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Was macht mich zur perfekten Walflüsterin?

Ich habe die Abstimmung zur Walflüsterin 2018 gewonnen. Das war kein leichter Weg. Um die Jury zu überzeugen, warum genau ich die Richtige für den Job bin, mußte ich ein paar Fragen beantworten und ein Video drehen. Alles was das Tourism Board von mir wissen wollte und mein Motivations-Video findest du hier!

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Warum bist Du der perfekte Walflüsterer?

Für viele Menschen ist es ein absoluter Lebenstraum 1x in ihrem Leben Wale gesehen zu haben. Ich hatte dieses Glück schon und möchte jetzt dazu beitragen, dass auch zukünftige Generationen noch diesem einzigartigen Spektakel beiwohnen können.

Doch es steht nicht gut um unsere Meere & die Gesundheit seiner Bewohner und mich geht die Welt und ihre Lebewesen etwas an. Ich habe durch meine Reisen verstanden, dass wir irgendwo alle miteinander verbunden sind. Egal ob Pflanze, Tier oder Mensch – wir leben in Symbiose. Wir können nicht rücksichtslos den Planeten ausbeuten und denken, dass dies für uns keine Folgen hat.

Wir können nicht die Meere mit Plastik vermüllen und so tun als beträfe uns das nicht. Ich habe von Karibik bis Helgoland mitbekommen, wie sehr es die Tiere und damit auch uns betrifft. Es war abscheulich zu sehen, wie sehr die Meeresbewohner darunter leiden.

Ich hatte das große Glück, Walen in ihrem natürlichen Lebensraum schon begegnen zu dürfen und hoffe, dass auch Generationen nach mir, diese einzigartigen Tiere noch so erleben können, wie ich damals. Die Verschmutzung der Meere, die Schifffahrt aber auch der rücksichtsloser Tourismus drängen die Tiere immer mehr zurück. Ich würde gerne meinen Teil dazu beitragen, dass sich das ändert. Mein Motto ist schon länger dieses:

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Ich möchte Menschen begeistern, selbst in die Dominikanische Republik zu reisen, Wale zu erleben und dann genauso zu empfinden wie ich. Ich möchte für diese Tiere sensibilisieren, weil sie einzigartige, wunderbare Wesen sind, die unseren Schutz verdient haben. Ich möchte zeigen, dass ihr Lebensraum besonders ist und jeder allein schon mit seinen Einkäufen einen Beitrag zum Schutz der Meere leisten kann.

Und ganz persönlich möchte ich mehr über diese Tiere lernen und verstehen, um dann auch aktiv etwas für sie und ihren Lebensaum beitragen zu können.

Aber ich möchte auch die Dominikanische Republik für Reisende interessanter und in einem anderen Licht erscheinen lassen. Einfach, weil ich etwas zurück geben möchte. 2005 hat mich dieses Land auf eine einzigartige Weise geprägt und das habe ich nicht vergessen. Ich möchte der Community zeigen, wieviel Lebensfreude in den Menschen dort ist und warum sich eine Reise lohnt. Ganz besonders für die Leute, die sich diesen Lebenstraum erfüllen möchten, aber auch für die, die sich durch mich für die Dominikanische Republik interessieren.

Warum interessierst Du Dich für Wale? Welche Erfahrungen hast Du schon mit ihnen gemacht?

Wenn ich die Augen schließe und an meine ersten Begegnungen mit Walen in Südafrika zurück denke, dann bekomme ich Gänsehaut.

2010

Das allererste Mal und ganz aus der Ferne war das vom Bett unseres Gästehauses an der False Bay. Eigentlich hatte ich nur eine Nasenspitze und die Fontäne gesehen. Trotzdem war ich so fürchterlich aufgeregt, dass ich mich wirklich allen meinen Freunden mitteilen mußte und auch meine Reisebegleitung wurde vor lauter Aufregung aus dem Tiefschlaf gerissen. „Schau, da sind Wale!“ „Ich sehe nichts!“„Ja, guck doch richtig, da ganz hinten, dass müssen doch Wale sein.“ Mein Kumpel erkannte nichts, denn die Tiere waren echt weit draußen. Also zählt dieses Erlebnis nur so halb…

2012

So richtig gesehen und beobachtet habe ich sie dann vor Gansbaai auf einer Walewatchingtour die von Biologen begleitet wurde. Ganz aufgeregt waren sie, als die ersten Vögel über dem Meer ankündigten, dass sich da gerade etwas Großes abspielt. Und so war es dann auch. Wir fanden uns wieder in tausenden von Delfinen und mittendrin tauchten auch immer wieder majestätische Wale auf. Ein Spektakel was mich umgehauen hat….

Zu der Zeit lebte ich in Südafrika und bin Walen und Delfinen dann natürlich noch häufiger begegnet. Beim Kajaken, beim Joggen am Meer und einmal sogar beim Fliegen. Ein guter Freund hat ein Flugzeug und hatte mich mitgenommen. In der Bucht vor Kapstadt haben wir dann aus der Maschine heraus eine Walmutter mit Albino-Baby gesichtet. Auch so ein „Once in a lifetime“ Erlebnis von dem ich noch heute schwärme und um das mich sicherlich, der ein oder andere Meeresbiologe beneidet.

Hast Du schon einmal in einem Naturschutzprojekt mitgearbeitet? Wenn ja, in welchem?

Ich habe in noch keinem Naturschutzprojekt mitgearbeitet. Dafür habe ich mich bei Make-a-wish für Kinder engagiert (Siehe LINK) und schreibe auch auf meinem Blog über soziale Projekte oder ethik-konformes Reisen.

Warum interessierst Du Dich für die Dominikanische Republik? Warst Du schon mal dort?

Ja, ich war in der Tat schon einmal in der Dominikanischen Republik. Im Jahr 2005 war führte mich meine allererste Fernreise dahin und ich war damals noch eine sehr naive Urlauberin. Die keine Armenvirtel kannte und auch nicht wußte, wie man sich wo richtig verhält. Vieles hat sich geändert seit damals, aber dieses Land und seine Menschen waren auch der Auslöser für meine Veränderung. Dort zu erleben, dass Lebensfreude nichts mit Wohlstand zu tun hat, war eine wichtige Lektion für mich, für die ich bis heute dankbar bin. Sehr gerne würde ich auch an diese Orte zurückkehren und schauen, was sich seither verändert hat. Übrigens entstand auch mein allererster Blogartikel in der Dominikanischen Republik, aber ich weiß gar nicht genau, ob es so gut ist, wenn ihr den lest, weil er wirklich aus der Perspektive einer unerfahrenen, jungen Frau entstanden ist. (Siehe Link)

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Welche Erfahrungen hast Du schon mit Social-Media Reporting und Blogging gemacht (hier gerne Beispiele einfügen)?

Ich habe als Corporate-Bloggerin für South African Tourism angefangen zu schreiben, als ich von 2011-2013 in Südafrika lebte. Ein paar der Beiträge sind noch online zu finden (Siehe Link)

Inzwischen habe ich meine eigene Website aufgebaut und blogge unter dem Namen „Couchabenteurer“. Man findet mich auf allen wichtigen Social Media Plattformen von FB, Twitter, Pinterest bis YouTube. (www.couchabenteurer.de)

Außerdem habe ich im letzten Jahr meinen Abschluss als Social Media Managerin gemacht, kann 20ig Jahre Marketing und Grafikerfahrung nachweisen und bin eine passionierte Hobbyfotografin (siehe Instagram oder Flickr).

Ich denke ich kann von mir sagen, dass ich eine passionierte, sowie routinierte Social Media “Tante“, Bloggerin und neuerdings auch Vloggerin bin.

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Welche Sprachen sprichst Du? Kannst Du Englisch und Spanisch? Wenn ja, wie gut?

Durch meinen Auslandsaufenthalt in Südafrika spreche ich fließend Englisch.

Spanisch habe ich immer mal wieder gelernt, aber nie richtig. Ich bin 6 Wochen alleine durch Paraguay, Uruguay & Argentinien gereist und mit meinem Hörveständnis und ein paar einfachen Sätzen immer gut zurecht gekommen. Außerdem war ich noch weitere 8 Wochen in Chile, Peru und Bolivien mit meinem damaligen Partner unterwegs. Auch dort hat uns Spanisch begleitet.

Ich würde sagen, dass ich zumindest in Unterhaltungen mitbekomme, worum es geht. Nur beim Sprechen bin ich dann doch sehr gehemmt. ABER ich habe mich gerade letztens für einen Sprachkurs bei „Jicki“ angemeldet und möchte mein Wissen wieder auffrischen und ausbauen. Ich mag Spanisch einfach und liebe das lockere „¡hola!”

Ich bin davon überzeugt, dass ich sehr schnell wieder ein Gespür für die Sprache entwickle, wenn ich vor Ort bin. Einfach weil es mir Freude bereitet zu kommunizieren.

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Bei aller Motivation als Frage und Antwortbogen, ein persönliches Statement vermittelt einen viel besseren Eindruck. Deshalb gab es zu meiner schriftlichen Bewerbung auch noch ein Video:

So sah meine Bewerbung aus! Ich hoffe ich konnte dich gleich mit überzeugen. Bist du vielleicht neugierig geworden, wie der ganze Prozess aussieht, um Walflüsterer zu werden? Dann lies gerne mal hier weiter:

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Gute Länder. Böse Länder – Was ich in El Salvador übers Reisen & die Welt lernte

Immer wieder wird uns durch Politik und Medien suggeriert es gäbe auf dieser Welt gute Länder aber auch die, die gaaaanz, ganz böse sind. Wo man mit Betreten der Straße quasi schon direkt ausgeraubt, willkürlich verhaftet oder direkt umgebracht wird. Aber ist dem wirklich so? In diesem Beitrag berichte ich über meine erste Erfahrung mit einem solchen „Schurkenstaat“ und zeige dir auch in Bildern, was mich Böses erwartet hat.

Nein, natürlich nicht! Sondern ich möchte dir zeigen, dass die Welt abseits der Medien oft eine ganz Andere ist!IMG_7483

Reisen verändert

Reisen verändert und viele Länder haben mich im Laufe meines Lebens geprägt, anders denken lassen oder mir einen neuen Sichtwinkel geschenkt. Ich bin dankbar für all die Guten, aber auch die lehrreichen Erfahrungen, die ich unterwegs machen durfte. Denn letztlich waren sie es, die mir geholfen haben, ein anderes Bild über Menschen, Kulturen oder Religionen zu bekommen.

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Von Reisewarnungen und Facebook-Posts

Ein Land was mich tief bewegt und mit einem weinenden Auge zurück gelassen hat, war El Salvador. Eigentlich eines der Reiseziele wohin dich deine Eltern nie hingehen lassen möchten, bei dem dich deine Freunde für bekloppt halten und das Auswärtige Amt warnt. Ich wollte trotzdem hinreisen, weil ich ein super Flugschnäppchen dank eines Error Fare ergattert hatte. Für 350 EUR nach Zentralamerika, das passiert einem nicht so häufig im Leben und das mußte genutzt werden. Da ich diesen Preisfehler in einer schlaflosen Nacht entdeckt und sofort gebucht hatte, wusste ich auch gar nicht so recht, was mich vor Ort erwartet.

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Der Shitstorm

Das bekam ich dann erst am Morgen unter meinem Facebook-Post zu lesen, indem ich fröhlich meine Freude über den Schnäppchenurlaub geteilt hatte. „Mädel bist du bescheuert?“, „Weißt du eigentlich was dich da erwartet?“, „Hast du die Warnungen vom Auswärtigen Amt nicht gesehen?“. So und noch viel anschaulicher prasselte es auf mich ein, als ich all die Kommentarflut las. Etwas eingeschüchtert, machte ich mich dann doch im Netz auf die Suche nach „El Salvador + gefährlich“. Ganz übel übrigens, wenn man dazu die Bildersuche anmacht. Und auch das Auswärtige Amt lies nicht viel Gutes erahnen.

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Up and away

Ich flog trotzdem. Alleine als Frau und das nicht etwa als Pauschalreisende in eine All-Inclusive-Anlage, sondern als Backpackerin. Natürlich hatte ich einen heiden Respekt, um nicht zu sagen ziemlich Schiss. Aber hey, mein Budget reichte nicht für tolle 5 Sterne Anlagen und ich wollte mich auch nicht um Sonne und Meer bringen lassen, wegen dieser Unkenrufe. Für die ersten Nächte hatte ich mir eine Airbnb Unterkunft am Meer in El Zonte gebucht und fuhr mit dem Taxi vom Flughafen dahin. Die restliche Reise wollte ich mir vor Ort zusammen buchen.

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Der erste Kontakt mit der Realität

Am ersten Morgen nach meiner Ankunft erkundete ich den Ort, spazierte am Strand, schlenderte durch die Gassen, kehrte in Restaurants ein und lerne auch die ersten Leute kennen. El Zonte ist, wie fast die gesamte Küste, ein Paradies für Surfer und entsprechend coole und relaxte Leute waren hier unterwegs. So viel es mir auch überhaupt nicht schwer, hier Anschluss zu finden.

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Ich lernte zwei junge El Salvadorianer kennen, wir verbrachten den ganzen Tag und Abend zusammen und quatschten über Stunden von Gott und der Welt. Sie zeigten mir ihre Lieblingsbars, den besten Sundowner-Spot und ich bekam jede Menge Tipps für ihr Land.

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Natürlich sprachen wir auch über Kriminalität, wo diese stattfand und wie man sicher durch El Salvador reist. Aber sie machten mir auch Mut, ihrem Land aufgeschlossen zu begegnen. Mich zwar an die Regeln zu halten, aber sonst einfach die Gastfreundschaft und Herzlichkeit zu genießen.

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Anders als gewarnt

Und das Tat ich dann auch. Mit jedem Tag wurde ich mutiger, arbeitete mich mit Bussen von Ort zu Ort oder fuhr auch schon mal mit den Locals auf der Ladeklappe eines Buggy mit. Ich genoss die Hilfsbereitschaft der El Salvadorianer, ihr Interesse an Reisenden und die lebensbejahende Einstellung der Menschen im Land. Ich fühlte mich frei und verstand auch irgendwann überhaupt nicht mehr, warum alle Welt mich vor dieser Reise abbringen wollte. Das was ich hier erlebte, waren nur schöne Momente, tolle Landschaften, leckeres Essen und entspannte Menschen.

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Unerwartete Hilfe

Ich erinnere mich an eine Situationen in der mir Hilfe angeboten wurde, weil ich scheinbar orientierungslos an der Straße stand. Ein netter Mann (der sich später als Zivilpolizist zu erkennen gab) kam auf mich zu und fragte, ob ich mein Hotel suchte. Damit ich sicher dort ankam begleitete er mich bis vor die Tür. Völlig unaufdringlich und nur aus reiner Höflichkeit.

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Liebgewonnene Freunde

Ein anderes Mal saß ich hungrig im Restaurant, verstand die Karte nicht und lernte dadurch Anna und Dan kennen, ein einheimisches Ehepaar. Auch sie boten mir ihre Hilfe an und weil wir uns so gut verstanden, verabredeten wir uns am nächsten Tag zum gemeinsamen Sightseeing. Wir verbrachten den ganzen Tag miteinander und am Abend luden sie mich sogar noch auf ihre Farm ein. Ich blieb zwei Nächte und als sie mich am dritten Tag zurück zum Bus brachten, brachen wir alle in Tränen aus. Wir hatten uns so gern gewonnen und der Abschied fiel unendlich schwer.

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Mit Locals unterwegs

Aber in San Salvador erwarteten mich schon meine zwei Kumpels, die ich am ersten Tag meiner Reise kennengelernt hatte. Sie wollten mir unbedingt ihre Stadt zeigen und auch mit ihnen verbrachte ich weitere Tage und lerne das Land aus der Sicht von Einheimischen kennen. Sie fuhren mit mir zu ihren Lieblingsplätzen, wir tranken gemeinsam, lachten gemeinsam und wurden mehr und mehr zu Freunden. Und als auch hier meine Zeit gekommen war und der Abschied anstand tat das richtiggehend weh. Noch nie hatte ich auf Reisen derartige Gastfreundschaft erfahren und das rührte mich (wieder mal) zu Tränen.

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Der Abschied

Als ich El Salvador dann wieder verließ blieb ein Stück meines Herzens da. Aber auch die Lektion, dass man viel über eine Gegend lesen und hören kann, aber nur die eigene Erfahrung lehrt einen, wie die wirkliche Seele des Landes ist – abseits aller Statistik. Und El Salvador hatte für mich eine sehr gute – eine weltoffene, herzliche und willkommen heißende. Ich habe so viele, so wunderbare Menschen getroffen und mit ihnen eine so fantastische Zeit gehabt, dass ich noch heute gerne daran zurück denke.

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Mein Learing

Wenn ich dieser Tage die Seiten des Auswärtigen Amtes studiere, dann lese ich die Zeilen differenzierter. Ich lass mich nicht mehr pauschal abschrecken oder von Meinungen einschüchtern. Ich habe gelernt, dass viele Länder große Sorgen oder gar Problemviertel haben – so wie bei uns inzwischen auch.

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Trotzdem und das ist mir so wichtig, gibt es überall auf der Welt Menschen, die eigentlich nur friedlich ihr Leben leben wollen. Wie wir, möchten sie ihre Kinder glücklich aufwachsen sehen, sich sicher in ihrem Land bewegen und ein gutes Leben führen. Vieles von dem, was sich auf der Welt abspielt sind politische Konflikte oder Machtgehabe, aber der kleine „Mann“ will doch einfach nur leben und zufrieden sein.

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Die Welt ist nicht grundsätzlich böse und gefährlich, auch wenn uns das oft durch die Medien suggeriert wird. Diese Lektion habe ich in El Salvador gelernt und auch, was Gastfreundschaft bedeutet.

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Mich hat diese Reise geprägt, weniger auf die Meinung Anderer zu geben und mir selbst ein Bild zu machen. Zwar sind Sicherheitshinweise gut, richtig und wichtig, aber man muss sie eben kritisch betrachten. In welcher Region finden die Konflikte wirklich statt, betrifft es überhaupt Reisende und wie verhält man sich daraus ableitend?

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Dinge, die ich auch auf allen Trips danach beherzigt habe und sehr gut damit fahre – von Lateinamerika, über Afrika bis nach Asien. Die Welt teile ich nicht mehr pauschal in gute und böse ein, weil uns das so diktiert wird. Ich differenziere zwischen Politik und den Menschen vor Ort und gebe gerne auch Ländern eine Chance, die auf der Hitliste der Reisenden nicht ganz oben stehen.

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Und vielleicht hast du ja auch dieses eine Reiseziel im Kopf, wo dein Herz hinreisen möchte, aber dein Umfeld Panik schiebt? Im Besten Fall habe ich dich jetzt ermutigt, mal auf die Suche zu gehen und dich eingehender mit einem Land, seinen Problemen und Konflikten zu beschäftigen. Und wer weiß schon, ob du dabei nicht vielleicht rausfindest, dass du dahin sicher reisen kannst und den Schritt sogar wagst, so wie ich? (Falls ja, sag doch bitte Bescheid).

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In diesem Sinne:

#get up & discover!

PS: Ich habe für diesen Beitrag bewußt nur Bilder von Menschen und nicht der Lanschaft rausgesucht, weil ich damit auch sichtbar machen wollte, welche wunderbaren Persönichkeiten mir auf meiner Reise durch El Salvador begegnet sind.

Mit diesem Beitrag beteilige ich mich an der Idee von Igor von 7Kontinte, einen Artikel zu verfassen der beschreibt, wie das Reisen mich verändert hat. Einen Impuls den ich gerne unterstütze, weil es ja auch genau mein Thema ist – sich von der Couch runter zu bewegen, eigene Erfahrungen zu machen und daran zu wachsen. Ich danke Igor für diese schöne Idee und hoffe ihr schaut auch bei ihm vorbei und lasst euch von den Geschichten der anderen Reisenden die zum „Projekt 360: Um die Welt, zu dir selbst“ geschrieben haben, inspirieren. Dazu folgt bitte dem LINK.

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GuteLänder-BöseLänder-360Grad-ElSalvador

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Punta del Este – Alles was du wissen solltest! Plus 15 Ideen für deinen Trip

Du möchtest Uruguay für dich entdecken? Dann gehört auch ganz sicher Punta del Este dazu. Auf meinem Vierländer-Solo-Backpack-Trip habe ich diesen Hotspot besucht und so einiges darüber gelernt. Mein Wissen möchte ich gerne mit dir teilen und dir Tipps für deine Reise geben.

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Für 11 Monate im Jahr ist Punta del Este ein ruhiger Urlaubsort an der Küste Uruguays, der von den Einheimischen liebevoll „Punta“ genannt wird. Viele der Ferienappartments stehen in der Zeit unbenutzt leer und auch die meisten Bars, Restaurants und Clubs haben geschlossen. Für Backpacker ist das die beste Zeit hierher zu reisen, denn auch die Preise sind dann im Rahmen.

Hotspot der Celebraties

Das wandelt sich aber schlagartig in den Sommerferien der Südamerikaner, wenn der Ort zum beliebtesten Reiseziel für Argentinier, Brazilianer und den Einheimischen wird. Und um es an Zahlen greifbar und festzumachen: In der Hochsaison (Dezember bis Mitte Januar) steigt die Zahl der Bevölkerung von rund 20.000 auf 250.000.

Ich denke, man kann gut und gerne sagen, dass Punta del Este dann sogar der Hotspot für alle Südamerikaner ist, die es sich leisten können. Denn hierher reisen dann die Schönen, Reichen oder Berühmtheiten, um den Sommer ihres Lebens zu feiern. Du kannst hier auch schon mal Shakira, Naomi Campbell and Zinedine Zidane begnen. Man nennt Punta del Este auch gerne mal das „Monaco von Südamerika“ oder vergleicht es mit Saint Tropez oder Rimini in der guten alten Zeit. Mit all den Yachten, teuren Autos und hübschen Frauen ist es ein „Rich-Mans-Paradiese“.  Das muss man wollen, besonders wenn man mit kleinem Budget reist.

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Verrückte Zimmerpreise

Das wußte ich vor meinem Trip nur so im Ansatz. Bewusst ist mir das dann erst vor Ort geworden, als ich die Hotelzimmerpreise checkte. Ein nomales, basic Zimmer kostet dann unfassbare 400 Dollar! Mich hatte es fast vom Sockel gehauen, denn wir reden hier nicht über fünf Sterne mit Spa und Haute Cousine inklusive, sondern über ein normales Hotelzimmer ohne Extras. Da ich Punta del Este aber auf keinen Fall auslassen wollte, blieb mir nur die Buchung eines Hostels. Das schlug mit 40 EUR im 10er Dorm aber eigentlich nicht weniger zu Buche. Die Besitzer kassieren hier auch 400 EUR (10x 40 EUR) für ein ranziges, dunkles Zimmer, was man sich zudem noch teilen muss.

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Nebensaison lohnt sich

Meine Freunde aus Montevideo haben mir aber versichert, dass sich die Preise außerhalb der Ferien aber wieder normalisieren und man dann hier auch mit normalem Geldbeutel urlauben kann. Wer also einen Besuch plant, sollte ganz genau schauen, wann er hierher reist und mit welchem Budget! Wichtigester Punkt überhaupt! Man kann sich schnell arm und häßlich fühlen, wenn man hier als Normalo & Backpacker in der Hauptsaison unterwegs ist.

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Sicherheit

Ich hab ich hier auch als alleinreisende Frau stets sicher gefühlt – wie in ganz Uruguay, was als eines der sichersten Reiseländer überhaupt gilt. Auch für Gay-Couples ist es ein ideales Reiseziel, weil man hier sehr tolerant ist gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren.

Anreise von Montevideo

Man kann sich von Montevideo ein Auto mieten und so die 140 km fahren oder wie ich es gemacht habe, den Bus nehmen. Die Strecke entspricht in etwa 2 Stunden Fahrtzeit. Die Busse in Südamerika sind klimatisiert und als Europäter friert man hier leicht. Nehmt euch auch im Sommer ein Jäckchen mit.

Punta del Este erleben

Wer den Ort (trotz Hauptsaison) auf seinem Trip entlang der Küste Uruguays trotzdem nicht auslassen möchte, der macht es so wie ich und leiht sich ein Rad, steht früh auf und genießt die Dinge die hier nichts bis wenig kosten. Ich hab mal ein Tipps zusammengestellt, was man neben Party, Restaurants und Bars noch so machen kann, auch mit kleinem Budget.

Besuch die Hand im Sand

La Mano de Punta del Este – ist das wohl bekannteste Wahrzeichens Urugays befindet sich in Punta del Este direkt am Brava Beach an einem der beliebtesten Strandabschnitte. Skulptur ist auch als Los Dedos (Die Finger) oder Hombre emergiendo a la vida (Mann, der in das Leben auftaucht). Im englischen sagt man auch gerne einfach The Hand (Die Hand). Erschaffen wurde die Skulpur von dem chilenischen Künstler Mario Irarrázabal im Jahr 1982, während einem international Treffen für Modern Sculptur. Bis heute steht sie an ihrem ursprünglichen Ort und wurde kaum verändert. Für mich war der Besuch ein absolutes „MUSS“. Da ich mich aber nicht mit tausenden Touristen um ein Foto prügeln wollte bin ich einfach ganz früh aufgestanden, habe das warme Licht der Sonne genutzt, um hier zu fotografieren.

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Leih dir ein Fahrrad

Für mich es eine der schönsten Arten, eine Gegend zu entdecken, wenn ich mir ein Rad ausleihe und einfach durch die Gegen cruise. Fahrräder kosten hier nicht die Welt und man kommt mit ihnen nahezu überall hin. Für mich hat sich ein Ausflug entlang der Küste gelohnt. Nicht nur der Ausblick aufs Meer, sondern auch auf die Ferienhäuser hat hier eine besondere Qualität. Der Verkehr ist selbst in der Hochsaison nicht chaotisch wie etwa in Asien und man findet sich recht leicht zurecht. Navi-App hilft natürlich, den Weg zurück ins Hotel zu finden.

Surf die Wellen der Locals

Sich in die Fluten und Wellen zu werfen ist immer eine gute Idee. Allerdings wirst du dich an der Playa Brava wohl um die besten Wellen prügeln müssen. Mein Tipp daher, frag die Locals wo du abseits der Massen ein paar gute, surfbare Wellen findest. Sie helfen dir gerne weiter. Mir wurde der Strand von Montoya zum Surfen empfohlen, aber schau mal, ob der inzwischen auch zu überlaufen ist.

Entdecke das ursprüngliche Punta del Este

Spaziergänge kosten nichts, halten fit und am Stand sind sie zudem noch Seelenschmeichler pur. Du kannst dich easy auch allein als Frau aufmachen und die Gegend für dich erkunden. Ob du joggst, gemütlich bummelst oder einfach barfuß durch die auslaufenden Wellen spazierst, es ist ein idealer Weg den Ort zu entdecken und die Küste zu genießen. Du kannst zum Leuchtturm (Faro de Punta del Este) wandern und ihn sowie die kleine blaue Kirche (Iglesia Candelaria) neben dem Observatorium besuchen. Hier bekommst du ein ziemlich gutes Gefühl dafür, wie die Stadt vor dem touristischen Boom war.
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Schau den Fischern im Hafen zu & kauf hier frischen Fisch

Ein Hafenbesuch ist für mich eigentlich auch immer ein Pflichtbesuch in einem Fischerort. Noch immer gibt es auch in Punta del Este Fischer die mit ihren kleinen Booten rausfahren zum Angeln. Du kannst sie wunderbar beobachten, wenn sie mit Kippe im Mund den Fisch bearbeiten und dabei von Albatrossen und Seelöwen belagert werden, die hoffen hier einen Happen zu ergattern. Am besten kaufst du deinen Fisch, Jakobsmuscheln oder die Shrims für den Essen direkt von hier. Frischer geht es nicht. Wenn du nicht selbst kochen magst, findest du rund um den Hafen auch verschiedenste Restaurants und Bars mit exzellentem Sea-Food.

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Sonne, Strand und Meer

Manchmal ist es ja völlig fein, einfach mal einen Strandtag einzulegen, warum nicht hier? Sonne, Strand und Meer sind gut für´s Gemüt und es gibt immer etwas zu schauen. Zudem schont ein Strandtag auch den Geldbeutel. Kauf dir Wasser und Snacks im Supermarkt und verbring die Zeit damit Leute zu beobachten, Beachvolleyball oder Soccer im Sand zu spielen. Beliebte Strände sind „Playa Mansa“ und „Playa Brava„. Wer es ruhige Strände etwas abseits sucht, der ist bei Bikini Beach in La Barra oder dem noch ruhigeren Spot in Jose Ignacio genau richtig. Dorthin kommst du mit den lokalen Bussen oder eben mit dem Rad.

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Schau dir Casapueblo an

Im Casapueblo (sp. Haus des Volkes/Dorfs) wirst du die Kunst des bekannten uruguayischen Künstlers Carlos Páez Vilaró finden. Es beherbergt neben dem Museum noch eine Kunstgalerie, ein Hotel und ein Restaurant. Es gilt als das exzentrischste Museeum Uruguays und allein das Bauwerk ist ein Hingucker, was du dir unbedingt anschauen solltest.

High Tea im L’Auberge

Wenn du dir doch mal was gönnen willst, dann geh zum High Tea im L’Auberge, Punta’s bedeutendstem Hotel, bei dem sich um sechs Uhr die Einheimischen treffen, um sich mit dekadent süßen Waffeln mit Dulce de Leche zu verwöhnen. Ein Traum das Zeug. Dulce de Leche ist wie Nutella ein Brotaufstrich, man kann ihn mit Milchkaramel übersetzen und natürlich wie ich, auch Löffelweise genießen;)

Besuch den Skulpturenpark „Fundacion Pablo Atchugarry“

Der Skulpturenpark der Fundacion Pablo Atchugarry ist definitiv einen Besuch wert. Es ist herrlich, durch den Park zu schlendern und die zahlreichen Skulpturen aus unterschiedlichen Perspektiven zu bewundern. Im Park selbst finden auch oft Musik– und andere Veranstaltungen statt.

Entdecke die Seelöwenkolonie von „Isla de Lobos“

Wer sich für Seehunde, Seelöwen und Seeelefanten begeistert, für den lohnt sich sicherlich ein Bootstrip zur Ilsa de Lobos. Hier kann man die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Allerdings ist die Überfahrt nicht gerade günstig und dauert recht lange, aber wenn man ohnehin Lust auf einen Bootstrip hat, lohnt sich auch das.

Natur pur im Park „Arboretum Lussich“

Wenn du gerne wanderst und eine Insel der Ruhe suchst, bist du in diesem wunderbar bewalteten Park genau richtig. Er ist perfekt geeignet an heißen Tagen im Schatten des Waldes zu wandern und die Natur zu geniessen. Der Weg nach oben bietet zudem eine Panorama Sicht nach Punta. Pflanzen und Bäumen sind mit QR-Codes markiert und machen es dir leicht, hier mehr über die lokale Fauna zu erfahren. Ein kleines Museum erzählt die Geschichte des Besitzers Lussich und stellt Cazuelas (Wandkacheln) aus. Aber das Beste ist, dass der Park keinen Eintritt kostet und du ihn einfach so genießen kannst.

Romantischer Sonnenuntergang bei „Jose Ignacio Beach“

Schnapp dir ein kaltes Quilmes (das bevorzugte argentinische Bier), leg dich mit einer Decke ans Ufer (je nach Geschmack, weit oder nah bei den D.J.’s) und genieß Punta´s  beliebtesten Spot für Sundwoner.

Werde reich im „Conrad Casino“

Schmeiß dich in deinen schicksten Fummel, nimm etwas Taschengeld mit und probier dein Glück im Casino. Selbst wenn du hier nicht zum Glücksritter wirst, gibt es mit Sicherheit eine Menge Kuriositäten zu beobachten, wie in wohl jeder Spielbank dieser Welt.

Auf Tauchgang im „Museo del Mar“

Sollte es doch mal einen Regentag in Punta geben und dich zum „Abtauchen“ zwingen, dann empfehle ich dir das „Museo del Mar“. Das viel gelobte Museeum beehrbert eine Reihe von Walskeletten, ausgestopfte Vögel, Fische, Seelöwen, Muscheln sind hier zu bestaunen und vermitteln einen Eindruck über die Meer und Küstengebiete Uruguays.

Olivenöl und Weinprobe im Colinas De Garzon

Mit rund 16 Dollar nicht ganz günstig ist die Oivenöl und Weinprobe m Colinas De Garzon, aber für Genussmenschen lohnt sich der Ausflug in die etwas abseit gelegene Hotelanlage ganz sicher. Du lernst zudem viel über die Prozesse der Ölherstellung und kannst auf dich auf einem Anhänger durch die Weinberge fahren lassen.

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Ich hoffe meine Ideen und Hinweise zu Punta del Este haben dir geholfen deinen Trip besser planen zu können. Lass mich gerne wissen, was du an meinen Tipps ausprobiert hast und wie es dir gefallen hat. Oder hast du selbst noch Highlights in Punta, die hier fehlen? Dann kommentiere hier oder schreib mir via Kontaktformular. Ich freue mich.

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San Pedro Sula die tödlichste Stadt der Welt & die unbegründete Angst vor Honduras

Schwer schlucke ich als ich mich durch die Liste der tödlichsten Städte der Welt klicke und auf Platz 1 San Pedro Sula entdecke. Der Ort an dem unsere Honduras Reise beginnen soll.image-2015-09-25(95)159 Morde auf 100.000 Einwohner sind eine ziemliche Hausnummer. Anders ausgedrückt heißt das auch 3 Tote pro Tag in der Stadt. Denen möchte ich weder begegnen, noch möchte ich eine von ihnen sein.image-2015-09-25(94)Ich bin nicht naiv, was Reisen betrifft und auch nicht unerfahren mit Konfliktländern. Auch ist mir klar, dass es für Honduras eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gibt. image-2015-09-25(87)Das hat mich bisher alles nur wenig beeindruckt, aber dieses Todesliste und das Bild dazu machen mich wirklich nachdenklich. Was, wenn es dort wirklich lebensgefährlich für uns ist? image-2015-09-25(93)Wenn ich etwas riskiere, dann ist das mein Problem. Wenn ich meinen Partner mit in so ein Land schleppe, dann sehe ich mich in der Verantwortung auf seine Sicherheit zu achten. image-2015-09-25(88)Wieder und wieder blättere ich durch die Statistik, vergleiche die Städte die ich kenne mit den Zahlen von San Pedro Sula. Mache ich mir Gedanken um Juarez in Mexiko, die Stadt die ich bisher für am gefährlichsten hielt und deshalb gemieden habe.Utila HondurasAndererseits war ich auch alleine und gegen jede Warnung in El Salvador. Ich bin dort als Frau mit dem Rucksack durchs Land gereist und hatte eine der besten Reisen überhaupt. image-2015-09-25(90)Ich hab mich nicht unsicher oder komisch beäugt gefühlt und schon gar nicht hab ich irgendeine Gefahr ausmachen können. Die Menschen waren herzlich, haben mich willkommen geheißen und mich zu sich nach Hause eingeladen. Ich bin auf der Pritsche von LKWs gereist und war selbst nachts mit dem Taxi unterwegs. Gracias HondurasVor El Salvador hat das Auswärtige Amt auch massiv gewarnt. Also fange ich an mich zu belesen. Honduras Copan RuinasUm welche Art von Gewalt handelt es sich in Honduras? Welche Orte sind betroffen? Wann finden Verbrechen statt? In wieweit betrifft es Touristen? Ich netzwerke mit Bloggern, frage bei mir bekannten Lateinamerikanern nach und entschließe mich letztlich diese Reise anzutreten. image-2015-09-25(91)Nicht des Risikowillens und auch nicht aus Trotz. Sondern aus Neugier auf ein Land, was ich anders kennen lernen möchte als aus der Statistik. Genau wie ich El Salvador die Chance gegeben hatte mich zu begeistern, so möchte ich nun auch Honduras von seiner liebenswerten Seite entdecken.image-2015-09-25(89)Als wir am Flughafen in San Pedro Sula gelandet sind, steigen wir in unseren Mietwagen und unsere Route führt ins Stadtzentrum. Ich gebe zu, dass ich ein mulmiges Gefühl habe. Alles ist neu und fremd. Da kann man sich nicht sicher fühlen und schon gar nicht mit dem Wissen um diese Stadt.Doch ich sehe keine Leichen an der Straße. Keine maskierten Männer am Straßenrand und auch keine Waffen in den Händen der Menschen. Ich erlebe eine völlig normale lateinamerikanische Stadt, wie ich sie schon häufiger gesehen habe.

San Pedro Sula

San Pedro Sula

Sehr amerikanisch ist San Pedro Sula, das fällt mir auf. Die üblichen Fast-Food-Riesen, wie ich sie aus Florida kenne, finden sich an den Einfallsstraßen. Ebenso wie Megastores & Einkaufsmalls, ein schickes Hilton und die üblichen Tankstellenketten.image-2015-09-25(92)Nichts Besonderes, denke ich mir. Wir sind tagsüber unterwegs und ich erinnere mich an das was ich über Honduras herausgefunden habe.image-2015-09-25(83)Die Stadt hat ein Gewaltproblem zwischen rivalisierenden Banden und das wird meist auch erst nachts sichtbar. Touristen werden daher eher selten zum Opfer oder werden dies gar nicht migbekommen. Und genau so sieht es hier für mich aus. Wir lassen die Stadt hinter uns, ohne auch nur um Ansatz etwas Schlimmes oder Angstmachendes gesehen zu haben. Viel zu spät und bereits im Dunkeln erreichen wir La Ceiba.image-2015-09-25(84)Auch eine Stadt über die ich nicht viel Gutes gehört habe. Ich fühle mich sichtlich unwohl hier durch die Straßen zu fahren und das vorher gebuchte Hotel zu suchen. Navigation funktioniert in Honduras nicht.Gracias HondurasDer mitgebrachte ausgedruckte Google Übersichtsplan hat mit der Realität nicht viel zu tun. So irren wir umher durch dunkle Gassen und komische Gegenden. Nein, im Dunkeln werde ich sicherlich keine Ausflüge mehr machen das steht für mich fest, nachdem wir unser Hotel erreicht haben.image-2015-09-25(85)Es ist nichts passiert und wir haben auch nichts Schlimmes gesehen. Ich fühle mich nachts einfach nicht wohl und mein Bauchgefühl sagt mir, dass es besser ist, nur tagsüber unterwegs zu sein und daran halten wir uns ab sofort.image-2015-09-25(87)Unsere Road Trip durchs Honduras setzt sich fort. Wir fahren nur im Hellen und erleben ein wunderbares Land, welches all eine landschaftliche Schönheit offenbart. Welches mit geschichtlichen und kulturellen Highlights lockt und mit einer traumhafte Karibikküste aufwartet.Utila HondurasWir halten uns an die Sicherheitswarnungen, meiden Konfliktzonen und Nachtfahrten. Wir begegnen den angekündigten Straßenkontrollen, die in Honduras mehr als üblich sind und an festen Kontrollpunkten stattfinden.image-2015-09-25(86)Verstärkt findet man sie in Richtung La Moskita, denn das Gebiet gilt als Drogenanbauregion schlecht hin. Hier soll der „War against drugs“ der US-Armee sich einen direkten Kampf mit den Drogenbaronen liefern. image-2015-09-25(80)Da das Gebiet ohnehin nicht wirklich mit dem Mietwagen bereisbar ist und auch unter Einheimischen als gefährlich gilt, haben wir diese Gegend völlig aus unserer Planung ausgeklammert. Man muss es ja nicht provozieren.image-2015-09-25(96)Die Beamten an den Kontrollpunkten winken uns in der Regel freundlich durch, da sie sehen, dass wir Touristen sind. In der ganzen 16 tägigen Reise sind wir nur 1x kontrolliert worden und auch hier hat man uns respektvoll, freundlich und völlig fair behandelt. Honduras Copan RuinasWir fühlten uns dadurch nicht etwa bedroht. Im Gegenteil! Es gab uns ein Gefühl von Sicherheit und genau so sollte man diese Kontrollen auch sehen. Dani tauchenAm Ende unserer Honduras Reise steht fest: Wir haben uns zu keiner Zeit bedroht gefühlt, wir mussten keine Angst haben und Touristen bekommen in der Tat nichts mit von dem Kriminalitätsproblem des Landes.Honduras Copan Ruinas AraIch würde Jedem „Entdecker“ zu einer Reise nach Honduras raten und ihm ganz einfach ans Herz legen sich an die Warnungen und Sicherheitshinweise zu halten. Es ist kein Land für sicherheitsdenkene Pauschalurlauber, die ihre Zeit in abgeschotteten Anlagen verbringen. Dazu muß man nicht um die halbe Welt fliegen. Wer aber den Spirit, die sagenhaften Maya-Ruinen, die kleinen Geheimnisse und das Unterwasserparadies entdecken möchte, der ist hier genau richtig. Und der läßt sich hoffenltich durch all die schönen Bilder & Geschichten in diesem Artikel und meinem Blog zu einer Reise nach Honduras verführen.image-2015-09-25(97)Keine Nachtfahrten, Brennpunkte meiden und darauf hören, was die Locals empfehlen. Dann wird Jeder ein Land erleben, was sich als lohnendes Ziel darstellt und mit seiner Schönheit bezaubert.image-2015-09-25(98)Und hier meine ich auch explizit die Menschen, denn wir haben die Hondurianer als sehr freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit empfunden.Gracias HondurasWer dennoch Bedenken hat, dem empfehle ich den Austausch mit Menschen die das Land kennen. Schreibt mich oder andere Blogger an, nutzt das Internet zum Austausch mit Locals und dann hört man einfach auf sein Bauchgefühl. Danach entscheidet man sich für oder gegen eine Reise nach Honduras.Honduras Aguas Termales "El Presidente"Wer sich durch mich bestärkt sieht, dem empfehle ich meine einzelnen Artikel zur Inspiration und hoffe damit die Neugier auf dieses bezaubernde Land weiter zu wecken.image-2015-09-25(100)In diesem Sinne:

#Get up & enjoy

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Honduras Ι Copán Ruinas & das Geheimnis der Maya-Ruinenstadt

Noch immer habe ich die Augen geschlossen und versuche zu verstehen, was dieser Ort mit mir macht. Ich atme tief, gerade so als könnte ich ich die Magie und alles Zauberhafte, was mich umgibt in mich aufsaugen. Jedes Knarzen der Riesenbäume, jeden Ruf der Aras und jeden Windstoß versuche ich bewußt wahr zu nehmen. Was ist es, was einen hier so fesselt?image-2015-09-16(25)Wir sind nach Honduras gereist und besuchen die weltberühmten Ruinen von Copán. Sie sind Zeitzeugen der weit über 1.000 Jahre alten Maya-Dynastie und Sinnbild einer untergeganenen Kultur. Direkt am Eingang begegnen wir dem heiligsten Vogel der Maya, dem Ara. Wiederangesiedelt im archäologischen Park hat er hier eine alte, neue Heimat gefunden. Und mit diesen Vögeln wirkt es fast so, als sei ein Teil der Vergangenheit zurück gekehrt und hat der versteinerten Geschichte neues Leben eingehaucht. Überall auf den Ruinen findet man ihr Abbild, in Fels gehauen und als Skulpturen an den Tempeln für alle Zeit verewigt und nun zurück. Lebendig, laut und farbenfroh.image-2015-09-16(31)Wir stehen in der Schatzkammer von Honduras, inmitten einer grünen Oase umringt von meterhohen Stelen, steinernden Pyramiden und knarzigen Riesebäumen. Nein, ich hatte keine Vorstellung was mich hier erwarten würde und noch immer weiß ich nicht, was dieser Ort mit mir macht. Es ist nicht die erste Mayastätte die ich besuche und ich habe mich auch nie besonders für die Geschichte dieses Volkes interessiert. Wohl sind sie untrennbar mit der Kultur und Historie Lateinamerikas verbunden, aber emotional bewegt hat mich das nie.image-2015-09-16(8)Doch hier ist es anders. Dieser Platz hat eine Ausstrahlung, die sich mit Worten kaum beschreiben läßt. Wieder schließe ich meine Augen, drifte ab und ertappe mich dabei mir vorzustellen wie es hier rund 200 Jahre nach Christi ausgesehen haben mag. Ich erinnere mich an die Erzählungen um das Wissen der Maya, ihr Interesse an Sternen, Kunst und Architektur. Fast lebendig werden die Bilder in meinem Kopf beflügelt durch die Mystik, die diesem Ort beiwohnt.image-2015-09-16(26)Langsam steige ich die Treppen zur Akropolis hinauf und erst jetzt erschließt sich mir das Gesamtbild der Anlage. Vor mir der Große Platz, mit Ballspielplatz und Hieroglyphentreppe. Hinter mir die zwei Plaza´s mit Altar und Palast. Und über allem thronen majestätisch diese Riesenbäume. Mit ehrwürdigem Staunen bewundere ich ihren Überlebenswillen. Auf den kargen Steinmauern haben sie jede Niesche genutzt um Wurzeln zu schlagen. image-2015-09-16(27)Inzwischen sind es sehr mächtige Wurzeln und sie geben diesem Ort die Anmutung eines Märchenwaldes. Hatte ich mir nicht genau so als Kind einen Fabelwelt vorgestellt? Müßten diese Bäume nicht gleich erwachen, mir mit ihren Ästen die Hand entgegen strecken, um mich dann in ihr Reich zu entführen? Ja, genau diese Anmutung hat es hier. Ich fühle mich als schlafwandle ich durch einen Traum, erschaffen aus der Gedankenwelt eines kleinen Mädchens. image-2015-09-16Doch dieser Platz ist real. Ich kann ihn fühlen. Die durch die Sonne erhitzen Steinmauern, die schroffe Rinde der Bäume und die raue Oberfläche der Skulpturen. Ich bin von mir selbst überrascht, wie gefesselt ich von den Tempelanlagen bin und wie sehr mich die Geschichte der Menschen, die hier einst lebten, nun interessiert. Sie waren spirituell, sie hatten Opferplätze und heilige Vögel – wußten sie mehr als wir jetzt wissen? Warum sind sie um 900 n.Chr. so plötzlich verschwunden?image-2015-09-16(16)Mein Blick schweift über die dichten Wälder, das satte Grün und diese wildwüchsige Natur und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass lange Dürreperioden die Ursache des Untergang der Maya gewesen sein sollen. Nicht in dieser Gegend des Überflußes. Zumal der Mensch ja auch von jeher weiter zieht, wenn ihn das Land nicht mehr ausreichend ernährt. An die 21.000 Einwohner können ja nicht einfach verschwinden ohne Spuren zu hinterlassen, die man verfolgen kann.image-2015-09-16(33)Oder gab es doch ganz andere Ursachen die zum Untergang dieses Imperiums geführt haben? Dinge die unspirituelle Menschen nicht begreifen können? Geheimnisse, die nur die Mayas kannten? Haben sie uns in den Hieroglyohen ihrer Steintreppe vielleicht doch noch geheime Botschaften hinterlassen, die es zu entschlüssel gilt? Noch immer arbeiten Forscher und Archäologen an der Lüftung ihrer Geheimnisse.image-2015-09-16(35)Zu gerne würde ich verstehen was auf den Steinblöcken verewigt ist, zu neugierig machen mich die riesenhaften Skulpturen ihrer Herrscher und zu interessiert bin ich an den Relikten ihrer Zeit. Sehr lebendig kann ich mir daher vorstellen, wie sich Wissenschaftler mit allergrößter Hingabe um die Lüftung der Maya-Geheimnisse bemühen, wie sie alte Inschriften vergleichen und versuchen Puzzelteil für Puzzelteil zu einem Gesamtbild zusammen zu fügen.image-2015-09-16(36)Doch plötzlich kommt mir der Gedanke, dass ich es gar nicht mehr wissen will. Was, wenn die Lösung wirklich eine ganz simple ist? Verliert dann dieser Ort seine Magie? Muß dann Vorstellung nüchterner, belegbarer Fakten weichen? Für mich, jetzt und hier und heute steht fest, dass ich keine Erklärung mehr möchte. Zu schön, zu gedankenintensiv, zu abschweifend, zu phantasievoll waren meine eigenen Überlegungen und diese gönne ich auch Jedem der sich wie ich der Magie von Copán Ruinas hingibt.image-2015-09-16(34)Wer nach dieser Geschichte doch neugierig geworden ist, welche Historie sich hinter den Mauern, Stelen und Skulpturen verbirgt und welche sagenhaften Bilder noch verborgen blieben, dem sei mein Folgeartikel im Link empfohlen!

 

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Busfahrt des Grauens – Unterwegs in Bolivien

Ja man hat uns betrogen. Statt in schnieken Ledersitzen & einem passablen Bus sitzen wir in einer runtergekommenen Schabracke*.
Komfortabel und modern sah der Bus auf dem Verkaufsschild aus. Wegen der bequemen Schlafsessel haben wir ihn dann gebucht. Mit Lederbezug und Fußklappe sollten diese sein, damit wir eine erholsame Nacht haben, wenn die Fahrt schon die ganze Nacht lange dauert.

Dieses Gefährt hat rein gar nix mit dem zu tun, was uns vorgegaukelt wurde. Der Bus ist runtergerockt ohne Ende. Alles klappert, die Stoffpolster sind versifft, die Gardinen zerschlissen, die Fenster verschmiert, der Boden erzählt die Essensgeschichten ganzer Generationen von Busgästen und eine Toilette gibts natürlich auch keine und das im Überlandbus!

Bei 12h Fahrt könnte das einigermaßen Schweißperlenauf auf der Stirn & Druck auf der Blase bedeuten. Immerhin die Heizung geht, wobei 50 Grad warme Füße auch kein Wohlbehagen wecken. Und auch löblich ist, dass sich die Fenster aufschieben lassen. Von Frischluft ist aber keine Spur, dafür stinkt die Schabracke viel zu stark. Abwechselnd nach Abgasen und Kupplung oder Bremse.

Bus, Bolivien

„Pfiiiiieeeeef“  macht jedes Bremsgeräusch was deutlich hörbar ist. Je nach Kurve auch schon mal Pfiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeffffffiiiiiiieeeeefff“. Ach und totes Tier rieche ich auch von draußen. Dafür kann aber die Schabracke nichts. Den Geruch kenne ich von brasilianischen Straßen. Untrüglich ist dieser widerlich süssliche Gestank, der bei mir sofortigen Würgereiz auslöst. Die Kupplung aka Bremse kommt mir nun zur Hilfe und löst den Tiergeruch ab.

Langsam glaub ich meine Socken brennen. Die Heizungshitze ist schier unerträglich. Eine Nachfrage nach Abschalten nutzt aber rein gar nichts. Das Ding heizt eh weiter. So gut kenne ich Busse in Südamerika nun schon. Die Strecke scheint derweil nur aus Bremsvorgängen zu bestehen. „Pfiiiiieeeeef“, „Pfiiiiieeeeef“, „Pfiiiiieeeeef“ am laufenden Band. Schlafen kann ich so definitiv nicht. Zwar ist es stockdunkel im Bus, so dass man nicht mal seine eigene Füsse sieht, aber dieses ständige“Pfiiiiieeeeef“ macht mich kirre.

Derweil hat der Vordermann jetzt seinen Sitz nach hinten umgelegt & liegt mir schier auf dem Schoss. Mein Aktionsradius hat sich damit um 80% verkleinert. Die Füße wissen nun auch nicht mehr wohin. Ob ich ihm den Kopf kraule damit er schläft & endlich Ruhe gibt? Besser nicht wenn man die allgemeine Hygiene im Land kennt. Ideal wäre die Position schon.

Ich fange derweil an „36 Grad und mir wird noch heißer“von 2raumwohnung zu summen. Ganz leise natürlich. Nur zu meiner eigenen Ablenkung. Beim Jacke ausziehen muss ich aufpassen, dass sich mein Sitznachbar keine fängt. Sehen kann ich ihn ja nicht. Immerhin das hat schon mal unfallfrei geklappt. Ich versuche nun noch aus den Schuhen zu kommen, aber keine Chance sich vorzubeugen & die Bändchen zu lösen.

Unterdessen meldet sich mein Magen, aber nicht weil er Hunger hat, sondern das Gegenteil ist der Fall. Er denkt an Entladung. Die Vibrationen, Schaukeleien & schauderhaften Gerüche sind einfach nicht seins. Noch könnte ich eine Tablette einnehmen um einem eventuellem Auswurf entgegen zu wirken. Aber die machen so müde und falls die Schabracke doch verunglückt möchte ich bei vollem Verstand sein & mich aus dem Wrack retten können.

Schwere Minuten der Entscheidungsfindung. Banges Wanken zwischen Übelkeit & Überlebenswillen. Noch dazu muss die Tablette mit Wasser eingenommen werden, was das Clo-Problem forciert. Doch dann bringt ein weiteres totes Tier an der Strecke die zwingend notwendige Entscheidung. Die Tablette gewinnt. Die Bedrohung durch Magenentleerung ist akuter als eine eventuelle Rettung aus einem Bus äh Schabrackenwrack.Bus, Bolivien, MasterMit Füßen & Knien schiebe ich den Rucksack nach oben, presse meinen Kopf zwischen Scheibe & Sitz des Vordermanns und weiche geschickt noch seiner Hand aus, die er über seinem Haupt abgelegt hat. Letztlich bekomme ich den Rucksack zu fassen, wühle die Tabletten hervor &  greife beherzt auch die Wasserflasche. Die Schabracke knackt derweil bedrohlich unter mir. Darüber nachdenken mag ich nicht. Zu dringlich ist der Wunsch des Magens sein Leiden zu beenden. Ich gebe ihm was er braucht. 2 Tabletten & ein knapp bemessener Schluck Wasser gehen die Kehle hinunter. Allein der Gedanke an baldige Hilfe scheint ihn ein wenig zu besänftigen. Immerhin muss ich grad mal nicht an eine Brechtüte oder die Fensteroption denken.

Nach 1.5h geht plötzlich das Licht an & der Bus stoppt. Offensichtlich eine Pinkelpause. Schön das, dies eine Person all zu wörtlich nimmt und unter mir an den nebenstehenden Bus uriniert. Hätte ich die Tabletten jetzt nicht intus, hätte ich mich bei ihm besonders ergiebig bedankt. Immerhin bringt diese Zwangspause auch Beinfreiheit & Abkühlung. Nach 10 min. lässt der Fahrer den Motor an und die Passagiere kehren zu ihren Plätzen zurück. Ok nicht alle. Dazu muss er erst loszuckeln. Das scheint so ein Ritual zu sein. Man steigt erst in der allerletzten Minute ein. Dann wenn der Fahrer nicht nur angerollt ist, den Motor hat mehrfach aufheulen lassen, sondern auch noch zornig „Vamos“, „Vamos“ schreit. Ach und hupen. Hupen muss er auch noch, damit der Letzte sich zum Platz zurück bequemt.

Ich frag mich derweil: „Zieh ich die Schuhe jetzt noch schnell aus? Aber dann versenke ich mir womöglich wirklich die Socken an der Heizung. Ich mache es andersrum! Socken aus, Schuhe anlassen. So geht’s. Nun rollt auch die Schabracke wieder an und es sind keine 50m gefahren, da…genau da „Pfiiiiieeeeeft“, heizt und stinkt es wieder. Wann genau setzt die volle Wirkung der Tabletten ein? Ich meine die „Scheißegal-Laune“ & tödliche Müdigkeit? Schlecht ist mir ja nun nicht mehr, da sollten auch die Nebenwirkungen einsetzen. Da braucht man sie mal und dann nix! Kann man den Pharmariesen wegen fehlender Nebenwirkungen verklagen? Immerhin sind sie fester Bestandteil von Ani-Übelkeismedikamenten. Ich nehme sie ohnehin eher als Schlafmittel auf langen Flügen anstatt zu ihrer eigentlichen Bestimmung. Lieber Gott bitte beam mich weg. Heute ist es wirklich dringlich. Weitere 10h ertrage ich das nicht. Pfiiiiieeeeef, Pfiiiiieeeeef, Pfiiiiieeeeef – dringt es weiter durch die Nacht.

Unterdessen meldet sich meine Blase. War ja klar. Kein Anzeichen von Druck während der Pause aber nun direkt nach Abfahrt. Irgendwie kann ich sie aber auch verstehen. Zu viele entsetzliche Anblicke öffentlicher Bus-Stop-Toiletten musste sie schon ertragen. Inzwischen ist der Gedanke an einen Busch schon direkt sexy und an derartige Orte zur Erleichterung war früher nicht mal im Ansatz zudenken. Eine Lady… Egal. Ich muss dieses Gefühl jetzt wegmeditieren, ausschwitzen oder durch die richtige Atemtechnik wegbekommen. Doch dazu braucht es Ruhe & Konzentration. Wo wir wieder bei Vibrationen & Klappern wären. Verdammt das verstärkt den Drang noch. Noch mal beten. Vielleicht schlaf ich ein & werde es so los? Bitte ich will doch nur schlafen, Herr im Himmel. Statt Schäfchenzählen konzentriere ich mich jetzt auf Mond & Sterne. Dabei komme ich allerdings nur auf eine Gesamtsumme von zwei. Also starte ich den Überprüfungsvorgang. Wieder nur 1 Mond & 1 Stern. Verdammig will heute gar nichts klappen? Da braucht man mal Sterne und nix da!

Die Schabracke klappert derweil weiter vor sich hin, der Motor grollt, es pfeift & stinkt beim Bremsen. Ich muss mich jetzt auf Schlafen konzentrieren die Zählerei lenkt nur ab. Wieder meldet der heizungsnahe Fuss: Überhitzung. Ich dreh noch durch! Kennt ihr das Gefühl in einer misslichen Lage fest zu sitzen und verzweifelt nach einem Ausweg zu suchen. Ja? Denn genau so fühle ich mich grad. Festgezwengt im Bussitz, drückende Blase, Hitzewallungen & ein flauer Magen.  „Ich will hier raus!“- nur wenn ich das denke bleibt die Schabracke vielleicht wieder liegen. Manche Wünsche erfüllt das Universum nämilich promt!

Das hat in Peru schon mal geklappt, da kam dann eine weniger abgewrackte Schabracke mit mehr Beinfreiheit. Nur hatten wir da auch die Bodyguards des Präsidenten an Bord & das Busunternehmen war schwer bemüht. Die Lage hier ist anders. Es ist nachts, uns fehlen Promis & niemand wird nen neuen Bus schicken. Wir müssten die Nacht ohnehin in der Schabracke verbringen. Da kann sie eigentlich auch weiter rollen oder sollte ich pfiiiiieeeeefen sagen?

Oh man ich werde einfach nicht müde. Wahrscheinlich zu viel Adrenalin. Kein Wunder. Im Schein des Busses lässt sich der Straßenzustand erkennen. An der Stelle gerade muss es definitiv einen Erdrutsch gegeben haben. Kein Witz! Die Straße neben uns liegt unter einer 20 cm Schlammschicht. Ich bremse mit dem linken Fuss mit. Der rechte ist ja mit schwitzen beschäftigt. Wie zur Hölle soll man da Ruhe finden? Ich schiebe die Gardine zur Seite, um mehr Luft von außen zu bekommen. Bekanntlich macht die ja müde. Im Mondschein kann ich nun ein Flussbett direkt neben uns erkennen und glücklicherweise auch eine Leitplanke. Das ist schon was Besonderes & ich freue mich über ein wenig Sicherheit am Wegrand.

Derweil fängt der Hintermann schwer an zu grunzen. Ich beschönige sein Schnarchen jetzt mal nicht, denn über das Level ist er weit hinaus. Ob ich Papierkügelchen in seinen Rachen werfen sollte. Mei, was Schlafentzug & eine missliche Lage doch für fiese Gedanken hervorrufen. Aber jeder Schnarchgeplagte wird mir beipflichten, dass er schon mal diese oder ähnliche bösartige Gedanken hatte, nur um dem Lärm ein Ende zu machen. Mein Stresslevel erträgt jetzt einfach keine weiteren Faktoren.

Wieder stoppt der Bus & ich starre aus dem Fenster. Eine Straßensperre! Davor hatte man uns für Bolivien schon gewarnt. Mein Blick wandert auf die Fahrerseite und ich erspähe ein Häuschen – scheint also nichts Illegales sondern eine Polizeikontrolle zu sein. Ich bin erleichtert als wir wieder anrollen. Aber ich bin immer noch nicht müde. Weiterhin pippi, qualmende Füße und „Pfiiiiieeeeef“ im Ohr – so mein unsäglicher Zustand. Ich weiß nicht wohin mit den Beinen und zappel im Sekundentakt. Immerhin die Augenlider werden jetzt schwer, also ist Schlaf in Aussicht!

Eine Esel-bedingte-Vollbremsung macht diesen Fortschritt allerdings direkt wieder zu Nichte. Neuer Adrenalinschub! Der Grunzer hinter mir setzt inzwischen auch zur  dritten Arie an. Ich überlege ihm den Mund mit der Fliesjacke zu stopfen. Und auch mein rechter Fuß meldet den Ausnahmezustand an. Ich streife nun doch den Schuh ab und stelle mit allergrößtem Erstaunen fest, das sie Haut aufgequollen & runzlig ist. Geradezu als hätte ich 2 Stunden in einer heißen Badewanne gesessen. Der Busfahrer hat nen Knall uns so zu dünsten! Ok, den hätte ich vielleicht auch beim ständigen „Pfiiiiieeeeef“ & geknatter der Schabracke.

Die Müdigkeit kehrt zurück. Jetzt zur Unterstützung ein Hörbuch rein & dann träum ich sicher bald wie ein Baby. So der Plan, die Realität sieht dann so aus, dass ich zapplige Beine bekomme weil ich so sehr die Blase drückt. Eine weitere Stunde bringe ich rum bis ich es definitiv nicht länger aushalte. Ich kämpfe mich durch den stockdunklen, ruckelnden Bus zum Fahrer vor. Wild gestikulierend mache ich ihm klar, dass ich jetzt sofort dringend muss oder sterbe. An der nächsten Kurve darf ich rausspringen um mich zu erleichtern. Mitten auf der Schotterstrasse zwischen Felsen & Abgrund versteht sich und ohne Sichtschutz. Zwar ist es dunkle Nacht draußen aber im Mondschein bin ich sicherlich noch vom Bus aus erkennbar. Ich bete das alle schlafen, keiner guckt und der Fahrer auch sicher auf mich wartet. So ganz sicher bin ich mir da nicht, als ich so hinter dem Busch sitze. Was, wenn die einfach weiterfahren und mich hier mutterseelenallein in der düsteren Wildnis stehen lassen? Ich bekomme doch etwas Angst und sehe zu, dass ich zurück in den Bus komme. Und dort gehts mir dann entlich auch wieder etwas besser. Keine Spur mehr von Übelkeit, Druck und auch die frische Luft tut gut.

Ich beobachte wie schon die Stunden davor unsere wilde Fahrt. Buchstäblich am Abgrund hangelt sich die Schabracke bergrauf und wieder runter. Neben mir ist entweder eine Steinwand oder ein tiefes Tal. Ich rechne aus auf wieviel Umdrehungen ein Bus käme, der da hinabstürzt. Verdränge den Gedanken aber schnell, weil die aktuelle Schieflage der Schabracke meine volle Aufmerksamkeit braucht. Der Bus ruckelt abwechselnd vor und zurück. Steckt kurz im Sandbett des Flusses fest, welchen wir grad durchqueren und kann sich doch noch mit einem kräftigen Ruck selbst befreien.Bus, BolivienMein Sitznachbar ist durch den bedrohlichen Winkel zwischen Bus & Straße ebenso beunruhigt wie ich. Unsere fragenden Blicke treffen sich. Mit einem dumpfen Ächzen kämpft sich die Schabracke durch den lockeren Sand zurück auf die befestigte Straße & meine Erleichterung ist groß, nicht aus einem umgekippten Bus krabbeln zu müssen. Weiter geht die wilde Fahrt die Serpentinen entlang. Leitplanken sind hier Fehlanzeige. Erwähnte ich das schon? Bei der Geschwindigkeit wären sie ohnehin nur Makulatur, denke ich mir und starre in die Tiefe.

Gerade schon beruhigend wirkt das abwechselnde Ächzen und Pfiiiiieeeeef inzwischen auf mich, deutet es doch an, das der Fahrer noch wach ist und ordnungsgemäß seiner Arbeit nachgeht. Froh bin ich auch, dass man entgegenkommende Fahrzeuge durch den Schein ihrer Lichter wahrnimmt. So bleibt wenigstens ein Frontalzusammenstoss relativ unwahrscheinlich. Wobei die ich die Überholmanöver auf der engen Serpentinenstraße schon für Harakiri halte. Aber mein Körper ist inzwischen so erschöpft, dass er kein Adrenalin mehr produzieren oder sich aufregen mag. Und auch der Kopf resigniert. Scheiß drauf, dann sterben wir halt in der nächsten Kurve. Immerhin kein Herzinfarkt bei der Arbeit, dann haben die Trauernden auf meiner Beerdigung wenigstens was zu erzählen. Ich finde den Gedanken tröstlich und schlafe endlich ein.

Aber nur kurz, dann stoppt der Bus erneut & die Leute stürzen sich hinaus zur Toilettenpause. Ohne Toilette versteht sich. Mitten vor einem Wohnhaus und rund um den Bus erleichtern sich die rund 40 Passagiere. Ich darf gar nicht weiter drüber nachdenken, sonst lauf ich schreiend weg! Diese Fahrt muss ein Alptraum sein. Ganz bestimmt träume ich das nur. Ich dreh den Kopf weg & zwing mich zu schlafen.

Als 2h später wieder das Licht angeht sind wir in Cochabamba angekommen. Völlig benommen taumel ich aus der Schabracke zum Terminal hinüber. Als mir plötzlich eine Ticketverkäuferin ins Ohr lärmt: Santa Cruz, Santa Cruz, Santa Cruuuuuzz. Abwechselnd dazu die Konkurrenz mit Rufen nach „Sucre, Sucre, Sucreäää“. Die zwei scheinen sich über meinen Kopf weg einen Schreikkampf zu leisten. Keine Hamburger Marktfrau legt eine derart agressive Verkaufsstrategie an den Tag, wie die Busticketverkäuferinnen hier. „No, Signiora.“ Wieder plärrt die Alte in mein Ohr: Santa Cruz, Santa Cruz, Santa Cruuuuuzz. Mein Trommelfell hat definitiv Schaden genommen. „No Signiora“ presse ich wütend hinaus.

Interessiert sie aber nicht: Santa Cruz, Santa Cruz, Santa Cruuuuuzz. Jetzt bin ich sauer. Wenn die Schnalle mich noch mal so anplärrt bekommt sie eine geballert. Ich hab keinen Nerv mehr auf Diskussionen. Herrgott es ist 5 Uhr in der Früh & ich hab eine traumatische Busfahrt hinter mir. Muss man mich da noch derartig anbrüllen? Und warum will sie nicht kapieren das wir grad erst angekommen sind & ganz sicher jetzt keine Busfahrt mehr brauchen? Ich trotte weiter zum Ausgang und hoffe so den Drückerinnen schnellstmöglich zu entrinnen. Mein Kopf dröhnt als ich das Terminal verlasse & erst jetzt realisiere ich: Wir haben die Busfahrt überlebt!

*Info:Ich benutze das Wort Scha·b·rạcke umgangssprachlich abwertend für einen alten, abgenutzten Gegenstand. Vielen ist der Begriff nicht geläufig

Busfahrt_des_Grauens-unterwegs-in-bolivien

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El Salvador? Bist du lebensmüde? Nein, nur weltoffen!

Ich erinnere mich noch sehr lebendig, es war 4 Uhr in der Nacht irgendwann im Januar 2014, als ich meinen Flug nach El Salvador buchte. Es war eine dieser Nächte in denen ich nicht schlafen konnte, mich umherwarf und letztlich doch zum Smartphone griff und auf Facebook surfte. Plötzlich tauchte da diese Meldung auf „Error Fares bei Iberia. Flüge für 350 EUR nach Lateinamerika“. Um ganz ehrlich zu sein, ich hatte keine Ahnung, was diese Region zu bieten hatte. Bisher war Zentralamerika für mich ein dunkler Fleck auf der Landkarte. Aber die Aussicht, so günstig so weit weg zu kommen, erschien mir sehr, sehr reizvoll.image-2015-08-27(8)Schnell also durchforstete ich das Netz nach Bildern, der Länder die angeboten waren, um einen Eindruck zu bekommen. Bei diesen Preisfehlern im Internet sollte man schnell sein, das wußte ich. Außerdem hatte ich noch Resturlaub den ich verbraten musste und konnte mir also ungezwungen einen Flug sichern.image-2015-08-27(9)Ok, El Salvador klingt doch spannend, die Stände sehen hübsch aus und die Terminvorgaben passen. Also, die Kreditkarte gezückt und gebucht! Mitten in der Nacht und ohne eine Ahnung, was genau mich da genau erwarten würde. Schnell noch einen Post auf Facebook hinterlassen, dass ich in 8 Wochen fliegen werde und dann, mit äußerster Zufriedenheit ein Schnäppchen gemacht zu haben, eingeschlafen.image-2015-08-27(1)Dafür das böse Erwachen dann am nächsten Morgen. Kommentare auf meiner FB Wall: „Sag mal spinnst Du? Du kannst doch nicht so einfach ohne Kenntnis nach El Salvador fliegen. Noch dazu alleine!“ oder „Wusstest du, dass das Land eine der höchsten Mordraten der Welt hat?“ Oder auch: „Du wieder! Dich kann man auch nicht alleine lassen! Informiere Dich mal beim Auswärtigen Amt über die Reisewarnungen, dann willst du da bestimmt nicht mehr hin.“image-2015-08-27(6)Mir ist schlagartig schlecht und Farbe habe ich auch keine mehr im Gesicht. Wieder starte ich Google und frage nach Sicherheit, Reisewarnungen und Gewalt in El Salvador. Prompt werde ich noch blasser. Ich hätte vielleicht nicht auf Bilder klicken sollen. Nicht schön, was man da sieht. Auch nicht, was das auswärtige Amt da von sich gibt. Es vergehen Stunden der Recherche, meine Gefühle fahren Achterbahn, meine Gedanken kreisen und in meinem Kopf dreht sich alles. image-2015-08-27(4)Inzwischen auch die ersten besorgten Anrufe meiner Facebookfreunde. Jeder will mir dieses Land ausreden. „Hast Du eine Reiserücktrittsversicherung?“ „Mach das bloß nicht“ „Ich könnte es ja verstehen, wenn Du nicht als Frau alleine reisen würdest, Hast Du denn niemanden der mit dir fliegen würde?“ NEIN, verdammt! Ich bin Single und es hat auch Niemand Bock mit mir in so ein Land zu fliegen. Mit so viel besorgten Freunden hatte ich nicht gerechnet. Ist ja wunderbar, aber führt bei mir zu Trotzreaktionen. image-2015-08-27(2)Ich bin kein kleines Kind mehr! Ich bin alleine nach Südafrika gegangen und habe dort gelebt. Das Land hat auch ein Gewaltproblem und ich bin unbeschadet zurück gekommen. Auch erinnere ich mich an das Gezeter vor meiner DomRep Reise. „Geh bloß nicht aus der Anlage! Da gibt es überall schwer bewaffnete Menschen und streunende Hunde“ Letztlich war ich nur außerhalb der Pauschalurlaubermauern aka der Hotelanlage und es war sehr, sehr toll! Also beschließe ich, auch nach El Salvador zu fliegen. Ich habe Afrika überlebt, dann schaff ich auch das. Ich werde mich gut vorbereiten, achtsam sein und mich an die Regeln halten.image-2015-08-27(5)Und das habe ich auch und nicht nur das! Ich habe ein ganz anderes El Salvador kennenlernen dürfen, als das was mir an Horrorgeschichten im Netz begegnet ist. Ich bin allerorts mir offenen Armen empfangen worden, habe neue Freund gefunden und so viel an Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft erfahren dürfen, wie noch in keinem Land davor. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft haben meine Reise ganz speziell gemacht und mir gezeigt, dass Statistiken nicht unbedingt etwas mit dem Leben und dem Alltag der Menschen in einem Land zu tuen haben.

#info

Speziell für Latainamerika läßt sich sagen, dass sich Kriminalität oft im Drogenmileu oder in Bandenkriegen finden lässt, mit denen der einfache Reisende eigentlich nie in Kontakt kommt. 

Wer also eine Reise in ein Land plant, der sollte sich ganz genau informieren und hier meine ich nicht nur die Seiten des auswärtigen Amtes, die geben zwar einen Einblick, wo die Probleme liegen, aber in keinem Fall zeigen sie auf, in wieweit mal als Reisender betroffen ist.

Meine Erfahrung zeigt, dass Reiseblogs die beste Möglichkeit sind, zu erfahren, wie es in einem Land wirklich aussieht. Dort bist du sehr schnell informiert, ob man sich sicher und wohl fühlen kann. Außerdem es gibt einen direkten Kontakt, bei dem Du nachfragen kannst, wenn Du dennoch unsicher bist. Meine Entscheidungen in ein Land zu reisen oder es zu meiden, hängen inzwischen nicht mehr an Preisschnäppchen, sondern an genau diesen Informationen. Wenn Einheimische oder Backpacker ganz klar sagen, dass es zu gefährlich ist, dann halte ich mich daran und reise nicht. Mit diesem Weg fahre ich sehr gut und bisher immer auch sehr sicher.

Fotoparadiese – Lass Dich von der Welt verführen!

Meine Fotoparadiese und Geschichten sollen Dich zum Reisen inspirieren! Auf die Idee dazu gebracht hat mich Michael von Erkunde-die-welt.de. Mit seiner Fotoparade zum Thema „Welche sind meine Fotohighlights aus dem ersten Halbjahr 2016?“ hat er Lust gemacht, sich darüber mal länger Gedanken zu machen. Denn da dieses erste Halbjahr zu mehr als der Hälfte aus Reisen bestand, fällt mir die Auswahl allerdings reichlich schwer.IMG_2016Mein Jahr startete mit einer langen Silvesternacht in Buenos Aires und 4 Monaten on Tour. Meine Reise führte mich dann weiter nach Uruguay sowie Brasilien, Peru, Chile und Bolivien. Ein wirklich unglaublicher Trip! Ein Reisegewinn brachte mich danach noch zu meinen Freunden nach Südafrika. Zurück in Deutschland standen ein paar Städtetrips auf dem Programm. So besuchte ich zum Beispiel Breslau in Polen (die Kulturhauptstadt Europas), war Gast bei den „Alten Meistern“ in Dresden und entdeckte den Nikolaifriedhof“ in Görlitz für mich. Aber auch der sagenumwogenen Rakotzbrücke in Kromlau habe ich einen Besuch abgestattet. Rundum ein spannendes erstes Halbjahr mit vielen fotografischen Highlights, was die Auswahl so schwer für mich machte. Deshalb gibt es hier neben den Motto-Blogparaden-Bildern noch ein paar meiner Lieblingsbilder als Extra.

Fröhlich bunt ist meine Reiseerinnerung an Südafrika
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Ich starte mit dem klassischen Badehäuser-Bild, welches auf keiner Kapstadt Reise fehlen darf und so bezeichnend ist für Südafrika. Eigentlich schon total abgegriffen dieses Motiv, aber die Regenbogennation ist bunt und voller überschwänglicher Lebensfreude und das verkörpert dieser Schnappschuss für mich. Als ich in Kapstadt lebte, waren die Häuser recht ungepflegt und wenig ansehnlich. Jetzt sind sie frisch gestrichen und endlich auch zu einem Fotomotiv für mich geworden. Den Trip nach Südafrika haben wir zu meiner großen Freude gewonnen. Für mich war es ungeplant die Chance in meine alte Heimat zurückzureisen und meine vielen südafrikanischen Freude zu besuchen. Zu meiner großen Freude, hat genau am Tag unserer Landung, meine Freundin ihr Baby bekommen und ich konnte beide direkt in die Arme nehmen. Perfektes Timing. Weitere Motive aus dieser Serie findest Du in meinem Flickr-Album.

Schwarz-Weiß” die Nazcar-Linien in Peru

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Die Nazca-Linien sind riesige Scharrbilder (Geoglyphen) in der Wüste bei Nazca in Peru. Lange Jahre spekulierte man über ihre Herkunft. Erich von Däniken heizte mit seiner Theorie diese Linien seien von Außerirdischen geschaffen, die Geschichten um ihre Entstehung noch an. Inzwischen geht man davon aus, dass sie von Menschenhand aus religiösen Gründen geformt wurden. Wir sind extra nach Nazca gepilgert, um diese im Sand gezeichneten Linien, aus der Luft zu sehen. Leider hatte ich vergessen, dass diese „Objekte“ umkreist werden und so war mir während des gesamten Überflugs einfach nur brechübel. Aber sonst war das echt ein Highlight. Weitere Motive wie den Kolibri, den Affen usw. findest Du in meinem Flickr-Album.

Mein Licht-Moment in Montevideo, Uruguay

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Eigentlich soll man ja als Frau, in einer fremden Stadt, nachts nicht alleine unterwegs sein, aber in Montevideo habe ich mich sicher gefühlt. Deshalb bin ich dort auch in der Dunkelheit auf Motivsuche gegangen. Dabei raus gekommen ist dieses wunderbare Foto und eine herrliche Erinnerung. Außerdem verkörpert das Bild sehr gut den Kontrast dieser Stadt. Auf der einen Seite top gepflegte Bauwerke und auf der anderen Seite, Gebäude die dem Verfall überlassen werden. Vom Licht in die Dunkelheit – könnte man fast schon sagen. Bilder zu Montevideo sammle ich auf Flickr.

Tierisch lustig fand ich all die Lamas, Vicunas, Alpacas und Guanakos in den Anden

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Auf unserer Reise durch Chile, Peru und Bolivien sind uns eine Vielzahl von Lamas, Vicunas, Alpacas und Guanakos begegnet. Und ich schwöre mein Freund musste an jedem einzelnen Tier anhalten für ein Foto! Einmal waren wir sogar live bei der Geburt eines Baby-Alpacas dabei! Ich liebe es einfach, wie sie den Hals verdrehen und einen musternd anschauen. Zum Schreien. Meine riesige Kollektion dieser so typischen Andentiere findest Du in meinem Flickr-Album und zum Video kommst Du durch klicken auf LINK.

Mein spezieller Fahrzeug-Moment in Bolivien

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Dieses Bild entstand in Uyuni (Bolivien) und ich habe es „Affenzirkus“ genannt. Wir hatten eine Tagestour in die Salar de Uyuni (Salzsee) gebucht und der Besuch der „Cementry of the trains“ war der erste Programmpunkt auf diesem Ausflug. Allerdings waren wir damit nicht die Einzigsten, die eine solche Tagesplanung hatten. Rund 300 Personen hampelten auf zwei Zugresten rum und machten Fotos. Die alten Züge waren ausrangiert worden, nachdem sie für den Abtransport von Rohstoffen in dieser Region unbrauchbar geworden waren. Auf Grund des hohen Salzgehalts in der Luft, sind sie herrlich verrostet und ein echt schönes Fotomotiv – wenn einem nicht hunderte Selfie-Jünger im Weg herrumturnen und einem mit ihren Sticks die Augen ausstechen. Nach Tagen in der Einsamkeit im Norden Chiles fand ich diese Menschenmassen einfach unerträglich. Ich bin am nächsten Tag noch mal zum Fotografieren hin. Diesmal nicht um 11 Uhr, wenn alle Gruppen hier aufschlagen. Das Ergebnis kannst Du Dir in meinem Flickr-Album anschauen.

Natur pur in Chile

IMG_0332Die Region Arica y Parinacota im Norden Chiles hat bei mir  bleibenden Eindruck hinterlassen. Riesige Vulkankrater, zügellose Wetterkapriolen, heiße Quellen, dampfende Geysiere und das in wilder und nahezu menschenleerer Gegend. Ich habe es geliebt dort unterwegs zu sein. Allein, wenn ich dieses Bild sehe bin ich sprachlos und absolut überwältigt von dieser einmaligen Schönheit. Chile hat in diesem Jahr Südafrika vom Thron meiner liebsten Reiseländer katapultiert – Und wer mich kennt, der weiß, das will was heißen. Ich spare jetzt schon für den nächsten Trip, um so schnell wie möglich auch nach Patagonien im Süden Chiles reisen zu können. Mehr Impressionen gewünscht? Dann klicke auf LINK.

EXTRA Plus Bilder!

Heimat-Highlight nenne ich dieses Foto aus Kromlau in Deutschland

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Von meinen Freunden werde ich ja immer getadelt, dass nicht nur das Ausland schön sei – und Recht haben sie. Die Rakotzbrücke habe ich auf Instagram entdeckt und bin neugierig geworden, wo dieses märchenhafte Bauwerk zu finden ist. Und siehe da! In unserer deutschen Heimat. Um ganz genau zu sein in Kromlau, Sachsen – kurz vor Bad Muskau, einer Grenzstadt zu Polen. Ich war mehr als erstaunt, dieses imposante Bauwerk hier zu finden und konnte mir, einen Ausflug dahin nicht entgehen lassen. Inzwischen war ich schon mehrfach dort und möchte fotografisch festhalten, wie die Brücke im Wandel der Jahreszeiten aussieht. Begleitet mich gerne via Flick dabei.

Lebensfreude – festgehalten an der Wild Coast in Südafrika

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Dieses Foto ist sicherlich fotografisch nicht perfekt, aber dennoch ist es das für mich. Es verkörpert wie kaum ein anderes Bild auf meiner Reise durch Südafrika die Lebensfreude dieses Landes. Eigentlich sollte „Hole in the wall“ das Loch im Felsen dahinter das Motiv sein, doch spielende Kinder hatten mich umkreist und machte ihre Späße mit mir. Rausgekommen ist dieser herzerwärmende Schnappschuss und eine wunderbare Erinnerung an die Wild Coast. Auch hier gibt´s noch mehr Lebensfreude und Landschaftsschnappschüsse im Flickr-Album.

Tanz auf dem Vulkanfeld in Chile

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Im Norden der Chilenischen „Región de Antofagasta“, etwa 95 km nordöstlich von San Pedro de Atacama und nahe der Grenze zu Bolivien, befindet sich das größte und bekannteste Geothermalfeld der südlichen Hemisphäre. Und es ist sogar das drittgrößte weltweit. Der Besuch dort hieß für uns um 3 Uhr aufstehen, fürchterlich zu frieren und eine wirklich waghalsige Anreise zu meisten, um auch ja noch vor Sonnenaufgang dort zu sein. Denn es hieß, man sieht die Dämpfe der Geysiere am besten im Dunkeln, kurz bevor die Sonne hinter den Bergen aufgeht. Ich für meinen Teil fand es zum Sonnenaufgang viel spektakulärer. Ihr Licht brachte diese faszinierende Landschaft erst so richtig zum Leuchten und setzte die Geysiere perfekt in Szene. Zudem war es auch sehr aufregend, so auf einem Lavafeld spazieren zu gehen! Noch nicht ganz vollständig ist mein Flick-Album, aber ich arbeite daran:)

Mein zweiter Licht-Moment im Addo Elephant Park in Südafrika

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Etwas außer der Reihe möchte ich diesen zweiten „Licht-Moment“ zur goldenen Stunde im Addo Elephant Park in Südafrika nicht unter den Tisch fallen lassen. Nach hunderten aufregender Elefanten-Sichtungen und eigentlich schon auf dem Rückweg, ist uns diese Herde von Kudus begegnet. Im Licht der untergehenden Sonne hatte dieses Aufeinandertreffen schon etwas Magisches. Schau mal im LINK da finden sich noch mehr Tiere!

Abenteuer pur das Reserva Nacional De Paracas, Peru

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Einer meiner absoluten Lieblingsschnappschüsse ist im Reserva Nacional De Paracas in Peru entstanden. Kein Bild in meiner Sammlung verkörpert mehr Lust auf Outdoor und Abenteuergeist als dieses Foto. Nur wünschte ich mir, ausnahmsweise mal nicht hinter sondern vor der Kamera zu sein und auf den Klippen dieses Felsens zu stehen. Die Arme auszubreiten, den Wind, die salzige Meeresluft und die Kraft der Natur zu spüren. Mehr atemberaubende Bilder auch hier in meinem Flickr-Album.

Hier bin ich Mensch – im Colca Canyon in Peru

IMG_9292Im Colca Canyon, im kleinen Ort Cabanaconde, war ich Gast auf einer kirchlichen Prozession. Es wurde eine Art „Ernte-Dank-Fest“ gefeiert. Auf dem Marktplatz traf man sich zum Tanzen, Singen und Trinken. Ein rauschendes Fest und ich war eingeladen. Als der Festzug sich wieder in Gang setzte, kam diese Dame nicht hinterher. Ich hakte mich kurzerhand bei ihr ein und half ihr nicht zu stolpern und Schritt zu halten – dafür schenkte sie mir dieses wunderbare Lächeln. Ist sie nicht eine wunderschöne ältere Dame? Ich verstehe gar nicht, warum man faltenlos altern will? Falten haben Würde, sie erzählen ganze Lebensgeschichten und geben Charakter. Seit der Begegnung mit ihr bin ich mir ganz sicher, nie Botox zu brauchen;) Mehr Bilder vom Colca Canyon und seinen hinreißenden Bewohnern findest Du in meinem Flickr-Album.

Der Himmel auf Erden in einem Tal bei Colchane, Chile

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Dieser Flecken Erde verkörpert für mich den Garten Eden. Schnatternde Enten im Wasser, süße Lama Babys auf der Wiese, grasende Schafe und Ziegen direkt neben dran. Als hätte Gott sie alle hierher gebracht um der Welt zu zeigen, dass es geht – das friedliche Miteinander! Noch dazu in dieser Landschaft. Eine Oase aus kleinen Weihern, saftigen Grünflächen, plätschernden Bächen, beeindruckenden Vulkanen und herrlicher Ruhe. Ja, genauso stelle ich mir das Paradies vor. Damit Du es Dir auch vorstellen kannst, schau doch mal im LINK!

Fotoparadiese gefunden?

Ich hoffe meine kleine Exkursion hat Dich inspiriert, Dein Fernweh geweckt und Dir Lust aufs Reisen gemacht. Ich freue mich über Dein Feedback zu meinen Fotos und Geschichten. Schreib mir gerne Deine Meinung – hier direkt im Kommentarfeld.

 

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Tagestour in die Salar de Uyuni – Das solltest du wissen!

Die Salar de Uyuni ist ein riesiger Salzsee und das wohl das bekannteste Ausflugsziel in Bolivien, wegen seiner faszinierenden Landschaft und den abgefahrenen Fotomotiven die man hier inszinieren kann.  Um einen Ausflug in die Salar auch genießen zu können, habe ich ein paar Tipps für dich.

Mehrtagestour oder Daytrip?

Die meisten Touristen buchen einen Mehrtagestour und das ist sicherlich auch empfehlenswert, wer weniger Zeit hat, der sollte gut überdenken worauf er den Schwerpunkt bei seiner Tagestour legt und was er ausgeben will.
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Hier unser Beispiel und das Fazit daraus:

Für unseren ersten Ausflug in die Salar haben wir uns vorab via LonelyPlanet und Tripadvisor gründlich über die verschiedenen Touranbieter informiert. Das würde ich übrigens auch jedem empfehlen, der die Salar für ein paar Tage erkundet. Die Unterschiede sind enorm – bei der Fahrzeugflotte, der Tour selbst, der Verpflegung und Unterkunftsart.

Wir hatten uns für den auf Tripadvisor am besten bewerteten Anbieter entschieden und trotzdem würde ich dies für eine Tagestour nicht empfehlen und ich sage dir auch warum.

Unsere Tour startete pünktlich um 11 Uhr und führte zunächst zum Cementry of the Trains. Einem Zugfriedhof nur 2 km hinter den Toren der Stadt. Allerdings scheinen alle geführten Ausflüge zunächst dahin zu führen. Uns erwartete eine Fahrzeugkolonne von über 60 – 80 Autos. Sprich es turnten zwischen 350 – 500 Touristen auf 2 Zügen rum und hatte mehr die Anmutung eines Affenzirkus anstatt eines lohnenden Fotoziels.
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Nach ungefähr 30 min sollte es weitergehen. Zunächst hatte aber unser Fahrzeug einen defekt und musste im Ort getauscht werden.

Auf der Hauptstraße ging es in Richtung Salar. Wie wir im Nachgang erfahren haben, ist die Strecke gut mit 100 km/h zu befahren. Unser Anbieter und ein paar Andere auch, schlich allerdings um Zeit zu schinden mit 50km/h die gut ausgebaute Teerstraße entlang. Die 20 km bis nach Colchani zogen sich also wie Kaugummi.

Am Eingang durften wir auf das Dach des Fahrzeuges klettern und die Fahrt von da aus genießen, was wirklich sehr schön und lohnenswert war.

Wir steuerten das Dakar-Monument an und hatten da die Chance auf Fotos. Wieder turnten zig Touristen hier rum und es war schwer hier schöne Fotos zu machen ohne Fremden Menschen auf den Bildern.
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Weiter ging es zum Salzhotel. Hier gibt es eine sehr fotogene Ansammlung von Fahnen aus der ganzen Welt, um sie abzulichten brauchte man auch wieder viel Geduld um nicht Touristenmassen auf dem Foto zu haben. Leider hat man diese Zeit nicht oft, da im Hotel das Essen für die Gruppen gereicht wird.

Für eine Tagestour kann man auf so etwas aber gut verzichten und sich selbst ein Sandwich einpacken und so bares Geld sparen. Nach der „erzwungenen“ Mittagspause haben wir versucht ein paar Fotos zu schießen. Gerade so wie man sie kennt – mit Motiven die mit der Perspektive spielen. Leider kam unser Touranbieter sehr schnell und drängte zum Aufbruch. Oder andere Anbieter fuhren bewusst in die Bilder obwohl man um Rücksicht bat.

Nach dem Zwischenstopp fuhren wir also tiefer in die Salar. Hier hatten wir jetzt etwas Zeit für Aufnahmen. Auch unser Guide versuchte sich in Gruppenbildern. Allerdings hatte er davon leider so gar keine Ahnung. Kein einziges Sprungbild gelang ihm, sehr zur Enttäuschung der Reisenden. Wieder fehlte uns die Zeit um uns fotografisch auszutoben. Und sind wir mal ehrlich, man fährt in die Salar um coole Fotos zu machen, die mit dieser einzigartigen Landschaft spielen.
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Zurück ging es wiederum auf dem Dach und zu einer Salzfabrik. Diese entpuppte sich als Hinterhofproduktionssätte. In 5 min waren wir da durch. Uns wurde kurz der Trocknungsprozess erklärt, ein Tütchen mit Salz wurde abgepackt, wir konnten fotografieren und Salz kaufen. Ein völlig sinnfreier Programmpunkt. Sicherlich ist es interessant den Vorgang der Salzgewinnung zu erleben, aber sicherlich nicht auf diese Weise.

Wieder tuckerten wir im Schneckentempo zurück nach Uyuni. Mehr als 1.5 h zu früh kamen wir ins Uyuni an. Rechnet man noch den Fahrzeugwechsel dazu fehlten fast 2h auf der Tour die immerhin 80 Dollar pro Person kostete.

Wir sprachen den Touranbieter darauf an, dass wir im Grunde um 20% der Tour betrogen wurden, was ihm sichtlich peinlich war, aber jetzt nichts mehr änderte.
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Da wir weder auf dem Friedhof der Züge noch in der Salar zu den gewünschten Fotos gekommen sind, haben wir kurzerhand unseren Aufenthalt in Uyuni um einen Tag verlängert. Allerdings haben wir uns für den kommenden Tag keinen Touranbieter mehr genommen sondern einen zuverlässigen Taxifahrer.

Dieser hat uns um 8 Uhr zu dem Zugfriedhof gebracht und diesmal waren hier keine Touristenmassen sondern genug Freiraum sich fotografisch auszutoben. Anschließend hat er uns zum Eingang der Salar gefahren und wie vereinbart nach 4h hier wieder abgeholt. Für seinen Aufwand haben wir 40 Dollar bezahlt anstatt wie am Tag zuvor 160 Dollar.

Die Salar kann man gut und gerne selbst bewandern und erkunden. Und so sind wir auf eigene Faust losmarschiert, hatten ausreichend Zeit für kreative Fotos und keinerlei Störeffekte durch Touristenmassen.
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FAZIT:

Wer Uyuni, den Zugfriedhof, die Salzfabrik und die Salar für einen Tag besuchen möchte, der sollte sich gut überlegen ob er wirklich einen teuren Touranbieter braucht. Überlegt euch vorab, was ihr von eurem Besuch in Uyuni bzw der Salar erwartet. Wollt ihr den Zugfriedhof sehen, interessiert euch die Salzherstellung oder wollt ihr nur kreative Fotos im Salzsee?

Fotos in der Salar de Uyuni:

Wenn es euch „nur“ darum geht schöne Bilder zu machen, dann sucht euch einen vertrauensvollen und zuverlässigen Taxifahrer. Achtung, dieser fährt nur bis zum Eingang der Salar! Mehr ist ihm nicht erlaubt bzw. greift das Salz stark die Fahrzeuge an und so machen das nur Touranbieter.

Wir haben auch Personen-Busse in die Salar fahren sehen, ob es sich dabei um reguläre Touren handelte und von wo diese gebucht werden können, kann ich leider nicht sagen.

Vereinbart einen Festpreis und teilt euch die Kosten. Ein Taxi kostet zwischen 30-40 Dollar. Bei 4 Personen kommt man so schnell auf einen Einzel-Preis von 10 Dollar statt 80 Dollar bei einem Touranbieter. Telefonnetz gibt es in der Salar eher nicht, dh legt eine Abholung vorher fest. Überlegt euch wie lange ihr für den Spaziergang und die Fotos brauchen werdet. Ich empfehle 4 Stunden für den Aufenthalt (bei ausreichend Sonnenschutz, Wasser und Verpflegung)

Friedhof der Züge:

Besucht den Friedhof der Züge auf eigene Faust. Entweder in den Morgenstunden oder noch besser, zum Sonnenuntergang, wenn die rostigen Züge in wunderbar warmes Licht getaucht sind. Vermeidet es unbedingt um 11 Uhr dort zu sein. Von der Ortsmitte aus sind es 2 km zu Fuß oder man nimmt sich ein Taxi. Eintritt wird keiner verlangt.

Salzherstellung:

Auch den Besuch der „Salzfabrik“ kann selbstorganisiert werden. Einfach in Colchani nachfragen und Preis aushandeln. Eventuell reicht auch der Einkauf von Salz und kompensiert die kleine Führung. Ich persönlich würde mir hier die Zeit aber sparen und versuchen rund um San Pedro de Atacama eine richtige Salzfabrik zu besuchen.
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WICHTIG:

Wer die Salar de Uyuni in der Regenzeit zwischen Januar und März besucht, der sollte wissen, dass diese dann je nach Regen geflutet ist. In dieser Zeit hat sie einen besonders schönen Effekt an Spiegelung von Wasser über der Salzschicht. Die Anbieter fahren je nach Wasserstand dann nicht sehr tief in die Salar und bewegen sich nur am Rand. Zu Fuß ist das Wasser nie tiefer als bis zum Knie und das auch nur am „abgefahrenen“ Eingang zur Salar. Hier ist es dann grad morgens noch etwas kühl, aber wer die ersten 50-80 m durchschritten hat, kommt in wärmere Gefilde und hier ist die Wasserschicht meist auch nur zwischen 2-5cm tief.

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Insider-Tipps für Samaipata in Bolivien

Alle Infos wie man nach Sameipata kommt, wo man Geldautomaten findet, welche Touranbieter sich lohnen und wo das Essen schmeckt findest du hier:

TRANSPORT NACH UND VON SAMAIPATA:

Von Santa Cruz im Sammeltaxi. Abfahrtsstelle an der Ausfallstrasse (calle Arumá, in Nähe des Monumento al Chiriguano) in Samaipata kommt man am Hauptplatz (22) an oder an der wichtigsten Kreuzung an der Hauptstrasse (23); von hier fahren jeweils die Sammeltaxis zurück nach Santa Cruz. Busse von Sucre kommen zwischen 3:00 und 6:00 Uhr morgens an der Kreuzung an der Hauptstrasse (23) in Samaipata an. Busse nach Sucre fahren ab 20:00 vom RESTAURANTE EL NUEVO TURISTA (24) ab. Tickets müssen Vormittags in diesem Restaurant, oder in einem Büro in der calle Campero (25) erstanden werden. Busse nach Cochabamba fahren vom Nachbarort Mairana (17 Km) jeden Nachmittag um 15:00 Uhr ab und kommen um 3:00 Uhr an (Bs 50,-). Die Fahrgäste dürfen bis 6:00 an Bord bleiben. Nach Mairana kommt man im Sammeltaxi, das von der Hauptkreuzung (23) abfährt (Bs 7,-).

Nach Vallegrande (Che Guevara Route) kommt man ebenfalls mit Sammeltaxis oder kleineren Bussen von der Hauptkreuzung aus. Von dort in Sammeltaxis oder Kleinbussen weiter nach Pucara und La Higuera. Es gibt einen Nachtbus, der über Vallegrande und Pucara, an La Higuera vorbei (10 Km) nach Sucre fährt (über Villa Serrano).

Die Fahrten nach Sucre sind ziemlich holperig, aber nicht aussergewöhnlich gefährlich.

Transport im Ort mit einigen wenigen Taxis oder mit den reichlich vorhandenen Motorradtaxis.

Unterkünfte:

Samaipata ist ein hervorragend auf Touristen eingestellter Ort und man findet eine Menge Unterkünfte, auch wenn diese meistens auf keiner der bekannten Buchungsseiten vertreten sind. Von Backpacker (Los Adventureos zB.) über B&B (La Pausada) bis Hotel findet hier jeder sein Plätzchen und man braucht auch nicht unbedingt im Voraus zu buchen. Der Ort ist beschaulich und man kommt immer irgendwo unter.

ATMs UND GELD TAUSCHEN:

In Samaipata gibt es eine ATM im BANCO UNION (2). Geld kann auch direkt mit Kreditkarte in der COOPERATIVA LA MERCED (3) abgehoben werden (5% Kommission). In beiden Institutionen kann auch Geld getauscht werden (USD) und im Fernseh Kanal Vallevision (calle Warnes) (4) werden auch Euros getauscht.

ESSEN UND TRINKEN:

Obwohl Samaipata nur ca. 2000 Einwohner hat, verfügt es über einige gute Restaurants, Bars und Kaffees. Hier eine Auswahl:

  • LA LUNA VERDE (5), Restaurant und Bar des Hotels LA POSADA DEL SOL; interessantes Essen (Tex-Mex, Fusion Tex-Mex-Bolivianisch), gute Cocktails, happy hour von 17:00 bis 19:00; 100m von LA entfernt, obere Preisklasse (+)
  • DESCANSO EN LA ALTURA (9), Pizzeria, sehr gute Pizza argentinischer Tradition, gutes Schweinefilet, 150 m von LA entfernt (+)
  • MIA PASTA (6), italienische Speisen und auch Fleischgerichte, nicht zu grosse Portionen, feine Athmosphäre, nicht zu teuer (++)
  • ARTELIER (7) Kunstkaffee, guter Kaffee, feine Athmosphäre, obere Preisklasse (+)
  • CAFE LATINA (8), gediegenes älteres Restaurant, z.T. interessantes Essen (z.B. Rinderfilet an Cocablättern) (+)
  • 1900 (10), direkt an der Plaza, z.T. französische Küche, gute Crepes (+)
  • LA CHANKANA (11), kleines, immer besser werdendes Restaurant, gehört einem Holländer, der auch in Cuzco eine Lokal betreibt (+)
  • LA COCINA (12), qualitativ hochwertiges Fastfood, von einem Türken betrieben, spezielles Angebot (z.B. Hamburger mit Roquefort Käse), tolle Pommes (mit Schaale) (++)
  • TIERRA LIBRE (13), von Spaniern betriebenes Restaurant, gute Küche, nicht zu teuer (+)
  • LA BOHEME (14) EIN MUSS FÜR JEDEN REISENDEN, hier treffen sich Alle, die reisen oder in Samaipata leben, super Ambiente, gute Cocktails, 18 verschiedene Biersorten,Shishas, man kann sich Essen von LA COCINA bestellen, happy hour von 17:00 bis 19:00 Uhr (++)
  • El MEXICANO (15), sehr gutes mexikanisches Essen, kleiner Laden

Sameipata, Bolivien

SEHENSWÜRDIGKEITEN:
  • EL FUERTE, Samaipatas wichtigste Attraktion, 10 Km ausserhalb der Stadt, in der Höhe gelegen, riesiger behauener Felsen mit darum herum gelegener Siedlung, es ist nicht klar worum es sich handelt; interessante Theorien von von Däniken, d´Orbigny und T.Haenke; Eintrittsticket ist gültig für Besuch des Museums (16) im Ort; Fahrt nur mit Taxi (Bs 100,- one way, return Bs 150,-) LA bietet Sonderpreis an (Bs 50,- one way, return Bs 100,-); viele lassen sich hochfahren und gehen zurück; ganz harte Naturen gehen beide Strecken; Eintritt Bs 50,-
  • PARQUE AMBORO, einer von Boliviens grösseren Naturparks, nur mit Tour Veranstalter zu erkunden, Touren von 6 h bis 11 Tagen, sehr zu empfehlen: Tour in den Wald der Riesenfarne (6 h, 200,- – 300,- Bs/Mann, Preis abhängig von der Zahl der Teilnehmer)
TOUR VERANSTALTER:

Befinden sich alle in der calle Bolivar, zu empfehlen: JUCUMARI TOURS (bolivianisch-schweizerische Firma) (18), aber auch andere wie ROAD RUNNERS, AMBORO TOURS etc.; Preise und Angebot vergleichen!

  • ZOOLOGICO REFUGIO (19), von einer Gruppe Freiwilliger betreuter kleiner Zoo und Auffangstation für illegal in Gefangenschaft gehaltene Wildtiere, 2,5 Km von LA entfernt, bequem zu Fuss zu erreichen
  • CUEVA, 20 Km vor Samaipata in Richtung Santa Cruz gelegen, natürliche Pools mit Wasserfall, Fahrt im Taxi hin-und zurück Bs 100,-
Wäschewaschen:

Es gibt einen Waschsalon im Ort, der auch innerhalb eines Tages wäscht. Am LaBoheme die Straße hinauf für etwa 3 Blogs. 10 Bolivianos per Kilo

EINKAUFEN:

Tante-Emma-Laden genau neben dem Hostel (20), hat fast alles ausser Brot; Comercial Alba an der Plaza (21); Supermarkt La Estrellita an der Hauptkreuzung (23)

Notfallnummern:

Krankenhaus 26 Polizei 27

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+ = gut, ++ = empfehlenswert

Alle aufgeführten Plätze, Läden etc (x) sind in der Karte mit Nummern verzeichnet

Busfahren in Brasilien – Das solltest du beachten!

Um ein Urlaubsziel auf ganz besondere Weise zu entdecken, bewegen sich Reisende gerne mit dem Bus durch ein Land. Hervorragend funktioniert das in Brasilien, wenn man ein paar Dinge beachtet. Welche das sind erfährst du hier:

Gerade in Lateinamerikanischen Ländern ist das Busnetz sehr gut ausgebaut, da die Bevölkerung auf diese Art des Transportwesens angewiesen ist. So macht es dir auch Brasilien einfach, dich auf diese Weise fortzubewegen.

NAHVERKEHR

Lokale Busse sind oft sehr preiswert und decken die meisten Strecken ab. Das Fahrtziel ist mit einem Schild an der Scheibe angeschrieben. Busse halten auf ein Handzeichen. Einstieg & Bezahlung ist vorne beim Fahrer und Ausstieg in der Regel hinten. Mit Kleingeld für den Ticketkauf ist man wie überall gut beraten. Nach 23 Uhr und zu Stoßzeiten sollte man vielleicht besser nicht mit dem Bus fahren.

FERNVERKEHR

BUSBAHNHOF

Busbahnhöfe befinden sich oft etwas am Rande der Städte, da sich die Unternehmen dann nicht durch den Verkehr der Ortschaften quälen müssen und so schneller ankommen. Man wählt also einen Zubringerbus oder ein Taxi, um zu dem Fernbushaltestellen zu gelangen.

Die Busbahnhöfe sind in den meisten Orten geradezu ein Personendrehkreuz und entsprechend gut ausgestattet. Hier findet man Sanitäreanlagen (gegen Bezahlung), kleine Shops mit Essen und Getränken, hin und wieder Geldautomaten und eine Gepäckaufbewahrungsstelle und natürlich die verschiedenen Busanbieter-Shops. In der Regel findet man auch immer ein Taxi oder Moped-Taxi hier zur Weiterfahrt in die Unterkunft.

REISETAG

In ganz Südamerika ist man gut beraten nicht sonntags zu reisen, da an diesem Tag nur sehr eingeschränkt Busse fahren oder manchmal gar nicht. Selbst samstags ist es in manchen Regionen schwierig gute Busverbindungen zu bekommen. Mit Reisetagen von Montag bis Freitag ist man in der Regel am Besten beraten.

BUSUNTERNEHMEN & TICKETKAUF

Busunternehmen gibt es jede Menge, sie unterscheiden sich im Preis und Komfort. Das Ticket kauft man nicht beim Fahrer sondern vorab beim Fahrer. Man ist gut beraten nicht gleich am ersten Schalter sein Ticket zu kaufen sondern zu vergleichen.

Es gibt von der Holzklasse bis zu Luxuslinern verschiedenste Angebote und Preise. Es gilt also abzuwägen, welcher Komfort & Preis zu einem passt. Manche Busse bieten sogar Verpflegung unterwegs. Entsprechend höher ist dann auch auch der Preis.

Sein Ticket sollte man am Besten einen Tag vorher kaufen, dann weiß man auch, wann die Busse fahren und spart sich stundenlanges warten am Busbahnhof. Zum Ticketkauf muss man sich ausweisen und oft auch beim Einstieg.

Ticketpreise entsprechen nicht immer dem was in den Reiseführern angegeben ist. Auf allzu günstige Preise sollte man sich also nicht verlassen. Tickets können bar und oft auch mit Karte bezahlt werden. Geht aber eher von einer Barzahlung aus, da die Zahlungsgeräte nicht immer funktionieren bzw. das Internet an dem sie hängen.

Hin und wieder werden Busse mit einer bestimmten Uhrzeit zB. 23 Uhr ausgeschrieben. Man erfährt aber erst um 13 Uhr, ob dieser Bus auch wirklich fährt.

NACHTBUSSE

Nachtbusse sind kein Problem in Brasilien. Sie haben oft einen guten Komfort, man spart sich die Unterkunft und verpasst nicht den ganzen Tag im Bus. Oft haben die Busse eine Fußauflage, so dass sich der Bus fast zu einem Bett ausbauen lässt. Die Luxusvarianten haben regelrechte Schlafkabinen. Lass dich hier gut beraten und entscheide,wie viel Komfort dir eine erholsame Nacht wert ist. Denk an Ohrstöpsel und ggf. deinen Schlafsack als Decke.

GEPÄCK

Das Gepäck wird bis auf das Handgepäck aufgegeben und in den Gepäckfächern an den Seiten des Busses verstaut. Hierzu reiht man sich in die Schlange ein und zeigt sein Ticket auf Verlangen vor. Das Gepäck wird eindeutig gekennzeichnet und erhält einen Aufkleber mit Nummer. Man selbst bekommt einen Zettel oder ebenso einen Aufkleber auf das Busticket, welches man gut aufbewahren sollte, damit man sein Gepäck beim Aussteigen auch unkompliziert wieder bekommt.

SITZPLATZ

Der Sitzplatz ist auf dem Ticket angegeben. Hier empfiehlt es sich, nicht direkt neben der Toilette seinen Platz zu wählen. Erstens riecht es nicht so gut und zweitens wird man häufig von den „Besuchern“ gestört. Also lieber etwas weiter weg. Selbst wenn im Bus freie Plätze sind, bleibt man auf seinem gebuchten Platz sitzen, da auch weitere Zustiege mit Sitzplatznummer gebucht werden.

KLIMAANLAGE

Die Busse sind in der Regel klimatisiert. Was aber häufig heißt, dass man auf Tiefkühlkostniveau runter gekühlt wird. 16 Grad sind keine Seltenheit. Es empfiehlt sich bei der Kleidung ein Zwiebelprinzip bzw. den Schlafsack oder ein Handtuch als Decke bzw. als Kälteschutz mit in den Bus zu nehmen.

WLAN & ENTERTAINMENT

Es wird gerne mit WLAN geworben, meine Erfahrung war, dass es nie funktioniert hat. Oft wird auch ein TV Programm angeboten, damit hatte man schon eher Glück als Bordentertainment. Es empfiehlt sich für die eigene Unterhaltung vorzusorgen und ggf. Ohrstöpsel dabei zu haben, wenn man seine Ruhe haben will.

VERPFLEGUNG

Im Bus selbst gibt es in der Regel keine Verpflegung außer in besagten Luxuslinern. Man darf sich Getränke und Essen mit in den Bus nehmen. Auch wird in der Regel nicht extra gehalten für Restaurantbesuche.

SANITÄRE EINRICHTUNG

Die Überlandbusse haben in der Regel eine Toilette im Bus die meiner Erfahrung nach gepflegt aussahen. Toilettenpapier sollte man für den Notfall noch im Handgepäck bereit halten.

SICHERHEIT

Es gilt als sicher in den Bussen zu reisen und auch die Busbahnhöfe habe ich als sicher empfunden. Natürlich gilt es wie überall auf der Welt hier besonders auf seine Sachen zu achten.

GRENZVERKEHR

Nimm die Grenzkontrollen ernst! Manche Grenzorte dürfen zum Shoppen oder als Tagesbesucher ohne Visum (Stempel im Pass) und Formalitäten besucht werden. Wer weiterreist braucht in jedem Fall den Stempel und das für Brasilien übliche Papier. Busse die die Grenze überqueren halten nicht immer dort oder warten auf deine Abfertigung! Hier ist es an dir, dir vorab den Stempel zu besorgen. Erkundige dich also beim Busunternehmen wie der Grenzverkehr geregelt ist. Zwischen Uruguay & Brasilien im Grenzort Chuy liegt die Grenzkontrolle gute 3 km außerhalb des Ortes und das obwohl die Grenze an der Hauptstraße im Ort liegt. Je nachdem wie du ein bzw ausreist musst du dich auf den Weg dahin machen.

FAZIT:

Busfahren in Brasilien klappt prima, wenn man die Gepflogenheiten kennt. Für längere Strecken empfehle ich dennoch Inlandsflüge. Siehe hierzu mein Artikel im LINK.

 

 

Fliegen in Brasilien – Das solltest du beachten!

Brasilien hat die Größe mancher Kontinente. Wer weite Strecken im Land zurück legen will, sollte statt dem Bus aufs Flugzeug umsteigen. Welche Airlines empfehlenswert sind und was besonders zu beachten ist, verrate ich hier:

FLUG-PREISE

Die Preise für Inlandsflüge sind in der Regel sehr günstig. Im Schnitt würde ich sagen zwischen 80-120 EUR wenn man nicht zu kurzfristig bucht. So gelangt man zum Beispiel schnell und günstig von den Iguazu Wasserfällen ins Regenwaldgebiet um Manaus. Eine Strecke die mit dem Bus zwar machbar ist, aber sicherlich wenig sinnvoll.IMG_6346

AIRLINES

Die wichtigsten Airlines in Brasilien sind sicherlich GOL, AZUL und TAM. Aber natürlich gibt es auch noch andere Fluglinien die genutzt werden können:

Avianca www.avianca.com
AZUL www.voeazul.com.br
GOL www.voegol.com.br
TAM www.tam.com.br
Trip www.voetrip.com.br
Webjet www.webjet.com.br

Flugbuchung

Airlines wie TAM. AZUL oder GOL fliegen die meisten brasilianischen Flughäfen an. In der Regel auch mehrmals täglich. Wer direkt bei diesen Airlines bucht, fliegt meistens günstiger als wenn Flugbuchportale benutzt werden. Die Websiten der Airlines gibt es häufig auch  in englisch, ganz optimal ist das aber noch nicht, so dass man immer wieder mit der Muttersprache „porutugiesisch“ konfrontiert wird. Mit Übersetzungsprogrammen kommt man hier aber gut ans Ziel. Kreditkartenzahlung hat bei mir immer reibungslos funktioniert. Sollte dies nicht der Fall sein geht man in ein Reisebüro.IMG_6341

ZWISCHENLANDUNGEN

Je nachdem wie exotisch das Flugziel ist, muss damit gerechnet werden, dass man Umwege aka Zwischenlandungen in Kauf nehmen muss. Für eine Strecke die im Grunde 3h Flugzeit entfernt ist, wird man über größere Drehkreuze geleitet und so kann es auch gut sein, dass man 17h unterwegs ist. IMG_6366

SICHERHEITSKONTROLLE

Sicherheitskontrollen sind im Ausland oft etwas lascher als in Europa. So habe ich es auch in Brasilien gerade bei Inlandsflügen empfunden. So musste ich das Laptop nicht extra auspacken und eine kleine Flasche Wasser im Handgepäck wurde auch nicht moniert. Verlassen würde ich mich darauf aber nicht.

VERPFLEGUNG IM FLUGZEUG & KOMFORT

TAM ist die wohl beste Airline in Brasilien fliegt aber in der Regel nur die großen Flughäfen im Land an. AZUL bietet etwas mehr Zusatzleistungen als GOL. Zum Beispiel bekommt man den Kaffee gratis und nicht nur Öko-Kekse und Wasser wie bei GOL. Großartige Preisunterschiede gibt es dennoch nicht. Hier sollte man genau abwägen, wie Flugzeiten, Preis und Verpflegung den eigenen Vorstellungen entsprechen.

KLIMAANLAGE

Die Flugzeuge sind klimatisiert. Der Südamerikaner mag es in der Regel eher frisch und deshalb wird oft stark runter gekühlt. Decken gibt es in der Regel keine im Flieger, daher sollte man sich entsprechend kleiden oder eine Decke dabei haben.

FLUGHÄFEN

FLUGSTEIG-WECHSEL

GANZ WICHTIG beim Fliegen in Brasilien ist, dass sich die Flugsteige gerade auf den großen Flughäfen wie Sao Paulo, Belem, Belo Horizonte oder Brasilia häufig kurzfristig ändern oder oft gar nicht mehr ausgeschrieben sind. Besonders wenn es zu Verspätungen der Flüge kommt, solltest du besonders ein Auge auf die sich wechselnden Anzeigen haben und ggf. beim Flughafenpersonal nachfragen. Englischsprachige Durchsagen sind eher die Seltenheit. Man sollte also etwas auf Zack sein und sich nicht drauf verlassen, dass alles so gut durchorganisiert ist, wie in Deutschland.IMG_6350

SPRACH-BARRIERE

Trotzdem es sich um internationalen Flughäfen handelt, wirst du eher selten jemanden finden, der englisch spricht und dir bei Fragen weiterhelfen kann. Das gilt selbst für Stewardessen oder Mitarbeiter des Service-Telefons. Dieses ist zwar in englisch angeschrieben, uns ist es aber schon mehrfach passiert, dass aufgehängt wurde, weil man nur in portugiesisch kommunizieren wollte. In Brasilia gibt es extra einen Schalter für international Fliegende und bei Problemen sollte man sich dahin wenden. Oft hilft es andere Reisende (in der Hauptsache Businessleute oder Studenten) anzusprechen, da hier die Chancen gut stehen, dass sie als Übersetzer fungieren können.

WLAN

Wlan funktioniert meiner Erfahrung nach ganz gut auf den Flughäfen in Brasilien. Nicht unbedingt in der Schalterhalle, aber in der Regel in den Wartehallen.

VERPFLEGUNG IM FLUGHAFEN

Meiner Erfahrung nach ist die Verpflegung, gerade auf den kleineren Flughäfen, in den Schalterhallen oft besser als in den Wartehallen. Da gibt es oft nur 1-2 Verkaufsstände mit immer den gleichen „Backwaren“. Wer viel Umsteigezeit hat, sollte die Wartehalle verlassen und sich in den Schalterhallen nach etwas mehr Angeboten umschauen und danach wieder durch die Sicherheitskontrolle zurück zum Abflugsteig kehren.

FAZIT:

Wer weiß, wo er welchen Flug günstig und mit guten Service bekommt, der wird sich leicht tun sich in Brasilien per Flugzeug zu bewegen. Wer noch dazu die Hinweise für die Flughäfen beachtet, der wird auch drumherum ein positives Erlebnis haben.

 

 

 

Unterkunftsreview Montevideo „Chez Mario et Solange“ B&B

Mein Unterkunfshighlight in Montevideo ist das „Chez Mario et Solange“ Bed & Breakfast. Neben angenehmen Räumlichkeiten hat das B&B so einiges zu bieten, was andere Unterkünfte in der Stadt nicht bieten. Wie ich das „Chez Mario et Solange“ gefunden habe, warum es mich überzeugt hat und ich es gerne hier vorstelle und empfehle liest du hier:

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Seit dem 31.12.2014 ist das „Chez Mario et Solange“ Bed & Breakfast von Solange and Julian geöffnet. Davor haben sie es in in 2 jähriger selbstständiger Bauphase zur Unterkunft ausgebaut. Entsprechend viel Liebe zum Detail steckt auch in den Räumlichkeiten. Das junge Paar hat mit viel Kreativität und Kraft einen Unterkunft geschaffen die es leicht macht zu verweilen.

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Lage

Die Unterkunft liegt Downtown und unweit des Casco Viejo der Altstadt Montevideos entfernt. Man kann die Strecke bis zum Hafen in schätzungsweise 20-30 Minuten zu Fuß erreichen. Busse fahren in den Hauptstraßen und nur wenige Gehminuten von der Unterkunft entfernt ab. Vom zentralen Busbahnhof sind es damit ungefähr 10 Minuten bis zum B&B.

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Sprache

Solange stammt aus Montevideo und spricht neben ihrer Muttersprache hervorragendes Englisch. Ihr Lebensgefährte Julian ist Franzose und spricht wiederum neben seiner Muttersprache noch ein gutes Spanisch sowie Englisch. Letzteres nicht ganz so flüssig wie seine Partnerin, aber zur Kommunikation völlig ausreichend. Die Beiden decken damit also Spanisch, Französisch und Englisch in ihrer Unterkunft ab, was es Gästen leicht macht bei Fragestellungen.

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Buchung

Gefunden habe ich „Chez Mario et Solange“ Bed & Breakfast über booking.com gefunden. Sie sind aber auch via airbnb, Tripadvisor oder direkt über ihre Website zu finden.

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Ausstattung

Das B&B liegt bietet 5 Räume  für 9  Gäste, 2 Bäder, Küche, Gemeinschaftsraum und eine Dachteressa mit Blick auf die Stadt. Die Zimmer sind alle anders eingerichtet. Alle jedoch mit Paletten-Betten und vielen interessanten Gesetaltungsideen.

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Frühstück

Wie in einem Bed & Breakfast üblich gibt es ein Frühstück. Dazu gehört bei den Beiden neben Baguettes und Croissants auch Café, Tee und frischer Saft, Brotaufstriche, Käse und das für Uruguay typische Dulche de leche.

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Selbstverpflegung

Wer kochen möchte hat dazu in der angeschlossenen Kücheneinheit die Möglichkeit. Ein Supermarkt ist in unmittelbarer Umgebung. Wer Canabis Brownies und Hanfbier probieren möchte, kann dieses in der Unterkunft kaufen.

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Sicherheit

Die Unterkunft liegt in einer bügerlichen Gegend. Ich war als Frau alleine auch nachts unterwegs und habe mich nicht unsicher gefühlt.

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Nachtruhe

Da die Wohnung in einer kleinen Seitenstraße liegt, bekommt man auch vom Verkehr der Hauptverkehrsadern nichts mit und findet nachts Ruhe.  Dem Palettenbett gegenüber war ich zunächst etwas skeptisch, da ich was guten Schlaf betrifft, doch sehr kritisch bin. Aber auch hier gabs absolut nichts zu bemängeln. Ich habe hervorragend geschlafen. Ein Ventilator hilft zudem im Sommer frischen Wind zu bekommen.

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Sauberkeit

Die Räumlichkeiten werden jeden Tag grundgereinigt. Da die Beiden quasi hier wohnen sorgen sie auch so immer für Ordnung und Sauberkeit. Es gab keinen Moment in dem es etwas zu beanstanden gab.

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Gäste

Ich habe in der Unterkunft keine „Party people“ oder absolute Youngsters erlebt. Was einen in der Regel ja vor unruhigen Nächten und Rücksichtslosigkeit bewahrt. Der Altersdurchschnitt liegt im Schnitt bei Reisenden bei 20-40 Jahren . Dadurch das im Haus so viele Sprachen gesprochen werden, sind auch die Gäste aus verschiedensten Kulturkreisen. Wer das mag, der wird sich hier sehr wohl fühlen.
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Mobiliät

Um in der Stadt mobil zu sein verleihen die Beiden ihre Räder auch schon mal an ihre Gäste, was ich als Radfahrliebhaber sehr zu schätzen wußte. Wer über den Flughafen der Stadt an- bzw abreist der kann den Shuttle-Service in Anspruch nehmen und spart sich das teure Taxi.

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Besonderheit

Herausragend macht die Unterkunft neben der geschmackvollen Einrichtung besonders der persönliche Service der Beiden. Dieser geht weit über die normale Betreuung in einem Hostel oder B&B hinaus. Und hier möchte ich noch mal ausdrücklich betonen, dass ich weiß wovon ich spreche, da ich oft über lange Phasen reise und quasi mehr in verschiedenen Hotels, B&Bs  oder Hostels wohne als daheim.

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Solange hat sich sogar für mich bemüht einen Termin bei José Mujica zu bekommen und dafür einen halben Vormittag mit Parlamentariern und ihrem Sekretariat telefoniert. Wer hier Hilfe braucht oder spezielle Tipps von Tango bis Weiterreise dem werden die Beiden ganz sicher helfen.

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Fazit:

Ich mag das „Chez Mario et Solange“ auf Grund seiner Lage, der Inneneinrichtung und wegen den beiden Inhabern. Es war sauber, ruhig und mit angenehmen Gästen. Dazu in Altstadtnähe und gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Ich habe mich rundum wohl und gut aufgehoben gefühlt.#infoWeitere Bilder findest du im LINK.

Ich war „Chez Mario et Solange“ nur ganz normaler, zahlender Gast. Ich habe keine Vergünstigungen oder Preisnachlasse für diesen Beitrag erhalten. Ich empfehle diese Unterkunft, da sie mir gefallen hat.

Food-Insidertipp für Montevideo „La Fonda“ – Auch für Vegetarier

Mercado del Puerto ist allen als Food-Market in Montevideo bekannt. Wer abseits des beliebten Marktes, der häufig auch sehr überfüllt ist, eine Alternative sucht der wird wenige Meter weiter im „La Fonda“ fündig. Was dich dort erwartet, verrate ich dir hier:IMG_5356
Beliebter Treffpunkt in Montevideo der Hauptstadt von Uruguay ist dessen Markt am Hafen. Der so genannte Mercado del Puerto ist dann häufig auch das erste Ziel der hier anlanden Kreuzfahrtgäste. Heerschaaren von Menschen bevölkern dann die alten Hallen und halten das Personal auf Trapp.IMG_5366Wer dem entgehen möchte und auf der Suche nach einer kleinen familiären Oase ist, der sollte sich ein paar Meter weiter bewegen. Nur ein paar hundert Meter sind es vom beliebten Markt die Straße hinauf.IMG_5346Auf der Einkaufsmeile entlang kannst du das La Fonda gar nicht übersehen. Ich habe den Tipp von meinen Bekannten hier in Montevideo bekommen und folge ihrem Rat.IMG_5196
Man kann im La Fonda zum Mittagstisch gehen oder ab 20 Uhr gibts Dinner. Enweder man nimmt vor dem Restaurant auf der Straße platz oder sucht sich einen gemütlichen Tisch im Inneren. Alles ist mit Liebe zum Detail dekoriert und hat eine einladende Ausstrahlung.
IMG_5308Das kleine Lokal wird familiär geführt und schon bei der Begrüßung wirst du spüren, dass man sich hier mit seinem Lokal identifiziert. Diese Willkommenskultur war auch für mich der erste Pluspunkt. Der Chef nimmt sich Zeit für mich, erklärt mir das es keine Menükarte gibt sondern nur die Tagesgerichte auf der Kreidetafel. Keine riesige Auswahl also, aber für mich völlig passend.IMG_5309Da die Gerichte in Spanisch angeschrieben sind, übersetzt er mir auch gleich noch, was die Küche zu bieten hat. Das Angebot wechselt täglich und ist daher immer frisch. Ein weiterer Pluspunkt.IMG_5329Die Küche ist organisch und auch für Veganer gibt es eine Auswahl. Nicht üblich, wenn man weiß, dass in Uruguay der pro Kopf Verbrauch von Fleisch bei 120 kg liegt und somit im weltweiten Vergleich ganz weit vorne ist. Hier kommen auf jeden Bürger 3 Kühe und quasi jedes Essen dreht sich um Fleisch. Um so erfreulicher, dass es auch einen Trend in die andere Richtung gibt. Wieder ein Punkt auf der „I like“ Liste.IMG_5327
Das Essen wird im Beisein der Gäste in der offenen Küche zubereitet. Dem Kenner bleibt also nicht verborgen, wie gut hier gearbeitet wird und vor allem mit welcher Liebe. Besonders positiv ist mir dabei auch die gute Laune des Teams aufgefallen. Trotz Streß singt, tanzt oder unterhält man sich locker. Eine angenehme Atmosphäre die so auch der Gast spürt. IMG_5321Zum Essen wird Brot gereicht, was nicht extra in Rechnung gestellt wird, wie oft sonst sehr üblich in touristischen Gegenden. Dazu gibt es einen Brotaufstrich. Ich hab mir frische Limonade bestellt bzw. am Abend eine Art Secco. Beides sehr lecker und erfrischend. IMG_5143Da ich nicht zu den Vegetariern gehöre gibts für mich Couscous mit Hühnchen und Pesto oder Pasta mit Lamm und Soße des Hauses. Ein Traum und meine Geschmacksnerven tanzen! Ich bin wirklich kein Foodblogger und darauf spezialisiert Essen zu beurteilen. Da ich aber oft außer Haus esse vermag ich sehr wohl zu sagen, wann man gute Küche schmeckt. Und das ist im „La Fonda“ definitiv der Fall. Volle Punktzahl also auch hier.IMG_5332Und weil es mir hier so gut geschmeckt hat, gibt es beim zweiten Besuch auch noch ein Dessert. Eiscreme mit kandierten Früchten. Ich bin vollends begeistert, denn auch hier paßt die Kombi und die Soße.IMG_5182Und auch die Rechnung tut nicht weh. Für ein Essen auf Sterne-Niveau zahlt man im Schnitt 370 Peso (derzeit 12 EUR umgerechnet). Völlig fair und auch für das Budget von Langzeitreisenden geeignet.IMG_5136

Mein Fazit also:

Das „La Fonda“ liegt ideal im Casco Viejo dem Altstadtvirtel der Stadt. Man findet gesundes, leckeres Essen was frisch und in familiärer Atmosphäre zubereitet wird. Von Fleisch bis zu veganen Gerichten wird hier alles geboten und das für mich sogar auf Sterne-Niveau. Der Insidertipp meiner Freunde hat sich also bewährt. Anstatt sich also der Massenabfertigung im Hafen Markt anzuschließen sollte man die wenigen Meter bis ins La Fonda antreten. Es lohnt sich!

In diesem Sinne: #get up & eat lecker

#info

Weitere Infos findest du auf Facebook: https://www.facebook.com/lafondamori/

Mehr Impressionen zum Restaurant findest du im LINK.

Adresse: Perez Castellano 1442, Montevideo 11000, Uruguay
Telefon: +598 97 300 222
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10 Gründe warum man nach Uruguay reisen sollte!

Uruguay haben die meisten Reisenden nicht auf ihrer Agenda und in der Regel kann auch keiner so richtig etwas mit diesem Land anfangen. Was also macht es attraktiv und warum lohnt sich ein Trip? Hier meine Top 10 warum sich Uruguay lohnt:

1.) Eines der sichersten Länder der Welt – auch für Frauen & gleichgeschlechtliche Paare!

Uruguay gilt im weltweiten Vergleich als eines der sichersten Länder und nach dem Global Peace Report auch als das friedlichstes Land in Lateinamerika. Zudem gilt es als sozial und politisch stabil. Menschenrechte werden geachtet und Gesätze behalten ihre Wirksamkeit. Das Rechts- sowie das Verkehrssystem entsprechen in etwa europäischem Standard. Uruguay gilt als die einzigste „Volldemokratie“ in ganz Südamerika (MercoPress); nach dem Bericht „Freedom in the World 2011“ von FreedomHouse ist Uruguay zudem ein völlig freies Land. Als erstes Lateinamerikanisches Land erlaubte es 2008 auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. Und genau diese Freiheit und Sicherheit spürt man auch als Reisender.

 

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2.) Uruguay hatte den wohl „coolsten“ Präsidenten

José Mujica gilt als der ärmste Präsident der Welt. Er lebte auf eigenen Wunsch weiter in seinem bescheidenen Heim statt im Präsidentenpalast. Zudem hat er den allergrößten Teil seines Einkommens ( 550.000 $ !!!) sozialen Einrichtungen gespendet. Das macht ihn für viele Uruguay´aner zum Volkshelden. Inzwischen ist er weltweit für seine sozialgerechte Einstellung bekannt und die Menschen pilgern regelrecht wegen „Pepe“ in das Land.

 

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3.) Herz von Uruguay

Uruguay gilt als das „warme Herz“ Südamerikas. Die Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit wirst du überall spüren und nicht nur das! Es gibt sogar ein echtes „Herz“ aus Uruguay. Ein magischer Stein, der 130Mio Jahre alt ist und in dessen Inneren man eine Inschrift gefunden hat. Wer sich dem steinernden Herz nähert, spürt dessen Energie und es soll schon Menschen gegeben haben, die sich nach Kontakt komplett verändert haben. Mehr Infos dazu im LINK.

 

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4.) Der längste Karneval der Welt

Im Karneval in Uruguay dauert mit über 40 Tagen weltweit am längsten. Wer also heiße Rythmen und ausgelassene Stimmung mag, der kann es hier die längste Zeit krachen lassen.


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5.) Perfektes Reisewetter und Traumstrände

Das Wetter ist angenehm warm, aber nicht zu heiß. Das subtropische Klima ähnelt in etwaa Südspanien oder der Baleareninseln. Für Urlauber aus Deutschland ist die beste Reisezeit von Anfang November bis Mitte Dezember oder von Mitte Februar bis Ende April. Im Januar sind Ferien in Uruguay und damit kosten Unterkünfte und Mietwagen bedeutend mehr und man hat die Traumstrände nicht mehr für sich.

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6.) Côte d’Azur Südamerikas

Der Ort Punta del Este in Uruguay gilt als die Côte d’Azur Südamerikas. Hier trifft sich alles was Rang und Namen hat, wer wichtig ist und gesehen werden will. Ganz wie an der Küste Frankreichs im Sommer.

 

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7.) Unterhaltung pur

Uruguayer lieben die schönen Künste. So ist es wenig verwunderlich, dass es eine vielzahl an Theatern, Musik und Kunstangeboten; jeder Menge Orchester, Bands und Sänger sowie Tänzer gibt. Diese Fülle an kulturellen Angeboten kommt auch den Reisenden zu Gute.

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8.) Tanze Tango die ganze Nacht

Nicht nur Argentinien steht für heißblütigen Tango. Uruguay steht dem in nichts nach. Denn was viele gar nicht wissen: Die Hauptstadt Montevideo ist die „Wiege“ des Tango. Noch heute wird er auf öffentlichen Plätzen zelebriert. Wer sich dieser Leidenschaft hingeben möchte der ist hier auch genau richtig.

9.) Fleischliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten

Auf jeden Uruguay´aner kommen im Schnitt 3 Kühe und der Durschnittsverzehr von Fleisch liegt bei 110 kg. Eine der höchsten Raten der Welt. Entsprechend wird der Fleischkonsum hier auch zelebriert. Wer diesem Genuß gerne fröhnt, wird hier sein persönliches Paradies finden. Aber keine Sorge es gibt genügend vegetarische und alternative Restaurants, um auch als Nicht-Fleischliebhaber auf seine Kosten zu kommen.

 

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10.) Der Konsum von Marihuana ist legal

Hanf ist in vielen Kulturkreisen und seit Jahrhunderten eine Heilpflanze. Die Pflanze ist inzwischen als Medizin gegen rheumatische und bronchiale Erkrankungen, gegen Migräne, Neuralgie, Epilepsie und ähnliche Anfälle sowie Schlafstörungen anerkannt. Auch werden wird Marihuana beispielsweise bei Krebs- und AIDS-Patienten eingesetzt. Weltweit findet eine Entkriminalisierung von Hanf statt. Im Dezember 2013 legalisierte Uruguay als weltweit erster Staat den Anbau und Verkauf von Marihuana. Die Gesetze traten allerdings erst im April 2014 in Kraft. Natürlich ist Cannabis auch ein Rauschmittel – das ist Alkohol allerdings auch – man geht hier allerdings von einem verantwortungsvollem Umgang aus.

 

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FAZIT

Wer nach Uruguay reist der findet noch diese kleinen, von der Tourismus-Industrie unentdeckten Flecken. Man kann sich frei und sicher fühlen – ob als Gay-Couple oder alleinreisende Frau. Auch werden Strandliebhaber genauso auf ihre Kosten kommen wie Freunde von Musik und Kultur. Besonders hervorzuben sei noch, dass das Land nicht besonders groß ist und so keine riesigen Strecken zurück gelegt werden müssen. Das macht es einfach das komplette Land für sich zu entdecken.

 

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Busfahren in Buenos Aires. So funktionierts!

Der beste Weg Buenos Aires kostengünstig und selbstbestimmt zu entdecken ist zu Fuß oder mit dem Bus. Doch Busfahren in einer fremden Stadt und dann vielleicht sogar noch ohne Sprachkenntnisse, kann leicht zur Hürde werden. Deshalb hier von mir ein paar gesammelte Erfahrungswerte, damit du diese wunderbare Metropole für dich kostengünstig entdecken kannst!IMG_3944
Buenos Aires hat ein hervorragendes Bussystem das bis in nahezu jeden Winkel der Stadt hervorragend funktioniert. Das macht es leicht diese Metropole für sich zu entdecken. Damit man die Busse benutzen kann, braucht man das Wissen rund um das so geannte Sube-System.IMG_3570
Im Bus bezahlt man nämlich nicht mit Geld sondern mit einer Guthabenkarte oder Coints (damit ist kein Kleingeld gemeldet). Wobei letztere eigentlich veraltet sind und oft auch gar keine funktionsfähigen Automaten mehr in den Bussen zu finden sind.IMG_3424
Du brauchst also in erster Linie eine Sube-Karte. Diese bekommst du an Bahnhöfen oder Kiosken (Kiosko genannt). In der Regel haben die entsprechenden Verkaufststellen das Sube-Logo erkennbar an der Außenfront.IMG_3765
Rechne dir aus, dass du am Tag wahrscheinlich mindestens 2 Fahrten brauchst, also 7 Peso. Dann mal der Anzahl der Tage plus ewas Puffer und du weißt, was du in etwa an Guthaben draufladen solltest. Beachte, dass es Sonntags schwer sein wird einen offenen Kiosk zum Wiederaufladen der Karte zu finden.IMG_3953
Ist deine Karte leer stehst du eventuell nachts in einem Virtel und kommst nicht weiter. Also immer etwas Puffer vorm Sonntag haben. Zur Not zu einem der Bahnhöfe laufen, die Verkaufsstellen da, haben am ehesten noch auf.IMG_4289
Bushaltestellen sind nicht immer als solche zu erkennen. Ganz wichtig ist hier, dass du auf die angeschriebene Nummer am Bushäuschen schaust. Ist deine Linie dort nicht angeschrieben, dann schau dir die Umgebung an.IMG_3436
Oft sind die anderen Haltestellen nur durch die Nummer an einem Pfahl markiert und ganze Buslängen vom eigentlichen Bushäuschen entfernt. Nur wo die entsprechende Nummer dran steht hält der Bus auch. IMG_3959Steht man an der falschen Stelle fährt er vorbei. Wer möchte das der Bus stoppt, der hebt die Hand als Signal für den Fahrer.IMG_3764
Beim Einstieg sagt man dem Faherer wohin man möchte. Als Tourist ist das oft nicht ganz so einfach, weil einem ja Stadtzentrum als Oberbegriff schon reicht. Dem Busfahrer aber nicht. Hier hat es mir geholfen grob den Finger auf eine Karte zu setzen und der Fahrer hat den Preis berechnet. Nachdem er also die entsprechende Eingabe an seinem Display gemacht hat, hälst du die Karte ans Lesegerät.IMG_3428Eine Fahrt kostet im Schnitt 3.50 Peso. Steigst du in einen anderen Bus um, so muss neu gezahlt werden, auch wenn du die Fahrt ins gleiche Virtel fortsetzt.IMG_3767
Willst du aussteigen, dann drück den Halteknopf oder stell dich so hin, dass der Fahrer dich sieht. Wenn du dir unsicher bist, frag höflich den Busfahrer. Außerhalb der Rush Hour und gerade nachts wird er dir ganz sicher immer helfen können.
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Busse fahren rund um die Uhr und mehr als 5 minuten mußte ich auch noch nie irgendwo auf einen Bus warten.IMG_3434
Übrigens kannst du deine Sube Karte auch im Zug zum Tigre-Delta und der Untergrundbahn verwenden.

Buenos Aires – Stadtrundfahrt aber günstig bitte!

Eine Stadtrundfahrt ist eine super Sache um einen ersten Eindruck von der zu entdeckenden Metropole zu bekommen. In manchen Städten ist dies allerings ein teures Vergnügen. So auch in Buenos Aires. Deshalb hier meine Tipps, wie du es schaffst günstig zu allen Sehenswürdigkeiten zu gelangen ohne dabei ausgenommen zu werden.IMG_3491
Wie in fast jeder großen, touristischen Stadt gibt es auch in Buenos Aires „Hop on. Hop off. Busse“ allerdings finde ich diese unverschämt teuer. Das Ticket gilt für 24 Stunden und hat zwei Preise. Den für Argentinier (260 Peso) und den für Ausländer. Diesses Ticket kostet dann gleich mal 390 Peso. Mit einem derzeigigen Umrechnungskurs also ca. 26 EUR bzw. 39 EUR. Im internationalen Vergleich wären 26 EUR ja noch ein „vertretbarer“ Preis. 39 EUR ist in meinen Augen für das Angebot aber eine Unverschämtheit.

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Denn die Touren bieten keinen Luxus der sie von anderen Städten abheben würde. Statt einem Tourguide bekommst du genauso nur einen Kopfhörer auf und erhälst vorher eingesprochene Informationen. An den jeweiligen Sehenswürdigkeiten kannst du aussteigen und diesse auf eigene Faust entdecken. Da es sich an den meisten angesteuerten Stationen ohnehin um Gebäude oder Parks handelt für die kein Eintritt fällig wird, ist auch hier der Preis nicht gerechtfertigt.
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Buenos Aires zu entdecken geht einfacher und wesentlich billiger mit den lokalen Bussen.

Eine Fahrt kostet hier im Schnitt 3.50 Peso. (35 Cent) Sprich für 39 EUR was eine Tour kostet könntest du satte 111 Mal den Bus benutzen und das nicht nur in 24h. Es rechnet sich also schlicht weg nicht.IMG_3434
Stadtpläne mit den Sehenswürdigkeiten die angesteuert werden erhälst du bei der Touristeninformation und kannst dich damit gut orientieren. Auch werden Audioguides dort angeboten. Wer sich auch dafür das Geld sparen möchte, der zieht den mitgebrachten Reiseführer zu Rate oder lädt sich ebenfalls kostenlos die Buenos Aires Guide App herunter. Die gibt es für Apple, Android und sogar für Windows Geräte im jeweiligen Appshop.

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So ausgerüstet fehlt dir nur noch die Buskarte, die du für Entdeckungstouren in der Stadt brauchen wirst. 1x mit Guthaben aufgeladen bringt sie dich mit Bussen und Straßenbahnen durch das gesamte städtische Verkehrsnetz.
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Wie du mit welchem Bus zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten gelangst verrate ich dir auch. Buenos Aires hat dazu eine hervorragende WEBSITE. Hier kannst du dir ganz einfach anzeigen lassen, welcher Bus wohin fährt. Das funktioniert über die eingabe der Adresse oder durch einfaches Punktesetzen auf der Karte. Sofort werden dir die veschiedensten Möglichkeiten angeboten die dich zu deinem Wunschziel bringen.IMG_3428
Optional gibt es an den großen Verkaufsstellen auch ein kleines Buch, in dem alle Straßen und die entsprechenden Busse verzeichnet sind. Außerdem sind die Busfahrer unglaublich freundlich und hilfsbereit. Finger auf die Sehenswürdigkeit und sie sagen dir, wo es langgeht. Probiers aus!IMG_3764
Solltest du dich doch für eine „organisierte“ Sightseeingtour interessieren findest du alle Informationen im LINK.#infoAlle Infos zum lokalen Busnetzt – von Buskarte, Verkaufsstellen & Gepflogenheiten – habe ich in einem gesonderten Blogpost zusammengesellt. Zum Artikel gelangst du durch klicken auf LINK.

Paraguay – Der Pilgerort Caacupé & das Künsthandwerksdorf Areguá

6 Uhr in der Früh und ich sitze schon frisch und fruchtig am Straßenrand und warte auf den Bus der mich nach Caacupé bringen soll. Der Ort gilt als der heiligste Ort Paraguays und liegt etwa 50 km östlich der Hauptstadt Asunción. Seine Kathedrale „San Francisco“ ist das größte Gotteshaus des Landes und wurde 1988 von Papst Johannes Paul II. höchst persönlich geweiht. Berühmt ist er als Wallfahrtsort und genau deswegen zieht es mich auch dahin.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Von meinen Backpackerkollegen war noch niemand zu sehen als ich das Hostel verließ. Ich glaube ich bin die Einzige die früh starten will um den Tag voll auszunutzen. Allerdings war mein Ehrgeiz wohl etwas übermütig. Denn Bus nach Bus zieht an mir vorbei ohne das der Richtige dabei ist. Eine volle Stunde vergeht, als endlich der Richtige auftaucht. Ich benne meinen Zielort, bezahle und nehme Platz. 20 min später ist der Bus völlig leer und der Kassierer bittet mich auszusteigen.
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Zumindest deute ich das so. Ich versuche ihm zu erklären, dass ich doch nach Caacupé will und das auch beim Einstieg gesagt und bezahlt habe. Eine wilde Diskussion entbrennt und ich versuche mich zu erklären. Irgendwann winkt er ab und ich darf sitzen bleiben und die neue Runde antreten. 1.5h sind vergangen und ich bin wieder da, wo ich heute morgen am Bus auf den Bus gewartet hatte. Die Zeit hätte ich auch noch im Bett verbringen können. Naja selbst schuld, wenn man sich nicht genug auskennt und die Sprache nicht spricht.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Der Bus füllt sich rasch, auch mit dem typischen Straßenhändlern. Von Chipa, dem typschen Brötchen, bis hin zu mobilen Ladegeräten für Handys wird alles angeboten. Ich bestelle mir 2 Brötchen, drücke dem Verkäufer 5000 Mil in die Hand und erwarte Ware und Wechselgeld. Aber anscheinend stimmt irgendwas nicht und ich verstehe wieder kein Wort. Ich will ihm mehr Geld geben, doch er winkt ab. Irgendwann klinkt sich eine Frau in unser Geschäft ein und erst jetzt verstehe ich worum es ihm geht. Er hat kein Wechselgeld und sie sagt ihm, er soll mir einfach die Tüte mich Chipas vollmachen, bis mein Geld aufgebraucht ist.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Mit 1 Chipa ist man eigentlich gut gesättigt, mit 2 Stück ist man die nächsten Stunden satt, aber was soll ich mit 6 Stück? Ich esse was ich kann und verschenke dann den Rest an zwei Musikanten die im Bus Gitrarre gespielt haben. Die Art der Bezahlung sind sie zwar nicht gewohnt, nehmen sie dennoch dankend an. Die lustige Fahrt setzt sich fort. Ich genieße es zwischen all den Paraguay´anern zu sitzen und an ihrem Leben Teil nehmen zu können. Ich male mir aus, welcher Berufung jeder einzelne von ihnen nachgeht. Vom Anzugträger der vielleicht Bänker ist bis hin zu Kindern mit Rucksack die wahrscheinlich auf dem Weg zur Schule sind.Kathedrale von Caacupé & Umgebung

Caacaupé

Trotzdem kommt mir die Fahrt wieder ewig vor und immer wieder starte ich den Navigationsmodus und überprüfe ob wir uns überhaupt noch in die richtige Richtung bewegen. Alles sieht gut aus und als ich endlich die Kathedrale entdecke, die eines meiner Tagesziele darstellt, springe ich freudig aus dem Bus. Ich hab tatsächlich noch hingefunden. Fast wie auf dem Jahrmarkt geht es hier zu. Verkaufsstände säumen die Straße und bunte Kinderkarusselle. Was mich wundert, denn die eigentliche Pilgerwoche, in der es hier.
Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Ich nehme in der Kathedrale platz und bestaune diesen Ort, denn prunkvoll wie in Rom sind die Kirchen hier nicht. Und das obwohl es eine Wallfahrtskirche ist und hier regelmäßig große Prozessionen abgehalten werden. Hunderte Menschen befinden sich im Kirchenraum und der Fluss an ihnen scheint kein Ende zu finden. Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Ich habe noch nie so viele Kinder in einem Gotteshaus gesehen wie hier. Es kommt mir fast so vor als würden nur Familien hierher pilgern und trotzdem ist da neben mir in der Sitzreihe eine betagte vom Leben gezeichnete alte Dame offensichtlich ganz allein. Sie tut mir irgendwie leid, weil sie niemanden mehr zu haben scheint und den Weg hierher alleine angetreten hat.
Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Ich bin hierher gereist um für die Wünsche meiner Freunde zu bitten. Das ist eine kleine Weihnachtstradition von mir, die in Rom begann und hier ihre Fortsetzung findet. Ich glaube an die Kraft von Wünschen und das Fürbitten helfen. Also sammle ich in der Vorweihnachtszeit die Gedanken und Hoffnungen meiner Lieben ein und bitte auf meinen Reisen darum.
Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Derweil beobachte ich weiter den nicht enden wollenden Strom an Menschen. Manche rutschen sogar auf Knien zum Altar der Maria. Auch so viel Demut habe ich noch nie zuvor beobachtet. Die Statur hier gilt als heilig, seit ein Gläubiger auf der Flucht vor religiöser Verfolgung die Unterstützung von Maria erfahren hat.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
An ihrem Altar sind Handabdrücke verewigt und auch ich lege meine Hand hinein und spüre eine tiefe Ergriffenheit. Erklären kann ich das nicht, doch auch mir kullern die Tränen wie fast allen anderen auch. Plötzlich strahlt mich aus der Masse der Menschen der kleine Junge an, den ich vorhin noch für ein Schulkind hielt. Er ist allen Ernstes mit seinen 2 Freunden allein hier her gepilgert. Bemerkenswert. Er stahlt mich an und wir freuen uns über das unverhoffte Wiedersehen.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Als ich den Kirchenraum wieder verlassen will sitzt da noch immer diese zerbrechliche alte Dame. Mich überkommt das Gefühl ihr zu zeigen, dass sie nicht alleine ist. Ich lege meine Hand auf ihre Schulter und halte kurz inne. So wie es jemand für mich getan hat, als ich alleine in Rom saß und mich einsam fühlte. Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Die Dame greift nach meinem Arm, unsere Augen treffen sich und sie fängt an zu strahlen. Wir versehen uns ohne Worte und mich erfüllt ein wunderbares Glücksgefühl. Eine menschliche Geste wie diese war es, die mir damals gut tat. Und nun hoffe ich, dass meine Hand auch heilsam wirkt so wie die, die mich damals getröstet hat.
Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Wieder draußen auf dem Kirchenvorplatz lasse ich die ganze Szenerie noch mal auf mich wirken, ich schaue den Kindern und ihren Familien zu. Beobachte zwei Nonnen und Polizisten bei der Arbeit. Es ist schön hier zu sein und das alles zu beobachten, doch meine Zeit läuft und ich möchte an diesem Tag noch einen weiterne Ort besuchen, deshalb verlasse ich Caacupé auch schon mit dem nächsten Bus.Kathedrale von Caacupé & Umgebung

Wer sich für mehrh Bilder interessiert, der klicke auf LINK.

Areguá

Mein Ziel ist nun Areguá. Der Ort wurde mir als besonders malerisch beschrieben und ich möchte mir ein Bild davon machen. Der Busfahrer lässt mich an einer der Kreuzungen raus und ich folge dem Schild „Iglesia“ was übersetzt Kirche heißt. IMG_1900
Auf Reisen Gotteshäuser zu besuchen ist im Laufe der Jahre obligatorisch geworden. Sie waren über Jahrhunderte der Mittelpunkt und gesellschaftliche Treffpunkt. Sie verkörpern für mich wie kein anderes Bauwerk die Kultur eines Ortes und deswegen schaue ich sie mir sehr gerne an. Na und außerdem sind sie in hektischen Städten auch ein ideales Rückzugsgebiet um ein paar Minuten Ruhe und Einkehr zu finden.IMG_1932
Die Kirche in Arequá ist deshalb auch hier mein Ziel. Viele Sightseeingspunkte gibt es hier ohnehin nicht, aber das braucht es auch nicht. Der Ort selbst ist die Attraktion.
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Die Hauptstraße hat einen Grünstreifen in der Mitte und auf ihm ist der Handwerksmarkt angesiedelt für den Areguá so bekannt ist. Ich kann zwar mit all den kitschigen Figuren nichts anfangen, aber großartig finde ich es trotzdem.IMG_1909
Eingesäumt in grüne Natur neben der landestypischen Handwerkskunst im Schatten zu wandeln hat was! Ich genieße den Aufstieg zur Kirche entlang der Marktstände. Das Gebäude liegt triumphierend auf der Anhöhe über dem See und ist zugleich strahlender Mittelpunk dieses Ortes.
Hier finde ich mich wieder. Nach all der Hektik in Caacupé genieße ich die absolute Stille die dieser Ort ausstrahlt. IMG_1940
Wieder trage ich die Bitten der Menschen vor, die mir wichtig sind oder sich an mich gewendet haben. Ich finde es schön hier in so liebevoller Weise an sie zu denken.
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Mein nächster Weg führt mich in die nächstgelegene „Taverne“ direkt gegenüber der Kirche. Ich nenne sie Taverne, da mich das Gebäude sehr stark an Spanien erinnert. Die Chipa sind längst verdaut und mir knurrt der Magen. Ich bestelle einfach irgendwas, denn ich verstehe ja doch nicht, was mir der Gastwirt erklären will.
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Nach der Stärkung mache ich auf das nächste touristische Ziel dieses Ortes zu entdecken, den Strand. Aber erst mal führt mich der Weg durch den Ort, vorbei an Museen, alten Kolonialgebäuden und weiteren Kunsthandwerksständen.IMG_1959
Ich genieße diesen Spaziergang so sehr. Die Menschen sind unheimlich freundlich und aufmerksam. Jede Geste und jedes Gespräch sauge ich auf wie einen Schwamm. Im deutschen Alltag ist es das, was ich so vermisse.
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Sogar Street Art und den Alten Bahnhof finde ich auf meinen Spaziergang durch den Ort.
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Züge fahren hier keine mehr, dafür gibt es ein kleines Lokal, welches ich aber auslasse, weil ich ja eh satt bin.IMG_1968
Dann erreiche ich den See und die „Playa de Areguá“.
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Der kleine Strandabschnitt den ich vorfinde ist hübsch angelegt als Freizeitanlage mit Spielplätzen, Sonneliegen und ein paar Restaurants. IMG_1981
Alles ganz einfach und trotzdem ein Ort der einlädt in der Sonne zu verweilen und das mache ich dann auch. Direkt auf dem Bootssteg! Bevor mich der Bus wieder nach Asunción zurück bringt will ich die Sonne so richtig auskosten.
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Den Rückweg schaffe ich direkt und ohne Missverständnisse. Welch ein Glück!

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Paraguay_Aregua_Caacupe

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SüdamerikaTour – Asunción Entdeckungstour

Ich bin zugegeben faul heute und warte auf das Auftauchen von Kira einer anderen Reisenden die mich mit in die Stadt nehmen wollte.image-2015-12-18(27)Wir trödeln bis Mittag im Hostel rum bis wir uns aufmachen das Zentrum der Stadt zu erobern.image-2015-12-18(29)Mit den typischen südamerikanischen und ziemlich runter gerockten, aber charmenten Bussen geht es in die Stadt. Hier zwischen den Hochhäusern gibt es immer noch diese ganz einfachen Häuser. image-2015-12-18(30)Zum Teil aus der Kolonialzeit und wunderbar restauriert. Während Kira sich mit einer Freundin trifft bummel ich durch die Straßen, stoppe in hübschen Cafés oder Parks.Am späten Nachmittag erkunde ich das Viertel rund um unser Hostel. Wieder finde ich historische Gebäude, aber auch den Justizpalast und die Favelas.image-2015-12-18(31)Das Armenviertel der Stadt. Zwischen Altstadt und Fluss in einem Grünstreifen gelegen breitet sich dieser Slum auch immer weiter in städtische Parks aus.Und obwohl ich weiß, dass die Menschen sich die Armut nicht aussuchen, ich werde nie verstehen, warum sie im Müll leben. Das Bild was sich hier bietet ist wieder nur entsetzlich. image-2015-12-18(28)Kinder spielen auf ausgedienten alten Matratzen inmitten eines Müllhaufens. Man kann arm sein wie man will, aber man kann auch hier seinen Dreck entsorgen anstatt ihn nur vor die Tür zu werfen. Die Müllabfuhr kommt auch hier vorbei. Ich hab keine Lust hier den direkten Weg zum Fluss zu nehmen und umlaufe die Favelas um zur Promenade zu gelangen. image-2015-12-18(35)Auf der anderen Seite des Ufers ist schon Argentinien und ich schätze dass man den Fluss durchschwimmen könnte um dahin zu gelangen. Ich lege mich auf eine Bank und genieße die wärmen Sonnenstrahlen, bevor ich mich erneut aufmachen die Stadt für mich zu entdecken.image-2015-12-18(32)Wieder fällt auf, wie nah arm und reich hier nebeneinander liegen. Zwischen brach liegenden Wohnhäusern, protzen Bankgebäude hervor oder locken schicken Boutiquen. Die meisten Läden sind allerdings eher spärlich besucht. Das einzige was ich konsumiere ist mein Abendbrot und während ich so an meinem Salat kaue, fängt es draußen an fürchterlich zu regnen. image-2015-12-18(33)Ich warte eine halbe Stunde bis das schlimmste abgeklungen ist und mache mich auf den Heimweg. Inzwischen dunkelt es draußen schon, aber ich fühle mich trotzdem nicht unsicher. Allerdings habe ich das Wetter falsch eingeschätzt und der Regen prasselt jetzt wieder mit voller Kraft auf mich ein. Keine 2 min und ich bin pitschnass bis auf die Haut. image-2015-12-16(9)Immerhin an diesem Abend gibt es keine Mücken:)

Südamerika Tour – Devil’s Throat & Iguazú Wasserfälle

Für meinen Ausflug auf die argentinische Seite der Iguazú Wasserfälle habe ich mir einen Tour gebucht. Ich hatte einfach keine Lust auf lange Wartezeiten oder komplizierte Abläufe an der Grenze. Über mein Hostel auf der brasilianischen Seite habe ich mir den Ausflug organisiert. Der Start ist auf 9 Uhr angesetzt und gegen späten Nachmittag sollten wir wieder zurück sein.image-2015-12-18(9)Ich starte gerne gemütlich in den Tag, also habe ich mir den Wecker auf 7:30 Uhr gestellt. Zudem bin ich „deutsch“ und dazu gehört eben auch Pünktlichkeit wenn man an gemeinschaftlichen Ausflügen teilnimmt. Ich habe also genügend Zeit eingeplant die Sachen für den Tag zu packen, sich zurecht zu machen und auch noch in aller Ruhe zu frühstücken. Kurz vor 8 dann plötzlich der Schreck. Die Hostelmanagerin reißt die Tür auf und fragt wo ich sei, der Tourguide wartet. Ich stotter, dass ich ja noch jede Menge Zeit habe, da es doch gerade erst 8 Uhr ist und 9 Uhr ausgemacht war. Mit 9 Uhr habe ich völlig Recht. Nur nicht damit das es erst 8 Uhr ist! Die Uhr auf meinem Handy hat sich übers Wlan neu gestellt muss ich mit entsetzen feststellen. Immerhin geduscht bin ich und so werfe ich noch schnell meine Sachen in den Rucksack und starte ohne Frühstück und in völliger Hektik in den Tag.image-2015-12-18(8)Im Bus entschuldige ich mich für das Missgeschick bei den 4 Damen die ebenfalls die Tour gebucht haben. Wie sich raus stellt alles sind wir heute eine rein deutsche Gruppe mal abgesehen von unserem Guide. Wir tauschen Namen, Reise-Intension und Erfahrungsberichte. An der Grenze angekommen kümmert sich der Guide um die Formalien. Wir müssen nur den Pass abgeben. Für so Tagestrips mit Touranbieter gelten anscheinend eigene Regeln. Man will uns nicht sehen, es werden keine Formulare von uns ausgefüllt und Stempel gibt es auch keinen. Uns ist es Recht denn die Zeit nutze wir lieber intensiv zur Entdeckunstour an den Fällen.image-2015-12-18(12)Der Parkeingang auf der argentinischen Seite ist wesentlich schlichter gehalten. Unser Eintritt ist schon bezahlt und so geht es direkt auf den Trail (Trampelpfad) durch den Park. Nachdem ich gestern schon die brasilianische Seite besucht habe, kann ich mir kaum vorstellen, dass die argentinische so viel anders sein soll. Es sind ja die gleichen Fälle. Doch weit gefehlt.image-2015-12-18Mit erreichen des ersten Aussichtspunkts stockt mir der Atem. Hier auf der argentinischen Seite ist man viel näher dran an den Fällen, man begreift ihre Mächtigkeit und ihre beeindruckende Stärke viel intensiver. Der Rio Iguazu der Grenzfluss der sich hier ergießt hat derzeit durch starken Regen einen sehr hohen Wasserstand, was dazu führt, dass das Wasser sehr aufgewühlt und braun gefärbt ist. Ich hatte das ja am Vortag schon beobachtet. image-2015-12-18(6)Hier auf der argentinischen Seite wo man sich auf Stegen entlang der Fälle bewegt sieht man sehr genau, dass der Wasserpegel deutlich über normal steht. Die Bäume und Pflanzen stehen in vielen Teilen im Wasser und werden von dem reißenden Fluß umspült. Wir laufen durch den Nationalpark und immer wieder gibt der dichte Dschungel einen atemberaubenden Blick auf die Fälle frei. Bis zu 270 Wasserfälle gehören zu den Iguazu Fällen. Sie tragen Namen wie Zwillingsfälle, Adam, Eva oder El Diabolo (der Teufel).image-2015-12-18(11)Zum Teil stehe wir direkt über dem Abgrund und unter uns ergießt sich das Wasser in die Tiefe. Die Szenerie erinnert mich an den Pixar Streifen „Oben“, in dem auch Fälle in Südamerika gezeigt werden. Aber das hier ist kein Zeichentrickt, das ist real und so viel gewaltiger und großartiger als ich es mir ausgemalt hatte. Ich war nie ein riesen Wasserfall Jünger und fand bisher immer alle nur „ganz nett“, aber Iguazu verlangt mir Respekt ab.image-2015-12-18(20)Die Stege sind aus stabilem Gitternetz angelegt und man sieht das Wasser unter einem vorbei rauschen. Ich habe so meine Zweifel über die Konstruktion zu laufen. Wenn man sieht mit welcher unbändigen Kraft die Natur hier ihre Gewalt freisetzt und auch noch über das reißende Wasser läuft, dann ist es schwer an die Stabilität von Brücken zu glauben. image-2015-12-18(5)Zumal unser Guide auch noch erzählt, dass eine Brückenkonstruktion mal weggerissen wurde. Ich überlege mir in welche Richtung ich flüchten würde. Der kürzere Weg auf die Insel oder die lange Strecke bis ans Land? Kein schöner Gedanke. Ich versuche darauf zu vertrauen das der neue Steg stabiler konstruiert wurde.image-2015-12-18(1)Staunend stehen wir wieder alle an der Kante der Fälle. Keinen in der Gruppe lässt die Szenerie hier unberührt. Immerhin rauschen an uns gerade 7000 Liter Wasser in der Minute vorbei, stürzen sich bis zu 80 m in die Tiefe und gehen in einer Wolke feinster Wasserperlen auf. Die Gischt wird uns immer wieder auch um die Ohren gefegt.IguazuUnser Guide mahnt zur Eile als ich ihn nach einer Frühstückspause an einem der Shops frage. Mein hungriger Magen knurrt, da aber der untere Trail auf Grund der Wassermassen kurz vor der Schließung steht, bittet er mich noch etwas mit dem Essen zu warten. Wir steigen also hinab und stehen dann auch schon vor einer riesigen Wand aus Wasser. IguazuOhne Regencape ist man hier innerhalb von einer Minute komplett geduscht. Ich traue mich bis vor an die Kante und hier nutzt auch das Cape nicht mehr viel. Meine Schuhe laufen voll Wasser, die Kaputze weht es nach hinten und die Dusche ist perfekt. Es ist warm und so macht mir diese Abkühlung nicht viel aus. Der Rest der Gruppe wartet in sicherem Abstand und bestaunt aus der Ferne, was ich ganz nah erlebe.image-2015-12-18(10)Hier ganz in der ersten Reihe direkt unterhalb der Fälle ist die pure Kraft dieses Ortes spürbar. Hier erlebt man die Ureinergie die unseren Planeten formte und bis heute zeichnet. Das Donnern des Wassers ist so laut, dass man nichts anderes mehr wahr nimmt.Iguazu

Kurz schließe ich die Augen um die Gefühle die dieser Ort auslöst zu intensivieren. Um alles ganz bewusst wahr zu nehmen. Von dem Wind und der aufgewirbelten Feuchtigkeit die mir um die Nase pfeifen, über das ohrenbetäubende Niederdonnern des Wassers bis hin eben zu der Kraft dieses Ortes. Ein sagenhafter Ort und ich kann mir sehr gut vorstellen welche Ehrfurcht die Menschen seit Generationen vor diesen Fällen haben. Nicht umsonst heißen sie „großes Wasser“.

image-2015-12-18(17)Nach meinem kurzen Moment als Teil des Schauspiels zieht es mich ins Trockene zurück und wir steigen wieder hinauf zum Restplatz mit den Restaurants. Hier werden wir von einer Familie von Waschbären überrascht. Wie schon am Vortag begeistern mich die Jungtiere. Sie rumtollen zu sehen erweicht einfach jedes Herz.image-2015-12-18(13)Als nächstes steht für uns die Zugfahrt durch den Park zum sagenumwogenen Fall „Devil’s Throat“ an. Die Teufelsschlucht soll das Highlight der Fälle sein. Ich genieße aber erstmal die Bummelbahn. Unser Guide kommt seit 15 Jahren hier her und ist inzwischen ein Fuchs im Wissen um die besten Aussichtspunkte oder Sitzplätze in der Bahn. Auf dem Hinweg hinten und auf dem Rückweg vorne, so ist man den anderen Touristen immer einen Schritt voraus.image-2015-12-18(18)Die Bahn schlängelt sich am Fluss entlang und in dem Tempo in dem sie sich bewegt könnte man gut und gerne nebenher joggen. Aber genau das macht auch das Erlebnis aus. Und so genießt jede Einzelne von uns diese kurze Fahrt. Zumal wir auch froh sind mal nicht im Laufschritt durch den Park zu hechten, nach dem Mittag einen Pause zu haben und hier etwas Erholung zu finden.image-2015-12-18(19)Nach der Zugfahrt geht es über Laufstege wieder über den Fluss. Wieder steht man direkt über den reißenden Wassermassen, begreift man die ungezähmte Natur und ihre wilde Schönheit. Am Ende des Stegs ist eine Art Insel angelegt und erst als wir diese Plattform betreten stockt uns gemeinschaftlich der Atem.IguazuWie in einem riesigen Schlund (deshalb auch Devil’s Throat) scheint der sich ergießende Wasserfall hier im Nichts zu verschwinden. Die Fälle sind hier so gewaltig, dass das Wasser zu explodieren scheint und sich riesige, einer Staubwolke ähnliche Luftwassergemische bilden. IguazuImmer wieder steigen diese nach oben und peitschen uns als kalter Regen entgegen. Ein gewaltiges Schauspiel. Gefesselt stehe ich am Abgrund und versuche zu erfassen, welche Naturgewalten hier freigesetzt werden. Die Natur ist hier so intensiv, so spektakulär und so unbeugsam, dass mir schlagartig wieder bewusst wird, wie nichtig ein Mensch doch dagegen ist.image-2015-12-18(21)Niemand der hier aus welchem Grund auch immer und auf welche Art auch immer im Wasser schwamm konnte sich je retten, erklärt unser Guide. Anders als bei den Niagarafällen war auch noch niemand so irre sich hier in einem Holzfass in die Tiere zu stürzen. Ich kann mir nur allzu gut ausmalen, dass man hier keine Überlebenschance hätte. Der Name El Diabolo kommt nicht von irgendwo her. Wieder kostet es mich Überwindung über den Steg zurück zu laufen. Ganz besonders wenn man die Reste des alten Stegs sieht und eben noch diese Urgewalt erlebt hat.


Aber alles geht gut und auf der Rückfahrt mit der Bummelbahn ist jede von uns Mädels geradezu geflashed und wir sind uns einig, dass die argentinische Seite definitiv die Spektakulärere ist. So schön der Panoramablick von Brasilien aus war, diese Vorführung hier ist nicht zu toppen.image-2015-12-18(22)Todmüde geht es zurück ins Hostel und ich finde auch mich bestätigt in der Aussage der Hostelmanagerin, dass die Fälle müde machen. Als ich um 8 Uhr schon wieder im Bett liege, brauche ich mich über das Kopfschütteln meiner Zimmermitbewohnerin echt nicht wundern. Mir ist´s egal. Ich muss dieses Erlebnis erst mal sacken lassen, so beeindruckend war es. Noch dazu nutze ich lieber die Tage zum Entdecken als mir die Nacht in Bars um die Ohren zu schlagen.

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