfahrliebhaber sehr zu schätzen wußte. Wer über den Flughafen der Stadt an- bzw abreist der kann den Shuttle-Service in Anspruch nehmen und spart sich das teure Taxi.

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Besonderheit

Herausragend macht die Unterkunft neben der geschmackvollen Einrichtung besonders der persönliche Service der Beiden. Dieser geht weit über die normale Betreuung in einem Hostel oder B&B hinaus. Und hier möchte ich noch mal ausdrücklich betonen, dass ich weiß wovon ich spreche, da ich oft über lange Phasen reise und quasi mehr in verschiedenen Hotels, B&Bs  oder Hostels wohne als daheim.

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Solange hat sich sogar für mich bemüht einen Termin bei José Mujica zu bekommen und dafür einen halben Vormittag mit Parlamentariern und ihrem Sekretariat telefoniert. Wer hier Hilfe braucht oder spezielle Tipps von Tango bis Weiterreise dem werden die Beiden ganz sicher helfen.

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Fazit:

Ich mag das „Chez Mario et Solange“ auf Grund seiner Lage, der Inneneinrichtung und wegen den beiden Inhabern. Es war sauber, ruhig und mit angenehmen Gästen. Dazu in Altstadtnähe und gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Ich habe mich rundum wohl und gut aufgehoben gefühlt.#infoWeitere Bilder findest du im LINK.

Ich war „Chez Mario et Solange“ nur ganz normaler, zahlender Gast. Ich habe keine Vergünstigungen oder Preisnachlasse für diesen Beitrag erhalten. Ich empfehle diese Unterkunft, da sie mir gefallen hat.

Food-Insidertipp für Montevideo „La Fonda“ – PS: Auch für Vegetarier

Mercado del Puerto ist allen als Food-Market in Montevideo bekannt. Wer abseits des beliebten Marktes , der häufig auch sehr überfüllt ist, eine Alternative sucht der wird wenige Meter weiter im „La Fonda“ fündig. Was dich dort erwartet, verrate ich dir hier:IMG_5356
Beliebter Treffpunkt in Montevideo der Hauptstadt von Uruguay ist dessen Markt am Hafen. Der so genannte Mercado del Puerto ist dann häufig auch das erste Ziel der hier anlanden Kreuzfahrtgäste. Heerschaaren von Menschen bevölkern dann die alten Hallen und halten das Personal auf Trapp.IMG_5366Wer dem entgehen möchte und auf der Suche nach einer kleinen familiären Oase ist, der sollte sich ein paar Meter weiter bewegen. Nur ein paar hundert Meter sind es vom beliebten Markt die Straße hinauf.IMG_5346Auf der Einkaufsmeile entlang kannst du das La Fonda gar nicht übersehen. Ich habe den Tipp von meinen Bekannten hier in Montevideo bekommen und folge ihrem Rat.IMG_5196
Man kann im La Fonda zum Mittagstisch gehen oder ab 20 Uhr gibts Dinner. Enweder man nimmt vor dem Restaurant auf der Straße platz oder sucht sich einen gemütlichen Tisch im Inneren. Alles ist mit Liebe zum Detail dekoriert und hat eine einladende Ausstrahlung.
IMG_5308Das kleine Lokal wird familiär geführt und schon bei der Begrüßung wirst du spüren, dass man sich hier mit seinem Lokal identifiziert. Diese Willkommenskultur war auch für mich der erste Pluspunkt. Der Chef nimmt sich Zeit für mich, erklärt mir das es keine Menükarte gibt sondern nur die Tagesgerichte auf der Kreidetafel. Keine riesige Auswahl also, aber für mich völlig passend.IMG_5309Da die Gerichte in Spanisch angeschrieben sind, übersetzt er mir auch gleich noch, was die Küche zu bieten hat. Das Angebot wechselt täglich und ist daher immer frisch. Ein weiterer Pluspunkt.IMG_5329Die Küche ist organisch und auch für Veganer gibt es eine Auswahl. Nicht üblich, wenn man weiß, dass in Uruguay der pro Kopf Verbrauch von Fleisch bei 120 kg liegt und somit im weltweiten Vergleich ganz weit vorne ist. Hier kommen auf jeden Bürger 3 Kühe und quasi jedes Essen dreht sich um Fleisch. Um so erfreulicher, dass es auch einen Trend in die andere Richtung gibt. Wieder ein Punkt auf der „I like“ Liste.IMG_5327
Das Essen wird im Beisein der Gäste in der offenen Küche zubereitet. Dem Kenner bleibt also nicht verborgen, wie gut hier gearbeitet wird und vor allem mit welcher Liebe. Besonders positiv ist mir dabei auch die gute Laune des Teams aufgefallen. Trotz Streß singt, tanzt oder unterhält man sich locker. Eine angenehme Atmosphäre die so auch der Gast spürt. IMG_5321Zum Essen wird Brot gereicht, was nicht extra in Rechnung gestellt wird, wie oft sonst sehr üblich in touristischen Gegenden. Dazu gibt es einen Brotaufstrich. Ich hab mir frische Limonade bestellt bzw. am Abend eine Art Secco. Beides sehr lecker und erfrischend. IMG_5143Da ich nicht zu den Vegetariern gehöre gibts für mich Couscous mit Hühnchen und Pesto oder Pasta mit Lamm und Soße des Hauses. Ein Traum und meine Geschmacksnerven tanzen! Ich bin wirklich kein Foodblogger und darauf spezialisiert Essen zu beurteilen. Da ich aber oft außer Haus esse vermag ich sehr wohl zu sagen, wann man gute Küche schmeckt. Und das ist im „La Fonda“ definitiv der Fall. Volle Punktzahl also auch hier.IMG_5332Und weil es mir hier so gut geschmeckt hat, gibt es beim zweiten Besuch auch noch ein Dessert. Eiscreme mit kandierten Früchten. Ich bin vollends begeistert, denn auch hier paßt die Kombi und die Soße.IMG_5182Und auch die Rechnung tut nicht weh. Für ein Essen auf Sterne-Niveau zahlt man im Schnitt 370 Peso (derzeit 12 EUR umgerechnet). Völlig fair und auch für das Budget von Langzeitreisenden geeignet.IMG_5136

Mein Fazit also:

Das „La Fonda“ liegt ideal im Casco Viejo dem Altstadtvirtel der Stadt. Man findet gesundes, leckeres Essen was frisch und in familiärer Atmosphäre zubereitet wird. Von Fleisch bis zu veganen Gerichten wird hier alles geboten und das für mich sogar auf Sterne-Niveau. Der Insidertipp meiner Freunde hat sich also bewährt. Anstatt sich also der Massenabfertigung im Hafen Markt anzuschließen sollte man die wenigen Meter bis ins La Fonda antreten. Es lohnt sich!

In diesem Sinne: #get up & eat lecker

#info

Weitere Infos findest du auf Facebook: https://www.facebook.com/lafondamori/

Mehr Impressionen zum Restaurant findest du im LINK.

Adresse: Perez Castellano 1442, Montevideo 11000, Uruguay
Telefon: +598 97 300 222

10 Gründe warum man nach Uruguay reisen sollte!

Uruguay haben die meisten Reisenden nicht auf ihrer Agenda und in der Regel kann auch keiner so richtig etwas mit diesem Land anfangen. Was also macht es attraktiv und warum lohnt sich ein Trip? Hier meine Top 10 warum sich Uruguay lohnt:

1.) Eines der sichersten Länder der Welt – auch für Frauen & gleichgeschlechtliche Paare!

Uruguay gilt im weltweiten Vergleich als eines der sichersten Länder und nach dem Global Peace Report auch als das friedlichstes Land in Lateinamerika. Zudem gilt es als sozial und politisch stabil. Menschenrechte werden geachtet und Gesätze behalten ihre Wirksamkeit. Das Rechts- sowie das Verkehrssystem entsprechen in etwa europäischem Standard. Uruguay gilt als die einzigste „Volldemokratie“ in ganz Südamerika (MercoPress); nach dem Bericht „Freedom in the World 2011“ von FreedomHouse ist Uruguay zudem ein völlig freies Land. Als erstes Lateinamerikanisches Land erlaubte es 2008 auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. Und genau diese Freiheit und Sicherheit spürt man auch als Reisender.

 

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2.) Uruguay hatte den wohl „coolsten“ Präsidenten

José Mujica gilt als der ärmste Präsident der Welt. Er lebte auf eigenen Wunsch weiter in seinem bescheidenen Heim statt im Präsidentenpalast. Zudem hat er den allergrößten Teil seines Einkommens ( 550.000 $ !!!) sozialen Einrichtungen gespendet. Das macht ihn für viele Uruguay´aner zum Volkshelden. Inzwischen ist er weltweit für seine sozialgerechte Einstellung bekannt und die Menschen pilgern regelrecht wegen „Pepe“ in das Land.

 

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3.) Herz von Uruguay

Uruguay gilt als das „warme Herz“ Südamerikas. Die Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit wirst du überall spüren und nicht nur das! Es gibt sogar ein echtes „Herz“ aus Uruguay. Ein magischer Stein, der 130Mio Jahre alt ist und in dessen Inneren man eine Inschrift gefunden hat. Wer sich dem steinernden Herz nähert, spürt dessen Energie und es soll schon Menschen gegeben haben, die sich nach Kontakt komplett verändert haben. Mehr Infos dazu im LINK.

 

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4.) Der längste Karneval der Welt

Im Karneval in Uruguay dauert mit über 40 Tagen weltweit am längsten. Wer also heiße Rythmen und ausgelassene Stimmung mag, der kann es hier die längste Zeit krachen lassen.


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5.) Perfektes Reisewetter und Traumstrände

Das Wetter ist angenehm warm, aber nicht zu heiß. Das subtropische Klima ähnelt in etwaa Südspanien oder der Baleareninseln. Für Urlauber aus Deutschland ist die beste Reisezeit von Anfang November bis Mitte Dezember oder von Mitte Februar bis Ende April. Im Januar sind Ferien in Uruguay und damit kosten Unterkünfte und Mietwagen bedeutend mehr und man hat die Traumstrände nicht mehr für sich.

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6.) Côte d’Azur Südamerikas

Der Ort Punta del Este in Uruguay gilt als die Côte d’Azur Südamerikas. Hier trifft sich alles was Rang und Namen hat, wer wichtig ist und gesehen werden will. Ganz wie an der Küste Frankreichs im Sommer.

 

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7.) Unterhaltung pur

Uruguayer lieben die schönen Künste. So ist es wenig verwunderlich, dass es eine vielzahl an Theatern, Musik und Kunstangeboten; jeder Menge Orchester, Bands und Sänger sowie Tänzer gibt. Diese Fülle an kulturellen Angeboten kommt auch den Reisenden zu Gute.

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8.) Tanze Tango die ganze Nacht

Nicht nur Argentinien steht für heißblütigen Tango. Uruguay steht dem in nichts nach. Denn was viele gar nicht wissen: Die Hauptstadt Montevideo ist die „Wiege“ des Tango. Noch heute wird er auf öffentlichen Plätzen zelebriert. Wer sich dieser Leidenschaft hingeben möchte der ist hier auch genau richtig.

9.) Fleischliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten

Auf jeden Uruguay´aner kommen im Schnitt 3 Kühe und der Durschnittsverzehr von Fleisch liegt bei 110 kg. Eine der höchsten Raten der Welt. Entsprechend wird der Fleischkonsum hier auch zelebriert. Wer diesem Genuß gerne fröhnt, wird hier sein persönliches Paradies finden. Aber keine Sorge es gibt genügend vegetarische und alternative Restaurants, um auch als Nicht-Fleischliebhaber auf seine Kosten zu kommen.

 

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10.) Der Konsum von Marihuana ist legal

Hanf ist in vielen Kulturkreisen und seit Jahrhunderten eine Heilpflanze. Die Pflanze ist inzwischen als Medizin gegen rheumatische und bronchiale Erkrankungen, gegen Migräne, Neuralgie, Epilepsie und ähnliche Anfälle sowie Schlafstörungen anerkannt. Auch werden wird Marihuana beispielsweise bei Krebs- und AIDS-Patienten eingesetzt. Weltweit findet eine Entkriminalisierung von Hanf statt. Im Dezember 2013 legalisierte Uruguay als weltweit erster Staat den Anbau und Verkauf von Marihuana. Die Gesetze traten allerdings erst im April 2014 in Kraft. Natürlich ist Cannabis auch ein Rauschmittel – das ist Alkohol allerdings auch – man geht hier allerdings von einem verantwortungsvollem Umgang aus.

 

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FAZIT

Wer nach Uruguay reist der findet noch diese kleinen, von der Tourismus-Industrie unentdeckten Flecken. Man kann sich frei und sicher fühlen – ob als Gay-Couple oder alleinreisende Frau. Auch werden Strandliebhaber genauso auf ihre Kosten kommen wie Freunde von Musik und Kultur. Besonders hervorzuben sei noch, dass das Land nicht besonders groß ist und so keine riesigen Strecken zurück gelegt werden müssen. Das macht es einfach das komplette Land für sich zu entdecken.

 

Busfahren in Buenos Aires. So funktionierts!

Der beste Weg Buenos Aires kostengünstig und selbstbestimmt zu entdecken ist zu Fuß oder mit dem Bus. Doch Busfahren in einer fremden Stadt und dann vielleicht sogar noch ohne Sprachkenntnisse, kann leicht zur Hürde werden. Deshalb hier von mir ein paar gesammelte Erfahrungswerte, damit du diese wunderbare Metropole für dich kostengünstig entdecken kannst!IMG_3944
Buenos Aires hat ein hervorragendes Bussystem das bis in nahezu jeden Winkel der Stadt hervorragend funktioniert. Das macht es leicht diese Metropole für sich zu entdecken. Damit man die Busse benutzen kann, braucht man das Wissen rund um das so geannte Sube-System.IMG_3570
Im Bus bezahlt man nämlich nicht mit Geld sondern mit einer Guthabenkarte oder Coints (damit ist kein Kleingeld gemeldet). Wobei letztere eigentlich veraltet sind und oft auch gar keine funktionsfähigen Automaten mehr in den Bussen zu finden sind.IMG_3424
Du brauchst also in erster Linie eine Sube-Karte. Diese bekommst du an Bahnhöfen oder Kiosken (Kiosko genannt). In der Regel haben die entsprechenden Verkaufststellen das Sube-Logo erkennbar an der Außenfront.IMG_3765
Rechne dir aus, dass du am Tag wahrscheinlich mindestens 2 Fahrten brauchst, also 7 Peso. Dann mal der Anzahl der Tage plus ewas Puffer und du weißt, was du in etwa an Guthaben draufladen solltest. Beachte, dass es Sonntags schwer sein wird einen offenen Kiosk zum Wiederaufladen der Karte zu finden.IMG_3953
Ist deine Karte leer stehst du eventuell nachts in einem Virtel und kommst nicht weiter. Also immer etwas Puffer vorm Sonntag haben. Zur Not zu einem der Bahnhöfe laufen, die Verkaufsstellen da, haben am ehesten noch auf.IMG_4289
Bushaltestellen sind nicht immer als solche zu erkennen. Ganz wichtig ist hier, dass du auf die angeschriebene Nummer am Bushäuschen schaust. Ist deine Linie dort nicht angeschrieben, dann schau dir die Umgebung an.IMG_3436
Oft sind die anderen Haltestellen nur durch die Nummer an einem Pfahl markiert und ganze Buslängen vom eigentlichen Bushäuschen entfernt. Nur wo die entsprechende Nummer dran steht hält der Bus auch. IMG_3959Steht man an der falschen Stelle fährt er vorbei. Wer möchte das der Bus stoppt, der hebt die Hand als Signal für den Fahrer.IMG_3764
Beim Einstieg sagt man dem Faherer wohin man möchte. Als Tourist ist das oft nicht ganz so einfach, weil einem ja Stadtzentrum als Oberbegriff schon reicht. Dem Busfahrer aber nicht. Hier hat es mir geholfen grob den Finger auf eine Karte zu setzen und der Fahrer hat den Preis berechnet. Nachdem er also die entsprechende Eingabe an seinem Display gemacht hat, hälst du die Karte ans Lesegerät.IMG_3428Eine Fahrt kostet im Schnitt 3.50 Peso. Steigst du in einen anderen Bus um, so muss neu gezahlt werden, auch wenn du die Fahrt ins gleiche Virtel fortsetzt.IMG_3767
Willst du aussteigen, dann drück den Halteknopf oder stell dich so hin, dass der Fahrer dich sieht. Wenn du dir unsicher bist, frag höflich den Busfahrer. Außerhalb der Rush Hour und gerade nachts wird er dir ganz sicher immer helfen können.
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Busse fahren rund um die Uhr und mehr als 5 minuten mußte ich auch noch nie irgendwo auf einen Bus warten.IMG_3434
Übrigens kannst du deine Sube Karte auch im Zug zum Tigre-Delta und der Untergrundbahn verwenden.

Buenos Aires – Stadtrundfahrt aber günstig bitte!

Eine Stadtrundfahrt ist eine super Sache um einen ersten Eindruck von der zu entdeckenden Metropole zu bekommen. In manchen Städten ist dies allerings ein teures Vergnügen. So auch in Buenos Aires. Deshalb hier meine Tipps, wie du es schaffst günstig zu allen Sehenswürdigkeiten zu gelangen ohne dabei ausgenommen zu werden.IMG_3491
Wie in fast jeder großen, touristischen Stadt gibt es auch in Buenos Aires „Hop on. Hop off. Busse“ allerdings finde ich diese unverschämt teuer. Das Ticket gilt für 24 Stunden und hat zwei Preise. Den für Argentinier (260 Peso) und den für Ausländer. Diesses Ticket kostet dann gleich mal 390 Peso. Mit einem derzeigigen Umrechnungskurs also ca. 26 EUR bzw. 39 EUR. Im internationalen Vergleich wären 26 EUR ja noch ein „vertretbarer“ Preis. 39 EUR ist in meinen Augen für das Angebot aber eine Unverschämtheit.

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Denn die Touren bieten keinen Luxus der sie von anderen Städten abheben würde. Statt einem Tourguide bekommst du genauso nur einen Kopfhörer auf und erhälst vorher eingesprochene Informationen. An den jeweiligen Sehenswürdigkeiten kannst du aussteigen und diesse auf eigene Faust entdecken. Da es sich an den meisten angesteuerten Stationen ohnehin um Gebäude oder Parks handelt für die kein Eintritt fällig wird, ist auch hier der Preis nicht gerechtfertigt.
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Buenos Aires zu entdecken geht einfacher und wesentlich billiger mit den lokalen Bussen.

Eine Fahrt kostet hier im Schnitt 3.50 Peso. (35 Cent) Sprich für 39 EUR was eine Tour kostet könntest du satte 111 Mal den Bus benutzen und das nicht nur in 24h. Es rechnet sich also schlicht weg nicht.IMG_3434
Stadtpläne mit den Sehenswürdigkeiten die angesteuert werden erhälst du bei der Touristeninformation und kannst dich damit gut orientieren. Auch werden Audioguides dort angeboten. Wer sich auch dafür das Geld sparen möchte, der zieht den mitgebrachten Reiseführer zu Rate oder lädt sich ebenfalls kostenlos die Buenos Aires Guide App herunter. Die gibt es für Apple, Android und sogar für Windows Geräte im jeweiligen Appshop.

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So ausgerüstet fehlt dir nur noch die Buskarte, die du für Entdeckungstouren in der Stadt brauchen wirst. 1x mit Guthaben aufgeladen bringt sie dich mit Bussen und Straßenbahnen durch das gesamte städtische Verkehrsnetz.
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Wie du mit welchem Bus zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten gelangst verrate ich dir auch. Buenos Aires hat dazu eine hervorragende WEBSITE. Hier kannst du dir ganz einfach anzeigen lassen, welcher Bus wohin fährt. Das funktioniert über die eingabe der Adresse oder durch einfaches Punktesetzen auf der Karte. Sofort werden dir die veschiedensten Möglichkeiten angeboten die dich zu deinem Wunschziel bringen.IMG_3428
Optional gibt es an den großen Verkaufsstellen auch ein kleines Buch, in dem alle Straßen und die entsprechenden Busse verzeichnet sind. Außerdem sind die Busfahrer unglaublich freundlich und hilfsbereit. Finger auf die Sehenswürdigkeit und sie sagen dir, wo es langgeht. Probiers aus!IMG_3764
Solltest du dich doch für eine „organisierte“ Sightseeingtour interessieren findest du alle Informationen im LINK.#infoAlle Infos zum lokalen Busnetzt – von Buskarte, Verkaufsstellen & Gepflogenheiten – habe ich in einem gesonderten Blogpost zusammengesellt. Zum Artikel gelangst du durch klicken auf LINK.

SüdamerikaTrip – Der Pilgerort Caacupé & das Künsthandwerksdorf Areguá

6 Uhr in der Früh und ich sitze schon frisch und fruchtig am Straßenrand und warte auf den Bus der mich nach Caacupé bringen soll. Der Ort gilt als der heiligste Ort Paraguays und liegt etwa 50 km östlich der Hauptstadt Asunción. Seine Kathedrale „San Francisco“ ist das größte Gotteshaus des Landes und wurde 1988 von Papst Johannes Paul II. höchst persönlich geweiht. Berühmt ist er als Wallfahrtsort und genau deswegen zieht es mich auch dahin.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Von meinen Backpackerkollegen war noch niemand zu sehen als ich das Hostel verließ. Ich glaube ich bin die Einzige die früh starten will um den Tag voll auszunutzen. Allerdings war mein Ehrgeiz wohl etwas übermütig. Denn Bus nach Bus zieht an mir vorbei ohne das der Richtige dabei ist. Eine volle Stunde vergeht, als endlich der Richtige auftaucht. Ich benne meinen Zielort, bezahle und nehme Platz. 20 min später ist der Bus völlig leer und der Kassierer bittet mich auszusteigen.
Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Zumindest deute ich das so. Ich versuche ihm zu erklären, dass ich doch nach Caacupé will und das auch beim Einstieg gesagt und bezahlt habe. Eine wilde Diskussion entbrennt und ich versuche mich zu erklären. Irgendwann winkt er ab und ich darf sitzen bleiben und die neue Runde antreten. 1.5h sind vergangen und ich bin wieder da, wo ich heute morgen am Bus auf den Bus gewartet hatte. Die Zeit hätte ich auch noch im Bett verbringen können. Naja selbst schuld, wenn man sich nicht genug auskennt und die Sprache nicht spricht.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Der Bus füllt sich rasch, auch mit dem typischen Straßenhändlern. Von Chipa, dem typschen Brötchen, bis hin zu mobilen Ladegeräten für Handys wird alles angeboten. Ich bestelle mir 2 Brötchen, drücke dem Verkäufer 5000 Mil in die Hand und erwarte Ware und Wechselgeld. Aber anscheinend stimmt irgendwas nicht und ich verstehe wieder kein Wort. Ich will ihm mehr Geld geben, doch er winkt ab. Irgendwann klinkt sich eine Frau in unser Geschäft ein und erst jetzt verstehe ich worum es ihm geht. Er hat kein Wechselgeld und sie sagt ihm, er soll mir einfach die Tüte mich Chipas vollmachen, bis mein Geld aufgebraucht ist.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Mit 1 Chipa ist man eigentlich gut gesättigt, mit 2 Stück ist man die nächsten Stunden satt, aber was soll ich mit 6 Stück? Ich esse was ich kann und verschenke dann den Rest an zwei Musikanten die im Bus Gitrarre gespielt haben. Die Art der Bezahlung sind sie zwar nicht gewohnt, nehmen sie dennoch dankend an. Die lustige Fahrt setzt sich fort. Ich genieße es zwischen all den Paraguay´anern zu sitzen und an ihrem Leben Teil nehmen zu können. Ich male mir aus, welcher Berufung jeder einzelne von ihnen nachgeht. Vom Anzugträger der vielleicht Bänker ist bis hin zu Kindern mit Rucksack die wahrscheinlich auf dem Weg zur Schule sind.Kathedrale von Caacupé & Umgebung

Caacaupé

Trotzdem kommt mir die Fahrt wieder ewig vor und immer wieder starte ich den Navigationsmodus und überprüfe ob wir uns überhaupt noch in die richtige Richtung bewegen. Alles sieht gut aus und als ich endlich die Kathedrale entdecke, die eines meiner Tagesziele darstellt, springe ich freudig aus dem Bus. Ich hab tatsächlich noch hingefunden. Fast wie auf dem Jahrmarkt geht es hier zu. Verkaufsstände säumen die Straße und bunte Kinderkarusselle. Was mich wundert, denn die eigentliche Pilgerwoche, in der es hier.
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Ich nehme in der Kathedrale platz und bestaune diesen Ort, denn prunkvoll wie in Rom sind die Kirchen hier nicht. Und das obwohl es eine Wallfahrtskirche ist und hier regelmäßig große Prozessionen abgehalten werden. Hunderte Menschen befinden sich im Kirchenraum und der Fluss an ihnen scheint kein Ende zu finden. Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Ich habe noch nie so viele Kinder in einem Gotteshaus gesehen wie hier. Es kommt mir fast so vor als würden nur Familien hierher pilgern und trotzdem ist da neben mir in der Sitzreihe eine betagte vom Leben gezeichnete alte Dame offensichtlich ganz allein. Sie tut mir irgendwie leid, weil sie niemanden mehr zu haben scheint und den Weg hierher alleine angetreten hat.
Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Ich bin hierher gereist um für die Wünsche meiner Freunde zu bitten. Das ist eine kleine Weihnachtstradition von mir, die in Rom begann und hier ihre Fortsetzung findet. Ich glaube an die Kraft von Wünschen und das Fürbitten helfen. Also sammle ich in der Vorweihnachtszeit die Gedanken und Hoffnungen meiner Lieben ein und bitte auf meinen Reisen darum.
Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Derweil beobachte ich weiter den nicht enden wollenden Strom an Menschen. Manche rutschen sogar auf Knien zum Altar der Maria. Auch so viel Demut habe ich noch nie zuvor beobachtet. Die Statur hier gilt als heilig, seit ein Gläubiger auf der Flucht vor religiöser Verfolgung die Unterstützung von Maria erfahren hat.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
An ihrem Altar sind Handabdrücke verewigt und auch ich lege meine Hand hinein und spüre eine tiefe Ergriffenheit. Erklären kann ich das nicht, doch auch mir kullern die Tränen wie fast allen anderen auch. Plötzlich strahlt mich aus der Masse der Menschen der kleine Junge an, den ich vorhin noch für ein Schulkind hielt. Er ist allen Ernstes mit seinen 2 Freunden allein hier her gepilgert. Bemerkenswert. Er stahlt mich an und wir freuen uns über das unverhoffte Wiedersehen.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Als ich den Kirchenraum wieder verlassen will sitzt da noch immer diese zerbrechliche alte Dame. Mich überkommt das Gefühl ihr zu zeigen, dass sie nicht alleine ist. Ich lege meine Hand auf ihre Schulter und halte kurz inne. So wie es jemand für mich getan hat, als ich alleine in Rom saß und mich einsam fühlte. Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Die Dame greift nach meinem Arm, unsere Augen treffen sich und sie fängt an zu strahlen. Wir versehen uns ohne Worte und mich erfüllt ein wunderbares Glücksgefühl. Eine menschliche Geste wie diese war es, die mir damals gut tat. Und nun hoffe ich, dass meine Hand auch heilsam wirkt so wie die, die mich damals getröstet hat.
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Wieder draußen auf dem Kirchenvorplatz lasse ich die ganze Szenerie noch mal auf mich wirken, ich schaue den Kindern und ihren Familien zu. Beobachte zwei Nonnen und Polizisten bei der Arbeit. Es ist schön hier zu sein und das alles zu beobachten, doch meine Zeit läuft und ich möchte an diesem Tag noch einen weiterne Ort besuchen, deshalb verlasse ich Caacupé auch schon mit dem nächsten Bus.Kathedrale von Caacupé & Umgebung

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Areguá

Mein Ziel ist nun Areguá. Der Ort wurde mir als besonders malerisch beschrieben und ich möchte mir ein Bild davon machen. Der Busfahrer lässt mich an einer der Kreuzungen raus und ich folge dem Schild „Iglesia“ was übersetzt Kirche heißt. IMG_1900
Auf Reisen Gotteshäuser zu besuchen ist im Laufe der Jahre obligatorisch geworden. Sie waren über Jahrhunderte der Mittelpunkt und gesellschaftliche Treffpunkt. Sie verkörpern für mich wie kein anderes Bauwerk die Kultur eines Ortes und deswegen schaue ich sie mir sehr gerne an. Na und außerdem sind sie in hektischen Städten auch ein ideales Rückzugsgebiet um ein paar Minuten Ruhe und Einkehr zu finden.IMG_1932
Die Kirche in Arequá ist deshalb auch hier mein Ziel. Viele Sightseeingspunkte gibt es hier ohnehin nicht, aber das braucht es auch nicht. Der Ort selbst ist die Attraktion.
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Die Hauptstraße hat einen Grünstreifen in der Mitte und auf ihm ist der Handwerksmarkt angesiedelt für den Areguá so bekannt ist. Ich kann zwar mit all den kitschigen Figuren nichts anfangen, aber großartig finde ich es trotzdem.IMG_1909
Eingesäumt in grüne Natur neben der landestypischen Handwerkskunst im Schatten zu wandeln hat was! Ich genieße den Aufstieg zur Kirche entlang der Marktstände. Das Gebäude liegt triumphierend auf der Anhöhe über dem See und ist zugleich strahlender Mittelpunk dieses Ortes.
Hier finde ich mich wieder. Nach all der Hektik in Caacupé genieße ich die absolute Stille die dieser Ort ausstrahlt. IMG_1940
Wieder trage ich die Bitten der Menschen vor, die mir wichtig sind oder sich an mich gewendet haben. Ich finde es schön hier in so liebevoller Weise an sie zu denken.
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Mein nächster Weg führt mich in die nächstgelegene „Taverne“ direkt gegenüber der Kirche. Ich nenne sie Taverne, da mich das Gebäude sehr stark an Spanien erinnert. Die Chipa sind längst verdaut und mir knurrt der Magen. Ich bestelle einfach irgendwas, denn ich verstehe ja doch nicht, was mir der Gastwirt erklären will.
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Nach der Stärkung mache ich auf das nächste touristische Ziel dieses Ortes zu entdecken, den Strand. Aber erst mal führt mich der Weg durch den Ort, vorbei an Museen, alten Kolonialgebäuden und weiteren Kunsthandwerksständen.IMG_1959
Ich genieße diesen Spaziergang so sehr. Die Menschen sind unheimlich freundlich und aufmerksam. Jede Geste und jedes Gespräch sauge ich auf wie einen Schwamm. Im deutschen Alltag ist es das, was ich so vermisse.
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Sogar Street Art und den Alten Bahnhof finde ich auf meinen Spaziergang durch den Ort.
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Züge fahren hier keine mehr, dafür gibt es ein kleines Lokal, welches ich aber auslasse, weil ich ja eh satt bin.IMG_1968
Dann erreiche ich den See und die „Playa de Areguá“.
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Der kleine Strandabschnitt den ich vorfinde ist hübsch angelegt als Freizeitanlage mit Spielplätzen, Sonneliegen und ein paar Restaurants. IMG_1981
Alles ganz einfach und trotzdem ein Ort der einlädt in der Sonne zu verweilen und das mache ich dann auch. Direkt auf dem Bootssteg! Bevor mich der Bus wieder nach Asunción zurück bringt will ich die Sonne so richtig auskosten. IMG_1989
Den Rückweg schaffe ich direkt und ohne Missverständnisse. Welch ein Glück!

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SüdamerikaTour – Asunción Entdeckungstour

Ich bin zugegeben faul heute und warte auf das Auftauchen von Kira einer anderen Reisenden die mich mit in die Stadt nehmen wollte.image-2015-12-18(27)Wir trödeln bis Mittag im Hostel rum bis wir uns aufmachen das Zentrum der Stadt zu erobern.image-2015-12-18(29)Mit den typischen südamerikanischen und ziemlich runter gerockten, aber charmenten Bussen geht es in die Stadt. Hier zwischen den Hochhäusern gibt es immer noch diese ganz einfachen Häuser. image-2015-12-18(30)Zum Teil aus der Kolonialzeit und wunderbar restauriert. Während Kira sich mit einer Freundin trifft bummel ich durch die Straßen, stoppe in hübschen Cafés oder Parks.Am späten Nachmittag erkunde ich das Viertel rund um unser Hostel. Wieder finde ich historische Gebäude, aber auch den Justizpalast und die Favelas.image-2015-12-18(31)Das Armenviertel der Stadt. Zwischen Altstadt und Fluss in einem Grünstreifen gelegen breitet sich dieser Slum auch immer weiter in städtische Parks aus.Und obwohl ich weiß, dass die Menschen sich die Armut nicht aussuchen, ich werde nie verstehen, warum sie im Müll leben. Das Bild was sich hier bietet ist wieder nur entsetzlich. image-2015-12-18(28)Kinder spielen auf ausgedienten alten Matratzen inmitten eines Müllhaufens. Man kann arm sein wie man will, aber man kann auch hier seinen Dreck entsorgen anstatt ihn nur vor die Tür zu werfen. Die Müllabfuhr kommt auch hier vorbei. Ich hab keine Lust hier den direkten Weg zum Fluss zu nehmen und umlaufe die Favelas um zur Promenade zu gelangen. image-2015-12-18(35)Auf der anderen Seite des Ufers ist schon Argentinien und ich schätze dass man den Fluss durchschwimmen könnte um dahin zu gelangen. Ich lege mich auf eine Bank und genieße die wärmen Sonnenstrahlen, bevor ich mich erneut aufmachen die Stadt für mich zu entdecken.image-2015-12-18(32)Wieder fällt auf, wie nah arm und reich hier nebeneinander liegen. Zwischen brach liegenden Wohnhäusern, protzen Bankgebäude hervor oder locken schicken Boutiquen. Die meisten Läden sind allerdings eher spärlich besucht. Das einzige was ich konsumiere ist mein Abendbrot und während ich so an meinem Salat kaue, fängt es draußen an fürchterlich zu regnen. image-2015-12-18(33)Ich warte eine halbe Stunde bis das schlimmste abgeklungen ist und mache mich auf den Heimweg. Inzwischen dunkelt es draußen schon, aber ich fühle mich trotzdem nicht unsicher. Allerdings habe ich das Wetter falsch eingeschätzt und der Regen prasselt jetzt wieder mit voller Kraft auf mich ein. Keine 2 min und ich bin pitschnass bis auf die Haut. image-2015-12-16(9)Immerhin an diesem Abend gibt es keine Mücken:)

SüdamerikaTour – Devil’s Throat & Iguazú Wasserfälle

Für meinen Ausflug auf die argentinische Seite der Iguazú Wasserfälle habe ich mir einen Tour gebucht. Ich hatte einfach keine Lust auf lange Wartezeiten oder komplizierte Abläufe an der Grenze. Übers Hostel bestellt, sollte die Tagestour um 9 Uhr starten und gegen späten Nachmittag zurück sein.image-2015-12-18(9)Ich starte gerne gemütlich in den Tag, also habe ich mir den Wecker auf 7:30 Uhr gestellt. Zudem bin ich „deutsch“ und dazu gehört eben auch Pünktlichkeit wenn man an gemeinschaftlichen Ausflügen teilnimmt. Ich habe also genügend Zeit eingeplant die Sachen für den Tag zu packen, sich zurecht zu machen und auch noch in aller Ruhe zu frühstücken. Kurz vor 8 dann plötzlich der Schreck. Die Hostelmanagerin reißt die Tür auf und fragt wo ich sei, der Tourguide wartet. Ich stotter, dass ich ja noch jede Menge Zeit habe, da es doch gerade erst 8 Uhr ist und 9 Uhr ausgemacht war. Mit 9 Uhr habe ich völlig Recht. Nur nicht damit das es erst 8 Uhr ist! Die Uhr auf meinem Handy hat sich übers Wland neu gestellt muss ich mit entsetzen feststellen. Immerhin geduscht bin ich und so werfe ich noch schnell meine Sachen in den Rucksack und starte ohne Frühstück und in völliger Hektik in den Tag.image-2015-12-18(8)Im Bus entschuldige ich mich für das Missgeschick bei den 4 Damen die ebenfalls die Tour gebucht haben. Wie sich raus stellt alles sind wir heute eine rein deutsche Gruppe mal abgesehen von unserem Guide. Wir tauschen Namen, Reise-Intension und Erfahrungsberichte. An der Grenze angekommen kümmert sich der Guide um die Formalien. Wir müssen nur den Pass abgeben. Für so Tagestrips mit Touranbieter gelten anscheinend eigene Regeln. Man will uns nicht sehen, es werden keine Formulare von uns ausgefüllt und Stempel gibt es auch keinen. Uns ist es Recht denn die Zeit nutze wir lieber intensiv zur Entdeckunstour an den Fällen.image-2015-12-18(12)Der Parkeingang auf der argentinischen Seite ist wesentlich schlichter gehalten. Unser Eintritt ist schon bezahlt und so geht es direkt auf den Trail (Trampelpfad) durch den Park. Nachdem ich gestern schon die brasilianische Seite besucht habe, kann ich mir kaum vorstellen, dass die argentinische so viel anders sein soll. Es sind ja die gleichen Fälle. Doch weit gefehlt.image-2015-12-18Mit erreichen des ersten Aussichtspunkts stockt mir der Atem. Hier auf der argentinischen Seite ist man viel näher dran an den Fällen, man begreift ihre Mächtigkeit und ihre beeindruckende Stärke viel intensiver. Der Rio Iguazu der Grenzfluss der sich hier ergießt hat derzeit durch starken Regen einen sehr hohen Wasserstand, was dazu führt, dass das Wasser sehr aufgewühlt und braun gefärbt ist. Ich hatte das ja am Vortag schon beobachtet. image-2015-12-18(6)Hier auf der argentinischen Seite wo man sich auf Stegen entlang der Fälle bewegt sieht man sehr genau, dass der Wasserpegel deutlich über normal steht. Die Bäume und Pflanzen stehen in vielen Teilen im Wasser und werden von dem reißenden Fluß umspült. Wir laufen durch den Nationalpark und immer wieder gibt der dichte Dschungel einen atemberaubenden Blick auf die Fälle frei. Bis zu 270 Wasserfälle gehören zu den Iguazu Fällen. Sie tragen Namen wie Zwillingsfälle, Adam, Eva oder El Diabolo (der Teufel).image-2015-12-18(11)Zum Teil stehe wir direkt über dem Abgrund und unter uns ergießt sich das Wasser in die Tiefe. Die Szenerie erinnert mich an den Pixar Streifen „Oben“, in dem auch Fälle in Südamerika gezeigt werden. Aber das hier ist kein Zeichentrickt, das ist real und so viel gewaltiger und großartiger als ich es mir ausgemalt hatte. Ich war nie ein riesen Wasserfall Jünger und fand bisher immer alle nur „ganz nett“, aber Iguazu verlangt mir Respekt ab.image-2015-12-18(20)Die Stege sind aus stabilem Gitternetz angelegt und man sieht das Wasser unter einem vorbei rauschen. Ich habe so meine Zweifel über die Konstruktion zu laufen. Wenn man sieht mit welcher unbändigen Kraft die Natur hier ihre Gewalt freisetzt und auch noch über das reißende Wasser läuft, dann ist es schwer an die Stabilität von Brücken zu glauben. image-2015-12-18(5)Zumal unser Guide auch noch erzählt, dass eine Brückenkonstruktion mal weggerissen wurde. Ich überlege mir in welche Richtung ich flüchten würde. Der kürzere Weg auf die Insel oder die lange Strecke bis ans Land? Kein schöner Gedanke. Ich versuche darauf zu vertrauen das der neue Steg stabiler konstruiert wurde.image-2015-12-18(1)Staunend stehen wir wieder alle an der Kante der Fälle. Keinen in der Gruppe lässt die Szenerie hier unberührt. Immerhin rauschen an uns gerade 7000 Liter Wasser in der Minute vorbei, stürzen sich bis zu 80 m in die Tiefe und gehen in einer Wolke feinster Wasserperlen auf. Die Gischt wird uns immer wieder auch um die Ohren gefegt.IguazuUnser Guide mahnt zur Eile als ich ihn nach einer Frühstückspause an einem der Shops frage. Mein hungriger Magen knurrt, da aber der untere Trail auf Grund der Wassermassen kurz vor der Schließung steht, bittet er mich noch etwas mit dem Essen zu warten. Wir steigen also hinab und stehen dann auch schon vor einer riesigen Wand aus Wasser. IguazuOhne Regencape ist man hier innerhalb von einer Minute komplett geduscht. Ich traue mich bis vor an die Kante und hier nutzt auch das Cape nicht mehr viel. Meine Schuhe laufen voll Wasser, die Kaputze weht es nach hinten und die Dusche ist perfekt. Es ist warm und so macht mir diese Abkühlung nicht viel aus. Der Rest der Gruppe wartet in sicherem Abstand und bestaunt aus der Ferne, was ich ganz nah erlebe.image-2015-12-18(10)Hier ganz in der ersten Reihe direkt unterhalb der Fälle ist die pure Kraft dieses Ortes spürbar. Hier erlebt man die Ureinergie die unseren Planeten formte und bis heute zeichnet. Das Donnern des Wassers ist so laut, dass man nichts anderes mehr wahr nimmt.Iguazu

Kurz schließe ich die Augen um die Gefühle die dieser Ort auslöst zu intensivieren. Um alles ganz bewusst wahr zu nehmen. Von dem Wind und der aufgewirbelten Feuchtigkeit die mir um die Nase pfeifen, über das ohrenbetäubende Niederdonnern des Wassers bis hin eben zu der Kraft dieses Ortes. Ein sagenhafter Ort und ich kann mir sehr gut vorstellen welche Ehrfurcht die Menschen seit Generationen vor diesen Fällen haben. Nicht umsonst heißen sie „großes Wasser“.image-2015-12-18(17)Nach meinem kurzen Moment als Teil des Schauspiels zieht es mich ins Trockene zurück und wir steigen wieder hinauf zum Restplatz mit den Restaurants. Hier werden wir von einer Familie von Waschbären überrascht. Wie schon am Vortag begeistern mich die Jungtiere. Sie rumtollen zu sehen erweicht einfach jedes Herz.image-2015-12-18(13)Als nächstes steht für uns die Zugfahrt durch den Park zum sagenumwogenen Fall „Devil’s Throat“ an. Die Teufelsschlucht soll das Highlight der Fälle sein. Ich genieße aber erstmal die Bummelbahn. Unser Guide kommt seit 15 Jahren hier her und ist inzwischen ein Fuchs im Wissen um die besten Aussichtspunkte oder Sitzplätze in der Bahn. Auf dem Hinweg hinten und auf dem Rückweg vorne, so ist man den anderen Touristen immer einen Schritt voraus.image-2015-12-18(18)Die Bahn schlängelt sich am Fluss entlang und in dem Tempo in dem sie sich bewegt könnte man gut und gerne nebenher joggen. Aber genau das macht auch das Erlebnis aus. Und so genießt jede Einzelne von uns diese kurze Fahrt. Zumal wir auch froh sind mal nicht im Laufschritt durch den Park zu hechten, nach dem Mittag einen Pause zu haben und hier etwas Erholung zu finden.image-2015-12-18(19)Nach der Zugfahrt geht es über Laufstege wieder über den Fluss. Wieder steht man direkt über den reißenden Wassermassen, begreift man die ungezähmte Natur und ihre wilde Schönheit. Am Ende des Stegs ist eine Art Insel angelegt und erst als wir diese Plattform betreten stockt uns gemeinschaftlich der Atem.IguazuWie in einem riesigen Schlund (deshalb auch Devil’s Throat) scheint der sich ergießende Wasserfall hier im Nichts zu verschwinden. Die Fälle sind hier so gewaltig, dass das Wasser zu explodieren scheint und sich riesige, einer Staubwolke ähnliche Luftwassergemische bilden. IguazuImmer wieder steigen diese nach oben und peitschen uns als kalter Regen entgegen. Ein gewaltiges Schauspiel. Gefesselt stehe ich am Abgrund und versuche zu erfassen, welche Naturgewalten hier freigesetzt werden. Die Natur ist hier so intensiv, so spektakulär und so unbeugsam, dass mir schlagartig wieder bewusst wird, wie nichtig ein Mensch doch dagegen ist.image-2015-12-18(21)Niemand der hier aus welchem Grund auch immer und auf welche Art auch immer im Wasser schwamm konnte sich je retten, erklärt unser Guide. Anders als bei den Niagarafällen war auch noch niemand so irre sich hier in einem Holzfass in die Tiere zu stürzen. Ich kann mir nur allzu gut ausmalen, dass man hier keine Überlebenschance hätte. Der Name El Diabolo kommt nicht von irgendwo her. Wieder kostet es mich Überwindung über den Steg zurück zu laufen. Ganz besonders wenn man die Reste des alten Stegs sieht und eben noch diese Urgewalt erlebt hat.
Aber alles geht gut und auf der Rückfahrt mit der Bummelbahn ist jede von uns Mädels geradezu geflashed und wir sind uns einig, dass die argentinische Seite definitiv die Spektakulärere ist. So schön der Panoramablick von Brasilien aus war, diese Vorführung hier ist nicht zu toppen.image-2015-12-18(22)Todmüde geht es zurück ins Hostel und ich finde auch mich bestätigt in der Aussage der Hostelmanagerin, dass die Fälle müde machen. Als ich um 8 Uhr schon wieder im Bett liege, brauche ich mich über das Kopfschütteln meiner Zimmermitbewohnerin echt nicht wundern. Mir ist´s egal. Ich muss dieses Erlebnis erst mal sacken lassen, so beeindruckend war es. Noch dazu nutze ich lieber die Tage zum Entdecken als mir die Nacht in Bars um die Ohren zu schlagen.

Mit dem Bus durch Paraguay – Diese Infos bringen dich weiter!

Fortbewegungsmittel Nummer eins in Südamerika und im Speziellen in Paraguay ist immer noch der Bus. Was für Reisende und Backpacker wissenswert ist, habe ich hier zusammen gefasst.image-2015-12-16(3)Grundsätzlich unterscheidet man zwischen lokalen Bussen und Langstreckenbussen. Der Unterschied ist ganz klar der Komfort aber auch die Anzahl der Stopps. Wer in Paraguay reist und große Strecken hinter sich bringen möchte der ist gut damit beraten keinen lokalen Bus zu wählen und sich so durchs Land zu hangeln. Da diese Busse in der Tat an jeder Milchkanne halten und sich die Fahrtzeit so schnell verdoppelt.

Lokale Busse in Paraguay

Lokale Busse sind zu empfehlen wenn man einen Ort und die Umgebung entdecken möchte. Bis maximal 80 km würde ich so einen Bus wählen. Entsprechend ist die Reisezeit zu kalkulieren. Ich habe für 60 km 2.5 Stunden in der Rush hour gebraucht. Der Vorteil diese Bus ist ganz klar, dass man einen wunderbaren Eindruck von den Menschen, den Gepflogenheiten und auch von der Umgebung bekommt. Sie fahren weniger schnell, halten oft und so kann man auch während der Fahrt Blicke erhaschen oder den ein oder anderen Schnappschuss aus dem Bus heraus fotografieren.image-2015-12-19(5)

Wichtig ist bei diesen Bussen zu wissen, dass es es nicht unbedingt eine feste Route (eigentlich schon, aber manchmal weicht die auch ab;) gibt und schon gar keine angeschriebenen Fahrplan. Grob kann man sagen, dass die Busse so ab 6 Uhr starten. Zumeist stellt man sich auf die Straße und macht durch Winken dem Fahrer bemerkbar, das man mitgenommen werden möchte. Oder man schaut sich um, wo auf der Straße bereits Leute stehen und reiht sich in die Masse der Wartenden ein. Eine Busfahrt in Asunción hat mich 2.5 Mil (2500 G) gekostet. Ins 60 km entfernte Areguá oder Caacupé 5 Mil (5000 G). Das Ticket kauft man direkt beim Fahrer oder der Begleitperson.image-2015-12-19(3)Die Zielorte sind zumeist im oberen Teil der Fenster oder an einem Schild an der Frontschutzscheibe angeschrieben. Wer sicher gehen möchte im richtigen Ort anzukommen der sollte nachfragen bevor er einsteigt.image-2015-12-19(4)Typisch für diese Busse ist außerdem, dass sie regelmäßig von Heerscharen von fliegenden Händlern bevölkert werden. Von Getränken über die typischen Brötchen, bis hin zu Zahnpasta wird so ziemlich alles angeboten. Selbst Livemusik im Bus ist keine Seltenheit, um die eigene CD zu promoten. Dieser Handel gehört einfach zu Paraguay dazu und man sollte sich einfach freuen unterwegs mit allem Nötigen versorgt zu werden.image-2015-12-16Lokale Busse haben keine Klimaanlagen, hin und wieder zugige Fenster und manchmal auch nur Hartschalensitze. Auch ist es hier noch üblich, dass man alten oder behinderten Menschen, Frauen und Kindern seinen Sitzplatz anbietet, wenn der Bus voll ist.image-2015-12-18(29)Grundsätzlich sollte man sich sehr gut festhalten wenn man sich im Bus bewegt oder steht, da sie ordentlich schaukeln, ruckartig anfahren oder die Fahrer kräftig bremsen.image-2015-12-17(2)Wer aussteigen möchte, der zieht an der an der Decke gespannten Schnur, damit löst man ein für den Fahrer hörbares Signal aus. Beim Ein-, und Aussteigen sollte man schnell und vorsichtig sein, da die Busse oft anrollen und man schon fast in der Fahrt auf und abspringt.image-2015-12-19(6)Wer nicht stranden möchte wenn er sich in ländliche Gebiete aufgemacht hat sollte vorab klären, wann der letzte Bus fährt. Zuweilen ist das bereits gegen 18/19 Uhr.

BusLangstreckenbusse in Paraguay

Wie der Name schon sagt legen sie lange Strecken innerhalb des Landes zurück und in der Regel sind das auch Doppeldeckerbusse die hier zum Einsatz kommen. Busfahrten zwischen 6-12 Stunden sind keine Seltenheit in Paraguay. Damit man angenehm reist sind diese Busse mit bequemen Sitzen ausgestattet. In der Regel befindet sich an der Rückenlehne auch eine Beinklappe, so das sich der Komfortsitz zu einer Liege erweitern lässt. Je nach Busunternehmen gibt es auch hier Unterschiede in der Qualität. Meine Erfahrung ist, dass NSA den höchsten Komfort bot.image-2015-12-18(24)Im Gegensatz zu lokalen Bussen muss man ihr Ticket zwingend vorher an einem Schalter kaufen. Wer auf den Preis achten muss, der sollte die verschiedenen Busunternehmen vor Ort abklappern und die unterschiedlichen Tarife vergleichen. Erfragt hier immer auch die Fahrtzeit, denn auch hier kann es Unterschiede auf Grund der Anzahl der Stopps geben, was Zeit und Nerven kosten kann.image-2015-12-17(1)Diese Busse haben feste Fahrtzeiten und Routen. Es gibt zwar Websiten auf denen man Verbindungen checken kann, aber ausgereift sind die noch lange nicht. Sie geben eher einen Hinweis welches Unternehmen auf welcher Strecke unterwegs ist.Auch werden Nachtfahrten angeboten, die gerade bei Backpackern sehr beliebt und schnell ausgebucht sind. Sicherheitstechnisch muss man sich während der Fahrt keine Sorgen machen. Wichtiger ist es, die An-, und Abfahrt zum Busterminal zu organisieren. Zubringerbusse fahren um Mitternacht nicht mehr und man muss auf ein Taxi ausweichen. Gleiches gilt wenn man in den Nachtstunden irgendwo ankommt und in die Unterkunft möchte. Das Ticket würde ich am Tag vorher besorgen, um sicher zu gehen auch mitgenommen zu werden. Vorteil ist ganz klar, dass man sich eine Unterkunft spart und den Tag nutzen kann und ihn nicht im Bus vertrödelt.image-2015-12-18(23)Zumeist muss man sich mit dem Passnummer für eine Fahrt anmelden. Je nach Ausstattung der Busse wird man gefragt, ob man einen privaten Sitz haben möchte, am Fenster sitzen möchte oder im oberen Bereich. Wer kein Spanisch spricht sollte sich diese Punkte vielleicht vorab auf einem Zettel notieren. Auf dem Ticket welches man auch Tage vor Abfahrt schon kaufen kann ist dann vermerkt wohin die Fahrt führt, wenn Abfahrt ist und auf welcher „Platform“ (Haltebucht) der jeweilige Bus zu finden ist.PassWer Gepäck mit sich führt, gibt dieses ab. Es wird eindeutig markiert und man erhält eine Art Abholschein oder einen Aufkleber. So ist sichergestellt, dass Niemand das falsche Gepäckstück mitnehmen kann.image-2015-12-17(2)Außerdem ist auf eurem Ticket auch die Sitzplatznummer (Asiento No) angegeben. Selbst wenn der Bus zu Beginn der Fahrt fast leer ist, sollte man sich daran halten, da es sonst später mit weiteren Zustiegen zu Verwirrung kommt.

Beworben werden die meisten Busse damit, dass sie Wlan und TV bieten. Die Realität sah dann eher anders aus. Gar keine Internetverbindung schien mir üblicher zu sein. Hier solltet ihr euch eine lokale SimCard besorgen und mobiles Internet dazu buchen, wenn ihr unterwegs online gehen wollt. Monitore gab es ebenfalls im Bus aber auch hier ist meinen Erfahrung, dass sie ausblieben. Man sollte also schlafen oder selbst für Entertainment sorgen.image-2015-12-18(26)Auch in den Langstreckenbussen gibt es fliegende Händler. Je nach Busunternehmen schwankt die Häufigkeit der „Versorgung“. Während ich auf der Strecke von Ciudat del Este nach Asunción mit NSA genau 1x Essen und Getränke angeboten bekam, war es von Asunción nach Encarnation mit Paycasu unzählige Male und begann schon etwas an zu nerven.image-2015-12-19(7)Die Busse sind klimatisiert und das heißt in Südamerika zumeist, dass man auf Tiefkühlkostniveau runter gekühlt wird. Hier gilt es sich entsprechend anzuziehen und ggf. auch eine Decke oder ein Handtuch als Wärmeschutz mitzunehmen.

Langstreckenbusse sind mit einer sanitären Einheit ausgestattet. Wer also auf die Toilette muss, der muss nicht aussteigen oder auf den nächsten Stopp warten. Die Hygiene ist hier mit Flugzeugen zu vergleichen. Am Anfang topp und mit zunehmender Benutzung leidet die Sauberkeit. Wer empfindlich ist, sollte sich Desinfektionsspray mitnehmen. Toilettenpapier habe ich immer mit mir geführt, aber ich kam nie in die Verlegenheit mein eigenes benutzen zu müssen. Sicherheitshalber würde ich aber empfehlen immer ein paar Blatt mit sich zu führen.image-2015-12-18(25)Damit man ein Gefühl für die Preise bekommt: Ciudat del Este nach Asunción hat mich ca. 14 EUR gekostet und die Stecke von Asuncón nach Encarnatión in etwa 10 EUR. Jeweils um die 500 km und 6 Stunden Fahrtzeit. Sonntags fahren weniger Busse als unter der Woche. Reisen sollte man daher besser an den anderen Tagen, da die Anbindungen, auch ans lokale Netz, dann einfach besser sind.

Wer von den Nachbarländern kommend oder dahin weiter reist, der fährt günstiger damit die Fahrt zu splitten. Busse welche die Grenze passieren sind einfach teurer. Ggf. einfach bis an die Grenze fahren, dann rüber laufen oder einen lokalen Bus nehmen und von dort dann den nächsten Langstreckenbus.

image-2015-12-19(8)GANZ WICHTIG:

Ihr müßt zur Paßkontrolle aus dem Bus und in der Regel warten diese nicht, sondern ihr nehmt den darauffolgenden Bus zur Weiterfahrt. Gerade im Grenzgebiet bei Iguazu solltet ihr darauf achten auch wirklich an der Grenze auszusteigen und euch den Stempel zu holen, sonst gibt es später Probleme bei der Wiedereinreise. Denkt an euer Gepäck, denn das muss mit euch den Bus verlassen!PassBeachtenswert sind auch die Zeitunterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Wer Grenzüberschreitend reist, sollte wissen wie die Uhren im Nachbarland ticken um nicht unnötig zu warten oder den Bus zu verpassen. Beispiel Foz do Iguzu (Brasilien) und Ciudat del Este in Urugay zum Beispiel haben 1 Stunde Zeitverschiebung.

Die Busse in Paraguay besonders auf Langstrecken ordne ich als sicher ein. Auch am Fahrstil gab es auf keiner Strecke Grund zu Beanstandungen.

Paraguay – Was „Locals“ empfehlen. Mit Insiderin Kira

Paraguay ist ein zumeist übersehenes Land in Südamerika, dabei hat es sehr viel zu bieten. Bevor ich auf Reisen auf eine Entdeckungstour starte informiere ich mich gerne bei Locals und frage sie nach ihren Erfahrungen, Anregungen sowie Verhaltensregeln.

Im Hostel in Paraguay habe ich Kira kennengelernt und sie mal ausgefragt. Sie lebt seit 6 Monaten in Paraguay und hat mir viele schöne Tipps gegeben, die ich gerne auch hier teilen möchte. image-2015-12-171.) Was macht dich zum Paraguay-Experten?

Ich habe eine Freundin hier besucht und mich dann ins Land verliebtt und bin dann einfach geblieben. Die Zeit hier nutze ich zum Sprache lernen und um Land und Leute kennenzulernen. Inzwischen habe ich schon viele Eindrücke gesammelt um mitreden zu können.image-2015-12-16(7)2.) Was hat dich am Land am meisten beeindruckt?

Ganz besonders die „Andersartigkeit“ zu anderen südamerikanischen Ländern.image-2015-12-16(2)3.) Welche sind deine Lieblingsplätze abseits der Touristenströme?

Ich mag die kleinen Cafés und Restaurants. Besonders die, die auf den ersten Blick etwas runtergerockt aussehen. Denn sie haben meist das beste Essen.image-2015-12-16(8)4.) Wie sicher ist es für mich als Frau alleine „Backpack“ durch Paraguay zu reisen?

Überhaupt kein Problem wenn man nicht zu Männern ins Auto steigt, die einem schöne Augen machen oder nachts an dunklen Ecken noch unterwegs ist. image-2015-12-16(6)5.) Welches ist das typische paraguaynische Leibgericht und wo findet man es?

Mbeju – das ist eine Art Fladen mit Käse und man findet ihn eigentlich an jeder Ecke. Das leckerste gibt es im Café de Aca.Oder auch ganz lecker ist Chipa. Eine Art Brötchen mit Käse eingebacken.image-2015-12-166.) Was sollte man in Asunción gesehen oder erlebt haben und warum lohnt es sich auch für Reisende wie mich?

Die typischen Einheimischenbusse auch „Colectivo“ genannt. Sie verkörpern für mich Paraguy, weil hier alles zusammen kommt. Die Menschen, das Essen was verteilt wird und natürlich auch der Blick auf die Stadt.

Und dann ist da noch der Markt der Stadt, der Mercado Quadro – der ist schon richtig speziell. Es gibt alles, es ist verrückt und vollgestopft … ach vielzu abgedreht.image-2015-12-16(1)7.) Wie gut kommt man mit Einheimischen in Kontakt? Sind sie offen für Besucher oder eher verschlossen und zurückhaltend?

Am Anfang sind sie eher distanziert, wenn sie dich abgecheckt habe wirst du aber auch schnell ins Herz geschlossen. Und außerdem sind sie alle super hilfsbereit. Das schätze ich sehr. image-2015-12-16(4)8.) Wie stehts mit Hygiene und Trinkwasser?

Das Wasser aus dem Hahn ist absolut trinkbar und auch wenn die Straßen es nicht vermuten lassen, ist es sehr hygienisch hier. Ich hatte noch nie Probleme in Paraguay.image-2015-12-16(3)9.) Wie gut funktioniert das Bussystem in Paraguay?

Großartig und gar nicht. Es gibt zwar keinen Fahrplan, keinen Zeitplan aber es funktioniert trotzdem. Man muss einfach mehr Zeit mit einplanen. image-2015-12-16(5)10.) Welche Tipps & Erfahrungswerte würdest du mir mit auf die Reise geben?

Fahr unbedingt mit den Einheimischebussen, so lange es sie noch gibt. Die sind echt ein Highlight und der beste Weg Paraguay für sich zu entdecken.

#dankeDanke Kira, dass du dir Zeit genommen hast und mir all mit so vielen Infos und Tipps weitergeholfen hast. Einfach großartig! Ich bin schon echt gespannt auf deine „Derzeitheimat“.

4 Wochen. 4 Länder. 5 Stationen. Solo-Tour in Südamerika!

Ich habe wie eigentlich immer keine Lust auf Weihnachten, Familie und Geschenke. Ich will reisen, entdecken und unterwegs sein. Also Flüge gebucht und ab ins südliche Südamerika. Der Plan: 4 Wochen. 4 Länder. 5 Stationen. Ich möchte Backpack allein als Frau durch Brasilien, Paraguay, Argentinien & Uruguay reisen und einen Ex-Präsidenten treffen.

Meine Familie, mein Partner und meine Freunde sind „begeistert“. Wieder lasse ich mich Weihnachten nicht blicken und verkrümel mich lieber. Ich habe einfach keine Lust mehr auf  „Weihnachten“. Wie jedes Jahr geht der Terror-Kommerz direkt im September schon los. Man wird auf allen Kanälen bombardiert und zum Einkaufen genötigt, als sei das der einzige Sinn hinter diesem Fest. Nein, ich will nur noch weg sein zu dieser Zeit. Auch wenn das in meinem Umfeld eigentlich niemand so recht akzeptieren will. Sei es drum. Es ist gebucht und ich starte am 10.12.15 zu meinem Solo-Trip durch Südamerika!

Solo-Tour-Planung – so sieht sie derzeit aus:

SoloTour -INTEXTBILD-

BRASILIEN – Iguazú-Wasserfälle

Die erste Station meiner Weihnachtsreise sind die Iguazú-Wasserfälle in Brasilien und Argentinien. Hier werde ich in der Nacht zum 11.12.15 ankommen. Die Wasserfälle die ich hier besuchen möchte sind wesentlich breiter als die Victoria-Fälle, höher als die berühmten Niagara-Fälle und wohl auch wesentlich beeindruckender. Die Iguazú-Wasserfälle werden vom Flusses Iguaçu/Iguazú gespeist und verlaufen an der Grenze zwischen dem brasilianischen Bundesstaat Paraná und der argentinischen Provinz Misiones.

Iguazú in Zahlen:

Höhe: 195 m
Höhe: 82 m
Größte Stufe: 82 m
Anzahl der Stufen: 275
Durchfluss: 1.756 m³/s

Der Panoramablick macht schon mal Lust!

PARAGUAY

Nach 2 Tagen Erkundungstour der Fälle von Argentinien und Brasilien aus, geht es für mich mit dem Bus weiter in Richtung Asunción, der Hauptstadt von Paraguay. Die Stadt gilt auf Grund ihrer vielen Gärten und Parks als die grünste Stadt der Welt. Das Land besticht in der Hauptsache damit, dass man hier noch das authentische Südamerika findet, aber auch mit seinen Gegensätzen! Von hochtechnisiert bis absolut ländlich ist alles drin. Fest gebucht habe ich nur 2 Nächte im El Nomadá Hostel in der Hauptstadt. Danach lasse ich mich treiben und höre mich um, was andere Backpacker im Hostel empfehlen.

ARGENTINIEN

Hauptziel ist hier ganz klar Buenos Aires. Allerdings sind es von Asuncion bis in die Haupstadt Argentiniens auch 18h Busfahrt. Respekt habe ich vor so einer langen Fahrt. Besonders weil man in den Bussen schnell krank wird, da man auf Tiefkühlkost-Niveau runter gekühlt wird. Wahrscheinlich werde ich diese Fahrt splitten und irgendwo rund um Santa Fe noch einen Zwischenstop einlegen. Am 23.12.15 hoffe ich dann vor Ort zu sein und bei meiner Airbnb Gastgeberin einziehen. Eine ganz liebe Dame mit der ich übers Internet Kontakt hatte und die mich direkt eingeladen hat mit ihr und ihrer Familie Weihnachten und Silvester zu feiern. Die Tage in Buenos Aires möchte ich einfach mit der Kamera rumlaufen, in hübschen Cafés verbringen, mit Menschen in Kontakt kommen, Tango tanzen und die Stadt und ihr Flair in mich aufsaugen.

image-2015-12-03(4)URUGUAY

Wie ich am 1. Januar 2016 von Buenos Aires nach Montevideo kommen werde, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Soweit ich es mitbekommen habe, steht das öffentliche Leben da still. Normal gibt es Busverbindungen oder Boote ins Nachbarland. Ich checke das, wenn ich vor Ort bin und frage meine Gast-Mama um Rat. Auch in Montevideo bin ich wieder in einem Hostel untergebracht und ich habe vor bis zum 04.01. zu bleiben.

Mein Traum wäre den ehemaligen Präsidenten des Landes zu treffen. José Mujica ist eine Inspiration für mich und mein Vorbild. Man nennt ihn auch den ärmsten Präsidenten der Welt, weil er 550.000 $ von seinem Gehalt gespendet hat. Wegen ihm kam ich überhaupt erst auf die Idee diese Reise anzutreten. Ich weiß, es klingt einfältig einen Präsidenten treffen zu wollen, aber hey ich hab noch Träume! Die Anfrage bei der Sekretärin läuft, aber man hat mich schon auf die Urlaubszeit hingewiesen. Ich vertraue hier einfach mal auf Gott, auf das Universum und mein Glück. Und danke allen, die mich bei diesem Vorhaben unterstützen!

Mir bleiben dann noch weiter 6 Tage in Uruguay. Ich will mich ans Meer durchschlagen und hoffe dort noch unberührte Natur und schöne Parks zu finden. Zu der Zeit ist allerdings Hochsaison in dem Land und jeder Winkel soll überbevölkert sein. Auch ist noch nicht klar, ob mich die Busse mitnehmen, denn auch diese werden gut ausgebucht sein.

BRASILIEN – PORTO ALLEGRE

Für den 10.01. habe ich mir wieder über Airbnb eine günstiges Zimmer in Porto Allegre gesucht. Ganz in der Nähe vom Flughafen, da am 12.10 mein Flieger ganz in der Früh startet und ich nicht lange durch die Stadt gurken will. Auch habe ich hier etwas Zeitpuffer eingebaut, falls es mit den Bussen aus Uruguay doch nicht so ideal klappt, wie erhofft. Das Flußufer hier soll sehr schön sein, also werde ich dort spazieren gehen und noch mal den Urlaub Revue passieren lassen.

IMG-20140306-WA0000Die emotionale Seite:

Ganz anders sieht die Gefühlswelt aus. Zwar habe ich keine Angst vor der Reise, aber großen Respekt ganz sicher. Immerhin ich bin alleine als Frau ohne große Sprachkenntnisse unterwegs. Ich roadtrippe nicht, sondern muss mich drauf verlassen, dass es mit den Bussen klappt und ich nach Ankunft die Unterkünfte immer finde. Besonders wenn ich nachts ankomme. Hier vertraue ich auf mein Nokia Handy, was Navigation ohne Internet schon integriert hat. Bisher hat mir das in fast allen Ländern (außer Honduras wo es keine Sateliten gibt) immer sicher ans Ziel geführt. Darauf hoffe ich auch diesmal.

Auch in ein Taxi steigt man nachts als Frau alleine nicht so gerne. Weibliche Taxifahrer sind rar und einem Mann so ausgeliefert sein, das vermeide ich so es geht. Aber ich vertraue darauf das auch hier alles gut geht. Ich bin ja nicht ganz unerfahren und hoffe das mir das zu Gute kommt.

Natürlich wird es komisch sein, wieder alleine unterwegs zu sein. Auch das bin ich nach ein paar Urlauben mit Partner nicht mehr gewohnt. Die Sicherheit die ein Reisepartner mitbringt hat man ganz einfach nicht, wenn man alleine reist.

Meine Erfahrung nach jeder Reise war eigentlich, dass man sich an die Regeln halten muss um sicher zu reisen. Das man nicht blauäugig sein sollte und sich für Notsituationen ein Backup schaffen sollte. Alle diese Vorkehrungen haben mir bisher geholfen sicher zu reisen und ich vertraue darauf, dass es auch diesmal wieder so ist.

Also: ANGST – NEIN! RESPEKT – JA!

Zur weiteren Vorbereitung:

Gepäck: Ich reise in der Hauptsache mit dem Bus, laufe dann zu den Unterkünften. Deshalb habe ich mich klassisch für einen Rucksack entschieden. Ich habe meinen bei Decathlon gefunden, weil ich eine günstige Variante speziell auf Frauen zugeschnitten gesucht habe. Hier sollte jeder für sich testen und anhand der Bedürfnisse und des Budgets für sich festlegen, was gut zu einem paßt.

Ich nehme nur die nötigsten Sachen mit, weil ich keine Lust habe einen viel zu schweren und vollgepackten Rucksack rumzuschleppen. Was daheim bleibt sind Schmuck, Make up, hübsche Schuhchen und sonstige „Luxusartikel„. Was mit darf ist das Netbook, die Kamera-Ausrüstung, 1x Flip Flops, 1x leichte Treckingschuhe, Handtuch, warme Kleidung für unterkühlte Busse und ein Hut als Sonnenschutz. Natürlich auch Medikamente, Sonnenschutz und Ungezieferabwehr.

Dokumente: Ich habe Kopien meiner Unterlagen dabei und sie zusätzlich auf meiner Cloud abgelegt. Im Notfall habe ich so Zugriff und kann mich schnell bei Polizei und Behörden ausweisen. Meine Flug und Unterkunftsbuchungen inkl. Anschriften, Wegbeschreibung & Rufnummern habe ich in einer Excell-Liste zusammengefaßt. Diese hilft mir, bei so einem langen Trip die Übersicht zu behalten. Parallel bekommt sie meine Familie, damit sie nachvollziehen können, wann ich wo sein werde. Siehe auch die Anleitung im LINK.image-2015-12-03(1)Geld: Ich habe brasilianische Real für die erste Station dabei und noch rund 100 Dollar für den Notfall. Nach den Grenzübertritten hole ich mir Bargeld am Automaten. Ich habe sowohl die Master als auch die Visa-Card dabei, weil auch hier die Erfahrung gezeigt hat, dass oft 1 Bezahlsystem nicht funktioniert.

Visa: Visas braucht man für keines dieser Länder. Wohl aber muß man die Einreisedokumente für jeden Grenzübertritt peinlichst genau ausfüllen und sich seinen Paß abstempeln lassen. Gerade bei IGUAZU fahren die Busser gerne am Grenzübergang vorbei und auf der Rückreise zahlt man Strafe. Siehe auch LINK.

Navigation: Meine Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass Internetverbindungen auf Reisen und besonders in abgelegenen Gebieten nicht funktioniert. Deshalb habe ich ein Handy was offline Navigation ermöglicht. Ich habe vorab alle Karten runtergeladen und alle Adressen eingespeichert, die ich ansteuern will. Im W-Lan funktioniert eine Unterkunfssuche besser, als unterwegs auf der Straße nur mit der Adresse.

Mobilfunk: Ich habe zwei Handys dabei. Ein billiges, was ich „abgebe“ wenn ich ausgeraubt werde und mein normales Handy, was ich auch zur Navigation nutze. Ich werde mir in Argentinien eine SimCard holen um auch im Land selbst telefonieren zu können. Hier bin ich die meiste Zeit und deshalb macht es da besonderen Sinn.

Reiseführer: Mein Lonely Planet Südamerika ist meine Reise-Bibel. Als Pauschaltourist habe ich „LP“ nie verstanden. Wenn man auf Insiderwissen wie Busverbindungen, Tipps & Sicherheitsanweisungen aber angewiesen ist, dann ist er gold wert. Er wird trotz seines Gewichts mein Begleiter sein. Mein eBookReader nehme ich diesmal als Reiseführer nicht mit. Die Suche im digitalen Nachschlagewerk hat mich in Namibia schier irre gemacht. 1000 Suchergebnisse für eine Anfrage. Da blätter ich lieber wieder.

Weihnachten anders, aber nicht ohne Spirit!

Ja, bei mir läuft Weihachten anders, aber warum es nicht ohne Spirit läuft und was sich noch hinter dieser Reise verbirgt verrate ich hier im LINK.

Kompromiss? Aber natürlich!

Mein Freund und ich reisen nach meinem Solo-Trip auch noch gemeinsam durch Bolivien, Chile und Peru. Diese Lösung war ein Kompromiss, weil er gerne mit Familie feiern wollte und ich gerne flüchte. Im Januar beginnt unser gemeinsamer Backpacktrip!


Ich hoffe du begleitest mich auf meiner Solo-Tour durch Südamerika – auf Instagram, Facebook, Twitter oder eben hier!

In diesem Sinne: #get up & travel!

 

Mieterschutz & Schadensersatz – Zwei Fremdwörter in Brasilien

Wie waren wir glücklich nach Monaten im beengten Hotelzimmer endlich eine eigene Wohnung in Brasilien gefunden zu haben, doch dann kam der erste Regen. Und Regen das heißt heißt hier im auslaufenden Amazonas-Gebiet nun mal nicht ein Schauer und gut. Weit gefehlt! Wenn es hier regnet, dann ist das in etwa so, als würde man mit einem Gartenschlauch geduscht werden. In dem Fall mit Folgen für unsere Wohnung….Wohnung WohnzimmerInnerhalb von nur wenigen Minuten steht die Straße unter Wasser und es haben sich regelrecht Flüsse und Bäche auf der Fahrbahn gebildet. An Kanalisation zum Abfluss hat ja hier auch niemand gedacht.image-2015-11-30(8)Aber nicht nur da staut sich das Wasser, leider auch auf unserem Balkon. Der kleine Abfluss kommt gar nicht nach die Wassermassen auszuleiten. Noch dazu ist unsere Frontverglasung eigentlich nicht für den Außenbereich gedacht. So sitze ich also nichts ahnend vor meinem Rechner an der Arbeit, als nach Wochen und Monaten der Trockenheit der erste Regen einsetzt.image-2015-11-30(7)Ich muß sagen, ich freue mich über den Regen. Hier ist alles ausgedörrt und staubig. Die Natur ächzt nur so nach dem Leben spendenden Nass. Weniger lustig finde ich es dann allerdings als ich merke, dass der Wind dreht und den Regen gegen die Balkonfront drückt. Das der Abfluss das Wasser nicht aufnimmt und das Wasser ungebremst in die Wohnzimmer fließt. In meiner Verzweiflung versuche ich noch es mit Erdsäcken zu stoppen. Aber weder von Außen noch von innen haben sie eine Wirkung. Das Wasser findet einen Weg.image-2015-11-30(3)Innerhalb von nur wenigen Minuten steht das halbe Wohnzimmer unter Wasser und ich kämpfe verzweifelt mit den Wassermassen. 6 volle Eimer Wasser schaffe ich aus der Wohnung bis der Regen nachlässt und ich wieder Herrin der Lage bin. Na prima, denke ich mir. Wie soll das denn werden, wenn hier mal so richtig die Regenzeit einsetzt? Wie kann man denn so eine Außentür einbauen? Da hat wieder Jemand mitgedacht. Typisch Brasilien. Selbst durch die Ritzen zwischen Fenster und Tür hat es eingeregnet. Es mag ja hier das ganze Jahr warm sein, aber 3 Monate regnet es eben auch massiv. image-2015-11-30(4)Daniel ist begeistert als ich ihm am Abend berichte was hier über Tag so los war. Wir setzten uns mit dem Vermieter in Verbindung, aber auch hier nur ein Abwinken. Wie schon damals als es um die Sauberkeit der Wohnung ging. Er denkt also nicht daran die Tür auszutauschen oder irgendwie abzudichten. Großartig! Ich bin stinksauer. In Deutschland könnte man die Miete reduzieren. So was läuft hier aber nicht. Genauso wenig zahlt Jemand Schadensersatz wenn die Möbel vom Wasser aufquellen. Wir machen uns Sorgen, denn unser 3 wöchiger Urlaub steht an und wenn dann die Wohnung unter Wasser steht, dann kümmert sich niemand drum. Daniel widmet also seinen einzig freien Sonntag dem Abdichten der Türen und Fenster. Mit mulmigem Gefühl verreisen wir.image-2015-11-30(9)Bei der Rückkehr dann das böse erwachen. Die halbe Wohnung muss während unserer Abwesenheit unter Wasser gestanden haben. Der Wasserschutz hat den Regenmassen nicht standgehalten. Das komplette Wohnzimmer und die Küche standen unter Wasser, dass zeigen die Wasser und Dreckflecken. Bloß gut, haben wir die Elektrik noch extra vor Feuchtigkeit geschützt. Der Küchentisch schimmelt, die Füße der Stühle sind mit Wasser voll gesogen und aufgequollen. Sprich, die Essmöbel sind ruiniert. Und wieder der Gedanke, dass es dem Vermieter wurst ist. Ich bin stinksauer. An diesen Dingen merkt man dann mal wieder wie gut der Mieterschutz in Deutschland ist.image-2015-11-30(1)Es ist noch nicht mal richtig Regenzeit! Wenn hier der saisonale Regen einsetzt, dann fließt das Wasser durchs ganze Haus. Klar, dann regnet es auch nicht wie jetzt nur 30 min, dann kanns auch mal 24h durchregnen. Wir beschließen uns wieder nach einer anderen Bleibe umzuschauen.Ein erneuter Umzug scheint unausweichlich. Wieder fange ich an die Gegend abzufahren und mit den Immobilienfirmen Kontakt aufzunehmen. Doch alle winken ab. Für 1 Jahr wäre es möglich noch ein schönes und vor allem trockenes Heim zu bekommen, aber für nur ein paar Restmonate die wir noch hier sind, will uns niemand vermieten. Lieber lässt man es leer stehen. image-2015-11-30(2)Der nächste Regen und wieder steht alles unter Wasser. Inzwischen verlasse ich das Haus schon gar nicht mehr ohne den Schreibtisch vom Fenster wegzuschieben und alle Steckdosen nach oben zu legen. Beim ersten Donnerschlag stehe ich mit Wischmob und Eimer am Fenster und warte auf die Flut. Kein Zustand.image-2015-11-30(6)Aber das ist noch nicht alles was unsere Wohnung im Moment nicht gerade zu einem Heim macht. Seit unserer Rückkehr ist die Wohnung neben uns vermietet. Neue Nachbarn bedeuten in Brasilien auch immer neuer Lärm. Nun auch tagsüber. Man hört jedes Gespräch, jede Fernsehübertragung und sogar die Clospülung. Viel schlimmer ist aber, dass mit den neuen Nachbarn auch ein ganz anderes Geräusch Einzug gehalten hat. Ein Dauerbrummton raubt uns nicht nur nächtelang den Schlaf, sondern auch jeglichen Nerv.

Wir müssen hier raus. Steht für uns Beide fest. Ich bin nach ein paar Nächten ohne auch nur 2 min. Schlaf, nur noch ein Nervenbündel. Unerträglich ist dieses Dauerbrummen um Haus. Wir vermuten eine defekte Lüftungsanlage. Der Weg aufs Dach ist blockiert und ratet, den Vermieter interessiert es wieder nicht. Wir organisieren den Umzug zurück ins Hotel.

image-2015-12-04Die Balkonfront zu bar­ri­ka­die­ren und damit kein Licht mehr in der Wohnung zu haben geht natürlich nicht, wenn noch jemand darin wohnt. Nach unserem Auszug hat der Vermieter die Frontseite dann allerdings sehr schnell vernagelt. Er hat wohl doch gemerkt, dass das Wasser in der Wohnung Schaden anrichtet. Bis zur nächsten Trockenzeit bleibt es wahrscheinlich unvermietet, bis der nächste Mieter auf die Wohnung hereinfällt. So kann man sich die Sarnierung natürlich auch sparen. Auch so eine landestypische Denke:/image-2015-12-03(3)Das neues Hotel ist diesmal ganz in Innenstadtnähe. Nicht mehr an der Hauptstraße und mit größeren Räumen als unsere erste Bleibe hier. Unsere Möbel, das Geschirr, alles was wir extra angeschafft haben, können wir nun nicht mit ins Hotel mitnehmen. Dafür fehlt der Platz. Alles muss wieder verkauft werden. Natürlich nicht zum Neupreis. Auch für solche Verluste kommt hier niemand auf. Einfach mal Pech gehabt.Kakerlake TürAber die neue Bleibe ist schön und entschädigt für den Ärger und Lärm der letzten Monate. Von Außen zwar kein Prachtbau, aber innen sehr gemütlich und vor allen herrscht nachts nun endlich wieder Ruhe. Wir fühlen uns wohl, auch wenn wir jetzt wieder nur einen Raum und ein Badezimmer haben. Das Hotel hat einen Pool und eine gemütliche Lobby, wenn uns doch mal die Decke auf den Kopf fällt, dann können wir wenigstens dahin ausweichen. Ach und trocken ist es auch… also relativ gesehen. Für brasilianische Verhältnisse kommt bei Starkregen jetzt nur recht wenig Wasser rein und es lässt sich mit dem Badvorleger aufhalten:)