Busfahrt des Grauens – Unterwegs in Bolivien

Ja man hat uns betrogen. Statt in schnieken Ledersitzen & einem passablen Bus sitzen wir in einer runtergekommenen Schabracke*.
Komfortabel und modern sah der Bus auf dem Verkaufsschild aus. Wegen der bequemen Schlafsessel haben wir ihn dann gebucht. Mit Lederbezug und Fußklappe sollten diese sein, damit wir eine erholsame Nacht haben, wenn die Fahrt schon die ganze Nacht lange dauert.

Dieses Gefährt hat rein gar nix mit dem zu tun, was uns vorgegaukelt wurde. Der Bus ist runtergerockt ohne Ende. Alles klappert, die Stoffpolster sind versifft, die Gardinen zerschlissen, die Fenster verschmiert, der Boden erzählt die Essensgeschichten ganzer Generationen von Busgästen und eine Toilette gibts natürlich auch keine und das im Überlandbus!

Bei 12h Fahrt könnte das einigermaßen Schweißperlenauf auf der Stirn & Druck auf der Blase bedeuten. Immerhin die Heizung geht, wobei 50 Grad warme Füße auch kein Wohlbehagen wecken. Und auch löblich ist, dass sich die Fenster aufschieben lassen. Von Frischluft ist aber keine Spur, dafür stinkt die Schabracke viel zu stark. Abwechselnd nach Abgasen und Kupplung oder Bremse.

Bus, Bolivien

„Pfiiiiieeeeef“  macht jedes Bremsgeräusch was deutlich hörbar ist. Je nach Kurve auch schon mal Pfiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeffffffiiiiiiieeeeefff“. Ach und totes Tier rieche ich auch von draußen. Dafür kann aber die Schabracke nichts. Den Geruch kenne ich von brasilianischen Straßen. Untrüglich ist dieser widerlich süssliche Gestank, der bei mir sofortigen Würgereiz auslöst. Die Kupplung aka Bremse kommt mir nun zur Hilfe und löst den Tiergeruch ab.

Langsam glaub ich meine Socken brennen. Die Heizungshitze ist schier unerträglich. Eine Nachfrage nach Abschalten nutzt aber rein gar nichts. Das Ding heizt eh weiter. So gut kenne ich Busse in Südamerika nun schon. Die Strecke scheint derweil nur aus Bremsvorgängen zu bestehen. „Pfiiiiieeeeef“, „Pfiiiiieeeeef“, „Pfiiiiieeeeef“ am laufenden Band. Schlafen kann ich so definitiv nicht. Zwar ist es stockdunkel im Bus, so dass man nicht mal seine eigene Füsse sieht, aber dieses ständige“Pfiiiiieeeeef“ macht mich kirre.

Derweil hat der Vordermann jetzt seinen Sitz nach hinten umgelegt & liegt mir schier auf dem Schoss. Mein Aktionsradius hat sich damit um 80% verkleinert. Die Füße wissen nun auch nicht mehr wohin. Ob ich ihm den Kopf kraule damit er schläft & endlich Ruhe gibt? Besser nicht wenn man die allgemeine Hygiene im Land kennt. Ideal wäre die Position schon.

Ich fange derweil an „36 Grad und mir wird noch heißer“von 2raumwohnung zu summen. Ganz leise natürlich. Nur zu meiner eigenen Ablenkung. Beim Jacke ausziehen muss ich aufpassen, dass sich mein Sitznachbar keine fängt. Sehen kann ich ihn ja nicht. Immerhin das hat schon mal unfallfrei geklappt. Ich versuche nun noch aus den Schuhen zu kommen, aber keine Chance sich vorzubeugen & die Bändchen zu lösen.

Unterdessen meldet sich mein Magen, aber nicht weil er Hunger hat, sondern das Gegenteil ist der Fall. Er denkt an Entladung. Die Vibrationen, Schaukeleien & schauderhaften Gerüche sind einfach nicht seins. Noch könnte ich eine Tablette einnehmen um einem eventuellem Auswurf entgegen zu wirken. Aber die machen so müde und falls die Schabracke doch verunglückt möchte ich bei vollem Verstand sein & mich aus dem Wrack retten können.

Schwere Minuten der Entscheidungsfindung. Banges Wanken zwischen Übelkeit & Überlebenswillen. Noch dazu muss die Tablette mit Wasser eingenommen werden, was das Clo-Problem forciert. Doch dann bringt ein weiteres totes Tier an der Strecke die zwingend notwendige Entscheidung. Die Tablette gewinnt. Die Bedrohung durch Magenentleerung ist akuter als eine eventuelle Rettung aus einem Bus äh Schabrackenwrack.Bus, Bolivien, MasterMit Füßen & Knien schiebe ich den Rucksack nach oben, presse meinen Kopf zwischen Scheibe & Sitz des Vordermanns und weiche geschickt noch seiner Hand aus, die er über seinem Haupt abgelegt hat. Letztlich bekomme ich den Rucksack zu fassen, wühle die Tabletten hervor &  greife beherzt auch die Wasserflasche. Die Schabracke knackt derweil bedrohlich unter mir. Darüber nachdenken mag ich nicht. Zu dringlich ist der Wunsch des Magens sein Leiden zu beenden. Ich gebe ihm was er braucht. 2 Tabletten & ein knapp bemessener Schluck Wasser gehen die Kehle hinunter. Allein der Gedanke an baldige Hilfe scheint ihn ein wenig zu besänftigen. Immerhin muss ich grad mal nicht an eine Brechtüte oder die Fensteroption denken.

Nach 1.5h geht plötzlich das Licht an & der Bus stoppt. Offensichtlich eine Pinkelpause. Schön das, dies eine Person all zu wörtlich nimmt und unter mir an den nebenstehenden Bus uriniert. Hätte ich die Tabletten jetzt nicht intus, hätte ich mich bei ihm besonders ergiebig bedankt. Immerhin bringt diese Zwangspause auch Beinfreiheit & Abkühlung. Nach 10 min. lässt der Fahrer den Motor an und die Passagiere kehren zu ihren Plätzen zurück. Ok nicht alle. Dazu muss er erst loszuckeln. Das scheint so ein Ritual zu sein. Man steigt erst in der allerletzten Minute ein. Dann wenn der Fahrer nicht nur angerollt ist, den Motor hat mehrfach aufheulen lassen, sondern auch noch zornig „Vamos“, „Vamos“ schreit. Ach und hupen. Hupen muss er auch noch, damit der Letzte sich zum Platz zurück bequemt.

Ich frag mich derweil: „Zieh ich die Schuhe jetzt noch schnell aus? Aber dann versenke ich mir womöglich wirklich die Socken an der Heizung. Ich mache es andersrum! Socken aus, Schuhe anlassen. So geht’s. Nun rollt auch die Schabracke wieder an und es sind keine 50m gefahren, da…genau da „Pfiiiiieeeeeft“, heizt und stinkt es wieder. Wann genau setzt die volle Wirkung der Tabletten ein? Ich meine die „Scheißegal-Laune“ & tödliche Müdigkeit? Schlecht ist mir ja nun nicht mehr, da sollten auch die Nebenwirkungen einsetzen. Da braucht man sie mal und dann nix! Kann man den Pharmariesen wegen fehlender Nebenwirkungen verklagen? Immerhin sind sie fester Bestandteil von Ani-Übelkeismedikamenten. Ich nehme sie ohnehin eher als Schlafmittel auf langen Flügen anstatt zu ihrer eigentlichen Bestimmung. Lieber Gott bitte beam mich weg. Heute ist es wirklich dringlich. Weitere 10h ertrage ich das nicht. Pfiiiiieeeeef, Pfiiiiieeeeef, Pfiiiiieeeeef – dringt es weiter durch die Nacht.

Unterdessen meldet sich meine Blase. War ja klar. Kein Anzeichen von Druck während der Pause aber nun direkt nach Abfahrt. Irgendwie kann ich sie aber auch verstehen. Zu viele entsetzliche Anblicke öffentlicher Bus-Stop-Toiletten musste sie schon ertragen. Inzwischen ist der Gedanke an einen Busch schon direkt sexy und an derartige Orte zur Erleichterung war früher nicht mal im Ansatz zudenken. Eine Lady… Egal. Ich muss dieses Gefühl jetzt wegmeditieren, ausschwitzen oder durch die richtige Atemtechnik wegbekommen. Doch dazu braucht es Ruhe & Konzentration. Wo wir wieder bei Vibrationen & Klappern wären. Verdammt das verstärkt den Drang noch. Noch mal beten. Vielleicht schlaf ich ein & werde es so los? Bitte ich will doch nur schlafen, Herr im Himmel. Statt Schäfchenzählen konzentriere ich mich jetzt auf Mond & Sterne. Dabei komme ich allerdings nur auf eine Gesamtsumme von zwei. Also starte ich den Überprüfungsvorgang. Wieder nur 1 Mond & 1 Stern. Verdammig will heute gar nichts klappen? Da braucht man mal Sterne und nix da!

Die Schabracke klappert derweil weiter vor sich hin, der Motor grollt, es pfeift & stinkt beim Bremsen. Ich muss mich jetzt auf Schlafen konzentrieren die Zählerei lenkt nur ab. Wieder meldet der heizungsnahe Fuss: Überhitzung. Ich dreh noch durch! Kennt ihr das Gefühl in einer misslichen Lage fest zu sitzen und verzweifelt nach einem Ausweg zu suchen. Ja? Denn genau so fühle ich mich grad. Festgezwengt im Bussitz, drückende Blase, Hitzewallungen & ein flauer Magen.  „Ich will hier raus!“- nur wenn ich das denke bleibt die Schabracke vielleicht wieder liegen. Manche Wünsche erfüllt das Universum nämilich promt!

Das hat in Peru schon mal geklappt, da kam dann eine weniger abgewrackte Schabracke mit mehr Beinfreiheit. Nur hatten wir da auch die Bodyguards des Präsidenten an Bord & das Busunternehmen war schwer bemüht. Die Lage hier ist anders. Es ist nachts, uns fehlen Promis & niemand wird nen neuen Bus schicken. Wir müssten die Nacht ohnehin in der Schabracke verbringen. Da kann sie eigentlich auch weiter rollen oder sollte ich pfiiiiieeeeefen sagen?

Oh man ich werde einfach nicht müde. Wahrscheinlich zu viel Adrenalin. Kein Wunder. Im Schein des Busses lässt sich der Straßenzustand erkennen. An der Stelle gerade muss es definitiv einen Erdrutsch gegeben haben. Kein Witz! Die Straße neben uns liegt unter einer 20 cm Schlammschicht. Ich bremse mit dem linken Fuss mit. Der rechte ist ja mit schwitzen beschäftigt. Wie zur Hölle soll man da Ruhe finden? Ich schiebe die Gardine zur Seite, um mehr Luft von außen zu bekommen. Bekanntlich macht die ja müde. Im Mondschein kann ich nun ein Flussbett direkt neben uns erkennen und glücklicherweise auch eine Leitplanke. Das ist schon was Besonderes & ich freue mich über ein wenig Sicherheit am Wegrand.

Derweil fängt der Hintermann schwer an zu grunzen. Ich beschönige sein Schnarchen jetzt mal nicht, denn über das Level ist er weit hinaus. Ob ich Papierkügelchen in seinen Rachen werfen sollte. Mei, was Schlafentzug & eine missliche Lage doch für fiese Gedanken hervorrufen. Aber jeder Schnarchgeplagte wird mir beipflichten, dass er schon mal diese oder ähnliche bösartige Gedanken hatte, nur um dem Lärm ein Ende zu machen. Mein Stresslevel erträgt jetzt einfach keine weiteren Faktoren.

Wieder stoppt der Bus & ich starre aus dem Fenster. Eine Straßensperre! Davor hatte man uns für Bolivien schon gewarnt. Mein Blick wandert auf die Fahrerseite und ich erspähe ein Häuschen – scheint also nichts Illegales sondern eine Polizeikontrolle zu sein. Ich bin erleichtert als wir wieder anrollen. Aber ich bin immer noch nicht müde. Weiterhin pippi, qualmende Füße und „Pfiiiiieeeeef“ im Ohr – so mein unsäglicher Zustand. Ich weiß nicht wohin mit den Beinen und zappel im Sekundentakt. Immerhin die Augenlider werden jetzt schwer, also ist Schlaf in Aussicht!

Eine Esel-bedingte-Vollbremsung macht diesen Fortschritt allerdings direkt wieder zu Nichte. Neuer Adrenalinschub! Der Grunzer hinter mir setzt inzwischen auch zur  dritten Arie an. Ich überlege ihm den Mund mit der Fliesjacke zu stopfen. Und auch mein rechter Fuß meldet den Ausnahmezustand an. Ich streife nun doch den Schuh ab und stelle mit allergrößtem Erstaunen fest, das sie Haut aufgequollen & runzlig ist. Geradezu als hätte ich 2 Stunden in einer heißen Badewanne gesessen. Der Busfahrer hat nen Knall uns so zu dünsten! Ok, den hätte ich vielleicht auch beim ständigen „Pfiiiiieeeeef“ & geknatter der Schabracke.

Die Müdigkeit kehrt zurück. Jetzt zur Unterstützung ein Hörbuch rein & dann träum ich sicher bald wie ein Baby. So der Plan, die Realität sieht dann so aus, dass ich zapplige Beine bekomme weil ich so sehr die Blase drückt. Eine weitere Stunde bringe ich rum bis ich es definitiv nicht länger aushalte. Ich kämpfe mich durch den stockdunklen, ruckelnden Bus zum Fahrer vor. Wild gestikulierend mache ich ihm klar, dass ich jetzt sofort dringend muss oder sterbe. An der nächsten Kurve darf ich rausspringen um mich zu erleichtern. Mitten auf der Schotterstrasse zwischen Felsen & Abgrund versteht sich und ohne Sichtschutz. Zwar ist es dunkle Nacht draußen aber im Mondschein bin ich sicherlich noch vom Bus aus erkennbar. Ich bete das alle schlafen, keiner guckt und der Fahrer auch sicher auf mich wartet. So ganz sicher bin ich mir da nicht, als ich so hinter dem Busch sitze. Was, wenn die einfach weiterfahren und mich hier mutterseelenallein in der düsteren Wildnis stehen lassen? Ich bekomme doch etwas Angst und sehe zu, dass ich zurück in den Bus komme. Und dort gehts mir dann entlich auch wieder etwas besser. Keine Spur mehr von Übelkeit, Druck und auch die frische Luft tut gut.

Ich beobachte wie schon die Stunden davor unsere wilde Fahrt. Buchstäblich am Abgrund hangelt sich die Schabracke bergrauf und wieder runter. Neben mir ist entweder eine Steinwand oder ein tiefes Tal. Ich rechne aus auf wieviel Umdrehungen ein Bus käme, der da hinabstürzt. Verdränge den Gedanken aber schnell, weil die aktuelle Schieflage der Schabracke meine volle Aufmerksamkeit braucht. Der Bus ruckelt abwechselnd vor und zurück. Steckt kurz im Sandbett des Flusses fest, welchen wir grad durchqueren und kann sich doch noch mit einem kräftigen Ruck selbst befreien.Bus, BolivienMein Sitznachbar ist durch den bedrohlichen Winkel zwischen Bus & Straße ebenso beunruhigt wie ich. Unsere fragenden Blicke treffen sich. Mit einem dumpfen Ächzen kämpft sich die Schabracke durch den lockeren Sand zurück auf die befestigte Straße & meine Erleichterung ist groß, nicht aus einem umgekippten Bus krabbeln zu müssen. Weiter geht die wilde Fahrt die Serpentinen entlang. Leitplanken sind hier Fehlanzeige. Erwähnte ich das schon? Bei der Geschwindigkeit wären sie ohnehin nur Makulatur, denke ich mir und starre in die Tiefe.

Gerade schon beruhigend wirkt das abwechselnde Ächzen und Pfiiiiieeeeef inzwischen auf mich, deutet es doch an, das der Fahrer noch wach ist und ordnungsgemäß seiner Arbeit nachgeht. Froh bin ich auch, dass man entgegenkommende Fahrzeuge durch den Schein ihrer Lichter wahrnimmt. So bleibt wenigstens ein Frontalzusammenstoss relativ unwahrscheinlich. Wobei die ich die Überholmanöver auf der engen Serpentinenstraße schon für Harakiri halte. Aber mein Körper ist inzwischen so erschöpft, dass er kein Adrenalin mehr produzieren oder sich aufregen mag. Und auch der Kopf resigniert. Scheiß drauf, dann sterben wir halt in der nächsten Kurve. Immerhin kein Herzinfarkt bei der Arbeit, dann haben die Trauernden auf meiner Beerdigung wenigstens was zu erzählen. Ich finde den Gedanken tröstlich und schlafe endlich ein.

Aber nur kurz, dann stoppt der Bus erneut & die Leute stürzen sich hinaus zur Toilettenpause. Ohne Toilette versteht sich. Mitten vor einem Wohnhaus und rund um den Bus erleichtern sich die rund 40 Passagiere. Ich darf gar nicht weiter drüber nachdenken, sonst lauf ich schreiend weg! Diese Fahrt muss ein Alptraum sein. Ganz bestimmt träume ich das nur. Ich dreh den Kopf weg & zwing mich zu schlafen.

Als 2h später wieder das Licht angeht sind wir in Cochabamba angekommen. Völlig benommen taumel ich aus der Schabracke zum Terminal hinüber. Als mir plötzlich eine Ticketverkäuferin ins Ohr lärmt: Santa Cruz, Santa Cruz, Santa Cruuuuuzz. Abwechselnd dazu die Konkurrenz mit Rufen nach „Sucre, Sucre, Sucreäää“. Die zwei scheinen sich über meinen Kopf weg einen Schreikkampf zu leisten. Keine Hamburger Marktfrau legt eine derart agressive Verkaufsstrategie an den Tag, wie die Busticketverkäuferinnen hier. „No, Signiora.“ Wieder plärrt die Alte in mein Ohr: Santa Cruz, Santa Cruz, Santa Cruuuuuzz. Mein Trommelfell hat definitiv Schaden genommen. „No Signiora“ presse ich wütend hinaus.

Interessiert sie aber nicht: Santa Cruz, Santa Cruz, Santa Cruuuuuzz. Jetzt bin ich sauer. Wenn die Schnalle mich noch mal so anplärrt bekommt sie eine geballert. Ich hab keinen Nerv mehr auf Diskussionen. Herrgott es ist 5 Uhr in der Früh & ich hab eine traumatische Busfahrt hinter mir. Muss man mich da noch derartig anbrüllen? Und warum will sie nicht kapieren das wir grad erst angekommen sind & ganz sicher jetzt keine Busfahrt mehr brauchen? Ich trotte weiter zum Ausgang und hoffe so den Drückerinnen schnellstmöglich zu entrinnen. Mein Kopf dröhnt als ich das Terminal verlasse & erst jetzt realisiere ich: Wir haben die Busfahrt überlebt!

*Info:Ich benutze das Wort Scha·b·rạcke umgangssprachlich abwertend für einen alten, abgenutzten Gegenstand. Vielen ist der Begriff nicht geläufig

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Fotoparadiese – Lass Dich von der Welt verführen!

Meine Fotoparadiese und Geschichten sollen Dich zum Reisen inspirieren! Auf die Idee dazu gebracht hat mich Michael von Erkunde-die-welt.de. Mit seiner Fotoparade zum Thema „Welche sind meine Fotohighlights aus dem ersten Halbjahr 2016?“ hat er Lust gemacht, sich darüber mal länger Gedanken zu machen. Denn da dieses erste Halbjahr zu mehr als der Hälfte aus Reisen bestand, fällt mir die Auswahl allerdings reichlich schwer.IMG_2016Mein Jahr startete mit einer langen Silvesternacht in Buenos Aires und 4 Monaten on Tour. Meine Reise führte mich dann weiter nach Uruguay sowie Brasilien, Peru, Chile und Bolivien. Ein wirklich unglaublicher Trip! Ein Reisegewinn brachte mich danach noch zu meinen Freunden nach Südafrika. Zurück in Deutschland standen ein paar Städtetrips auf dem Programm. So besuchte ich zum Beispiel Breslau in Polen (die Kulturhauptstadt Europas), war Gast bei den „Alten Meistern“ in Dresden und entdeckte den Nikolaifriedhof“ in Görlitz für mich. Aber auch der sagenumwogenen Rakotzbrücke in Kromlau habe ich einen Besuch abgestattet. Rundum ein spannendes erstes Halbjahr mit vielen fotografischen Highlights, was die Auswahl so schwer für mich machte. Deshalb gibt es hier neben den Motto-Blogparaden-Bildern noch ein paar meiner Lieblingsbilder als Extra.

Fröhlich bunt ist meine Reiseerinnerung an Südafrika
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Ich starte mit dem klassischen Badehäuser-Bild, welches auf keiner Kapstadt Reise fehlen darf und so bezeichnend ist für Südafrika. Eigentlich schon total abgegriffen dieses Motiv, aber die Regenbogennation ist bunt und voller überschwänglicher Lebensfreude und das verkörpert dieser Schnappschuss für mich. Als ich in Kapstadt lebte, waren die Häuser recht ungepflegt und wenig ansehnlich. Jetzt sind sie frisch gestrichen und endlich auch zu einem Fotomotiv für mich geworden. Den Trip nach Südafrika haben wir zu meiner großen Freude gewonnen. Für mich war es ungeplant die Chance in meine alte Heimat zurückzureisen und meine vielen südafrikanischen Freude zu besuchen. Zu meiner großen Freude, hat genau am Tag unserer Landung, meine Freundin ihr Baby bekommen und ich konnte beide direkt in die Arme nehmen. Perfektes Timing. Weitere Motive aus dieser Serie findest Du in meinem Flickr-Album.

Schwarz-Weiß” die Nazcar-Linien in Peru

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Die Nazca-Linien sind riesige Scharrbilder (Geoglyphen) in der Wüste bei Nazca in Peru. Lange Jahre spekulierte man über ihre Herkunft. Erich von Däniken heizte mit seiner Theorie diese Linien seien von Außerirdischen geschaffen, die Geschichten um ihre Entstehung noch an. Inzwischen geht man davon aus, dass sie von Menschenhand aus religiösen Gründen geformt wurden. Wir sind extra nach Nazca gepilgert, um diese im Sand gezeichneten Linien, aus der Luft zu sehen. Leider hatte ich vergessen, dass diese „Objekte“ umkreist werden und so war mir während des gesamten Überflugs einfach nur brechübel. Aber sonst war das echt ein Highlight. Weitere Motive wie den Kolibri, den Affen usw. findest Du in meinem Flickr-Album.

Mein Licht-Moment in Montevideo, Uruguay

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Eigentlich soll man ja als Frau, in einer fremden Stadt, nachts nicht alleine unterwegs sein, aber in Montevideo habe ich mich sicher gefühlt. Deshalb bin ich dort auch in der Dunkelheit auf Motivsuche gegangen. Dabei raus gekommen ist dieses wunderbare Foto und eine herrliche Erinnerung. Außerdem verkörpert das Bild sehr gut den Kontrast dieser Stadt. Auf der einen Seite top gepflegte Bauwerke und auf der anderen Seite, Gebäude die dem Verfall überlassen werden. Vom Licht in die Dunkelheit – könnte man fast schon sagen. Bilder zu Montevideo sammle ich auf Flickr.

Tierisch lustig fand ich all die Lamas, Vicunas, Alpacas und Guanakos in den Anden

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Auf unserer Reise durch Chile, Peru und Bolivien sind uns eine Vielzahl von Lamas, Vicunas, Alpacas und Guanakos begegnet. Und ich schwöre mein Freund musste an jedem einzelnen Tier anhalten für ein Foto! Einmal waren wir sogar live bei der Geburt eines Baby-Alpacas dabei! Ich liebe es einfach, wie sie den Hals verdrehen und einen musternd anschauen. Zum Schreien. Meine riesige Kollektion dieser so typischen Andentiere findest Du in meinem Flickr-Album und zum Video kommst Du durch klicken auf LINK.

Mein spezieller Fahrzeug-Moment in Bolivien

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Dieses Bild entstand in Uyuni (Bolivien) und ich habe es „Affenzirkus“ genannt. Wir hatten eine Tagestour in die Salar de Uyuni (Salzsee) gebucht und der Besuch der „Cementry of the trains“ war der erste Programmpunkt auf diesem Ausflug. Allerdings waren wir damit nicht die Einzigsten, die eine solche Tagesplanung hatten. Rund 300 Personen hampelten auf zwei Zugresten rum und machten Fotos. Die alten Züge waren ausrangiert worden, nachdem sie für den Abtransport von Rohstoffen in dieser Region unbrauchbar geworden waren. Auf Grund des hohen Salzgehalts in der Luft, sind sie herrlich verrostet und ein echt schönes Fotomotiv – wenn einem nicht hunderte Selfie-Jünger im Weg herrumturnen und einem mit ihren Sticks die Augen ausstechen. Nach Tagen in der Einsamkeit im Norden Chiles fand ich diese Menschenmassen einfach unerträglich. Ich bin am nächsten Tag noch mal zum Fotografieren hin. Diesmal nicht um 11 Uhr, wenn alle Gruppen hier aufschlagen. Das Ergebnis kannst Du Dir in meinem Flickr-Album anschauen.

Natur pur in Chile

IMG_0332Die Region Arica y Parinacota im Norden Chiles hat bei mir  bleibenden Eindruck hinterlassen. Riesige Vulkankrater, zügellose Wetterkapriolen, heiße Quellen, dampfende Geysiere und das in wilder und nahezu menschenleerer Gegend. Ich habe es geliebt dort unterwegs zu sein. Allein, wenn ich dieses Bild sehe bin ich sprachlos und absolut überwältigt von dieser einmaligen Schönheit. Chile hat in diesem Jahr Südafrika vom Thron meiner liebsten Reiseländer katapultiert – Und wer mich kennt, der weiß, das will was heißen. Ich spare jetzt schon für den nächsten Trip, um so schnell wie möglich auch nach Patagonien im Süden Chiles reisen zu können. Mehr Impressionen gewünscht? Dann klicke auf LINK.

EXTRA Plus Bilder!

Heimat-Highlight nenne ich dieses Foto aus Kromlau in Deutschland

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Von meinen Freunden werde ich ja immer getadelt, dass nicht nur das Ausland schön sei – und Recht haben sie. Die Rakotzbrücke habe ich auf Instagram entdeckt und bin neugierig geworden, wo dieses märchenhafte Bauwerk zu finden ist. Und siehe da! In unserer deutschen Heimat. Um ganz genau zu sein in Kromlau, Sachsen – kurz vor Bad Muskau, einer Grenzstadt zu Polen. Ich war mehr als erstaunt, dieses imposante Bauwerk hier zu finden und konnte mir, einen Ausflug dahin nicht entgehen lassen. Inzwischen war ich schon mehrfach dort und möchte fotografisch festhalten, wie die Brücke im Wandel der Jahreszeiten aussieht. Begleitet mich gerne via Flick dabei.

Lebensfreude – festgehalten an der Wild Coast in Südafrika

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Dieses Foto ist sicherlich fotografisch nicht perfekt, aber dennoch ist es das für mich. Es verkörpert wie kaum ein anderes Bild auf meiner Reise durch Südafrika die Lebensfreude dieses Landes. Eigentlich sollte „Hole in the wall“ das Loch im Felsen dahinter das Motiv sein, doch spielende Kinder hatten mich umkreist und machte ihre Späße mit mir. Rausgekommen ist dieser herzerwärmende Schnappschuss und eine wunderbare Erinnerung an die Wild Coast. Auch hier gibt´s noch mehr Lebensfreude und Landschaftsschnappschüsse im Flickr-Album.

Tanz auf dem Vulkanfeld in Chile

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Im Norden der Chilenischen „Región de Antofagasta“, etwa 95 km nordöstlich von San Pedro de Atacama und nahe der Grenze zu Bolivien, befindet sich das größte und bekannteste Geothermalfeld der südlichen Hemisphäre. Und es ist sogar das drittgrößte weltweit. Der Besuch dort hieß für uns um 3 Uhr aufstehen, fürchterlich zu frieren und eine wirklich waghalsige Anreise zu meisten, um auch ja noch vor Sonnenaufgang dort zu sein. Denn es hieß, man sieht die Dämpfe der Geysiere am besten im Dunkeln, kurz bevor die Sonne hinter den Bergen aufgeht. Ich für meinen Teil fand es zum Sonnenaufgang viel spektakulärer. Ihr Licht brachte diese faszinierende Landschaft erst so richtig zum Leuchten und setzte die Geysiere perfekt in Szene. Zudem war es auch sehr aufregend, so auf einem Lavafeld spazieren zu gehen! Noch nicht ganz vollständig ist mein Flick-Album, aber ich arbeite daran:)

Mein zweiter Licht-Moment im Addo Elephant Park in Südafrika

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Etwas außer der Reihe möchte ich diesen zweiten „Licht-Moment“ zur goldenen Stunde im Addo Elephant Park in Südafrika nicht unter den Tisch fallen lassen. Nach hunderten aufregender Elefanten-Sichtungen und eigentlich schon auf dem Rückweg, ist uns diese Herde von Kudus begegnet. Im Licht der untergehenden Sonne hatte dieses Aufeinandertreffen schon etwas Magisches. Schau mal im LINK da finden sich noch mehr Tiere!

Abenteuer pur das Reserva Nacional De Paracas, Peru

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Einer meiner absoluten Lieblingsschnappschüsse ist im Reserva Nacional De Paracas in Peru entstanden. Kein Bild in meiner Sammlung verkörpert mehr Lust auf Outdoor und Abenteuergeist als dieses Foto. Nur wünschte ich mir, ausnahmsweise mal nicht hinter sondern vor der Kamera zu sein und auf den Klippen dieses Felsens zu stehen. Die Arme auszubreiten, den Wind, die salzige Meeresluft und die Kraft der Natur zu spüren. Mehr atemberaubende Bilder auch hier in meinem Flickr-Album.

Hier bin ich Mensch – im Colca Canyon in Peru

IMG_9292Im Colca Canyon, im kleinen Ort Cabanaconde, war ich Gast auf einer kirchlichen Prozession. Es wurde eine Art „Ernte-Dank-Fest“ gefeiert. Auf dem Marktplatz traf man sich zum Tanzen, Singen und Trinken. Ein rauschendes Fest und ich war eingeladen. Als der Festzug sich wieder in Gang setzte, kam diese Dame nicht hinterher. Ich hakte mich kurzerhand bei ihr ein und half ihr nicht zu stolpern und Schritt zu halten – dafür schenkte sie mir dieses wunderbare Lächeln. Ist sie nicht eine wunderschöne ältere Dame? Ich verstehe gar nicht, warum man faltenlos altern will? Falten haben Würde, sie erzählen ganze Lebensgeschichten und geben Charakter. Seit der Begegnung mit ihr bin ich mir ganz sicher, nie Botox zu brauchen;) Mehr Bilder vom Colca Canyon und seinen hinreißenden Bewohnern findest Du in meinem Flickr-Album.

Der Himmel auf Erden in einem Tal bei Colchane, Chile

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Dieser Flecken Erde verkörpert für mich den Garten Eden. Schnatternde Enten im Wasser, süße Lama Babys auf der Wiese, grasende Schafe und Ziegen direkt neben dran. Als hätte Gott sie alle hierher gebracht um der Welt zu zeigen, dass es geht – das friedliche Miteinander! Noch dazu in dieser Landschaft. Eine Oase aus kleinen Weihern, saftigen Grünflächen, plätschernden Bächen, beeindruckenden Vulkanen und herrlicher Ruhe. Ja, genauso stelle ich mir das Paradies vor. Damit Du es Dir auch vorstellen kannst, schau doch mal im LINK!

Fotoparadiese gefunden?

Ich hoffe meine kleine Exkursion hat Dich inspiriert, Dein Fernweh geweckt und Dir Lust aufs Reisen gemacht. Ich freue mich über Dein Feedback zu meinen Fotos und Geschichten. Schreib mir gerne Deine Meinung – hier direkt im Kommentarfeld.

Tagestour in die Salar de Uyuni – Das solltest du wissen!

Die Salar de Uyuni ist die wohl das bekannteste Ausflugsziel in Bolivien, um einen Ausflug auch genießen zu können, habe ich ein paar Tipps für dich.

Die meisten Touristen buchen einen Mehrtagestour und das ist sicherlich auch empfehlenswert, wer weniger Zeit hat, der sollte gut überdenken worauf er den Schwerpunkt bei seiner Tagestour legt und was er ausgeben will.
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Hier unser Beispiel und das Fazit daraus:

Für unseren ersten Ausflug in die Salar haben wir uns vorab via LonelyPlanet und Tripadvisor gründlich über die verschiedenen Touranbieter informiert. Das würde ich übrigens auch jedem empfehlen, der die Salar für ein paar Tage erkundet. Die Unterschiede sind enorm – bei der Fahrzeugflotte, der Tour selbst, der Verpflegung und Unterkunftsart.

Wir hatten uns für den auf Tripadvisor am besten bewerteten Anbieter entschieden und trotzdem würde ich dies für eine Tagestour nicht empfehlen und ich sage dir auch warum.

Unsere Tour startete pünktlich um 11 Uhr und führte zunächst zum Cementry of the trains. Einem Zugfriedhof nur 2 km hinter den Toren der Stadt. Allerdings scheinen alle geführten Ausflüge zunächst dahin zu führen. Uns erwartete eine Fahrzeugkolonne von über 60 – 80 Autos. Sprich es turnten zwischen 350 – 500 Touristen auf 2 Zügen rum und hatte mehr die Anmutung eines Affenzirkus anstatt eines lohnenden Fotoziels.
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Nach ungefähr 30 min sollte es weitergehen. Zunächst hatte aber unser Fahrzeug einen Defekt und musste im Ort getauscht werden.

Auf der Hauptstraße ging es in Richtung Salar. Wie wir im Nachgang erfahren haben, ist die Strecke gut mit 100 km/h zu befahren. Unser Anbieter und ein paar Andere auch, schlich allerdings um Zeit zu schinden mit 50km/h die gut ausgebaute Teerstraße entlang. Die 20 km bis nach Colchani zogen sich also wie Kaugummi.

Am Eingang durften wir auf das Dach des Fahrzeuges klettern und die Fahrt von da aus genießen, was wirklich sehr schön und lohnenswert war.

Wir steuerten das Dakar-Monument an und hatten da die Chance auf Fotos. Wieder turnten zig Touristen hier rum und es war schwer hier schöne Fotos zu machen ohne Fremden Menschen auf den Bildern.
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Weiter ging es zum Salzhotel. Hier gibt es eine sehr fotogene Ansammlung von Fahnen aus der ganzen Welt, um sie abzulichten brauchte man auch wieder viel Geduld um nicht Touristenmassen auf dem Foto zu haben. Leider hat man diese Zeit nicht oft, da im Hotel das Essen für die Gruppen gereicht wird.

Für eine Tagestour kann man auf so etwas aber gut verzichten und sich selbst ein Sandwich einpacken und so bares Geld sparen. Nach der „erzwungenen“ Mittagspause haben wir versucht ein paar Fotos zu schießen. Gerade so wie man sie kennt – mit Motiven die mit der Perspektive spielen. Leider kam unser Touranbieter sehr schnell und drängte zum Aufbruch. Oder andere Anbieter fuhren bewusst in die Bilder obwohl man um Rücksicht bat.

Nach dem Zwischenstopp fuhren wir also tiefer in die Salar. Hier hatten wir jetzt etwas Zeit für Aufnahmen. Auch unser Guide versuchte sich in Gruppenbildern. Allerdings hatte er davon leider so gar keine Ahnung. Kein einziges Sprungbild gelang ihm, sehr zur Enttäuschung der Reisenden. Wieder fehlte uns die Zeit um uns fotografisch auszutoben. Und sind wir mal ehrlich, man fährt in die Salar um coole Fotos zu machen, die mit dieser einzigartigen Landschaft spielen.
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Zurück ging es wiederum auf dem Dach und zu einer Salzfabrik. Diese entpuppte sich als Hinterhofproduktionssätte. In 5 min waren wir da durch. Uns wurde kurz der Trocknungsprozess erklärt, ein Tütchen mit Salz wurde abgepackt, wir konnten fotografieren und Salz kaufen. Ein völlig sinnfreier Programmpunkt. Sicherlich ist es interessant den Vorgang der Salzgewinnung zu erleben, aber sicherlich nicht auf diese Weise.

Wieder tuckerten wir im Schneckentempo zurück nach Uyuni. Mehr als 1.5 h zu früh kamen wir ins Uyuni an. Rechnet man noch den Fahrzeugwechsel dazu fehlten fast 2h auf der Tour die immerhin 80 Dollar pro Person kostete.

Wir sprachen den Touranbieter darauf an, dass wir im Grunde um 20% der Tour betrogen wurden, was ihm sichtlich peinlich war, aber jetzt nichts mehr änderte.
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Da wir weder auf dem Friedhof der Züge noch in der Salar zu den gewünschten Fotos gekommen sind, haben wir kurzerhand unseren Aufenthalt in Uyuni um einen Tag verlängert. Allerdings haben wir uns für den kommenden Tag keinen Touranbieter mehr genommen sondern einen zuverlässigen Taxifahrer.

Dieser hat uns um 8 Uhr zu dem Zugfriedhof gebracht und diesmal waren hier keine Touristenmassen sondern genug Freiraum sich fotografisch auszutoben. Anschließend hat er uns zum Eingang der Salar gefahren und wie vereinbart nach 4h hier wieder abgeholt. Für seinen Aufwand haben wir 40 Dollar bezahlt anstatt wie am Tag zuvor 160 Dollar.

Die Salar kann man gut und gerne selbst bewandern und erkunden. Und so sind wir auf eigene Faust losmarschiert, hatten ausreichend Zeit für kreative Fotos und keinerlei Störeffekte durch Touristenmassen.
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FAZIT:

Wer Uyuni, den Zugfriedhof, die Salzfabrik und die Salar für einen Tag besuchen möchte, der sollte sich gut überlegen ob er wirklich einen teuren Touranbieter braucht. Überlegt euch vorab, was ihr von eurem Besuch in Uyuni bzw der Salar erwartet. Wollt ihr den Zugfriedhof sehen, interessiert euch die Salzherstellung oder wollt ihr nur kreative Fotos im Salzsee?

Fotos in der Salar de Uyuni:

Wenn es euch „nur“ darum geht schöne Bilder zu machen, dann sucht euch einen vertrauensvollen und zuverlässigen Taxifahrer. Achtung, dieser fährt nur bis zum Eingang der Salar! Mehr ist ihm nicht erlaubt bzw. greift das Salz stark die Fahrzeuge an und so machen das nur Touranbieter.

Wir haben auch Personen-Busse in die Salar fahren sehen, ob es sich dabei um reguläre Touren handelte und von wo diese gebucht werden können, kann ich leider nicht sagen.

Vereinbart einen Festpreis und teilt euch die Kosten. Ein Taxi kostet zwischen 30-40 Dollar. Bei 4 Personen kommt man so schnell auf einen Einzel-Preis von 10 Dollar statt 80 Dollar bei einem Touranbieter. Telefonnetz gibt es in der Salar eher nicht, dh legt eine Abholung vorher fest. Überlegt euch wie lange ihr für den Spaziergang und die Fotos brauchen werdet. Ich empfehle 4 Stunden für den Aufenthalt (bei ausreichend Sonnenschutz, Wasser und Verpflegung)

Friedhof der Züge:

Besucht den Friedhof der Züge auf eigene Faust. Entweder in den Morgenstunden oder noch besser, zum Sonnenuntergang, wenn die rostigen Züge in wunderbar warmes Licht getaucht sind. Vermeidet es unbedingt um 11 Uhr dort zu sein. Von der Ortsmitte aus sind es 2 km zu Fuß oder man nimmt sich ein Taxi. Eintritt wird keiner verlangt.

Salzherstellung:

Auch den Besuch der „Salzfabrik“ kann selbstorganisiert werden. Einfach in Colchani nachfragen und Preis aushandeln. Eventuell reicht auch der Einkauf von Salz und kompensiert die kleine Führung. Ich persönlich würde mir hier die Zeit aber sparen und versuchen rund um San Pedro de Atacama eine richtige Salzfabrik zu besuchen.
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WICHTIG:

Wer die Salar de Uyuni in der Regenzeit zwischen Januar und März besucht, der sollte wissen, dass diese dann je nach Regen geflutet ist. In dieser Zeit hat sie einen besonders schönen Effekt an Spiegelung von Wasser über der Salzschicht. Die Anbieter fahren je nach Wasserstand dann nicht sehr tief in die Salar und bewegen sich nur am Rand. Zu Fuß ist das Wasser nie tiefer als bis zum Knie und das auch nur am „abgefahrenen“ Eingang zur Salar. Hier ist es dann grad morgens noch etwas kühl, aber wer die ersten 50-80 m durchschritten hat, kommt in wärmere Gefilde und hier ist die Wasserschicht meist auch nur zwischen 2-5cm tief.

Tipps für atemberaubende Fotos in der Salar de Uyuni findest du im LINK.

Insider-Tipps für Samaipata in Bolivien

Alle Infos wie man nach Sameipata kommt, wo man Geldautomaten findet, welche Touranbieter sich lohnen und wo das Essen schmeckt findest du hier:

TRANSPORT NACH UND VON SAMAIPATA:

Von Santa Cruz im Sammeltaxi. Abfahrtsstelle an der Ausfallstrasse (calle Arumá, in Nähe des Monumento al Chiriguano) in Samaipata kommt man am Hauptplatz (22) an oder an der wichtigsten Kreuzung an der Hauptstrasse (23); von hier fahren jeweils die Sammeltaxis zurück nach Santa Cruz. Busse von Sucre kommen zwischen 3:00 und 6:00 Uhr morgens an der Kreuzung an der Hauptstrasse (23) in Samaipata an. Busse nach Sucre fahren ab 20:00 vom RESTAURANTE EL NUEVO TURISTA (24) ab. Tickets müssen Vormittags in diesem Restaurant, oder in einem Büro in der calle Campero (25) erstanden werden. Busse nach Cochabamba fahren vom Nachbarort Mairana (17 Km) jeden Nachmittag um 15:00 Uhr ab und kommen um 3:00 Uhr an (Bs 50,-). Die Fahrgäste dürfen bis 6:00 an Bord bleiben. Nach Mairana kommt man im Sammeltaxi, das von der Hauptkreuzung (23) abfährt (Bs 7,-).

Nach Vallegrande (Che Guevara Route) kommt man ebenfalls mit Sammeltaxis oder kleineren Bussen von der Hauptkreuzung aus. Von dort in Sammeltaxis oder Kleinbussen weiter nach Pucara und La Higuera. Es gibt einen Nachtbus, der über Vallegrande und Pucara, an La Higuera vorbei (10 Km) nach Sucre fährt (über Villa Serrano).

Die Fahrten nach Sucre sind ziemlich holperig, aber nicht aussergewöhnlich gefährlich.

Transport im Ort mit einigen wenigen Taxis oder mit den reichlich vorhandenen Motorradtaxis.

Unterkünfte:

Samaipata ist ein hervorragend auf Touristen eingestellter Ort und man findet eine Menge Unterkünfte, auch wenn diese meistens auf keiner der bekannten Buchungsseiten vertreten sind. Von Backpacker (Los Adventureos zB.) über B&B (La Pausada) bis Hotel findet hier jeder sein Plätzchen und man braucht auch nicht unbedingt im Voraus zu buchen. Der Ort ist beschaulich und man kommt immer irgendwo unter.

ATMs UND GELD TAUSCHEN:

In Samaipata gibt es eine ATM im BANCO UNION (2). Geld kann auch direkt mit Kreditkarte in der COOPERATIVA LA MERCED (3) abgehoben werden (5% Kommission). In beiden Institutionen kann auch Geld getauscht werden (USD) und im Fernseh Kanal Vallevision (calle Warnes) (4) werden auch Euros getauscht.

ESSEN UND TRINKEN:

Obwohl Samaipata nur ca. 2000 Einwohner hat, verfügt es über einige gute Restaurants, Bars und Kaffees. Hier eine Auswahl:

  • LA LUNA VERDE (5), Restaurant und Bar des Hotels LA POSADA DEL SOL; interessantes Essen (Tex-Mex, Fusion Tex-Mex-Bolivianisch), gute Cocktails, happy hour von 17:00 bis 19:00; 100m von LA entfernt, obere Preisklasse (+)
  • DESCANSO EN LA ALTURA (9), Pizzeria, sehr gute Pizza argentinischer Tradition, gutes Schweinefilet, 150 m von LA entfernt (+)
  • MIA PASTA (6), italienische Speisen und auch Fleischgerichte, nicht zu grosse Portionen, feine Athmosphäre, nicht zu teuer (++)
  • ARTELIER (7) Kunstkaffee, guter Kaffee, feine Athmosphäre, obere Preisklasse (+)
  • CAFE LATINA (8), gediegenes älteres Restaurant, z.T. interessantes Essen (z.B. Rinderfilet an Cocablättern) (+)
  • 1900 (10), direkt an der Plaza, z.T. französische Küche, gute Crepes (+)
  • LA CHANKANA (11), kleines, immer besser werdendes Restaurant, gehört einem Holländer, der auch in Cuzco eine Lokal betreibt (+)
  • LA COCINA (12), qualitativ hochwertiges Fastfood, von einem Türken betrieben, spezielles Angebot (z.B. Hamburger mit Roquefort Käse), tolle Pommes (mit Schaale) (++)
  • TIERRA LIBRE (13), von Spaniern betriebenes Restaurant, gute Küche, nicht zu teuer (+)
  • LA BOHEME (14) EIN MUSS FÜR JEDEN REISENDEN, hier treffen sich Alle, die reisen oder in Samaipata leben, super Ambiente, gute Cocktails, 18 verschiedene Biersorten,Shishas, man kann sich Essen von LA COCINA bestellen, happy hour von 17:00 bis 19:00 Uhr (++)
  • El MEXICANO (15), sehr gutes mexikanisches Essen, kleiner Laden

Sameipata, Bolivien

SEHENSWÜRDIGKEITEN:
  • EL FUERTE, Samaipatas wichtigste Attraktion, 10 Km ausserhalb der Stadt, in der Höhe gelegen, riesiger behauener Felsen mit darum herum gelegener Siedlung, es ist nicht klar worum es sich handelt; interessante Theorien von von Däniken, d´Orbigny und T.Haenke; Eintrittsticket ist gültig für Besuch des Museums (16) im Ort; Fahrt nur mit Taxi (Bs 100,- one way, return Bs 150,-) LA bietet Sonderpreis an (Bs 50,- one way, return Bs 100,-); viele lassen sich hochfahren und gehen zurück; ganz harte Naturen gehen beide Strecken; Eintritt Bs 50,-
  • PARQUE AMBORO, einer von Boliviens grösseren Naturparks, nur mit Tour Veranstalter zu erkunden, Touren von 6 h bis 11 Tagen, sehr zu empfehlen: Tour in den Wald der Riesenfarne (6 h, 200,- – 300,- Bs/Mann, Preis abhängig von der Zahl der Teilnehmer)
TOUR VERANSTALTER:

Befinden sich alle in der calle Bolivar, zu empfehlen: JUCUMARI TOURS (bolivianisch-schweizerische Firma) (18), aber auch andere wie ROAD RUNNERS, AMBORO TOURS etc.; Preise und Angebot vergleichen!

  • ZOOLOGICO REFUGIO (19), von einer Gruppe Freiwilliger betreuter kleiner Zoo und Auffangstation für illegal in Gefangenschaft gehaltene Wildtiere, 2,5 Km von LA entfernt, bequem zu Fuss zu erreichen
  • CUEVA, 20 Km vor Samaipata in Richtung Santa Cruz gelegen, natürliche Pools mit Wasserfall, Fahrt im Taxi hin-und zurück Bs 100,-
Wäschewaschen:

Es gibt einen Waschsalon im Ort, der auch innerhalb eines Tages wäscht. Am LaBoheme die Straße hinauf für etwa 3 Blogs. 10 Bolivianos per Kilo

EINKAUFEN:

Tante-Emma-Laden genau neben dem Hostel (20), hat fast alles ausser Brot; Comercial Alba an der Plaza (21); Supermarkt La Estrellita an der Hauptkreuzung (23)

Notfallnummern:

Krankenhaus 26 Polizei 27

Sameita_karte

+ = gut, ++ = empfehlenswert

Alle aufgeführten Plätze, Läden etc (x) sind in der Karte mit Nummern verzeichnet