Wie sicher ist es nach Afrika zu reisen?

Afrika gehört ganz sicher zu den aufregendsten, atemberaubendsten und abwechslungsreichsten Reisezielen der Welt und gilt gerade auch deshalb als der schönste Kontinent unseres Planeten. Trotzdem scheuen sich viele Urlauber diesen Kontinent zu bereisen. Ich räume mit Vorurteilen und Ängsten auf und mache dir Mut für dein großes Afrika-Abenteuer!

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Der Kontinent der Superlative

Afrika – das ist für viele leider immer noch das große unbekannte und oft auch angstmachende Land. Dabei ist es gar kein Land, sondern ein facettenreicher und riesiger Kontinent – der Niemanden pauschal verängstigen sollte. Hier warten einzigartige Landschaften  mit faszinierenden Regenwäldern, rotgetünchten Wüsten, ausgedehnten Savannen, malerischen Traumstränden und einer Unterwasserwelt die ihres Gleichen sucht.

Auch gilt Afrikas artenreiche Tierwelt in seiner Form als einzigartig: Mehr als 1.100 Säugetiere und 2.400 Vogelarten leben in den zahlreichen Wildschutzgebieten und in den weiten Steppen des Kontinents. Von majestätischen Elefanten über putzige Pinguine oder riesige Meeressäuger – in Afrika kannst du ihnen begegnen.

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Fakten über Afrika

Der Kontinent erstreckt sich auf ca. 30,3 Millionen km² und über 54 anerkannte Staaten. Es leben über eine Milliarde Menschen dort und mit ihnen so viele verschiedene, lebendige Kulturen. Jede dieser Lebensformen hat seinen ganz eigenen, individuellen und vor allem interessanten Charakter und genau das macht Afrika als Reiseziel so spannend.

Mit meinen Zeilen möchte ich allen Mut machen, diesem Kontinent eine Chance zu geben und das Vielseitige was Afrika zu bieten hat, für sich zu entdecken und sich in keinem Fall durch Meinungsmache abschrecken zu lassen.

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Der Kampf mit den Vorurteilen

Wenn man eine Reise nach Afrika plant, wird man oft überhäuft mit Vorurteilen und wilden Spekulationen von Bekannten. Dabei haben genau diese Menschen ihr Wissen nur irgendwo aufgeschnappt, aber sind nie selbst auf diesem großartigen Kontinent gereist.

Ich habe unzählige Reisen ins nördliche wie südliche Afrika unternommen und habe sogar dort gelebt. Zu lebendig sind mir genau diese Ratschläge von Anderen, über die ich jetzt nur schmunzeln kann.

Selbst mein kleiner Bruder hat lange geglaubt, ich wohne hinterm Busch in einer Lehmhütte, während ich im modernen Kapstadt lebte.Durch solche Aussagen wird mir immer wieder klar, wie verfestigt sich das Bild über „das Afrika“ in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat. Natürlich findet man Lehmhütten und Schotterstraßen in Afrika, aber das ist nur eine winzige Facette. Ebenso findet man moderne Metropolen, durchweg geteerte Straßen, Großkonzerne und luxuriöse Shoppingcenter dort, die uns in nichts nachstehen. Doch dieses Bild ist oft noch nicht angekommen.

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Sicherheit in Afrika

Ebenso sieht es in den Köpfen der Menschen aus, wenn es um die Frage nach Sicherheit in Afrika geht. Doch auch hier kann und vor allem darf nicht pauschalisiert werden. Zur Erinnerung, wir  reden hier über einen riesigen Kontinent mit über 50 Ländern, verschiedenster Ethnien und Lebensweisen.

Gerne wird als Argument gegen das Reisen in Afrika, die Aidsrate, angeführt. Hier in Deutschland gibt es auch 70.000 Menschen, die mit Aids oder HIV infiziert sind und ebenso werden die Viren nur über Blut oder anderen Flüssigkeiten übertragen. Und im normalen Umgang miteinander kommen wir doch nie in Kontakt mit ihnen. Warum sollte es dann in Afrika anderes sein? Für mich kein haltbares Argument.

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Verhältnismäßigkeit

Das Beispiel Ebola-Virus: Dieses betraf plötzlich den ganzen Kontinent und nicht mehr nur in der Hauptsache die Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone. Ein fataler Fehler! Übertragen wir das mal gedanklich auf Deutschland und die Tierhaltung.

Man stelle sich vor, in einem Hühnerstall in Bayern bricht die Vogelgrippe aus und ganz Europa wird unter Quarantäne gesetzt. In welcher Verhältnismäßigkeit steht das? Genauso verhält es sich mit Afrika. Man muss sehr genau differenzieren, wo tritt das Problem auf und nicht pauschal einen ganzen Kontinent abstrafen.

Wer sich um die Gesundheit in einigen Ländern Gedanken macht, der sollte sich zunächst über die Seiten des Robert-Koch-Instituts informieren. Je nach Empfehlung des Portals würde ich dann noch den Rat eines Tropenmediziners ersuchen, wenn ich mir unsicher bin.

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Beispielhaft möchte ich von meiner Botswana-Reise erzählen. Jeder in meinem Umfeld meinte es gut und empfahl mir durchweg eine Malarie-Prophylaxe einzunehmen, weil Botswana ja so gefährlich sei. Ich besprach mich in Deutschland mit Ärzten, die mir die Tabletten nur als Standby-Medikament empfahlen. Das bedeutet, dass man die Medizin nur einnimmt, wenn man Symptome zeigt. Da ich immer noch verunsichert war, bin ich auch in Botswana zum Arzt gegangen und habe mich vor Ort beraten lassen. Mit dem gleichen Ergebnis! Die Panikmache meines Umfeldes gründete sich nicht auf Fakten und Erfahrungen, sondern aus medialem Halbwissen. Daraus gelernt habe ich, dass ich mich fortan richtig belese und mich von  Fachleuten beraten lasse, wenn ich vorhabe in ein Land zu reisen, für das eine Medikamentation angeraten wird.

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Kriminalität auf dem afrikanischen Kontinent

Genauso verhält es sich im Bereich Kriminalität. Auch hier rate ich dringend ab, ein pauschales Urteil zu fällen. Jedes Land ist anders – begründet auf seiner Historie, den kulturellen Gegebenheiten und der Mentalität der Menschen. Selbst innerhalb eines Staates kann es Unterschiede zwischen risikoreich bis sicher geben. Das ist in Frankfurt, Hamburg, Berlin nicht anders als in Regionen Afrikas.

Auch hier empfehle ich sehr objektiv die einzelnen Länder, Landstriche und Schwerpunkte anzuschauen. Findet Kriminalität zum Beispiel nur in einem bestimmten Mileu statt? Ist es politisch motiviert und kommen Touristen überhaupt nicht in Kontakt damit? Ihr werdet euch im Gegenteil zu der jetzt vielleicht vorhandenen Angst vor Afrika, später in manchen Gegenden so sicher und wohl fühlen, wie ihr es nie zuvor erlebt habt.

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Fragen über Fragen

Erste Anlaufstelle sollte hier das Auswärtige Amt sein, um sich einen Überblick zu verschaffen. Wer sich dann noch unsicher ist, der sollte das Internet zur Recherche heranziehen. Besonders möchte ich dir da spezielle Facebook-Gruppen ans Herz legen. Die Community wird dir Fragen beantworten und du kannst auch ihre Posts und Tipps nutzen, dich optimal vorzubereiten. Damit habe ich sehr gut Erfahrungen gemacht. Oft bekomme ich so Rückmeldung von Reisenden, die gerade da waren oder auch von Einheimischen, die mir Sicherheits-Tipps geben. Und bisher war ich so immer sicher – auch allein als Frau – in Afrika unterwegs. Sei es im muslimischen Tunesien, in das man angeblich als blonde Frau nicht alleine reisen sollte oder aber auch in Südafrika was ohnehin als Land mit hoher Kriminalität gilt. Ich bin immer sicher gereist!

Ich habe mich als Frau alleine dort bewegt und möchte euch die Bedenken davor nehmen. Als Reisender in Afrika ist es in erster Linie wichtig, dass man seinen Wohlstand nicht zeigt, nicht naiv ist und auf die ungeschriebenen Gesetze befolgt. Damit meine ich, das man auf den Rat der Einheimischen hören sollte: Wenn mir davor abgeraten wird nachts zu fahren, sei es wegen Wildwechsel oder Kriminalität, dann halte ich mich daran.

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Meine Tipps, wie du sicher in Afrika reisen kannst:

·      Trag deinen Wohlstand nicht zur Schau
·      Sei wachsam
·      Halte das Fahrzeug geschlossen, wenn dir dein Bauchgefühl ein Warnsignal gibt
·      Vermeide nach Möglichkeit Nachtfahrten – besonders auch wegen Wildwechsel
·      Meide große Menschenansammlungen, z.B. bei Demonstrationen
·      Lass keine Wertsachen offen im Fahrzeug liegen

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Zum Einstieg

Mit diesen Strategien bin ich bisher immer sicher gereist und kann dich nur ermutigen, deine Angst vor Afrika abzulegen und diesem Kontinent eine Chance zu geben.
Wenn du ein noch unerfahrener Reisender bist, empfehle ich dir eine organisierte Tour in Afrika. Hier genießet du den bestmöglichen Schutz der Gruppe und des Organisators. Gerade für Singles ist eine so genannte „Join in“ Reise ideal.

Diese Länder Afrikas gelten, wenn auch mit Einschränkungen, sicher für Touristen:

·      Swasiland
·      Ghana
·      Uganda
·      Tunesien
·      Marokko
·      Namibia
·      Gambia
·      Tansania
·      Togo
·      Liberia
·      Südafrika
·      Ägypten
·      Lesotho

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Einstigshilfe

Wenn du noch ein Afrika-Einsteiger bist und nicht weißt, welches Reiseland für dich das Idealste ist, dann lies doch mal meine Artikel zu verschiedenen Ländern in Afrika oder sprich mich direkt an! Ich bin immer für Rückfragen zu erreichen. Via Mail oder auch via Skype.

Weiterführende Informationen findest du auch hier:

·      Auswärtiges Amt (Reise- und Sicherheitshinweise)
·      Robert-Koch-Institut (Informationen zu Impfungen und gesundheitlichen Gefahren)
·      Deutsche im Ausland e.V. (Kontaktdaten aller deutschen Botschaften in Afrika)
·      Bundeszentrale für politische Bildung (Hintergrundinformationen zu den Konflikten auf dem afrikanischen Kontinent)

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Fazit:

Ich hoffe ich konnte dir deine Bedenken nehmen und dich ermutigen Afrika mit anderen Augen zu sehen und endlich deine Traumreise dahin zu planen. Eine „Warnung“ möchte ich dann aber doch noch aussprechen und das ist die vor dem „Afrika-Virus“. Aber keine Sorge der ist völlig harmlos. Das Einzigste was er auslöst ist das brennende Gefühl immer wieder nach Afrika reisen zu müssen. Die meisten, wie auch ich, sind stolz ihn in sich zu tragen. Meint es doch nur, dass man die Liebe für diesen großartigen und faszinierenden Kontinent für sich entdeckt hat und die Sehnsucht nach Afrika immer wieder aufflammt. In diesem Sinne: „Hakuna Matata – Sichere Reise“

Ein persönliches Nachwort: Natürlich gibt es ganz viele Motive die für Afrika stehen – für das Grüne ebenso wie das Tropische. Ich habe mich in dem Artikel ausschließlich aus meinem Namibia-Bildarchiv bedient, weil ich mir eine einheitliche Bildsprache gewünscht habe. Außerdem habe ich bewußt auf Menschenbilder oder einfache Hütten verzichtet, weil ich nicht mit Vorurteilen spielen und einzig die landschaftliche Schönheit zeigen wollte.

4 Kommentare
  1. Lissi
    Lissi says:

    Schöner Bericht und tolle Fotos! Ich bin momentan am überlegen, wo meine nächste Reise hingehen soll. Mich hat schon immer ein Südafrika Urlaub gereizt, allerdings war ich auch immer besorgt aufgrund von Erzählungen. Danke dir, du hast mit meinen Vorurteilen aufgeräumt! Ich werde mich gründlich informieren und bald die Reise nach Südafrika antreten. 🙂
    Liebe Grüße

    Antworten
  2. Friedrich v. Bülow
    Friedrich v. Bülow says:

    Danke für Deinen Beitrag, der hoffentlich zum Abbau der Vorurteile führt.
    Ich hatte das Glück, im März nach Südafrika fahren zu können. Ich hatte zuvor auch jede Menge Berichte mit Warnungen im Internet gelesen, habe aber nichts davon erlebt. Egal, ob schwarz oder weiß, alle Menschen sind uns sehr freundlich begegnet. Aber es sicherlich richtig, die Augen offen zu halten und bestimmte Gegenden zu meiden. Dann spricht aber nichts gegen einen tollen Urlaub in diesem wunderschönen Land.

    Antworten
  3. Benji
    Benji says:

    Es ist leider so, dass durch die Medien viel Panik verbreitet wird. Mir geht es genauso mit Paris, Brüssel etc. – kaum waren da mal terroristische Attentate, ist laut meinem Umfeld selbst 1 Jahr später die ganze Stadt hochgefährlich. Und New York wollte mir vor einem Jahr auch jeder ausreden – wegen 9/11 – über 15 Jahre schon her und seitdem ist dort nix mehr passiert. Aber man schwebt ja ständig in Lebensgefahr laut selbsternannter Experten.

    Selbst in Frankfurt am Main konnte ich mich am Bahnhofsviertel frei bewegen. Klar sind dort massenhaft Junkies, die einen aber in Ruhe lassen, wenn man sie in Ruhe lässt.

    Wenn jetzt aber keiner mehr verreist, hat doch der IS sein Ziel schon erreicht. Wobei doch selbst im eigenen Wohnort was passieren kann. Und statistisch passieren die meisten tödlichen Unfälle immer noch im Haushalt

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  4. Thomas Schneider
    Thomas Schneider says:

    SO „GEFÄHRLICH“ wie überall sonst. Woher kenne ich das nur? Ja ich bin im Moment in den gleichen Schuhen und versuche wenn ich mit Leuten rede ihnen die Angst vor Afrika zu nehmen. Gott sei dank bei den persönlichen Gesprächen mit Erfolg. Die meisten haben Interesse an Afrika. Liebe deinen Artikel. Es ist in der Tat so, dass 90 % der Ratgeber nur aus Gehörtem Sagen reden. Habe das selbst schon oft genug erfahren. Auch mit den USA etc wenn jemand auf Internet Foren gefragt hat wie gefährlich zb Los Angeles ist und ich dann Antworten gelesen habe, wo ich mir dachte…….. Menschen schrieben da ja sie haben selbst dort gelebt und in jener Gegend gibt es zurzeit so und soviele schießereien, in den Straßen in denen ich auch lebte und ich und keiner den ich kenne hat etwas davon mitbekommen, also frage ich mich wo die wirklich gelebt haben. Sicherlich in gewissen Gegenden dort oder auch in Südafrika kann es schnell lebensgefährlich werden wenn man da ohne lokaler führung hineingeht(Stichwort ist eben GEGENDEN und nicht Land). Vielen Dank für diese Seite und all die User hier, die Afrika ins rechte bild rücken. Sicher die Probleme sind zum teil sehr groß und überall in Afrika ist das Reisen nicht sicher, kommt aber eben wie im Artikel erwähnt auf das Land an. Aber ich bin so froh darüber das hier zu lesen weil ich gerade die letzten tage wieder im internet auf foren war, wo nur mist über Afrika gelabbert wurde, wie warum keine hoffnung ist und sich nie was ändern wird, wo man sehen konnte das die Leute nur aus medialen Wissen reden. und was manche Leute so sagten was sie bei Ihren SA Reisen erlebt haben, sorry natürlich kann es sein, dass es so ist aber irgendwie hatte ich das Gefühl dass manche Leute dies nur sagten um schlechte Propaganda zu machen. und selbst wenn schlechte Erfahrung kann man ÜBERALL machen. gibt auch genug Leute die nach Urlauben in Australien sagen nie wieder zu den Australiern oder USA, Deutschland, Österreich etc. Einmal habe ich auch eine Frau auf einem Forum, auf welches man auch über fb zugreifen kann getroffen, die immens respektlos war und sagte all die Reisefuzis die so gerne da hinunterfliegen sollten mal länger da unten leben und sich mit der Gewaltbereitschaft der Schwarzen auseinandersetzen und Erfahrung machen. Kotz, sag ich da nur. und wenn wir über das mediale wissen weitergeben reden, kann ich nur sagen ich will jetzt nicht superschlau wirken aber es in der Tat so, dass auch die meisten Reporter die in einem Land leben nicht wirklich viel davon wissen, weil sie die meiste Zeit in Ihrem Office sitzen und nur wohin eilen wenn es mal eine gute,skandalöse story gibt. Habe das festgestellt weil ich in einigen Ländern in denen ich zurzeit lebte, einschließlich Südafrika für kurze Zeit, Berichte über Geschehnisse, archtitektonische Errichtungen gelesen habe, die es zur zeit nicht gegeben hat. Vorallem über Südafrika sind viele Berichte wirklich unterirdisch schlecht. Nun ja, wo ich aber nicht ganz zustimmen kann ist das wegbleiben des Tourismus. Safaris sind gerade jetzt sehr beliebt und vorallem Südafrika und Namibia haben gesunden Tourismus. Kapstadt ist sogar eine der beliebtesten Städte der Welt. Danke aber trotzdem nochmal für dein Aufräumen über Afrika hier im Internet.

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