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Machu Picchu – Enttäuschung zwischen Touristenmassen & Spiritualität

Von einem Besuch von Machu Picchu träumen viele, doch was spürt man noch von der Magie dieses Ortes, wenn die ganze Welt dahin reist? Mich hat eine dreimonatige Reise durch Südamerika auch nach Peru geführt. Mein Traum war es diesen heiligen Ort zu besuchen und den Spirit dieses Ortes auf mich wirken zu lassen. Wie ich es erlebt und empfunden habe, erfährst du hier!

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Kraftorte und spirituelle, mystische Stätten, das fasziniert den Menschen seit Anbeginn der Zeit und lockt noch heute Tausende zu solchen Plätzen. Für manche ist so ein Ort Machu Picchu in Peru, denn er verbindet eigentlich alles, was wir mit solchen Stätten verbinden. Große Geschichte, alte verschollene Kulturen, erhabene Kulisse und Energie, die durch die exponierte Lage aus dem Kosmos empfangen werden soll.

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Copan vs. Machu Picchu

Inspiriert durch den Besuch von Copan Ruinas, einer alten Maya-Siedlung in Honduras, verspürte ich den tiefen Wunsch auch die Inka-Stadt in den peruanischen Anden zu besuchen und mich von seiner Magie fesseln zu lassen.

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Einmal in dieser Kulisse stehen, die große Vergangenheit dieses Ortes erleben und die Kraft spüren, die von diesem Ort auszugehen scheint, das war mein Wunsch. Doch leider war mein Besuch von Machu Picchu sogar nicht magisch und für mich die Enttäuschung des Jahres.

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Viele Wege führen hinauf

Wer heute nach Machu Picchu reisen möchte, der muss gut organisiert sein und Einiges an Strapazen auf sich nehmen und/ oder das nötige Geld für eine komfortable Anreise mitbringen. Denn entweder man wandert mehrere Tage hinauf zur Inka-Stadt, muss sich eine entsprechende Tour organisieren und körperlich fit sein oder man plant die Anreise mit Taxis, Bussen und Bahnen. Letzteres ist allerdings eine recht kostenintensive Angelegenheit. Uns hat allein die Anreise von Cusco aus rund 150 EUR gekostet.

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Wir hatten uns auf Grund von einem engen Zeitplan und meiner angeschlagenen Gesundheit dazu entschieden von Cusco nach Ollantaytambo mit Minibussen und von dort weiter mit dem Zug nach Aguas Calientes zu reisen und die letzten Kilometer den Bus zu nehmen.

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Unsere Anreise

Der Tag begann um 3 Uhr in der früh damit, dass wir in einen unbequemen Minibuss gequetscht waren, über holprige Straßen bretterten und den riskanten Überholmanövern des Fahreres ausgesetzt waren. Von Ollantaytambo nahmen wir dann den ersten Zug in Richtung Machu Picchu, denn alle „Experten“ rieten dazu, bei Sonnenaufgang bereits in der Anlage zu sein.

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Die Anreise mit dem Zug von Peru-Rail hatten wir uns einen Tag zuvor organisiert und Glück gehabt, dort noch ein Ticket zu bekommen. Nur weil wir in der Nebensaison da waren, war dies noch möglich. Im Gegensatz zum Ritt mit dem Sammeltaxi, erwartete uns hier ein luxuriöser Zug, mit Teppichen im Gang, feinen Stoffen auf den Sitzen und Panoramadachkuppeln und so gestaltete sich zumindest dieser Teil der Anreise als äußerst angenehm. Entlang der peruanischen Anden und reißenden Flüssen führte die Strecke durch eine einmalige Landschaft, die man einfach nur genießen konnte. Die 70 Dollar für die Zugfahrt waren hier gut angelegt.

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Die Ernüchterung

In Aguas Calientes angekommen, gab es die erste Ernüchterung. Der kleine Ort vor den Toren der ehemaligen Inka-Siedlung ist der Ausgangspunkt für fast alle Besucher und das können zu Hauptzeiten 3300 Touristen pro Tag sein. Und wie bereits erwähnt, wollen all diese Menschen, so wie wir auch, ganz früh da sein.

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Die unverschämten Preise

Nun muss man wissen, dass so ein Andrang in einem so kleinen Ort eine gewissen Hektik ausstrahlt, man mit der Masse mit schwimmen muss und den Launen der Mitmenschen ausgesetzt ist. Und auch den Preisen der peruanischen Verwalter, denn die einzige Busverbindung hinauf kostet hin und zurück unverschämte 24 Dollar, für gerade mal 6 km. Wenn man weiß, wie weit manmit dem Bus sonst in Peru für das Geld kommt, dann ist der Preis schon dreist. Mir ist klar, dass es in touristischen Gebieten mehr kostet und das bin ich auch bereit mitzutragen, aber hier hat es mir dann doch die Sprache verschlagen.

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Wir schluckten den Preis, aus gesundheitlichen Gründen und weil uns schlicht die Ausrüstung dazu fehlte. All diese Umstände drückten auf die Stimmung, aber wir versuchten uns davon nicht die Vorfreude nehmen zu lassen.

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Endlich da

Doch auch am Eingang zu Machu Picchu erwarteten uns wieder Menschenmassen, die darauf drängen endlich Einlass zu finden. Geduldig reihten wir uns ein in die Schlangen von Ticketschalter, Taschenkontrolle und Toilettenhäuschen. Wieder versuchten wir die Moral hoch zu halten. Doch nach den ersten Schritten in der Anlage war klar, dass sich die Menge der Besucher eben nicht verlaufen würde und meine Enttäuschung war mir deutlich anzusehen.

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Auf der Suche nach dem Spirit

Außer negativen Vibes von genervter Touristen spürte ich nichts von der Magie, die ich mir hier versprochen hatte. Auf vorgegebenen Wegen und in strikt einer Richtung musste man sich durch die Ruinen bewegen, sonst käme gar niemand mehr durch. Verständlich, dass man die Massen so steuern muss, um Chaos zu vermeiden. Das es einem aber auch die Freude nimmt, diesen Ort auf eigene Faust zu entdecken, war mir ab hier auch klar.

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Nur so  hatte ich es mir das nicht vorgestellt. Hier tummelten sich Touristenmassen aus aller Welt mit all ihren Eigenheiten, ihren Selfiestsicks und manchmal auch unangenehmen Angewohnheiten. Und so tat ich mich schwer mich an diesem Ort einzufinden.

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Gelernt, aber nicht erfahren

Ohne Guide und tiefergehende Kenntnisse fühle ich mich zudem etwas verloren in dieser riesigen Anlage. Ich wollte Machu Picchu verstehen. „Warum wurde die Siedlung genau hier angelegt?“, „Wie sah das Leben der Menschen aus?“, „Warum wurde der Ort wieder aufgegeben?“ all diese Fragen schwirrten in meinem Kopf herum und so entschlossen wir uns, uns einer Gruppe mit Reiseführer anzuschließen. Hier bekam ich die Antworten auf meine drängendsten Fragen und zudem einen Einblick in die Kultur der Inka und ihrer Lebensweisen.

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Doch Teil einer Gruppe zu sein, bedeutet immer auch sich nach den Anderen zu richten. Mal schneller laufen, dann wieder warten, Fotos machen oder Verschollene suchen. Soweit hat das alles seine Berechtigung, aber wieder blieb keine Zeit sich auf die Magie und die Schwingung dieses Ortes einzustellen. Wir wurden durchgeschleift durch die Anlage und am Ende war ich dann zwar klüger, aber „erfahren“ hatte ich Machu Picchu dann immer noch nicht.

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Wunsch vs. Realität

Wir alle kennen den erhabenen Blick auf diese Anlage, eingebettet in Berge und mystischen Nebel und ich stand da und empfand nichts. Dabei sollte der Besuch hier das Highlight auf unserem Peru-Trip sein. Wie heißt es: Den Göttern so nah? Ich war nur den Touristenmassen nah. War genervt von allen Selfiejüngern, von herumtrampelnden & respektlosen Weibern, permanenter Schnatterei sowie von Schubsen und Drängeln. Mir war geradezu nach weinen, denn ich hatte mir so viel erhofft von diesem Ort, der als so kraftvoll und voller Magie beschrieben wurde.

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Der Abzug der Massen

Da wir den Tag hier gut nutzen wollten, hatten wir auf den letzten Zug geplant und noch genügend Zeit in der Anlage zu bleiben. Außerhalb der eigentlichen Ruinen kann man sich einigermaßen frei bewegen und auch noch rund um die Anlage wandern. Die Zeit abseits der Massen und in der Natur tat gut und ich wurde versöhnlicher. Was wohl auch daran lag, dass sich ab 15 Uhr die meisten Touristen auf den Rückweg machten und die Anlage nun endlich für mich erträglicher wurde.

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Erst jetzt bekam ich auch Lust hier überhaupt zu fotografieren und so machten wir unsere Erinnerungsfotos, aber ohne dabei jemandem die Augen mit dem Selfiestick auszustechen. Außerdem suchten wir uns einen kleinen Rastplatz. Hier, etwas abseits und in Ruhe, genossen wir dann endlich mal den Blick auf Machu Picchu, seine Lamas und die Bergkulisse. Ein schönes Panorama, welches zu meiner Freude nun auch weniger Wimmelbildcharakter hatte. Wohl gemerkt, ab 15 Uhr und nicht in der Früh!

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Wie gehabt…

Doch diese Freude hielt nicht lange, denn bei unserer Abreise setzte sich der Tag fort, wie er begonnen hatte. Mit Menschenmengen, auf Tourismus angepasstes Essen, überteuerten Preisen und zur Krönung wieder ein vollgestopftes Sammeltaxi mit rabiatem Fahrer.

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Mir fehlte zu dem Zeitpunkt aber schon jede Kraft, noch zu intervenieren und nach einem risikoärmeren Fahrstil zu bitten. Gegen 23 Uhr waren wir zurück in Cusco und anstatt an Energie gewonnen zu haben und mich nach dem Besuch von Machu Picchu glücklich zu fühlen, war ich ausgelaugt, genervt und maßlos enttäuscht von diesem Tag und diesem Ort.

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Verkehrt geplant?

Auch jetzt frage ich mich noch, ob es unsere Schuld war, dass wir die Inka-Siedlung nicht so hatten genießen und erleben können, wie wir sie uns vorgestellt hatten. Hätten wir den Trail laufen sollen? Hätten wir in Aguas Caliente übernachten sollen, um uns Wegsstrecke zu sparen? Hätten wir erst um 15 Uhr da sein sollen, wenn die Massen längst abgewandert sind?

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Man kann sicherlich auch anders planen, aber ich glaube immer noch, dass es daran nicht lag. Wir waren ja schon extra in der Nebensaison da und hatten den ganzen Tag vor Ort eingeplant, um die Anlage in Ruhe erkunden zu können. Es war einfach diese erdrückende Masse an Touristen, die wie schon beschrieben, oft keinen Respekt vor diesem Ort hatte.

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Wir sprechen hier immerhin von einem heiligen Ort! Machu Picchu gründet auf der Verbundenheit zwischen Göttlichem, der Inka-Kultur und der exponierten Lage in den Anden. Wer dahin reist, sollte zumindest dieses Wissen mitbringen und auch den entsprechenden Respekt. In Kirchen, Moscheen oder Tempeln spielt man sich doch auch nicht so rücksichtslos, arrogant und respektlos auf. Und natürlich zerstört es auch den Spirit, wenn 3000 Menschen durch die Anlage drängen. Wie man auf der folgenden Abbildung ganz gut sieht:

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Wenn keine Rücksicht genommen wird auf Absperrungen oder Bedürfnisse Anderer, wenn gedrängelt oder gelärmt wird, wenn Selfiesticks und die richtige Pose mehr zählen, als das Erleben dieses Ortes, dann kann man guten Gewissens sagen, dass es nicht an unserer Planung lag.

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Ich wünsche Machu Picchu Frieden

Ich wünsche diesem Ort einen regulierteren Eintritt, ja vielleicht sogar mal wieder touristenfreie Zeiten und eine Rückbesinnung auf das was Machu Picchu einst so besonders gemacht hat, eine Stätte der Spiritualität zu sein, nähmlich. Der Verbundenheit mit der Natur, den Sternen, dem Menschsein und dem Göttlichen. Ich hoffe das diese Inka-Siedlung wieder Frieden findet und nur von Menschen besucht wird, die ihren wahren Wert kennen und auch so mit ihm umgehen.

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Mir ist klar, dass es für viele Reisende noch ein Traum ist zu Machu Picchu zu erleben. Ich möchte mit meinen Zeilen auch niemanden davon abhalten, sondern einfach nur beschreiben, wie es sich für mich angefühlt hat. Vielleicht hilft das auch, mit etwas weniger Idealismus an so einen Ort zu reisen, um später nicht enttäuscht zu sein.

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Alle meine Machu Picchu Fotos findest du in meinem Flick-Album. Ich habe damals drauf geachtet, möglichst keine Fotos zu machen, die diese Menschenmassen abbilden. Deshalb sieht die Kulisse, mit ein paar Ausnahmen, trotz des Wiederspruchs zum Text relativ leer aus. Aber ich denke diese Ausnahmefotos reichen auch aus, um einen ungefähren Eindruck von der Fülle der Menschen zu bekommen.

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Wer ganz genaue Infos zur An- und Abreise möchte, der wird im LINK fündig.

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