Volunteering_Loewen_Millionen_Dollar_Business_Naivitaet_Freiwilligen

Volunteering mit Löwen & das Millionen Dollar Business mit der Naivität von Freiwilligen

Freiwilligenarbeit mit Löwen und anderen Tieren in Afrika klingt so romantisch und wertvoll, aber den meisten Volunteers ist gar nicht klar, welchen Schaden sie damit anrichten und welches BigBusiness sie durch ihr vermeintliches Engagment unterstützen.

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Ein flauschiges Löwenbaby im Arm halten, mit der Flasche aufziehen und ein Foto für die Nachwelt auf Instagram posten. Dieses Bild haben viele Volunteers aus der ganzen Welt im Kopf. In ihrem Drang Gutes zu tun und das auch zu zeigen, blenden sie die Schattenseiten absolut aus. Deshalb möchte ich meine Geschichte mit dir teilen und ein Bewußtsein dafür schaffen, was wirklich mit den Löwen passiert.

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Freiwilligenarbeit mit Löwen in Afrika – meine Erfahrung

Ich bin in Simbabwe unterwegs. Wir besuchen den „Antelope Park“ als Teil unseres gebuchten Pakets. Über dieses Ausflugsziel weiß ich nichts weiter, als das es ein Stopover am Rand der Strecke ist. Als wir dort ankommen parkt der Truck neben Löwenzwingern und wir erfahren, dass alle Tiere hier gerettet wurden. Das sie im Park eine neue Heimat gefunden und liebevoll aufgezogen werden. „Liebevoll?“ „Heimat?“ seht ihr etwas Anderes als ich?

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Ich springe vom Truck und laufe das Gatter ab. Meine Hauskatzen haben in meiner Wohnung mehr Platz, als dieser Löwe hier im Zwinger. Das Gelände des Parks ist riesig, warum also, wird das Tier im Mini-Gatter gehalten und das in praller Sonne, ohne einen schattenspendenden Baum oder Unterstand? Mir fällt ein weiterer viel zu kleiner Löwenzwinger auf, hier sind zudem drei Tiere untergebracht. An ihren Trampelpfaden entlang des Zaunes und ihrem Verhalten kann auch der Leihe erahnen, dass die Löwen eine Verhaltensstörung aufweisen. Kommt nur mir das komisch vor, frage ich in die Runde?

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Löwe & Freiwilligenarbeit – die Gelddruckmaschinen

Eine Mitreisende weigert sich vehemend den Truck zu verlassen und klärt mich über Lion-Parks, wie diesen, auf. Die Tiere werden im Alter von 6 Wochen von ihren Müttern getrennt, um dann durch die Hände von zahlenden Volunteers mit Flasche aufgezogen zu werden. Bis sie soweit sind, dass sie mit wiederum zahlenden Touristen so genannte „Lion Walks“ machen können. Diese kosten so um die 90 Dollar. Werden sie auch für diese Spaziergänge zu groß und zu einer Gefahr für die Touristen, werden sie weiterverkauft.

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Trophäenjäger zahlen zwischen 50.000 und 150.000 Dollar für den Abschuss eines ausgewachsenen Löwen. Dazu werden die Tiere in Käfige gesteckt und aus sicherer Distanz vom „Jäger“ erschossen, der sich dann mit dem toten Tier in Heldenpose ablichten lässt. Es ist gelinde gesprochen eine Hinrichtung. Mit echter Jagd hat dieses Canned Hunting (Gatterjagd) nichts zu tun.

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Das ist dann aber immer noch nicht das Ende der Geldmaschine „Löwe“. Eine weitere lukrative Einnahmequelle der Löwenzucht bietet der asiatische Markt, wo die Knochen der Löwen zur begehrten traditionellen Medizin verarbeitet werden. Die Kadaver werden also auch noch gewinnbringend ausgeschlachtet. Allein die Knochen und der Schädel bringen weitere 3.000 Dollar.

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„Der Tot ist ein riesen Geschäft, allerdings fängt dieses bei Löwen schon mit ihrer Geburt an.“

Dabei beschreiben Websitenbetreiber der Löwenparks ihre Angebote mit wohlklingenden Worten wie „Öko-Tourismus“, „Nachhaltigkeit“, „Erhalt von vom Aussterben bedrohter Arten“. Sie suggerieren dem Leser, dass er mit seinem Einsatz hier, tatsächlich etwas Gutes für die Tierwelt Afrikas tun könnte.

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Löwenbabys, Freiwilligenarbeit und die richtigen Fragen an die Betreiber

Ich bin geschockt von dem, was ich hier erfahre und will es nicht so recht glauben. Während eine Gruppe englischer Touristen gerade eine Führung bekommt, klinke ich mich in das Gespräch ein und stelle die richtigen Fragen mit dem Background den ich jetzt habe. Der Guide redet sich raus. Fotos sind übrigens ab dem Zeitpunkt nicht mehr erwünscht.

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Dafür berichtet er großmütig, die Babys seien verstoßen worden, man wollte sie retten und sie werden wieder ausgewildert. Ich hake erneut nach. Wieviele Tiere sind in den letzten 20ig Jahren wieder in die Freiheit entlassen worden, frage ich. Er druckst rum und gibt zu, dass noch kein einziger Löwe jemals wieder in die Wildnis zurück geführt wurde. Angeblich, weil sie so an die Menschen gewohnt waren und deshalb nicht ausgewildert werden konnten. Verständlich, wenn man sie mit der Flasche von Hand groß zieht, mit ihnen spazieren geht und sie wie ein Haustier behandelt.

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Löwenbabys in Massen verwaist?

Fachleute schätzen, dass es zwischen 20.000 und 39.000 wild lebende Löwen auf dem gesamten, riesigen, afrikanischem Kontinent gibt. Wir sprechen hier über 30,2 Millionen km² von zum Teil unberührter Wildnis und Wüsten. Es sind immer nur seltene Einzelfälle, in denen Löwenmütter ihre Babys nicht annehmen und diese auch nicht von Mitgliedern des Rudels aufgezogen werden. Man stelle sich vor, wie viele Löwenwaisen es dann tatsächlich gibt, die wiederum mutterseelenallein durch die Weiten Afrikas stolpern, zufällig gefunden und dann von emsigen Helfern gerettet werden.

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Wenn man mal versucht hat, Löwen in freier Wildbahn zu finden und zu fotografieren, dann weiß man, dass dies gar nicht so einfach ist. Ich habe 10 Jahre lang überhaupt kein Löwenbaby gesehen und ich habe schon an die 70ig Safaris gemacht und war tagelang im Busch. Man kann sich also recht leicht ausmalen, dass ein verweister Nachwuchs nicht in den Stunden vor dem Verhungern/ Verdursten überhaupt gefunden wird. Würde man sie zudem dann nicht lokal in den einzelnen Ländern/Regionen aufziehen? Wie also kommt es zu der Masse an bedürftigen Löwenbabys die Freiwillige brauchen, die sie von Haund aufziehen und noch dazu in eher touristisch erschlossenen Gegenden?

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Ein Blick den ich nie vergessen werde

Ich stehe am Gitter, wo der Löwe seit nun mehr einer Stunde im Kreis läuft. Er stoppt vor mir und sieht mich direkt an. Sein Blick geht mir durch Mark und Bein. Als wolle er mir sagen: „Sieh genau hin, was sie hier mit mir machen.“ Im gleichen Moment schießen mir die Tränen in die Augen. Wie kann man ein so stolzes Tier nur so verachtungswürdig halten und sich dann noch als „Retter“ betiteln. Ich muss an meine Katerchen daheim denken, werde wütent, aufgebracht und will Antworten.

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Volunteers und der Preis der Freiwilligenarbeit

Hinter der zentralen Lodge finde ich einen Pool mit jungen Frauen, die herumplanschen, lesen und das schöne Wetter genießen. Ich spreche sie an, zeige mich interessiert an ihrem Engagment und erfahre so mehr über ihr Alter, ihre Herkunft und dem, was sie hier machen.

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Die Mädchen kommen aus Europa oder den Staaten, haben gerade die Schule oder das Studium beendet und „engagieren“ sich in Afrika für Löwen. Stolz erzählen sie, wie sie sich in Schichten, um so ein armes, kleines Löwenbaby kümmern. „Das klingt verlockend, so ein flauschiges Katzenbaby mit der Flasche aufzuziehen, es zu streicheln und zu knuddeln.“ gebe ich vor und frage im nächsten Atemzug nach, was das denn koste. Ich würde das ja auch zu gerne machen.

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Die Preisangaben gehen auseinander. Im Schnitt sprechen die Mädchen von 4.500 Dollar bis 6.000 Dollar für den Aufenthalt hier inkl. Flughafentransfer, eine basic Unterkunft und einfachstes Essen für zwei Wochen Volunteereinsatz. Gehen wir mal nur von zwei Mädchen aus, die für die Fürsorge eines Löwenbabys zuständig sind, dann sind das satte 120.000‬ Dollar in 6 Monaten (2x ca. 5.000 Dollar für 2 Wo). Ich sehe hier aber rund 15 Mädchen und nicht alle haben gerade frei und amüsieren sich im Pool.

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Rechnet man dann noch mal weiter, was der Junglöwe pro Lion Walk, für das Trophy Hunting (120.000 Dollar) und das Ausschlachten bringt, dann stehen wir hier vor einem Millionen Dollar Business. Allein in Südafrika geht man von 1.500 extra gezüchteten Tieren aus, was einem Gesamtwert von 375.000.000 Dollar entspricht, wenn man von „nur“ 250.000 Dollar je Tier ausgeht. Ich bin sprachlos.

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Keinen Cent fürs Morden der Löwen

Inzwischen kocht es in mir und ich will nur noch weg. Ich möchte nicht an einem Ort sein, der Profit aus diesen armen Geschöpfen schlägt und ich möchte, dass jeder junge Menschen sich bewußt wird, dass es hier nicht darum geht, etwas Gutes zu tun. Lion Parks wie dieser, sind für die Inhaber eine Gelddruckmaschine. Sie nutzen naive junge Menschen aus, betreiben skupellose Tierhaltung und geben die Löwen anschließend noch fürs kaltblütige Käfigabschlachten weiter. Was für ein krankes Business.

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Meine Bitte

Ich hoffe meine Geschichte war ein „Eye opener“ und das tragische Schicksal dieser Tiere kommt ins Bewußtsein aller Reisenden und Helfer. Bitte, bitte unterstützt solche Projekte nicht mit eurem Geld oder eurer Zeit. Nehmt nicht an Steichel- oder Spazierausflügen teil und verzwichtet zudem auf Selfies. Übernehmt Verantwortung zum Wohl der Tiere. Wenn wir ein Bewußtsein dafür schaffen und diese Projekte ächten, dann wird es sie in Zukunft nicht mehr geben.

Wenn du ein Engagment, als Freiwilliger im Bereich Tierschutz und Wildlife in Betracht ziehst, solltest du die Veranstalter und angebotenen Projekte immer genau prüfen, kritisch hinterfragen – und auf keinen Fall zu gutgläubig sein.

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Freiwilligenarbeit – So erkennst du sinnvolle und artgerechte Wildlife-Projekte:

  1. Engagiere dich nur in zertifizierten WildlifeProjekten! Sie tragen zum Artenschutz bei, indem sie den natürlichen Lebensraum der Tiere schützen und ihnen so ein Leben in freier Wildbahn ermöglichen, anstatt Löwen und andere Wildtiere in Gefangenschaft zu züchten. Zudem kannst du die Wildtiere in ihrem natürlichen Verhalten beobachten und eine Menge lernen.
  2. Wildtiere sind keine Haus- oder gar Streicheltiere. Der Kontakt mit Menschen ist nicht natürlich und in keinem Fall normal. Nur im Ausnahmefall sollten Wildtiere mit Menschen in Kontakt kommen. Also bei Krankheiten, Verletzungen oder den Folgen von Wilderei. Sei dir sicher, dass es bisher nicht ein Auswilderungsprogramm gibt, die in Gefangenschaft gezüchtete Löwen erfolgreich in die Wildnis entlassen haben.
  3. Halte dich auch als Reisender von „Streichelzoo“-Projekten und Lions Walks fern. Ein Schnappschuss oder Spaziergang mit einem niedlichen Löwennachwuchs ist nicht gerechtfertigt! Die Tatsache, dass dieses Tier für dein Foto viel zu früh von seiner Mutter getrennt wird und in Gefangenschaft aufwachsen muss, sollte dir bewußt sein.
  4. Informiere dich sorgfältig über diese Thematik und schärfe dein Bewusstsein für sinnvolle Wildlifeprojekte. Vergiss nie, dass es bei einem Tierschutzprojekt nicht um Instagramaufnahmen, sondern rein um das Tierwohl geht.
  5. Bitte sieh dir dazu auch den vielbeachteten Film „Blood Lions“ an:

Hinweis zum Bildmaterial:

Die Fotos der Löwen sind aus meiner Sammlung von dieser und weiterer Reisen in Afrika. Nur die Bilder mit den Zäunen um die Tiere, sind tatsächlich aus dem Antelope Park, zu dem diese Geschichte gehört. Da ich aber aufzeigen möchte, was für wunderbare, schützenwerte Geschöpfe Löwen sind, habe ich auch meine anderen Fotos mit einfließen lassen. Entschuldigt, wenn die Bilder manchmal nicht kristallscharf sind. Da ich finde, dass ein Blick oft mehr als tausend Worte sagt, habe ich mich mich für die Bildaussage statt Schärfe entschieden und ich hoffe das richtig eingefangen und wiedergegeben zu haben.

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Ich würde mich von Herzen über ein Feedback im Kommentarfeld zu dem Artikel freuen. Einfach, weil es mir ein Anliegen war, darüber zu schreiben. Selbstverständlich bin ich immer auch für Fragen zu erreichen – via Formular, Social Media oder Skype. Dankeschön.

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Nomad Adventure Tours – Was packen für deinen Overlandtruck-Tour durch Afrika?

Du planst eine Overlandtrucktour durch Afrika, wie ihn zB. Nomad Adventure Tours anbietet und bist dir unsicher, was du einpacken sollst? Ich bin viel im südlichen Teil des Kontinents unterwegs und habe auch schon einen Überlandtrip von Tansania, über Malawi, Sambia bis zu den Victoria Falls in Simbabwe gemacht.

Meine Tipps für das richtige Gepäckstück, die praktikabelste Kleidung und Dinge, die dir in jedem Fall nützlich sein werden findest du hier. Ich bin überhaupt kein Packlisten-Typ, aber ich glaube mein Erfahrungsschatz kann dir helfen, um gut vorbereitet in dein Abenteuer zu starten.

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Reisetasche statt Koffer

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass du in den meisten Overlandtrucks keinen Koffer verstauen kannst und wahrscheinlich auch keine Tasche mit Gestänge. Diese passen schlicht nicht, in die schmalen Packfächer. Am besten beraten bist du mit sogenannten Dufflebags*, also Taschen die absolut flexibel sind. Ähnlich deiner Sporttasche zum Fitness. Allerdings würde ich ein Modell aus robusterem Planenstoff wählen, da normale Stoffe einfach viel zu schnell reißen.

Taschen aus robusten Materialien sind zudem wasserabweisend, können über den Boden geschleift werden und trotzen auch mal einer Dorne. Durch ihre Flexibilität kannst du sie perfekt in eines der Fächer quetschen oder über dem Sitz in der Ablage verstauen. Ich empfehle dir zudem solche, bei denen du das Volumen erweitern und sie auch als Rucksack verwenden kannst. Das macht dich auch für zukünftige Reisen flexibel.

Zelt

Schlafutensilien – Besser schlafen, erholter urlauben

Ich gebe es zu, ich bin eine kleine Prinzessin, wenn es um mein Bett geht. Auf normalen Isomatten mache ich kein Auge zu. Sie sind mir zu hart und man kühlt von unten zu sehr aus. Das führte in der Vergangenheit dazu, dass ich am nächsten Tag zerknirscht, müde und unkonzentriert war. Nach drei Tagen ohne Schlaf hab ich sogar mal einen Campingtrip abgebrochen und bin in ein Hotel gegangen. Das wollte ich auf so einem langen Trip nicht riskieren.

Zwar haben Nomad & andere Anbieter etwa 5cm hohe Matratzen für ihre Zelte, trotzdem habe ich mich dazu entschlossen, meine eigene Matratze mitzunehmen. Und für mich war das auch genau die richtige Entscheidung. Ich hab einfach richtig gut darauf geschlafen, weil sie hoch genug war, den nötigen Komfort bot und ich vom Boden her nicht ausgekühlt wurde. Wichtig war mir zudem, dass sie sich leicht wieder einrollen läßt und wenig wiegt. Meine Empfehlung sind daher die Thermarest-Matratzen* die du in verschiedenen Modellen bei www.outdoorsupply.de bekommst.

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Ein guter Schlafsack gehört natürlich ebenso zu den Sachen die du mitnehmen musst und hier empfehle ich einen der auch für Temperaturen um die 5 Grad ausgelegt ist. Unterschätze bitte die kalten Nächte in Afrika nicht. Gerade in den Wüsten, im südafrikanischen Winter, an der namibianischen Küste oder den Hochgebirgen wird es nachts bitterkalt.

Auch empfehle ich dir, ein einfaches Bettlaken mitzunehmen, wenn du den Schlafsack in warmen Nächten lieber als Decke benutzt. Pragmatiker rollen sich ihre Fleecejacke als Polster für den Kopf. Wer ein Kopfkissen* zum Schlafen braucht, sollte sich eines dieser aufblasbaren Reisekissen zulegen.

Kleidung – Understatement, praktikabel und warm

In Afrika bist du immer gut beraten mit „Understatement“ also Kleidung, die nicht teuer aussieht. Markennamen suggerieren Geld und damit machst du dich zum möglichen Opfer. Setz auf Kleidung ohne erkennbaren Brand und spar dir Schmuck und Uhren.

Auch die Farbwahl ist wichtig. Du wirst viel auf Game Drive (Safari) sein? Dann wähle die typischen Naturfarben (sand, grün, braun), auch wenn du kein Fan davon bist. Sie haben ihre Berechtigung, weil die Kleidung damit weniger schmutzempfindlich ist. Zudem kannst du dich mit diesen Farben besser tarnen, wirst von den Tieren nicht als Bedrohung wahrgenommen und kannst sie so viel besser beobachten. Es macht also durchaus Sinn nicht in knalligem Gelb oder auffälligem Rot durch den Busch zu marschieren.

Deine Kleidung sollte leicht zu waschen und zu trocknen sein und ohne Bügeln auskommen. Bei einem 3-wöchigen Trip wirst du ganz bestimmt auch in die Verlegenheit kommen, mal ein paar Sachen selbst auszuwaschen und das sollte zeitsparend von sich gehen. Kleidung die viel Kunststoffanteil besitzt, stinkt bei Hitze schnell nach Schweiß und der Duft lässt sich nur schwer bei Handwäsche entfernen. Damit tust du dir also keinen Gefallen.

Wäschwaschen

Wie bereits erwähnt, kann es in Afrika bitterkalt werden. Mit Zwiebel-Look bist du gut beraten. Eine Softshelljacke* ein Fleeceshirt und ein Longshirt sind eine gute Kombi, um warm zu bleiben.

Mückenschutz ist natürlich auch unabdingbar, weshalb du mit Zip-Off-Kleidung sehr flexibel bist, weil sich die Arm- oder Beinlänge anpassen lassen. Das spart dir zudem Platz im Gepäck, weil du mit einem Kleidungsstück quasi zwei dabei hast.

Wenn die Mittagssonne vom Himmel knallt, ist neben einer Sonnenbrille auch ein Hut ein perfekter Begleiter, um Sonnenbrand oder einen Hitzestich zu vermeiden. Safari-Hüte* sind nicht jedermanns Sache, wenn man sich aber dafür entscheidet, ist darauf zu achten, dass man ihn am Kopf „festbinden“ kann. Beim Game Drive gibt der Fahrer schon mal Gas und mit etwas Wind ist deine Kopfbedeckung schnell Geschichte. In Nationalparks ist es oft nicht erlaubt das Fahrzeug zu verlassen und damit wäre dein Stohhut oder Basecap unwiederbringlich verloren.

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Ein Sarong (Wickeltuch) ist auch nicht unpraktisch auf dem Weg zum Duschen oder nach dem Schwimmengehen. So du noch keinen hast, würde ich ihn aber in Afrika kaufen, dann hast du gleich noch ein typisches Andenken an den Trip.

Badehose, Bikini, Tankini, Badeanzug– worin auch immer du dich wohl fühlst, pack es ein! Wichtig ist nur, dass es auch bei Action- und Schnorcheltouren gut sitzen sollte und je nach Land vielleicht nicht zu aufreizend ist. Man muss Aufmerksamkeit ja nicht provozieren.

Sonstige Kleidung: T-Shirts, Shorts, Kleider/Röcke packst du nach Empfinden & Platz in der Tasche. Allerdings kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass man längst nicht so viel braucht, wie im Büroalltag. Ein Shirt wird on Tour auch gerne mal zwei Tage getragen und auch wenn die Shorts schon etwas staubig ist, stört das in der Regel Niemanden.

Socken brauchst du meinem Empfinden nach nur 2 Paar, da du sie abwechselnd anziehen und waschen kannst. Da du zudem im Warmen reist, wirst du sie ohnehin nur für Wanderungen bzw. während der Flüge tragen. Also reduziere dich aufs Nötigste und du wirst sehen, dass es sich mit kleinem Gepäck viel leichter reist.

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Schuhe – Zum Wandern, duschen und als Cityslipper

Schuhe brauchen Platz im Gepäck, wenn du dir das sparen willst, dann macht es wie ich. Ich empfehle, nur 2 Paar mitzunehmen. Mit knöchelhohen Palladiums* bist du richtig gut beraten. Die Schuhe sind früher von den Fremdenlegionären getragen worden und das zu Recht.

Sie haben eine griffige Sohle zum Wandern, einen robusten Stoff als Schutz vor Dornen, Skorpionen oder Sand und sind trotzdem so atmungsaktiv, so dass man in ihnen keine Schweißfüße bekommt. Die Knöchelhöhe kann man nach Modell variieren und den Schuh durch umklappen zum Halbschuh machen. Das finde ich super praktisch. In der Wüste oder beim Wandern trägt man ihn knöchelhoch und in der Stadt einfach als Slipper. Das spart Platz in der Tasche, gibt aber gleichzeitig viel Spielraum beim Einsatz.

Ansonsten gehören natürlich auch Sandalen ins Gepäck. Hier empfehle ich keinen Lederschuh, da dieser von Wildtieren gerne mal weggetragen wird und er zum Duschen nicht geeignet ist. Billige Flip Flops* sind hier ideale Begleiter. Diese kannst du, um auf der Rückreise Gewicht zu sparen, auch vor Ort weiter verschenken.

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Drogerie-Artikel & Waschutensilien – bleib sauber

Du wirst dich wundern, was Drogerie-Artikel in Afrika kosten. Da diese Sachen meist nie vor Ort hergestellt werden, verteuert der Transport die Ware enorm. Bring also unbedingt mit, was du brauchst. Auch hier empfehle ich, sich auf das Nötigste zu reduzieren. Mit Shampoo kann man auch den Körper einseifen, ein Deo, Rasierutensilien und Zahnpasta sind eigentlich schon alles, was man wirklich braucht, neben Sonnecreme und Mückenschutz*.

Insektensticke bleiben unter Umständen nicht aus, bei mir hat sich ein elektronischer Stichheiler* bewährt. Ganz ohne Chemie nur mit Hitze wirkt er gegen das Jucken. Übrigens auch ein super Tipp für Leute, die unter Lippenherpes leiden. Spart euch die Cremes und packt einfach den kleinen Stick ein.

Ein Handtuch* solltest du in keinem Fall vergessen. Gut beraten bist du auch hier mit Mikrofaser, welches federleicht, ultra saugstark und schnelltrocknend ist.

Hut

Da nicht alle sanitären Anlagen einen Spiegel oder eine Ablage haben und auch nicht immer super sauber sind, empfehle ich eine Waschtasche*, die du aufhängen kannst, welche aus leichtem Material ist, einen Spiegel hat und am besten dunkel ist.

Wer sich im Urlaub gerne verliebt oder ein kleines Abenteuer plant, dem rate ich natürlich auch zu Kondomen. Je nach Region sind 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung Afrikas von HIV-Infektionen betroffen, das sollte Warnung genug sein.

Für Frauen: Slipeinlagen reduziern eventuell den Umfang der Unterwäsche. Gerade, wenn man tagsüber vielleicht nen String trägt, dann kann man sich bei der Nachtunterwäsche damit behelfen.

Daypack, Schloss, Taschenlampe & Powerbank – die Must haves

Ein Tagesrucksack gehört natürlich auch ins Gepäck. Ich würde ihn als Handgepäck mit in den Flieger nehmen, dann nimmt er im Hauptgepäck keinen Platz weg. Achte drauf, dass er innenliegende Fächer für deine Wertsachen hat. Richtig gut beraten ist man auf Reisen immer mit einem Packsafe Rucksack*, weil er Sicherheitsfeatures bietet, die den schnellen Zugriff Fremder verhindern.

Was unbedingt in dein Gepäck muss sind zwei Schlösser*. Eines für dein Gepäckfach im Bus und das Zweite, um dein Zelt zu sichern. Manche Campingplätze sind direkt am öffentlich zugänglichen Strand. Selbst wenn du keine Wertsachen im Zelt lässt, kann sich im Grunde jeder an deinen Sachen bedienen. Ein einfaches Schloss kann schnellen Zugriff verhindern. Wenn du dich als Frau allein im Zelt unwohl fühlst, dann kannst du natürlich das Schloss nachts auch von innen anbringen. Ich fand Zahlenschlösser praktisch, da man Schlüssel ja leicht mal verliert.

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Absolut wichtig ist auch eine Stirnleuchte* und als Backup eine kleine Leuchte. Ich habe so oft im Zelt etwas gesucht und wenn man dann schon eine Hand braucht, um die Lampe zu halten, wird man schier wahnsinnig im Rucksack was zu finden. Mit der Stirnleuchte kannst du zudem auf Nachtsafari gehen oder du findest den Weg besser zu den Waschräumen. Da Akkus nicht immer halten wie gewünscht, empfehle ich außerdem als Backup eine zweite Lampe. Da reicht dann aber auch eine einfache Taschenlampe.

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Die meisten Overlandtrucks sind so eingerichtet, dass man eine Ladestation fürs Handy am Sitz hat. Aber, auch die geht vielleicht mal nicht oder du brauchst nachts zusätzlich Strom die Stirnleuchte oder dein Handy zu laden, dann ist eine Powerbank* deine Rettung. Achte drauf die höchstmögliche Leistung zu nehmen, die du noch im Handgepäck befördern darfst. Im Koffer sind sie nicht erlaubt und die ganz billigen Geräte machen schnell schlapp.

Wenn noch Platz im Koffer ist

Praktisch für solche Reisen ist auch eine Wäscheleine & Klammern*, damit kannst du auch im Busch deine Sachen aufhängen. Waschpulver würde ich wiederum vor Ort im Supermarkt kaufen.

Eine Regencape* wird immer wieder empfohlen. Hier würde ich schauen, wo genau du hinreist. An den Victoria Fällen macht es unter Umständen Sinn einen Schutz dabei zu haben. Ich denke eine Softshelljacke reicht sonst auch völlig aus.

Travel Safe

Wer sich Gedanken um seine Wertsachen macht, dem kann ich auch einen mobilen Safe* ans Herz legen. Diesen kann man mit zum Strand nehmen oder am Gestänge des Zeltes festmachen.

Trillerpfeifen sind eine gute Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen. Sei es, nachts im Zelt oder bei Notfällen während einer Wanderung. Sie sind ein kleines Accessoire, aber durchaus nützlich.

Für Boots- oder Actiontouren finde ich eine wasserdichte Handyhülle sehr nützlich.

Schlusswort

Ich hoffe meine Tipps helfen dir weiter einen aufregend schönen, aber auch komfortablen Trip durch Afrika zu genießen. Bei Fragen kannst du mich immer gerne kontaktieren. Du findest mich auf allen Social Media Kanälen oder schreibst mir via Kontaktformular über den Blog. Ich helfe immer gerne mit Ideen und Tipps.

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Wie sicher ist es nach Afrika zu reisen?

Afrika gehört ganz sicher zu den aufregendsten, atemberaubendsten und abwechslungsreichsten Reisezielen der Welt und gilt gerade auch deshalb als der schönste Kontinent unseres Planeten. Trotzdem scheuen sich viele Urlauber diesen Kontinent zu bereisen. Ich räume mit Vorurteilen und Ängsten auf und mache dir Mut für dein großes Afrika-Abenteuer!

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Der Kontinent der Superlative

Afrika – das ist für viele leider immer noch das große unbekannte und oft auch angstmachende Land. Dabei ist es gar kein Land, sondern ein facettenreicher und riesiger Kontinent – der Niemanden pauschal verängstigen sollte. Hier warten einzigartige Landschaften  mit faszinierenden Regenwäldern, rotgetünchten Wüsten, ausgedehnten Savannen, malerischen Traumstränden und einer Unterwasserwelt die ihres Gleichen sucht.

Auch gilt Afrikas artenreiche Tierwelt in seiner Form als einzigartig: Mehr als 1.100 Säugetiere und 2.400 Vogelarten leben in den zahlreichen Wildschutzgebieten und in den weiten Steppen des Kontinents. Von majestätischen Elefanten über putzige Pinguine oder riesige Meeressäuger – in Afrika kannst du ihnen begegnen.

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Fakten über Afrika

Der Kontinent erstreckt sich auf ca. 30,3 Millionen km² und über 54 anerkannte Staaten. Es leben über eine Milliarde Menschen dort und mit ihnen so viele verschiedene, lebendige Kulturen. Jede dieser Lebensformen hat seinen ganz eigenen, individuellen und vor allem interessanten Charakter und genau das macht Afrika als Reiseziel so spannend.

Mit meinen Zeilen möchte ich allen Mut machen, diesem Kontinent eine Chance zu geben und das Vielseitige was Afrika zu bieten hat, für sich zu entdecken und sich in keinem Fall durch Meinungsmache abschrecken zu lassen.

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Der Kampf mit den Vorurteilen

Wenn man eine Reise nach Afrika plant, wird man oft überhäuft mit Vorurteilen und wilden Spekulationen von Bekannten. Dabei haben genau diese Menschen ihr Wissen nur irgendwo aufgeschnappt, aber sind nie selbst auf diesem großartigen Kontinent gereist.

Ich habe unzählige Reisen ins nördliche wie südliche Afrika unternommen und habe sogar dort gelebt. Zu lebendig sind mir genau diese Ratschläge von Anderen, über die ich jetzt nur schmunzeln kann.

Selbst mein kleiner Bruder hat lange geglaubt, ich wohne hinterm Busch in einer Lehmhütte, während ich im modernen Kapstadt lebte.Durch solche Aussagen wird mir immer wieder klar, wie verfestigt sich das Bild über „das Afrika“ in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat. Natürlich findet man Lehmhütten und Schotterstraßen in Afrika, aber das ist nur eine winzige Facette. Ebenso findet man moderne Metropolen, durchweg geteerte Straßen, Großkonzerne und luxuriöse Shoppingcenter dort, die uns in nichts nachstehen. Doch dieses Bild ist oft noch nicht angekommen.

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Sicherheit in Afrika

Ebenso sieht es in den Köpfen der Menschen aus, wenn es um die Frage nach Sicherheit in Afrika geht. Doch auch hier kann und vor allem darf nicht pauschalisiert werden. Zur Erinnerung, wir  reden hier über einen riesigen Kontinent mit über 50 Ländern, verschiedenster Ethnien und Lebensweisen.

Gerne wird als Argument gegen das Reisen in Afrika, die Aidsrate, angeführt. Hier in Deutschland gibt es auch 70.000 Menschen, die mit Aids oder HIV infiziert sind und ebenso werden die Viren nur über Blut oder anderen Flüssigkeiten übertragen. Und im normalen Umgang miteinander kommen wir doch nie in Kontakt mit ihnen. Warum sollte es dann in Afrika anderes sein? Für mich kein haltbares Argument.

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Verhältnismäßigkeit

Das Beispiel Ebola-Virus: Dieses betraf plötzlich den ganzen Kontinent und nicht mehr nur in der Hauptsache die Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone. Ein fataler Fehler! Übertragen wir das mal gedanklich auf Deutschland und die Tierhaltung.

Man stelle sich vor, in einem Hühnerstall in Bayern bricht die Vogelgrippe aus und ganz Europa wird unter Quarantäne gesetzt. In welcher Verhältnismäßigkeit steht das? Genauso verhält es sich mit Afrika. Man muss sehr genau differenzieren, wo tritt das Problem auf und nicht pauschal einen ganzen Kontinent abstrafen.

Wer sich um die Gesundheit in einigen Ländern Gedanken macht, der sollte sich zunächst über die Seiten des Robert-Koch-Instituts informieren. Je nach Empfehlung des Portals würde ich dann noch den Rat eines Tropenmediziners ersuchen, wenn ich mir unsicher bin.

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Beispielhaft möchte ich von meiner Botswana-Reise erzählen. Jeder in meinem Umfeld meinte es gut und empfahl mir durchweg eine Malarie-Prophylaxe einzunehmen, weil Botswana ja so gefährlich sei. Ich besprach mich in Deutschland mit Ärzten, die mir die Tabletten nur als Standby-Medikament empfahlen. Das bedeutet, dass man die Medizin nur einnimmt, wenn man Symptome zeigt. Da ich immer noch verunsichert war, bin ich auch in Botswana zum Arzt gegangen und habe mich vor Ort beraten lassen. Mit dem gleichen Ergebnis! Die Panikmache meines Umfeldes gründete sich nicht auf Fakten und Erfahrungen, sondern aus medialem Halbwissen. Daraus gelernt habe ich, dass ich mich fortan richtig belese und mich von  Fachleuten beraten lasse, wenn ich vorhabe in ein Land zu reisen, für das eine Medikamentation angeraten wird.

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Kriminalität auf dem afrikanischen Kontinent

Genauso verhält es sich im Bereich Kriminalität. Auch hier rate ich dringend ab, ein pauschales Urteil zu fällen. Jedes Land ist anders – begründet auf seiner Historie, den kulturellen Gegebenheiten und der Mentalität der Menschen. Selbst innerhalb eines Staates kann es Unterschiede zwischen risikoreich bis sicher geben. Das ist in Frankfurt, Hamburg, Berlin nicht anders als in Regionen Afrikas.

Auch hier empfehle ich sehr objektiv die einzelnen Länder, Landstriche und Schwerpunkte anzuschauen. Findet Kriminalität zum Beispiel nur in einem bestimmten Mileu statt? Ist es politisch motiviert und kommen Touristen überhaupt nicht in Kontakt damit? Ihr werdet euch im Gegenteil zu der jetzt vielleicht vorhandenen Angst vor Afrika, später in manchen Gegenden so sicher und wohl fühlen, wie ihr es nie zuvor erlebt habt.

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Fragen über Fragen

Erste Anlaufstelle sollte hier das Auswärtige Amt sein, um sich einen Überblick zu verschaffen. Wer sich dann noch unsicher ist, der sollte das Internet zur Recherche heranziehen. Besonders möchte ich dir da spezielle Facebook-Gruppen ans Herz legen. Die Community wird dir Fragen beantworten und du kannst auch ihre Posts und Tipps nutzen, dich optimal vorzubereiten. Damit habe ich sehr gut Erfahrungen gemacht. Oft bekomme ich so Rückmeldung von Reisenden, die gerade da waren oder auch von Einheimischen, die mir Sicherheits-Tipps geben. Und bisher war ich so immer sicher – auch allein als Frau – in Afrika unterwegs. Sei es im muslimischen Tunesien, in das man angeblich als blonde Frau nicht alleine reisen sollte oder aber auch in Südafrika was ohnehin als Land mit hoher Kriminalität gilt. Ich bin immer sicher gereist!

Ich habe mich als Frau alleine dort bewegt und möchte euch die Bedenken davor nehmen. Als Reisender in Afrika ist es in erster Linie wichtig, dass man seinen Wohlstand nicht zeigt, nicht naiv ist und auf die ungeschriebenen Gesetze befolgt. Damit meine ich, das man auf den Rat der Einheimischen hören sollte: Wenn mir davor abgeraten wird nachts zu fahren, sei es wegen Wildwechsel oder Kriminalität, dann halte ich mich daran.

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Meine Tipps, wie du sicher in Afrika reisen kannst:

·      Trag deinen Wohlstand nicht zur Schau
·      Sei wachsam
·      Halte das Fahrzeug geschlossen, wenn dir dein Bauchgefühl ein Warnsignal gibt
·      Vermeide nach Möglichkeit Nachtfahrten – besonders auch wegen Wildwechsel
·      Meide große Menschenansammlungen, z.B. bei Demonstrationen
·      Lass keine Wertsachen offen im Fahrzeug liegen

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Zum Einstieg

Mit diesen Strategien bin ich bisher immer sicher gereist und kann dich nur ermutigen, deine Angst vor Afrika abzulegen und diesem Kontinent eine Chance zu geben.
Wenn du ein noch unerfahrener Reisender bist, empfehle ich dir eine organisierte Tour in Afrika. Hier genießet du den bestmöglichen Schutz der Gruppe und des Organisators. Gerade für Singles ist eine so genannte „Join in“ Reise ideal.

Diese Länder Afrikas gelten, wenn auch mit Einschränkungen, sicher für Touristen:

·      Swasiland
·      Ghana
·      Uganda
·      Tunesien
·      Marokko
·      Namibia
·      Gambia
·      Tansania
·      Togo
·      Liberia
·      Südafrika
·      Ägypten
·      Lesotho

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Einstigshilfe

Wenn du noch ein Afrika-Einsteiger bist und nicht weißt, welches Reiseland für dich das Idealste ist, dann lies doch mal meine Artikel zu verschiedenen Ländern in Afrika oder sprich mich direkt an! Ich bin immer für Rückfragen zu erreichen. Via Mail oder auch via Skype.

Weiterführende Informationen findest du auch hier:

·      Auswärtiges Amt (Reise- und Sicherheitshinweise)
·      Robert-Koch-Institut (Informationen zu Impfungen und gesundheitlichen Gefahren)
·      Deutsche im Ausland e.V. (Kontaktdaten aller deutschen Botschaften in Afrika)
·      Bundeszentrale für politische Bildung (Hintergrundinformationen zu den Konflikten auf dem afrikanischen Kontinent)

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Fazit:

Ich hoffe ich konnte dir deine Bedenken nehmen und dich ermutigen Afrika mit anderen Augen zu sehen und endlich deine Traumreise dahin zu planen. Eine „Warnung“ möchte ich dann aber doch noch aussprechen und das ist die vor dem „Afrika-Virus“. Aber keine Sorge der ist völlig harmlos. Das Einzigste was er auslöst ist das brennende Gefühl immer wieder nach Afrika reisen zu müssen. Die meisten, wie auch ich, sind stolz ihn in sich zu tragen. Meint es doch nur, dass man die Liebe für diesen großartigen und faszinierenden Kontinent für sich entdeckt hat und die Sehnsucht nach Afrika immer wieder aufflammt. In diesem Sinne: „Hakuna Matata – Sichere Reise“

Ein persönliches Nachwort: Natürlich gibt es ganz viele Motive die für Afrika stehen – für das Grüne ebenso wie das Tropische. Ich habe mich in dem Artikel ausschließlich aus meinem Namibia-Bildarchiv bedient, weil ich mir eine einheitliche Bildsprache gewünscht habe. Außerdem habe ich bewußt auf Menschenbilder oder einfache Hütten verzichtet, weil ich nicht mit Vorurteilen spielen und einzig die landschaftliche Schönheit zeigen wollte.

Wildlife-Fotografie in Afrika. Tipps die dich zum Profi machen!

Wildlife Fotografie ist schon eine höhere Kunst, aber wenn man eine gute Ausrüstung hat, dann kann man auch als Amateur aufregende Aufnahmem machen. Wie du am Besten zu tollen Ergebnissen kommst und auch deine Aufnahmen begeistern zeige ich dir hier!IMG_0154
Der Schlüssel zu fesselnden Tieraufnahmen ist in erster Linie die richtige Ausrüstung, das Wissen um die besten Spots und natürlich das Glück des Moments. Denn Wildnis heißt auch, dass man sich nicht im Zoo befindet und die Motive platziert vor einem liegen. Wildnis heißt Geduld, Gespür und Fortuna auf deiner Seite. IMG_8038
Als Erstes möchte ich dir mit auf den Weg geben, dass auch du ein entscheidender Punkt bist. Denn auf Game Drive (so nennt man Safari´s eigentlich) kommt es auch auf deine Kleidung, dein Verhalten und deine Intuition an.
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Bunt angezogen fällst du auf und verschreckst die Tiere. Deshalb solltest du schon so gekleidet sein, dass du dich der Umgebung anpaßt und gedeckte Farben trägst. Das hilft dir später für die Tiere nicht als Gefahr wahrgenommen zu werden. Wenn sie sich nicht gestört fühlen, werden sie dich auch an ihrem Leben teilhaben lassen und diese Eindrücke allein sind unbezahlbar.
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Deine Unruhe und Geräusche übertragen sich auch auf deine Umwelt und entsprechend wird sich auch dein Motiv verhalten. Tiere haben einen hohen Instinkt. Spüren sie die Unruhe in der Umgebung werden sie schnell flüchten und dir entgeht die Chance. Deshalb verhalte dich immer ruhig und mit Bedacht.IMG_8191
Damit du in den Genuss von einzigartigen Tierbeobachtungen kommst, sind natürlich auch dein Ausgangsort, die Uhrzeit der Beobachtung und die Lichtverhältnisse entscheidend. Wer weiß, wo die Tiere sich wann aufhalten, hat gute Chancen ihnen auch zu begegnen. Die beste Zeit für Game Drives ist immer zum Sonnenauf- und -untergang. Auch kommt dir dann das warme Licht der „goldenen Stunde“ zugute, was deine Fotos besonders machen wird. Schieß das Foto mit der Sonne hinter dir, außer du möchtest einen speziellen Silhouetten-Effekt.IMG_8112
Als nächster Punkt zählt natürlich dein Equipment. Mit einem normalen Objektiv kommt man auf Game Drive schnell an seine Grenzen und wird enttäuscht sein vom Ergebnis. Eine Linse von mindestens 300 mm halte ich für angemessen. Richtig gut ausgestattet ist man allerdings erst mit einem 500er Objektiv. Gerne auch mit mehr. Denn nur so hat man die Möglichkeit auch nah genug an entfernte Motive zu gelangen.IMG_7997
Sei auf jeder Ausfahrt gut vorbereitet. Checke vor Abfahrt den Akkustand der Kamera, die Sauberkeit der Linse und stell sicher, dass auch die Speicherkarte noch ausreichend Platz hat. Führe Ersatzkarten und Batterien mit dir, sowie ein Mikrofasertuch. Auch unterwegs kann es staubig werden. Schütze deine Kamera während des Game Drives in dem du die Jacke, ein Tuch oder eine Decke darüber tust.
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Halte die Kamera von Anfang an parat, denn du weißt nie, wie schnell du den ersten Tieren begegnest. Wenn du erst noch in der Tasche kramerst oder womöglich noch das Objektiv umschrauben mußt, ist die Löwin längst wieder hinter einem Busch verschwunden. Du würdest es dir nie verzeihen! Zudem nutze jeden Augenblick mit deiner Kamera. Manche Momente sind für immer verloren, wenn du sie nicht direkt ablichtest.IMG_0035
Jedes Equipment ist nur so gut wie sein Nutzer – heißt es in der Regel. Auf manuelle Einstellungen und Feinheiten kann man bei der Schnelligkeit der Tiere oft nicht adäquat reagieren, deshalb ist es bei einem Game Drive auch völlig in Ordnung die Automatik der Kamera zu benutzen.IMG_4333
Wenn du aus dem fahrenden Jeep fotografierst und die Lichtverhältnisse nicht optimal sind, würde ich dir sogar den Sportmodus empfehlen. Er löst schneller aus als die normale Automatik. Entsprechend werden deine Bilder weniger verwackelt sein. Hier werden mir auch renomierte Wildlife Fotografen zustimmen, denn besser man hat einen Automatik-Schnappschuss als gar keinen.
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Wenn das Fahrzeug steht, dann nutze ruhig ein Einbeinstativ oder eine Art „Sitzsack“ zur Stabilisierung der Kamera. Das hilft dir, die oft schwere Linse lange und vor allem, ruhig zu halten. Schalte auch unbedingt den Bildstabilisator an deiner Linse ein, um gestochen scharfe Bilder zu erhalten. IMG_8126
Sei konzentriert und geduldig. Zur Erinnerung, du bist in keinem Zoo. Hier ist dein Instinkt und deine Beobachtungsgabe gefragt. Wer aufmerksam beobachtet, der wird auch immer irgendwas entdecken. Konzentriere dich nicht nur auf Großwild – es gibt auch genug kleine Motive mit dem Fotografen „groß“ wurden.IMG_4919
Nimm Rücksicht auf die Tiere. Es gibt Situationen in denen du dich ihnen gut nähern kannst, aber es gibt auch immer Zeiten, in denen Distanz anzuraten ist. So zum Beispiel wenn Jungtiere in der Herde sind. Hier ist unbedingt ein respektvoller Abstand zu wahren.IMG_7771

Absolut essentiell ist, dass du während du in der Wildnis oder in einem der Parks bist, niemals aus dem Fahrzeug aussteigst. Das kann lebensgefährlich sein. Noch dazu steht es in den meisten Reservaten unter Strafe. Dazu gehört auch das auf dem Fensterrahmen sitzen oder aus der Dachluke klettern. Die Tiere nehmen das Fahrzeug als Ganzes wahr und sind durch die Größe abgeschreckt. Wenn unwissende Touristen dann dennoch aus dem Auto steigen oder sich zu weit herauslehnen, werden sie als Beute erkannt. Oft mit tödlichen Folgen. Leider wird nach Angriffen auf Menschen immer auch das Tier getötet und das obwohl es nur seinem Instinkt gefolgt ist. Handle also bitte Bedacht, auch wenn es noch so verlockend ist.IMG_9767_ret
Ich hoffe der Artikel hilft dir einzigartige Tiermomente im Bild festzuhalten. Wenn du noch weitere Anregungen hast oder mir Feedback geben willst, dann freue ich mich über deinen Kommentar! Ansonsten schau dir doch mal diesen Artikel zu den Nationalparks in Südafrika an. Vielleicht ist dein nächstes Ziel für einen Game Dive und eine erfolgreiche Fotosafarie ja dort schon dabei? Viel Erfolg wünscht Marlene

In diesem Sinne: get up & go wild!

Ghana – Warum ich immer wieder nach Westafrika fliege

Afrika liegt mir am Herzen. Da ich selbst noch nie in Ghana war, habe ich Wiebke vom Blog „Sonnenstrahlenmomente“ eingeladen zu berichten, was sie mit dem Land verbindet, warum sie immer wieder dahin reist und wie sie sich für Westafrika engagiert. Hier kannst du ihren Gastbeitrag lesen:


Vor sieben Jahren.

Es ist noch relativ früh am Morgen und ich verfolge das Flugzeug auf meinem Bildschirm. Ich sehe, wie es sich langsam weiter bewegt. Weg von Deutschland immer näher hin zum afrikanischen Kontinent. Von Frankfurt über Frankreich und das Mittelmeer nach Afrika, mit kurzem Stopp in Nigeria wieder ans Meer. Endstation: Accra, Ghana.

Immer wieder schaue ich auf den Bildschirm vor mir, bis wir endlich angekommen sind. Angekommen in einem Land, von dem ich so gut wie nichts weiß. Das was ich weiß ist, dass ich die nächsten vier Monate hier verbringen werde und an einer staatlichen Schule arbeiten werde. Und ich weiß, dass das Leben im westafrikanischen Ghana ganz anders sein wird als das, das ich gewohnt bin. Vorzuweisen habe ich praktisch nichts. Ich habe noch keinen Uniabschluß, habe bisher kaum etwas in meinem Leben geleistet und praktisch keine Ahnung von dem Land und seinen Menschen. Dafür habe ich etwas anderes, dass ich mit auf die Reise nehme: Empathie, Motivation und das Gefühl, etwas Gutes tun zu können.

Wie genau es zu der Entscheidung kam weiß ich allerdings nicht mehr. Anfangs war es eine Idee, die mir kurz im Kopf herum geisterte, nur um genau so schnell wieder zu verschwinden, wie sie gekommen war. Dann plötzlich sah ich mich im Reisebüro sitzen und einen Flug nach Accra buchen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass mich die nette Mitarbeiterin erst nach Agrar in Indien schicken wollte, weil sie von Accra bis dato noch nichts gehört hatte. Ein paar Wochen später startete dann die Reise ins Unbekannte am Frankfurter Flughafen.

Und nun bin ich angekommen. Früher habe ich mich immer gefragt, weshalb alle immer von dieser anderen Welt sprechen. War ich doch immer der Meinung, dass wir letztendlich doch alle im gleichen Boot sitzen, egal wo auf der Welt wir leben. Schon als ich den Fuß zum ersten Mal auf ghanaischen Boden setze weiß ich, dass genau hier diese andere Welt ist. Mir wird aber auch bewusst, dass ich genau jetzt genau hier richtig bin.

Es ist schon spät am Abend, dennoch schlägt mir tropische Hitze entgegen. Es riecht nach Afrika. Ein Gemisch aus roter Erde, dem Salz des Meeres, getrocknetem Fisch, Schweiß und anderen Gerüchen, die ich noch nicht benennen kann. Wir fahren einmal quer durch die Hauptstadt um zu dem Haus zu gelangen, in dem ich die nächsten vier Monate wohnen werden. Schon alleine die Fahrt dorthin ist ein einziges Abenteuer für alle Sinne. Ich weiß weder, wo ich hinschauen soll, noch, wie ich all diese Eindrücke, die da auf mich herunterprasseln, in einen sinnvollen Zusammenhang bringen soll. Trotzdem bin ich restlos begeistert und fasziniert von den Straßenständen, an denen allerlei Bekanntes und Unbekanntes feil geboten wird und der Atmosphäre, die Accra bei Nach ausstrahlt.

Die nächsten vier Monate sind ein Wechselbad der Gefühle. Ich lerne die ghanaische Kultur und die Menschen Ghanas kennen. Lerne, dass Beerdigungen in Ghana mehrere Tage lang gefeiert werden und die Menschen mit dem Tod ganz anders umgehen, als wir es machen. Wo wir egoistisch und traurig sind, dass wir einen geliebten Menschen verloren haben, so sind die Ghanaer auch traurig, aber sie sind auch dankbar, dass die verstorbene Person nun bei Gott und den Ahnen der Familie ist.

Ich lerne, dass es für bestimmte Anlässe einen bestimmten Stoff in einer bestimmten Farbe gibt, aus dem die Schneiderinnen die tollsten Kleider zaubern. Ich lerne eine mir vorher völlig fremde Kultur kennen und während mir das Land so viel gibt und ich eigentlich nur meine Zeit zurück geben kann, die ich den Kindern während der Schulzeit schenke, lerne ich auch viel über mich. Ghana ist ein Land, das dir vieles geben und zeigen kann und dich Dinge lehren kann, von denen du bisher nichts wusstest. Wenn du bereit bist, dich darauf einzulassen. So darf ich mit dem Land und den Menschen, die während der Reise meinen Weg ein Stückchen begleiteten, etliche schöne, aber auch einige schwierige Momente teilen.

Ehe ich mich versehe ist bereits der Abflugtag gekommen. Am liebsten würde ich erst gar nicht in das Flugzeug steigen, das mich zurück nach Deutschland bringt. Schweren Herzens sage ich Ghana auf unbestimmte Zeit auf Wiedersehen. Dass ich eines Tages zurückkommen werde steht außer Frage, denn das hatte ich wenige Tage vor dem Abflug versprochen, aber dass ich so schnell wieder einen Flug buchen würde konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht erahnen.Photo Credits by Wibke H. Sonnenstrahlenmomente

Sechs Monate später.

Wieder sitze ich im Flugzeug Richtung Accra und wieder arbeite ich an einer staatlichen Schule. Das Land ließ mich nicht mehr los und so lag es auf der Hand, wieder zurück zu kommen. Der einzige Unterschied- diesmal bin ich völlig auf mich alleine gestellt, denn in lebe nicht mit anderen Deutschen bzw. Österreichern oder Schweizern zusammen, mit denen ich mich am Ende des Tages über das Erlebte austauschen kann, sondern bei ghanaischen Freuden. Auch bleibe ich nur wenige Wochen. Diese paar Wochen reichen jedoch aus, um Ghana wieder ein Stückchen mehr zur Heimat werden zu lassen, mehr und mehr die ghanaische Kultur kennenzulernen und mich einzufügen. Ganz bewusst lasse ich ein paar Kleidungsstücke im Haus meiner Freunde zurück, denn jemand sagte mir einmal, dass man dort, wo man etwas zum Anziehen gelassen hat, immer wieder hinkommt. So kommt es, dass ich die nächsten vier Jahre jedes Jahr zurück nach Ghana fliege. Zurück in das westafrikanische Land, das früher einmal den schönen Namen Goldküste trug und das nun zu meiner zweiten Heimat geworden ist.

Vier Jahre später.

Bei einer Ghana-Reise im Jahr zuvor lerne ich meinen Verlobten kennen. In diesem Jahr reise ich zwei Mal nach Ghana. Einmal für längere Zeit, einmal nur für drei Wochen. Und nun, Ende April 2013, finde ich mich im Wirrwarr Accras wieder. All die früheren Reisen und die Erlebnisse, die mit ihnen einhergehen, haben mich geprägt und zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Ich habe Dinge gesehen, die ich lieber nicht gesehen hätte, habe gesehen, wie Kinder während des Unterrichts geschlagen wurden, nur weil sie die richtige Antwort nicht wussten und habe die schönsten Momente mit den Menschen dort geteilt. So kommt es, dass in unseren Köpfen immer mehr die Idee reift, den Kindern Ghanas nachhaltig etwas zurück zu geben und ihnen die Chance auf ein selbst bestimmtes, vielleicht auch ein klein wenig besseres, Leben zu ermöglichen.

Mein Verlobter und ich stammen beide aus Familien, in denen Hilfsbereitschaft groß geschrieben wird und in denen Familienmitglieder über die Jahre hinweg ehrenamtlich gearbeitet haben und es auch heute noch tun. Dass unsere Familien uns das mit auf den Lebensweg gegeben haben macht mich glücklich, denn das bestärkt uns in dem Vorhaben, eine eigene Hilfsorganisation zu gründen.

Durch ein Erlebnis, das ich wohl mein ganzes Leben lang nicht vergessen werde, wurde der Entschluss, dass wir dem Land, dem ich so viel zu verdanken habe, etwas zurückgeben möchten, nur noch mehr gestärkt. In die Schule, in der ich hier arbeite, geht ein kleines Mädchen. Wir verstehen uns ohne große Worte, denn sie spricht nur Twi, eine der vielen Landessprachen, die in Ghana gesprochen werden, und normalerweise begrüßt sie mich immer mit einem Lächeln auf den Lippen und mit leuchtenden Augen. An diesem Tag ist alles anders.

Sie weint die meiste Zeit und ich merke, dass sie hohes Fieber hat. Auf meine Frage, ob denn nicht jemand mit dem Kind ins nächste Krankenhaus fahren sollte, bekomme ich als Antwort, für so etwas wäre man nicht zuständig. Eine Stunde später kann ich es nicht mehr mit ansehen, steige mit dem kleinen Mädchen in ein Taxi und fahre ins nächste Krankenhaus. Eigentlich darf ich das nicht und es ist verboten, in dem Moment ist mein einziger Gedanke aber nur, dass das Kind einen Arzt braucht. Die Konsequenzen, die es mit sich ziehen würde, wenn auf der Fahrt irgendetwas passieren würde, versuche ich, so gut es geht auszublenden.

Da auf Accras Straßen alle fahren, wie sie gerade Lust haben, wird die Fahrt zur Zerreißprobe für mich. Endlich im Krankenhaus angekommen muss ich sämtliche Fragen beantworten, die ich eigentlich nicht beantworten kann, denn ich weiß weder, wie die Kleine mit Nachnamen heißt, noch, wer ihre Eltern sind und ich muss mindestens zehn Mal die Frage beantworten, ob ich nicht wirklich ihre Mutter bin. Mir platzt der Kragen und ich versichere, dass ich die Behandlung sofort zahlen kann, auch wenn die Kleine nicht krankenversichert ist, wenn sie nur endlich einmal untersucht wird.

Es stellt sich heraus, dass sie schon lange Malaria hat. Nachdem ich die Rechnung für die Untersuchung, die Medikamente und den Obruni-Zuschlag (Obruni ist Twi und bedeutet weißer Mensch) gezahlt habe, lässt mich der Arzt noch wissen, dass das kleine Mädchen, das ich nun auf dem Arm habe, die Krankheit nicht überlebt hätte, wenn ich es nicht ins Krankenhaus gebracht hätte. Am nächsten Tag bekomme ich von der Mutter als Dankeschön eine Ananas geschenkt.

Photo Credits by Wibke H. Sonnenstrahlenmomente

Photo Credits by Wibke H. Sonnenstrahlenmomente

Eine für unsere Verhältnisse vielleicht kleine Geste, aber diese Ananas ist weitaus mehr, als sich die Mutter eigentlich leisten kann. Solche Erlebnisse prägen und sie prägen auch die Arbeit, die wir mit Amebii Ghana e.V vor Ort leisten. Amebii ist Ga, eine weitere Landessprache, und bedeutet übersetzt Kinder, denn die sind es, die uns am Herzen liegen.

Kinder sind unsere Zukunft, egal, auf welchem Fleckchen Erde sie leben und sie alle haben ein Recht auf eine behütete Kindheit, in der sie nicht schon Waren auf der Straße feil bieten müssen oder den ganzen Tag auf dem Feld arbeiten müssen, statt zur Schule zu gehen, zu spielen und einfach nur Kind zu sein. Sie haben das Recht auf eine solide schulische Grundausbildung, auf Zugang zu sauberem Trinkwasser und medizinischer Grundversorgung und darauf, den Beruf zu erlernen, den sie später einmal ausüben möchten.

Mit unserer Hilfsorganisation reichen wir den Kindern Ghanas die Hand, die sie dringend brauchen und geben ihnen durch Zugang zu Bildung die Möglichkeit, zu eigenständigen, selbst denkenden Erwachsenen heranzuwachsen. Zudem arbeiten wir mit dem Menschen auf Augenhöhe und leisten so Hilfe zur Selbsthilfe. Ein Ansatz, den wir von Anfang an eingeführt haben und den wir auch beibehalten möchten ist, dass die Menschen, die in dem Dorf, in dem wir ein Projekt realisieren, leben, alle dieses Projekt auch wirklich wollen müssen und bei der Realisierung behilflich sind.

So werden die Menschen in den Entstehungsprozess eingebunden und tragen ebenfalls einen Teil zum Gelingen bei. Außerdem gehen wir nicht in ein Dorf und sagen, dass zum Beispiel unbedingt eine Schule hier gebaut werden muss. Es bringt absolut nichts, wenn wir einfach irgendwo etwas bauen, die Menschen es aber überhaupt nicht wollen und dann nicht nutzen. Vielmehr ist das Prinzip so, dass der Chief des Dorfes auf uns zukommt, wenn ein Projekt realisiert werden soll.
Durch die Unterstützung vieler Menschen, die sich von unserer Arbeit vor Ort und den Projekten anstecken lassen haben, haben wir es geschafft, bereits im ersten Jahr der Vereinsgründung einen Kindergarten und eine Schule wiederaufzubauen. Ein toller Start für unsere kleine Hilfsorganisation.

Ein Jahr später. Zum ersten Geburtstag von Amebii Ghana e.V startet ein zweites Projekt, das von uns ins Leben gerufen wird. Kronkorken helfen. Die Gesundheitsversorgung der Kinder ist uns ein großes Anliegen und so wird die Idee geboren, Kronkorken zu sammeln und diese in Krankenversicherungen für die Kinder in Ghana umzuwandeln. In dem westafrikanischen Land wird man nur behandelt, wenn man krankenversichert ist oder aber, wenn man die Behandlung zahlen kann. Kann man nicht zahlen passiert es nicht selten, dass man nach einem mehrstündigen Fußweg zum Krankenhaus und stundenlangem Warten unbehandelt nach Hause geschickt wird. Das ist schon bei einem gebrochenen Arm unzumutbar, bei Krankheiten wie Malaria ist das Ganze aber sehr fatal. Die Kronkorken, die für uns Müll sind, sorgen also dafür, dass die Kinder versichert werden und sie die Behandlung bekommen, die sie benötigen.

Heute. Mittlerweile haben wir mehrere Projekte realisiert. Gerade ist der Schulbau mit einem integrierten Kindergarten in Talawanda/Bongo im Norden Ghanas in der Finanzierungsphase. Dieses Projekt ist dringend notwendig, da die Schule momentan nur aus einem Wellblechdach besteht und der Unterricht gerade während der Regenzeit aufgrund der Bedingungen, unter denen die Schule stattfindet, immer ausfallen muss. Ein Grundstück ist bereits gefunden, die Baupläne sind fertig und sobald genug Spendengelder vorhanden sind, können wir mit dem Bau starten. Außerdem planen wir, auf dem Grundstück einen Brunnen zu bauen, durch den wir zwei Dörfer nachhaltig und dauerhaft mit sauberem Trinkwasser versorgen können.
Auch unsere „Kronkorken-Helfen-Aktion“ läuft super. Mittlerweile haben wir insgesamt schon über 10 Tonnen der kleinen Flaschenverschlüsse gesammelt und konnten so schon über 300 Kinder krankenversichern.#infoFür mehr Informationen zu beiden Projekten schaue gerne unter www.amebii-ghana.com und auf unserer Facebookseite www.facebook.com/AmebiiGhana bzw. www.kronkorken-helfen.com und der dazugehörigen Facebookseite www.facebook.com/Kronkorkenhelfen vorbei. Wir freuen uns über jede Art von Interesse und Unterstützung, denn gemeinsam können wir die Welt zwar nicht komplett verändern, aber wir können sie für die Kinder in Ghana ein kleines bisschen besser machen#dankeDanke an Wiebke für die schönen Zeilen, die mich sehr bewegt haben. Ich hoffe wir erreichen noch viel mit unserem Engagement für Afrika und ganz besonders möchte ich Dir für Deinen persönlichen Einsatz danken. Der geht soweit über das normale Maß hinaus und zeigt, wie sehr Du Dich dem Land und den Menschen verbunden fühlst. Von Herzen Danke im Namen aller, denen Du geholfen hast und die Du inspirierst!

Wer mehr über Wiebke wissen möchte dem sei ihr Blog www.sonnenstrahlenmomente.blogspot.de empfohlen.