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Südafrika Ι SALT & wie man einen Astronomen zu Tode erschreckt

Seit der Schulzeit fasziniert mich der Sternenhimmel über uns und die Chance durch das größte Teleskop auf der Südhalbkugel zu blicken konnte ich mir nicht entgehen lassen. Also bin ich nach Sutherland in Südafrika gereist um SALT, so heißt das South Africa Large Teleskop zu besuchen. Ganz alleine und ohne eine Ahnung zu haben wie Teleskope in dieser Größe wirklich funktionieren.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, Africa„What a fuck are you doing here?“ werde ich angeschriehen. „Oh, I´m sorry Sir“ höre ich mich stammeln und bin jetzt selbst erschrocken über meine unbändige Neugier und das wohl unsittliche Eindringen in das Reich eines Astronomen. Viel zu spät und schon zum Sonnenuntergang bin ich in Sutherland in der Karoo angekommen. Eine Gegend 400 km nordöstlich von Kapstadt gelegen und bekannt dafür den klarsten und dunkeltsen Himmel der Welt zu haben und deshalb prädestiniert für astronomische Erforschungen zu sein.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaAm Eingangstor und auch im Büro finde ich keine Menschenseele, was so völlig untypisch ist für Südafrika, wo man sich ständig mit Pass und Fahrzeugnummer ausweisen muss. Es ist weit nach 17 Uhr und so scheinen alle im verdienten Feierabend zu sein. Ich bekomme nun doch Bedenken SALT nicht mehr entecken zu können, denn mein Zeitplan lässt es eigentlich nicht zu morgen noch mal hierher zu kommen. Also beschließe ich das Feld mit den Teleskopen einfach eigenständig zu untersuchen.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaImmerhin die Schranke ist offen, es gibt kein Verbotsschild und falls ich doch gestoppt werde, könne ich die „Unschuldige-Mädchen-Trumpfkarte“ ausspielen. Also fahre ich den Berg hinauf zu dem Gebiet auf dem neben dem größten Teleskop noch weitere Beobachtungsstationen stehen. Ich parke mein Auto, schnappe mir die Kamera und laufe drauf los. Hier ist wirklich Niemand und so langsam kommt mir das auch komisch vor. Trotzdem nutze ich die Gunst der Stunde fotografiere wild herum. Wer weiß schon ob das sonst erlaubt ist und wann sich je so eine Chance wieder bietet.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaDie Sonne ist längst untergegangen als ich zu meinem Auto zurück trabe. Neben meinem Wagen parkt nun noch ein weiteres Fahrzeug. Bei genauerer Beobachtung und erst jetzt fällt mir auf, dass nun neben vielen der Teleskopen ein Auto steht. Klar! Die Dunkelheit hält Einzug und damit beginnt die Zeit der Astronomen. Wenn ich schon die Führung beim großen Teleskop verpasst habe, könnte ich ja mein Glück in einem der kleineren versuchen. Ich wittere meine Chance doch noch mehr über SALT zu erfahren und in den Genuss des Sterneguckens zu kommen.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaIch wackel also frohen Mutes auf eines der kleineren Gebäude zu in dem ich gerade eine Person habe verschwinden sehen. Vergeblich suche ich eine Klingel und klopfe dann an die Tür. Erst ganz vorsichtig und nach einer ganzen Weile auch mit Nachdruck. Keine Reaktion. „Ob die Tür verschlossen ist?“ frage ich mich. Langsam drücke ich die Klinke herunter und tatsächlich, die Tür öffnet sich und ich trete ein.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaLichtschalter finde ich keinen und mich umgibt finsterste Nacht. Langsamen Schrittes wage ich mich nach vorne, taste die Wände entlang und versuche die nächste Tür zu finden. Ein paar schüchterne „Hello“ „Hello“ entfahren mir. Noch könnte ich ja unentdeckt den Rückzug antreten. Mein Entdeckergeist ist allerdings stärker und die Neugier treibt mich voran. Auch im nächsten Raum herrscht Finsternis, aber diesmal kann man wenigstens noch Umrisse erkennen. Ich schiebe mich die Treppen hinauf, während sich meine Augen zunehmend an die Finsternis zu gewöhnen scheinen.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaMein Herz pocht wie wild, ich höre meinen eigenen Atem aber sonst rein gar nichts. Als ich die Stufen erklommen habe und den nächsten Raum betrete kann ich schemenhaft die Umrisse eines Teleskops erkennen. „Jetzt bloß nichts umrennen, das könnte teuer werden.“ denke ich mir. Plötzlich und völlig unvermittelt öffnet sich die Tür neben mir und im nächsten Moment höre ich einen erschrockenen Schrei der durch Mark und Bein geht. Der Mann der den Raum betreten hat, hat wohl nicht mit Besuch gerechnet. Ich bin nicht weniger zusammengefahren und stammel schnell eine Entschuldigung. „Die Tür war nicht geschlossen und ich wollte doch nur…“ Jetzt bin ich wirklich das kleine unschuldige und verschrockene Mädchen und muss gar nicht schauspielern. Es tut mir wirklich leid den armen Mann derart erschreckt zu haben.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaDer ältere Herr nimmt es mit Humor „Ich sollte mir wohl angewöhnen, die Tür zu zuschließen“. Freundlich bittet er mich in seine Räumlichkeiten und lässt mich erklären, was mich zu ihm geführt hat. Offenbar imponiert es ihm, das eine Frau alleine den Weg nach Sutherland gefunden hat und sich offenbar so sehr für Astronomie interessiert, dass sie auch vor unbefugtem Zutritt nicht zurück schreckt.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaIch darf also bleiben und sehe mich erst mal im Kämmerchen um, während der Herr Astronom sich Zeit zum Hochfahren seiner Gerätschaften erbittet. Alles hier erinnert eher an einen Agentenfilm aus den 70igern und weniger an eine hochmoderne Anlage. Alte Tastentelefone, staubige Papiere und Computer der Windows 3.11 Generation. Zugegeben liefen die damals auch am stabilsten also warum sollte man dann upgraden? Ich schmunzel vor mich hin bei diesem Gedanken.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaInzwischen ist das Teleskop auf die nächtliche Beobachtung ausgerichtet, der Computer hochgefahren und der Herr Astronom zum Gespräch bereit. „Wissenschaftler aus ihrer Routine zu reißen wird mir sicherlich nicht wieder passieren, sie wirken dann ganz schön verstört.“ denke ich mir bei unserem doch etwas holprigen Gespräch. Auch reden sie wohl nicht so gerne also erkläre ich erst mal. Ich bereichte, dass ich eigentlich aus Deutschland komme, das ich Astronomie in der Schule geliebt habe und es sehr bedauere, dass dieses Fach heute nicht mehr unterrichtet wird. Mein Astronom taut nun doch etwas auf und beginnt mir von seiner Arbeit zu erzählen.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaDas die Wissenschaftler immer zum Sonnenuntergang hierher kommen und ihren Beobachtungsposten beziehen. Für paar Wochen machen sie das so jede Nacht und nur alle 6 Wochen fahren sie zu ihren Familien nach Hause. Tagsüber wird geschlafen und eigentlich haben sie auch nicht viel Kontakt zur Außenwelt. Jeder verbringt die Nacht alleine in seinem „Teleskophäuschen“ und geht ungestört seiner Arbeit nach.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaWir widmen uns nun seinem Tagwerk. Auf einem uralt schwarz/weiß Monitor flimmert eine Art Radarfilm, was mich wieder an Filme aus dem kalten Krieg erinnert. Er zeigt mir zwei Punkte und erklärt, dass er Doppelsterne beobachtet und wie mühselig das sei. Er erforsche, wie diese beiden Punkte sich zueinander verhalten. Ob einer der Beiden ein Mond sei oder ob es sich wirklich um zwei Planeten handle. Ich frage mich allen Ernstes wie in einem modernen Zeitalter noch so gearbeitet werden kann?* Laut äußere ich diesen Gedanken aber nicht, es wird schon seine Berechtigung haben und nur weil ich keine Ahnung habe, werde ich nicht anmaßend.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaAllerdings hatte ich mir das Sternegucken hier schon ganz anders vorgestellt. Ich dachte man schaut durch das Teleskop und nicht auf einen flimmernden Monitor. Ich lerne also den Unterschied zwischen interessierter Himmelsbeobachtung und wissenschaftlicher Arbeit. Nicht so ganz das was ich mir mit meiner blühenden Vorstellungskraft von SALT ausgemalt hatte. Ich dachte, ich könnte durch das Teleskop bliken und bis in die entferntesten Galaxien schauen. Nach zwei lehrreichen Stunden verlasse ich das Refugium wieder und bin immer noch völlig hin und hergerissen ob ich nun fasziniert oder enttäuscht sein soll. Zwar war es ein Erlebnis einem echten Astronomen bei der Arbeit zu zuschauen aber neue Welten habe ich dabei eben nicht entdeckt.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaAls ich das Gebäude verlasse, stocke ich und bin ich sprachlos. Denn über mir offenbart sich jetzt die ganze atemberaubende Schönheit des Nachthimmels wie ich ihn nie zuvor – auch nicht in Afrika – gesehen habe. Ein schwarzer Himmel und auf ihm Millionen von funkelnder Diamanten in Form von Sternen. So atemberaubend schön, so tiefgehend und bewegend, dass ich noch im gleichen Moment Tränen in den Augen habe. Erinnern sie mich doch daran, warum ich nach Sutherland zum South African Largest Teleskope gekommen bin. SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaIch liebe es in den Sternenhimmel zu schauen, Gedanken kreisen zu lassen und Dinge darin zu entdecken, die andere nicht sehen. Mein Astronom bemerkt meine Fassungslosigkeit und lenkt charmant um, indem er mir Galaxien im Nachthimmel zeigt. Das kann sich keiner vorstellen, denn natürlich sieht man die Milchstraße gestochen scharf, aber das man sogar einzelne Galaxien mit bloßen Auge betrachten kann, das haut mich um. Lange betrachten wir gemeinsam den Himmel und völlig unvermittelt sagt er: Vor lauter Beobachtung und Wissenschaft hab ich ganz den Blick für diese Schönheit verloren. Ein wenig stolz blicke ich ihn, denn offensichtlich habe ich ihn daran erinnert.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaSpannend wird dann auch die Rückfahrt von SALT nach Sutherland, denn Astronomen mögen überhaupt keine „Lichtverschmutzung“ so nennen sie störendes Umgebungslicht und ich habe die strikte Anweisung die nächsten 10 km komplett ohne Licht zu fahren. In unsicheren Situationen ist es mir gerade noch erlaubt kurz den Blinker mit orangenem Schein zu benutzen. Und ich wiederhole hier noch mal, es ist der dunkelste Platz der Erde und ich soll ohne Licht das Gelände verlassen, den Berg hinunter rollen und den Weg finden. Mit einem mulmigen Gefühl löse ich die Handbremse und rolle los.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaMeine Augen haben sich schon sehr gut an die Finsternis gewöhnt und zu Fuß wäre das sicherlich auch machbar, aber ein Auto in kompletter Dunkelheit zu lenken, das verlangt mir schon einigermaßen Vorstellungsvermögen ab. In weniger als Schrittgeschwindigkeit und mit geöffnetem Fenster rolle ich den Berg hinunter und bete inständig, dass ich nicht von der Straße abkomme und verunfalle. Noch dazu bin ich ganz alleine in der finsteren Nacht in fremder Umgebung unterwegs und ich muss mich wirklich zusammenreißen meine Ängste unter Kontrolle zu halten. Ich beruhige mich damit, dass hier sicherlich niemand wartet, um einen Touristen zu überfallen. Wahrscheinlich ist das nicht nur der dunkelste Platz der Welt, sondern auch noch der Sicherste. Und hey, was man nicht sieht, kann man auch nicht überfallen. Als die 10 km hinter mir liegen bin ich trotzdem froh wieder mit Licht fahren zu dürfen.SALT, South Africa Large Teleskop, Südafrika, South Africa, AfricaAn diesem Abend bin ich in voller Glückseligkeit eingeschlafen und direkt am nächsten Morgen wieder in Richtung SALT gestartet. Diesmal das volle Touristenprogramm und mit Besichtigung der Anlage. Doch neben allem was ich dort dazu gelernt habe, bleibt doch der Abend beim Astronomen für mich am stärksten in Erinnerung.
#infoDie Southern African Large Telescope (SALT) ist das größte einzeloptische Teleskop der südlichen Hemisphäre und gehört zu den größten der Welt. Es hat ein sechseckiges Primärspiegelfeld 11 Meter breit, mit 91 einzelnen 1m sechseckigen Spiegeln. SALT ist an der South African Astronomical Observatory (SAAO) Feldstation in der Nähe der kleinen Stadt Sutherland gelegen, in der Provinz Northern Cape, etwa 400 km von Kapstadt entfernt. SALT wird von einem Konsortium aus internationalen Partnern aus Südafrika, den Vereinigten Staaten, Deutschland, Polen, Indien, Großbritannien und Neuseeland gefördert.
Quelle: http://www.salt.ac.za/

*Übrigens im größten Teleskop wird mit hochmoderner Technik und Flachbildschirmen gearbeitet. Nur die „Länderversionen“ sind nicht immer ganz so gut ausgestattet

 

Versunken im Blütenmeer – Flowersaison im West Coast National Park

Ganze Blütenmeere locken die Menschen jedes Jahr am Ende des südafrikanischen Winters in die Natur und in die südafrikanischen Nationalparks. Weltruhm erreicht hat inzwischen das Namaqualand, welches jährlich zwischen August und September tausende Besucher anlockt, um diesem Schauspiel beizuwohnen.BlütenmeerFast noch ein Geheimtipp hingegen ist der West Coast National Park, der ebenso wunderschön erblüht und von Kapstadt aus schnell zu erreichen ist: Er liegt etwa 100 Kilometer nördlich an der R27 in Richtung Langebaan. Der West Coast National Park wurde 1885 eingerichtet, um die einzigartige Flora und Fauna vor Zerstörung zu bewahren.Bildschirmfoto 2015-08-05 um 16.53.39Mit 256 verschiedenen Vogelarten gehört er zu den bedeutesten Vogelschutzgebieten der Welt und ist damit ein Magnet für Ornithologen und Interessierte. Bekannt wurde der Park auch, weil hier die ältesten Fußabdrücke eines Homo Sapiens gefunden wurden. Ausgestellt sind diese jetzt in einem Kapstädter Museum.Bildschirmfoto 2015-08-05 um 16.52.20Wir haben uns einen ganz besonderen Tag ausgesucht, um in den West Coast National Park zu fahren. Es ist wunderbar warm, der Himmel ist strahlend blau und die Sonne lächelt uns entgegen. An der Strecke werden wir von Giraffen überrascht, die im anliegenden “Büffelfontain-Park” grasen. Natürlich halten wir für einen kurzen Fotostop und sind trotzdem nach nur einer Stunde Fahrt von Kapstadt aus am Ziel.Bildschirmfoto 2015-08-05 um 16.48.53Durch den Park fährt man am besten langsam und sehr wachsam. Natürlich auch, um die Landschaft zu genießen, aber hauptsächlich wegen der vielen Schildkröten, welche die Straße kreuzen, sich am Rand sonnen oder mitten auf dem Weg rasten. Ein besonderes Spektakel ist es jedoch, wenn diese putzigen Zeitgenossen die Beine in die Hand nehmen und über die Wege flitzen. Man ist durchaus geneigt, ihnen am liebsten nachzulaufen, sie einzufangen und sie mit nach Hause zu nehmen. Was natürlich strengstens verboten ist.Bildschirmfoto 2015-08-05 um 17.59.40„Uns lockt es zunächst in die Lagune des Parks.“

Sanft eingebettet liegt sie in der Landschaft, das Wasser ist türkisblau, seicht und für die Westküste angenehm warm. Am Sandstrand kann man wunderbar mit Decke und Picknickkorb in der Sonne entspannen und einfach nur genießen.Bildschirmfoto 2015-08-05 um 16.47.47Der Blick schweift über das Wasser, zu den typischen Hausbooten und als aufmerksame Beobachter entdecken wir hier auch gleich die Vogelvielfalt des Parks. Selbst für mich als Nicht- Ornithologen ein Erlebnis.

Bildschirmfoto 2015-08-06 um 13.48.46Grellgelbe Vögel, die munter zwitschern und geschickt ihre Nester flechten. Diese hängen wie kleine Coucons von den Bäumen. Im knietiefen Wasser entdecken wir Flamingos, die anmutig auf Beute warten und im Sand schlendern verliebte Turteltäubchen.Bildschirmfoto 2015-08-05 um 16.47.32Für uns geht es unterdies in den oberen Teil des Parks weiter. Das so genannte „Postberg Nature Reserve“ ist nur speziell zur Blütezeit zugänglich. Vor uns erstrecken sich sanfte Hügel, leicht abfallende Täler und eine Blütenpracht, wie ich sie vorher nie gesehen habe.Bildschirmfoto 2015-08-05 um 16.52.41Wir halten, ich schnappe mir die Kamera und springe aufgeregt aus dem Auto, um direkt abrupt zu stoppen: Ich habe die Augen geschlossen, atme tief ein und inhaliere den Duft von Millionen Blüten. Kein Parfum dieser Welt ist gleichzeitig so zart, so intensiv, so flüchtig und doch so direkt, so unglaublich berauschend in seinem Bouquet.

Bildschirmfoto 2015-08-05 um 16.49.24Ich öffne die Augen und stehe vor einem Blütenmeer.

Ihre bunten Köpfchen strecken sie der Sonne entgegen. Ein Teppich voller leuchtender Farben umgibt mich. Eine Pracht, wie Sie nur die Natur zaubern kann. Nachdem wir ausgiebig all den Blütenzauber bestaunt haben, jedes Bienchen und jeden Schmetterling beobachtet und fotografiert haben, picknicken wir noch ausgiebig im Farmhaus.Und bevor es wieder zurück nach Kapstadt geht, nehme ich noch einen tiefen Atemzug zum Abschied, so als könnte man den Duft in sich konservieren.Bildschirmfoto 2015-08-05 um 16.49.48Wir hatten einen wirklich wunderbaren Tag in diesem Garten Eden und jeder, der Natur und Blumen liebt, sollte sich die Zeit nehmen, einen Abstecher in einen der Parks, zur Blütezeit, zu machen.Bildschirmfoto 2015-08-05 um 16.53.20Der West Coast National Park ist ca. 1.5h Fahrt von Kapstadt entfernt. Der Park ist zu jeder Jahreszeit sehr sehenswert und bietet jede Menge Freizeitmöglichkeiten: Wanderwege wie dem Bakoor Trail, Cycling Route Trail, Strandveld Trail, Postberg Trail und Steenbock. Oder Ihr macht Euch auf zum Küstenwald, der zu Vogelbeobachtung und Walwatching einlädt. Ihr könnt Schwimmen, Picknicken oder kayaken gehen.Bildschirmfoto 2015-08-06 um 13.48.20#infoDie Blütezeit ist immer zum Ende des südafrikanischen Winters und mit Beginn des Frühlings in den Monaten August und September – jeweils abhängig wie hartnäckig der Winter sich hält. Das Postberg Nature Reserve ist immer nur in der Zeit 1.8. – 30.9. geöffnet!

Aktuelle Öffungszeiten & Preise erfahrt ihr über die offizielle Sanpark-Seite. Die Wild Card wird in diesem Park akzeptiert und kann euch Geld sparen. Hier der Link zum Park, der aber auch telefonisch erreichbar ist (Rufnummer: +27 (0) 22 772 2144).Bildschirmfoto 2015-08-05 um 16.50.07Blumige Paradiese – vielleicht nicht in dieser Dimension – gibts sicherlich auch in Deiner Nähe… beim Alpenblühen, im botanischen Garten oder im Tropenhaus.

Also, worauf wartest Du noch? #get up & rock

Unterwegs in Südafrika mit South African Tourism

Während meiner Zeit in Kapstadt habe ich für South African Tourism in Deutschland über das Traumland am Kap berichtet. Meine schönsten Geschichten findet Ihr in den Links:Leni SA

Cape Argus Radrennen − die Herausforderung:

https://www.dein-suedafrika.de/reiseberichte/stories/herausforderung-cape-argus/

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Chapmans-Peak-Drive die Straße der Träume:

https://www.dein-suedafrika.de/reiseberichte/stories/strasse-der-traeume/

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Houte Bay Harbour Market:

https://www.dein-suedafrika.de/reiseberichte/stories/suedafrikanisches-markttreiben/

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Flower-Saison in Südafrika. Unterwegs im Westcoast Nationalpark:

https://www.dein-suedafrika.de/reiseberichte/stories/blumen-soweit-das-auge-reicht/

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Roadtrip entlang der Route 62 & Zwischenstop bei Ronnys Sexshop:

https://www.dein-suedafrika.de/reiseberichte/stories/roadtrip-zu-ronnies-sexshop/

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Paragliden in Kapstadt:

https://www.dein-suedafrika.de/reiseberichte/stories/paragliding-in-kapstadt/

Bildschirmfoto 2015-07-15 um 16.20.37

Ziplinen im Blyde River Canyon:

http://www.dein-suedafrika.de/reiseberichte/stories/big-swing-big-fun

Bildschirmfoto 2015-07-15 um 16.55.06

Wandern durch das Silvermine-Gebiet hinauf zum Elefantenauge:

http://www.dein-suedafrika.de/reiseberichte/stories/das-elefanten-auge

Bildschirmfoto 2015-07-15 um 16.37.39

Cederberge. Oase der Ruhe und Schönheit:

http://www.dein-suedafrika.de/inspiration/oase-der-ruhe-und-schoenheit/

Bildschirmfoto 2015-07-15 um 15.53.45

Sanipass, der höchste Pub von Afrika & Lesotho:

https://www.dein-suedafrika.de/inspiration/selbstgespraeche-am-sanipass/

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Nicht umsonst gescharrt. Soziales Engagment in Südafrika

Sandra hat für elf Wochen ihren Arbeitsplatz in einer Werbeagentur gegen eine Stelle als Projektmanagerin in einer sozialen Investmentfirma in Südafrika getauscht. Warum sich dieser Perspektivwechsel lohnt, hat sie für Couchabenteurer aufgeschrieben.Sandra Projekt“Sandra, keine Henne scharrt umsonst.“ Das war die Reaktion meines Großvaters, als ich ihm erzählte, dass ich für einige Wochen unbezahlten Urlaub nehme, um ehrenamtlich in Südafrika zu arbeiten. Mein Plan war für ihn vollkommen unverständlich. Seine Antwort darauf für mich ebenso. Ich wollte ein neues Abenteuer und Arbeitserfahrung außerhalb des bekannten Büroalltages sammeln. Und nicht zuletzt: Zeit in Südafrika verbringen. Das Land, in das ich mich verliebt hatte, als ich vor vier Jahren das erste Mal nach Kapstadt reiste. Für mich waren das ausreichend Gründe, um mit der Planung meines Social Sabbaticals zu starten.

Gesagt. Getan. Bei der Suche nach der passenden Tätigkeit half mir ein Beratungsunternehmen, welches mich auf eine Stelle als Projektmanagerin bei Heart Capital, einer sozialen Investmentfirma, aufmerksam machte. Nach einem Skype-Interview mit der Co-Gründerin war schnell klar: Heart Capital und ich passen gut zusammen. Die Investmentfirma finanziert und baut in den Townships rund um Kapstadt kleine Unternehmen auf. Das Portfolio ist vielfältig, drei Themen stehen aber immer im Vordergrund: Zugang zu gesunden Lebensmitteln, Umweltschutz und Förderung von Unternehmertum. Es geht nicht um Charity, sondern darum, profitable Unternehmen in den benachteiligten Communities nachhaltig zu etablieren. Das gefiel mir besonders gut.

image-2015-09-12(15)Der Tag der Abreise war schnell gekommen. Einige Kollegen hatten sich bereit erklärt, meine Projekte in der Agentur vertretungsweise zu übernehmen. Meine Wohnung in Berlin war untervermietet und ein kleines Apartment in Kapstadt gefunden. Das Abenteuer konnte beginnen.

Der erste Arbeitstag in Südafrika gleich die erste große Herausforderung: Die richtige Aussprache der Xhosa-Namen meiner neuen Kollegen. Klingt einfach, ist es aufgrund zahlreicher unterschiedlicher Klicklaute der Xhosa- Sprache aber nicht. Von Peter, dem Gründer von Heart Capital, erhielt ich eine ausführliche Einweisung in alle Projekte und fuhr am Ende des Tages mit einer langen To-Do-Liste für die nächsten Wochen nach Hause.

Peter hatte 15 Jahre lang an der Börse in Johannesburg als Investmentbanker gearbeitet, bevor er sich entschloss, Heart Capital in Kapstadt aufzubauen. Den Anzug hatte er abgelegt, das Arbeitstempo der Börse nicht. Daher hatte es Heart Capital auch geschafft, innerhalb kürzester Zeit im Township Philippi vier kleine Unternehmen zu gründen. Alle Unternehmen sind örtlich und organisatorisch an einem zentralen Ort, dem sogenannten “Social Innovation Hub“, gebündelt. Der Hub in Philippi ist so erfolgreich, dass Heart Capital zwei weitere Hubs in benachbarten Townships aufbauen konnte.image-2015-09-12(13)Meine Aufgabe war es, organisatorische Abläufe und Prozesse für die Unternehmen zu entwickeln, die auf alle Standorte übertragen werden können. Das Ziel von Heart Capital ist es, „Social Innovation Hubs“ in einem Franchise-System über ganz Südafrika verteilt aufzubauen.

Für den Standort in Philippi habe ich das operative Management übernommen, um zu überprüfen, ob die Prozesse sinnvoll und für alle im Team praktikabel sind. Zudem habe ich zusammen mit meinen Kollegen in Deutschland Marketingmaterialien für eines der Unternehmen entwickelt.

Ich habe in den elf Wochen bei Heart Capital viel über die Herausforderungen und Chancen von Social Entrepreneurship in Südafrika gelernt. Vor allem aber habe ich erlebt, dass der persönliche und berufliche Erfolg hauptsächlich von einem Faktor abhängt: der eigenen Motivation. Keiner meiner Kollegen im Township hatte einen Universitätsabschluss, einige von ihnen waren kaum länger als fünf Jahre zur Schule gegangen. Aber sie haben an ihr Unternehmen und an ihre eigene Fähigkeit, dieses erfolgreich zu führen, geglaubt. Motivation, Kreativität und Durchhaltevermögen versetzen Berge.Sandra ProjektIn den südafrikanischen Townships, genauso wie bei uns zu Hause in Deutschland. Das Wichtigste dabei ist, dass jeder von jedem lernen kann; egal ob jung oder alt, ob reich oder arm, ob schwarz oder weiß. Sicher habe ich mit meinen Projektmanagementkenntnissen die Organisation der Unternehmen verbessern können, aber ohne die Begeisterungsfähigkeit meiner Kollegen vor Ort hätten meine Excel-Listen niemals den Eingang in den Arbeitsalltag gefunden. Ein afrikanisches Sprichwort besagt “Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Aber wenn du weit gehen willst, geh mit anderen“. Diese Philosophie des Gemeinsinns, die man in Südafrika als “Ubuntu“ bezeichnet, steht sicher oft im Gegensatz zu unserer individualisierten Leistungsgesellschaft. Ich habe in meiner Zeit in Südafrika gelernt, dass der Erfolg eines Teams oft sehr viel nachhaltiger ist, als der eines Einzelkämpfers.

Habe ich also “umsonst gescharrt“, wie mein Opa sieben Monate zuvor am sonntäglichen Mittagstisch behauptete?

Nein! Ganz sicher nicht.

image-2015-09-12(14)Worum gehts genau bei Heart Capital und wie kann man sich engagieren?
Mehr Infos hat Sandra für Dich im Link zusammen gefaßt oder schreib ihr einfach Deine Frage.

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