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Essen gegen Fernweh – Wie du dir Urlaubsfeeling erschlemmst!

Verbinden wir nicht alle Pizza mit Italien, den Café-to-go mit Amerika und Reis mit Asien? Warum sollten wir dann nicht auch kulinarische Ausflüge nutzen, um uns ein wenig Urlaubsfeeling in den Alltag zu holen?

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Reisen ist eine großartige Möglichkeit zu lernen und zu wachsen. Denn es bringt uns eine Menge Dinge über das Leben, die Kultur und die Menschen bei. Ich finde es spannend zu beobachten, wie Lebensmittel die Bräuche, Geschichte und auch die Werte einer Gesellschaft beeinflußt haben. Die Lebensweise der Menschen und auch ihr ethnischer Hintergrund haben die Küche eines Landes geprägt in deren Genuss wir während unserer Urlaube kommen. Genau diese Kulinarik gibt Reisen die Würze und mcht sie so noch spannender.

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Leider kann man keine 365 Tage im Jahr umher reisen und sich durch die Küchen dieser Welt schlemmen. Wenn mich die Sehnsucht nach exotischer Küche oder internationalen Gaumenfreuden packt, dann habe ich ein paar Strategien entwickelt, die mir helfen die Distanz zwischen Alltag und Urlaub zu meistern. Meine Tipps sich schlemmend gegen Fernweh zu stemmen, findest du hier und vielleicht auch gleich noch ein paar Ideen soziale Kontakte zu pflegen.

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Kick-Starter

Gute Laune durch Düfte und Verwöhnaroma – mit einem Besuch in der nächsten Kaffee- oder Teebar startest du frisch und motiviert in den Tag. Sei es beim hippen amerikanischen „Coffee-to-go“, beim Barista aus Ecuador oder in einem dieser asiatischen Teegenuss-Tempel. Du wirst feststellen, dass außergewöhnliche Gewürze, das Aroma feinster Bohnen und der sinnliche Duft von Fruchtmischungen, dich verführen und deine Gedanken schon am Morgen in die Welt hinaus tragen werden.

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Küche zur Welt

Der einfachste Weg wie du dir Urlaubsfeeling erschlemmen kannst, ist natürlich ins entsprechende Restaurant zu gehen! Eine Vielzahl von Apps machen es dir heute möglich, auf schnellstem Weg an die leckerste und exotischste Küche zu kommen. Einfach die Geschmacksrichtung eingeben, Umkreissuche starten und im nächsten Moment sitzt du schon vor einem leckeren Mangolassi, kubanischem Grillhuhn, hausgemachten, polnischen Piroggen oder einem südafrikanischem Bobotie.

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Ein Topf voller Glück

Warum immer das kochen, was man schon kennt? Warum nicht einfach mal das ausprobieren, was man im Urlaub so geliebt hat? Nur Mut! Das Netz ist voller Ideen und Rezepten die dir ganz entspannt beibrigen, wie man das Lieblingsgericht aus dem letzten Urlaub nachkochen kann. Und wenns mal schwieriger wird, dann schau doch einfach nach Anleitungen in YouTube Videos. Step by step und praxisnah bekommst du hier eine Anleitung, wie du aus deiner heimischen Küche eine internationale machst!

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Charmantes Umfeld

Du kannst gar nicht kochen? Auch kein Problem. Wie wäre es mal im Freundes oder Bekanntenkreis nachzufragen? Wir haben doch alle inzwischen ein multikulturelles Umfeld. Du wirst staunen, wie gut die Resonanz ist, wenn du dich auch für die Küche deiner Mitmenschen interessierst. Was denkst du, wie stolz dein italienischer Nachbar ist, mal für dich nach Muttis Rezept zu kochen? Oder wie sehr sich die polnische Studienkollegin freut, wenn du dich für ihre Kochqualitäten interessierst. Mit etwas Charme und einem netten Entgegenkommen wird ein gemeinsames Essen, auch gleich noch ein kulinarischer Exkurs in ferne Länder.

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Du kannst das

Was man selbst nicht kann, dass kann man ja auch immer noch lernen. Beleg doch einfach mal einen Kochkurs und lass dir dort bringen, wie man indisch, markokkanisch oder spanisch kocht. Schulen und VHS-Kurse dafür gibt es wie Sand am Meer, da solltest du schnell fündig werden und neue Kontakte zum gemeinsamen Schlemmen gibts gleich noch dazu!

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Er kann es

Okay, okay du hast vielleicht wie ich, kein Talent für die Küche, willst aber doch am liebsten daheim genießen? Dann gönn dir doch mal was und buch dir einen Koch! Ja auch das gibt es. Und warum soll man sich nicht auch mal selbst belohnen und sich verwöhnen lassen? Einen Anlass braucht es dafür nicht. Etwas Sehnsucht nach fremdländischer Küche reicht vollkommen aus und dein kochlöffelschwingender Küchenchef wird dir jeden Wunsch erfüllen.

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Basar der Köstlichkeiten

Hast du schon mal dran gedacht, dass auch ein Markt ein perfekter Ort sein kann, um sich um die Welt zu schlemmen? Basare sind seit Jahrhunderten der zentrale Treffpunkt und Umschlagsplatz für Lebensmittel aus der ganzen Welt. Hier findest du das Gewürz aus Indien, den Tee aus Bali und die Kakaofrucht aus Brasilien. Oder gleich den perfekten Stand, an dem dir dein Lieblingsgericht aus Thailand frisch zubereitet wird.

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Ums Eck

Hast du schon mal dran gedacht, dass auch der Getränkehändler ums Eck deinen Durst nach Fernweh stillen kann? Ein Cider aus Namibia, ein Wein aus Chile und das Bier aus Irland können schon eine jede Menge Weltenschmerz stillen. Dazu genießt du einfach eine Doku aus deinem Lieblingsreiseland und träumst dich zurück zu unbeschwerten Zeiten.

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Tricky

Kennst du schon den Hoteltrick? Mann muss nicht eingecheckt sein, um in einer Hotelbar leckere Cocktails mit heißen Brasilianerinnen, unterkühlten Asiaten oder lustigen Finnen zu trinken. Und so ein Mixgetränk hat gleich noch den Vorteil, dass es dich wieder an den Strand und damit zur letzten Beachparty zurück beamt!

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Branchentreff

Auch auf Messen kann man international Essen. Schon mal dran gedacht auf einer Reise- oder Foodmesse vorbei zu schauen und dort so richtig zu schlemmen? Nein? Dann solltest du das unbedingt mal ausprobieren, denn gerade hier lässt man sich nicht lumpen und bringt die besten Köche und Spezialitäten mit. Einfach im Netzt nach entsprechenden Fachmessen suchen und gleich noch Ideen für die nächste Reise mitnehmen!

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Ideenreich

Du hast noch mehr Ideen wie man sich schlemmend gegen das Fernweh stemmt? Dann her damit! Ich freue mich immer über Anregungen oder Feedback. Schreib mir einfach im Kommentarfeld und lass mich wissen welche Strategien dir helfen.

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Alleinreisende Frau – Alles Wichtige zu deiner Sicherheit hier!

Sind wir mal ehrlich: Als Frau ist man anderen Gefahren ausgesetzt als ein Mann, gerade wenn man sich nicht in der angestammten Umgebung bewegt. Ob man das nun gerne hört oder nicht. Deshalb gilt es gerade als Alleinreisende ein paar wesentliche Dinge zu beachten. Von der Auswahl des Reiselandes, der Unterkunftsart bis hin zu persönlichen Kontakten – verrate ich dir hier alles, was mich sicher um die Welt gebracht hat.

Diaz LeniAuf meinen allerersten Solo-Reisen war ich auch blauäugig, naiv und leichtsinnig in punkto Sicherheit. Mehr als einmal hätte das übel enden können und nur einem Haufen Schutzengeln habe ich es wohl zu verdanken, dass ich immer unbeschadet blieb. Darauf bin ich ganz sicher nicht stolz und ärgere mich selbst heute noch über so viel Gedankenlosigkeit.

Inzwischen bin ich viel herum gekommen. In der Gruppe, mit Partner aber auch alleine. Ich habe viel gelernt über Sicherheit auf Reisen und wie wichtig diese ist. Sei es in finanziellen Dingen, in puncto Gesundheitsvorsorge oder wenn es um Leib und Leben geht. Dieses Wissen und meine Erfahrungen teile ich gerne, speziell mit Frauen die planen alleine zu reisen und unterwegs zu sein.

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Die richtige Wahl des Reiseziels

Eine sichere und unbeschwerte Reise fängt für mich schon mit der Wahl des Urlaubslandes an. Es gibt immer noch Länder in denen Frauen nichts wert sind, wo ihre Rechte mit Füßen getreten werden und Missbrauch an der Tagesordnung ist. Wenn ich mich also frei bewegen möchte, ist so ein Land wahrscheinlich keine gute Wahl für einen Solo-Trip. Hier würde ich, wenn überhaupt die Sicherheit einer Gruppe oder des Partners vorziehen.

Allerdings sollte man dabei auch ganz genau prüfen wo Gewalt gegen Frauen stattfindet – ist es häusliche Gewalt oder findet sie auf der Straße statt? Oder auch, inwieweit Einschränkungen für Frauen gelten. Entsprechend den Rechercheergebnissen würde ich mich dann in diesem Land frei bewegen und gegebenfalls nur in touristischen Hochburgen bleiben. Wußtest du zum Beispiel, dass es auch Länder gibt, in denen Frauen nicht Autofahren dürfen? Wenn du ein Road Trip – Fan bist, dann ist dieses Land vielleicht nicht das richtige für dich. Oder du musst dir einen zuverlässigen Fahrer organisieren. Dinge also, über die man sich unbedingt vor Reiseantritt Gedanken machen muss.

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Selbstbewusstes Auftreten

Wie oft beobachte ich Frauen, deren Körperhaltung schon von Angst, Eingeschüchtertheit und Unsicherheit spricht. Hier ist die Aussage ganz klar: „Ich kann dir nichts entgegensetzen, du wirst leichtes Spiel bei mir haben“ und das macht sie bei potentiellen Tätern zu leichten Opfern. Wer stolz und stark auftritt, an den wagt man sich nicht so einfach heran. Deshalb ist schon ein selbstbewusstes Auftreten ein wichtiger Punkt.

In meiner Anfangszeit in Südafrika (ich habe dort gelebt) habe ich diese Haltung selbst an mir beobachtet und mit einem Selbstverteidigungskurs darauf reagiert. Es war beachtlich was sich allein durch mein neues, selbstbewusstes Auftreten verändert hat. Deshalb möchte ich es anderen Frauen unbedingt ans Herz legen stark aufzutreten und gegebenenfalls vorher an ihrer Körpersprache zu arbeiten.

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Kontrolle behalten

Wer die Kontrolle über sich verliert, wie zum Beispiel durch Drogen oder Alkohol macht sich ebenso zu einem leichten Opfer. Wer in Bars oder Diskotheken völlig betrunken und unzurechnungsfähig rumhängt, ist ein leichtes Ziel für Täter, da mit keinerlei Gegenwehr zu rechnen ist. Deshalb sage ich ganz klar, dass man wenn man allein unterwegs ist, nie die Kontrolle über sich verlieren sollte. Sich mit Alkohol abschießen kann man, wenn man vertraute Personen dabei hat, die zur Not die Verantwortung übernehmen, wenn man es selbst nicht mehr kann.

Ich achte außerdem drauf, dass mir niemand Drogen ins Glas tut und habe Wertsachen immer am Körper. Deswegen habe ich aber nicht weniger Spaß. Im Gegenteil. Ich habe so sichergestellt, dass ich die nächsten Tage auch sorgenfrei und unbeschadet meinen Urlaub genießen kann.

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Pfefferspray & Co.

Ich bin kein Fan von Waffen und Co. Auch an Pfefferspray in der Tasche scheiden sich die Geister, da es oft auch gegen die Frau selbst eingesetzt wird. Ich hatte auf Reisen bisher noch keines dabei. In manchen Ländern ist es sogar verboten. Außerdem kann es schwierig werden, dieses im Flieger zu transportieren, da es im Handgepäck nicht erlaubt ist und es selbst im Koffer Probleme geben kann.

Hier möchte ich nicht in die ein oder andere Richtung einen Ratschlag geben. Wenn es das Sicherheitsgefühl stärkt und du dich damit wohl fühlt, dann ist es sicherlich völlig ok. Klär nur vorab in welchen Ländern es verboten ist, wie die Airline es transportiert und wo du es ggf. im Ausland kaufen kannst.

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Selbstverteidigungskurs

Mindestens einen Kurs zur Selbstverteidung sollte jede Frau mal belegt haben. Einfach weil sie wirklich nützlich sind und sei es, dass man sich über seine eigene Stärke bewußt wird. Es gibt viel Sicherheit, wenn man mit ein paar Handgriffen einen Täter abwehren kann.

Aber mir ist auch völlig klar das man, wenn man nicht im ständigen Training ist, das Gelernte wahrscheinlich nicht mehr reflexartig anwenden kann. Ich halte Selbstverteidigungskurse als Reisevorbereitung also in der Hauptsache für sinnvollm um das eigene Auftreten und die Selbstsicherheit zu stärken. Und dafür sind sie wirklich gut.

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Zwischen Flexibiliät und Planung

Ich liebe es selbstbestimmt und frei unterwegs zu sein. Trotzdem ist mir Sicherheit wichtig und ich versuche auch dem gerecht zu werden. So vermeide ich es zum Beispiel nachts irgendwo anzukommen. Lässt sich eine nächtliche Anreise nicht vermeiden, dann habe ich eine Unterkunft vor gebucht. Oft kann man nicht einschätzen wie sicher es auf dem Weg von der Haltestelle bis zum Quartier ist. Um dort auch wohlbehalten anzukommen nehme deren Shuttle in Anspruch oder ich rufe mir ein Taxi.

Das kostet gegebenenfalls etwas mehr, gibt mir aber die nötige Sicherheit. Das plane ich einfach schon bei der Unterkunftssuche mit ein. Buchungswebsiten machen es einem leicht nach Shuttle vom Flughafen und Entfernung zum Ankunftsort zu suchen. Macht man sich diese Tools zu nutze, kann man so die Kosten für den Transport minimieren. Gegebenenfalls reist man bei Tageslicht weiter zur Wunschunterkunft.

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Orientierung

Wisse wohin dein Weg dich führt und vor allem wie du wieder zurück findest. Ich lasse mich auch gerne treiben, tauche ein in eine neue Stadt und laufe ziellos herum. ABER ich weiß dann auch, welche Stadtvirtel ich besser zu meiden habe. Wo man sich nachts nicht bewegt und vor allem wie ich wieder nach Hause finde.

Ich hab die Adresse der Unterkunft dabei und speichere mir diese vorab im Navi ab. Daheim im Wlan funktioniert das besser als im Reiseland selbst.

Außerdem drucke ich mir eine Umgebungskarte aus. Diese kann man dann Bus- und Taxifahrern oder Locals zeigen und irgendwer hilft einem dann meistens, den Weg zur Unterkunft zu finden.

Gerade wenn ich die Sprache nicht beherrsche, dann kann ich auf der Karte zeigen, wohin ich will. Besonders dann, wenn das Smartphone mit Navi längsst keinen Akku mehr hat nach einem langen Tag.

Auch hilft es, wenn du vorab die Verbindungen checkst und die Rufnummer das Taxiunternehmen hast. Sei flüssig um dieses dann auch zahlen zu können.

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Unterkunft

Wer aufs Geld schauen muss, der entscheidet sich oft gegen Hotels. Hostels, Airbnb und Couchsurfing machen es einem heutzutage leicht, günstig zu reisen. Aber auch hier gibt es Gefahren, die man kennen sollte und für sich minimieren kann. Daher hier mein Rat:

Airbinb/ Couchsurfing – Such dir eine Frau als Host oder eine Gastfamilie. Schau dir deine Gastgeber vorab gut an. Vertraue auf verzifizierte Hosts. Tritt vorab in Kontakt via Mail oder Skype. Lies die Kommentare anderer Reisender und wäg dann ab ob du die Unterkunft bzw den Gastgeber wählst.

Hostel – Wenn du dich nachts im Zimmer mit freumden Menschen nicht wohl fühlst, dann buch ein Einzelzimmer. Hast du Bedenken mit Männern im Schlafsaal, dann ist ein reines Frauenzimmer die richtige Wahl für dich.

Wer ganz ängstlich ist, der sollte sich vielleicht spezielle Frauenhäuser oder Reiseanbieter suchen, die sich darauf spezialisiert haben. Hier gibt es eine Fülle an Angeboten.

Oder wie wäre es im Wohnmobil unterwegs zu sein? Auch hier gibt es taffe Frauen die so die Welt für sich entdecken.

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Taxifahrten

Viele Frauen wissen gar nicht, dass auch Taxis ein Risiko sind. Noch immer gibt es viele Länder wo diese nicht stattlich registriert und kontrolliert sind. Auch das sollte man sich bewusst machen und ggf. vorher in Erfahrung bringen. In Rio de Janeiro zum Beispiel wird jedem Reisenden ans Herz gelegt, nur stattlich zugelassene Taxis zu nehmen. Für Frauen gelten diese „Regeln“ doppelt!

Auch kann man direkt beim Taxiunternehmen nach einer Frau als Fahrer fragen, wenn man sich mit einem Mann unwohl fühlt. In jedem Fall sollte man immer auf sein Bauchgefühl hören, wenn man in ein Taxi steigt. Ist einem der Fahrer suspekt, dann lieber abwinken und das Nächste nehmen. Stell sicher, dass du immer genügend Geld dabei hast. Sollte der Fall eintreten, dass nachts mal keine Busse mehr fahren, dann muss das Geld noch fürs Taxi reichen.

Achtung wenn du bisher auf der Beifahrerseite eingestiegen bist. Auch das wird in manchen Ländern als „Aufforderung“ verstanden. Setzt dich lieber nach hinten.

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Angemessene Kleidung im Urlaub

Ja, wir sind Frauen und stolz darauf schön, sexy und kurvenreich zu sein. In Ländern wie Brasilien darf man das sicherlich auch gerne und reichlich zeigen. Ganz anders sieht es in muslimischen Ländern aus. Und auch in den meisten Gotteshäusern dieser Welt ist angemessene Kleidung ein Muß. Kein tiefer Ausschnitt, keine freien Schultern, keine kurzen Röcke und manchmal sind sogar ein Tuch oder Mantel vorgeschrieben.

Mir ist klar, dass viele Frauen sich dagegen streuben, weil es für sie nicht mehr ins heutige Weltbild paßt. Trotzdem: Wem das missfällt, der sollte sich von vorn herein ein Reiseland aussuchen in dem es lockerer gesehen wird. Anstatt zu provozieren und in diesen Ländern Gefahr zu laufen mit Strafen oder gar Gefängnis bedacht zu werden.

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Schmuck und teure Kleidung

Natürlich sieht man als Frau gerne adrett aus und schmückt sich auch gerne mal. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, wenn man sich in sicherem Terrain wie etwa der Hotelanlage bewegt. Wer aber backpack die Welt erkundet, der sollte ich gut überlegen, wieviel er aufträgt. Jeder Wert den man mit sich herum trägt macht einem zum potentiellen Ziel für Diebe.

„Wer nichts hat, dem kann auch nichts genommen werden.“ so halte ich es. Einfache Kleidung, kein Bling Bling und erst Recht kein teurer Schmuck. Überdenk einfach vorab, wo und wie du dich bewegst und ob auf der Strecke Gefahren lauern. Vielleicht ist weniger Schmuck dann einfach mehr Sicherheit?

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Handtasche

In Deutschland oder auch in Europa sind wir es gewohnt unsere Handtasche über die Stuhllehne zu hängen oder auch offen mit uns herum zutragen. Das mache ich auf Reisen nicht. Meine Tasche hat immer Körperkontakt zu mir und ich sichere sogar den Reißverschluss ab. Bin ich in einer Bar, dann ist die Tasche zwischen meinen Beinen. Laufe ich herum ist sie geschlossen und und der Reißverschluss gesichert durch einen Karabinerhaken. Das macht es selbst gewieften Handtaschendieben schwer sich zu bedienen.

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Handy

Je nach Reiseland empfiehlt sich auch auch im Umgang mit dem Handy etwas mehr Umsicht. Handys sind wertvoll – gerade in armen Ländern können sie das Überleben einer ganzen Familie für lange Zeit sichern. Deshalb hält man sich besser bedeckt und zeigt seinen Wohlstand nicht. Ich laufe also nicht mit Smartphone in der Hand durch die Gegend. Muss ich etwas nachlesen, dann im Schutze der Handtasche. Will ich telefonieren, dann suche ich mir vermeidlich sichere Orte dazu. Manchmal verzichte ich auch ganz aufs teure Smartphone und bin mit einem Billighandy unterwegs. Daran hat Niemand ein Interesse und ich laufe nicht Gefahr Opfer eines Überfalls zu werden.

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Frau im Nachtleben

Für viele gehört auch nächtliches Ausgehen zum Urlaub dazu. Grundsätzlich zu sagen, dass man das in manchen Ländern gar nicht tun sollte halte ich für Quatsch. Natürlich passiert nachts mehr, es gibt dunkle Ecken und komsiche Gestalten auf der Straße. Das gibt es in Frankfurt genauso wie in Sao Paulo, Kapstadt oder New York, vielleicht sogar in der direkten Nachbarschaft. Wichtig ist einzig das ihr wißt, wie ihr euch richtig und vor allem sicher ins Nachtleben stürzt. Informiert euch einfach, welche Locations gut geeignet sind und wie ihr unbeschadet dahin und zurück kommt.

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Neue Kontakte

Als Alleinreisende kommt man auch viel mit Menschen in Kontakt. Das liebe ich besonders. Natürlich birgt das auch Gefahren, wenn man allzu leicht vertraut. So gern ich die Menschen gewonnen habe, ich treffe mich die ersten Male auf neutralem Boden mit ihnen und teste ein wenig aus, wie vertrauenswürdig sie sind und was mein Bauchgefühl dazu sagt. Erst dann lasse ich mich zu ihnen nach Hause einladen.

Noch spezieller ist es, wenn der neue Kontakt ein Mann ist. Mädels seid hier wirklich doppelt vorsichtig und geht nicht zu leichtfertig irgendwo mit hin. Liebesgesäusel hin oder her. Wie viele Frauen wurden schon Opfer ihrer Leichtgläubigkeit und haben es bitter bereut. Teste ihn, googel ihn und komm mit seinem Umfeld in Kontakt bevor du dich auf irgendwas einlasst, was du später bereuen könntest. Öffentliche Plätze, Bars & Cafés bieten eine Sicherheit die seine Wohnung nicht hat. Erst wenn du dir absolut sicher bist, dass er es ernst meint und du dir auch mehr vorstellen kannst, dann lass dich drauf ein.

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Liebe, Sex und Leidenschaft

Verliebt sein im Urlaub und viel körperliche Nähe sind toll. Spontaner Sex für viele sicherlich auch. Ungeschützter Sex aber ganz sicher nicht. Auch wenn du dazu gedrängt wirst, lass es! Kennst du die HIV-Rate im Reiseland? Weißt du mit wie viel verschiedenen Partnern das Ziel deiner Begierde schon im Bett war? Welche Krankheiten sie vielleicht haben? Kennst du dich aus, was noch so alles übertragen werden kann? Willst du deinem Kind irgendwann mal erklären, dass du den Namen des Vaters nicht kennst, weil es flüchtig war? Gefühle und Lust sind das Eine. Verantwortung dir und deinem Körper gegenüber das Andere. Also Kopf an und Kondome in die Tasche – dann ist auch gegen Sex auf Reisen nichts zu sagen.

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Notfall

Ist doch etwas passiert – du wurdest überfallen, ausgeraubt oder mißbraucht – dann kenne die Anlaufstellen. Sei es die Rufnummer der Polizei, das nächste Krankenhaus oder die deutsche Botschaft die dir helfen kann. Speicher einen Notfall Kontakt in deinem Handy ab. Weltweit gilt der Standard ICE. Er bedeutet „In case of emergency„. Die entsprechenden Nummern auf dem Handy als „ICE“ gespeichert, erleichtert im Notfall die Verständigung von Angehörigen und die Identifikation von Verunfallten.
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Fazit

Mir ist natürlich völlig klar, dass man nie ausschließen kann, das etwas passiert. Aber ich sage ganz klar, dass wir mit Bedacht und richtigem Handeln das Risiko minimieren können.

Daher ist für mich die wichtigste Regel, sich stets besonnen zu verhalten. Sich den Punkt „Sicherheit“ auch unterwegs immer wieder vor Augen zu führen und danach zu handeln.

Sei es das Pfefferspray in der Tasche oder das Selbstbewusste auftreten. Auch sollte man wissen, welche Plätze man, zu meiden hat oder wo man im Notfall schnell Hilfe bekommt.

Entgegen aller Angstmache oder jeglicher Konventionen sollten wir Frauen uns durch nichts davon abbringen lassen die Welt für uns zu entdecken. Wir sollten nur sicher stellen, dass auch gefahrlos zu tun.

In diesem Sinne: #get up & stay safe!

#infoWer mehr über Sicherheit auf Reisen erfahren möchte, der klicke sich am Besten durch meine gesammelten Infos. Vom Umgang mit Geld und Papieren bis hin zur Sicherung deiner Urlaubsfotos findest du im Reiter #Mehrwert oder im LINK alles, was dir weiterhilft!

 

Hotel, Airbnb, Hostel, Couchsurfing – Wo ist der Unterschied & Vorteil?

Hotel, Airbnb, Hostel, Couchsurfing – wo ist eigentlich der Unterschied und welche Vorteile bringt mir die jeweilige Unterkunftsart? Diese Frage höre ich immer wieder. Bei der richtigen Wahl der Unterkunft kommt es natürlich in erster Linie auf die Bedürfnisse und den Geldbeutel an, aber es gibt noch so einiges mehr was man rund um die verschiedensten Unterkunftsarten wissen sollte. Was genau, verrate ich dir hier.

Ich empfehle zunächst, dass man schauen sollte, wo die eigenen Bedürfnisse liegen bevor man sich für die eine oder andere Übernachtungsmöglichkeit entscheidet.

Brauche ich den „In“ Urlaubsort oder tut es auch der Nachbarort? Wie viel Zeit werde ich im Zimmer verbringen? Dient es nur zum Schlafen oder will ich in den Räumlichkeiten auch entspannen, ein Buch lesen, ein Glas Wein auf der Terrasse genießen? Werde ich Zeit haben die Annehmlichkeiten wie Pool & Sauna voll ausnutzen? Komme ich erst spät an, falle nur ins Bett und muss am nächsten Tag wieder früh raus und das Hotel verlassen? Wie wichtig ist mir eine angenehme Nachtruhe ohne Störungen? Lege ich mehr Wert viel Austausch mit Backpackern die jeden Winkel kennen? Bin ich ein geselliger Typ, mag den Kontakt zu Einheimischen? Brauche ich einen sicheren Parkplatz? Ist mir eine starke Internetverbindung wichtig? Bin ich bereit für Luxus wie täglich frische Handtücher & Roomservice auch mehr zu bezahlen?

All diese Dinge sind elementar bei der Auswahl der richtigen Bleibe & manchmal kann man auch richtig Geld sparen indem man diese Betrachtungen in seine Entscheidung miteinbezieht.

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Hotel

Ohne Frage ein Hotel bietet in der Regel die angenehmsten Räumlichkeiten, den bestmöglichen Service und jede Menge Annehmlichkeiten. Wer verweilen möchte, Ruhe sucht und sich gerne verwöhnen lässt, ist hier wahrscheinlich am Besten aufgehoben. Das Frühstück ist meist am reichhaltigsten und die Internet-Verbindung am Stärksten. Gibt es Gründe zur Beanstandung, dann wird einem in der Regel auch sehr schnell geholfen. All dieser Luxus spiegelt sich natürlich auch im Preis wieder. Wer zudem im „In“ Viertel oder am angesagtesten Strand nächtigt wird auch das auf seiner Rechnung finden. Will ich es mir gutgehen lassen, ein vernünftiges, sauberes Bett und eine angenehme, störungsfreie Nachtruhe, dann wähle ich ein Hotel. Hotelpreise variieren nach Location, Saison und Nachfrage. Wer einfach in ein Hotel rein läuft und nach einem Raum fragt, zahlt meiner Erfahrung nach den doppelten Preis, als den über Buchungsportale. Der Vorteil einer Vorortbuchung liegt nur darin, dass die Zimmer vorab besichtigt werden können und man nicht auf geschönte Bilder oder die Meinung Anderer vertrauen muss. Wenn man den Onlinepeis kennt hat man aber zumindest eine Verhandlungsbasis. Hotels bieten Bettwäsche, Handtücher & oft auch Hygieneartikel wie Shampoo und Bodylotion an. Man muss zur online Hotelbuchung nicht registriert sein, aber es hilft, um später eine Bewertung der Unterkunft abzugeben und auch um eine Übersicht zu haben, wann man wo genächtigt hat.

Unterkünfte findet man über diverse Portale wie Booking.com, Trivago, Hotel.de uvm.Indura Beach Resort Honduras

Airbnb

Eine Airbnb Unterkunft kann ein Zimmer in einer Privatwohnung sein, eine eigene Wohneinheit oder sogar ein ganzes Haus. Der Unterschied ist hier, dass diese zumeist von privaten Personen angeboten werden. Manche Unterkünfte werden geführt wie ein Bed & Breakfast, bei manchen bekommt man nur die Räumlichkeiten und bei wieder Anderen hat man richtig gehend Familienanschluss. Die Unterkunftsarten variieren von einfach bis hin zu Luxus. Da die Anbieter diese Herbergen in der Regel privat anbieten und weniger Steuern zahlen, spiegelt sich dies im Preis wieder. Airbnb Unterkünfte nutze ich gerne, wenn Hotels in der Gegend unverschämt teuer sind, wenn ich länger einen Ort besichtigen möchte oder wenn ich den Kontakt zu Einheimischen suche. Dann wähle ich bewusst ein Zimmer in einer Privatwohnung. Die Insider-Tipps gerade bei Städtetrips sind unbezahlbar. Unterkünfte findet man über die airbnb Website. Es ist nötig sich zu registrieren, was zur Sicherheit beider Seiten beiträgt. Da es sich um private Anbieter handelt, sollte man sich bewusst sein, dass man nicht Ansprüche wie in einem Hotel stellen kann und schon gar nicht einen adhoc Mägelbeseitigung verlangen kann, wenn doch mal etwas nicht ok ist. Es ist vorab zu klären, ob ihr eure eigene Bettwäsche und Handtücher mitbringen müsst, denn je nach Unterkunft wird das nicht immer gestellt. Wichtig für Frauen die alleine reisen ist es, sich die Anbieter vorher gut anzuschauen, die Bewertungen zu lesen und ggf. vorab mit ihnen in Verbindung zu treten, damit die Sicherheit gewährleistet ist.

Unterkünfte findet man über www.airbnb.de

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Hostel

Hostel sind unschlagbar im Preis, dafür bezahlt man mit dem Verlust der Privatsphäre und einem geringen Komfort, da man sich ein Zimmer (Dorm) mit mehreren Personen teilt und (oft) in Stockbetten nächtigt und sich auch das Bad teilt. Es gibt gemischte Zimmer, reine Frauenzimmer und immer mehr Hostel bieten auch Einzelzimmer an. Letztere sind dann allerdings wieder auf dem preislichen Niveau von B&B´s und hier mal ausgeklammert. In der Regel wählt man diese Unterkunftsart wenn man aufs Geld schauen muss – bei Langzeitreisen, als Student oder wenn man wirklich nur ein Bett zum Schlafen braucht. Entsprechend sind die Gäste hier oft sehr jung und damit verschieben sich oft auch die Ruhezeiten. In manchen Gegenden gibt es regelrechte Party-Hostels. Wer seine Nachtruhe braucht ist da definitiv fehl am Platz. Meiner Erfahrung nach lohnt sich etwas Recherche um ein Hostel zu finden, was zu einem passt, denn nicht jede dieser Unterkünfte rauben einem die Nachtruhe. Das Schöne an Hostels ist der Kontakt zu anderen Reisenden und der Austausch. Oft sind die Tipps von Backpackern einfach Gold wert! Auch wer Anschluss sucht und gerne auch mal mitfeiert, der wird sich hier wiederfinden. Wer Wert auf eine gute Internetverbindung legt, der sollte sich auch vorab schlau machen. Wo viele Menschen gleichzeitig das Netz intensiv nutzen, funktioniert es oft gar nicht mehr. Hier genau die Kommentare auf den jeweiligen Bewertungsseiten lesen. Mir ist erholsamer Schlaf zum Beispiel wichtiger als Party und deshalb entscheide ich mich oft gegen ein Hostel und eher für ein Airbnb, wenn ich auf den Preis achten muss. Als Frau fühle ich mich zudem ein einem reinen Frauenzimmer am Wohlsten, auch wenn ich dafür meist mehr zahlen muss als in einem gemischten Dorm. Manche Hostels bieten Bettwäsche und Handtücher, aber das ist eher die Ausnahme.

Hostels findet man zum Beispiel unter HostelbookersHostelworld oder inzwischen auch über Booking.com

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Couchsurfing

Couchsurfing ist die wohl billigste Art eine Unterkunft zu finden, denn hier zahlt man gar nicht für seine Bleibe. Man ist Gast und die der Gastgeber freut sich einfach über Reisende aus aller Welt, den Austausch und die neuen Kontakte. Ähnlich wie bei Airbnb muss man sich auf der Website registrieren und findet dort seinen Host. Man kann ein Zimmer mieten, nur die Couch oder man nächtigt auf der eigenen Isomatte in der Wohnung des Anbieters – alles ist möglich und man sollte bei der Buchung genau auf die Beschreibung achten. Das wohl größte Plus dieser Unterkunftsart ist der Kontakt zu Locals. Es gibt kaum einen besseren Weg mit anderen Kulturen, Lebensweisen und Menschen in Kontakt zu kommen, da man ja direkt daheim bei den Anbietern wohnt. Da man umsonst nächtigt bleibt man oft nur eine oder wenige Nächte – das gehört einfach zu den Gepflogenheiten. Aber auch hier kommt es auf Angebot und Nachfrage an und ich möchte es nicht als ultimative Regel ausgeben. Der Einstieg bei Couchsurfing ist schwer! Wer meint einfach einen Host zu finden wie bei airbnb der wird auf die Nase fallen. Couchsurfing läuft über Empfehlungen und wenn man neu ist, dann hat man schlicht keine und wird auch wesentlich seltener als Gast akzeptiert. Ich bin bisher noch nicht als Gast akzeptiert worden und nach bestimmt zwanzig erfolglosen Versuchen ein Bett über Couchsurfing zu finden, hab ich es schlichtweg aufgegeben und bin zu airbnb zurück gekehrt. Von anderen Reisenden weiß ich aber, dass es am Besten ist, wenn man privat jemanden kennt der Couchsurfing anbietet und einem dann ein gutes Review schreibt, damit der Einstieg leichter fällt. Auch hier gilt es wieder sich den Host vorab gut anzuschauen und auch dessen Reviews zu lesen. Gerade als Frau sollte man sich informieren, was andere Reisende schreiben und ob sie sich sicher gefühlt haben.

Für Couchsurfingangebote geht auf www.couchsurfing.com

#info

Ich bin Langzeitreisende & habe zum Teil auch als Expat lange Zeit im Ausland verbracht. Manche Jahre habe ich mehr in einem Hotel als daheim gelebt. Allein in den ersten zwei Monaten von 2016 habe ich in 45 verschiedenen Hotels/ Unterkünften übernachtet. Meine Einschätzungen basieren als auf meinen eigenen Erfahrungen und sollen anderen Reisenden als Orientierung dienen. Wer tiefergehende Fragen dazu hat, darf sich gerne an mich wenden.

Wäschewaschen auf Reisen – So vermeidest du Abzockfallen

Gerade wenn man backpack oder lange unterwegs ist, dann achtet man darauf mit wenig Gepäck auszukommen. Entsprechend öfter muss die Wäsche dann selbst von Hand ausgewaschen werden oder man muss sich um eine andere Lösung bemühen. Hier meine Tipps:

Waschsalons wie wir sie aus Europa oder Nordamerika kennen, sind im Rest der Welt eher eine Seltenheit. Wohin also mit der Wäsche, wenn man nicht alles im Handwaschbecken der Unterkunft auswaschen und im Zimmer trocknen will?

Wäschewaschen im Hotel

Der größte Fehler den man beim Waschen auf Reisen machen kann ist, den hoteleigenen Reinigungsservice zu nutzen. Klar bietet es sich an, einfach alles an der Rezeption abzugeben und am Abend die frisch gewaschene Wäsche im Zimmer vorzufinden. Aber hast du dir auch mal die Preis-Liste dazu angesehen?

Hotels rechnen in der Regel per Stück ab und nicht per Waschladung oder Kilo. Das führt dann sehr schnell dazu, dass du pro Teil zwischen 1,50 – 8 EUR zahlst. Und das kann bei Kleinteilen wie Unterwäsche oder Socken dann richtig teuer werden.

Ich rechne es dir mal vor:

14x Unterwäsche a 1,50 EUR = 14 EUR
14 Paar Socken je Stück gerechnet a 1,50 EUR = 42 EUR
1 lange Hose a 5 EUR = 5 EUR
1 Pullover a 5 EUR = 5 EUR
5 T-Shirt a 3 EUR = 15 EUR
2 Kleider/ Shorts a 5 EUR = 10 EUR

Macht zusammen = 91 EUR!

Wenn du so 4x deine Wäsche hast waschen lassen, hast du Jemandem schon eine neue Maschine finanziert! Für Hotels ist dies sicher ein guter Nebenverdienst aber für dich natürlich völlig unsinnig raus geschmissenes Geld. Solltest du trotzdem auf eine Reinigung hier angewiesen sein, dann verhandle einen angemessenen Fixpreis mit der Unterkunft. Oft haben Hotels auch eine Art „Garantie“. Geht ein Teil verloren und ist nicht wieder auffindbar, dann bekommst du den Gegenwert erstattet. Das hängt aber mit den AGBs des Hotels und deren Kulanz zusammen. Darauf spekulieren würde ich nicht.

Wäschewaschen

Wäschewaschen in der Wäscherei

Um Geld für die Reinigung deiner Kleidung zu sparen, ist es natürlich besser du suchst dir eine Wäscherei in der nach Kilo oder Waschladung abgerechnet wird.

Wie finde ich eine Wäscherei?

Erkundige dich bei anderen Reisenden, beim Personal der Unterkunft, bei der Touristeninformation oder gleich beim Taxifahrer nach einer Wäscherei.

Reinigung am gleichen Tag / Sonderreinigung

Oft braucht man seine Wäsche noch am gleichen Tag zurück. Wenn du der Landessprache nicht mächtig bist, solltest du dir vorab einen übersetzen Zettel mit deinem Anliegen schreiben, damit man dich in der Wäscherei auch versteht. Notiere auch vorab, welche Kleidung eventuell eine Sonderreinigung oder Handwäsche braucht.

Preisberechnung

Die Wäsche wird in der Regel vor deinen Augen abgewogen und du bekommst einen Abholzettel. In kleinen Ortschaften läuft das auch schon mal auf Vertrauensbasis. In der Regel wird eine Vorabzahlung gerne gesehen.

Sagen wir du hast 4 kg Wäsche dann sind das oft zwischen 3 – 15 EUR (je nach Reiseland) und ein riesiger Unterschied zum Preis den du im Hotel zahlst!

Haftung

In der Regel übernehmen Wäschereien keinerlei Haftung für Verfärbungen oder Beschädigungen. Deine teure Goretexjacke solltest du vielleicht dort nicht reinigen lassen, wenn diese eine besondere Pflege braucht. Ebenso verhält es sich mit Wäsche die Farbe verliert. Hier überlegst du besser selbst vorab, ob du das ein oder andere Teil nicht besser doch von Hand wäschst, bevor es dir die gesamte Waschladung ruiniert. Bedenke auch, dass deine Kleidung oft zusammen gewaschen wird und Weiß und Schwarz sich nicht so gut verträgt. Wie das Endergebnis des Waschvorgangs ist, hängt dann an dir und nicht am Salon.

Abholung & Öffnungszeiten

Erkundige dich unbedingt nach den Öffnungszeiten und sei besser 30 min vor Ladenschluss da um deine Kleidung wieder abzuholen. Es torpediert deine Reisepläne, wenn du wegen einem geschlossenem Waschsalon am nächsten Tag wiederkommen musst.

Bei Abholung sollte unbedingt kontrolliert werden, ob man alle Teile zurück erhalten hat. Wer also vorab zählt, behält anschließend die Kontrolle. Reklamationen werden oft nur vor Ort akzeptiert. Ob du eine Kompensation erhältst, wenn Wäsche verloren ging ist dann allerdings immer noch fraglich.

Fazit

Du siehst mit ein klein wenig mehr Aufwand kannst du deine Wäsche bequem & günstig auch unterwegs waschen lassen und musst nicht Unmengen an Kleidung mitschleppen oder dich am Waschbecken mühen.

Brasilien Ι Fortaleza – Zwischen Fußball, Frauen, Traumstränden und Problemvierteln

Viel hatte ich mir versprochen von Fortaleza, der Stadt von der so viele Brasilianer schwärmen. Mit 75.000 Besuchern pro Jahr ist sie eine der am meisten besuchten Städte des Landes. Sie lockt mit feinsandigen Traumstränden, ihrer Liebe zu Fußball, kokusnusspalmengesäumten Strandbars & natürlich mit Frauen in ultraknappen Bikinis. Doch die Stadt hat auch eine andere Seite.image-2015-11-19(51)Wir landen am späten Abend & fahren die 14 km vom City-Flughafen mit dem Mietwagen in Richtung Hotel. Der erste Eindruck ist so ganz anders, als die Bilder der Stadt, die sich als moderne Metropole im Internet, für mich dargestellt hatte. image-2015-11-19(24)Das Bild hier ist geprägt von herruntergekommenen Häusern die mit hässlichen Grafitti-Schmierereien besprüht sind. In dunklen Gassen, finden sich zwielichtige Gestalten und auf den Straßen liegt jede Menge Müll. So wie ich es eigentlich auch aus Canaá dos Carajas schon kenne, der brasilianischen Stadt in der wir seit April 2015 leben. image-2015-11-19(27)Kein vertrauenerweckender Eindruck und schon gar nicht schön. Wir verriegeln das Auto, überfahren rote Ampeln und hoffen nicht stoppen zu müssen. Und nur auf den letzten 2 Kilometern unserer Strecke wandelt sich das Bild. Denn dort am Meer ist die Skyline-Metropole zu finden, sieht es aufgeräumter aus und auch die Menschen auf der Straße machen einen vertrauenserweckenderen Eindruck.image-2015-11-19(20)Unser Hotel ist in der ersten Reihe direkt an der Strandpromenade und seinem umtriebigen Markt. Es ist 23 Uhr und die Straßenstände sind sehr gut besucht. Es herrscht reger Handel, es wird gejoggt, musiziert, getanzt, getrunken & gefeilscht. An Ruhezeiten denkt hier Niemand. Man will Spaß und Unterhaltung und so kehrt erst in den frühen Morgenstunden Ruhe ein.image-2015-11-23(1)-1Als ich am neuen Morgen wieder aus dem Fenster schaue, erkenne ich den Bazar von letzter Nacht nicht wieder. Die Szenerie erinnert jetzt eher an einen Containerhafen als an einen Markt mit hunderten Besuchern und vollgepackten Ständen. FortalezaWir starten zu unserer Entdeckungstour durch die Stadt und ich hoffe mit dem neuen Tag endlich das Brasilien zu finden, was in meinem Kopf ist. Was ich aus Hochglanzmagazinen kenne -das schöne, das bunte, das lebensfrohe Land.  image-2015-11-19(34)Wir starten am Meer und hier sieht erstmal alles ganz gut aus. Kein Plastemüll am Strand, eine saubere Promenade und auch keine verunstalteten Grafittiwände. image-2015-11-19(32)Doch das Bild der Stadt änderst sich schnell. Während man am Meer die neu gebauten Wolkenkratzer findet, sind es in Richtung Innenstadt die historischen Gebäude. Die entweder herausgeputzt sind oder völlig dem Verfall überlassen werden. image-2015-11-19(33)Und je weiter man sich davon entfernt, umso krasser werden die Gegensätze zwischen den Luxusapartments mit Meerblick und den einfachen blechdachgedeckten Häusern.image-2015-11-19(25)Eigentlich hatten wir nicht vor, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Doch ein englischsprachiger Tourguide war für Samstags nicht aufzutreiben. Zig Touranbieter haben uns abgewunken und so starteten wir unsere eigene Entdeckungstour. Begrüßt von türkisblaumen Meer, sind wir in die Innentstadt rund um die „Rua Monsignore Tito Guedes“ mit ihrer gotisch-römischen Kathedrale gestartet. image-2015-11-19(45)Die Catedral Metropolitana de Fortaleza ist die drittgrößte Kirche Brasiliens und sie soll nachts eine wahre Schönheit sein, wenn sie bunt angestrahlt wird. image-2015-11-19(28)Und in der Tat ist sie mit Platz für 5.000 Gläubige ein recht imposantes Bauwerk. Im Gegensatz zu opulenten Gotteshäusern wie man sie etwa in Rom findet ist sie allerdings sehr schlicht gehalten. Sehr frustriert hat mich allerdings der Anblick ihrer Frontseite. Bewacht, von bis an die Zähne bewaffneten Polizisten, verunstaltet mit Grafitti und von Plastikmüll umweht, bot sich eine reichlich erbärmliche Ansicht, die wohl auf keinen Besucher einladend wirkt. Catedral Metropolitana de Fortaleza, Ceará, BrasilienIm Umkreis der Kathedrale herrscht reger Handel. Gerade an Samstagen ist das eine bunte Mischung aus Menschen, Musik und Essensständen. image-2015-11-19(40)Ich werfe mich gerne in das Getümmel der Menschen und beobachte sie bei der Arbeit. So auch an diesem Tag.image-2015-11-19(37)Wer sich hier allerdings eine schicke Shoppingstraße erhofft hat, ist hier falsch am Platz. Dazu sollte man den Weg in einer der Malls (Mercado Central) finden oder sich besser im Stadtteil Meireles umsehen. image-2015-11-19(43)Hier herrscht das ganz normale brasiliansiche Leben der Straße mit seinen geschäftigen Händlern und mit Einkaufstüten behangenen Frauen. Wir schlendern Ziellos durch die Gegend und schauen dem Treiben zu.image-2015-11-19(41)Und es fällt auf, dass überall rund um die Kathedrale wunderschöne restaurierte Häuse findet aber auch Gebäude die dringend saniert werden müssen, damit die Stadt ihren usprünglichen Charme nicht ganz verliert. image-2015-11-19(29)Es ist schon regelrecht bedrückend, wenn man sieht welche ehrwürdigen Gemäuer hier ihrem Verfall preisgegeben sind und ich kann mir sehr lebendig vorstellen wie schön die Stadt einst war. Man ist fast geneigt hier Hand anzulegen um zum Erhalt beizutragen.image-2015-11-19(30)Zumal sie durch Grafitti besprüht nur noch trauriges Bild einer großen Geschichte abliefern. Ich bin wirklich ein Fan von Street Art, aber bloße Kritzeleien sind für mich Vandalismus. image-2015-11-19(31)Aber man findet auch die wahren Künstler er Szene in der Stadt. An den richtigen Stellen eingesetzt sind die Wandbilder dann wirklich eine Verschönerung der Kulisse. In Fortaleza sind sie sehr oft auch mit sozialkritischem Hintergrund zu finden und man sollte es sich nicht nehmen lassen mal genauer hinzusehen.image-2015-11-19(46)Nach einer guten Stunde haben wir genug gesehen von der Innenstadt. Uns zieht es zurück ans Meer zur schönen Seite Brasiliens. Denn Strände können die Brailianer;) image-2015-11-19(21)Wieder führt der Weg vorbei an unzähligen Wolkenkratzern die hier wie Pilze aus dem Boden gewachsen sind und das moderne Fortaleza verkörpern. image-2015-11-19(47)Trotzdem findet man immer auch noch traditionelle Stätten, Gotteshäuser oder Statuen zwischen den Hochhäusern oder direkt am Meer. image-2015-11-19(26)Die bekanntesten Stadtstrände sind Praia Meireles, Praia Mucuripe, Praia de Iracema – doch eher wenige Badegäste sind hier zu finden. Das Wasser ist hochgradig belastet und so weicht man zum Baden auf die Strände weiter außerhalb aus. image-2015-11-21(6)Dieser alte Turm hat uns sehr beeindruckt. Rundum ist er mit einem Gesicht geschmückt und statt einer alten Ruine erblickt man nun eben ein Kunstwerk. Sehr gelungen, wie wir fanden.image-2015-11-19(19)Es ist schön auch mal Zeit zu haben, um ein paar anderen Seiten Brasiliens entdecken zu können. Und so schauen wir den Fischern auf ihren bunten Booten zu und beobachten, das Leben am Strand.Fuball Typisch für dieses Land ist natürlich Fußball. Das Spielfeld wandert dann auch schon mal ins Wasser. Dann kann man sich gleich abkühlen, wenn es heiß hergeht. Ich bin gerne unter Locals und Brasilianern beim Fußball zu zuschauen ist immer eine riesen Freude.image-2015-11-23(1)Was wir auch häufig beobachten konnten und was nicht minder beliebt ist, sind Quadbike-Touren über den Strand oder durch die Dünen. Für mich stören sie hier allerdings die Erholungssuchenden.Fortaleza, Beach, kiteAber auch andere Sportler wie Kiter kommen an der Küste von Fortaleza voll auf ihre Kosten. Zumal der Wind hier gut steht, das Wasser Badewannenwarm ist und sich die Kiter nicht gerade drängen wie in anderen Kitehochburgen. Wir haben uns ein schattiges Plätzchen gesucht und schauen dem Treiben am Meer zu. Wie die Kiter mit dem Wind über den Ozean jagen, wie sie über Wellen springen und den tosenden Wassermassen trotzden.image-2015-11-23(1)Wer für Kiten noch nicht groß genug ist, der übt eben so lange mit einem kleinen Drachen, wie dieser Junge mit seinem selbstgebauten Spielzeug, der uns auch ins Auge gefallen ist.BeachDie Strände etwas außerhalb Fortalezas sind unter der Woche geradezu menschenleer. Wir laufen am Meer entlang, schauen den Fischern zu, spielen mit den Wellen und lassen die Seele baumeln. Und hier ist Brasilien für mich dann endlich auch mal paradiesisch.MüllAllerdings sieht es direkt hinterm Traumbeach wieder aus wie auf einer Müllkippe. Dreck und Armut kann man hier nicht ausblenden. Sie gehören untrennbar mit Brasilien zusammen.image-2015-11-19(22)Und wer diese Bilder nicht erträgt, der ist in diesem Land schlicht und einfach fehlt am Platz.image-2015-11-19(23)Ich empfehle sich den Film Trash anzusehen, denn er zeichnet das Bild Brasiliens sehr gut auf, was auch ich kennenlernen durfte und was weit weg ist von Copa Cabana Schönheiten, erolgreichen Fußballern & Skyline Metropolen. Er zeigt die harte Realität der Menschen hier. image-2015-11-23(2)So auch das der indigen Bevölkerungsschicht. Einst waren diese Ureinwohner Brasiliens ein stolzes Volk was im Einklang mit der Natur lebte. Auf Grund der Profitsucht von Rohstoffkonzernen und deren Brandrohdung, verlieren sie immer mehr ihres natürlichen Lebensraumes. nativeAnstatt in ihrer Heimat im Regenwald zu leben, verkaufen sie nun Touristennap am Strand. Ich fand man sah die Wut darüber sehr deutlich in ihren Augen und ihrer Körpersprache. Ich habe mich nicht sehr wohl gefühlt dabei,  ihnen hier weitab ihrer eigentlichen Heimat, zu begegnen. Und auch am Foto mit blauem Hintergrund statt grünem, erkennt man, dass hier etwas nicht stimmt.image-2015-11-19(17)Aber man findet in Fortaleza auch eine junge vermögende Schicht, die es sich nicht nehmen läßt mit Champangner in den Beach-Bars zu feiern. In den angesagten Locations kostet eine Flasche Champagner dann auch schon mal 200 EUR. image-2015-11-23(5)Und hier haben wir sie dann auch gefunden, die schönen Frauen Brasiliens in ihren knappen Bikinis.
image-2015-11-19(36)Mein Fazit: Fortaleza ist eine ganz typische brasilianische Stadt. Mit all ihren Problemen, Konflikten aber auch mit traumhaften Stränden, türkisblauem Meer und schönen Frauen. Allerdings würde ich nie nur wegen der Strände hierher reisen. Ich muß mich im Urlaub auch abseits des Strandes wohl fühlen und hier scheidet die Stadt ganz klar für mich aus.image-2015-11-19(18)Mein Tipp:

Wen es trotzdem nach Fortaleza zieht, gerade wegen der Strände, dem würde ich empfehlen sein Quartier in der Nähe der Strände Futoro 1 & Futoro 2 zu suchen und nicht in der Innenstadt.

image-2015-11-19(35)Außerdem lohnt sich die Anmietung eines Fahrzeuges direkt am Flughafen. Damit ist man flexibel und kann die Stadt verlassen um die wirklich schönen Plätze am Meer zu entdecken. image-2015-11-19(44)Wer Ruhe sucht sollte sich auf keinen Fall in der Innenstadt am Meer niederlassen, da ist es bis in die frühen Morgenstunden eigentlich immer belebt und laut. Auch sollte man Geruchstechnisch auf Einiges eingestellt sein. Ich habe noch nie eine Stadt erlebt, wo es derartig schlimm nach Pisse stinkt. Besonders rund um den beliebten Markt und seine Flaniermeile.image-2015-11-23(6)

Brasilien – Die neue Bleibe & ein siffiger Albtraum

Als ich hier in Brasilien angekommen bin, haben wir die ersten zwei Monate in einem Hotel gelebt und uns dort auch grundsätzlich sehr wohl gefühlt. Angenehmer europäischer Standart, ein freundlich geführtes Haus und ein gutes Frühstücksbuffet. Doch 16 qm für 2 Personen war auf Dauer keine Lösung. Eine neue Bleibe zu finden, war für uns allerdings eine ziemliche Herausforderung.Möblierte Wohnungen, das wussten wir, gibt’s hier ohnehin fast gar nicht. Dazu kam, dass wir Beide kein portugiesisch sprechen, mein Freund 6 Tage in der Woche auf der Baustelle ist und wir auch keinen Ansprechpartner vor Ort hatten. Die Immobilienagenturen deren Mailadresse ich auf Plakaten fand, reagierten ausnahmslos nicht auf meine Anfragen, obwohl ich sie ins Portugiesische übersetzt hatte.  image-2015-09-11Vor lauter Verzweiflung schrieb ich mir einen Zettel mit meinem Anliegen und fuhr das Viertel ab, um doch noch irgenwie eine Wohnung für uns zu finden. Aber die Maklerbüros waren weder besetzt noch gab es an ihrer Tür eine Öffnungszeit oder einen Briefkasten für meine Nachricht. Also keinerlei Möglichkeit mit irgendwem in Kontakt zu treten. Anrufen konnte ich ja nicht, da ich die Sprache nicht beherrsche. (Dazu mehr am Ende des Artikels)image-2015-09-11(1)Ich hatte das Thema schon fast abgeschlossen und uns im Hotel dahinfristen sehen, als uns über einen Kollegen ein Apartment angeboten wurde. Wohnung im dritten Stock in einem recht neuen Gebäude, an der Hauptstraße – nicht optimal, aber immerhin mit 80 qm ausreichend groß für Zwei. Und sogar die Möbel konnten übernommen werden. Inzwischen wusste ich auch, in welchen Zustand Wohnungen hier oft sind und war aufs Schlimmste gefasst vor der Besichtigung.image-2015-09-11(3)Doch zu meiner Überraschung fanden wir ein helles, freundliches und recht geschmackvoll eingerichtetes Apartment vor. Für Carlos den Vormieter endete das Projekt hier und er wollte sich auch von den Möbeln trennen. Für uns passte es mit der Wohnung und wir wurden uns auch schnell einig über Möbelübernahme und Einzugstermin. Einem Umzug zum 1 Juni stand also nichts mehr im Weg.WohnhausNur leider ist das mit Terminabsprachen in Brasilien auch so einen Sache. Der Termin verschob sich also bis Mitte Juni, weil Carlos sich „verkalkuliert“ hatte. Ich konnte es kaum mehr abwarten, dem beengten Hotel zu entfliehen und endlich, endlich in unsere neue Wohnung einzuziehen. image-2015-09-11(2)Umso größer war der Schock beim Betreten der neuen Bleibe. Denn Carlos hatte es anscheinend nicht mit Sauberkeit, Hygiene oder einer anständigen Übergabe. Was wir fanden kann man gut und gerne als siffige Bude bezeichnen. Ich war entsetzt in welchem Zustand die Wohnung jetzt war. Carlos hatte all seinen Dreck von stinkender Arbeitskleidung über abgelaufene Lebensmittel bis hin zu seinen Bierflaschen einfach stehen gelassen. Alles war staubig, die Abflüsse verstopft, der Müll lag rum und die ganze Wohnung stank wiederlich. Ich hätte vor Ekel brechen können und vor Verzweiflung heulen.DreckslochUnserem Vermieter war es schlicht egal, wie es aussah und wie wir damit klar kommen. Er sah sich nicht verantwortlich und auch Carlos der Vormieter meinte nur lapidar, was wir denn hätten. Alle erklärten uns, es sei normal in Brasilien, das Wohnungen in einem derartigen  Zustand übergeben werden. Das ist zwar schade, sei aber so.DreckslochDie eigens engagierte Putzfrau, die wir im Personal unseres Hotels ausfindig gemacht hatten und die uns helfen sollte, erschien natürlich nicht zum vereinbarten Termin. Ohne Absage oder Rückmeldung und das obwohl wir ihr eine mehr als fürstliche Bezahlung in Aussicht gestellt hatten. Wohl trotzdem nicht genug Anreiz, sich an einem Sonntag aus dem Bett zu bequemen. Auch sie ist ein sehr gutes Beispiel für Termintreue und Worthalten hier.image-2015-09-11(6)Die Grundreinigung der Wohnung hat dann irgendwann ein professionelles Putz-Team übernommen, für das dann weder Carlos noch der Vermieter aufgekommen ist. image-2015-09-11(5)Inzwischen ist der „Saustall“ behoben und wir haben uns das neue Heim ganz wohnlich gestaltet. In bunte Wandfarbe und Deko wollten wir allerdings nicht investieren, da wir ja nur für kurze Zeit hier leben, aber ein paar Pflanzen zur Verschönerung haben wir uns dann doch gegönnt. Und so sieht unser neues Heim jetzt aus:Wohnung KücheDas ist das Wohn- & Esszimmer mit Blick in die Küche. Rechts gehts ins Schlazimmer, in der Mitte befindet sich die Eingangstür und links geht es in die Waschküche.Wohnung WohnzimmerUnsere Couchecke mit „Ghotto-Booster“ und Sandsäcken vor der Tür, falls es mal wieder regnet. Die Verglasung ist für einen Außenbereich nämlich leider nicht geeignet. Beim letzten Regen hatten wir hier 60L Wasser in der Wohnung.Wohnung WohnzimmerUnd das ist meine Schreibtischecke. Hier verbringe ich den Großteil meines Tages mit der Arbeit am Blog oder anderen Projekten. Einen Fernseher haben wir bewußt nicht, auch wenn man per Satellit sicher internationales TV empfangen könnte. Uns ist Fernsehen einfach nicht wichtig.Wohnung WaschkücheDas ist unsere Waschküche. Sehr praktisch der Raum und durch die hohen Temperaturen ist die Wäsche auch innerhalb von 2-3h trocken. Übrigens waschen die Maschinen hier nur mit kaltem Wasser. image-2015-09-10(3)Das ist unser zweiter Raum. Wir nutzen ihn als Ankleidezimmer und zur Aufbewahrung von Koffern und Büroordnern.
Wohnung SchlafzimmerUnser ganz privater Bereich… unser Schlafzimmer. Die Pappe überm Bett schützt uns vor neugierigen Blicken aus dem Flur. Keine Ahnung was sich der Architekt dabei gedacht hat, ein Fenster dahin zu machen. Jeder im Haus hat diese „Luke“ zugegklebt oder einen Schrank davor gestellt. Wohnung BadUnd das ist unser Bad mit Dusche.

Für deutsche Verhältnisse mag es recht basic aussehen, für hier ist es nicht nur ein sehr guter Standard sondern sogar Luxus. Wir sind jedenfalls sehr froh darüber jetzt unsere eigene 4 Wände und viel mehr Platz zu haben.

#infoIn Auswanderersendungen belächelt man es ja immer, wenn Jemand ohne Sprachkenntnisse ins Ausland geht. Hier sollte noch gesagt werden, dass wir nur temporär im Land sind und wir schlicht nicht für jedes Land in dem Projekte sind, die Sprache lernen können. Mein Freund hat einen Dolmeterscher auf der Baustelle und kommt damit sehr gut klar. Ich lerne nur sehr mühsam eine neue Sprache und Portugiesisch mit dem Dialekt wie er hier gesprochen wird, macht es einem noch schwerer. Da das Lernen für mich nur frustrierend war, habe ich es irgendwann aufgegeben und behelfe mir seither mit Zettelchen schreiben. Also seht es uns nach, wenn wir immer noch kein Portugiesisch sprechen.