Botswana Ι Kgalagadi Transfrontier Park – Das Eldorado für Wildlife-Enthusiasten

Der in Botswana & Südafrika gelegene Kgalagadi Transfrontier Park ist ein Eldorado für Wildlife-Enthusiasten. Welchen Tieren ich im Park begegnet bin, welche Geschichte uns verbindet und welche Geheimnisse sie haben verrate ich hier:

Spingbock – Antidorcas marsupialis – Sprinbok

Springböcken wird man überall im Park begegnen. Eine Vielzahl von Herden bevölkert den Kgalagadi. Und auch wenn man ihnen öfter begnet sollte man nicht den Blick für diese schönen und grazilen Antilopen verlieren. Ihre Bewegungen sind anmutig und vollendet und ich liebe es ihnen auf der Flucht zu zuschauen, wenn sie die für ihren Namen bekannten Sprünge einlegen. Diese nennt man übrigens „Prellsprünge“. Bis zu 80 km/h schnell können Springböcke laufen wenn sie verfolgt werden und das müssen sie auch um nicht Opfer vom Geparden, Löwen oder Leoparden zu werden.

Braune Hyäne – Hyana brunnea – Brown Hyaena

Beim Anblick dieses Tieres habe ich zunächst einen riesen Schrecken bekommen, denn die Tiere sind wirklich riesengroß und erreichen eine Schulterhöhe von 79 cm, dazu das zottelige dunkle Fell und sie können wirklich angsteinflößend sein.Die Tiere gelten als grausam, feige und verschlagen, doch wenn man sie genauer betrachtet und sich mit ihnen beschäftigt, dann bekommt man ein ganz anderes Bild. Forschungen belegen, dass diese Tiere sehr sozial, sehr kreativ und intelligent sind. Mütter kümmern sich sehr liebevoll um den Nachwuchs und säugen ihn bis zu 2 Jahren.

Erdeichhörnchen – Xerus inauaris – Ground squirrel

Dieses possierlichen Tierchen liebe ich weil sie putzig sind, man ihnen ganz oft begegnet und sie auch dankbare Models sind. Eines hätte ich beinahe überfahren und konnte gerade noch im letzten Moment das Auto stoppen. Das Eichhörnchen saß dann minutenlang mit pocherndem Herzen neben dem Fahrzeug und schaute mich vorwurfsvoll an! Und auch ein anderes Erdmännchen imponierte sehr und zwar mit seiner Männlichkeit! Klickt mal in die Galerie, dann sieht man wovon ich spreche. Diese Tiere lieben socker, sandige Erde in das sie ihre Behausungen bauen und in dem sie ihre Jungen aufziehen. Man findet sie überall in der Kalahari.

Kap-Hartebeest/ Kuhantilope – Alcelaphus buselapuhus – Red hartebeest

Hartebeest hatte ich zuvor noch bei keiner Safari gesehen um so mehr hat es mich gefreut eine neue Species für mich zu entdecken. Ihre rote Farbe leuchtet geradezu im warmen Licht der untergehenden afrikanischen Sonne. Die Tiere waren sehr scheu und wann immer sie uns begegneten traten sie sehr schnell die Flucht an. Aber genau für diese Flucht sind sie auch bekannt, denn die sieht ob ihres langen Gesichts immer komisch übertrieben aus, geradezu wie bei einem Schaukelpferd. Außerdem gelten diese Tiere als sehr neugierig. Auf der Flucht bleiben sie immer wieder stehen, um sich umzudrehen und die Lage abzuschätzen.

Löwe – Panthera leo – Lion

Der Löwe ist das größte afrikanische Raubtier und ein ausgewachsenes Männchen kann schon mal bis zu 230kg wiegen. Nur die Männchen tragen eine Mähne und die der Kalahari-Löwen ist dafür bekannt fast schwarz zu sein. Und wie alle Katzen schläft ein Löwe sehr gerne. An die 20 Stunden am Tag um genau zu sein. Kein Wunder findet man sie am Besten unter schattige Bäumen. Im Kgalagadi auf Löwen zu treffen ist zudem ein Glücksfall und oft sind sie nur ganz aus der Ferne zu erspähen und man muss schon sehr achtsam durch den Park fahren. Deshalb unbedingt ein Fernglas & mindestens eine 500 Teleobjektiv mitnehmen!

Sekretärvogel – Sagittarius serpentarius – Secretary bird

Gerne wird der Sekretär auch als der Vogel der nicht fliegen will bezeichnet, denn in der Tat ist er am liebsten zu Fuß unterwegs. Und das als Greifvogel. Zu seiner Beute gehören Insekten, Eidechsen und kleinere Vögel. Sobald er eine Beute gefunden hat, tötet er sie, indem er sie tot trampelt! Sicherlich kein schöner Tod. Wir sind ihm direkt am Toreingang am ersten Wasserloch begegnet. Ich fand seine Art zu trinken bemerkenswert, das ist nämlich mit den langen Beinen gar nicht so einfach.

Schabrackenschakal – Canis mesomelas – Black-backed Jackal

Ausdrucksvolle goldfarbene Augen blicken mich an – das Markenzeichen des Schakals – und im nächsten Moment ist er auch fast schon wieder verschwunden. Meistens sind wir diesen scheuen Tieren Nachts begegnet. Als es dunkel wurde schlichen sie sich ins Camp auf der Suche nach Essensresten. Wir saßen dann ganz still und haben die umtriebige Suche beobachtet. Seinen Namen Schabrackenschakal hat er übrigens dadurch bekommen, dass sein Rücken an eine Satteldecke für Pferde erinnert, welche auch „Schabracke“ genannt wird.

Milchuhu/ Blassuhu Bubo lacteus – Verreaux’s eagle-owl/ Giant eagle owl

An dieser Eule waren wir schon vorbei gefahren und haben extra noch mal den Rückwärtsgang eingelegt. Durch die Zeichnung auf den Augenliedern sieht dieser Vogel immer so aus als wäre er wach, selbst wenn er schläft. Beeindruckt waren wir von der Körpergröße. Dieser Vogel wird immerhin zwischen 60 und 66 cm groß und gilt damit als die größte Eule Afrikas. Sie jagen bevorzugt am späten Nachmittag und auf ihrem Speiseplan stehen Affen, Springhasen, Hasen, Ginsterkatzen, Klippschliefer, Mungos, Erdhörnchen, Fledermäuse und verschiedene Ratten und Mäuse.

Streifengnu/ Gnu/ Kuhantilope – Connochaetes taurinus – Blue wildebeest

Ist von Gnus die Rede, dann hat man vor dem geistigen Auge unweigerlich riesige Wanderherden, welche aus Zehntausenden von Tieren die Savannenlandschaften Afrikas bevölkern. Ganz anders im Kgalagadi, denn hier sind uns nur kleinere Herden begegnet. Dieses Gnuverbände sind nämlich ein sehr lokales und überdies ein saisonbedingtes Phänomen. Einzig im Serengeti-Ökosystem in der Grenzregion zwischen Kenia und Tansania werden solche Formationen beobachtet. Wir haben Glück, denn als wir auf die Herden stoßen sind auch Jungtiere in der Gruppe.

Giraffe – Giraffa camelopardalis – Giraffe

Giraffen im Kgalagadi ohne Vorwissen aufzuspüren, dass kann mühselig sein. Deshalb mein Tipp: Sie kommen fast ausschließlich in der Gegend um das Mata Mata Camp vor und genau dort haben wir sie auch gefunden. Allerdings nicht gerade vis a vis. Aber so ist die Natur und das gehört eben zu einem Game drive dazu. Was mir auch neu war ist, dass Giraffen gerne mal ihren Kopf im Geäst ablegen für ein Nickerchen. Kaum zu glauben oder?

Oryx-Antilopen/Spiessbock/ Gemsbock – Oryx gazella – Gemsbok

Die Oryx-Antilope ist auf Grund ihrer Zeichnung und ihres Wesens definitiv eins meiner Lieblingstiere in Afrika und egal wie häufig ich ihr begegne ich bin begeistert. Wie keine andere Antilope ist sie an die heißen Temeraturen in Afrika angepaßt, da sie einen besonderen Stoffwechsel hat, der es ihr ermöglicht große Hitze und Trockenheit auszugleichen. Und auch ihre Schwarz/Weißfärbung dient diesem Hitzeausgleich. Ferner ist durch Mechanismen im Gehirn garantiert, dass das Blut hier wesentlich kühler zirkuliert, als im übrigen Körper. Im Kgalagadi ist sie weit verbreitet und man findet sie oft unter schattenspendenen Bäumen.


Alle Informationen rund um den Kgalagadi Transfrontier Park habe ich in einem weiteren Blogpost zusammengestellt. Darin finden sich alle Informationen zur Geschichte des Parks, seinen Bewohnern (auch Menschen) und nützlichen Informationen zum Besuch des Parks. Zum Artikel gelangt ihr mit klicken auf LINK.