Beiträge

Flyinsafari Buschsafari Flugsafari

Fly-In-Safari in Afrika – Was ist das & lohnt sich das?

Fly-In-Safari, Flugsafari oder Buschsafari beschreiben alle das Gleiche, nämlich vereinfacht ausgedrückt, die Anreise zu Wildlife-Gebieten oder Naturreservaten beziehungsweise deren Safari-Lodges per Flugzeug. Und weil der Gast bequem von Camp zu Camp einfliegt, entstandt eben der Begriff „Fly-In-Safari“  was aus dem englischen kommt und „Flieg-ein-Safari“ heißt.

IMG_9397

Flugsafaris sind meist Teil einer Kleingruppen- oder Individual-Safari und die Gäste werden in der Regel per Propeller-Kleinflugzeug transportiert. Ein typischer und sehr beliebter „Buschflieger“ ist die Cessna 206. Sie hat nur zwischen sechs und fünfzehn Sitzen, was der Anreise noch mal eine ganz besonders persönliche Note gibt.

IMG_0290

Der Reisende kann schnell und nach seinen Bedürfnissen das Wunschziel erreichen und spart sich so Stunden der Anreise in schaukeligen Jeeps und auf holprigen Schotterpisten. Das ist zeiteffizient und zudem gelangt man auf diesem Weg auch in die abgelegensten Regionen, die anders gar nicht erreichbar wären.

IMG_9445

Das Erlebnis Fly-In-Safari

Die Erde aus der Luft zu sehen, ist schon ein riesengroßes Erlebnis, aber zudem noch einzigartige Tiermomente aus der Vogelperspektive zu erleben, ist für mich das absolut Größte. Fly-In-Safaris sind eben nicht nur eine schnelle Anreisemöglichkeit, sondern einfach ein fantastisches Naturerlebnis. Da diese Flüge in einer relativ geringen Höhe von nur wenigen hundert Höhenmetern durchgeführt werden, kann man diesen faszinierenden Kontinent in all seinen Facetten und auf besondere Weise wahrnehmen. Und nicht nur das, denn es gelingen oft auch Sichtungen von Elefanten, Nilpferden, Giraffen und anderen Tieren.

IMG_1315

Wer sich zudem einen Flug über das Okavango-Delta in Botswana gönnt, der hat außerdem gleich noch einen fantastischen Überblick über das weitverzweigte Kanalsystem und den Wasserreichtum dieses ganz besonderen Flussdeltas.

IMG_9321

Die perfekte Ergänzung

Ich sehe eine Flugsafari als perfekte Ergänzung zu einem Game drive, einer Horseback- oder Walking-Safari. Bei diesen Ausflügen ist man den Tieren zwar ganz nah, aber nur von einem Flugzeug aus bekommt man auch einen umfassen Blick für ihren Lebensraum. In Kombination sind sie das Dreamteam für einen erlebnisreichen Safari-Urlaub.

IMG_9418

Das sollte man wissen vor einer Fly-In-Safari

Gepäckbegrenzungen

Bei der Planung einer Flugsafari ist allerdings unbedingt die sehr strikte Gepäckbegrenzung zu beachten. Es empfielt sich daher, sich vorab gründlich darüber zu informieren, um nicht mit dem Koffer stehengelassen zu werden. So sind zum Beispiel nur bestimmte (sehr kleine) Maße erlaubt, keine Hartschalenkoffer oder Reisetaschen mit Gestänge. Es empfiehlt sich dringend, dies rechtzeitig zu klären, um sich ggf. enstsprechende Gepäckstücke kaufen zu können. Manche Lodges bieten übrigens inzwischen die Möglichkeit sich das eigentliche Reisegepäck zeitversetzt nachliefern zu lassen. So fliegt man nur mit kleinem Handgepäck und muss aber später auch auf nichts verzichten. Auch hier rate ich dazu, dies mit dem Veranstalter weit im Voraus zu klären. In Afrika ticken die Uhren bekanntlich anders und die Kommuniktation kann sich etwas hinziehen.

P1000153
Zwischenstopps

Es ist möglich, dass die Flüge bis zu dreimal stoppen, um andere Passagiere abzuholen oder abzusetzen. Wer Starts und Landungen genießt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

IMG_9413

Piloten

Viele der Buschpiloten kommen aus aller Welt, haben eine hervorragende Ausbildung genossen und sammeln hier als Teil ihrer beruflichen Karriere weitere Erfahrungen. Um große Verkehrsmaschinen steuern zu dürfen, ist praktische Routine in kleineren Fluggeräten eine unbedingte Voraussetzung.

IMG_1323

Navigation

Buschpiloten kennen sich mit der Navigation in abgeschiedenen Gegenden bestens aus, denn der Luftraum in Afrika unterliegt anderen Regeln als in Europa, Nordamerika oder Asien. Die Piloten wählen abhängig vom Wind eine Flughöhe, die sicherstellt, dass das Flugzeug so wenig wie möglich schaukelt. Außerdem wissen sie um die unterschiedlichen Anforderungen für Start und Landung auf Pisten im Busch.

P1010125

Sicherheit

Natürlich steht die Sicherheit der Fluggäste an oberster Stelle, deshalb werden die Maschinen regelmäßigen Wartungen unterzogen die sich strikt an internationale Standards und Vorschriften halten. Hierzu möchte ich auch erwähnen, dass meiner Meinung nach gerade diese kleinen Firmen besonderen Wert auf ihre Maschinen und Piloten legen, da sie ihr Kapital, ihr Einkommen und ihre Altersvorsorge sind. Entsprechend gut wird darauf geachtet, ausgebildet und gepflegt, was man den Maschinen auch ansieht.

IMG_9391

Kosten einer Fly-In-Safari

Bei einer Safari einzufliegen ist natürlich absoluter Luxus. Eine kleine wartungsintensive Maschine, ein extra Pilot, Instandhaltung der Pisten, Spritbeschaffung in Afrika – das alles hat seinen Preis und das auch zu Recht. Ganz pauschal würde ich sagen, dass man pro Person und Flug mit 350 bis 900 Dollar dabei ist. Das kommt natürlich ganz auf die Region, die Auslastung sowie die Entfernungen an. Wer so einen Flug als „Once in a lifetime“ Erlebnis sieht, dem würde ich trotz der Kosten unbedingt zu einer solchen Fly-In-Safari raten.

IMG_1325

Der Flug

Da es sich um kleinere Maschinen handelt und diese auch nur mit geringer Höhe fliegen, ist so ein Flug nicht mit einer Verkehrsmaschine vergleichbar. Entsprechend ist auch das Gefühl während des Fluges ein Anderes, da die Maschinen ganz anderen Winden und Kräften ausgetzt sind. Um allzugroße Schwankungen zu vermeiden, wird meist in den frühen Morgen oder späten Abendstunden geflogen. Totzdem kann der ein oder andere Flug, gerade wenn er über Berge führt, schon mal durch starke Winde oder die Thermik beeinflußt sein. Darauf sollte man sich einfach einstellen und den Flug als riesengroßes Abenteuer erleben.

IMG_9278

Anreise

Meiner Erfahrung nach wird die Anreise zum Rollfeld von der Lodge bzw. dem Reiseveranstalter aus organisiert. Sollte dies nicht der Fall sein, empfehle ich, die Unterkunft anzuschreiben und nach einem lokalen Anbieter zu fragen.

IMG_0285

Das Rollfeld

Meistens sind die Rollfelder auf einer Lichtung inmitten des afrikanischen Busches und in der Regel sind diese Pisten auch nicht asphaltiert. Ensprechend gehen Starts und Landungen etwas bewegter zu als auf geteerten Flugfeldern. Herzklopfen sollte das aber Niemandem machen, im Gegenteil. Ich empfinde es als riesengroßen Spaß, wenn es mal etwas holpriger zugeht.

IMG_9300

Kleidung

Natürlich kann man in seiner ganz normalen, lässigen Kleidung in den Flieger steigen. Ein Weitertransport zur Lodge erfolgt aber in der Regel im offenen Jeep und ist auch gleich eine kleine Safari. Daher empfehle ich direkt praktische, robuste Kleidung und entsprechendes, trittfestes Schuhwerk. Außerdem rate ich auch zu Hut und Sonnenbrille.

P1000128

Couchabenteurer-Profi-Tipp:

Fragt doch Euren Piloten mal, ob er nicht besonders niedrig fliegen oder eine extra Kurve drehen kann, um noch spektakulärere Blicke auf Flora und Fauna erhaschen zu können. Wenn Wetter, Sprit und die Umstände es zulassen ist der Pilot für diese Idee ganz sicher auch zu haben, denn auch er genießt die Freiheit die ihm sein Job als Buschflieger bietet. Außerdem lohnt es sich auch zu fragen, ob man ganz vorne auf dem Platz des Co-Piloten sitzen darf. Hier hat man eine noch bessere Rundumsicht und bekommt auch gleich noch die Chance die Arbeit im Cockpit zu beobachten. Für mich ist das dann die absolute Krönung einer Flugsafari.

IMG_9452

Fazit Fly-In-Safari:

Wenn man  die Chance hat, seine Anreise zur Wildlife-Lodge komfortabel zu gestalten und das Fliegen liebt, dann sollte der Buschflieger die erste Wahl bei einer Afrikareise sein. Denn diesen Kontinent mit seinen faszinierenden Landschaften und seiner atemberaubenden Tierwelt aus der Luft zu erleben, ist ein ganz besonderes und einmaliges Erlebnis, welches man sich nicht entgehen lassen sollte.

Flyinsafari Buschsafari Flugsafari

Wildlife-Fotografie in Afrika. Tipps die dich zum Profi machen!

Wildlife Fotografie ist schon eine höhere Kunst, aber wenn man eine gute Ausrüstung hat, dann kann man auch als Amateur aufregende Aufnahmem machen. Wie du am Besten zu tollen Ergebnissen kommst und auch deine Aufnahmen begeistern zeige ich dir hier!IMG_0154
Der Schlüssel zu fesselnden Tieraufnahmen ist in erster Linie die richtige Ausrüstung, das Wissen um die besten Spots und natürlich das Glück des Moments. Denn Wildnis heißt auch, dass man sich nicht im Zoo befindet und die Motive platziert vor einem liegen. Wildnis heißt Geduld, Gespür und Fortuna auf deiner Seite. IMG_8038
Als Erstes möchte ich dir mit auf den Weg geben, dass auch du ein entscheidender Punkt bist. Denn auf Game Drive (so nennt man Safari´s eigentlich) kommt es auch auf deine Kleidung, dein Verhalten und deine Intuition an.
IMG_7840
Bunt angezogen fällst du auf und verschreckst die Tiere. Deshalb solltest du schon so gekleidet sein, dass du dich der Umgebung anpaßt und gedeckte Farben trägst. Das hilft dir später für die Tiere nicht als Gefahr wahrgenommen zu werden. Wenn sie sich nicht gestört fühlen, werden sie dich auch an ihrem Leben teilhaben lassen und diese Eindrücke allein sind unbezahlbar.
IMG_4744_red
Deine Unruhe und Geräusche übertragen sich auch auf deine Umwelt und entsprechend wird sich auch dein Motiv verhalten. Tiere haben einen hohen Instinkt. Spüren sie die Unruhe in der Umgebung werden sie schnell flüchten und dir entgeht die Chance. Deshalb verhalte dich immer ruhig und mit Bedacht.IMG_8191
Damit du in den Genuss von einzigartigen Tierbeobachtungen kommst, sind natürlich auch dein Ausgangsort, die Uhrzeit der Beobachtung und die Lichtverhältnisse entscheidend. Wer weiß, wo die Tiere sich wann aufhalten, hat gute Chancen ihnen auch zu begegnen. Die beste Zeit für Game Drives ist immer zum Sonnenauf- und -untergang. Auch kommt dir dann das warme Licht der „goldenen Stunde“ zugute, was deine Fotos besonders machen wird. Schieß das Foto mit der Sonne hinter dir, außer du möchtest einen speziellen Silhouetten-Effekt.IMG_8112
Als nächster Punkt zählt natürlich dein Equipment. Mit einem normalen Objektiv kommt man auf Game Drive schnell an seine Grenzen und wird enttäuscht sein vom Ergebnis. Eine Linse von mindestens 300 mm halte ich für angemessen. Richtig gut ausgestattet ist man allerdings erst mit einem 500er Objektiv. Gerne auch mit mehr. Denn nur so hat man die Möglichkeit auch nah genug an entfernte Motive zu gelangen.IMG_7997
Sei auf jeder Ausfahrt gut vorbereitet. Checke vor Abfahrt den Akkustand der Kamera, die Sauberkeit der Linse und stell sicher, dass auch die Speicherkarte noch ausreichend Platz hat. Führe Ersatzkarten und Batterien mit dir, sowie ein Mikrofasertuch. Auch unterwegs kann es staubig werden. Schütze deine Kamera während des Game Drives in dem du die Jacke, ein Tuch oder eine Decke darüber tust.
IMG_8169
Halte die Kamera von Anfang an parat, denn du weißt nie, wie schnell du den ersten Tieren begegnest. Wenn du erst noch in der Tasche kramerst oder womöglich noch das Objektiv umschrauben mußt, ist die Löwin längst wieder hinter einem Busch verschwunden. Du würdest es dir nie verzeihen! Zudem nutze jeden Augenblick mit deiner Kamera. Manche Momente sind für immer verloren, wenn du sie nicht direkt ablichtest.IMG_0035
Jedes Equipment ist nur so gut wie sein Nutzer – heißt es in der Regel. Auf manuelle Einstellungen und Feinheiten kann man bei der Schnelligkeit der Tiere oft nicht adäquat reagieren, deshalb ist es bei einem Game Drive auch völlig in Ordnung die Automatik der Kamera zu benutzen.IMG_4333
Wenn du aus dem fahrenden Jeep fotografierst und die Lichtverhältnisse nicht optimal sind, würde ich dir sogar den Sportmodus empfehlen. Er löst schneller aus als die normale Automatik. Entsprechend werden deine Bilder weniger verwackelt sein. Hier werden mir auch renomierte Wildlife Fotografen zustimmen, denn besser man hat einen Automatik-Schnappschuss als gar keinen.
IMG_8044
Wenn das Fahrzeug steht, dann nutze ruhig ein Einbeinstativ oder eine Art „Sitzsack“ zur Stabilisierung der Kamera. Das hilft dir, die oft schwere Linse lange und vor allem, ruhig zu halten. Schalte auch unbedingt den Bildstabilisator an deiner Linse ein, um gestochen scharfe Bilder zu erhalten. IMG_8126
Sei konzentriert und geduldig. Zur Erinnerung, du bist in keinem Zoo. Hier ist dein Instinkt und deine Beobachtungsgabe gefragt. Wer aufmerksam beobachtet, der wird auch immer irgendwas entdecken. Konzentriere dich nicht nur auf Großwild – es gibt auch genug kleine Motive mit dem Fotografen „groß“ wurden.IMG_4919
Nimm Rücksicht auf die Tiere. Es gibt Situationen in denen du dich ihnen gut nähern kannst, aber es gibt auch immer Zeiten, in denen Distanz anzuraten ist. So zum Beispiel wenn Jungtiere in der Herde sind. Hier ist unbedingt ein respektvoller Abstand zu wahren.IMG_7771

Absolut essentiell ist, dass du während du in der Wildnis oder in einem der Parks bist, niemals aus dem Fahrzeug aussteigst. Das kann lebensgefährlich sein. Noch dazu steht es in den meisten Reservaten unter Strafe. Dazu gehört auch das auf dem Fensterrahmen sitzen oder aus der Dachluke klettern. Die Tiere nehmen das Fahrzeug als Ganzes wahr und sind durch die Größe abgeschreckt. Wenn unwissende Touristen dann dennoch aus dem Auto steigen oder sich zu weit herauslehnen, werden sie als Beute erkannt. Oft mit tödlichen Folgen. Leider wird nach Angriffen auf Menschen immer auch das Tier getötet und das obwohl es nur seinem Instinkt gefolgt ist. Handle also bitte Bedacht, auch wenn es noch so verlockend ist.IMG_9767_ret
Ich hoffe der Artikel hilft dir einzigartige Tiermomente im Bild festzuhalten. Wenn du noch weitere Anregungen hast oder mir Feedback geben willst, dann freue ich mich über deinen Kommentar! Ansonsten schau dir doch mal diesen Artikel zu den Nationalparks in Südafrika an. Vielleicht ist dein nächstes Ziel für einen Game Dive und eine erfolgreiche Fotosafarie ja dort schon dabei? Viel Erfolg wünscht Marlene

In diesem Sinne: get up & go wild!

Namibia Ι Überlebenskampf in der Trockenheit – Das tierische Schauspiel am Wasserloch

Wasser ist Leben und gerade in Afrika wird einem dies sehr deutlich vor Augen geführt. Ausgetrocknete Flussläufe, magere Tiere, staubige Straßen und laublose Bäume sind Symbole von Trockenheit und Dürre. Ein feuchtigkeitsspendendes Wasserloch ist dann nicht nur eine Oase des Lebens, sondern wird auch zum Pilgerort & Stelldichein von wilden Tieren und somit ein Highlight für Beobachter und Fotografen.image-2015-10-18(6)Wir sind gegen Ende der Trockenzeit nach Namibia gereist und erleben ein Land, was unter Dürre leidet und auf erlösenden Regen hofft. Gleichzeitig bietet sich uns aber auch die Möglichkeit genau dadurch dem ganzen Spektrum des Artenreichtums des Landes zu begegnen. Nämlich genau da wo sich nun alles trifft: An den wenig verbliebenen Wasserlöchern hoffen wir auf wunderbare Tierbegegnungen und einzigartige Fotomotive.image-2015-10-18(2)Nicht immer sind diese Wasserlöcher natürlichen Ursprungs, oft hilft der Mensch nach und hat diese Quellen künstlich geschaffen, um etwa den Bewohnern eines Parks das Überleben zu sichern und Beobachtungspunkte für die zahlreichen Touristen zu schaffen. Wie etwa im Etosha National Park, der wie das gesamte Land nach Regen ächzt und auf erfrischende Abkühlung hofft.image-2015-10-18Doch keine Wolke lässt sich von uns am makellos blauen Himmel ausmachen und die Hitze lässt die Landschaft flimmern und die Tiere weiter leiden. Träge trotten sie durch die ausgedörrte Landschaft, durch die endlos scheinende Salzpfanne und durch die staubigen Überreste der Wasserläufe. image-2015-10-18(11)Kein Fluss führt hier mehr Wasser und auch was uns in der Ferne wie ein Ozean vorkommt, ist nur mehr eine optische Täuschung. Lebensspendende Feuchtigkeit gibt es nur noch an entlegenen, vereinzelten Plätzen und ihr Aufsuchen ist ein Risiko für die Tiere. Denn auch die Jäger der Savanne finden sich dort zum Trinken und Jagen ein.image-2015-10-18(8)In langsamem Schritttempo nähert sich unser Fahrzeug dem Wasserloch. Aussteigen ist strengstens verboten in Nationalparks und so reihen wir uns in die Schlange der Beobachter ein, die vom Fahrzeug aus mit Ferngläsern und Teleobjektiven auf die Sichtung von Großwild warten. image-2015-10-18(7)Aber warten muss hier eigentlich Niemand. Einem Pilgerort gleich ist der Aufmarsch der Tiere, die hier auf ihre Chance hoffen, ihren brennenden Durst zu stillen.

Ich greife zur Kamera und verfolge die Wanderung durch meine Linse. Zebras, Kudus, Elands, Gnus & Strauße durchschreiten meinen Blickwinkel. Angespannt ist dabei ihre Körperhaltung. Immer wieder drehen sich die Tiere um, spähen die Umgebung aus und selbst beim Trinken scheinen sie sich nicht zu entspannen.image-2015-10-18(1)Auch ich suche die Gegend nach Löwen, Leoparden und Hyänen ab, kann aber keine Bedrohung für die Tiere ausmachen. Das Stelldichein geht derweil munter weiter. Ein Tier nach dem Anderen findet sich an der Quelle ein, bückt sich, trinkt, horcht auf, beobachtet und trinkt erneut bevor es den Rückzug antritt. Alles geht sehr geordnet und ohne Rangeleien von Statten, fast so als gäbe es einen festen Trinkplan. Aber das ist nicht überall so.image-2015-10-18(9)Denn als wir am Abend das Wasserloch am Halali Camp aufsuchen werden wir Zeuge von einer wilden Auseinandersetzung von sonst so trägen Nashörnern. Tagsüber hatten wir sie noch friedlich schlummernd unterm schattenspendenden Baum erlebt und jetzt rennen diese Tiere wutschnaubend aufeinander zu und rammen sich ihre Hörner entgegen. image-2015-10-18(10)Die Sonne ist längst untergegangen und selbst jetzt wird noch erbittert weiter gekämpft.Gewinner ist das dritte Tier im Bunde, was abseits der Auseinandersetzung seine Chance nutzt und sich im Wasserloch Abkühlung verschafft. Was für ein Schauspiel! Streiten sich Zwei, freut sich der Dritte – das gilt wohl auch in der Natur.

Und so erleben wir den täglichen Kampf ums Überleben aus ganz verschiedenen Sichtwinkeln und Perspektiven. Auch uns durstet es uns nun nach Abkühlung als wir am späten Abend die Quelle verlassen um uns ganz ohne Angst oder Revierkämpfe unser Wasser auf dem Zeltplatz zu genießen.image-2015-10-18(4)

Pirschfahrt mal Anders – Reitsafari durch die Savanne Namibia´s

Auf den Pfaden wilder Tiere durch den afrikanischen Busch reiten und dabei die Ruhe & Stille genießen macht eine Reit-Safari zu einem ganz besonderen Erlebnis. Doch warum genau ist das so? Was macht es so speziell und wie gut muß man vorbereitet sein?image-2015-10-17(58)Der Morgen dämmert, die Sonne streckt sanft ihre Fühler aus und von der afrikanischen Hitze in der Kalahari ist noch nichts zu spüren. Gerade erst erwacht der Tag zu neuem Leben und genau wie ich, scheint auch mein Pferd noch müde zu sein. Sanft streichle ich ihm über die Stirn, suche den Augenkontakt mit dem Tier und versuche Vertrauen zu schaffen. image-2015-10-17(45)1Wohl auch, um mich selbst zu beruhigen, denn eigentlich habe ich großen Respekt vor Pferden und auch jedes Mal gehörig Angst beim Reiten. Doch die Aussicht, eine Safari mal ganz anders zu gestalten und die Neugier auf das neue Erlebnis sind stärker als meine Befürchtungen abgeworfen zu werden.image-2015-10-17(38)So steige ich also voller wildem Herzklopfen in den Sattel meines Pferdes und schon nach den ersten Schritten bereue ich meinen Übermut. Ich fühle mich nicht wohl und es fällt mir schwer die Kontrolle an das Tier abzugeben. Zwar bin ich schon 2x geritten, aber wie man ein Pferd richtig führt habe ich nicht gelernt. An diesem Morgen bin ich die einzige Teilnehmerin der Reit-Safari und mit dem Guide alleine unterwegs. image-2015-10-17(41)Da die Tour auch für Anfänger ausgeschrieben ist, verlasse ich mich darauf, diesmal eine Einweisung zu bekommen. Doch das Englisch meines Guides und seine schüchterne Kommunikation sind nicht gerade eine Hilfe um zu erfahren, wie man so ein Pferd richtigerweise reitet und lenkt. Ich beruhige mich damit, dass das Tier diese Touren kennt, schon weiß was es tut und wohin es traben soll. Aber wohl fühle ich mich nicht.image-2015-10-17(40)Schon gar nicht, als mein Guide das Tempo erhöht und auch mein Pferd nun schneller trabt. Ich hüpfe auf dem Sattel herum und bekomme Angst herunter zu fallen.Verkrampft klammere ich mich fest und versuche nicht aus dem Sattel zu fallen. „Slowly, slowly, please“ rufe ich nach vorne und ziehe die Zügel zu mir. Mein Pferd verlangsamt sofort sein Tempo und wir traben in gemächlichem Schritt weiter. Ich bin erleichtert, dass ich es geschafft habe, das Pferd abzubremsen. Mein Herzschlag beruhigt sich, meine Haltung entspannt sich und ich fasse Vertrauen zu dem Tier.image-2015-10-17(53)Und dann ist da auch der Moment in dem ich mich einfinde in der Umgebung und einen Blick dafür bekomme, welche Schönheit sich mir hier abseits der Pisten offenbart. Die Sonne taucht die Landschaft in warmes Licht und lässt die roten Dünen erglühen, während das kniehohe gelbe Gras und die grünen Büsche den Kontrast dazu bilden und dieses so Kalahari typische Bild prägen, welches ich so liebe. Das ist das pure Afrika für mich. Keine Grenzen, keine Zeichen von Zivilisation, nur Weite so weit das Auge blicken kann und dazu alles perfekt gerahmt durch diese wunderbare und einzigartige Landschaft und ihre Stille.image-2015-10-17(55)Jetzt in diesem Moment in dem ich die Angst überwunden habe und die Landschaft genieße, weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war, eine Reit-Safari zu machen. Kein knatternder Motor eines Jeeps und keine schnatternden Touristen sondern nur das sanfte Schnaufen meines Pferdes begleiten mich. Genau das macht es so speziell auf dem Rücken eines Pferdes die Landschaft zu entdecken.image-2015-10-17(43)Man bewegt sich abseits der Touristenpfade und auf den Fährten der Tiere. Es ist einfach ihren Spuren zu folgen und sich ihnen ganz ungestört zu nähern. Und genauso erlebe ich es auch. Direkt neben mir grasen Spingböcke. Ein kurzer prüfender Blick und sie knabbern weiter an den Grashalmen. Sie nehmen das Pferd und mich nicht als Bedrohung wahr und so lassen sich diese Tiere aus nächster Nähe betrachten. Ich stoppe also mein Pferd und schaue mir diese so wunderbar von der Natur gezeichneten Antilopen an. Erst als sie sich zu sehr beobachtet vorkommen, nehmen sie reiß aus.image-2015-10-17(50)In ruhigem Tempo traben wir weiter und wieder schweift mein Blick über die Weite der Savanne in der Hoffnung weitere Tiere zu erspähen. Doch noch bevor ich etwas entdecke, zeigt mir mein Guide ein großes Erdloch im Boden und erklärt mir, dass hier ein Ameisenbär wohnt, wie dieser lebt und jagt.image-2015-10-17(58) Wie ein Schwamm sauge ich dieses Wissen auf und bin wieder froh in keiner großen Gruppe gestartet zu sein. So habe ich die Möglichkeit in Ruhe Fragen zu stellen und mir alles ganz genau anzusehen. image-2015-10-17(47)Inzwischen fühle ich mich auch im Sattel wohl. Die meiste Zeit trabt das Pferd brav dem Guide nach und stoppt, wenn das andere Pferd zum Stehen kommt. Ich kann es ein Stück weit führen und wenn es mir zu schnell geht, ziehe ich die Zügel und verlangsame unser Vorankommen. Das gibt mir die Möglichkeit entspannt den Erklärungen des Guide zu lauschen, die Landschaft zu genießen und die Tiere beobachten.image-2015-10-17(42)In sicherem Abstand entdecke ich eine grasende Oryx-Antilope und bin stolz sie noch vor dem Guide entdeckt zu haben. Es ist nicht meine erste Safari und inzwischen habe ich einen sehr geübten Blick dafür die gut getarnten Tiere zu erspähen. Wieder stören wir nicht mit unserer Anwesenheit und ich habe fast das Gefühl ein Teil seines Lebensraumes zu sein. Genau das hatte ich mir gewünscht, als ich zur Reit-Safari aufgebrochen bin.image-2015-10-17(48)Über unzähligen roten Dünen führt unser Weg und folgen wir den Spuren im Sand. Die Sonne steht inzwischen hoch am Horizont, Hitze steigt empor und lässt die Umgebung flimmern. Ich bin froh, dass wir an einem erhöhten Punkt rasten und es eine kühlende Erfrischung gibt. Auch bleibt Zeit für ein paar Landschaftsschnappschüsse. image-2015-10-17(54)Ich genieße den Blick auf die Szenerie und streichle mein Pferd zum Dank. Als ich mich nach der Pause wieder im Sattel befinde ist da kein Unwohlfühlen mehr und ich erlaube auch ein gesteigertes Tempo. Zügig geht es jetzt die Dünen hinauf und wieder herunter während wir uns dem Camp nähern.image-2015-10-17(39)Bei unserem heutigen Ausritt begegneten uns zwar keinen Giraffen oder Zebras, aber das ist mir auch nicht so wichtig gewesen. Ich bin nicht im Zoo unterwegs, sondern in der Wildnis und weiß, dass die Natur nicht alle ihre Geheimnisse auf einmal Preis gibt.image-2015-10-17(51)Ich genieße jedes kleine Wunder was hier seinen Lebensraum gefunden hat. Ich lerne viel über die Bewohner der Savanne, ihr Zusammenspiel und ihren täglichen Überlebenskampf und ich genieße es als Reiterin Teil ihres Refugiums geworden zu sein.image-2015-10-17(57)Und ich bin froh, doch den Mut für diesen Ausritt gefunden zu haben und dankbar dafür, dass alles so gut und sicher funktioniert hat. Für mich war es ein besonderes Erlebnis und ich bin mir sehr sicher, dass ich zu gegebener Zeit wieder in den Sattel steigen werde um die Natur vom Pferd aus zu entdecken.

#infoIch habe meine Reitsafari auf der Bagatelle Kalahari Game Ranch in der gemacht. Der Vorteil ist hier, dass man auch als Tagesausflügler teilnehmen kann. Bagatelle hat allerdings auch eine wunderbare Lage um dort in den Cottages zu wohnen oder auf dem Campingplatz zu rasten.

Bist du bei Pinterst?

Reitsafarie-Pirschfahrt-Afrika-Namibia

Hat dir der Beitrag gefallen? Dann teile ihn auf Pinterest mit deinen Freunden! Nutze dazu den Pin-Button.

Zebras, Sprinboecke, Elands und man selbst mittendrin!

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.03.32Getrieben von Neugier saß ich auf dem Rad in Richtung Melkbosstrand. Mein Kumpel hatte mir einen Tipp gegeben, dass es hier direkt in Kapstadt, Zebras, Springböcke und anderes Großwild zu beobachten gibt. Ich hatte mich also auf den Weg zur Koeberg Power Station und dem angeschlossenem Naturreservat gemacht, in der Hoffnung all die Tiere zu sehen, wegen denen ich nach Afrika gekommen war.
Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.59.44Von Blouberg aus, ging es am Meer entlang bis zum Koeberg Power Station. Nachdem ich die Sicherheitskontrolle passiert hatte (sehr spannend bei einem Atomkraftwerk!) war ich doch reichlich gespannt, was ich erleben werde. Ich bin also erstmal drauf los geradelt, um dann direkt an einem großen Feld stehen zu bleiben. Grasende Springböcke, herumtobende Zebras und eine große Herde Elands. Die ich auf Grund fehlender Kenntnis zunächst für Kudus hielt.Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.58.59Ich parke also mein Rad, schnapp mir meine Kamera und pirsche mich an.

Allerdings habe ich auch da noch keine Erfahrungswerte und werde direkt erspäht und mißtrauisch beobachtet. Ich lasse meinen Rücksack liegen und laufe vorsichtig weiter. Die Elands werden nervös. Bauen sich in 5er Reihe auf. Hörner in Angriffsposition. In mir entwickelt sich der Gedanke lieber etwas mehr Abstand zu halten – die Tiere haben eine beeindruckende Größe und Stärke.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.59.21In sicherem Abstand, aber trotzdem noch mit idealer Fotodistanz lasse ich mich im Gras nieder. Mein Fotografenherz hat nämlich Feuer gefangen und will unbedingt ein paar tolle Schnappschüsse. Weiterhin unter den kontrollierenden Augen aller versammelter Herden, versinke ich hinter der Kamera. Ich bin mir nicht sicher, obs am schwarz/weißen Helm lag oder ob Zebras einfach nur neugierig sind, aber die ganze Herde nähert sich mir. Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.58.36Mißtrauisch werde ich umkreist und beeugt. Bis auf 3m kommen die Tiere an mich heran. Ich bin so nervös und aufgeregt, dass ich es kaum schaffe den Fotoapperat zu halten. Einfach mal den Moment genießen. Auge in Auge mit einem Zebra. Ich könnte ausflippen vor Glück! Jetzt werden auch die Elands neugierig. Die gesamte Herde von ungefähr 30 Weibchen und einem Bullen setzt sich in Bewegung und zwar auf mich zu! Mir fällt wieder das youtube-Video „Kudu vs. Mountainbiker“ ein, worin der Radfahrer nieder gerannt wird.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.00.06 Ich überlege wegzulaufen. Traue mich aber nicht und sitze da wie versteinert. Weglaufen, heißt es immer in Naturdokus, ist ein Zeichen von Schwäche und man wird wohl erst Recht attaktiert. In der Gruppe bewegt sich auch der Bulle auf mich zu. Ein riesiger Bulle und man spürt seine Dominanz. Bis auf 15m kommen die Tiere an mich heran. Mein Herz flattert. Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.00.21Aber die Haltung der Elands entspannt sich zusehends und auch die Zebras trollen sich lustig vor meiner Nase rum. Auch ich entkrampfe langsam wieder und mache mutig ein paar Bilder. Völlig überwältigt von diesem Erlebnis. Das wollte ich in Africa erleben. In der Mitte einer Herde sitzen und fotografieren. Das ist es, warum ich nach Kapstadt gegangen bin. Das ist so unglaublich schön! Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.00.45Mein Wildnis-Erlebnis wird jäh unterbrochen, als ein Parkwächter sich mit seinem Wagen nähert und mich zurück pfeift. Er bittet mich höflich etwas mehr Abstand zu halten, da Elands „very, very dangerous“ sind. Das sie sich mir genähert haben, erwähne ich in diesem Gespräch lieger nicht. Ich laufe zu meinem Rücksack zurück, der gerade von einem Zebra beäugt wird. Ich frag mich, ob es wie bei Baboons vorkommt, dass die Tiere sich den schnappen und abhauen. Hab da schon die erstaunlichsten Geschichten gehört. Kurz davor, meinen Rücksack anzuknabbern, weicht das Zebra dann doch zurück, ich schnapp mir meine Sachen und trotte zum Rad zurück.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.01.29Was für ein tolles Erlebnis. Ich bin überwältigt! Und wenn ihr in Südafrika keine Zeit für eine Safari habt, aber auf Wildtiere nicht verzichten möchtet, dann ist das euer Place to be! Denn hier hat man die Chance, Zebras, Springböcken und Co. ganz nah zu sein.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.59.33Das Nature Reserve des Koeberg Nuclear Power Station ist ungefähr 30 km von Kapstadts Innenstadt entfernt. Es befindet sich an der Westküste noch hinter Melkbosstrand. Das Gelände ist etwa 3.000 ha groß und für die Öffentlichkeit zugänglich. Allerdings muss man sich ausweisen können. Fahrräder sind erlaubt. Man kann wunderbar Mountain Biken, Wandern (Dikkop Trail) oder die Tiere beobachten. Es gibt Spingböcke, Zebras, Elands, Strauße und hunderte Vögel. Achtsam sollte man sein und festes Schuhwerk tragen, da es auch Schlangen wie die Cape Cobra gibt. Weitere Infos im Link.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.01.06