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El Salvador? Bist du lebensmüde? Nein, nur weltoffen!

Ich erinnere mich noch sehr lebendig, es war 4 Uhr in der Nacht irgendwann im Januar 2014, als ich meinen Flug nach El Salvador buchte. Es war eine dieser Nächte in denen ich nicht schlafen konnte, mich umherwarf und letztlich doch zum Smartphone griff und auf Facebook surfte. Plötzlich tauchte da diese Meldung auf „Error Fares bei Iberia. Flüge für 350 EUR nach Lateinamerika“. Um ganz ehrlich zu sein, ich hatte keine Ahnung, was diese Region zu bieten hatte. Bisher war Zentralamerika für mich ein dunkler Fleck auf der Landkarte. Aber die Aussicht, so günstig so weit weg zu kommen, erschien mir sehr, sehr reizvoll.image-2015-08-27(8)Schnell also durchforstete ich das Netz nach Bildern, der Länder die angeboten waren, um einen Eindruck zu bekommen. Bei diesen Preisfehlern im Internet sollte man schnell sein, das wußte ich. Außerdem hatte ich noch Resturlaub den ich verbraten musste und konnte mir also ungezwungen einen Flug sichern.image-2015-08-27(9)Ok, El Salvador klingt doch spannend, die Stände sehen hübsch aus und die Terminvorgaben passen. Also, die Kreditkarte gezückt und gebucht! Mitten in der Nacht und ohne eine Ahnung, was genau mich da genau erwarten würde. Schnell noch einen Post auf Facebook hinterlassen, dass ich in 8 Wochen fliegen werde und dann, mit äußerster Zufriedenheit ein Schnäppchen gemacht zu haben, eingeschlafen.image-2015-08-27(1)Dafür das böse Erwachen dann am nächsten Morgen. Kommentare auf meiner FB Wall: „Sag mal spinnst Du? Du kannst doch nicht so einfach ohne Kenntnis nach El Salvador fliegen. Noch dazu alleine!“ oder „Wusstest du, dass das Land eine der höchsten Mordraten der Welt hat?“ Oder auch: „Du wieder! Dich kann man auch nicht alleine lassen! Informiere Dich mal beim Auswärtigen Amt über die Reisewarnungen, dann willst du da bestimmt nicht mehr hin.“image-2015-08-27(6)Mir ist schlagartig schlecht und Farbe habe ich auch keine mehr im Gesicht. Wieder starte ich Google und frage nach Sicherheit, Reisewarnungen und Gewalt in El Salvador. Prompt werde ich noch blasser. Ich hätte vielleicht nicht auf Bilder klicken sollen. Nicht schön, was man da sieht. Auch nicht, was das auswärtige Amt da von sich gibt. Es vergehen Stunden der Recherche, meine Gefühle fahren Achterbahn, meine Gedanken kreisen und in meinem Kopf dreht sich alles. image-2015-08-27(4)Inzwischen auch die ersten besorgten Anrufe meiner Facebookfreunde. Jeder will mir dieses Land ausreden. „Hast Du eine Reiserücktrittsversicherung?“ „Mach das bloß nicht“ „Ich könnte es ja verstehen, wenn Du nicht als Frau alleine reisen würdest, Hast Du denn niemanden der mit dir fliegen würde?“ NEIN, verdammt! Ich bin Single und es hat auch Niemand Bock mit mir in so ein Land zu fliegen. Mit so viel besorgten Freunden hatte ich nicht gerechnet. Ist ja wunderbar, aber führt bei mir zu Trotzreaktionen. image-2015-08-27(2)Ich bin kein kleines Kind mehr! Ich bin alleine nach Südafrika gegangen und habe dort gelebt. Das Land hat auch ein Gewaltproblem und ich bin unbeschadet zurück gekommen. Auch erinnere ich mich an das Gezeter vor meiner DomRep Reise. „Geh bloß nicht aus der Anlage! Da gibt es überall schwer bewaffnete Menschen und streunende Hunde“ Letztlich war ich nur außerhalb der Pauschalurlaubermauern aka der Hotelanlage und es war sehr, sehr toll! Also beschließe ich, auch nach El Salvador zu fliegen. Ich habe Afrika überlebt, dann schaff ich auch das. Ich werde mich gut vorbereiten, achtsam sein und mich an die Regeln halten.image-2015-08-27(5)Und das habe ich auch und nicht nur das! Ich habe ein ganz anderes El Salvador kennenlernen dürfen, als das was mir an Horrorgeschichten im Netz begegnet ist. Ich bin allerorts mir offenen Armen empfangen worden, habe neue Freund gefunden und so viel an Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft erfahren dürfen, wie noch in keinem Land davor. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft haben meine Reise ganz speziell gemacht und mir gezeigt, dass Statistiken nicht unbedingt etwas mit dem Leben und dem Alltag der Menschen in einem Land zu tuen haben.

#info

Speziell für Latainamerika läßt sich sagen, dass sich Kriminalität oft im Drogenmileu oder in Bandenkriegen finden lässt, mit denen der einfache Reisende eigentlich nie in Kontakt kommt. 

Wer also eine Reise in ein Land plant, der sollte sich ganz genau informieren und hier meine ich nicht nur die Seiten des auswärtigen Amtes, die geben zwar einen Einblick, wo die Probleme liegen, aber in keinem Fall zeigen sie auf, in wieweit mal als Reisender betroffen ist.

Meine Erfahrung zeigt, dass Reiseblogs die beste Möglichkeit sind, zu erfahren, wie es in einem Land wirklich aussieht. Dort bist du sehr schnell informiert, ob man sich sicher und wohl fühlen kann. Außerdem es gibt einen direkten Kontakt, bei dem Du nachfragen kannst, wenn Du dennoch unsicher bist. Meine Entscheidungen in ein Land zu reisen oder es zu meiden, hängen inzwischen nicht mehr an Preisschnäppchen, sondern an genau diesen Informationen. Wenn Einheimische oder Backpacker ganz klar sagen, dass es zu gefährlich ist, dann halte ich mich daran und reise nicht. Mit diesem Weg fahre ich sehr gut und bisher immer auch sehr sicher.

Fliegen in Brasilien – Das solltest du beachten!

Brasilien hat die Größe mancher Kontinente. Wer weite Strecken im Land zurück legen will, sollte statt dem Bus aufs Flugzeug umsteigen. Welche Airlines empfehlenswert sind und was besonders zu beachten ist, verrate ich hier:

FLUG-PREISE

Die Preise für Inlandsflüge sind in der Regel sehr günstig. Im Schnitt würde ich sagen zwischen 80-120 EUR wenn man nicht zu kurzfristig bucht. So gelangt man zum Beispiel schnell und günstig von den Iguazu Wasserfällen ins Regenwaldgebiet um Manaus. Eine Strecke die mit dem Bus zwar machbar ist, aber sicherlich wenig sinnvoll.IMG_6346

AIRLINES

Die wichtigsten Airlines in Brasilien sind sicherlich GOL, AZUL und TAM. Aber natürlich gibt es auch noch andere Fluglinien die genutzt werden können:

Avianca www.avianca.com
AZUL www.voeazul.com.br
GOL www.voegol.com.br
TAM www.tam.com.br
Trip www.voetrip.com.br
Webjet www.webjet.com.br

Flugbuchung

Airlines wie TAM. AZUL oder GOL fliegen die meisten brasilianischen Flughäfen an. In der Regel auch mehrmals täglich. Wer direkt bei diesen Airlines bucht, fliegt meistens günstiger als wenn Flugbuchportale benutzt werden. Die Websiten der Airlines gibt es häufig auch  in englisch, ganz optimal ist das aber noch nicht, so dass man immer wieder mit der Muttersprache „porutugiesisch“ konfrontiert wird. Mit Übersetzungsprogrammen kommt man hier aber gut ans Ziel. Kreditkartenzahlung hat bei mir immer reibungslos funktioniert. Sollte dies nicht der Fall sein geht man in ein Reisebüro.IMG_6341

ZWISCHENLANDUNGEN

Je nachdem wie exotisch das Flugziel ist, muss damit gerechnet werden, dass man Umwege aka Zwischenlandungen in Kauf nehmen muss. Für eine Strecke die im Grunde 3h Flugzeit entfernt ist, wird man über größere Drehkreuze geleitet und so kann es auch gut sein, dass man 17h unterwegs ist. IMG_6366

SICHERHEITSKONTROLLE

Sicherheitskontrollen sind im Ausland oft etwas lascher als in Europa. So habe ich es auch in Brasilien gerade bei Inlandsflügen empfunden. So musste ich das Laptop nicht extra auspacken und eine kleine Flasche Wasser im Handgepäck wurde auch nicht moniert. Verlassen würde ich mich darauf aber nicht.

VERPFLEGUNG IM FLUGZEUG & KOMFORT

TAM ist die wohl beste Airline in Brasilien fliegt aber in der Regel nur die großen Flughäfen im Land an. AZUL bietet etwas mehr Zusatzleistungen als GOL. Zum Beispiel bekommt man den Kaffee gratis und nicht nur Öko-Kekse und Wasser wie bei GOL. Großartige Preisunterschiede gibt es dennoch nicht. Hier sollte man genau abwägen, wie Flugzeiten, Preis und Verpflegung den eigenen Vorstellungen entsprechen.

KLIMAANLAGE

Die Flugzeuge sind klimatisiert. Der Südamerikaner mag es in der Regel eher frisch und deshalb wird oft stark runter gekühlt. Decken gibt es in der Regel keine im Flieger, daher sollte man sich entsprechend kleiden oder eine Decke dabei haben.

FLUGHÄFEN

FLUGSTEIG-WECHSEL

GANZ WICHTIG beim Fliegen in Brasilien ist, dass sich die Flugsteige gerade auf den großen Flughäfen wie Sao Paulo, Belem, Belo Horizonte oder Brasilia häufig kurzfristig ändern oder oft gar nicht mehr ausgeschrieben sind. Besonders wenn es zu Verspätungen der Flüge kommt, solltest du besonders ein Auge auf die sich wechselnden Anzeigen haben und ggf. beim Flughafenpersonal nachfragen. Englischsprachige Durchsagen sind eher die Seltenheit. Man sollte also etwas auf Zack sein und sich nicht drauf verlassen, dass alles so gut durchorganisiert ist, wie in Deutschland.IMG_6350

SPRACH-BARRIERE

Trotzdem es sich um internationalen Flughäfen handelt, wirst du eher selten jemanden finden, der englisch spricht und dir bei Fragen weiterhelfen kann. Das gilt selbst für Stewardessen oder Mitarbeiter des Service-Telefons. Dieses ist zwar in englisch angeschrieben, uns ist es aber schon mehrfach passiert, dass aufgehängt wurde, weil man nur in portugiesisch kommunizieren wollte. In Brasilia gibt es extra einen Schalter für international Fliegende und bei Problemen sollte man sich dahin wenden. Oft hilft es andere Reisende (in der Hauptsache Businessleute oder Studenten) anzusprechen, da hier die Chancen gut stehen, dass sie als Übersetzer fungieren können.

WLAN

Wlan funktioniert meiner Erfahrung nach ganz gut auf den Flughäfen in Brasilien. Nicht unbedingt in der Schalterhalle, aber in der Regel in den Wartehallen.

VERPFLEGUNG IM FLUGHAFEN

Meiner Erfahrung nach ist die Verpflegung, gerade auf den kleineren Flughäfen, in den Schalterhallen oft besser als in den Wartehallen. Da gibt es oft nur 1-2 Verkaufsstände mit immer den gleichen „Backwaren“. Wer viel Umsteigezeit hat, sollte die Wartehalle verlassen und sich in den Schalterhallen nach etwas mehr Angeboten umschauen und danach wieder durch die Sicherheitskontrolle zurück zum Abflugsteig kehren.

FAZIT:

Wer weiß, wo er welchen Flug günstig und mit guten Service bekommt, der wird sich leicht tun sich in Brasilien per Flugzeug zu bewegen. Wer noch dazu die Hinweise für die Flughäfen beachtet, der wird auch drumherum ein positives Erlebnis haben.

 

 

 

Roatán – eine Insel, ein Privatjet und ein Wanne-be-Pilot

Nein, eigentlich wollten wir nicht nach Roatan, der größten der karibischen Inseln der Bay Islands. Zu befremdlich erschien uns der Gedanke hier auf amerikanische Touristenmassen zu treffen. Aber irgendwie sind wir dann doch da gelandet und gelandet kann man hier wörtlich nehmen!image-2015-09-25(89)In unserer Unterkunft in Trujillo haben wir nämlich Larry kennengelernt. Er betreibt mit seinem Sohn, einem Piloten, den kleinen Flughafen der Stadt und bietet Rundflüge an. Als er und seine Frau sich auf Fernreise zum Flughafen nach Roatan fliegen ließen bot es sich für uns an, die Beiden zu begleiten und in den Genuss eines mehr oder weniger Privatjets zu kommen. image-2015-09-26(9)Ich liebe fliegen und war deshalb gleich Feuer und Flamme bei der Idee nach Roatan überzusetzen. Der Flughafen alleine ist unter Aviationliebhabern ein Highlight, da er direkt am Meer liegt und man einen traumhaften Blick auf das Atoll im An- und Abflug genießen kann.
image-2015-09-26(1)Meine Begeisterung kennt keine Grenzen wenn es ums Fliegen geht und so bin ich früh auf den Beinen, weil ich den Abflug kaum erwarten kann. Als wir gegen 10 Uhr das kleine Flugzeug besteigen strahlen meine Augen vor Freude, mein Herz pochert wild und ich grinse wie das sagenumwogene Honigkuchenpferd.image-2015-09-26(7)Die Maschine rollt auf die Startbahn, die eigens für unseren Flug von Passanten geräumt wird. Denn Trujillos Flughafen ist gleichzeitig der Anfahrtsweg zu Hotels und Unterkünften. Ein Rollfeld mit Mehrfachnutzen sozusagen.image-2015-09-26(20)Der Pilot startet die Maschine, spricht mit dem Tower und holt Starterlaubnis ein. Das Gefährt nimmt an Geschwindigkeit zu, drückt sich vom Boden ab und startet zu seiner Berufung. Ich klebe derweil mit der Nase am Fenster fest, lausche den Geräusche der Maschine und beobachte den Piloten bei seiner Arbeit. image-2015-09-26(3)Einen kurzen Schwenk über den Küstenstreifen und wir befinden uns auf dem Meer zwischen Trujillo und Roatán. Die wenigen Kilometer legt die Maschine in 20 min. zurück und ich starre weiterhin aus meinem Fenster. image-2015-09-26(4)Dieses Hochgefühl durch die Lüfte zu schweben, die Welt von oben zu sehen und den Wolken zum Anfassen nah zu sein lässt sich kaum mit Worten beschreiben. Ehe ich mich versehe befinden wir uns schon im Landeanflug auf Roatan und dieser gestaltet sich in der Tat als Highlight.image-2015-09-26(5)In türkisblaues Wasser gebettet erhebt sich die Insel aus dem Meer, Palmen säumen den Küstenstreifen und die Landebahn hat eine geradezu majestätische Anmutung.image-2015-09-26(21)Wieder verfolge ich die Kommunikation des Piloten mit dem Tower, beobachte sein Tun im Cockpit und die Reaktionen des Fliegers. Die Maschine wird gedrosselt, wir verlieren an Höhe, das Fahrwerk fährt aus und setzt butterweich zur Landung auf. image-2015-09-26(11)Ein leichtes Seufzen durchfährt mich „Schade, schon wieder vorbei“ höre ich mich sagen. image-2015-09-26(15)Und obwohl Roatán einen internationalen Flughafen hat und von großen Fliegern aus Houston, Atlanta, Miami, New York oder Toronto angeflogen wird, ist das Terminal verhältnismäßig klein und mit nur wenigen Schalten auch sehr überschaulich. image-2015-09-25(90)Nach einem Tag mit Endteckungstour geht es gegen 17 Uhr für uns zurück aufs Festland. Als Privatreisender genießen wir bevorzugte Abfertigung und wir können entspannt übers Rollfeld zur Maschine laufen. Wo gibt’s noch so was? Ich bewundere und fotografiere die geparkten Maschinen und freue mich, das auch ds hier möglich ist. In manchen Ländern steht sogar das Fotografieren auf dem Rollfeld auf Strafe.Privatjet Flugzeut FliegenNachdem uns Larry auf dem Rückflug nicht begleitet und seinem Sohn assistiert ist der Platz neben dem Piloten frei geworden und meine Stunde hat geschlagen. Ich darf beim Piloten vorne sitzen. image-2015-09-26(8)Viel Platz ist in so einem Privatjet nicht gerade und man muss sich schon einiger Maßen durchkämpfen um ins Cockpit zu gelangen. Aber nichts in der Welt könnte mich jetzt mehr davon abhalten in der allerersten Reihe auf dem Co-Piloten Platz zu sitzen.image-2015-09-26(22)Standesgemäß bekomme ich die Kopfhörer auf, eine Sicherheitseinweisung und das Mikrofon wird gecheckt. Daumenhoch und startklar. Diesmal lausche ich nicht nur dem Piloten, sondern auch den Anweisungen des Towers. Spannend ist das!image-2015-09-26(12)Genau wie all die Knöpfe im Cockpit. Am liebsten würde ich alle selbst ausprobieren. Auf Rücksicht auf die Mitreisenden lass ich das aber lieber bleiben:)image-2015-09-26(6)Wir rollen auf die Startbahn, die mir jetzt noch schöner erscheint. Wieder werden die Turbinen gestartet, wird Fahrt aufgenommen und setzen wir zum Abheben an. Die volle Power der kleinen Maschine wird spürbar, als sie vom Boden abhebt und sich ihren Weg in die Lüfte bahnt. „Wow ist das toll!“ In dem Moment bin ich der glücklichste Mensch auf Erden oder besser in der Luft.image-2015-09-26(14)Mein Strahlen bleibt nicht unbemerkt. Daniel der Pilot sieht mir meine Begeisterung an und bittet mich unter einem Vorwand doch mal eben das Flugzeug zu steuern. Fest umklammere ich den Steuerknüppel. Ehrlicherweise muss man da nicht viel tun und dennoch ist es ein erhabenes Gefühl zu wissen, dass man gerade ein Flugzeug steuert.image-2015-09-26(16)Wenn ich vorhin schon so glücklich war, was bin ich dann jetzt? Ich genieße den Moment, das Dahingleiten, das Vorankommen, das Fliegen. Meine Mundwinkel bilden ein Dauergrinsen, mein Herz hüpft und meine Augen strahlen nur so vor Glück. Für mich gibt es definitiv nichts Schöneres als Fliegen.image-2015-09-26(17)Daniel übernimmt wieder das Steuer, wir drehen eine extra Runde über Trujillo, das Resort seiner Eltern und steuern dann den kleinen Flughafen an. Der gerade wieder von Leuten bevölkert ist, die quasi im letzten Moment registrieren, dass über ihnen gerade eine Maschine zur Landung ansetzt.image-2015-09-26(13)Und das ist jetzt kein Märchen! Das Paar, was sich vor uns auf dem Rollfeld befindet duckt sich, als sie die heranschwebende Maschine bemerken. Wann und wo erlebt man mal so was? Als die Maschine aufsetzt bin ich glücklich und traurig zu gleich. image-2015-09-26(16)Am liebsten hätte ich noch den Atlantik überquert, so begeistert bin ich von diesem Erlebnis aber jedes Abenteuer findet eben ein Ende und so verlasse ich etwas wehmütig den Jet. Mein Freund schließt mich liebevoll in den Arm, er weiß zu gut wie ich mich gerade fühle.image-2015-09-26(19)Noch am Abend im Bett träume ich mich zurück ins Cockpit und in den Himmel über dem Meer. Froh und dankbar für dieses wunderbare Erlebnis.

Error Fare – Mit Schnelligkeit & Tricks zum billigen Flugticket

Es gibt ein paar Tricks um an ein günstiges Flugticket zu gelangen. Error Fare ist eine Möglichkeit an ein Schnäppchenticket zu gelangen. Diese Möglichkeit kannte ich nicht immer und möchte hier meine Erfahrungen mit dir teilen!

Ich erinnere mich noch sehr lebendig, es war 4 Uhr in der Nacht irgendwann im Januar 2014, als ich meinen Flug nach El Salvador buchte. Es war eine dieser Nächte in denen ich nicht schlafen konnte, mich um herwarf und letztlich doch zum Smartphone griff und auf Facebook surfte. Plötzlich tauchte da diese Meldung auf „Error Fare bei Iberia und für 350 EUR nach Lateinamerika fliegen“.

Um ganz ehrlich zu sein, wußte ich bis dato nicht mal, was so ein Error Fare ist, aber es schien mir eine einmalige Gelegenheit zum Schnäppchenpreis nach Lateinamerika reisen zu können. Was stand da noch? Preisfehler? Ach das bedeutet es!Fliegen neuInzwischen weiß ich:

Die Airline hat einen Fehler im System oder Jemand hat eine Null vergessen, nun muss man schnell bei der Buchung sein, mit Kreditkarte zahlen und hoffen, dass man das Ticket ausgestellt bekommt, bevor irgendwem auffällt, dass die Flüge viel zu günstig angeboten werden. Fluggesellschaften unterlaufen immer wieder solcher Fehler, findigen Vielfliegern fällt das auf und die Nachricht verbreitet sich in Windeseile im Netz. Wer dann schnell und vor allem flexibel ist, der kann ein wahres Schnäppchen machen.

Ein paar Haken hat die Sache allerdings schon, denn wenn diese vermeintlichen Sonderangebote auftauchen bleibt einem nicht viel Zeit. Manchmal nur Minuten, manchmal ein paar Stunden, aber in der Regel ist das nicht die Tageszeit in der man auch den Chef um spontanen Urlaub bitten kann. Glücklich kann sich der schätzen, der sich seinen Urlaub selbst einteilt.

Zweiter Haken ist die Bezahlung, denn wer mit Banküberweisung zahlt, der geht meist doch leer aus. Die Fluggesellschaften behalten sich vor, Tickets zu stornieren, die zunächst nur reserviert aber durch die verzögerte Transaktion noch nicht bezahlt sind. Da eine Bankzahlung nicht adhoc erfolgt, sind diese Tickets in der Regel davon betroffen. Clever, wer hier eine Kreditkarte hat und diese zum Einsatz bringt. Die Zahlung erfolgt sofort und das Flugticket wird direkt ausgestellt. Wenn man dieses physisch in der Hand hält, hat man den Flug sicher.

ACHTUNG: Nie aber auch wirklich nie, ruf bei der Airline an und fragt nach, ob so ein Preis richtig sein kann. Man wird den Fehler schnellstens korrigieren und du läßt dir dein Schnäppchenticket durch die Finger gehen.

Übrigens gibt es diese Error-Fares auch für Hotels. Auch da passiert es schon mal, dass es das Luxushotel zum Schnäppchenpreis gibt.

Für mich hatte sich der Preisfehler in der Tat gelohnt, ich war zeitlich flexibel, habe mit Kreditkarte gezahlt und bin tatsächlich für 350 EUR Hin und Zurück nach El Salvador geflogen! Probiers doch mal aus. Gerade auf Twitter verbreiten sich solche guten Nachrichten sehr schnell. Wenn du wachsam und schnell bist, könnte dein Schnäppchen-Ticket auch bald kein Traum mehr sein.

#infoBei der Flugbuchung gibts noch viele weitere Tricks. Mit welchen du garantiert ein Schnäppchen machst, erfährst du im Link.

So und nun: #get up & book!






Gut Flug! Wie du Frostblasen, Nackenweh & Quengelbacken trotzt

Fliegen kann zur Qual werden, wenn man nicht richtig vorbereitet ist. Von quengelnden Kindern, nervenden Sitznachbarn bis zu Eisfüßen kann Dir alles drohen. Aber mit ein paar Kniffen, die ich Dir hier zeige, trotzt Du dem souverän:

Fangen wir damit an, dass ich eine rechtzeitige Anreise durchaus für wichtig halte. Beherzigt bitte, dass gerade der Sicherheitscheck in Frankfurt eine halbe Ewigkeit dauert oder wie in Lissabon die Wege viel zu lang sind. Wenn man 1x nicht mitfliegen konnte, weil man zwar grad noch rechtzeitig am Flughafen war, aber der Sicherheitscheck zu lange ging, dann macht man so Späßchen nicht ein zweites Mal. Chancen auf ein Upgrate bei Last-Minute-CheckIn, hin oder her. Lieber fliege ich auf dem von mir gebuchten Platz, als nur zu zahlen und gar nicht zu fliegen. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.47.58Über sein Gepäck sollte man sich vorab auf der Website der jeweiligen Airline erkundigen. Gerade Billigflieger sind sehr streng, was Maße, Gewicht und Stückzahl des Handgepäcks betrifft. Eine Handtasche und einen Fotorucksack im Handgepäck lässt man euch da ganz sicher nicht durchgehen. Und wer wie ich 1x 400 EUR Übergepäck zahlen mußte, der ist auf alle Ewigkeit geheilt. Bildschirmfoto 2015-08-11 um 18.02.14Ihr habt einen schicken, schwarzen Samsonite Koffer? Ist toll, aber den haben noch zwanzig andere Mitreisende. Also steigt eure Chance, dass so ein übereifriger Rentner euch den vor der Nase wegschnappt, noch bevor ihr das merkt. Kauft doch mal einen andersfarbigen Koffer. Den erspäht ihr sofort auf dem Gepäckband und verwechselt wird so ein rotes oder quietsch grünes Gepäckstück garantiert nicht. Bildschirmfoto 2015-08-11 um 16.52.23Ihr habt einen Langstreckenflug mit neuerlichen CheckIn´s? Vergeßt nicht, die alten Kofferbänder abzumachen. Beim Auslesen der Markierungen kann es sonst zu Fehlern kommen und euer Gepäck landet woanders.Bildschirmfoto 2015-08-11 um 18.06.56Manchmal dauert es etwas, bis man das erste Mal eine Toilette im Flieger benutzen kann. So lange der Flieger nicht in der Luft ist, funktioniert keine Spülung und kein Wasser zum Händewaschen. Wenn dann die Starterlaubnis ausbleibt und sich der Abflug verzögert, kann das sehr unangenehm werden. Also lieber vorher noch mal ….Bildschirmfoto 2015-08-11 um 16.09.54Sicherheits-Check? Mach dich lieber gleich nackig! Im Ernst, Winterstiefel, Gürtelschnallen, Schmuck und Handy in der Hosentasche mußt Du sowieso ablegen. Warum also alle aufhalten beim Zurückgehen, anstallt lieber gleich mitzudenken & alles abzulegen? Bildschirmfoto 2015-08-13 um 11.03.47Manche Airlines kühlen einen auf Tiefkühlkostniveau runter, deshalb wähle ich immer Zwiebelprinzip bei der Kleidung. Auch mag ich es bequem und fliege daher in gemütlichen Sachen. Kompressinsstrümpfe sind sinnvoll und halten außerdem gleich noch warm. Wer auf ein Upgrade hofft, sollte besser gestyled sein, als ich.Bildschirmfoto 2015-08-12 um 06.38.21Wem trotzdem noch kalt ist, der sollte sich nicht scheuen und höflich nach einer Decke fragen. Das Bordklima bei Airlines wie Azul, ist grundsätzlich zu kalt. Fragt gleich beim Einsteigen nach, ob ihr eine Decke haben könnt, denn diese Airlines haben oft nur eine handvoll Decken an Board. Wer als Erstes fragt, dem wird auch als Erstes geholfen. Auf einem 16h Flug zu frieren und danach krank zu sein, ruiniert einem ganz schön den Urlaub, das könnt ihr mir gerne glauben, ohne es selbst ausprobiert zu haben.Bildschirmfoto 2015-08-11 um 18.01.26Auch bequeme & feste Schuhe sind ein Muss. Sandalen sind zwar hübsch, aber nur auf 20 minütigen Flügen zu empfehlen, weil man sich sonst die Zehen abfriert. Auch ist es unangenehm in High-Heels gequetscht oder in Wanderboots festgezurrt zu sein und dann aus den Dingern nicht rauszukommen, weil im Flieger zu wenig Platz ist. Am Besten sind Schuhe, aus denen man ganz einfach rein und raus schlüpfen kann.Bildschirmfoto 2015-08-11 um 16.08.23Ich liebe mein Nackenkissen. Einfach weil der Kopf beim Nickerchen immer zur Seite kippt und man dann völlig verspannt ankommt. Meine Ohrstöbsel schützen mich vor nervigen Insassen, plärrigen Kindern oder dem Schnarchen des Sitznachbarn.Bildschirmfoto 2015-08-12 um 06.38.40Damit ich Ruhe und auf langen Reisen auch Schlaf finde, helfe ich mir mit ½ Schlaftablette oder einer Antiübelkeitstablette. In der Luft wirken diese doppelt so gut und helfen mir, erholt anzukommen. Ich warte mit der Einnahme allerdings bis nach dem Essen, damit ich das nicht verpenne. Bleibt angeschnallt & laßt das Tablett oben, dann weckt euch Niemand, wenn es zu Turbulenzen kommt.Bildschirmfoto 2015-08-11 um 16.03.50Außerdem sorge ich für ausreichend Flüssigkeit, damit ich unterwegs nicht dehydriere und mich schlecht fühle. Niemand verübelt es euch, wenn ihr Wasser mehrfach ordert oder auch mal zwischendrin um etwas Flüssigkeit bittet. Der Körper reagiert in der Luft anders, die Klimaanlagen tuen ihr übriges und das wissen auch die Flugbegeiter und helfen gerne.

Wer sein Essen vor allen Anderen bekommen möchte, der sollte das vorher bei der Airline als „Sondermenü“ anmelden. Dieses Essen wird immer vor allen Anderen verteilt. Wenn ihr also „koscher“, „lactosefrei“ oder „Kindermenü“ wählt, seit ihr ziemlich wahrscheinlich die Ersten, die ihr Essen erhalten. Nachteil, es ist meiner Erfahrung nach, meist nicht so lecker wie das normale Essen und ihr hockt länger mit ausgeklapptem Tablett und den Resten rum.

Bildschirmfoto 2015-08-11 um 16.50.26Wichtig ist auch Unterhaltung an Board. Nicht jedes Flugzeug hat ein Entertainmentsystem. Deshalb schaue ich vorher, mit was für einer Maschine wir fliegen. Entsprechend kommt mein eReader, die neueste Musik oder mein Laptop zum Arbeiten mit an Board. Oft gibt es auch Zeitungen am Einstieg, die kostenlos mitgenommen werden dürfen.Bildschirmfoto 2015-08-11 um 16.13.44Leider gibt es auch immer Banknachbarn, die sich nicht so einfach bändigen lassen, wie unerzogene Kinder oder Angetrunkene. Hier solltest du die Aussprache suchen und falls es sich so nicht deeskalieren läßt, die Hilfe des Boardpersonals in Anspruch nehmen. Ein Recht auf einen ungestörten Flug gibt es leider nicht, aber in den meisten Fällen wird eine Lösung gefunden.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.20.48In viele Länder kann mit dem deutschen Pass visafrei einreisen. Allerdings muss man trotzdem Papiere ausfüllen. Ein Kuli ist deshalb kein schlechtes Utensil im Boardgepäck. ACHTUNG in machen Ländern wie Brasilien zB. müßt ihr dieses Papier bei der Ausreise wieder abgeben. Ihr solltet es also gut aufbewahren. Damit ihr euch Streß am Schalter erspart, füllt es am Besten an Board aus und laßt euch von der Stewardes helfen, wenn ihr mit der Fremdsprache nicht klar kommt. In der Regel wird auch nach der ersten Unterkunft gefragt. Praktisch, wenn man den Hotelnamen und die Anschrift dann griffbereit hat. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.48.30Checkt vorm Ausstieg noch mal, ob ihr alles habt. Gerne rutscht der Pullover zwischen die Sitze oder Kamera und Reisepass sind noch im Steckfach. Ihr wärt nicht die Ersten denen das passiert.Bildschirmfoto 2015-08-11 um 16.49.50Kontrolliert eure Gepäckstücke noch direkt am Gepäckband auf Beschädigungen. Bei meinem Lieblingsreiserucksack hab ich erst daheim gemerkt, dass er erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde, aber da war es dann schon zu spät für eine Reklamation. Euch tut die Minute Kontrolle nicht weh, aber so ein kaputter Koffer daheim ganz sicher.Bildschirmfoto 2015-08-11 um 17.18.02Dein Koffer ist nicht im Urlaubsziel angekommen? Dann hoffe ich du hast deine Kontaktdaten am und im Koffer. Ich habe parallel zum Kofferanhänger immer noch obendrauf einen großen Zettel, auf dem meine Passkopie sowie meine Kontaktdaten zu finden sind. So kann mein Koffer leichter identifiziert werden und ich hab meine Sachen schneller wieder zurück.  Alles beherzigt? Dann steht einem entspannten Flug jetzt nichts mehr im Weg.

Also: #get up & rock

Fliegen ist wie Busfahren, nur weiter oben – richtig?

Ja, es gibt in der Tat Menschen die noch nie geflogen sind. Weil sie diese wunderbare Möglichkeit nicht haben oder sich fürchten. Ich werde dann immer gefragt: „Erzähl doch einfach mal wie ist es, zu fliegen?“ Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.50.10Meine Antwort: „Ach, weißt Du, Fliegen ist wie Busfahren – nur weiter oben.“Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.16.50Aber eigentlich ist es noch viel mehr als das: Für mich ist Fliegen das intensive Wahrnehmen von Naturkräften & nüchterner Physik. Eine einzigartige Möglichkeit, die Welt und ihre Schönheit von oben zu sehen. Aus einem anderen Winkel. Und dieser ändert machmal alles.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 14.42.56Und so erlebe ich es: Es beginnt damit, dass ich es mir in meinem Sitz bequem gemacht habe und aus dem Fenster auf die Tragflächen schaue, die Propeller sehe und mir überlege, wie all diese Technik eigentlich funktioniert. Ob die Mechaniker ihre Arbeit richtig gemacht haben, ob keine Schraube lose ist und keine Klappe sich verklemmt hat.

Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.16.41Es folgen Sicherheitsanweisungen, ich checke wo die Notausgänge sind, schnalle mich an und lausche der Begrüßung des Kapitäns.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 16.35.21Dann schließe die Augen, um jede Reaktion des Fliegers konzentriert zu erleben. Die Maschinen werden in Gang gesetzt. Ich spüre die Kraft unter meinen Füßen. Manchmal hat man gar das Gefühl, das Flugzeug strotzt vor Energie und es ist wie beim Menschen, wenn jeder Muskel angespannt ist. Und genauso gibt es Momente, in denen sich die Maschine vor Anspannung zu schütteln scheint. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 21.58.33Im Schritttempo geht’s nun aufs Rollfeld. Das Flugzeug scheint nun gelassener zu sein. Dann werden die Triebwerke angeworfen. Ein dumpfes Grollen und wieder ist all die Kraft spürbar. Merkt man das Vibrieren und die erneute Anspannung. Der Pilot entkoppelt die Bremsen, wir rollen an, beschleunigen, legen schnell an Geschwindigkeit zu und rasen über die Startbahn. Die Schwerkraft drückt mich nach hinten in den Sitz und ich bin voller Erwartung auf diesen einen Moment.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 21.53.43Der Moment, wenn die Räder sich vom Boden lösen. Wenn die Maschine den Kontakt zur Erde verliert. Wenn sie abhebt und wir endlich, endlich fliegen. Es ist einfach nur aufregend schön. Besonders genieße ich es, wenn ich diesen Moment teilen kann. Jemand neben mir sitzt, Finger eingehakelt oder die Hände gehalten werden. Nicht aus Angst, sondern weil man diesen besonderen Moment und alle dazugehörigen Gefühle miteinander teilt. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.47.28Die Maschine befindet sich jetzt im Steigflug. Gegen den Wind drückt sich die Nase des Fliegers steil in den Himmel. Strebt sie hinauf in Richtung unendlich scheinender Weite. Die Menschen werden zu Ameisen, die Häuser zu Punkten. Wir kommen den Wolken immer näher. Wie abgeschnitten, sehen sie an ihrer Unterseite aus. Dann der Moment, wenn die Tragflächen sich ins Weiß der Wolken einzuschneiden scheinen. Es ist als würde ein Kuchemesser durch einen riesen Haufen Sahne gleiten.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.35.49Wer Glück hat, erlebt Wolken, die wie Zuckerwatte anmuten und sich wie Badeschaum auftürmen. Die Fantasiefiguren formen und zwischendrin trotzdem noch den Blick auf die Welt darunter frei geben. Ich empfinde dann immer das tiefe Bedürfnis, von den Tragflächen aus, direkt in so eine Zuckerwattenwolke spingen zu wollen. Ich stelle es mir vor, wie in der Kindheit: Eine Badewanne voll fluffigem Schaum in den man wunderbar abtauchen konnte. Wo man sich fallen ließ und weich aufgefangen wurde.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.25.02 Über den Wolken scheint natürlich auch immer die Sonne und nach all dem Rumtollen würde ich mich in ein so weiches Wolkenbett legen. Die Arme hinterm Kopf verschränken, ein Bein übers Knie legen und die Nase von den wärmenden Strahlen kitzeln lassen. Und dann einfach stundenlang in absolut himmlischer Stille dahin dösen. Ein äußerst attraktiver Gedanke!Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.49.12Die Maschine hat inzwischen ihre Flughöhe erreicht. Und wenn man sich nur auf die Tragfläche konzentriert, nur das Blau des Himmels dahinter sieht, dann nimmt man keinerlei Bewegung war. Man scheint in der Luft zu stehen. Doch das dumpfe Grollen der Triebwerke und die Vibrationen im Sitz, sind der sichere Indikator für ein Vorrankommen. Während wir an den Wolken vorbei ziehen, scheinen diese Stillzustehen, genau wie die Erde. Ihre Schatten treffen auf den Boden und ihre Konturen sind darauf 1:1 als dunkle Flecken wieder zu finden.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 16.19.53Auf der Erde formen sich markant schroffe Berge, graben sich Flüsse durch Täler, durchziehen Straßen die Landschaft. Und jetzt ist es in der Tat so, als säßte man in einem Bus. Die Landschaft zieht vorbei. Ich drücke die Nase an die Scheibe, um ja nichts zu verpassen und genieße die Schönheit unseres Planeten. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.37.36Ich packe die Kamera aus und knipse wie wild, um im nächsten Moment festzustellen: Nie sind die Flugzeugscheiben sauber und ich hab immer neblige Bilder. Einige Gedankensprünge weiter erinnere ich mich dran, das es wohl eine so neugierige Nase wie meine war, die die Scheibe verschmiert hat.Fliegen StewardessZum Essen und Entertainment im Flieger sag ich jetzt mal nichts. Da hat jeder so seine Meinung und Bedürfnisse. Aber ein paar Worte noch zum Trinken im Flieger. Ich neige dazu leicht zu dehydrieren und decke mich daher, immer mit reichlich Getränken ein. Auf einem Amerika-Flug, hatten wir also Cola, Wasser und zum Abschluss einer tollen Reise auch ein Schlückchen Rotwein geordert. Vor uns also vollgepackt das Tablett mit Salat, Abendessen, Dessert, Besteck, Servierten und drei Getränken, als plötzlich die Durchsage kam, das mit Turbulenzen zu rechnen sei.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.48.55Meine Gedanken widmeten sich dem Szenario von Rotwein und Cola Flecken auf meiner Kleidung. Meine Hand schnellte nach Vorne und vor dem ersten Luftloch hatte ich in jeder Hand ein Getränk. Der Flieger schwankte ordentlich und wir mit ihm. Mein Banknachbar und ich gingen jede Bewegung mit den Armen nach, schwankten von Rechts nach Links und zurück. Wir hüpften auf und ab. Wir sahen aus, wie die Dirigenten eines Orchesters. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.20.48Gelächter auf den Sitzreihen neben uns. Es muss ein Bild für die Götter gewesen sein. Vor lauter Lachen hatten wir Bauchweh und Wasser in den Augen. Und nicht mal das konnten wir trocknen, weil keine Hand frei war und wir weiter schwankend im Flieger saßen. Ungeniert kullerten uns also die Lachtränen über die Wangen. Unbezahlbarer Moment! Bildschirmfoto 2015-08-11 um 10.13.49Und seither freu ich mich geradezu auf Turbulenzen, weil sie mich an diese Geschichte erinnern.Natürlich muss jeder Flieger auch mal wieder runter und wohl jeder hofft auf eine sanfte Landung. Mancher hat Panick vor der Landung, aber man kann es aber auch ganz anders sehen! Und daran halte ich mich. Denn meistens bieten sich einem genau in diesem Zeitfenster die schönsten Ausblicke! Bildschirmfoto 2015-08-11 um 10.05.51Entweder weil man seine Heimat mal von oben sieht oder über Neuland fliegt. Und das ist der noch schönere Teil, denn man sieht seine Urlaubsdesitnation zum ersten Mal! Ich erinnere mich sehr lebendig, an meinen ersten Anflug auf Kapstadt, den ich wohl nie vergessen werde.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.30.50Denn seit Monaten hatte ich mich auf diesen Urlaub gefreut und der Flug markierte den Start zu einer traumhaften Reise. Und traumhaft war auch die Landung. Der Pilot drehte eine extra Runde über die Stadt, sowie den Tafelberg und flog dann über das Meer bei Muizenberg ein. Nie zuvor hatte ich so weiße Strände und so türkisblaues Meer gesehen. Mein Herzschlag, die Vorfreude und Begeisterung stiegen mit jedem Meter, den wir uns dem Flughafen näherten. Ich konnte es gar nicht abwarten, dass alles zu entdecken, was wir gerade noch aus der Luft bewundert hatten. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.11.57Ich mag es also, wenn man im Flieger sitz, wenn dieser zur Landung ansetzt. Wie das Starten, so ist auch das Landen – nur eben umgekehrt. Die Nase neigt sich nun nach unten, der Druck in den Ohren erhöht sich und die Landeklappen leiten das Abbremsen ein. Es ist der Moment, in dem man realisiert: Jetzt beginnt die Zeit des Entdeckens, Erlebens und Genießen. Ab diesem Zeitpunkt erhöht sich mein Puls, steigt der Adrenalinpegel und hüpfen die Glückshormone in meinem Körper. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.56.24Man spürt die ganze Kraft der Technik. Man kann geradezu nachfühlen, wie stark so ein Flugzeug ist, wenn es den Winden trotzt und die Bremsung einleitet. Die Menschen in der Maschine sind ruhiger geworden, haben den Film gestoppt, ihr Tablett zur Seite gelegt und ihr Blick richtet sich jetzt auf die Fenster. Was wohl so in ihnen vorgeht?Bildschirmfoto 2015-08-11 um 18.01.26Mich drückt es wieder in den Sitz, als die Räder den Boden berühren, die Bremsen greifen und wir unser Ziel endlich erreicht haben. Alle scheinen jetzt aufzuatmen und sich zu entspannen. Auch der Flieger selbst scheint nun gelöster. Ob er auch froh ist, alle gut ans Ziel ihrer Träume gebracht zu haben? Wir rollen die Landebahn entlang, ich schaue fasziniert auf das Treiben am Flughafen und bedauere, dass mein Flug schon zu Ende ist. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 14.43.08In meinem Leben hatte ich schon ein paar Mal die Chance, das Steuer zu übernehmen und selbst ein Flugzeug zu fliegen. Ein guter Freund von mir in Kapstadt hat sein eigenes Flugzeug und wann immer es möglich war, habe ich ihn begleitet.

DCIM100GOPROIch habe es geliebt über die Weinberge der Kapregion zu fliegen oder aus der Luft die Waale im Meer zu beobachen. Ja, sogar zwischen Tafelberg & Lions Head hat uns sein Flugzeug schon getragen. Wirklich ein faszinierendes & unvergessliches Erlebnis, für das ich ihm heute noch dankbar bin!
Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.18.30Grün im Gesicht wurde ich allerdings immer, wenn er mit mir Pirouette geflogen ist. Da ist mein Magen einfach zu labil. Mit der nötigen „Antiübelkeitsmedikamentation“ gings dann irgendwie. DCIM100GOPROMein letzter Flug als Wanna-be-Pilot führte uns vom hondurianischen Festland auf die Insel Roatan und zurück. Wir hatten das Glück und konnten mit einer privaten Maschine mitfliegen. Der Flughafen liegt direkt am Meer und Starts & Landungen sind ein einziges Happening! Mein Herz sprang nur so vor Freude, als ich auf dem Rückflug beim Piloten vorne sitzen durfte und den Steuerknüppel in meiner Hand hielt. Hier geht zur ganzen Geschichte: http://couchabenteurer.de/roatan-privatjet-ich/Bildschirmfoto 2015-08-10 um 16.46.30Unbeschreiblich dieses Gefühl. Man betrachtet die Welt unter sich, die kleine Maschine, all die Gerätschaften und begreift das Wunder des Fliegens. So lange hatte der Mensch davon geträumt und unsere Generation kann diese Leidenschaft nun ausleben.Ich bin froh und dankbar dafür.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 16.35.39Und mal ehrlich, als Abenteurer würde ich tausendmal lieber bei einem Flugzeugabsturz sterben, als an einem Herzinfarkt im Büro, einem Autounfall in der Nachbarschaft oder am Ende eines langen Leidensweges in einem Krankenhaus. Ich hoffe nur immer, das ein möglicher Absturz, nicht die Hinreise betrifft, sonst würde ich ja den Urlaub verpassen.Bildschirmfoto 2015-08-11 um 10.05.51Im Ernst, Flugzeuge sind eines der sichersten Transportmittel! Die Experten des Fluglinienverbands IATA haben ermittelt, dass ein Passagier, der täglich fliegt, etwa 6500 Jahre unterwegs sein müsste, bis er in einen tödlichen Unfall verwickelt wäre. Und so alt werde ich ganz sicher nicht.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.17.27Also meine Lieben! Traut Euch einfach. Lasst Euch drauf ein. Seht es als riesigen Spaß. Als pures Vergnügen und genießt diese besondere Möglichkeit, denn nicht alle Menschen hatten oder haben je die Chance dazu.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 16.35.59Und genau aus all diesen Gründen liebe ich fliegen und hätte ich gerne selbst einen Pilotenschein!  Wie ist ds bei dir? Bist du schon geflogen? Wie empfindest du das? Teile deine Erfahrungen mit mir und schreib mir im Kommentarfeld – ich bin gespannt!

#infoMit diesem Text beteilige ich mich an der Blogparade „Über den Wolken“ von Reiseblog.at teil.

Wenn du wissen willst wie du mit Error Fares und anderen Tricks zu günstigen Flugschnäppchen kommst, dann bist du hier richtig: http://couchabenteurer.de/flugbuchung/

Lieben Dank auf diesem Weg an Günther in Kapstadt, der meine Begeisterung erkannt hat und mich so oft es ging mitgenommen hat. Der extra Touren mit mir gemacht hat und mir die Chance gab, zum ersten Mal zu fliegen! Danke auch an die gesamte Morningstart Crew, die mich immer so lieb bei sich aufgenommen hat.

Herzlichen Dank auch an die Crew von Tranquility Air / Aeos Airlines für den ermäßigten Flugpreis nach Roatan, die Chance beim Piloten zu sitzen und selbst das Flugzeug zu steuern.

Südafrika Ι Big Swing. Big Fun – Ziplinen im Blyde River Canyon

Hui, hui – das war es, worauf ich mich schon so lange gefreut hatte. Urlaub in Südafrika, der mit einem Aufschrei beginnt! Nach Wochen im Büro, nach Monaten voll Arbeit und Stress war mir nach einem Befreiungsschlag. Nach fliegen, nach Adrenalin, nach Freiheit!Big SwingDen Blyde River Canyon hatte ich im Internet für mich entdeckt entdeckt und rausgefunden, was man da so alles anstellen kann. Ziplinen zum Beispiel! Auf dem Werbe-Video ein Felsen der majestätisch in die Höhe ragt und darunter ein Wasserfall, der sich tosend in die Tiefe stürzt. Der perfekte Startplatz für ein verrücktes Huhn wie mich!LeniUnd da stehe ich nun. Mein Puls rast, mein Herz schlägt bis in die Schläfen, meine Hände sind feucht und umklammern die Griffe. Ich renne auf die Rampe zu, mache einen riesen Satz und springe in die Luft… in die Leere. Mit einem lauten Ruf löst sich all meine Anspannung, mit einem Satz hab ich meine Angst überwunden, mit ein paar Schritten fühle ich absolute Freiheit!LeniIch schwebe dahin, gleite im Tragegurt über den Canyon. Hoch über der Schlucht und der Welt die nun unter mir liegt. Ich fühle wie das Adrenalin durch meine Adern schießt, wie reine Luft meine Lungen durchflutet und wieder neues Leben in mir ist! Jetzt war ich da! Vergessen die Anspannung der letzten Zeit, die Hektik der Großstadt, die Sorgen des Alltags – da war nur ich und dieser unvergessliche Moment.Big SwingVor meiner Nase der Wasserfall, den ich mir so oft erträumt hatte und über mir nichts als blauer Himmel und Sonnenschein. So, ja genau mit so einem Paukenschlag wollte ich starten. Starten in einen atemberaubenden Urlaub, in ein eine phantastische Reise, in einem unglaublichen Land.Big Swing BungeeDazu habe ich mir das Ziplinen über den Blyde River ausgesucht. Klar, hätte es auch der Bunge Jump sein können, aber ich wollte nicht den absoluten Thrill, sondern Genuss pur. Fallen lassen zwar, aber dann sicheres Hinübergleiten in eine tolle Zeit. Und das ist mir absolut gelungen.Leni

#infoWer sich auch für etwas Action am Blyde River Canyon in Graskop interessiert, für den hab ich hier die Kontaktdaten:

www.bigswing.co.za
Graskop
Hazyview/Bushbuckridge Road
Mpumalanga, Südafrika;
Telefon: +27 13 767 1621

Wir waren in den Nebensaison und ohne Anmeldung da, was kein Problem war. Checkt das ggf. im Netzt ab, um Wartezeiten zu vermeiden. Adrenalin-Junkies können da Bungee-Jumpen, Abseilen oder Ziplinen gehen. Also, worauf wartest Du noch? #get up and rock

 

 

Höhenrausch – Paragliden in Kapstadt

Südafrika ist für mich das Land, in dem sich Träume erfüllen können. Wobei Träume für jeden ja verschieden sind: Für den Einen ist es das größte Glück vor einem Elefanten zu stehen, der Nächste liebt den Thrill beim höchsten Bungeejump und wieder Andere finden hier ihre Freiheit beim Fliegen. Bildschirmfoto 2015-08-05 um 15.53.29Eigentlich ist es ein ganz normaler Tag in Kapstadt. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint und es geht ein leichter Wind. Die meisten Leute zieht es an die Strände der Stadt, auf den Tafelberg oder zum Aussicht genießen auf den Signal Hill. Und genau so geht es mir. Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.57.31„Mich sehnt es heute danach, weit über die Stadt hinaus aufs Meer zu schauen.“ Die Szenerie von Clifton bis Big Bay, vom Stadion über die Waterfront bis hin zum Tafelberg. Auf dem Signal Hill angekommen entdecke ich als erstes eine junge Frau auf dem Weg zu ihrem ersten Paraglideflug. Ein wenig neidisch beobachte ich, wie sie abhebt und durch die Lüfte schwebt. Was mich daran erinnert, dass „Fliegen“ hier in Südafrika noch ganz oben auf meiner Wunschliste steht.

Bildschirmfoto 2015-08-04 um 21.37.57„Möchtest Du auch mal?“ – werde ich angesprochen. „Klar, will ich!“ Sofort fangen meine Augen an zu leuchten. Aber jetzt direkt? Ich bin auf Fliegen und so ein großes Abenteuer gar nicht eingestellt. Aber ach was solls, man weiß ja nie, wann man wieder die Chance dazu hat und der Tag scheint mir perfekt. Eine Stunde später laufe ich mit Stef, dem Besitzer des größten und ältesten Paraglide-Unternehmens in Südafrika den Lionshead hinauf. Wir werden immer wieder angehalten und neugierig ausgefragt: Ob ich denn keine Angst hätte? Nein, Angst habe ich gar keine. Nur überschwänglich schöne Aufregung. „Ich werde fliegen, ich werde mir einen Traum erfüllen!“Bildschirmfoto 2015-08-05 um 15.44.38

Am Startplatz angekommen rüstet mich Stef für den Flug, gibt mir Instruktionen und erklärt mir ganz genau, wie der Start vonstatten gehen wird. Jetzt bin ich doch nervös. Schnell gibts noch eine Nachricht an meine Freunde: „Gehe jetzt Paragliden, meld mich, wenn ichs überlebt habe“ *smile*“ Es ist ja ein Tandemsprung und so sind wir auch miteinander vergurtet und müssen als Team agieren. Stef kümmert sich in meinem Rücken um den Schirm und ich laufe mit ihm im „Gepäck“ den Berg hinunter. Der Wind greift den Schirm und wir heben ab, die Beine zappeln in der Luft. Direkt in diesem Moment ist jede Nervosität verschwunden. „Ich fliege!“ – ein unglaubliches Gefühl und mit Worten kaum zu beschreiben.Bildschirmfoto 2015-08-05 um 15.35.02Paragliden ist kein Thrill, wie etwa der freie Fall beim Skydiven. Paragliden ist Genussfliegen, das sanfte Gleiten durch die Lüfte. Wir steigen hinauf in Richtung der Kuppe vom Lionshead und uns bietet sich ein unglaubliches Panorama hinüber zu den zwölf Aposteln, der Bergkette über CampsBay. Der Himmel ist königsblau, die Sonne strahlt und vereinzelte Wolken fallen über die Berghänge hinab. Hier in Kapstadt ein ganz spezielles Szenario. Und ich bin mir ganz sicher, dass es keine schönere Stadt auf der Welt gibt, wo Paragliden so aufregend und so besonders ist: Die Berge, das Meer, der Blick vom Stadion bis hin zur Traumküste vor Camps Bay. Die Welt von oben zu sehen ist wunderbar.

„Wir gleiten dahin und ich bin über und über voller Glücksgefühle.“Bildschirmfoto 2015-08-05 um 15.33.32Stef filmt unseren Flug und fragt immer wieder, wie ich es finde. Für mich ist es, das großartigste Erlebnis überhaupt. Diese Leichtigkeit, das Gefühl von absoluter Freiheit und diese unbeschreibliche Ruhe. Ich bin der glücklichste Mensch auf Erden und beschließe direkt, dass das nicht mein letzter Flug gewesen sein wird. Wir gleiten weiter über die Stadt und ich darf nun das „Ruder“ übernehmen. „Zieh etwas mehr rechts“ und schon drehen wir in der Luft. Mein Herz schlägt vor Freude, ich habe Tränen in den Augen und kann noch gar nicht richtig glauben, was ich hier gerade mache. Stef ist die Ruhe selbst und er erzählt mit strahlenden Augen, wie er zum Paragliden kam und was es für ihn hier so besonders macht. Ich vertraue seiner Routine und wir setzen zum Landeanflug an. Auf dem Sportfeld zwischen Camps Bay und Clifton liegt unser Ziel. Bildschirmfoto 2015-08-05 um 15.33.12

Aber zunächst drehen wir noch eine Runde übers Meer. Leider ist gerade keine Walsaison, sonst hätten wir sogar noch die Meeresriesen von oben beobachten können. Ich erhalte letzte Instruktionen als wir über das Sportfeld eintrudeln und hingegen meiner anfänglichen Skepsis ist die Landung total einfach. Bildschirmfoto 2015-08-05 um 16.06.07Man läuft noch ein paar Schritte und schon ist der Schirm auf dem Boden und mein Abenteuer beendet. Ich bin übervoll mit Adrenalin und komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Paragliden in Kapstadt ist für mich eines der schönsten und großartigsten Erlebnisse meines Lebens. Und ich bin mir ganz sicher, dass ich eines Tages wieder hier abheben werde.

Bildschirmfoto 2015-08-05 um 15.36.15Paragliden kann man auf viele Arten in Kapstadt. Klassisch wie ich; mit Probeller im Rücken, am Küstenstreifen mit den Aufwinden – ach es gibt unzählige Möglichkeiten und Anbieter. Ich hatte mich ja spontan für Parapax entschieden. Das Unternehmen betreibt am längsten komerzielle Sprünge in Kapstadt und der Chef spricht deutsch, was die Kommunikation natürlich vereinfacht.

Bildschirmfoto 2015-08-05 um 15.42.23


Und hier das Video zu meinem Flug:

Kind im Flugzeug

On Air Plagegeister – Geschichten aus dem Flugzeug

Nervige Nachbarn im Flugzeug – Na ihr kennt das. Euer Sitznachbar fühlt sich ganz wie daheim. Erst mal ausbreiten, Revier einrichten und gleich noch ein paar Grenzübertritte auf eure Seite, damit klar ist, wer hier im Flieger Hausrecht hat. Ich kannte das bisher allerdings nicht. Weiterlesen

Parachuting in Kroatien – Die Perspektive ändert den Blick

Kroatien ist auch ein Paradies für Outdoor-Enthusiasten & Parachuting gehört definitiv dazu. Erfahre hier wie sich anfühlt über der Welt zu schweben und einen ganz anderen Blickwinkel zu haben.

So wie bei einer 6-jährigen Quengelbacke schreit es “Ich will auch! Ich will auch!“ – allerdings in meinem Kopf. Da kurz über der Bucht erspähe ich ein Motorboot und dahinter einen riesigen, sonnengelben Gleitschirm. Sofort verfestigt sich mein Wille, das auch unbedingt machen zu wollen. Fliegen ist für mich der Inbegriff von Freiheit. Bildschirmfoto 2015-06-16 um 16.20.01Nichts ist Schöner, als vom Wind getragen zu werden, den Kontakt zum Boden zu verlieren und die Welt von oben zu sehen. Das Gefühl, dass es keine Grenzen mehr gibt, die einen zurück halten. Das man jedes Ziel spielend erreichen kann und das nichts und niemand dazwischen steht. Ich liebe den Perspektivwechsel, den Blick über das große Ganze. Das Begreifen von Entfernungen und vor allem der Schönheit der Welt. Das macht den Reiz am Fliegen für mich aus. Und dabei spielt es kaum eine Rolle wie ich abhebe. Wobei ich Paragliden bevorzuge. Nicht der Thrill des freien Falls, sondern das Gleiten und das Erleben stehen im Vordergrund. Gedacht. Getan. Ich befinde mich auf einem kleinen Motorboot.Bildschirmfoto 2015-07-23 um 13.43.10Unter mir das glasklare Wasser, über mir das blau des Himmels und ich bald dazwischen. Die Freude steigt. Gekleidet in eine sexy orangene Schwimmweste, gezwängt in ein Gurt-System und in den Schirm geklingt stehe ich auf der Plattform des Bootes. Wir nehmen Geschwindigkeit auf. Rasen mit Speed über die Wellen. Das Wasser spritzt, als der Schirm gelöst wird. Kurze Atempause, vor freudiger Anspannung – in Erwartung dieses einen Moments. Die Sekunde, als der Schirm greift, mich nach oben zieht und meine Beine den Kontakt zum Grund verlieren. Ich fliege, ich fliege. Mein Herz springt, meine Moleküle applaudieren, die Hormone tanzen und ich bin glücklich. Überglücklich mit jedem Meter, der die Leine, die mich mit dem Boot verbindet, länger werden läßt. Über mir der knallgelbe Schirm, eingebettet in Himmelblau und Schäfchenwolkenweiß.Leni Parashuting

Unter mir die glitzernden Wellen des Mittelmeers. Ich schließe die Augen, breite die Arme aus, lasse der Phantasie freien Lauf: Wie ein Vogel gleite ich durch die Luft und werde vom Wind getragen. Ein erhabenes Gefühl, doch mit einem heftigen Ruck reißt es mich jäh aus meiner Vogelperspektiventraumwelt. Das Boot hat beschleunigt, schlägt Haken und mein Flugverhalten passt sich den Kurvenfahrten an. Das scheint Teil der Touristenbespaßung zu sein. Ich nehme es sportlich, winke dem Fotografen und mache den Ulk mit. Abkoppeln und weiterfliegen ist ja leider keine beachtenswerte Option. Bildschirmfoto 2015-06-16 um 16.15.15Wieder bewundere ich die Welt unter mir: die schroffe Steinküste, die malerischen Buchten, die vorgelagerten Inseln. Alles schon gesehen, aber nicht aus diesem Winkel. Die Perspektive ändert den Blick, heißt es. Und das nicht nur beim Fliegen. Ich sinniere über Weite, Größe und Entfernung bis weit hinter den Horizont. Unendlich weit scheint mir dieser entfernt. Kaum begreifbar, dass das Meer nicht endet, an seiner Kante. Dafür endet mein Flug. Die Leine, an der ich hänge, wird eingezogen. Meine Füße landen wieder auf dem Boden. Mein Herz schmerzt, meine Flügel hängen lahm. Wieder schließe ich die Augen, träume mich in dieses Gefühl zurück und spüre diesen Frieden in mir. Und das nehme ich mit von Bord. Das Gefühl, dass die Gedanken frei sind und fliegen können.

Bildschirmfoto 2015-06-16 um 15.55.26Mein Parashut-Flug startete in Cavtat (bei Dubrovnik) am Hafen. Hier gibt es eine Touristeninformation und auch jede Menge Anbieter für allerlei Aktivitäten in und ums Wasser. Einfach ein bißchen rumlaufen, die Anbieter kann man gar nicht übersehen. Und meistens geht es auch ganz spontan oder zumindest am nächsten Tag.
Bildschirmfoto 2015-07-23 um 13.30.36