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Wo beobachtet man am besten Tiere in Afrika? Insider Guide zu den besten Safari-Parks

Wo beobachtet man am besten Tiere in Afrika? Mit Insider-Wissen und eigenen Bildern von unzähligen Safaris in Afrika helfe ich dir, die für dich perfekte Safari-Location zu finden. Ich gebe dir Tipps, in welchen Nationalparks du die spektakulärsten Beobachtungen machen kannst und die besten Chancen hast, deinem Lieblingstier zu begegnen.

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Der Sehnsuchtskontinent

Afrika steht für faszinierende Landschaften und eine beeindruckende Zahl wilder Tiere, die es sonst nirgendwo mehr gibt auf dieser Welt. Einige von ihnen findest du sehr leicht in den Nationalparks und Wildreservaten der meisten südlichen und ostafrikanischen Länder. Aber längst nicht alle lassen sich so leicht aufspüren.

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Ein paar der Tiere Afrikas – wie Zebras, Giraffen, Warzenschweine und Antilopen findest du über viele Länder des Kontinents verteilt, obwohl die einzelnen Arten von Region zu Region variieren und manche seltener sind als andere, wirst du ihnen dennoch ziemlich sicher begegnen. Hier möchte ich dir zunächst den Etoscha Nationalpark in Namibia ans Herz legen. Der Park ist gerade zur Trockenzeit perfekt zur Tierbeobachtung.

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In den meisten Parks mit einer zuverlässigen Wasserquelle gibt es auch sehr wahrscheinlich Flusspferde und Nilkrokodile. Schwerer wird es jedoch, wenn man die Big Five (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard) ausspüren möchte. Ich bin auf Fährtennsuche gegangen und gebe Tipps, wo du dein Safari-Glück* am besten starten solltest.

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Löwe – der König des Tierreichs

Wie kaum ein zweiter Vertreter des Tierreichs ist der Löwe das Sinnbild für naturgegebene Stärke, Gewandtheit, Tapferkeit und ein imposantes Auftreten. Er symbolisiert Macht und Herrschaftsanspruch und fasziniert die Menschen von jeher.

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Obwohl ihre Zahl rückläufig ist, bleiben Löwen aus mehreren Gründen die am einfachsten zu beobachtende der drei Großkatzenarten Afrikas. Da sie keine natürlichen Feinde haben und sie in Rudeln leben, verbringen sie mehr Zeit in der freien Wildnis als Geparden und Leoparden. Diese Katzen ziehen sich gerne ins Dickicht zurück oder klettern auf Bäume. Daher sind Löwen viel leichter aufzuspüren als ihren Verwandten.

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Und obwohl Löwen vorwiegend in der Morgen- und Abenddämmerung oder nach Einbruch der Dunkelheit jagen, sind sie manchmal auch tagsüber aktiv. Dennoch ist es am wahrscheinlichsten, dass man Löwen dösend im Schatten sieht, da sie bis zu 20 Stunden am Tag schlafend verbringen. Für Reisende also beste Voraussetzungen, sie ganz in Ruhe beobachten zu können.

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Du findest Löwen in Reservaten in ganz Süd- und Ostafrika, aber die beste Wahl sind der Ruaha-Nationalpark in Tansania (hier beheimatet sind 10 Prozent der weltweiten Löwenpopulation) und der Kgalagadi Transfrontier Park in Südafrika und Botswana. Letzterer ist bekannt für seine Schwarzmähnenlöwen. Wenn man während der Gnuwanderung (Great Migration) in die Serengeti (Tansania) oder die Masai Mara (Kenia) reist, hat man wahrscheinlich die besten Chancen, sie tagsüber in Aktion zu sehen.

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Wer weißen Löwen begegnen möchte, der sollte sein Glück im Pumba Private Game Reserve, Timbavati Game Reserve oder in Sanbona Private Game Reserve in Südafrika versuchen. Hier bin ich ihnen gleich auf meiner allerersten Pirschfahrt begegnet und schwärme immer noch davon.

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Leopard – Raubkatze mit Biss

Für die Samurai ist der Leopard ein altes und mächtiges Krafttier. In der Traumdeutung ist er ein Sinnbild für Mut und Stärke sowie Triebhaftigkeit. In Afrika ist er Mitglied der „Big Five“. Aufgrund seiner nächtlichen Jagdgewohnheiten und seiner schwer fassbaren Einzelgängermentatlität ist er oft nur schwer zu entdecken. Das heißt aber nicht, dass es unmöglich ist, ihn zu entdecken. Mich hat es allerdings fast 10 Jahre Pirschfahrten gekostet, ihm zu begegnen. Viele der Top-Safari-Destinationen Afrikas haben Leoparden auf ihrer Tier-Checkliste, aber diese muss man halt kennen und noch Glück dazu haben.

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Um deine Chancen auf eine Sichtung zu erhöhen, ist es unbedingt ratsam, nach oben zu schauen. Leoparden verbringen einen Großteil ihrer Tageszeit schlafend hoch über dem Boden in den Ästen der Akazienbäume. Die Chance, ihnen zu begegnen, erhöht sich exponentiell, wenn man sich für eine Nachtsafari anmeldet. Die Nationalparks in Tansania und Kenia erlauben normalerweise keine Pirschfahrten nach Einbruch der Dunkelheit, daher solltest du einen Aufenthalt in einem privaten Reservat oder einer Konzession buchen.

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Andernorts in Afrika gibt es Reservate mit einem guten Ruf für Leoparden-Sichtungen, darunter das Sabi Sands Game Reserve in Südafrika und der South Luangwa National Park in Sambia. Letzterer hat die höchste Konzentration von Leoparden auf dem Kontinent und auch ich hatte dort eine phänomenale Sichtung.

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Gepard – Schnelle Schönheit

Der Gepard als Krafttier ist der Vorbote für Veränderungen, aber er steht auch für für Eleganz und Stärke. In Afrika sieht man in ihm in erster Linie einen herausregenden Jäger. Die kleinste der afrikanischen Großkatzenarten ist dafür bekannt, das schnellste Landtier des Planeten zu sein. Genau diesse Faszination lockt viele Reisende auf den Kontinent.

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Mit Ausnahme von Müttern, die mit ihrem Nachwuchs unterwegs sind, sind Geparden typischerweise Einzelgänger, und ihr schlanker Körperbau macht sie anfällig für größere Raubtiere und daher in der Natur eher scheu. Aus diesen beiden Gründen ist es ein seltenes Vergnügen, sie in freier Wildbahn zu sehen. Deine Chancen, sie dennoch zu entdecken, kannst du erhöhen, wenn du in Parks mit einer dichteren Population reist.

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Dazu gehören der Kgalagadi Transfrontier Park (ein wahres Wunderland für die meisten Raubtierarten), die Serengeti (Tansania) und die Masai Mara (Kenia), in der Migrationszeit (wenn es genügend Beute für Geparden gibt, die sie jagen können, ohne sich um die Konkurrenz von Löwen und Hyänen sorgen zu müssen) und im Chitabe-Gebiet von Botswanas Okavango-Delta.

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Für garantierte Sichtungen bietet das Okonjima-Naturreservat in Namibia Gästen die Möglichkeit, rehabilitierte Geparden zu verfolgen, die mit einem Satellitenhalsband ausgestattet wurden. Auf der Bagatelle Kalahari Game Ranch in der Kalahari findet ihr sie ebenso und könnt bei einer Fütterung dabei sein. In Namibia hatte ich mehrere hervorragende Sichtungen.

Wild dogs (Afrikanischer Wildhund) – der bunte Wolf

Aufgrund seines Aussehens werden Wild Dogs auch gerne als bunte Wölfe bezeichnet, denn jedes Tier trägt auf der schwarzen Grundfarbe ein individuelles Muster aus braunen, rötlichen, gelben und weißen Flecken. Tragischerweise ist der Afrikanische Wildhund (Painted Wolf) in ganz Afrika aufgrund von Wilderei, Lebensraumverlust durch Haushunde, übertragene Krankheiten und Konflikten mit Farmern, die ihr Vieh schützen, stark rückläufig. Er ist nach dem Äthiopischen Wolf der zweithäufigste Canide in Afrika und wird auf der Roten Liste der IUCN als gefährdet geführt.

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Trotz ihrer Seltenheit sind einige Safaridestinationen für ihre stabilen Wildhundpopulationen bekannt. Dazu gehören Botswanas Linyanti-, Selinda- und Savuti-Regionen, die legendäre Rudel beherbergen, sowie der Hwange-Nationalpark und der Mana-Pools-Nationalpark in Simbabwe, die beide lebenswichtige Wildhund-Schutzprojekte beherbergen. Der abgelegene Ruaha-Nationalpark in Tansania bietet ein Refugium für die drittgrößte Wildhundpopulation der Welt. Und wenn ihr Wildhunde-Sichtungen mit dem Luxus eines privaten Wildreservats kombinieren möchtet, gilt das Madikwe Game Reserve als einer der besten Orte, um sie in Südafrika zu beobachten. Ich hatte das Glück, sie in Mana-Pools Simbabwe aufspüren zu können. Allerdings nur aus großer Entfernung, also seht mir die nicht optimalen Fotos nach.

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Elefanten – Icone der Wildnis

Der majestätische Elefant ist ein beliebtes Symbol für Weisheit, Kraft und Klugheit. In Afrika wird der Elefant als Sinnbild von Glück und einem langen Lebens verehrt: Denn Elefanten können bis zu 80 Jahre und älter werden. In Asien verkörpert der Elefant Scharfsinn, Energie und Souveränität.

 

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Jahrzehnte der unerbittlichen Wilderei für den Elfenbeinhandel haben die Zukunft des afrikanischen Elefanten bedroht, eine Art, die heute als gefährdet gilt. Glücklicherweise haben die Schutzbemühungen in vielen der größten Parks und Reservate des südlichen und östlichen Afrikas dazu geführt, dass die Populationen wieder zunehmen – und in einigen Gebieten gibt es Elefanten im Überfluss, so auch im Hwange-Nationalpark in Simbabwe und dem benachbarten Chobe-Nationalpark in Botswana.

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Ein absolutes Highlight sind auch die Elefanten-Beobachtungen in Mana-Pools in Simbabwe. Mit etwas Glück könnt ihr die Tiere dabei beobachten, wie sie sich auf die Hinterbeine stellen und Blüten und Früchte von den Bäumen pflücken. Ich hatte aus weiter Ferne das Vergnügen. Wer badende Elefanten beobachten möchte, sollte nach Chobe in Botswana oder an den Lake Kariba in Simbabwe.

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Eine ziemlich hohe Wahrscheinlichkeit, die Tiere zu beobachten, habt ihr auch im Addo-Elephant-Park in Südafrika. Zudem ist dieser Park gut zu erreichen, frei von Malaria und daher auch gut für Familien mit Kindern geeignet. Mein Video im Link.

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Ich bin bei allen meinen Pirschfahrten auf Elefanten gestoßen und für mich ist dies auch das absolut Größte sie zu beobachten. Wenn ich mich nach Afrika zurück träume, dann immer in den South Luangwa Nationalpark in Sambia. Ich sehe dann immer die Elefanten beim Durchqueren des Luangwa Rivers vor meinem inneren Auge, dann geht mir geht das Herz auf und die Tränchen kullern – einfach weil ich so dankbar bin, dass schon erlebt zu haben.

*Übrigens: Wundert euch nicht, wenn man euch auf einer Lodge fragt, ob ihr einen „Game Drive“ machen möchtet und das obwohl ihr doch wegen Safaris da seid. In Deutschland meint „Safari“ oft die eigentliche Pirschfahrt zu den Tieren, diese wird in Afrika allerdings „Game drive“ genannt. Eine Safari bezeichnet das Gesamterlebnis mit Anreise (Fly-In-Safari z.B.), Lodge-Aufenthalt und der Pirschfahrt. Im übrigen werdet ihr in Afrika ganz sicher auf Glamping stoßen. Was das ist und was man dabei beachten sollte, verrate ich im Link.

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Im Beitrag habe ich dir alle Parks und Destinationen verlinkt. Mit einem Klick auf den Namen des Reservats kommst du zur jeweiligen Website und kannst dich dort weiterführend informieren. Für mehr spannende Reise-Tipps auf dem afrikanischen Kontinent durchforste doch mal ganz wild mein Archiv. Ich freu mich drauf, dich zu inspirieren. Bei Fragen kontaktiere mich gerne via Kontaktformular oder Social Media.

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Volunteering mit Löwen & das Millionen Dollar Business mit der Naivität von Freiwilligen

Freiwilligenarbeit mit Löwen und anderen Tieren in Afrika klingt so romantisch und wertvoll, aber den meisten Volunteers ist gar nicht klar, welchen Schaden sie damit anrichten und welches BigBusiness sie durch ihr vermeintliches Engagment unterstützen.

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Ein flauschiges Löwenbaby im Arm halten, mit der Flasche aufziehen und ein Foto für die Nachwelt auf Instagram posten. Dieses Bild haben viele Volunteers aus der ganzen Welt im Kopf. In ihrem Drang Gutes zu tun und das auch zu zeigen, blenden sie die Schattenseiten absolut aus. Deshalb möchte ich meine Geschichte mit dir teilen und ein Bewußtsein dafür schaffen, was wirklich mit den Löwen passiert.

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Freiwilligenarbeit mit Löwen in Afrika – meine Erfahrung

Ich bin in Simbabwe unterwegs. Wir besuchen den „Antelope Park“ als Teil unseres gebuchten Pakets. Über dieses Ausflugsziel weiß ich nichts weiter, als das es ein Stopover am Rand der Strecke ist. Als wir dort ankommen parkt der Truck neben Löwenzwingern und wir erfahren, dass alle Tiere hier gerettet wurden. Das sie im Park eine neue Heimat gefunden und liebevoll aufgezogen werden. „Liebevoll?“ „Heimat?“ seht ihr etwas Anderes als ich?

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Ich springe vom Truck und laufe das Gatter ab. Meine Hauskatzen haben in meiner Wohnung mehr Platz, als dieser Löwe hier im Zwinger. Das Gelände des Parks ist riesig, warum also, wird das Tier im Mini-Gatter gehalten und das in praller Sonne, ohne einen schattenspendenden Baum oder Unterstand? Mir fällt ein weiterer viel zu kleiner Löwenzwinger auf, hier sind zudem drei Tiere untergebracht. An ihren Trampelpfaden entlang des Zaunes und ihrem Verhalten kann auch der Leihe erahnen, dass die Löwen eine Verhaltensstörung aufweisen. Kommt nur mir das komisch vor, frage ich in die Runde?

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Löwe & Freiwilligenarbeit – die Gelddruckmaschinen

Eine Mitreisende weigert sich vehemend den Truck zu verlassen und klärt mich über Lion-Parks, wie diesen, auf. Die Tiere werden im Alter von 6 Tagen von ihren Müttern getrennt, um dann durch die Hände von zahlenden Volunteers mit Flasche aufgezogen zu werden. Den Jungen Mädchen wird gesagt, dass sie 6 Wochen alt wären! Nach nur wenigen Wochen sind die Löwenjungen so groß, dass sie mit wiederum zahlenden Touristen so genannte „Lion Walks“ machen müssen. Diese kosten so um die 90 Dollar. Werden sie auch für diese Spaziergänge zu groß und zu einer Gefahr für die Touristen, werden sie weiterverkauft. Und hier startet der nächste Alptraum.

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Trophäenjäger zahlen zwischen 50.000 und 150.000 Dollar für den Abschuss eines ausgewachsenen Löwen. Dazu werden die Tiere in Käfige gesteckt und aus sicherer Distanz vom „Jäger“ erschossen, der sich dann mit dem toten Tier in Heldenpose ablichten lässt. Es ist gelinde gesprochen eine Hinrichtung. Und nicht nur das, die Jäger sind so unerfahren, dass sie die Tiere nicht mit einem Schuss töten, sondern bis zu elf Mal auf das bereits verletzte Tier ballern, bis ein Schuss die Tiere erlöst. Mit echter Jagd hat dieses Canned Hunting (Gatterjagd) nichts zu tun.

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Das ist dann aber immer noch nicht das Ende der Geldmaschine „Löwe“. Eine weitere lukrative Einnahmequelle der Löwenzucht bietet der asiatische Markt, wo die Knochen der Löwen zur begehrten traditionellen Medizin verarbeitet werden. Die Kadaver werden also auch noch gewinnbringend ausgeschlachtet. Allein die Knochen und der Schädel bringen weitere 3.000 Dollar.

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„Der Tot ist ein riesen Geschäft, allerdings fängt dieses bei Löwen schon mit ihrer Geburt an.“

Dabei beschreiben Websitenbetreiber der Löwenparks ihre Angebote mit wohlklingenden Worten wie „Öko-Tourismus“, „Nachhaltigkeit“, „Erhalt von vom Aussterben bedrohter Arten“. Sie suggerieren dem Leser, dass er mit seinem Einsatz hier, tatsächlich etwas Gutes für die Tierwelt Afrikas tun könnte.

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Löwenbabys, Freiwilligenarbeit und die richtigen Fragen an die Betreiber

Ich bin geschockt von dem, was ich hier erfahre und will es nicht so recht glauben. Während eine Gruppe englischer Touristen gerade eine Führung bekommt, klinke ich mich in das Gespräch ein und stelle die richtigen Fragen mit dem Background den ich jetzt habe. Der Guide redet sich raus. Fotos sind übrigens ab dem Zeitpunkt nicht mehr erwünscht.

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Dafür berichtet er großmütig, die Babys seien verstoßen worden, man wollte sie retten und sie werden wieder ausgewildert. Ich hake erneut nach. Wieviele Tiere sind in den letzten 20ig Jahren wieder in die Freiheit entlassen worden, frage ich. Er druckst rum und gibt zu, dass noch kein einziger Löwe jemals wieder in die Wildnis zurück geführt wurde. Angeblich, weil sie so an die Menschen gewohnt waren und deshalb nicht ausgewildert werden konnten. Verständlich, wenn man sie mit der Flasche von Hand groß zieht, mit ihnen spazieren geht und sie wie ein Haustier behandelt.

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Löwenbabys in Massen verwaist?

Noch vor 100 Jahren gab es über 200.000 wild lebende Löwen in Afrika. Fachleute schätzen, dass es inzwischen nur noch 20.000 Tiere auf dem gesamten, riesigen, afrikanischem Kontinent gibt, was an sich schon eine dramatische Reduktion ist. Jetzt rechnet bitte noch mit ein, dass wir hier von über 30,2 Millionen km² von zum Teil unberührter Wildnis und Wüsten reden. Es sind immer nur seltene Einzelfälle, in denen Löwenmütter ihre Babys nicht annehmen und diese auch nicht von Mitgliedern des Rudels aufgezogen werden. Wie hoch schätzt ihr die Zahl der Löwenwaisen, die wiederum mutterseelenallein durch die Weiten Afrikas stolpern, zufällig gefunden und dann von emsigen Helfern auch noch zeitnah gerettet werden? Vermutlich eine absolute Ausnahme, so ein Tier rechtzeitig zu finden und in Obhut zu nehmen. Wie also kann es dann sein, dass in solchen Parks massig verwaiste Löwen mit der Hand aufgezogen werden müssen? Noch dazu nicht von Locals sondern zahlenden Touristinnen?

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Wenn man mal versucht hat, Löwen in freier Wildbahn zu finden und zu fotografieren, dann weiß man, dass dies gar nicht so einfach ist. Ich habe 10 Jahre lang überhaupt kein Löwenbaby gesehen und ich habe schon an die 70ig Safaris gemacht und war tagelang im Busch. Man kann sich also recht leicht ausmalen, dass ein verweister Nachwuchs nicht in den Stunden vor dem Verhungern/ Verdursten überhaupt gefunden wird. Würde man sie zudem dann nicht lokal in den einzelnen Ländern/Regionen aufziehen? Wie also kommt es zu der Masse an bedürftigen Löwenbabys die Freiwillige brauchen, die sie von Haund aufziehen und noch dazu in eher touristisch erschlossenen Gegenden?

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Ein Blick den ich nie vergessen werde

Ich stehe am Gitter, wo der Löwe seit nun mehr einer Stunde im Kreis läuft. Er stoppt vor mir und sieht mich direkt an. Sein Blick geht mir durch Mark und Bein. Als wolle er mir sagen: „Sieh genau hin, was sie hier mit mir machen.“ Im gleichen Moment schießen mir die Tränen in die Augen. Wie kann man ein so stolzes Tier nur so verachtungswürdig halten und sich dann noch als „Retter“ betiteln. Ich muss an meine Katerchen daheim denken, werde wütent, aufgebracht und will Antworten.

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Volunteers und der Preis der Freiwilligenarbeit

Hinter der zentralen Lodge finde ich einen Pool mit jungen Frauen, die herumplanschen, lesen und das schöne Wetter genießen. Ich spreche sie an, zeige mich interessiert an ihrem Engagment und erfahre so mehr über ihr Alter, ihre Herkunft und dem, was sie hier machen.

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Die Mädchen kommen aus Europa oder den Staaten, haben gerade die Schule oder das Studium beendet und „engagieren“ sich in Afrika für Löwen. Stolz erzählen sie, wie sie sich in Schichten, um so ein armes, kleines Löwenbaby kümmern. „Das klingt verlockend, so ein flauschiges Katzenbaby mit der Flasche aufzuziehen, es zu streicheln und zu knuddeln.“ gebe ich vor und frage im nächsten Atemzug nach, was das denn koste. Ich würde das ja auch zu gerne machen.

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Die Preisangaben gehen auseinander. Im Schnitt sprechen die Mädchen von 4.500 Dollar bis 6.000 Dollar für den Aufenthalt hier inkl. Flughafentransfer, eine basic Unterkunft und einfachstes Essen für zwei Wochen Volunteereinsatz. Gehen wir mal nur von zwei Mädchen aus, die für die Fürsorge eines Löwenbabys zuständig sind, dann sind das satte 120.000‬ Dollar in 6 Monaten (2x ca. 5.000 Dollar für 2 Wo). Ich sehe hier aber rund 15 Mädchen und nicht alle haben gerade frei und amüsieren sich im Pool.

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Rechnet man dann noch mal weiter, was der Junglöwe pro Lion Walk, für das Trophy Hunting (120.000 Dollar) und das Ausschlachten bringt, dann stehen wir hier vor einem Millionen Dollar Business. Allein in Südafrika geht man von 1.500 extra gezüchteten Tieren aus, was einem Gesamtwert von 375.000.000 Dollar entspricht, wenn man von „nur“ 250.000 Dollar je Tier ausgeht. Ich bin sprachlos.

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Keinen Cent fürs Morden der Löwen

Inzwischen kocht es in mir und ich will nur noch weg. Ich möchte nicht an einem Ort sein, der Profit aus diesen armen Geschöpfen schlägt und ich möchte, dass jeder junge Menschen sich bewußt wird, dass es hier nicht darum geht, etwas Gutes zu tun. Lion Parks wie dieser, sind für die Inhaber eine Gelddruckmaschine. Sie nutzen naive junge Menschen aus, betreiben skupellose Tierhaltung und geben die Löwen anschließend noch fürs kaltblütige Käfigabschlachten weiter. Was für ein krankes Business.

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Meine Bitte

Ich hoffe meine Geschichte war ein „Eye opener“ und das tragische Schicksal dieser Tiere kommt ins Bewußtsein aller Reisenden und Helfer. Bitte, bitte unterstützt solche Projekte nicht mit eurem Geld oder eurer Zeit. Nehmt nicht an Steichel- oder Spazierausflügen teil und verzwichtet zudem auf Selfies. Übernehmt Verantwortung zum Wohl der Tiere. Wenn wir ein Bewußtsein dafür schaffen und diese Projekte ächten, dann wird es sie in Zukunft nicht mehr geben.

Wenn du ein Engagment, als Freiwilliger im Bereich Tierschutz und Wildlife in Betracht ziehst, solltest du die Veranstalter und angebotenen Projekte immer genau prüfen, kritisch hinterfragen – und auf keinen Fall zu gutgläubig sein.

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Freiwilligenarbeit – So erkennst du sinnvolle und artgerechte Wildlife-Projekte:

  1. Engagiere dich nur in zertifizierten WildlifeProjekten! Sie tragen zum Artenschutz bei, indem sie den natürlichen Lebensraum der Tiere schützen und ihnen so ein Leben in freier Wildbahn ermöglichen, anstatt Löwen und andere Wildtiere in Gefangenschaft zu züchten. Zudem kannst du die Wildtiere in ihrem natürlichen Verhalten beobachten und eine Menge lernen.
  2. Wildtiere sind keine Haus- oder gar Streicheltiere. Der Kontakt mit Menschen ist nicht natürlich und in keinem Fall normal. Nur im Ausnahmefall sollten Wildtiere mit Menschen in Kontakt kommen. Also bei Krankheiten, Verletzungen oder den Folgen von Wilderei. Sei dir sicher, dass es bisher nicht ein Auswilderungsprogramm gibt, die in Gefangenschaft gezüchtete Löwen erfolgreich in die Wildnis entlassen haben. Schau dir zum Beispiel mal HARNAS an.
  3. Halte dich auch als Reisender von „Streichelzoo“-Projekten und Lions Walks fern. Ein Schnappschuss oder Spaziergang mit einem niedlichen Löwennachwuchs ist nicht gerechtfertigt! Die Tatsache, dass dieses Tier für dein Foto viel zu früh von seiner Mutter getrennt wird und in Gefangenschaft aufwachsen muss, sollte dir bewußt sein.
  4. Informiere dich sorgfältig über diese Thematik und schärfe dein Bewusstsein für sinnvolle Wildlifeprojekte. Vergiss nie, dass es bei einem Tierschutzprojekt nicht um Instagramaufnahmen, sondern rein um das Tierwohl geht.
  5. Bitte sieh dir dazu auch den vielbeachteten Film „Blood Lions“ an:

Durch meinen Blogbeitrag hier, ist der südafrikanische Filmemacher Gordon Greaves auf mich aufmerksam geworden. Er plant eine Doku über das Leid der Löwen im südlichen Afrika und hat mich gefragt, ob ich ihn unterstützen möchte. Dazu bin ich nach München gereist und habe ihn dort zum Interview getroffen. Vor der Kamera habe ich von meinen Erlebnissen in Simbabwe erzählt und ich hoffe, dass ich dait beitragen konnte, auf das Leid der Löwen aufmerksam zu machen. Wir haben es uns zum Ziel gemacht, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und hoffen, dass die Regierungen diese Löwenhaltung, die Flaschenaufzucht und die Ausbeutung bald gesetzlich stoppen.

Hinweis zum Bildmaterial:

Die Fotos der Löwen sind aus meiner Sammlung von dieser und weiterer Reisen in Afrika. Nur die Bilder mit den Zäunen um die Tiere, sind tatsächlich aus dem Antelope Park, zu dem diese Geschichte gehört. Da ich aber aufzeigen möchte, was für wunderbare, schützenwerte Geschöpfe Löwen sind, habe ich auch meine anderen Fotos mit einfließen lassen. Entschuldigt, wenn die Bilder manchmal nicht kristallscharf sind. Da ich finde, dass ein Blick oft mehr als tausend Worte sagt, habe ich mich mich für die Bildaussage statt Schärfe entschieden und ich hoffe das richtig eingefangen und wiedergegeben zu haben.

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Ich würde mich von Herzen über ein Feedback im Kommentarfeld zu dem Artikel freuen. Einfach, weil es mir ein Anliegen war, darüber zu schreiben. Selbstverständlich bin ich immer auch für Fragen zu erreichen – via Formular, Social Media oder Skype. Dankeschön.

 

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Nomad Adventure Tours – Was packen für deinen Overlandtruck-Tour durch Afrika?

Du planst eine Overlandtrucktour durch Afrika, wie ihn zB. Nomad Adventure Tours anbietet und bist dir unsicher, was du einpacken sollst? Ich bin viel im südlichen Teil des Kontinents unterwegs und habe auch schon einen Überlandtrip von Tansania, über Malawi, Sambia bis zu den Victoria Falls in Simbabwe gemacht.

Meine Tipps für das richtige Gepäckstück, die praktikabelste Kleidung und Dinge, die dir in jedem Fall nützlich sein werden findest du hier. Ich bin überhaupt kein Packlisten-Typ, aber ich glaube mein Erfahrungsschatz kann dir helfen, um gut vorbereitet in dein Abenteuer zu starten.

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Reisetasche statt Koffer

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass du in den meisten Overlandtrucks keinen Koffer verstauen kannst und wahrscheinlich auch keine Tasche mit Gestänge. Diese passen schlicht nicht, in die schmalen Packfächer. Am besten beraten bist du mit sogenannten Dufflebags*, also Taschen die absolut flexibel sind. Ähnlich deiner Sporttasche zum Fitness. Allerdings würde ich ein Modell aus robusterem Planenstoff wählen, da normale Stoffe einfach viel zu schnell reißen.

Taschen aus robusten Materialien sind zudem wasserabweisend, können über den Boden geschleift werden und trotzen auch mal einer Dorne. Durch ihre Flexibilität kannst du sie perfekt in eines der Fächer quetschen oder über dem Sitz in der Ablage verstauen. Ich empfehle dir zudem solche, bei denen du das Volumen erweitern und sie auch als Rucksack verwenden kannst. Das macht dich auch für zukünftige Reisen flexibel.

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Schlafutensilien – Besser schlafen, erholter urlauben

Ich gebe es zu, ich bin eine kleine Prinzessin, wenn es um mein Bett geht. Auf normalen Isomatten mache ich kein Auge zu. Sie sind mir zu hart und man kühlt von unten zu sehr aus. Das führte in der Vergangenheit dazu, dass ich am nächsten Tag zerknirscht, müde und unkonzentriert war. Nach drei Tagen ohne Schlaf hab ich sogar mal einen Campingtrip abgebrochen und bin in ein Hotel gegangen. Das wollte ich auf so einem langen Trip nicht riskieren.

Zwar haben Nomad & andere Anbieter etwa 5cm hohe Matratzen für ihre Zelte, trotzdem habe ich mich dazu entschlossen, meine eigene Matratze mitzunehmen. Und für mich war das auch genau die richtige Entscheidung. Ich hab einfach richtig gut darauf geschlafen, weil sie hoch genug war, den nötigen Komfort bot und ich vom Boden her nicht ausgekühlt wurde. Wichtig war mir zudem, dass sie sich leicht wieder einrollen läßt und wenig wiegt. Meine Empfehlung sind daher die Thermarest-Matratzen* die du in verschiedenen Modellen bei www.outdoorsupply.de bekommst.

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Ein guter Schlafsack gehört natürlich ebenso zu den Sachen die du mitnehmen musst und hier empfehle ich einen der auch für Temperaturen um die 5 Grad ausgelegt ist. Unterschätze bitte die kalten Nächte in Afrika nicht. Gerade in den Wüsten, im südafrikanischen Winter, an der namibianischen Küste oder den Hochgebirgen wird es nachts bitterkalt.

Auch empfehle ich dir, ein einfaches Bettlaken mitzunehmen, wenn du den Schlafsack in warmen Nächten lieber als Decke benutzt. Pragmatiker rollen sich ihre Fleecejacke als Polster für den Kopf. Wer ein Kopfkissen* zum Schlafen braucht, sollte sich eines dieser aufblasbaren Reisekissen zulegen.

Kleidung – Understatement, praktikabel und warm

In Afrika bist du immer gut beraten mit „Understatement“ also Kleidung, die nicht teuer aussieht. Markennamen suggerieren Geld und damit machst du dich zum möglichen Opfer. Setz auf Kleidung ohne erkennbaren Brand und spar dir Schmuck und Uhren.

Auch die Farbwahl ist wichtig. Du wirst viel auf Game Drive (Safari) sein? Dann wähle die typischen Naturfarben (sand, grün, braun), auch wenn du kein Fan davon bist. Sie haben ihre Berechtigung, weil die Kleidung damit weniger schmutzempfindlich ist. Zudem kannst du dich mit diesen Farben besser tarnen, wirst von den Tieren nicht als Bedrohung wahrgenommen und kannst sie so viel besser beobachten. Es macht also durchaus Sinn nicht in knalligem Gelb oder auffälligem Rot durch den Busch zu marschieren.

Deine Kleidung sollte leicht zu waschen und zu trocknen sein und ohne Bügeln auskommen. Bei einem 3-wöchigen Trip wirst du ganz bestimmt auch in die Verlegenheit kommen, mal ein paar Sachen selbst auszuwaschen und das sollte zeitsparend von sich gehen. Kleidung die viel Kunststoffanteil besitzt, stinkt bei Hitze schnell nach Schweiß und der Duft lässt sich nur schwer bei Handwäsche entfernen. Damit tust du dir also keinen Gefallen.

Wäschwaschen

Wie bereits erwähnt, kann es in Afrika bitterkalt werden. Mit Zwiebel-Look bist du gut beraten. Eine Softshelljacke* ein Fleeceshirt und ein Longshirt sind eine gute Kombi, um warm zu bleiben.

Mückenschutz ist natürlich auch unabdingbar, weshalb du mit Zip-Off-Kleidung sehr flexibel bist, weil sich die Arm- oder Beinlänge anpassen lassen. Das spart dir zudem Platz im Gepäck, weil du mit einem Kleidungsstück quasi zwei dabei hast.

Wenn die Mittagssonne vom Himmel knallt, ist neben einer Sonnenbrille auch ein Hut ein perfekter Begleiter, um Sonnenbrand oder einen Hitzestich zu vermeiden. Safari-Hüte* sind nicht jedermanns Sache, wenn man sich aber dafür entscheidet, ist darauf zu achten, dass man ihn am Kopf „festbinden“ kann. Beim Game Drive gibt der Fahrer schon mal Gas und mit etwas Wind ist deine Kopfbedeckung schnell Geschichte. In Nationalparks ist es oft nicht erlaubt das Fahrzeug zu verlassen und damit wäre dein Stohhut oder Basecap unwiederbringlich verloren.

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Ein Sarong (Wickeltuch) ist auch nicht unpraktisch auf dem Weg zum Duschen oder nach dem Schwimmengehen. So du noch keinen hast, würde ich ihn aber in Afrika kaufen, dann hast du gleich noch ein typisches Andenken an den Trip.

Badehose, Bikini, Tankini, Badeanzug– worin auch immer du dich wohl fühlst, pack es ein! Wichtig ist nur, dass es auch bei Action- und Schnorcheltouren gut sitzen sollte und je nach Land vielleicht nicht zu aufreizend ist. Man muss Aufmerksamkeit ja nicht provozieren.

Sonstige Kleidung: T-Shirts, Shorts, Kleider/Röcke packst du nach Empfinden & Platz in der Tasche. Allerdings kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass man längst nicht so viel braucht, wie im Büroalltag. Ein Shirt wird on Tour auch gerne mal zwei Tage getragen und auch wenn die Shorts schon etwas staubig ist, stört das in der Regel Niemanden.

Socken brauchst du meinem Empfinden nach nur 2 Paar, da du sie abwechselnd anziehen und waschen kannst. Da du zudem im Warmen reist, wirst du sie ohnehin nur für Wanderungen bzw. während der Flüge tragen. Also reduziere dich aufs Nötigste und du wirst sehen, dass es sich mit kleinem Gepäck viel leichter reist.

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Schuhe – Zum Wandern, duschen und als Cityslipper

Schuhe brauchen Platz im Gepäck, wenn du dir das sparen willst, dann macht es wie ich. Ich empfehle, nur 2 Paar mitzunehmen. Mit knöchelhohen Palladiums* bist du richtig gut beraten. Die Schuhe sind früher von den Fremdenlegionären getragen worden und das zu Recht.

Sie haben eine griffige Sohle zum Wandern, einen robusten Stoff als Schutz vor Dornen, Skorpionen oder Sand und sind trotzdem so atmungsaktiv, so dass man in ihnen keine Schweißfüße bekommt. Die Knöchelhöhe kann man nach Modell variieren und den Schuh durch umklappen zum Halbschuh machen. Das finde ich super praktisch. In der Wüste oder beim Wandern trägt man ihn knöchelhoch und in der Stadt einfach als Slipper. Das spart Platz in der Tasche, gibt aber gleichzeitig viel Spielraum beim Einsatz.

Ansonsten gehören natürlich auch Sandalen ins Gepäck. Hier empfehle ich keinen Lederschuh, da dieser von Wildtieren gerne mal weggetragen wird und er zum Duschen nicht geeignet ist. Billige Flip Flops* sind hier ideale Begleiter. Diese kannst du, um auf der Rückreise Gewicht zu sparen, auch vor Ort weiter verschenken.

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Drogerie-Artikel & Waschutensilien – bleib sauber

Du wirst dich wundern, was Drogerie-Artikel in Afrika kosten. Da diese Sachen meist nie vor Ort hergestellt werden, verteuert der Transport die Ware enorm. Bring also unbedingt mit, was du brauchst. Auch hier empfehle ich, sich auf das Nötigste zu reduzieren. Mit Shampoo kann man auch den Körper einseifen, ein Deo, Rasierutensilien und Zahnpasta sind eigentlich schon alles, was man wirklich braucht, neben Sonnecreme und Mückenschutz*.

Insektensticke bleiben unter Umständen nicht aus, bei mir hat sich ein elektronischer Stichheiler* bewährt. Ganz ohne Chemie nur mit Hitze wirkt er gegen das Jucken. Übrigens auch ein super Tipp für Leute, die unter Lippenherpes leiden. Spart euch die Cremes und packt einfach den kleinen Stick ein.

Ein Handtuch* solltest du in keinem Fall vergessen. Gut beraten bist du auch hier mit Mikrofaser, welches federleicht, ultra saugstark und schnelltrocknend ist.

Hut

Da nicht alle sanitären Anlagen einen Spiegel oder eine Ablage haben und auch nicht immer super sauber sind, empfehle ich eine Waschtasche*, die du aufhängen kannst, welche aus leichtem Material ist, einen Spiegel hat und am besten dunkel ist.

Wer sich im Urlaub gerne verliebt oder ein kleines Abenteuer plant, dem rate ich natürlich auch zu Kondomen. Je nach Region sind 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung Afrikas von HIV-Infektionen betroffen, das sollte Warnung genug sein.

Für Frauen: Slipeinlagen reduziern eventuell den Umfang der Unterwäsche. Gerade, wenn man tagsüber vielleicht nen String trägt, dann kann man sich bei der Nachtunterwäsche damit behelfen.

Daypack, Schloss, Taschenlampe & Powerbank – die Must haves

Ein Tagesrucksack gehört natürlich auch ins Gepäck. Ich würde ihn als Handgepäck mit in den Flieger nehmen, dann nimmt er im Hauptgepäck keinen Platz weg. Achte drauf, dass er innenliegende Fächer für deine Wertsachen hat. Richtig gut beraten ist man auf Reisen immer mit einem Packsafe Rucksack*, weil er Sicherheitsfeatures bietet, die den schnellen Zugriff Fremder verhindern.

Was unbedingt in dein Gepäck muss sind zwei Schlösser*. Eines für dein Gepäckfach im Bus und das Zweite, um dein Zelt zu sichern. Manche Campingplätze sind direkt am öffentlich zugänglichen Strand. Selbst wenn du keine Wertsachen im Zelt lässt, kann sich im Grunde jeder an deinen Sachen bedienen. Ein einfaches Schloss kann schnellen Zugriff verhindern. Wenn du dich als Frau allein im Zelt unwohl fühlst, dann kannst du natürlich das Schloss nachts auch von innen anbringen. Ich fand Zahlenschlösser praktisch, da man Schlüssel ja leicht mal verliert.

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Absolut wichtig ist auch eine Stirnleuchte* und als Backup eine kleine Leuchte. Ich habe so oft im Zelt etwas gesucht und wenn man dann schon eine Hand braucht, um die Lampe zu halten, wird man schier wahnsinnig im Rucksack was zu finden. Mit der Stirnleuchte kannst du zudem auf Nachtsafari gehen oder du findest den Weg besser zu den Waschräumen. Da Akkus nicht immer halten wie gewünscht, empfehle ich außerdem als Backup eine zweite Lampe. Da reicht dann aber auch eine einfache Taschenlampe.

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Die meisten Overlandtrucks sind so eingerichtet, dass man eine Ladestation fürs Handy am Sitz hat. Aber, auch die geht vielleicht mal nicht oder du brauchst nachts zusätzlich Strom die Stirnleuchte oder dein Handy zu laden, dann ist eine Powerbank* deine Rettung. Achte drauf die höchstmögliche Leistung zu nehmen, die du noch im Handgepäck befördern darfst. Im Koffer sind sie nicht erlaubt und die ganz billigen Geräte machen schnell schlapp.

Wenn noch Platz im Koffer ist

Praktisch für solche Reisen ist auch eine Wäscheleine & Klammern*, damit kannst du auch im Busch deine Sachen aufhängen. Waschpulver würde ich wiederum vor Ort im Supermarkt kaufen.

Eine Regencape* wird immer wieder empfohlen. Hier würde ich schauen, wo genau du hinreist. An den Victoria Fällen macht es unter Umständen Sinn einen Schutz dabei zu haben. Ich denke eine Softshelljacke reicht sonst auch völlig aus.

Travel Safe

Wer sich Gedanken um seine Wertsachen macht, dem kann ich auch einen mobilen Safe* ans Herz legen. Diesen kann man mit zum Strand nehmen oder am Gestänge des Zeltes festmachen.

Trillerpfeifen sind eine gute Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen. Sei es, nachts im Zelt oder bei Notfällen während einer Wanderung. Sie sind ein kleines Accessoire, aber durchaus nützlich.

Für Boots- oder Actiontouren finde ich eine wasserdichte Handyhülle sehr nützlich.

Schlusswort

Ich hoffe meine Tipps helfen dir weiter einen aufregend schönen, aber auch komfortablen Trip durch Afrika zu genießen. Bei Fragen kannst du mich immer gerne kontaktieren. Du findest mich auf allen Social Media Kanälen oder schreibst mir via Kontaktformular über den Blog. Ich helfe immer gerne mit Ideen und Tipps.

Nomad Africa Adventure Trip

Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht. Ansonsten sind Namensnennungen basierend auf eigenen Erfahrungen und ich kann sie mit bestem Wissen und Gewissen empfehlen.

 

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Fotoparadiese – Around the World von Afrika bis Asien

Meine Fotoparadiese und Geschichten sollen dich zum Reisen, Erleben und Entdecken verführen! Auf die Idee dazu gebracht hat mich auch in diesem Halbjahr Michael von Erkunde-die-welt.de. Mit seiner Fotoparade zum Thema Welche sind meine Fotohighlights aus dem zweiten Halbjahr 2017? hat er mich wiederholt angestiftet über meine Fotos und Reisen nachzudenken. Wie immer kein leichtes Unterfangen, zumal ein extrem spannendes Halbjahr hinter mir liegt, in dem für mich ein paar riesige Reiseträume wahr geworden sind. Auch in diesem Halbjahr hat Michael ein paar Kategorien vorgeschlagen, zu denen ich meine Reisegeschichten mit euch teilen möchte. Also auf geht`s von Asien bis nach Afrika!

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Landschaft – Königreich der Berge

Die für mich beeindruckendste Landschaft in diesem Jahr waren die Berge des Himalayas und das nicht etwa in Tibet oder Nepal! Weit gefehlt. Ich bin in der Region Sikkim in Nordosten Indiens unterwegs gewesen und dort auf eine einzigartige Kultur und faszinierende Landschaften gestoßen. Eingefaßt von Gebetsfahnen haben die schneebedeckten Berge für mich den perfekten Rahmen gefunden. Neben dem mit 8586 m dritthöchsten Berg der Erde, dem Kangchendzönga, beherbergt Sikkim auch Gletscher, türkisblaue Bergseen, tosende Wasserfälle und tausende Arten von Wildblumen. Eine phantastische Landschaft und ein riesen Abenteuerspielplatz für Outdoor-Enthusiasten.

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Licht – Symphonie der Magie

Wer schon mal unter der Sonne Afrikas unterwegs war, der weiß, dass dieses Licht zur Goldenen Stunde einfach eine unsagbare Magie verströmt, der man einfach erliegt. So ist es mir auf Lake Kariba in Simbabwe ergangen. Einst eine ganz normale Landschaft, dann wurde die Region geflutet und bildet jetzt einen der größten Stauseen der Welt. Als stumme Zeugen der Geschichte ragen abgestorbene Baumstümpfe aus dem Wasser und zaubern aus der Landschaft eine wahrhaft magische Kulisse.

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Schwarz-Weiß – Homage an das Alter

Ich liebe es, Menschen zu portraitieren und wenn sie Charakter haben besonders. Ich mag faltige Gesichter, die Geschichten erzählen, tausend mal lieber als ein glatt gebügeltes Modelface. Diese Dame habe ich auf einem Markt in Nhatrang entdeckt. Jeden Tag von 04:00 bis 18:00 Uhr bieten hier lokale Handwerker, Landwirte und Fischer eine große Auswahl an handgefertigten Kleidern, Schmuck, Meeresfrüchten und frischen Produkten aus der Region an. Wer geschäftige Märkte, regen Handel und tolle Motive sucht, wird hier ganz sicher fündig.

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Tiere – Im Reich des Löwen

Dem König der Löwen bin ich in im Mana Pools Nationalpark begegnet. Hier streckt er zuckersüß die Zunge raus, aber nur Sekunden später hat er seine Zähne gezeigt. Ganz so wie es sich für einen Herrscher des Tierreichs gehört. Mana Pools Nationalpark liegt im Norden Simbabwes. Der 1975 ins Leben gerufene Mana Pools Nationalpark ist bereits seit 1984 Weltkulturerbe der UNESCO und Lebensraum für Elefanten, Zebras, Wasserböcke, Kudus und Impalas. Wegen seiner spektakulären Landschaft mit Lagunen des Sambesi, seiner atemberaubenden Tierwelt und nahezu unberührter Wildnis gilt er als einer der schönsten Wildlifeparks ganz Afrikas.

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Natur – Der schönste Arbeitgeber der Welt

Ohne Frage Feldarbeit ist keine leichte Aufgabe, aber mit Sicherheit ist dieser Arbeitsplatz in den Reisfeldern des Himalaya-Gebirges einer der schönsten. Umgeben von majestätischen Bergen und im Blickfeld der Sonne ein wahrer Seelenschmeichler im Vergleich zu unseren tristen Büros. Die Region im Nordosten Indiens ist geprägt von Reis und Teefeldern, welche diese stimmungsvolle Idylle zaubern und somit ein perfektes Reiseziel für Naturliebhaber und Wanderfreunde sind.

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Nahaufnahme – Im entfernteren Sinne

Bei Nahaufnahme ist wahrscheinlich etwas Anderes gemeint, da ich damit gerade nicht dienen kann, lege ich es mal so aus: Nachdem ich eine Aufnahme der Kids in Simbabwe gemacht habe, sind sie mir ganz schön nah gekommen, um ihr Bild zu sehen:) Die Aufnahme entstand übrigens in einem kleinen abgelegenen Fischerdorf am Lake Kariba. An diesen Ort kommen nicht viele Touristen vorbei und so waren wir mit unseren Kameras die Hauptsehenswürdigkeit.

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Stadtbild – Gleich Sinnbild

Die Aufnahme habe ich in Bulawyo bei einer Townshiptour gemacht und irgendwie steht es für mich als Sinnbild, das Style nichts mit Reichtum zu tun hat. Der Hut gibt ihr Grazie und Anmut trotz der Armut, die sie umgibt und das ist bewundernswert. Über Townshiptouren gibt es strittige Meinungen und auch meine Erfahrungen waren oft keine Guten. Trotzdem sind sie (richtig durchgeführt) sehr wertvoll. Warum das so ist, kannst du im LINK nachlesen.

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Farbkontrast – Die Natur, der Meister der Perfektion

Oh wie liebe ich die Farben dieses außergewöhnlichen Vogels. Hier hat die Natur wieder eine Meisterleistung vollbracht und einen perfekten Farbkontrast geschaffen. Leider, leider gehöre ich (noch) nicht zu den Experten im Bird watching und kann euch sagen, welche Spezies hier gezeigt wird. Was ich aber verraten kann ist seine Heimat. Er teilt sich den Hwange Nationalpark mit 107 Tier- und über 420 Vogelarten als sein Zuhause. Der Nationalpark gilt damit übrigens als das artenreichste Schutzgebiet Simbabwes.

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Essen – Schräger Fisch

Ein etwas schräger Fisch ist mir in Vietnam begegnet. Ich mag ohnehin keinen Fisch, aber diesen hier hätte ich im Leben nicht angerührt. Den fand ich schon schaurig wie er so aufgestellt präsentiert wurde. Als würde er gleich vom Teller hüpfen und einem an die Kehle springen. Ziemlich gruselig die Vorstellung. Dafür hab ich mich in diesem Jahr an Mopane-Würmer getraut. Die sehen zwar auch nicht grad lecker aus, aber verursachen wenigstens keine Alpträume wie dieser Fisch hier.

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Aussicht – Mit Einsicht

Der Buddha Park of Ravangla war für mich die schönste Aussicht auf meiner Reise durch Sikkim. Das Himalaya Panorama im Hintergrund, die 40m hohe Buddha-Figur perfekt eingebettet in die üppig grüne Anlage. Der Park wurde 2006 anlässlich des 2550. Geburtstages von seiner Heiligkeit Gautama Buddha erbaut. Die Figur ist weithin sichtbar in alle Richtungen von Südwest Sikkim bis in manche Gegenden des westlichen Landesteiles.

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Lächeln – Die ehrlichste Sprache der Welt

So oft sehe ich Menschen, die ganz sicher nicht einem Schönheitsideal entsprechen und trotzdem auf ihre einzigartige Art wundervoll sind. Sie haben Falten, es fehlen Zähne oder Haare – na und? Der Blick, das Lächeln und die Gesten dieser Menschen machen sie anziehend und für mich tausendmal attraktiver als irgendein gehyptes Modesternchen. So ging es mir auch bei dieser Dame, deren hinreißendes Lächeln und strahlenden Blick ich aus dem vorbeifahrenden Auto entdeckt hatte. Durch das markante Zeichen auf ihrer Stirn könnt ihr euch sicherlich denken, dass das Foto in Indien entstanden ist.

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Schutzpatron – Und Herr über das brodelnde Feuer

Die Statur des Guru Rinpoche (Guru Padmasambhava) am Samdruptse Hügel im Süden Sikkims war für mich auch ein Highlight auf meinem Indien-Trip. Diese epische Anhöhe ist mit dieser riesigen Statue geschmückt. Sie zeigt den Schutzpatron von Sikkim, der seit mehr als 1200 Jahren seinen Segen von dort aus spendet. Die Statur ist 45 m hoch, vergoldet und den ganzen Ort überblickend. Es wird vermutet, dass der Hügel ein schlafender Vulkan ist und nur durch Gebete davon abgehalten werden wird auszubrechen, weshalb die Mönche ihm hier ihre Ehrerbietung und Hingabe erweisen.

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Berührt – Durch den Blick eines Kindes

Diesen beiden bin ich auch in Vietnam auf dem Markt begegnet und durfte sie auch fotografieren. Wenn man höflich fragt, sind die Vietnamesen sehr aufgeschlossen Fotos gegenüber. Es wird als Ehre empfunden und nicht als Belästigung, wie in manchen anderen Ländern. Ich mag diesen süßen kleinen Spatz einfach und kann mich gar nicht satt sehen an seinem perfekten, unschuldigen und hinreißenden Gesichtlein.

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Farbexplosion – Ein Traum aus lila Blüten

Wer im September nach Simbabwe reist, der kann sich auf eine wahre Farbexplosion entlang des Weges freuen. Denn dann stehen die Jacaranda Bäume hier in ihrer vollen violetten Blüte und säumen Straßen, Parks, Alleen oder wie in meinem Foto auch schon mal eine Teeplantage. Von den Hochebenen Argentiniens aus hat der Palisanderbaum, wie er auch genannt wird, die ganze Welt erobert. Seine bis zu 5 cm großen Glockenblüten verströmen einen honigähnlichen, zarten Duft der dann zum Innehalten und Genießen verführt.

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Hautpflege – Wie ein Riese in einem Meer versinkt

Lake Kariba ist einer der größten von Menschenhand angelegten Seen der Welt und markiert die Grenze zwischen Sambia und Simbabwe. Mit seinen extremen Ausmaßen mit einer Länge von 280 km und einer durchschnittlichen Breite von 18 km hat er phasenweise die Anmutung eines Meeres. Zu meinem größten Erstaunen bin ich hier morgens neben badenden Elefanten aufgewacht, die sich anschließend zur Hautpflege noch ein ausgiebiges Schlammbad gegönnt haben.

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Arbeitssam – Die fleißigen Bienchen

Kaum zu glauben, dass in einem Land im südlichen Afrika Teeplantagen zu finden sind. In Simbabwe an der Grenze zu Mosambique zeichnen sie die Landschaft. Üppig grüne Terrassen voller duftenden Pflanzen erwarten den Besucher. Die Blätter werden geerntet und in Teefabriken weiter verarbeitet. Dort habe ich diese zwei fleißigen Bienchen entdeckt. Sind sie nicht eine Augenweide?

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Sambesi – Ins Wasser gefallen

Mein Ausflug zu den Victoria Fällen ist in doppelter Weise ins Wasser gefallen. Am Morgen bin ich beim Raften auf dem Sambesi fast ertrunken und am Nachmittag hab ich die Fotos vermasselt, weil ich mich auf zu viele Sachen gleichzeitig konzentriert habe. Die Landschaft bestaunen, dazu mit GoPro und Kamera filmen und ganz nebenbei noch Fotografieren war einfach zu viel. So ziemlich alle meine Fotos der tosenden Wassermassen des Sambesi sind unscharf geworden, weil die Kamera auf die Scheibe fokussiert war. Dumm gelaufen und nun muss ich halt noch mal dahin, dann aber vielleicht von Sambia aus und ohne Nyami Nyami zu begegnen.

GoPro-Victoriafälle

Lieblingsbild

Auch junge Mönche lieben es zu spielen und herum zu tollen. Ihn hier habe ich abseits des Enchy-Klosters in einem kleinen Wäldchen entdeckt, während er dort mit einem Kameraden herumtollte. Für eine Sekunde hielt er inne, als er mich entdeckte. Diese reichte mir, für mein Foto. Ich sehe darin Wärme, Natur und Spiritualität – Dinge die auch mir wichtig sind.

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Lust auf mehr Reiseinspiration & Fotos bekommen? Dann schau mal hier:

  • Alle Beiträge (inklusive seinem eigenen) findest du bei Michael auf Erkunde die Welt
  • John und Marc verstehen es einfach diesen einen Moment perfekt einzufangen 1thingtodo.de
  • Unfassbar schöne Tieraufnahmen aus der Antarktis haben Kristin & Kathrin von travelinspired.de
  • Phantastische Fotos lieferten auch wieder Lisa & Phillip von imprintmytravel.com
  • Suny hat einen bunten Mix aus China und Österreich mitgebracht Salty-toes.com
  • Barberas Aufnahmen sind für mich auch super gelungen barbaralicious.com
  • Sabrina hat einen fantastischen Blick für Motive. Schau mal smilesfromabroad.at
  • Jedes Bild perfekt und ein Hingucker sind die Fotos von moosearoundtheworld.de
  • Heimatliebe pur und mein Highlighfoto (Herz) findet ihr in der Sammlung von bergundflachland
  • Hammer, ausdrucksstarke Fotos aus Aufganistan findet ihr bei Priska & Andreas inextenso.at

Feedback willkommen

Wie immer freue ich mich über Rückmeldung, Kritik oder Anregungen. Was hälst du von meinen Fotos und Geschichten? Nutz gerne das Kommentarfeld und sag mir deine Meinung – dankeschön!

Das Letzte…

… Bild ist wie immer eines von mir und zur Abwechslung habe ich mal einen Fotografen gefunden, der die Kamera halten kann und weiß was er tut. Ihr kennt das ja vielleicht, dass wenn man alleine reist und Fremden die Kamera in die Hand drückt, oft nicht viel Gutes dabei rum kommt. Selbst wenn man einen vermeintlichen Fotografen darum bittet. Füße abgeschnitten, unscharf oder aus dem Kopf wachsen Laternenstrangen. Auf diesem Bild auf einem Yak am Lake Tsomgo mag ich mich und könnte den Fotografen jetzt noch knutschen für diese schöne Erinnerung.

Marlene beim Reiten auf einem Yak im Himalaya

Nachschlag gefällig?

Wenn du mehr Momentaufnahmen aus verschiedensten Regionen sehen willst, dann schau dir gerne meine Bilder auf meiner Flickr Seite an. Du bist sehr willkommen.

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Was ist eigentlich Glamping

Was ist eigentlich Glamping? Für wen lohnt sich der Trend & warum sollte man Luxuscamping eine Chance geben?

Überall geistert das Wort „Glamping“ durch die Medien, doch vielen ist gar nicht klar, was es zu bedeuten hat. Ich bin für euch auf Spurensuche nach Erklärungen gegangen und habe auch geschaut, für wen sich der Trend so richtig lohnt!

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Was ist Glamling?

Glamping ist einen Ableitung aus den englischen Worten für „glamorous“ und „Camping“ und wohl gerade der angesagte Trend im Tourismus. Glamping war, vereinfacht ausgedrückt ein Zelt in wilder Umgebung, das allerdings so hochwertig und luxuriös ausgestattet ist, dass es an Komfort und Annehmlichkeiten einem Hotel in nichts nachsteht.

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Angeblich entstand das Wort in den 2000er Jahren in den USA und England. Ich bin da jedoch ganz anderer Auffassung. Denn wenn man mal genauer hinschaut, dann fällt auf, dass es diese Form von luxuriösem Camping schon seit Jahrzehnten in Afrika gibt. Aber erst jetzt haben ein paar clevere Vermarkter ein schickes Wort dazu erfunden, salonfähig gemacht und auf andere naturnahe Unterkunfsarten übergestülpt.

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Glamping der gehypte Trend

Seit Glamping so gehyped und der neue Trend im Tourismus ist, werden auch andere „campingnahe“ Unterkünfte wie etwa „Mobilhomes“ also kleine fahrbare Wagen oder Finnhütten dieser Unterkunftsart zugerechnet. Dem eigentlichen Ursprung der Sache entspricht das zwar nicht, aber wenn es sich verkaufen lässt, dann bedient man sich als Vermarkter doch gerne an aktuellen Wortschöpfungen.

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Wie siehts mit der Ausstattung aus?

Früher mußte man mühsam allen Krempel zum Camping mitschleppen. Jetzt reicht eine Tasche mit Kleidung, um in der Natur aufzuwachen. So war man damals auch gezwungen sein Zeit selbst aufzuschlagen und einzurichten. Bei Glamping ist das ganz Anders. Sie sind bezugsfertige kleine Oasen in der Natur.

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In der Regel haben sie richtige Betten, ein eigenes Bad, ne Miniküche, eine eigene Terrasse und sehr oft auch einen eigenen Pool. Sie sind voll ausgestattet, so dass der Gast sich weder um Aufbau seines Zeltes noch um dessen Ausstattung sorgen muss. Es ist einfach alles da, was einen wohlfühlen lässt.

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Sehr genail finde ich auch die Außenbäder die man in manchen afrikanischen Glampingzelten findet. Erstmal hört sich das für uns befremdlich an, ein Bad draußen zu haben, aber in der Natur am Morgen zu duschen oder unter Sternen in der Badewanne zu liegen ist schon ein ein ganz besonderes Erlebnis.

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Meiner Erfahrung nach gehört zu solchen Glamping-Camps in Afrika auch immer ein großer sozialer Bereich. Quasi das Wohnzimmer der Anlage. Hier wird gegessen, ein Bier an der Bar getrunken oder man kann in Kontakt mit anderen Reisenden kommen.

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Wo sind sie am weitesten verbreitet?

Überall in den Wildreservaten in Afrika findet man diese Luxuszelte. Seit Glamping der gehypte Marketingtrend ist, findet man unter dieser Bezeichnung aber auch Unterkünfte weltweit. Von Dschungelcamps in Costa Rica bis zu Finhütten in den Nordländern Europas. Selbst in Deutschland kann man diese naturnahen Unterkünfte inzwischen finden.

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Was kostet Glamping?

Ich kann hier (bisher) nur von meinen Erfahrungen aus Afrika sprechen. Dort sind diese Luxuszelte der Standard in den Wildgebieten. Ein sehr imposanter – zugegeben- und dieser hat seinen Preis. Von Simbabwe bis Südafrika kann man im Schnitt von 300 bis 800 EUR pro Person und Nacht ausgehen. Selbst für recht einfach ausgestattete Zelte. Die Preisskala ist allerdings auch nach oben noch weit offen. Auch Preise jenseits der 1.000 EUR sind keine Seltenheit. Pro Person und Nacht, versteht sich.

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Und ja, da wird es einem erstmal schwindelig! Denn Camping kennen wir als günstige Art zu urlauben. Allerdings inkludiert das Glamping in Afrika auch vollen Service von Essen, Getränken bis zu den Pirschfahrten (In Afrika nicht Safaris sondern Game Drive genannt). Und eben dieses Essen ist dann gerne auch mal auf Sterne-Niveau, womit man mitten im Busch ja auch nicht rechnet.

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Für uns Europäer ist es oft befremdlich, solche Unterkunftspreise präsentiert zu bekommen. Wo man doch überall vom armen Afrika ausgeht. Aber wir sind auch verwöhnt durch tolle Hotels und günstige Preise. Wenn man aber mal genauer hinschaut, dass so eine abgelegene Zeltlodge alles einfliegen lassen muss und das zum Teil sogar aus Europa, dann relativiert sich auch der Preis schnell wieder. Jedes Möbelstück, jegliche Energie, jeder Eiswürfel, jedes Salatblatt, ja sogar das Wasser für die Dusche muss seinen Weg zur Lodge finden.

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Meine Erfahrungen

Ich jedenfalls liebe Glamping, schon allein weil ich so gerne in der Wildnis Afrikas unterwegs bin. Und nach einem aufregenden Tag in der Savanne mit Löwen, Elefanten, Giraffen und Co. freue ich mich dann auch auf gehobenen Standard. War ja schließlich genug staubig während des Game Drives. Sich dann in einen sauberen, wohlriechenden und kuschligen Schlafplatz zu betten ist einfach ein Genuss.

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Besonders wenn man nicht erst auf dem Boden robben muss, um seine Matratze zu erreichen und anschließend mit der Zeltwand kuschelt. Auch muss man sich das Bad nicht mit anderen Menschen teilen oder gar nachts alleine seinen Weg über den Platz zu den sanitären Anlagen finden. Ich lobe mir den hohen Komfort den Glamping mir bietet.

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Meine erste Erfahrung mit solchen Luxuszelten konnte ich bereits 2010 machen als ich für drei Tage das Sanbona Wildlife Reservat besucht habe. Ich hatte eine Reise nach Südafrika gewonnen und war völlig geflashed von unserer Unterkunft. Ich kannte so einen Luxus in der Wildnis ja noch nicht.
Unsere kleine Luxusunterkunft war fest gemauert und hatte aber ein Zeltdach.

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Dazu wie beschrieben jeder erdenkliche Luxus. Ein Traum von einem kuschligen Bett, eine Badewanne von der aus man die Wildnis beobachten konnte und natürlich auch eine Terrasse mit schickem Whirlpool. Im Hauptgebäude der Lodge gab es die exzellente Speisen und wir hatten einen eigenen Fahrer für unsere Pirschfahrten. Luxus pur.

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Über die Jahre war ich recht häufig in Afrika unterwegs und in vielen Lodges mit wunderbaren Zeltunterkünften. Zuletzt konnte ich Glampingerfahrung in Simbabwe sammeln. Dort war ich in verschiedensten Parks und Zelten untergebracht. Von ganz einfachen Zeltunterkünften bis hin zum super Luxus.

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Glamping-Highlights

Mein absolutes Glamping-Highlight war allerdings das Somalisa Camp im Hwange Nationalpark. Trotz meiner Erfahrungen sprengte der Lifestyle der mich hier erwartete jeden Rahmen. Nur die feinste Auswahl an Interieur, edle Stoffe und ausgewählte Designelemente kombiniert mit kolonialem Schick machten das Somalisa für mich zu perfekten Sinnbild von „Glamping„. Leider, leider hab ich nur ein paar Nachtaufnahmen, da ich nur sehr kurz im Camp war und von abends spät bis morgens früh auf Pirschfahrt war.

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Gerade für Wildlife-Liebhaber ist das Somalisa das Non-Plus-Ultra-Camp. Was auf seine exponierte Lage direkt im Hwange Nationalpark und am Wasserloch, von dem aus man exzellente Tiersichtungen hat, zurück zuführen ist. Mit Cocktail in der Hand kann man von der Poolliege aus den Elefanten beim Baden und den Löwen beim Jagen zuschauen kann. Ein phantastisches Erlebnis.

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Für wen lohnt sich Glamping?

Glamping lohnt sich für alle, die gerne in der Natur aufwachen, aber auf Komfort nicht verzichten möchten. Es richtet sich an alle, die direkt am Morgen zu großen und kleinen Abenteuern abseits der Großstädte starten möchten. Willkommen sind alle, die sich streuben in einem normalen Zelt zu nächtigen und am nächsten Morgen verkatert aufzuwachen. So wird Glamping eine echte Alternative sogar für Zeltmuffel. Hier muss man auf den Luxus eines Hotels nicht verzichten und kann erholt in einen aktiven Tag im Grünen starten.

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FAZIT

Für mich ist Glamping kein neuer Trend, sondern ein lieb gewonnener Standard auf meinen Afrikareisen. Und auch wenn es ein teures Vergnügen ist, es lohnt sich so sehr. Wer sich aufmacht und diesen Kontinent für sich entdecken möchte, dem lege ich dringend ans Herz wenigstens ein paar Nächte auch dem Luxuscamping zu fröhnen und sich in einer der Lodges in der Wildnis verwöhnen zu lassen. Es gehört einfach dazu.

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Ich bin auch fest davon überzeugt, das „alte“ Camperfreunde dem Charme von Glamping erliegen werden. Einfach das was sie lieben, nämlich in der Natur zu sein, sich wunderbar mit Annehmlichkeiten verbindet. Und auch wenn ich nicht viel auf Trends gebe, freue ich mich, dass Glamping jetzt überschwappt auf andere Regionen dieser Welt! Denn naturnahe Unterkünfte sollte man (so sie nachhaltig geführt sind) in jedem Fall unterstützen und bevorzugt als Reiseziel wählen. Schon allein weil sie einem selbst so viel mehr geben. Probierts mal aus!

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Hast du schon Erfahrungen mit Glamping machen können und wenn ja, wie sahen diese aus? Würdest du es auch anderen Reisenden empfehlen? Bist du vielleicht erst durch diesen Beitrag darauf aufmerksam geworden und möchtest mir dein Feedback geben? Nutz gerne die Kommentarfunktion und lass mir deine Meinung zu Glamping hier. Ich freue mich auf Nachricht.

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Township-Touren -ja-oder-nein

Township-Tour – ja oder nein? Der schmale Grat zwischen Touristenbespaßung & Verständnis der Kulturen

Immer wieder werde ich gefragt: „Hey Marlene Du hast doch in Südafrika gewohnt, würdest du mir dort eine Township-Tour empfehlen – ja oder nein?“ Ich bin bei dieser Frage immer hin und her gerissen, denn die Erfahrung die ich machen musste, war absolut keine Gute. Aber so muss es ja nicht immer laufen und es gibt durchaus Touren, bei denen sich die Anbieter ihrer Verantwortung bewusst sind und diese auch Ernst nehmen. Und genau deshalb möchte ich dir heute meine Geschichte erzählen aber auch ein vorbildliches Beispiel zeigen. Ich möchte, dass du nach dem Lesen selbst weißt, worauf du bei der Buchung achten solltest und dich in die Lage versetzen, dich richtig, sicher und respektvoll bei einer Townshiptour zu bewegen – so du dich dafür entscheidest.

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Meine Erfahrung

Meine erste Township-Tour habe ich in Johannesburg gemacht, zwei Jahre nachdem ich Südafrika nach meiner Auswanderung schon wieder verlassen hatte. Ich kannte also das Land und seine Probleme. Doch bisher hatte ich immer Bedenken, so eine Art „Sighseeing“ zu machen. Ich fand es irgendwie moralisch verwerflich. In den Jahren zurück in Deutschland hatte ich dann viel darüber gelesen und auch wie wertvoll solche Touren zum gegenseitigen Verständnis sind. Jetzt war ich als Tourist zurück in Südafrika und fühlte mich bereit für eine Township-Tour und etwas dazu zu lernen.

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Johannesburg gilbt als das wirtschaftliches Zentrum ganz Afrikas und gleichzeitig als einer der härtesten sozialen Brennpunkte des Landes. Hier kämpfen die einen um Millionen und die Anderen, ums nackte Überleben und das bekam auch ich zu Gesicht.

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Meine Tour war als Sightseeingtour der ganzen Stadt geplant, um genau diese Unterschiede auch aufgezeigt zu bekommen. Meine Freundin Anke und ich hatten eine private Tour geplant mit einer farbigen Dame als Tourguide. Weil es uns wichtig war, die Stadt nicht aus einer „weißen“ Perspektive erklärt zu bekommen, sondern aus ihrer Sicht. Wir starteten in einer der wohlhabenden Gegenden Johannesburgs. Und dann stand ich zunächst vor den höchsten Zäunen, die ich um Wohnhäuser je gesehen hatte. Um genau zu sein, waren es gar keine Zäune, sondern Mauern aus Stein, die höher waren als die unserer Burgen, Schlösser oder Gefängnisse. Das allein schockierte mich schon. Wie reich mussten Menschen sein, um solche Mauern um ihre Paläste zu bauen?

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Doch meine Erschrockenheit ging noch weiter, als ich mich, keine zwei Kilometer weiter, dem schlimmsten Township gegenüber sah, den ich bis dato in Südafrika erlebt hatte. Und ich maße mir an, so Einiges in meinen anderthalb Jahren vor Ort, gesehen zu haben. Doch das Elend hier schien mir noch immens größer und erschütterte mich zutiefst. Immerhin hier stoppten wir nicht, sondern fuhren zu einer etwas besseren Gegend weiter. Hier waren es einfache Häuser die uns erwarteten und keine Blechhütten mehr. Wir stoppten vor einem bunten Haus, stiegen aus und folgten unserem Guide ins Innere des kleinen Hauses. Uns erwartete ein dunkles Zimmer, was extrem beengt wirkte und voll gestopft war mit Bett für die ganze Familie, Kühlschrank, Tisch und Regalen. Eine nette Frau mit Kindern neben sich und auf dem Arm erwartete uns. Wir wurden einander vorgestellt, es wurde uns schnell erklärt, wie die Lebensumstände der Familie sind und dann durften wir ihnen noch Geld in die Hände drücken und ein Erinnerungsfoto machen.

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Nach Verlassen des Hauses fühlte ich mich einfach hundsmiserabel. Ich stellte mir vor, wie es für diese Frau eben gewesen sein musste. Da kommt Jemand in ihr Heim, bestaunt die ärmlichen Umstände, drückt Geld gegen das Elend ab und geht wieder. Wie würde ich mich denn fühlen, wenn ich Besuch einer reichen Oligarchenfamilie bekäme? Wenn sie sich ein Bild über meine – in ihren Augen – schäbigen Wohnumstände machen und mir dann einen Almosen da lassen würden? Bisher hatte ich nur Gutes über Township-Touren gelesen, aber das was ich hier gerade erlebt hatte, fühlte sich einfach nur falsch an. Wie sollte dieses Treffen denn zum gegenseitigen Verständnis beitragen? Ich hatte eigentlich nur verstanden, wie unwohl sich Jemand bei so einer Schau fühlen musste. Mein Gedanken-Karussel drehte sich den Rest des Tages: Laufen Township-Touren immer nach diesem Schema ab oder hatten nur wir einen schlechten Guide erwischt? Sollten wir nicht eigentlich etwas lernen?

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Ein Erlebnis, was mich nicht losgelassen hat

Ich grübelte noch Jahre später und wollte dieses für mich negative Erlebnis, auch nicht so stehen lassen. Letztlich bin ich in meinem Bekannten-Netzwerk auf Joe gestoßen. Ein Deutscher der seit vielen Jahren in Südafrika lebt, ein Gästehaus betreibt und auch Township-Touren anbietet. Warum er sagt, dass Township-Touren wichtig und richtig sind; warum sie, richtig durchgeführt, einen Mehrwert für beide Seiten sind, verrate ich euch im Interview mit ihm:

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Im Interview mit Tourguide Joe

Lieber Joe, erzähl doch mal kurz von dir und deinem ersten Besuch in einem Township.

Was war deine Intension Township-Touren auch für deine Gäste anzubieten und seit wann machst du das?

Ich nenne es ungerne eine „Tour“, sondern eher eine Begegnung. Mit Menschen aus Kayamandi, dem zweitältesten Township von Südafrika, habe ich seit 3 Jahren Kontakt, der immer intensiver wird. In vielen Gesprächen habe ich erkannt, dass die Menschen nur materiell ärmer sind, aber häufig reicher an Lebensfreude. Ich habe viel gelernt von Vorurteilen. Denn in manchen Baracken wohnen wohlhabende Menschen zum Beispiel aus dem Estern Cape, die einfach nur kein Geld für ihre Unterkunft verschwenden und lieber so viel als möglich von ihrem Lohn nach Hause schicken, wo sie durchaus sehr schöne Häuser und neuwertige Autos haben.

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Ebenso habe ich verstanden, dass man sich auf Touristen freut und sich gerne austauscht, von Gästen lernen und erfahren möchte, wie diese leben. Manche Gegenstände, die man an der Waterfront findet, werden in einem Township hergestellt. Da kann man also direkt vom Künstler kaufen und bei ihr/ ihm bleibt mehr Geld übrig, denn sonst muss noch Kommissionen gezahlt werden an die Geschäfte. Vor allem aber freut man sich über den Respekt, den man ihnen mit einem Besuch zeigt. Viele fragen sich, warum auch die Touristen sie meiden. Seit einem Jahr organisiere ich nun solche Begegnungen regelmäßig.

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Was machst du anders als andere Anbieter? Worauf achtest du? Was ist dir wichtig bei deiner Organisation?

Zum Glück ist es für mich kein Lebensunterhalt. Ich verstehe bis zu einem gewissen Grad, dass professionelle Tour Anbieter kommerziell denken müssen. Bei mir gibt es keine gestellten Szenen, keine falsche Folklore, und ich bekomme nirgendwo Provisionen, wenn ich Gästen Geschäfte zeige oder Leistungen vermittle, wie z. B. ein Abendessen bei einer älteren Dame. Mir ist die Authentizität wichtig. Der Gast soll selbst spüren, dass hier nichts abgespult wird.

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Häufig bin ich mit einem Sozialarbeiter einer NGO (Nicht-Regierungs-Organisation) unterwegs. Die Route besprechen wir mit den Gästen. Was wollen die Gäste sehen, verstehen, erleben? Die Gäste müssen sich immer wohl und sicher fühlen. Wenn man sieht, dass die Eindrücke zu negativ sind, kann man spontan die Richtung wechseln und auch zeigen, dass in Townships richtig schicke Häuser stehen können und Anwälte, Ärzte usw. leben. Das Township ist ein Mikrokosmos!

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Worauf sollte man achten, bei der Buchung einer Township-Tour?

Die Teilnehmerzahl sollte so klein wie möglich sein. Ideal sind für mich bis 10 Personen. Was steht im Focus der Tour? NGO’s, Kindergärten und Schulen oder Geschäfte besuchen? Aufpassen, wenn die Tour zu einer „Kaffeefahrt mit Heizdeckenverkauf“ wird, will sagen, wenn man von Geschäft zu Geschäft gekarrt wird, um möglichst überall Geld zu lassen. Häufig bekommen die Veranstalter dann Provisionen.

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Was hälst du davon ein Township mit dem Rad oder gar Segway zu erkunden?

Mit dem 50-Sitzer-Bus durch ein Township ist schon eine Invasion, das geht für mich gar nicht. Mit dem Segway durch das Township? Um Himmels Willen, das ist an Respektlosigkeit nicht zu überbieten und niemand muss sich über Unmut wundern, wenn man so offenkundig den Reichtum zur Schau stellt. Selbst Fahrrad fahren kann grenzwertig sein. Viele Menschen können sich nicht einmal ein Fahrrad leisten. Zudem erinnern Fahrradfahrer symbolisch an Reiter, bzw. Krieger. Zudem sitzt man automatisch höher und „hebt sich ab“, ob man es nun so beabsichtigt oder nicht. Über solche Symbole machen sich leider wenige Menschen Gedanken. Für mich ist nur akzeptabel zu Fuß zu gehen und sich damit auf die gleiche Stufe zu stellen mit den Einwohnern, aus Respekt und Demut.

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Wie sollte man sich kleiden?

Niemand muss in Sack und Asche gehen, auch im Township kleidet man sich schön. Übliche Kleidung ist also völlig in Ordnung. Aber auf Schmuck und teure Uhren sowie Edel-Smartphones sollte man besser verzichten. Auch Nobel-Labels müssen nicht unbedingt sein. Man weiß ja, wohin man geht und muss nicht unnötig provozieren.

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Was hältst du von Mitbringsel für die Kinder? Süßigkeiten oder kleine Spielsachen etwa.

Auf jeden Fall, Vielleicht nicht unbedingt zu viele Süßigkeiten. Häufig steht es mit der Zahngesundheit ohnehin schon nicht so gut. Aber Mal- und Bastelsachen, Stifte, Hefte und Spielsachen sind immer willkommen. Jedoch würde ich vorab fragen, wo man die Sachen abgeben kann und nicht selbst verteilen. Es gibt genügend Einrichtungen, die sich um eine sorgfältige Verteilung kümmern. Es kränkt die Eltern, wenn man Kindern auf der Straße einfach etwas verteilt. Es bricht ihnen das Herz, wenn sich die Kinder wildfremden Menschen an den Hals werfen und die Eltern können sich solche Dinge nicht leisten. Außerdem will man Kinder dazu erziehen, nicht zu betteln, sondern die Schule zu besuchen und eine ordentliche Ausbildung zu machen. Mit der eigenen Spendenverteilung erzieht man die Kinder aber zu Bettlern.

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Sind Kameras erlaubt und was empfiehlst du im Umgang mit Fotografie von Personen?

Hier bitte ich die Gäste immer, auf große Kameras zu verzichten und lieber Kleinbildkameras oder das Handy zu verwenden. Sofern man Personen fotografiert, sollte man die Bilder niemals veröffentlichen, schon aus juristischen, aber auch aus Gründen des Respekts. Unabhängig davon sollte man immer vorher fragen, sei es den Tourguide oder die Personen selbst. Häufig wird man sogar dazu eingeladen, Fotos zu machen. Alles aber bitte mit Respekt und Zurückhaltung und nicht, wie man es von asiatischen Touristen kennt.

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Wie sicher ist eine Township-Tour?

Verantwortungsvolle Anbieter arbeiten immer mit Menschen vor Ort zusammen, die im Township bekannt und in der Regel auch akzeptiert sind. Dies erhöht die Sicherheit ungemein. Je kleiner ein Township, desto sicherer in der Regel. Einer der vielen Gründe, weshalb ich in Kayamandi die Begegnungen organisiere.

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Ab welchem Alter ist eine Township-Tour für Kinder bzw. Jugendliche empfehlenswert?

Das hängt sehr von dem Bildungshintergrund und Vorbereitung der Eltern ab. Es kann aber für Kinder unter 10 Jahren auch emotional belastend werden. Hier ist der Tour Anbieter gefragt, die Strecken so zu wählen, dass zwar nichts zu kurz kommt, aber die Extreme kann man auslassen, um so auch für kleinere Kinder das Erlebnis angenehm zu gestalten.

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Gibt man Geld und wenn ja, wem?
Sehr häufig gebe ich von meinem Tourpreis selbst Geld an die NGO’s weiter. Natürlich darf jeder gerne noch selbst Spenden geben. Auch hier empfiehlt es sich, dies den NGO’s zu geben, damit die ihre wertvolle Arbeit damit fortführen können. Einzelpersonen bitte niemals direkt Geld geben.

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Was möchtest du Interessierten noch ans Herz legen?

Wer unbedingt ein Bild mit einem schwarzen Kind auf dem Arm braucht, das vor Freude über ein Bonbon strahlt, wäre zumindest bei mir falsch. Die Kinder freuen sich ohnehin über unseren Besuch. Weder führen wir uns als Wohltäter auf, noch müssen wir Scham haben vor dem Elend, das man auch zu sehen bekommt. Unsere Urgroßeltern wohnten mitunter in ähnlichen Verhältnissen!

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Die Besuche im Township dienen dem Verständnis der Menschen füreinander, fördert den Respekt und die gegenseitige Anerkennung. Es ist ein klein wenig auch eine Völkerverständigung und Abbau von Vorurteilen auf beiden Seiten. Ein kleiner Schritt in Richtung Regenbogen-Nation. Kürzlich stand ein Mann mitten auf der Straße und sagte uns mit feuchten Augen, dass er sehr stolz darauf ist, dass wir das Township besuchen. Voller Stolz wiederholte er die drei Worte Deutsch, die er kannte und wünschte uns einen schönen Tag. Eine solche Begegnung wünsche ich jedem Tourist!

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Lieber Joe, ganz herzlichen Dank für deine Sicht, Tipps und Erfahrungswerte. Ich denke, dass hilft weiter keine so negative Erfahrung zu machen, wie ich sie erlebt habe.

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Fazit Township-Touren:

Township-Touren sind wichtig, denn sie tragen in der Tat zum Gegenseitigen Verständnis bei und sind damit ein wertvoller Schritt zur Überwindung von Mauern. Denen in unserem Kopf, aber auch den realen im Leben der Menschen. Wenn du dich dazu entschließt eine Tour zu „wagen“, dann hoffe ich, du erinnerst dich an unsere Tipps und nimmst dir zu Herzen, was man im gegenseitigen Umgang beachten sollte. Ich wünsche dir eine spannende Zeit und hoffe du siehst, dass es überall auf der Welt Menschen gibt die nur friedlich leben wollen.

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PS: Wer eine besondere Begegnung mit Joe in einem Township machen möchte oder einen zuverlässigen Partner für Spenden für die Kinder sucht, der kann gerne direkt über die Seite FB-Seite mit ihm Kontakt aufnehmen. Nutze dafür den LINK oder schreibe ihm eine WhatsApp an +27 73 6698588

 

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Simbabwe – Highlights, Sehenswürdigkeiten & Lieblingsplätze

Unter Afrika-Liebhabern gilt Simbabwe als eines der schönsten und aufregendsten Länder des gesamten Kontinents und auch mein Herz hat dieses Land im Sturm erobert. Es überrascht mit einer enormen landschaftlichen Vielfalt, seiner atemberaubenden Tierwelt, uralten Kulturen und lebensfrohen Menschen. Welche Highlights ich entdeckt habe und dir unbedingt ans Herz legen möchte, kannst du hier nachlesen.

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Mana Pools – Heimat der Magie

Wer Tiere und die Weite Afrikas liebt, der kann sich einfach nur in den Mana Pools Nationalpark verlieben. Genau hier trifft man sie, die ehrwürdigen Elefanten, die schnaufenden Hippos, die sich sonnenden Krokodile, die lauernden Hyänen und die majestätischen Löwen. Mana Pools gilt als Weltkulturerbe, liegt im Norden und im Grenzgebiet zu Sambia. Begrenzt ist der Park durch den Fluß Sambesi, dem er auch seinen Namen zu verdanken hat. Mana bedeutet in der Sprache der Shona „vier“, aufgrund der vier großen, auch in der Trockenzeit mit Wasser gefüllten Wasserbecken des Flusses. Immer in der Regenzeit verwandelt sich die Flutebene des Sambesi in eine Seenlandschaft, die in der Trockenzeit dann wieder versandet.

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Magisch machen diesen Ort für mich die unbändige Wildnis, aufregende Tierbeobachtungen und die gänsehautverursachende Geräuschkulisse. Elefanten, Hippos, Löwen, Hyänen oder Pawiane braucht man hier nicht zu suchen. Sie laufen direkt durchs Camp, schwimmen neben deinem Kanu und begleiten dich mit ihren Rufen durch die Nacht. Mana Pools ist für mich als Safari-Junky wirklich die Krönung all meiner Afrika Reisen gewesen. Hierzulande ist Mana Pools am Bekanntesten für seinen alten Elefanten, der sich auf seinen Hinterbeinen stehend Früchte von den Bäumen angelt und im Licht der untergehenden Sonne, das wohl beliebteste Fotomotiv ist. Ich hab ihn leider nur auf vier Beinen gesehen;)

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Mein Tipp: Bucht euch in einem der Zeltcamps direkt am Sambesi ein, dann habt ihr nicht nur die Elefanten, Löwen oder Paviane um euch, sondern gleich noch die Hippos und Krokodile. Hört sich gefährlich an, ist aber einfach nur aufregend schön. Besonders, wenn man nachts den Rufen der Tiere lauschen kann. Außerdem ist der Sonnenuntergang am Fluß ein Traum.

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Lake Kariba – Kulisse der Träume

Ein ganzes Buch könnte ich mit Bildern und Geschichten des Lake Kariba Sees füllen. Er gilt als der größte, von Menschenhand angelegte Staudam der Welt und hat die unglaublichen Ausmaße von 223 Kilometer Länge und bis zu 40 Kilometern Breite, was ihn für mich wie ein Meer aussehen ließ. Schier unfassbar ist seine Weite und noch fesselnder seine Geschichte und die mit ihm verbundenen Sagen. Denn bei seinem Bau gab es mehrere Fluten, bei der ersten starben viele der Bauarbeiter und ihre Körper wurden erst nach Opfergaben an den Wassergott Nyami Nyami wieder freigegeben.

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Da diese Region geflutet wurde und mit ihr ganze Waldstücke, findet man jetzt aus dem Wasser ragende Stümpfe der abgestorbenen Bäume. Sie zeichnen das für mich so typische Bild des Lake Kariba, welches gerade zum Sonnenuntergang eine unglaublich, faszinierende Kulisse bildet. Zwischen den Baumresten tauchen wutstaubende Nilpferde auf, am Rand des Sees sonnen sich Krokodile und im knietiefen Wasser grasen Elefanten. Eine Szenerie wie aus dem Bilderbuch und besonders zu genießen, wenn man sich hier mit dem Boot bewegt.

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Mein Tipp: Mietet euch auf einem Hausboot ein. Hier habt ihr die Möglichkeit schon am Morgen vom Bett aus, Elefanten zu bestaunen und Nachts schläft man zu den ulkigen Rufen der Hippos ein. Ein faszinierendes Schauspiel für alle Naturliebhaber, ein tolles Motiv für Fotografen und ein unbedinges „Must-do“ auf jeder Simbabwe Reise.

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Hwange Nationalpark – Das Elefantenparadies

Der Park gehört zu den 10 größten Naturreservaten von ganz Afrika und mit 14.651 km² ist er auch der Größte und bedeutendste Park Simbabwes. Hwange liegt ganz im Westen und in den Ausläufern der Kalahari Wüste. Außerdem grenzt er an Botswana und liegt gute 200 km nordwestlich der Stadt Bulawayo.

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Auf seine Größe gerechnet und im Vergleich zu anderen Parks hat Hwenge eine fast schon geringe Zahl an Wildtierarten. 400 verschiedene Vögel, 170 Säugetiere – darunter Löwen, Giraffen, Geparden, Hyänen und Wildhunde. Herausragend und weltweit beachet, ist allerdings die Population an Elefanten. Hwange ist Heimat von sagenhaften 40.000 Tieren und genau deshalb ist dieser Park auch eines der weiteren Highlights für mich. Aber nicht nur das. Auch die Nachkommen des berühmten Löwen Cecil, der tragischerweise von einem Großwildjäger erschossen wurde, haben in Hwenge eine sichere Heimat gefunden.

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Mein Tipp: Gönnt euch einen Aufenthalt im Somalisa Main Camp, dann könnt ihr die Tiere direkt von der Lodge aus beobachten. Das Camp ist super luxurios und quasi der Inbegriff von Clamping. Zwar hat das Somalisa seinen Preis, aber hier ist es gut angelegtes Geld.

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Victoriafälle – Berauschendes Spektakel

Wild tosend stürzt sich der Sambesi an der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe hier über die Klippen und läßt seine Besucher sprachlos zurück. Der Wasserfall, ist eines der top Sehenswürdigkeiten des Kontinents und auf der Liste der Afrika-Reisenden ganz oben angesiedelt. Und auch für mich ist dieser Wasserfall ein atemberaubender Magnet.

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Die Wassermassen des Sambesi ergießen sich hier auf einer Breite von 1708 m in eine quer zum Flusslauf liegende, 110 m tiefe und kaum mehr als 50 m weite Schlucht mit steilen Felswänden aus Basalt. Das macht die Victoriafälle zu dem breitesten durchgehenden Wasserfall der Erde. Bis zu 300m steigt der Sprühnebel auf, wenn bis zu 10.000 m³/s Wasser über den Nordrand der Schlucht in die Tiefe donnern und die Fälle zu einem berauschenden Spektakel werden lassen.

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Mein Tipp: Ich hab mir den Luxus gegönnt und die Victoriafälle bei einem Helikopter-Flug bestaunt und das solltest du auch! Denn ich bin der festen Überzeugung, dass man diese Kraft, Kulisse und dieses Schauspiel nur aus der Luft so richtig begreifen kann. Klick dich mal ins Video und flieg eine Runde mit mir.

Harare – Traum aus lila Blüten

Harare ist die Hauptstadt Simbabwes und strahlt trotz seiner rund eine Millionen Einwohner eine ruhige und entspannte Atmosphäre aus. Die Stadt liegt im Hochland bei etwa 1500m über dem Meeresspiegel und ihr Klima ist daher selbst im Hochsommer gut auszuhalten. Harare ist neben dem wichtigsten politischen auch das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes.

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Die Stadt bietet gute Einkaufsmöglichkeiten, ein vielseitiges Nachtleben und mit dem Queen Victoria Museum und der National Gallery Of Zimbabwe zwei sehenswerte Institutionen von Weltrang. Mein absolutes Highlight in der Stadt waren aber die zahllosen in lila getauchten Alleen. Ganze Straßenzüge sind gesäumt mit Jacaranda Bäumen, die mit Einsetzen der Regenzeit im Oktober ihr Farbspektakel geradezu explodieren lassen. Ich jedenfalls konnte mich nicht sattsehen an diesen gleichzeitig knarzig-mystischen sowie majestätischen Bäumen.

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Mein Tipp: Das Meikles Hotel ist ein wunderbarer Spot, um zu Entdeckungstouren in der Stadt zu starten und nebenbei bemerkt auch ein tolles Hotel. Von der Terasse aus hat man einen perfekten Blick auf den Park und seine blühenden Jacaranda Bäume. Im Meikles sollten man auch auf keinen Fall vergessen, ein Foto mit den mondänen Wandbildern zu machen. Ich fand sie allesamt fantastisch.

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Greater Zimbabwe  – Kulisse der Sagen und Mythen

Sagen und Mythen ragen um diesen einzigartiger Ruinenkomplex, der auch unter dem Namen „Groß-Simbabwe“ bekannt ist und nach dem Simbabwe letztlich auch benannt wurde. Im Südosten gelegen, in einer einst kargen und schwer zugänglichen Gegend, lag für Jahrhunderte sein Geheimnis verborgen. Einst bereisten Seefahrer und Händler aus aller Welt die Ostküste Afrikas und drangen in das Landesinnere des Kontinents ein. Sie waren es, die letztlich diese Königsstätte entdeckten und die Geschichten vom „Geheimnis von Simbabwe“ erzählten. In der lokalen Sprache der Shona heißt Greater Zimbabwe „dzimba dza mabwe“. Es läßt sich mit „große Häuser aus Stein“ übersetzen und beschreibt diesen Ort sehr gut.

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Der ganze Komplex besteht aus mehreren Ruinen: Dem Gebäude, welches dem König als Palast diente und das auf dem Berg thront, aber auch Bauwerke für seine Gemahlin, das Gefolge und die einfachen Bauern am Fuße der Erhebung. Faszinierend ist die architektonische Besonderheit, denn alle Gebäude und Mauern im Komplex sind aus gleichen Steinmonolithen erbaut. Alle haben eine ganz regelmäßige Form und sind ohne jegliches Bindemittel aufeinander gestapelt. Selbst nach 3.000 Jahren ohne Mörtel“ sind die Gemäuer noch erhalten geblieben. Mich hat ganz besonders der majestätische Blick vom Königspalast über die Ebene fasziniert. Es war ein Leichtes sich vorzustellen, welch erhabenes Gefühl es für einen Regenten gewesen sein muss, hier auf sein Land und Gefolge zu blicken.

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Mein Tipp: Macht euch ganz früh in den Morgenstunden auf Greater Zimbabwe für euch zu entdecken und startet mit der Bergtour. Mit aufsteigender Sonne nimmt auch die Hitze zu und der Aufstieg wird entsprechend anstrengender. Wer gleich um 7 Uhr auf den Beinen ist, hat noch die Frische der Nacht auf seiner Seite und tut sich beim Wandern einfach leichter. Die Mauern des Komplexes am Boden hingegen haben ein ausgeklügeltes System und die Gänge sind wie eine kleine Klimaanlage – wenn die Sonne also später stärker scheint, findest du hier Abkühlung.

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Bulawayo – Koloniales Erbe

Weite Alleen, lila blühende Parks, attraktive Museen und charmante Kolonialarchitektur machen Bulawayo („Blauaio“ ausgesprochen), Simbabwes zweitgrößte Stadt, attraktiv für Reisende. Das Stadtbild ist geprägt von den Resten viktorianischer Häuser, die den Kolonialstil wie kein anderer Architekturstil in Afrika prägten. In dieser historischen Atmosphäre kann man gut und gerne eine oder auch zwei Nächte verbringen. Besonders da die Stadt als ein Tor zum Matobo National Park und als ein idealer Ausgangspunkt für den Hwange National Park und die Vic Falls gilt.

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Bulawayo galt als politisches und administratives Zentrum sowie als wichtigster Wirtschafts- und Industriestandort des Südwestens. Seitdem Harare diesen Platz eingenommen hat, trägt Bulawayo die Bezeichnung Kulturhauptstadt. Zu empfehlen sind Besuche im naturhistorischen Museum, dem größten seiner Art in der südlichen Hemisphäre. Eisenbahnnostalgikern kann das außergewöhnlichen Railway Museum ans Herz gelegt werden, denn es ist ein mit auffällig viel Liebe zum Detail eingerichtetes Museum für Eisenbahngeschichte.

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Mein Tipp: Ich habe in Bulawayo eine Townshiptour gemacht und möchte hier meine Bilder mit dir teilen, einfach weil sie so sehr für die Lebensfreude der Menschen in Simbabwe stehen. Vielleicht schaust du bei so einem geführten Ausflug mal selbst, wie das Leben der Menschen dort ist?

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Eastern Higlands – Im Rausch des grünen Duftes

Völlig geflashed von der für mich nicht erwarteten grünen Seite Simbabwes war ich von den Eastern Highlands. An Simbabwes Ostgrenze zu Mosambik befindet sich diese, landschaftlich wunderschöne, etwa 300 km lange Gebirgskette. Saftiggrüne Teeplantagen, plätschernde Wasserfälle, in Nebel gehüllte Hügel und Waldgebiete, die an Regenwälder im Amazonasbecken erinnern. Die Berghänge und Täler sind bedeckt von frischem Grün und zeichnen ein so ganz anderes Bild von Simbabwe, als man sich das als Afrika-Reisender so vorstellt. Das alles macht die Eastern Highlands zu einem wahren Paradies für Bergwanderer, Angler, Golfer und Reiter.

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Während meiner Simbabwe Reise hatte ich auch die Chance, hier eine Teefabrik zu besuchen. Neben all dem Interessanten was es zu erfahren und erleben gab, war der Geruch der fermantierten Teeblätter das eindringlichste Bukett, das sich je in meine Erinnerung gegraben hat. Der aromatische Geruch, war mit Abstand der verlockendste und intensivste, den ich je wahrgenommen habe.

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Mein Tipp: Wer in die Eastern Highlands reist, der kommt, um im hier und jetzt zu sein. Einfach die Natur, die Abgeschiedenheit, die Ruhe und das Menschsein genießen. Runter kommen, abschalten und sich wieder in seine Balance bringen – dafür sollte man sich genau an diesem Ort die Zeit nehmen.

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Nyanga National Park

Der Nyanga National Park ist der älteste Nationalpark des Landes und befindet sich in einer der schönsten Gegenden den Estern Highlands von Simbabwe. Sanfte, grüne Hügel und rauschende Flüsse durchziehen und formen den Park. Mit seiner bezaubernden Aussicht auf die Berge, zahlreichen Wasserfällen, einer einzigartigen Flora und Fauna lockt dieser Park besonders Wanderer und Naturliebhaber. Hier kann man sich auf einsamen Pfaden bewegen, den Lauten der Natur lauschen und die Seele baumeln lassen. Für mich waren definitiv die Wassserfälle eines der Hihglights Nyangas.

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Für Wanderer empfielt sich der Inyangani oder Mount Nyangani genannt, der mit 2593 Metern höchste Berg Zimbabwes. Da die Landschaft hier nicht so schroff und die Hänge nicht ganz so steil und felsig sind, ist der Gipfel leicht und ohne sehr große Herausforderung zu erreichen. Unterwegs zum Parkplatz am Fuß des Berges sind oft Eland-Antilopen zu beobachten, die Mittags im dichten Msasa-Wald Schatten suchen. Aber auch Zebras, Bushbocks, Impalas, Baboons und anderen Tieren kann man im Nyanga NP begegnen.

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Mein Tipp: Wäre ich nicht in der Gruppe unterwegs gewesen, hätte ich die Wanderschuhe und meine Kleidung abgestreift und wäre wie die Natur mich schuf unter einem der Wasserfälle abgetaucht und genau das solltest du auch.

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Worlds View – Erhabene Schönheit

World’s View liegt auf dem Troutbeck-Massiv  auf rund 2.000 Höhennmetern und bietet einen weiten Blick auf den Norden Simbabwes, so es das Wetter dies zuläßt. Wir hatten leider wenig Glück, denn es war sehr diesig. Bei schönem Wetter kann der Blick aber ganz sicher auch mit Gods Window, welches es in Südafrika zu Weltrum gebracht hat, mithalten. Eine Galerie mit lokalen Künstlern, ein bezaubernder Garten, ein Aussichtssturm und ein Museeum, was die lokale Geschichte erzählt, kann man hier ebenfalls entdecken.

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Mein Tipp: Für mich ist Worlds View ein idealer Picknickspot. Der blühende Garten, die schöne Aussicht und ein paar schattige Plätzchen laden ein, hier sein Pausenbrot auszupacken und zu snacken.

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Sky Walk & Zipline – Atemberaubender Thrill

Ganz neu und wohl noch ein absoluter Insider Tipp sind der Sky Walk und die Zipline über den Mutarazi Wasserfall in den Eastern Highlands. Als privates Projekt in sieben langen Jahren erschaffen und gerade im Oktober 2017 eröffnet, sollen diese zwei Highlights ein neues Magnet für Reisende in diese Region werden. Bisher waren die Mutarazi Falls für Fußgänger gar nicht zu bestaunen, da sie zu versteckt in der dicht bewachsenen Gegend liegen. Jetzt mit den zwei neu erschaffenen Hängebrücken, die sich Sky Walk nennen, sind die Wasserfälle leicht zu erkunden. Eine Besucherplattform entsteht, man hat die Möglichkeit hier sogar über die Fälle zu Ziplinen und neu angelegte Wanderwege ebnen den Weg. IMG_4145

Mit irre viel Aufwand wurde dieses Projekt privat initiiert und finanziert und ich zolle allen Menschen, die das an dieser Stelle gemacht haben, allerhöchsten Respekt. So eine Infrastruktur mit einfachsten Mitteln aber auf höchstem Standard in der Wildnis zu schaffen ist eine Meisterleistung. Die Zipline stand zu meinem Besuch noch kurz vor der Öffnung, deshalb hatte ich leider noch keine Chance hier über den Canyon zu rauschen. Ich konnte mir aber schon ein Bild machen und freue mich für alle, die hier Mut finden und die Chance nutzen an diesem außergewöhnlichen Spot auch Ziplinen zu gehen.

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Mein Tipp: Ich hab mich selbst mit Höhenangst auf die Brücke getraut und das solltest du auch. Es ist ein erhabenes Gefühl, dort hoch über dem Wasserfall zu laufen, in die Schlucht und über die dahinterliegende Ebene zu schauen. Nur Mut, es lohnt sich und zu deiner Beruhigung möchte ich noch sagen, dass du durch eine seperate Leine gesichert bist und es einfach nur genießen kannst.

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Antelope Park

Immer wieder wird auch der Antelope Park als eines der Highlights in Simbabwe genannt. Zwar ist er ein schöner Spot zum Picknicken, aber die Philosophie der Anlage unterstütze ich nicht.

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Mein Tipp: Lauft nicht mit Löwen, es ist gegen ihre Natur und unterstützt auch nicht die Aufzucht der Jungtiere mit Flasche, während sie ihren Eltern weggenommen wurden. Macht stattdesssen die Parkverwaltung darauf aufmerksam. Sicherlich genießen kann man einen Spaziergang am Fluß.

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Lower Zambezi Nationalpark

Im Grenzgebiet zwischen Simbabwe und Sambia befindet der Lower Zambezi Nationalpark. Für Vogelfreunde ist dies ein wahres Paradies, denn er ist Heimat von  über 350 verschiedenen Vogelarten und deshalb ein beliebtes Ziel für Birdwatcher (Vogelbeobachter) aus der ganzen Welt. Aber auch sein Großwild wird dich begeistern.

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Gegenüber des Mana Pools Nationalparks am Ufer des Sambesi zwischen der Kariba-Talsperre und der Mündung des Luangwa, liegt das 4.092 km² umfassende Gebiet. Auch der Cabora-Bassa-See befindet sich in unmittelbarer Umgebung. Durch seine exponierte Lage zwischen dem bis zu 1.500 Metern hohen Sambesi-Escarpments-Hochland und dem Sambesi, kommt es im Tal mit einer Höhe von unter 400 m.ü.M. in den Sommermonaten zu extremen Temperaturen. 40 °C und mehr sind hier keine Seltenheit.

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Mein Tipp: Auch wenn du dich vorher nicht zu den Vogelliebhabern gezählt hast, hier wirst du es. Pack also das Fernglas ein und lass dich einfach mal darauf ein. Birdwatching kann richtig thrilling sein.

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Sambesi – Fluß des Schlangengottes

Für mich ist der Sambesi nicht nur ein Grenzfluß oder der Strom, der die Victoriafälle nährt. Der Sambesi ist für mich Magie, er ist Afrika und Sinnbild. Er ist Heimat der Tiere, die Lebensader der Region und ein Ort, den Fluß des Lebens zu begreifen.

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Der Sambesi legt von seiner Quelle in Sambia bis zur Mündung in Mosambik eine Strecke von 2774 km zurück. Er ist nach Nil, Kongo und Niger der viertlängste Fluss in Afrika und der größte afrikanische Strom, der in den Indischen Ozean fließt. Bedeutende Zuflüsse des Sambesi sind der Kafue und der Luangwa. Auf Höhe der Städte Livingstone (Sambia) und Victoria Falls (Simbabwe) ergießt er sich zu dem mächtigsten Wasserfall Afrikas, dem Viktoriafall.

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Mein Tipp: Im Lower Zambezi Nationalpark findet man sicherlich den idealen Spot diesem Fluß und seiner Magie auf die Spur zu kommen. Geht auf eine Sonnenuntergangstour – mit Boot oder Kajak und genießt einfach in Ruhe die Schönheit der Natur. Nur schwimmen solltet ihr in den meisten Abschnitten des Sambesi nicht, wegen der Krokodile und Hippos. Aber auch dem Mythos Nyami Nyami solltest du auf den Grund gehen, denn seine Sage wird dir hier garantiert begegnen, ob du willst oder nicht.

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Mein persönliches Fazit:

In Simbabwe spürt man noch die authentische Seite des Kontinents, atmet die Freiheit der Weite und erfährt die einzigartige und unbändige Wildnis Afrikas. Atemberauende Tierbeobachtungen, duftende Teeplantagen und ein Fluß voller Magie und Sagen, haben dieses Land für mich so herausragend gemacht. Zu gerne würde ich direkt wieder in den Flieger steigen, mit Elefanten frühstücken, neben Hippos paddeln und zum Ruf der Wildnis einschlafen…

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PS: Du hast auch Sehnsucht bekommen, Afrika und insbesondere Simbabwe für dich zu entdecken, hast aber noch irre viele Fragen? Dann sprich mich gerne für Tipps und Empfehlungen an: via Skype, hier im Kommentarfeld oder über meine Social Media Kanäle.

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Untestützung von Vivamundo-Reisen.

In diesem Sinne:

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