Navagraha Tempel Guhawati – Auf der Suche nach Planeten, Affen und Erleuchtung

Klöster, Kirchen, Tempel oder spirituelle Stätten haben es mir auf Reisen angetan. Nicht nur, weil es kulturell-historisch wertvolle Güter sind, sondern weil sie mich immer auch erkennen lassen, welcher Geist bzw. welche Religiöse Prägung ein Land und seine Menschen erfahren haben. In Guhawati machte ich mich im Navagraha Tempel auf die Suche nach Planeten, Affen und Erleuchtung. Was ich erlebt habe, kannst du hier nachlesen:

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Gerade in Indien wo so viele Kulturen und Glaubensrichtungen zusammen kommen, bietet sich Reisenden ein sehr spannendes Feld für Erkundungen in Klöstern, Tempeln und religiösen Stätten. Aber ich bin auch eine Sinnsuchenende und so faszinieren mich diese Stätten auch auf eine spirituelle Weise. Und mal ehrlich, sind wir nicht alle immer auch irgendwie auf der Suche nach Glück, Zufriedenheit und innerer Mitte?

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Ich kann das in jedem Fall bejahen und so hat es mich auch auf meinem Trip durch Indien auch neugierig gemacht, welche Klöster es in Guwahati zu entdecken gibt. Die Stadt liegt im indischen Bundesstaat Assam am südlichen Ufer des Brahmaputra und ist mit rund 960.000 Einwohnern, die größte Ansiedlung im Nordosten Indiens. Bei meiner Suche nach Sehenswürdigkeiten war ich auf den Navagraha-Tempel aufmerksam geworden. Mit Taxi und Guide hatte ich mich auf den Weg gemacht ihn zu entdecken.

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Die Bedeutung des Navagraha-Tempels

Der Navagraha-Tempel, der auch der „Tempel der neun Himmelskörper“ genannt wird, befindet sich im südöstlichen Teil von Guwahati, auf einem Hügel namens Chitrachal. Der Tempelturm wurde durch ein Erdbeben zerstört. In den Jahren 1923-1945 wurde er restauriert und renoviert. Wie der Name schon sagt, ist dieser Tempel den neun Planeten im Sonnensystem gewidmet. Er ist auch bekannt als die „Wohnstätte“ für den wichtigsten Himmelskörper: der Sonne.

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In diesem Tempel sind bedeutende Shiva Lingam zu finden. Ein Shiva Lingam ist immer aus einem ovalen, senkrechten Stein und einer waagerechten Fassung geformt und ein Symbol des Göttlichen, womöglich sogar die älteste Darstellung der Menschheit für Gott. Der ovale, senkrechte Stein des Shiva Lingam steht für das unmanifeste, reine und alles durchdringende Bewusstsein, der waagerechte für die manifeste und dynamische Energie.

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Im Navagraha-Tempel, sind neun solcher Shiva Lingam verwahrt, welche die neun Himmelskörper darstellen, die jeweils mit einem farbigen Gewand bedeckt sind. Einer dieser Shiva Ligam steht in der Mitte, da er die Sonne symbolisiert. Gerne als „Abode of Surya“ – der Aufenthaltsort von Surya bezeichnet. Zum Verständnis von „Surya“: Vom Hindi ins Deutsche übersetzt bedeutet das „Sonne“. Surya Pooja oder auch Sonnenanbetung ist eine alte Praxis unter den Assamesern, den Einwohnern dieser Region.

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Die neun planetarischen Götter die man im Tempel verwahrt findet, sind Surya (Sonne), Chandra (Mond), Mangala (Mars), Budha (Merkur), Brihaspati (Jupiter), Sukra (Venus), Sani (Saturn), Rahu und Ketu. Der Navagraha Tempel stellt die alte Weisheit und die kulturelle Vergangenheit dar und ist ein Zentrum für astrologische und astronomische Forschungen.

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Das erwartet dich am Navagraha-Tempel

Navagraha ist ein alter Tempel, der alt aussieht und sich alt anfühlt. Auch ist er über die Jahre nie verändert worden. Um den Hauptschrein zu erreichen, muss man einige Stufen von der Straße hinaufsteigen. Überall auf dem Geländer toben Affen herum, die als die Beschützer von Tempelanlagen gelten. Sie sind neugierig, verspielt und manchmal auch ganz schön frech. Aber sie geben der Anlage auch deshalb noch mal einen ganz besonderen Charme. Ich hätte Stunden allein damit verbringen können, auf den Treppen zu sitzen und den Affen beim herumtoben zu zuschauen.


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Aber deshalb war ich ja nicht da. Mich machten der Tempel und die Puja-Offenbarung neugierig. Die Puja bedeutet in etwa „Verehrung“ oder „Ehrerweisung“ und gehört im Hinduismus im Idealfall zu den täglich praktizierten Ritualen und somit zu den wichtigsten Bestandteilen des religiösen Alltags. Und weil mich genau das faszinierte, hielt auch ich so ein Puja Ritual ab.
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Mein Erlebnis am Navagraha-Tempel

Im Tempel selbst gibt es keine Lichter, er wird nur von Öllampen beleuchtet. Und so saß ich auf dem Boden zwischen den Shiva Lingam, rituellen Gegenständen und organge leuchtenden Blüten. Die Pujaris sind sanftmütig und führen die Puja auch richtig aus, wurde mir gesagt und so vertraute ich auf das Tun meines „Meisters“. Gemeinsam beteten wir, ich folgte seinen Anweisungen das Ritual richtig auszuführen und erhielt göttlichen Segen. Und auch wenn ich nicht alles verstand, lehrte mich diese Erfahrung Demut und Respekt vor dem Glauben der Menschen hier. Eine für mich immer sehr wertvolle Erkenntnis.
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So eine Puja kann zu jeder Tageszeit abgehalten werden, aber gerade in den Morgenstunden gibt es einen Ansturm von Betenden. Die Puja-Gegenstände können bei den Blumenverkäufern außerhalb des Tempels gekauft werden, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, mit den Äffchen zu spielen.

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Die Umgebung des Navagraha-Tempel

Neben dem Empfang von Segen bietet der Hügel mit dem Tempel auch einen herrlichen Blick auf die Stadt und den Fluss Brahmaputra, ganz besonderes zum Sonnenuntergang. Die ruhige Atmosphäre, die einen hier umgibt in Verbindung mit dem Blick über die Stadt, darf gut und gerne als faszinierend bezeichnet werden. Wer sich in der Nähe des Tempels noch umschauen möchte, der findet fußläufig noch eine Quelle und einen Wasserfall, was ihn zu einem perfekten Picknickplatz macht.

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Fazit:

Der Navagraha-Tempel ist ein wichtiger Teil der Kultur und Religion Guwahatis und es lohnt sich in jedem Fall ihn zu besuchen und sich auf eine spirituelle Reise einzulassen. Einfach weil es einem auch die Türen zu Verständnis und Akzeptanz öffnet. Für mich war er der erste Kontaktpunkt mit der hinduistischen Religion und ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung, die ich mir auch für andere Reisende wünsche.
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Beste Zeit für einen Besuch

Der Ort Guwahati, der im subtropischen Bereich liegt, kann in den Hochsommermonaten unerträglich heiß sein, deshalb sollte man in dieser Periode sehr früh oder spät da sein. Auch während der Regenzeit können unaufhörliche Regenfälle einen Ausflug auf den Berg zum Tempel trügen. Daher ist die beste Zeit für einen Besuch der Spätherbst bis Frühling, vor allem in den Monaten November, Dezember, Februar und März.

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Anreise zum Navagraha-Tempel

Nimm dir am Besten ein Taxi und lass dich auf den Berg fahren oder navigiere selbst, wenn du einen Mietwagen hast:

 

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