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Kgalagadi Transfrontier Park – Infos & Fakten für deinen perfekten Trip!

Der Kgalagadi Transfrontier Park ist ein Wildreservat welches in der Kalahari Region Südafrikas und Botswanas liegt und mit seinen Ausmaßen zu den größten Naturschutzgebieten der Welt gehört.image-2015-10-23(7)Der Park bietet eine majestätische und schier unendliche Wüstenlandschaft mit wandernden Herden von Gnus, Eland & Oryx-Antilopen, Springböcken und einer Fülle von Raubtieren wie Löwen, Geparden und Leoparden. image-2015-10-23(9)Die Kalahari-Wüste mit ihren endlosen roten Dünen, mit einzigartiger Flora und einer Artenvielfalt von epischem Ausmaß ist Anziehungspunkt tausender Naturliebhaber, Fotografen und Naturwissenschaftler jedes Jahr. image-2015-10-23(14)Das Naturschutzgebiet welches Gebiete beider Länder einschließt wurde im Jahre 1999 aus dem Kalahari Gemsbok National Park in Südafrika und dem angrenzenden Gemsbok National Park von Botswana gegründet und offiziell am 12. Mai 2000 von den Präsidenten beider Länder eröffnet.image-2015-10-23(19)Er umfaßt eine Gesamtfläche von 37.256 km² und seine natürliche Grenze bildet der Nossub River. Ziel des Parks ist es das Wild ungehindert und ohne Grenzen auf seinen uralten Pfaden zu Wasserlöchen, Lebensräumen und Nahrung ziehen zu lassen, was für das Überleben in der Wüste elementar wichtig ist. Der Name Kalahari wurde aus dem Kgalagadi WortMakgadikgadi“ abgeleitet und bedeutet in Tswana „Das große durstiges Land“ oderSalzpfanne“. image-2015-10-23(11)Noch immer gibt es Urweinwohner im Park. Die Mier & Khomani San – oder auch Buschmänner genannten Urvölker dieser Gegend haben von der südafrikanischen Regierung einen Teil des Landes zugesprochen bekommen. Reiten Reitsafari Safari Landschaft KalahariDieser nennt sich Ae!Hai Kalahari Heritage Park und wurde auch dazu geschaffen eine „Dark Sky Protection“ Zone zu bilden und den für diesen Bereich einzigartigen schwarzen und von Lichtverschmutzung nicht betroffenen Bereich zu schützen.SALT Milky Way Milchstraße SterneDie Gegend des Kgalagadi Transfrontier Park wird durch das halbtrockene Klima geprägt. Die Niederschlagsmenge liegt bei 100 mm im Südwesten bis 350 mm im Nordosten des Parks. Mit Regenfällen ist in der Hauptsache zwischen November und April zu rechnen. image-2015-10-23(12)Dabei können diese mit Platzregen, dramatischen Gewittern, starken Windböhen und Staubstürmen einhergehen. In den Wintermonaten kommt es vor, dass die Bodentemperatur 25°C niedriger als die Temperatur der Luft ist. Auch Bodenfrost ist möglich. image-2015-10-23Die Landschaft von wird von alten, ausgetrockneten Flussbetten des Auob und des Nossob, sowie farbreichen Sanddünen, Salzpfannen, offenen Ebenen und flachem Buschfeld bestimmt. image-2015-10-23(16)Die spärliche Vegetation besteht in der Hauptsache aus Büschen sowie Grasland, allerdings sind auch Akazien und Kameldorn-Bäume zu finden, die dankend als Schattenspender von zahlreichen Tieren angenommen werden. image-2015-10-23(18)Das Buschland wird dichter je mehr man sich dem Süden nähert. Die Kgalagadi Pfannen sowie deren Flüssläufe werden von hohen Dünen umgeben. Die Pfannen füllen sich mit Wasser während der Regenzeit und enthalten nährstoffreiche Böden und Salzeimage-2015-10-23(13)Trotz der harschen Lebensbedingungen ist die Kalahari ein wichtiger Lebensraum und sie ist bekannt für einzigartige an die Wüste angepassten Säugetiere, Vögel, Reptilien und Nagetiere. Allein 58 Säugetierarten finden im Kgalagadi eine Heimat. image-2015-10-23(10)Er ist Lebensraum für mehrere Antilopenarten wie Springbock und Oryxantilope (auch als Gemsbok bezeichnet), Kuhantilope (Hartebeest) und Elenantilope (Eland).image-2015-10-23(8)Berühmt geworden sind die Kalahari Löwen, deren Mähnen bei den erwachsenen Männchen schwarz gefärbt sind. Leider gibt es zum Bestand der einzelnen Tierarten im Park keine gesicherten Angaben. image-2015-10-23(2)Mit 245 Arten von Vögeln ist der Park weit über seine Grenzen bei Liebhabern bekannt, die extra zum „Birdwatching“ anreisen.image-2015-10-23(1)Im Park gibt es 3 große eingezäunte Camps dazu gehören, das Twee Rivieren, Nossob und Mata Mata. Außerdem hat man die Möglichkeit in einem der 6 Wildernesscamps zu übernachten.image-2015-10-23(4)Für die Anreise sind die Tor-Öffnungszeiten, sowie die Fahrtzeiten (bei 30km/h) zu den Camps zu beachten, da es strikt verboten ist bei Dunkelheit im Park zu fahren.image-2015-10-23(6)Ein Geländefahrzeug ist zwar bei Parkeintritt nicht vorgeschrieben, aber es empfiehlt sich ein Allradfahrzeug (4×4) zu führen, da für die Wildernesscamps „Bitterpann“ und „Gharagab“ ein solches Allradfahrzeug vorgeschrieben ist.image-2015-10-23(15)Es gibt 3 Tankstellen im Twee Rivieren, Nossob und im Mata Mata Camp. Das Mitführen eines Benzinkanisters ist wie überall in der Wildnis von Afrika dringend anzuraten.image-2015-10-23(17)Im Park ist das Aussteigen aus dem Fahrzeug strikt verboten. Nur in den Camps oder an speziellen Rastplätzen darf das Fahrzeug auf eigenes Risiko verlassen werden.image-2015-10-23(3)Besondere Ein- und Ausreiseformalitäten sind nicht nötig, wenn Ein- und Ausreiseland dasselbe sind.#infoWir waren im Februar 2015 im Kgalagadi Transfrontier Park. Dabei hatten wir wunderbare Tiermomente die ich in einem gesonderten Blogpost zusammengefaßt habe. Zum Artikel gelangst Du durch klicken auf LINK.

Südafrika – Wenn die Natur ihre Wunder offenbart. Eine Bootsfahrt in der Langebaan Lagune

Ich bin unterwegs mit meinem guten Freund Craig, der mich übers Wochenende ins Haus seiner Eltern in Langebaan an der Westküste einladen hat. Zusammen mit seinem Dad starten wir zu einer Bootstour in der Lagune. Wir haben die Leinen gelöst und schippern gemütlich mit unserem kleinen Gefährt durch ruhiges Gewässer. Die Sonne kitzelt meine Nase, ich blinzle in den wolkenlosen Himmel und bin umgeben von türkisblauem Wunderwasser. Zumindest empfinde ich es so. Segelboot BootEs ist ein herrlicher Tag und die beste Gelegenheit die Seele baumeln und sich treiben zu lassen. Ich genieße die Gesellschaft der Beiden. Wir plaudern über die Unterschiede deutscher und südafrikanischer Kultur und Traditionen. Erzählen von unserem bisherigem Leben und lachen über alte Anekdoten. Ich liebe das! Den direkten Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern. Ich könnte ihren Geschichten für Stunden lauschen ohne müde zu werden und ich empfinde es als Riesen Glück sie gefunden zu haben.CraigDer Tag könnte also gar nicht perfekter sein, als sich am Horizont plötzlich eine dunkle Wolke formt und ein riesiges schwarzes Ungetüm sich uns unbeirrt nähert. Es ist mit bloßem Auge nicht auszumachen was da vor sich geht. Erst als wir wirres Kreischen in der Ferne vernehmen, können wir mit Bestimmtheit sagen was es ist.KormoraneUns nähern sich tausende und abertausende von Kormoranen! Ein riesiger, schier endloser Schwarm fliegt über dem seichten Wasser ein. Uns stockt der Atem. Craigs Dad ist fassungslos. Seit seiner Jungend besucht und lebt er an der Lagune, aber so ein Schauspiel hat er noch nie zuvor erlebt. Ununterbrochen überfliegen oder wassern die Vögel um uns herum.KormoraneDas aufgeregte Treiben nimmt kein Ende. Immer mehr Vögel fliegen ein und ihr riesiger schwarzer Schleier hat sich wie ein Teppich über das Wasser gelegt. Ihre Zahl lässt sich nicht messen, nicht mit dem Auge erfassen und nicht mit Phantasie beziffern. Zu viele Tiere, zu viel Bewegung und Aufregung ist da vor uns im Wasser. Wir stehen wie angewurzelt auf dem Boot und betrachten was sich vor unseren Augen abspielt. Der Motor ist abgeschaltet und wir schweigen uns an. Keiner will diesen Moment zerstören, denn eins wissen wir ganz genau, so ein Naturschauspiel erlebt man nur einmal im Leben.KormoraneWir beobachten die aufgeregten Tiere. Sie flattern umher, landen auf dem Wasser, tauchen ab, schnattern herum und starten erneut. Überall um unser Boot das gleiche ausgelassene Treiben. Über 20 min. nimmt der Strom an Vögeln nicht ab und wir sind gefesselt von diesem Naturschauspiel. Dann verlässt uns der letzte Vogel. Bedächtig und kopfschüttelnd fragen wir uns, was das gerade war. Was hat all diese Vögel hier her gebracht? War ein Fischschwarm in der Lagune? Sammeln sie sich zum Weiterflug? Wir sind absolut ahnungs- und ratlos.KormoraneWir werfen den Motor wieder an und setzen unsere Fahrt fort. Doch diesmal ist es still, denn noch immer sind wir aufgewühlt und haben die Bilder dieser prächtigen Vögel im Kopf. Noch immer beschäftigt uns die Frage nach dem „Warum?“Mykonos HafenAls wir den Hafen erreichen, können wir es nicht abwarten allen Daheimgebliebenen von unserem Erlebnis zu erzählen. So wunderbar, so einzigartig, so unbeschreiblich und kaum in Worte zu fassen, war unsere Entdeckung. Wir sind einfach nur unglaublich dankbar, dass wir einem solchen Schauspiel beiwohnen durften. Perfekter und erinnerungswürdiger kann ein Tag fast gar nicht sein.

Das Video zum Schauspiel findest Du hier:

Special thanks to my South African friend Craig and his family for this remarkable weekend and the lovely boots tour. It will forever stay in my mind!

#infoMit diesem Artikel beteilige ich mich an der Reisespatz Blogparade zum Thema „Mein schönstes Naturerlebnis auf Reisen„.
Danke an Sabine für diese schöne Idee mit der ich mit diesem Artikel auch gerne teilnehme.

Hast du auch schon so wunderbare Erfahrungen in der Natur machen können? Was beeindruckte dich am Meisten? Erzähl mir von deinem speziellen Moment im Kommentarfeld und lass mich teilhaben!

Beten kann Leben retten – die erste Taxifahrt in Brasilien

„Alter, ich will heute nicht sterben. Ich bin doch grad erst hier angekommen“ So schreit es in mir, bei unser Fahrt vom Flughafen in unsere neue brasilianische Bleibe in Canaã dos Carajás. Das Taxifahrer, wenn sie nicht grad nach Taxometer bezahlt werden, es immer eilig haben ist ein weltweites Phänomen. Ich kenne auch die Helldriver aus Afrika, aber das hier ist noch mal eine Hausnummer krasser. Dann nämlich, wenn zu einem, nennen wir es gewagten Fahrstil, auch noch schlechte Straßen und Gegenverkehr dazu kommen. image-2015-08-28(2)Aber von vorne: Es ist der 08.April 2015 wir sind gerade auf dem Flughafen von Parauapebas gelandet. Die Sonne lacht durch die Wolken, es ist unglaublich schwül und unser Taxifahrer Frederico begrüßt uns überschwänglich. Er arbeitet für die Firma meines Freundes und sie kennen sich bereits. Für mich ist alles neu. Wir laden die schweren Koffer ins Auto und starten. Ich sitze auf der Rückbank und bestaune mit großen Augen meine neue „Homebase“. Für die nächsten Monate ist Brasilien nämlich meine neue Heimat. Aufgeregt war ich bis zum Landeanflug eigentlich gar nicht. Aber jetzt bin ich es, seit wir „das große Grüne“ ganz nah überflogen haben.image-2015-08-28Und jetzt sitze ich hier im Auto und sehe das erste Mal den Regenwald des Amazonas. Die Straße vom Flughafen nach Parauapebas ist gut ausgebaut und schlängelt sich durch den dichten Wald, vorbei an Baumriesen, Lianen und allerlei Gestrüpp. Weit schauen kann man allerdings nicht, zu verworren ist das wilde Dickicht. Ich vermisse direkt die Artenvielfalt die ich mit dem Amazonas Gebiet verbinde. Keine Affen, die sich von Baum zu Baum hangeln, keine bunten Vögel und keine riesigen Würgeschlangen, die auf Ästen sitzen und genüßlich vor sich herzüngeln. „Die wollen wahrscheinlich auch nicht an der Straße wohnen“ kommentiere ich selbst meine Gedanken. Immerhin das Wetter hat sich dem Klischee angepaßt, es gießt nun wie aus Eimern.image-2015-08-28(1)Wir sind inzwischen am Grenzposten angekommen. Grenzposten? Ja, denn die Ein & Austrittskontrolle die VALE hier installiert hat, hat wirklich die Anmutung einer Grenzanlage. Anscheinend befinden sich der Flughafen und wir uns auf Firmengrund des Bergbauriesen und zur „Ausreise“ müssen die Papiere gezeigt werden. Die Firma, für die auch mein Freund im Subunternehmen arbeitet, scheint hier Einfluß zu haben. Es geht weiter durch Parauapebas, einer Stadt welche die Anmutung einer abgerockten Industriestadt hat. Und was Anders ist sie ja auch nicht, als der Lebensmittelpunkt derer, die hier in der Region Arbeit gefunden haben.image-2015-08-28(6)Wir biegen auf die Verbindungsstraße nach Canaã ab und ich werde jäh aus meiner Verträumtheit gerissen. Frederico nimmt nämlich jetzt an Fahrt auf. Er tritt das Gaspedal des Taxis durch und beginnt zu rasen. Grundsätzlich mag ich es ja auch, wenn man schnell voran kommt, aber da spreche ich von deutschen Autobahnen, zweispurig und ohne Gegenverkehr. image-2015-08-28(5)Hier ist die Ausgangslage eine ganz Andere! Die Landstraße, so man sie denn als solche bezeichnen darf, ist eigentlich mehr eine Piste. Keine Randbefestigung, keine Leitpfosten und aufgebrochener Asphalt mit Löchern so groß, dass man ein Auto darin parken könnte. Die Menge & Tiefe der Schlaglöcher führt unausweichlich dazu, dass man auf der Straße einen kreativen Fahrstil an den Tag legen muß. Denn wenn man sich die Stoßdämpfer und Reifen nicht ruinieren will, dann umfährt man diese riesigen Trümmerfelder am Besten. image-2015-08-28(7)Außerdem weicht man gleich noch auf den Sandstreifen neben der Fahrbahn aus oder benutzt einfach die Gegenfahrbahn mit. Und genau hier liegt das Problem! Auf der Gegenfahrbahn sind nämlich auch Fahrzeuge. Eine Autofahrt gestaltet sich daher als Schlängelpartie zwischen entgegenkommenden PKWs, Schlaglöchern und chaotischen Mopedfahrern, die überall durch und drüber heitzen.image-2015-08-28(3)Von einer kleinen Kuppe die wir gerade hinaufgefahren sind, können wir hinab auf den Straßenverlauf schauen und noch im gleichen Moment stellen sich mir von den Füßen aufwärts alle Haare zu Berge! Himmel hilf! Rechts und links wird überholt, auf die Gegenfahrbahn wird ausgewichen, die LKWs preschen an einem vorbei als seien sie allem Gegenüber erhaben und dazu wirbelt der Staub durch die Luft. Selbst ein vernünftiger Fahrstil ist hier ein Risiko! Ich will mir gar nicht ausmalen, was passiert wenn hier mal einer kein Glück hat, grad noch irgendwo dran vorbei geschrammt zu sein.image-2015-08-28(4)Ich bekomme Beklemmung, denn Frederico scheint nicht zu ahnen, was sein Fahrstil und diese chaotische Straße bei mir auslöst. Mein Herz pochert wie wild und meine Gedankenn kreisen. Er rast! Verdammt er rast diese besch*** Straße entlang. Auch wenn er sich auskennt, er kann schlicht nicht allen Schlaglöchern ausweichen, er bedenkt nicht, dass der LKW den er grad überholt plötzlich auch ausweicht uns abdrängt. Alles im Auto vibriert, klappert und ich klammere mich an den Griff über mir. Jeder Schlag tut nicht nur den Stoßdämpfern weh, sondern auch ich nehme den Schmerz im Rücken persönlich. Ich hab jetzt nicht nur Beklemmung, ich habe noch dazu auch Wutpochern in meinem Kopf.


Wieder setzt Frederico zum Überholvorgang an und ich frag mich, ob er des Wahnsinns ist! 4 Personen mit 8 schweren Reisegepäckstücken befördert er, da kann man nicht vor der Bergkuppe einen langen LKW überholen. Wir sind viel zu träge und der Wagen ist kein SUV mit unendlich Horsepower! Im Gegenteil! Gedanklich schreie ich ihn an: „Alter bist Du irre?!“ Ich will hier jetzt ganz sicher nicht sterben! Ich bin grad erst angekommen.“ Ich atme tief durch und ringe nach Fassung: „Könntest du ihm bitte sagen, dass er nicht so schnell und vernünftig fahren soll?“ – hauche ich meinen Freund in zuckersüßem Ton zu.


Frederico bremst kurz darauf ab. Der Verkehr bleibt trotzdem chaotisch, das Gewirr auf der Straße gleicht einem Ameisenhaufen! Es ist absolut chaotisch, aber irgendwie scheinen die Schutzengel hier einen verdammt guten Job zu machen. Zumindest sieht man keine verunfallten Fahrzeuge. Das wäre bei dem starken Verkehrsaufkommen wahrscheinlich gleich eine Massenkarambolage!

Und es bleibt auch dabei, bei jedem Überholmanöver steigt mein Herzinfarksrisiko und nach jedem geglückten Ausweichmanöver durchzieht mich ein kaltwarmer Schauer. Irgendwie muss ich diese Stunde Autofahrt überstehen. Ich zwinge mich dazu, nicht mehr auf die Straße zu sehen. Eine Hand umklammert den Sitz, die andere tippelt nervös auf dem Smartphone rum. Immer wieder spüre ich die Schlaglöcher im Rücken, höre Reifenquitschen oder die dumpfen Töne der Stoßdämpfer. Nicht nur die von unserem Taxi!image-2015-08-28(8)„Lieber Gott, wenn Du da draußen bist und mich hörst, bitte bring uns heil an. Der ganze Aufwand mit Jobkündigen, Wohnungauflösen & Umziehen  wären sonst ja völlig umsonst gewesen, das kann nicht in deinem Sinne sein.“ Beten hilft, da bin ich mir sicher. Besonders in solchen Situationen. Eine weitere halbe Stunde leide ich stumm vor mich hin, bis wir endlich in Canaã ankommen. Körperlich unversehrt, aber vergessen werde ich diese Taxifahrt wohl mein ganzes Leben nicht!

#infoIch möchte hier noch sagen, dass Frederico ein echt netter Kerl ist und er wahrscheinlich nur einen schlechten Tag hatte. Ich habe ihn in den letzten Monaten sehr gern gewonnen, wir hatten einfach nur einen „holprigen“ Start. Die Straße von Canaã dos Carajás nach Parauapebas befindet sich derzeit in Reperatur und sollte demnächst sicher befahrbar sein. Stand 28.08.2014

Die Bilder und Videos sind im Nachgang und mit unserem Auto aufgenommen worden, nur das Regenwaldbild aus dem Flieger und das von Frederico am Steuer sind Zeitzeugen. Nur so ließ sich am Besten bebildern, wie es auf der Strecke oder auf den Straßen hier so aussieht. Die Videos sind an einem Sonntag entstanden, wo nur in etwa 1/3 des normalen Verkehrs unterwegs ist. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie chaotisch es abläuft, wenn wochentags die Straßen voll sind.

Müllkippe statt Traumstrand – unsere tägliche Tüte Plastik gib uns heut´

Gerade auf Reisen fällt mir auf, wie sehr die Welt inzwischen vermüllt ist, wie Tiere leiden & Traumstrände zu Müllkippen werden. Hier meine Geschichte dazu und einem Ansatz, der helfen könnte dieses Problem anzugehen:

Kopfschüttelnd & wild mit den Armen fuchtelnd stehe ich an der Supermarktkasse „Não plástico”, versuche ich der Einpackhilfe verständlich zu machen, während mich die Kassierin weiter zutextet. “Keine Plastiktüten” widerhole ich in meinem mageren portugisisch. Jetzt verstummt sie und beide sehen mich mit großen ungläubigen Augen an. “Ich will diese verdammte scheiß Plastetüte nicht” grummel ich vor mich hin, zerre an meiner Tasche und kramer einen Jutebeutel hervor und drücke sie dem Einpacker in die Hand, während ich bezahle.

Ok, sie haben es gecheckt denke ich, bin kurz abgelenkt und gerade als sich meine Aufmerksamkeit wieder meinen Einkäufen zuwende, sehe ich, wie zwar 3-4 Sachen in die Ökotasche gewandert sind, aber der Rest wieder in Plastiktüten verpackt wird. “Não plástico” wiederhole ich nun energisch, während ich dem Mann hinter mir die Tüten aus der Hand reiße und alles wieder auspacke. Ozean_Müll_retMein Jutesack hält mehr aus und ich stopfe den gesamten Einkauf in diese eine Tragetasche. “Geht doch” stammel ich, während der Mann immer noch fragend neben mir steht. Wahrscheinlich denken sie jetzt wieder “doofe Deutsche”, aber das ist mir egal. Wenn ihr es nicht blickt, dass ihr Teil des Mülls in euer Welt seit, dann tuts mir leid. Mit mir nicht. Ich habe Augen im Kopf, ich weiß, was wir dem Planeten mit unseren Plastiktüten antuen. 

Allein in Deutschland verbrauchen wir 6.1 Milliarden Plastiktüten im Jahr und dabei haben wir ein schon ein Bewußtsein für dieses Problem und benutzen viel Jutetaschen. Der große Rest der Welt noch nicht. Hier in Brasilien, wo ich gerade bin, scheint niemand eine Wahrnehmung für dieses Problem zu haben. Und dabei leben sie hier sogar in ihrem Dreck. Er ist allgegenwärtig! Zwischen den Häusern stapelt er sich, am Gehwegrand liegt er rum und sogar in den Bäumen haben sich Plastiktüten verfangen. Wenn jeder etwas achtsamer wäre, hätten sie das Problem nicht.

Basstölpel in Plastiknest auf Helgoland

Basstölpel in Plastiknest auf Helgoland

Gerade auf Reisen fällt mir auf, wie sehr die Welt inzwischen vermüllt ist. In unserem deutschen Alltag ist das Problem kaum mehr sichtbar, weil wir alles schön recyceln, aber Massen an Müll produzieren wir trotzdem. So ziemlich jeder Artikel kommt eingeschweißt und in eine Plastikform gepreßt über die Ladentheke bei uns an. Wie oft in der Woche tragt ihr den gelben Sack aka den recyclebaren Müll aus der Wohnung? Fällt es euch noch auf, wieviel ihr produziert?IMG_3857Mir fällt es auf. Am meisten aber im Urlaub, wenn ich an einsamen Stränden spazieren gehe und das türkisblaue Meer genießen will. Dann wenn ich statt Muscheln & Treibholz nur mehr angespühlte Müllberge am Strand finde. Über 10 Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr in unseren Meeren. Inzwischen gibt es sogar schon Plastikstrudel draußen im Ozean. Der bekannteste ist der Nordpazifikwirbel der sogar den Beinamen Great Pacific Garbage Patch (deutsch: Großer Pazifikmüllfleck) trägt. Früher benannten wir Inseln, heute bekommt schwimmender Müll im Meer einen Namen!

Was dein, mein und unser Müll anrichtet spottet jeder Beschreibung. Nicht nur, dass unsere geliebten weißen Strände jetzt die Anmutung einer Müllkippe haben, nein, wir zerstören auch das Leben im Meer mit unserem Plastikwahn. Googelt doch mal “Plastik Ozeane Tiere” – mir steigen die Tränen in die Augen, wenn ich die leidenden Schildkröten, Delfine und Seevögel sehe.Bildschirmfoto 2015-08-18 um 09.36.02Seehunde verheddern sich an Bierdosennetzen, Vögel sterben am Plastikdeckel meiner Wasserflasche und Schildkröten verschlucken Kleinteile deines Restmülls, weil sie sie für Quallen hielten. Wir können also nicht sagen, dass das Müllproblem der Ozeane nichts mit uns zu tun hat.

Wir entscheiden bereits im Supermarkt was letztlich im Meer landet und später sogar in unseren Mägen. Denn Plastik ändert vielleicht seine Form, indem es von Wellen & UV-Lich zersetzt wird, aber diese Mikroplastikteilchen gehen nie verloren. Sie bleiben im Wasser und landen in den Mägen der Tiere und somit auch in deinem, wenn du Fisch ißt.11807549_10100639850334462_4988155059209044839_o„Jedes kleine Stück Kunststoff, das in den letzten 50 Jahren hergestellt wurde und ins Meer gelangte, ist dort immer noch irgendwo.“– sagt Tony Andrady, Chemiker des amerikanischen Research Triangle Institute

Mir ist jedenfalls gründlich der Apettit auf Plastik vergangen und ich lobe mir Supermärkte ohne Verpackungen, wie es sie mehr und mehr gibt in Deutschland. Ich versuche meinen Konsum zu beschränken und falls doch nötig, nur verpackungslose Produkte zu kaufen. Selbst beim Internetshopping habe ich Anbieter gefunden, die das ermöglichen. 11816302_10100639850439252_7352746465139836578_oUnd ich trage mit stolz meinen Jutesack rund um die Welt zum Einkaufen und wiederhole zur Not in jeder Sprache dieses Planeten: “Keine Plastiktüte, bitte” Das ist das Mindeste was jeder tun kann.

Und ich wünsche mir, dass wir das alle tun. Ändern wir unser Konsumverhalten, verzichten wir auf Plastik und vor allem auf Plastiktüten und öffnen wir als Reisende auch Anderen mit unseren Bildern von vermüllten Traumstränden und verendeten Tieren die Augen.11875097_10100639850409312_5406976563651724937_o

Engagiert Euch fürs Meer besonders wenn ihr Taucher, Segler oder Wassersportler seit. Durch euer Hobby habt ihr Glaubwürdigkeit, so wie der 20 jährige Boyan Slat. Als Taucher hat er gesehen, was wir den Ozeanen antuen und er hat eine Idee entwickelt, wie man die Ozeane vom Müll befreien kann. Via Crowdfunding arbeitet er unermüdlich an der Umsetzung seiner Vision. Und auch ich unterstütze sein Projekt, des “Oceanclenups” Schaut Euch an, was er auf die Beine gestellt hat: www.theoceancleanup.com! Was er alleine erreicht hat, verdient allerhöchsten Resepekt und Anerkennung. Und wir können das auch! Denn jeden Tag an der Supermarktkasse ist es unsere Entscheidung ob Plastik in die Ozeane wandert oder nicht.

So #get up & avoid plastic!#infoIm LINK könnt ihr die Meereströmungen verfolgen und schauen, wohin sich unser Müll so bewegt.

Das Projekt „TheOceanCleanUp“ könnt ihr euch im Link auf der Website anschauen und es via Crowdfunding unterstützen.

Nathan Robinson & Chris Figgener (Fotograf) haben mich mit ihrem Seaturtle-Bildmaterial unterstützt. Sie engagieren sich für die Meeresschildkröten und auch in ihrem Projekt könnt ihr euch als zum Beispiel als Volunteers einbringen. Informationen dazu im Netz unter www.leatherback.org

 

 

 

Zebras, Sprinboecke, Elands und man selbst mittendrin!

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.03.32Getrieben von Neugier saß ich auf dem Rad in Richtung Melkbosstrand. Mein Kumpel hatte mir einen Tipp gegeben, dass es hier direkt in Kapstadt, Zebras, Springböcke und anderes Großwild zu beobachten gibt. Ich hatte mich also auf den Weg zur Koeberg Power Station und dem angeschlossenem Naturreservat gemacht, in der Hoffnung all die Tiere zu sehen, wegen denen ich nach Afrika gekommen war.
Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.59.44Von Blouberg aus, ging es am Meer entlang bis zum Koeberg Power Station. Nachdem ich die Sicherheitskontrolle passiert hatte (sehr spannend bei einem Atomkraftwerk!) war ich doch reichlich gespannt, was ich erleben werde. Ich bin also erstmal drauf los geradelt, um dann direkt an einem großen Feld stehen zu bleiben. Grasende Springböcke, herumtobende Zebras und eine große Herde Elands. Die ich auf Grund fehlender Kenntnis zunächst für Kudus hielt.Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.58.59Ich parke also mein Rad, schnapp mir meine Kamera und pirsche mich an.

Allerdings habe ich auch da noch keine Erfahrungswerte und werde direkt erspäht und mißtrauisch beobachtet. Ich lasse meinen Rücksack liegen und laufe vorsichtig weiter. Die Elands werden nervös. Bauen sich in 5er Reihe auf. Hörner in Angriffsposition. In mir entwickelt sich der Gedanke lieber etwas mehr Abstand zu halten – die Tiere haben eine beeindruckende Größe und Stärke.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.59.21In sicherem Abstand, aber trotzdem noch mit idealer Fotodistanz lasse ich mich im Gras nieder. Mein Fotografenherz hat nämlich Feuer gefangen und will unbedingt ein paar tolle Schnappschüsse. Weiterhin unter den kontrollierenden Augen aller versammelter Herden, versinke ich hinter der Kamera. Ich bin mir nicht sicher, obs am schwarz/weißen Helm lag oder ob Zebras einfach nur neugierig sind, aber die ganze Herde nähert sich mir. Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.58.36Mißtrauisch werde ich umkreist und beeugt. Bis auf 3m kommen die Tiere an mich heran. Ich bin so nervös und aufgeregt, dass ich es kaum schaffe den Fotoapperat zu halten. Einfach mal den Moment genießen. Auge in Auge mit einem Zebra. Ich könnte ausflippen vor Glück! Jetzt werden auch die Elands neugierig. Die gesamte Herde von ungefähr 30 Weibchen und einem Bullen setzt sich in Bewegung und zwar auf mich zu! Mir fällt wieder das youtube-Video „Kudu vs. Mountainbiker“ ein, worin der Radfahrer nieder gerannt wird.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.00.06 Ich überlege wegzulaufen. Traue mich aber nicht und sitze da wie versteinert. Weglaufen, heißt es immer in Naturdokus, ist ein Zeichen von Schwäche und man wird wohl erst Recht attaktiert. In der Gruppe bewegt sich auch der Bulle auf mich zu. Ein riesiger Bulle und man spürt seine Dominanz. Bis auf 15m kommen die Tiere an mich heran. Mein Herz flattert. Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.00.21Aber die Haltung der Elands entspannt sich zusehends und auch die Zebras trollen sich lustig vor meiner Nase rum. Auch ich entkrampfe langsam wieder und mache mutig ein paar Bilder. Völlig überwältigt von diesem Erlebnis. Das wollte ich in Africa erleben. In der Mitte einer Herde sitzen und fotografieren. Das ist es, warum ich nach Kapstadt gegangen bin. Das ist so unglaublich schön! Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.00.45Mein Wildnis-Erlebnis wird jäh unterbrochen, als ein Parkwächter sich mit seinem Wagen nähert und mich zurück pfeift. Er bittet mich höflich etwas mehr Abstand zu halten, da Elands „very, very dangerous“ sind. Das sie sich mir genähert haben, erwähne ich in diesem Gespräch lieger nicht. Ich laufe zu meinem Rücksack zurück, der gerade von einem Zebra beäugt wird. Ich frag mich, ob es wie bei Baboons vorkommt, dass die Tiere sich den schnappen und abhauen. Hab da schon die erstaunlichsten Geschichten gehört. Kurz davor, meinen Rücksack anzuknabbern, weicht das Zebra dann doch zurück, ich schnapp mir meine Sachen und trotte zum Rad zurück.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.01.29Was für ein tolles Erlebnis. Ich bin überwältigt! Und wenn ihr in Südafrika keine Zeit für eine Safari habt, aber auf Wildtiere nicht verzichten möchtet, dann ist das euer Place to be! Denn hier hat man die Chance, Zebras, Springböcken und Co. ganz nah zu sein.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.59.33Das Nature Reserve des Koeberg Nuclear Power Station ist ungefähr 30 km von Kapstadts Innenstadt entfernt. Es befindet sich an der Westküste noch hinter Melkbosstrand. Das Gelände ist etwa 3.000 ha groß und für die Öffentlichkeit zugänglich. Allerdings muss man sich ausweisen können. Fahrräder sind erlaubt. Man kann wunderbar Mountain Biken, Wandern (Dikkop Trail) oder die Tiere beobachten. Es gibt Spingböcke, Zebras, Elands, Strauße und hunderte Vögel. Achtsam sollte man sein und festes Schuhwerk tragen, da es auch Schlangen wie die Cape Cobra gibt. Weitere Infos im Link.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.01.06

 

Parachuting in Kroatien – Die Perspektive ändert den Blick

Kroatien ist auch ein Paradies für Outdoor-Enthusiasten & Parachuting gehört definitiv dazu. Erfahre hier wie sich anfühlt über der Welt zu schweben und einen ganz anderen Blickwinkel zu haben.

So wie bei einer 6-jährigen Quengelbacke schreit es “Ich will auch! Ich will auch!“ – allerdings in meinem Kopf. Da kurz über der Bucht erspähe ich ein Motorboot und dahinter einen riesigen, sonnengelben Gleitschirm. Sofort verfestigt sich mein Wille, das auch unbedingt machen zu wollen. Fliegen ist für mich der Inbegriff von Freiheit. Bildschirmfoto 2015-06-16 um 16.20.01Nichts ist Schöner, als vom Wind getragen zu werden, den Kontakt zum Boden zu verlieren und die Welt von oben zu sehen. Das Gefühl, dass es keine Grenzen mehr gibt, die einen zurück halten. Das man jedes Ziel spielend erreichen kann und das nichts und niemand dazwischen steht. Ich liebe den Perspektivwechsel, den Blick über das große Ganze. Das Begreifen von Entfernungen und vor allem der Schönheit der Welt. Das macht den Reiz am Fliegen für mich aus. Und dabei spielt es kaum eine Rolle wie ich abhebe. Wobei ich Paragliden bevorzuge. Nicht der Thrill des freien Falls, sondern das Gleiten und das Erleben stehen im Vordergrund. Gedacht. Getan. Ich befinde mich auf einem kleinen Motorboot.Bildschirmfoto 2015-07-23 um 13.43.10Unter mir das glasklare Wasser, über mir das blau des Himmels und ich bald dazwischen. Die Freude steigt. Gekleidet in eine sexy orangene Schwimmweste, gezwängt in ein Gurt-System und in den Schirm geklingt stehe ich auf der Plattform des Bootes. Wir nehmen Geschwindigkeit auf. Rasen mit Speed über die Wellen. Das Wasser spritzt, als der Schirm gelöst wird. Kurze Atempause, vor freudiger Anspannung – in Erwartung dieses einen Moments. Die Sekunde, als der Schirm greift, mich nach oben zieht und meine Beine den Kontakt zum Grund verlieren. Ich fliege, ich fliege. Mein Herz springt, meine Moleküle applaudieren, die Hormone tanzen und ich bin glücklich. Überglücklich mit jedem Meter, der die Leine, die mich mit dem Boot verbindet, länger werden läßt. Über mir der knallgelbe Schirm, eingebettet in Himmelblau und Schäfchenwolkenweiß.Leni Parashuting

Unter mir die glitzernden Wellen des Mittelmeers. Ich schließe die Augen, breite die Arme aus, lasse der Phantasie freien Lauf: Wie ein Vogel gleite ich durch die Luft und werde vom Wind getragen. Ein erhabenes Gefühl, doch mit einem heftigen Ruck reißt es mich jäh aus meiner Vogelperspektiventraumwelt. Das Boot hat beschleunigt, schlägt Haken und mein Flugverhalten passt sich den Kurvenfahrten an. Das scheint Teil der Touristenbespaßung zu sein. Ich nehme es sportlich, winke dem Fotografen und mache den Ulk mit. Abkoppeln und weiterfliegen ist ja leider keine beachtenswerte Option. Bildschirmfoto 2015-06-16 um 16.15.15Wieder bewundere ich die Welt unter mir: die schroffe Steinküste, die malerischen Buchten, die vorgelagerten Inseln. Alles schon gesehen, aber nicht aus diesem Winkel. Die Perspektive ändert den Blick, heißt es. Und das nicht nur beim Fliegen. Ich sinniere über Weite, Größe und Entfernung bis weit hinter den Horizont. Unendlich weit scheint mir dieser entfernt. Kaum begreifbar, dass das Meer nicht endet, an seiner Kante. Dafür endet mein Flug. Die Leine, an der ich hänge, wird eingezogen. Meine Füße landen wieder auf dem Boden. Mein Herz schmerzt, meine Flügel hängen lahm. Wieder schließe ich die Augen, träume mich in dieses Gefühl zurück und spüre diesen Frieden in mir. Und das nehme ich mit von Bord. Das Gefühl, dass die Gedanken frei sind und fliegen können.

Bildschirmfoto 2015-06-16 um 15.55.26Mein Parashut-Flug startete in Cavtat (bei Dubrovnik) am Hafen. Hier gibt es eine Touristeninformation und auch jede Menge Anbieter für allerlei Aktivitäten in und ums Wasser. Einfach ein bißchen rumlaufen, die Anbieter kann man gar nicht übersehen. Und meistens geht es auch ganz spontan oder zumindest am nächsten Tag.
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