Uruguay – Was „Locals & Blogger“ empfehlen. Mit Insider Martin von „Uruguay-erleben“

Meine Weihnachtsreise führt mich dieses Jahr auch nach Uruguay. Bevor ich auf Reisen gehe informiere ich mich gerne bei Locals, Freunden oder auch schon mal bei anderen Bloggern und frage sie nach ihren Erfahrungen.

Hier meine Fragen an Martin Schmitt, ein einstiger unsteter Globetrotter, der seit 1999 ununterbrochen auf dem Erdball unterwegs war, aber seit 12 Jahren in Uruguay seine zweite Heimat gefunden hat. Martin bloggt auf www.lateinamerika-reisemagazin.com und betreibt das Reiseportal „www.uruguay-erleben.de

@MartinSchmitt www.uruguay-erleben.de1.) Was macht dich zum Uruguay-Experten?

Kann man eigentlich ein echter Experte für ein Land sein? Die meisten, die in der Gegend rumreisen, kennen nicht mal ihr Heimatland. Ich reise halt viel in Uruguay rum, vor allem dort, wo es keine Touristen hinzieht. Dort wo sie sind, da wohne ich ja. Zumindest in einer Region davon. Dann war ich eine Zeit mit einer Einheimischen zusammen, da wirst du dann in die Familie eingegliedert und lernst dann mehr als nur das Land kennen. Das ist teilweise nicht ganz einfach zu verstehen, das Verhalten der Leute, meine ich.

2.) Was hat dich am Land am meisten beeindruckt?

Du meinst was mich immer noch am meisten beeindruckt? Vielleicht ist es nicht zu sehr das Land selbst, eher ist es meine Einstellung zu dem Land und den Leuten. Damit will ich sagen, dass ich mit offeneren Augen durch das Leben gehe. Die kleinen Schönheiten des Lebens und des Landes habe ich erst mit der Zeit besser zu schätzen gelernt. Man muss wohl schon etwas älter werden, um Dinge in einem anderen Licht zu sehen. Das ist wie Bücher schreiben. Mit 18 gute tiefsinnigen Bücher zu schreiben, das gelingt wohl nur den allerwenigsten, selbst mit viel Talent. Es fehlt die Erfahrung. Und die kann man sich weder anlesen, noch wie in unserem Fall des Reisens von anderen erzählt bekommen. Man muss selbst los. Vielleicht war Karl May da die Ausnahme.®MartinSchmitt

3.) Welche sind deine Lieblingsplätze abseits der Touristenströme?

Haha, das meinst du doch nicht ernst? Wenn ich die preisgebe, dann bin ich dort nicht mehr allein. Aber ich sag dir eins. Man muss sich quälen um hinzukommen. Ein Tipp. Miete dir ein Auto. Das lohnt einfach. Kann man ja mit 3 oder 4 Leuten zusammen machen. Kostet dann außerhalb der Saison 25 Euro. Und dann los. Voll in die Pampa (heißt in Uruguay Llanura) rein. Ab durch die Mitte, über die Feldwege und die Straßen, die andere nicht nehmen. Dort sind die schönsten Plätze. Die Sierras in Rocha über die Routa 109 ist ein lohnenswerter Trip. Sind 80 km Schotterpiste durch eine bizarre Felsenlandschaft. Ja und nach Cabo Polonio musst du. Auch wenn das kein Geheimtipp mehr ist. Aber so schön. Voll die geballte Natur.

4.) Wie sicher ist es für mich als Frau alleine „Backpack“ durch Uruguay zu reisen?

Da mach dir mal keine Sorgen. Sicherer als in Uruguay kannst als Frau in Südamerika nicht mehr reisen. Das dumme Macho-Gehabe gibt’s zwar hin und wieder noch, aber doch eher in den Regionen wo du eher nicht hinkommst. In den Favelas in Montevideo zum Beispiel, die dort Assentamientos heißen Angemacht wirst wohl auch daher nicht, weil der Einheimische an der Hautfarbe gar nicht erkennt, dass du ein ausländischer Traveler bist. Es gibt kaum Mulattinen und Farbige im Land. Sehen alle aus wie du und ich. An sich ist ja Uruguay mit Chile das sicherste Land in der Region, obwohl nicht alles Gold ist was glänzt. Aber in den Touristengebieten, an den Stränden im Sommer und in der Altstadt in Montevideo oder in Colonia de Sacramento wird schon aufgepasst, dass da nichts anbrennt.®MartinSchmitt

5.) Welches ist das typische uruguayische Leibgericht und wo findet man es?

Es ist das Asado. Gegrilltes Rindfleisch in allen Varianten. Nichts für mich. Bin zwar kein Vegetarier aber auch kein Rot-Fleischesser. Der wohl bekannteste Anlaufpunkt, um mal zu sehen wie die Asadore (die Grillmeister) das Fleisch zubereiten, ist der Mercado del Puerto in Montevideo, direkt am Hafen. Da ist auch immer mächtig was los. Allerdings nur tagsüber. Nachts ist der geschlossen. Kannst du dir tonnenweise die Steaks reinhauen. Es wird aber auch Gemüse gegrillt und Fisch auch.

6.) Was sollte man in Montevideo gesehen oder erlebt haben und warum lohnt es sich auch für Reisende wie mich?

Hm. Ich weiß eigentlich gar nicht was überhaupt so doll an Montevideo ist. Für mich ist das die langweiligste Hauptstadt, die ich bisher gesehen habe. Was schön ist, sind die Strände. Fast 20 Kilometer Playa entlang der Rambla. Und sauber. Zum Baden geeignet. Ok, die Altstadt, die Ciudad Vieja, ist auch ganz nett. Aber halt viel Nepp und teuer. Obwohl die Einheimischen dort nachts auch ausgehen. Weiß nicht warum man 3 Tage dort verbringen sollte. Ein paar Museen gibt es schon, aber die die sich auf die einheimische Geschichte beziehen, sind fast nur in Spanisch. Wenn du dort wohnst ist das was Anderes. Da bekommst dann halt auch mit wo die Festivals etc sind.

7.) Wie gut kommt man mit Einheimischen in Kontakt? Sind sie offen für Besucher oder eher verschlossen und zurückhaltend?

Ja sind sie. Offen meine ich. Solltest halt ein bisschen Spanisch können. Aber das hat auch was mit der Altersklasse zu tun. Die jüngeren trauen sich schon mal eher eine andere Sprache, die sie gelernt haben, zu reden. Gibt ja deutsche, französische und englische Schulen hier. Auf dem Land sind die Leute etwas reservierter. Da ist es dann schon von Vorteil, wenn du jemanden kennst. Aber helfen tun sie dir alle.®MartinSchmitt

8.) Was ist an den Grenzen zu beachten?

Gibt es da was zu beachten??? Wüsste ich gar nicht. Außer du willst mehr als 10000 Dollar einführen. Ach ja. Kiffen kannst du im Land auch auf der Straße, aber bloß nix mit über die Grenze nehmen. Die Zöllner im nächsten Land wissen woher du kommst.

9.) Wird man in den Bussen tiefgekühlt wie sonst auch in Fernbussen?

Fernbusse, das ist geil. Die längste Strecke hat 700 km, da fährt aber kein Tourist hin. Ist nicht zu vergleichen mit Argentinien, wo du mal locker 20 Stunden im Bus sitzt, bis zum ersten Ziel. Es kann unangenehm werden, aber in der Regel brauchst ja keinen Übernacht-Bus zu nehmen. 20 Grad sehe ich immer eingeblendet. Das ist eklig, wenn es draußen 30 Grad sind.

10.) Welche Tipps & Erfahrungswerte würdest Du mir mit auf die Reise geben?

Lass dich treiben und setzt dir keine Ziele. Außer dem Rückflug, falls du den bekommen musst. Die Dinge, die du später nie vergessen wirst, sind die, die nicht auf deinem Reiseplan gestanden haben.

#dankeHallo Martin, danke für die vielen tollen Tipps! Kiffen werde ich sicherlich nicht, da hab ich meine Lektion schon in Amsterdam gelernt. Worauf ich mich aber freue ist der Austauch mit den Menschen. Du sagst ja, das sie sehr offen sind. Sehr erleichtert hat mich auch deine Info, dass Uruguay ein sehr sicheres Reiseland ist. Gerade als alleinreisende Frau ist mir Sicherheit sehr wichtig und für die Fernbusse pack ich einfach eine Decke ein;) Danke für deinen Input und vielleicht klappt es ja mit einem Treffen in deiner neuen Wahlheimat! Lieben Gruß Marlene

 

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