Volunteering_Loewen_Millionen_Dollar_Business_Naivitaet_Freiwilligen

Volunteering mit Löwen & das Millionen Dollar Business mit der Naivität von Freiwilligen

Freiwilligenarbeit mit Löwen und anderen Tieren in Afrika klingt so romantisch und wertvoll, aber den meisten Volunteers ist gar nicht klar, welchen Schaden sie damit anrichten und welches BigBusiness sie durch ihr vermeintliches Engagment unterstützen.

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Ein flauschiges Löwenbaby im Arm halten, mit der Flasche aufziehen und ein Foto für die Nachwelt auf Instagram posten. Dieses Bild haben viele Volunteers aus der ganzen Welt im Kopf. In ihrem Drang Gutes zu tun und das auch zu zeigen, blenden sie die Schattenseiten absolut aus. Deshalb möchte ich meine Geschichte mit dir teilen und ein Bewußtsein dafür schaffen, was wirklich mit den Löwen passiert.

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Freiwilligenarbeit mit Löwen in Afrika – meine Erfahrung

Ich bin in Simbabwe unterwegs. Wir besuchen den „Antelope Park“ als Teil unseres gebuchten Pakets. Über dieses Ausflugsziel weiß ich nichts weiter, als das es ein Stopover am Rand der Strecke ist. Als wir dort ankommen parkt der Truck neben Löwenzwingern und wir erfahren, dass alle Tiere hier gerettet wurden. Das sie im Park eine neue Heimat gefunden und liebevoll aufgezogen werden. „Liebevoll?“ „Heimat?“ seht ihr etwas Anderes als ich?

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Ich springe vom Truck und laufe das Gatter ab. Meine Hauskatzen haben in meiner Wohnung mehr Platz, als dieser Löwe hier im Zwinger. Das Gelände des Parks ist riesig, warum also, wird das Tier im Mini-Gatter gehalten und das in praller Sonne, ohne einen schattenspendenden Baum oder Unterstand? Mir fällt ein weiterer viel zu kleiner Löwenzwinger auf, hier sind zudem drei Tiere untergebracht. An ihren Trampelpfaden entlang des Zaunes und ihrem Verhalten kann auch der Leihe erahnen, dass die Löwen eine Verhaltensstörung aufweisen. Kommt nur mir das komisch vor, frage ich in die Runde?

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Löwe & Freiwilligenarbeit – die Gelddruckmaschinen

Eine Mitreisende weigert sich vehemend den Truck zu verlassen und klärt mich über Lion-Parks, wie diesen, auf. Die Tiere werden im Alter von 6 Wochen von ihren Müttern getrennt, um dann durch die Hände von zahlenden Volunteers mit Flasche aufgezogen zu werden. Bis sie soweit sind, dass sie mit wiederum zahlenden Touristen so genannte „Lion Walks“ machen können. Diese kosten so um die 90 Dollar. Werden sie auch für diese Spaziergänge zu groß und zu einer Gefahr für die Touristen, werden sie weiterverkauft.

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Trophäenjäger zahlen zwischen 50.000 und 150.000 Dollar für den Abschuss eines ausgewachsenen Löwen. Dazu werden die Tiere in Käfige gesteckt und aus sicherer Distanz vom „Jäger“ erschossen, der sich dann mit dem toten Tier in Heldenpose ablichten lässt. Es ist gelinde gesprochen eine Hinrichtung. Mit echter Jagd hat dieses Canned Hunting (Gatterjagd) nichts zu tun.

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Das ist dann aber immer noch nicht das Ende der Geldmaschine „Löwe“. Eine weitere lukrative Einnahmequelle der Löwenzucht bietet der asiatische Markt, wo die Knochen der Löwen zur begehrten traditionellen Medizin verarbeitet werden. Die Kadaver werden also auch noch gewinnbringend ausgeschlachtet. Allein die Knochen und der Schädel bringen weitere 3.000 Dollar.

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„Der Tot ist ein riesen Geschäft, allerdings fängt dieses bei Löwen schon mit ihrer Geburt an.“

Dabei beschreiben Websitenbetreiber der Löwenparks ihre Angebote mit wohlklingenden Worten wie „Öko-Tourismus“, „Nachhaltigkeit“, „Erhalt von vom Aussterben bedrohter Arten“. Sie suggerieren dem Leser, dass er mit seinem Einsatz hier, tatsächlich etwas Gutes für die Tierwelt Afrikas tun könnte.

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Löwenbabys, Freiwilligenarbeit und die richtigen Fragen an die Betreiber

Ich bin geschockt von dem, was ich hier erfahre und will es nicht so recht glauben. Während eine Gruppe englischer Touristen gerade eine Führung bekommt, klinke ich mich in das Gespräch ein und stelle die richtigen Fragen mit dem Background den ich jetzt habe. Der Guide redet sich raus. Fotos sind übrigens ab dem Zeitpunkt nicht mehr erwünscht.

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Dafür berichtet er großmütig, die Babys seien verstoßen worden, man wollte sie retten und sie werden wieder ausgewildert. Ich hake erneut nach. Wieviele Tiere sind in den letzten 20ig Jahren wieder in die Freiheit entlassen worden, frage ich. Er druckst rum und gibt zu, dass noch kein einziger Löwe jemals wieder in die Wildnis zurück geführt wurde. Angeblich, weil sie so an die Menschen gewohnt waren und deshalb nicht ausgewildert werden konnten. Verständlich, wenn man sie mit der Flasche von Hand groß zieht, mit ihnen spazieren geht und sie wie ein Haustier behandelt.

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Löwenbabys in Massen verwaist?

Fachleute schätzen, dass es zwischen 20.000 und 39.000 wild lebende Löwen auf dem gesamten, riesigen, afrikanischem Kontinent gibt. Wir sprechen hier über 30,2 Millionen km² von zum Teil unberührter Wildnis und Wüsten. Es sind immer nur seltene Einzelfälle, in denen Löwenmütter ihre Babys nicht annehmen und diese auch nicht von Mitgliedern des Rudels aufgezogen werden. Man stelle sich vor, wie viele Löwenwaisen es dann tatsächlich gibt, die wiederum mutterseelenallein durch die Weiten Afrikas stolpern, zufällig gefunden und dann von emsigen Helfern gerettet werden.

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Wenn man mal versucht hat, Löwen in freier Wildbahn zu finden und zu fotografieren, dann weiß man, dass dies gar nicht so einfach ist. Ich habe 10 Jahre lang überhaupt kein Löwenbaby gesehen und ich habe schon an die 70ig Safaris gemacht und war tagelang im Busch. Man kann sich also recht leicht ausmalen, dass ein verweister Nachwuchs nicht in den Stunden vor dem Verhungern/ Verdursten überhaupt gefunden wird. Würde man sie zudem dann nicht lokal in den einzelnen Ländern/Regionen aufziehen? Wie also kommt es zu der Masse an bedürftigen Löwenbabys die Freiwillige brauchen, die sie von Haund aufziehen und noch dazu in eher touristisch erschlossenen Gegenden?

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Ein Blick den ich nie vergessen werde

Ich stehe am Gitter, wo der Löwe seit nun mehr einer Stunde im Kreis läuft. Er stoppt vor mir und sieht mich direkt an. Sein Blick geht mir durch Mark und Bein. Als wolle er mir sagen: „Sieh genau hin, was sie hier mit mir machen.“ Im gleichen Moment schießen mir die Tränen in die Augen. Wie kann man ein so stolzes Tier nur so verachtungswürdig halten und sich dann noch als „Retter“ betiteln. Ich muss an meine Katerchen daheim denken, werde wütent, aufgebracht und will Antworten.

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Volunteers und der Preis der Freiwilligenarbeit

Hinter der zentralen Lodge finde ich einen Pool mit jungen Frauen, die herumplanschen, lesen und das schöne Wetter genießen. Ich spreche sie an, zeige mich interessiert an ihrem Engagment und erfahre so mehr über ihr Alter, ihre Herkunft und dem, was sie hier machen.

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Die Mädchen kommen aus Europa oder den Staaten, haben gerade die Schule oder das Studium beendet und „engagieren“ sich in Afrika für Löwen. Stolz erzählen sie, wie sie sich in Schichten, um so ein armes, kleines Löwenbaby kümmern. „Das klingt verlockend, so ein flauschiges Katzenbaby mit der Flasche aufzuziehen, es zu streicheln und zu knuddeln.“ gebe ich vor und frage im nächsten Atemzug nach, was das denn koste. Ich würde das ja auch zu gerne machen.

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Die Preisangaben gehen auseinander. Im Schnitt sprechen die Mädchen von 4.500 Dollar bis 6.000 Dollar für den Aufenthalt hier inkl. Flughafentransfer, eine basic Unterkunft und einfachstes Essen für zwei Wochen Volunteereinsatz. Gehen wir mal nur von zwei Mädchen aus, die für die Fürsorge eines Löwenbabys zuständig sind, dann sind das satte 120.000‬ Dollar in 6 Monaten (2x ca. 5.000 Dollar für 2 Wo). Ich sehe hier aber rund 15 Mädchen und nicht alle haben gerade frei und amüsieren sich im Pool.

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Rechnet man dann noch mal weiter, was der Junglöwe pro Lion Walk, für das Trophy Hunting (120.000 Dollar) und das Ausschlachten bringt, dann stehen wir hier vor einem Millionen Dollar Business. Allein in Südafrika geht man von 1.500 extra gezüchteten Tieren aus, was einem Gesamtwert von 375.000.000 Dollar entspricht, wenn man von „nur“ 250.000 Dollar je Tier ausgeht. Ich bin sprachlos.

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Keinen Cent fürs Morden der Löwen

Inzwischen kocht es in mir und ich will nur noch weg. Ich möchte nicht an einem Ort sein, der Profit aus diesen armen Geschöpfen schlägt und ich möchte, dass jeder junge Menschen sich bewußt wird, dass es hier nicht darum geht, etwas Gutes zu tun. Lion Parks wie dieser, sind für die Inhaber eine Gelddruckmaschine. Sie nutzen naive junge Menschen aus, betreiben skupellose Tierhaltung und geben die Löwen anschließend noch fürs kaltblütige Käfigabschlachten weiter. Was für ein krankes Business.

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Meine Bitte

Ich hoffe meine Geschichte war ein „Eye opener“ und das tragische Schicksal dieser Tiere kommt ins Bewußtsein aller Reisenden und Helfer. Bitte, bitte unterstützt solche Projekte nicht mit eurem Geld oder eurer Zeit. Nehmt nicht an Steichel- oder Spazierausflügen teil und verzwichtet zudem auf Selfies. Übernehmt Verantwortung zum Wohl der Tiere. Wenn wir ein Bewußtsein dafür schaffen und diese Projekte ächten, dann wird es sie in Zukunft nicht mehr geben.

Wenn du ein Engagment, als Freiwilliger im Bereich Tierschutz und Wildlife in Betracht ziehst, solltest du die Veranstalter und angebotenen Projekte immer genau prüfen, kritisch hinterfragen – und auf keinen Fall zu gutgläubig sein.

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Freiwilligenarbeit – So erkennst du sinnvolle und artgerechte Wildlife-Projekte:

  1. Engagiere dich nur in zertifizierten WildlifeProjekten! Sie tragen zum Artenschutz bei, indem sie den natürlichen Lebensraum der Tiere schützen und ihnen so ein Leben in freier Wildbahn ermöglichen, anstatt Löwen und andere Wildtiere in Gefangenschaft zu züchten. Zudem kannst du die Wildtiere in ihrem natürlichen Verhalten beobachten und eine Menge lernen.
  2. Wildtiere sind keine Haus- oder gar Streicheltiere. Der Kontakt mit Menschen ist nicht natürlich und in keinem Fall normal. Nur im Ausnahmefall sollten Wildtiere mit Menschen in Kontakt kommen. Also bei Krankheiten, Verletzungen oder den Folgen von Wilderei. Sei dir sicher, dass es bisher nicht ein Auswilderungsprogramm gibt, die in Gefangenschaft gezüchtete Löwen erfolgreich in die Wildnis entlassen haben.
  3. Halte dich auch als Reisender von „Streichelzoo“-Projekten und Lions Walks fern. Ein Schnappschuss oder Spaziergang mit einem niedlichen Löwennachwuchs ist nicht gerechtfertigt! Die Tatsache, dass dieses Tier für dein Foto viel zu früh von seiner Mutter getrennt wird und in Gefangenschaft aufwachsen muss, sollte dir bewußt sein.
  4. Informiere dich sorgfältig über diese Thematik und schärfe dein Bewusstsein für sinnvolle Wildlifeprojekte. Vergiss nie, dass es bei einem Tierschutzprojekt nicht um Instagramaufnahmen, sondern rein um das Tierwohl geht.
  5. Bitte sieh dir dazu auch den vielbeachteten Film „Blood Lions“ an:

Hinweis zum Bildmaterial:

Die Fotos der Löwen sind aus meiner Sammlung von dieser und weiterer Reisen in Afrika. Nur die Bilder mit den Zäunen um die Tiere, sind tatsächlich aus dem Antelope Park, zu dem diese Geschichte gehört. Da ich aber aufzeigen möchte, was für wunderbare, schützenwerte Geschöpfe Löwen sind, habe ich auch meine anderen Fotos mit einfließen lassen. Entschuldigt, wenn die Bilder manchmal nicht kristallscharf sind. Da ich finde, dass ein Blick oft mehr als tausend Worte sagt, habe ich mich mich für die Bildaussage statt Schärfe entschieden und ich hoffe das richtig eingefangen und wiedergegeben zu haben.

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Ich würde mich von Herzen über ein Feedback im Kommentarfeld zu dem Artikel freuen. Einfach, weil es mir ein Anliegen war, darüber zu schreiben. Selbstverständlich bin ich immer auch für Fragen zu erreichen – via Formular, Social Media oder Skype. Dankeschön.

Angeln in den Drakensbergen & Midlands in Südafrika

Angeln auf dem afrikanischen Kontinent ist ein hervorragender Weg den Stress unserer modernen Zeit abzuschütteln. Und genau danach ist uns auf unserer Reise durch Südafrika. Angelroute raus und Anspannung weg!IMG_5652Wir sind aufgebrochen in den erfurchtgebietendsten Teil Südafrikas. Wir sind in den majestätischen Drakensbergen und wollen genau hier der Frage auf die Spur gehen, ob diese Gegend und auch die umliegenden Midlands wirklich so ein Paradies für Angler sind. Aus dem Hochland der Drakensberge kommen zahllose kristallklarem Bäche und Flüsse und genau sie machen die Region zu einem der bevorzugten Angelreviere in Südafrika. Das Fliegenfischen von Forellen ist hier ganz besonders beliebt. Im Jahre 1889 soll es durch schottische Siedler eingeführt worden sein.IMG_5463Viel haben wir schon gelesen über das Fliegenfischen in dieser Gegend und nun ist es an der Zeit das selbst zu testen. Egal ob Trocken, Nass, Nymphen, oder Streamer – für alle Techniken soll hier das ideale Gebiet sein.IMG_5462Die Gegend der Drakensberge rund um Lesotho und Midlands ist geprägt von kleinen Weihern, großen Talsperren, tosenden Wasserfällen, plätschernden Bächen und glasklaren Flüssen. Alles ist herrlich eingebettet in eine atemberaubende Landschaft und inmitten von bis zu 3482 Meter hohen Bergen.IMG_5536Und so gestaltet sich die Anfahrt schon zu einem Highlight. Denn die Kulisse ist genau so, wie wir sie uns vorgestellt haben.Wir haben uns für 2 Unterkünfte entschieden, die eine perfekte Ausgangssituation zum Angeln und Entspannen bieten sollen.

IMG_5467Glangery Guestfarm in den Midlands (http://glengarry.co.za/)

Glengarry liegt in den Midlands unweit von Escort entfernt und bietet ideale Möglichkeiten zum Fliegenfischen. Es gibt einen gut gefüllten Damm und eine 2 km lange Strecke des kleinen Mooi Rivers auf dem geangelt werden darf. Zwar hatten wir hier keinen Fisch an der Angel, aber die versprochene Tiefenentspannung war noch am ersten Tag spürbar.IMG_5626_ret

Die kleine, aber feine Anlage zu der Chalets, ein überschaubarer Camping- und Golfplatz gehören ist idealer Ausgangsort für einen Aufenthalt von Fischern. Angelrute sollte man sich allerdings selbst mitbringen, da es nur ein Leihexemplar vor Ort gibt. Permit ist keines erforderlich, da auf privatem Grund geangelt wird.

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Lotheni Camp in den Drakensbergen (http://www.kznwildlife.com/accomodation/resorts/lotheni.html)

Das Lotheni -Camp liegt im südlichen Teil des uKhahlamba-Drakensberg Park und ist bekannt für seine herrliche Landschaft und Wandermöglichkeiten. Die Fläche des Reserves beträgt 3 984 ha, liegt direkt am gleichnamigen Fluß und hat zudem einen kleinen Damm.IMG_5599Man kann sich in Cottages einmieten oder hier campen. Permit ist unbedingt erforderlich, da sonst empfindliche Strafen verhängt werden können. Den Angelschein erhält man im Büro des Camps.IMG_5658Auch Angeln und Zubehör gibt es zu günstigen Preisen zu mieten. Uns ist das Angelglück auch hier wieder nicht hold. Im kleinen Weier scheint nur wenig Fisch zu sein und die Flüsse haben Niedrigwasser, so dass die Forelle am Haken ein Traum bleibt.IMG_5470Dafür beißen die Krebse reichlich und es ist schwer sie wieder abzuschütteln. Immerhin ist auch hier der Entspannungsfaktor wieder ein echter Mehrwert, denn außer uns ist in der Nebensaison hier kein Mensch.IMG_5616FAZIT: Wir haben den Angelgebieten nur einen kurzen Besuch abgestattet und hatten leider kein Glück am Haken. Dafür ist das, was das Angelerlebnis so perfekt macht hier besonders ausgeprägt und schön: Ruhe und Natur. Daher unser Tipp: Lass dich auf die Drakensberge und die Midlands ein, auch wenn wir keinen Fisch gefangen haben, sollte das kein Maßstab sein. Die Gegend ist bei Fischern beliebt und gefragt. Es gibt Unterkünfte die sich direkt auf die Bedürfnisse der Fischer eingestellt haben und ich bin mir sicher, dass du einen besseren Fang machst und die Gegend aber genauso genießen kannst wie wir.IMG_5590

Die besten Unterkünfte zum Angeln in den nördlichen and zentralen Drakensbergen findest du hier:

  • Bonny Glen Cottage, Telephone: (036)4881222
  • Cathedral Peak
  • Cayley Lodge, Telephone: (036)4681222
  • Champagne Cottages, Telephone: (036)4681210
  • Dragon Peaks Park
  • Mambasa, Telephone: (036)4881003
  • Monks Cowl, Telephone: (036)4681103
  • Royal Natal National Park, Telephone: (036)4386200
  • Uitzicht Holiday Farm, Telephone: (036)4881492
  • Bushmans River Tourism Association, Telephone: (036)3526253
  • Drakensberg Tourism Association, Telephone: (036)4481557IMG_5603

Die besten Unterkünfte zum Angeln in den südlichen Drakensbergen findest du hier:

  • Kamberg
  • Giants Cup wilderness Reserve
  • Sani Saunter, Telephone: (033)7021902
  • Splashy Fen Trout Farm
  • Underberg Trout Fishing Club, Telephone: (033)7011041

IMG_5613Für allgemeine Informationen und Unterkünfte rund ums Fischen in den Drakensbergen könnt ihr euch auch per E-Mail informieren oder beim Underberg/ Himeville Trout Fishing Club unter (033) 701-1041, von 8.00 bis 10.00 Uhr. 0027 als Vorwahl nach Südafrika nicht vergessen!

Und nun #get up & fish!

 

Enjoy the Ride – Sani Pass, Drakensberge und der höchste Pub von Afrika

Sani Pass, Drakensberge und der höchste Pub von Afrika – das stand auf unserer Tour durch Südafrika auf dem Plan, was uns erwarten würde wußten wir nur in der Theorie. Welches Abenteuer es wirklich war, liest du hier:

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Enjoy the Ride

Oh mein Gott – ich werde sterben! Das Auto wird den Halt verlieren, wir werden uns überschlagen und die Böschung hinabrollen!“ – schreit es in mir! Im Fortgang meines Zwiegesprächs höre ich mich beruhigend sagen: „Baby, keine Sorge! Es ist nur ein bisschen holprig, der Mann weiß schon was er tut!“ Noch immer umklammere ich den Griff des Autos auf der einen Seite und das Knie meines Beifahrers auf der anderen. Der findet es auch irgendwie toller als ich. Ist ja auch ein Mann.

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Ein Königreich des Himmels

An dem Punkt muss ich auch eingestehen, dass Frau doch ganz glücklich ist, dass wir zu dem Allradfahrzeug (4×4), noch den Guide und Fahrer mit dazu gebucht haben. Unsere Tour führt den Sani Pass hinauf und damit bewegen wir uns auf dem höchsten Gebirgspass Südafrikas. Auf 2473 m Höhe über dem Meeresspiegel, windet er sich über zahlreiche Serpentinen bis ins Königreich Lesotho.

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Sani Pass – die Herausforderung

Allein auf einem Teilstück von 6,5 Kilometern werden 1330 Höhenmeter überwunden und damit ist der Sani Pass einer der drittsteilsten Pass-Straßen der Welt und natürlich nicht asphaltiert – was ihn bei Geländewagen-Fans so beliebt macht. 20,5% Steigung führen bei mir allerdings zu Selbstgesprächen.

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Massage gefällig

Diese werden noch zusätzlich angeheizt durch all die erheiternden Geschichten unseres Guides. Denn „Oh my god“ − wird auch der erste Teil des Sani-Passes liebevoll genannt. Im Fortlauf der Tour abgelöst durch „Beginning of african massage“ und gipfelnd in „Highway to hell“. Ich versuche die Schräglage des 4×4 zu ignorieren und mich stattdessen auf die Schönheit der Umgebung zu konzentrieren.

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J.R.R. Tolkien & der Herr der Ringe

Denn gerade habe ich erfahren, dass es die Drakensberge, einst die landschaftliche Inspiration zu der „Herr der Ringe“ Saga geliefert haben sollen. Das J.R.R. Tolkien mit 3 Jahren bereits Südafrika verlassen hat und diese Geschichte vielleicht auch ins Reich der Märchen gehört, möchte ich hier nicht weiter vertiefen.

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Heimat der Hobbits

Aber in der Tat beflügelt diese Kulisse und es ist ein Leichtes sich vorzustellen, man hat die friedliche Heimat der Hobbits gerade hinter sich gelassen und durchquert nun Mittelerde. Von den Zulus werden die bizarren Bergspitzen uKhalamba, „Barriere der Speere“ genannt, mit viel Phantasie, kann man darin aber auch den Rücken eines Drachen sehen. Beim Zwischenstopp gleite ich also elegant wie eine Elfe aus unserem Gefährt, stelle mich in den Wind und genieße den Blick hinab ins Tal der Phantasie.

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Die Erhabenheit Südafrikas

Ein erhabenes Gefühl und ich bin immer wieder davon fasziniert wie facettenreich sich Freiheit in Südafrika anfühlt. Sei es auf Felsen am Meer, beim Game drive in der Karoo oder eben hier im Bergmassiv. Und dabei frage ich mich, woran es liegt? Ist es die Stille? Fernab von Autolärm. Ist es die Weite? Kilometerweit keine Zeichen von Zivilisation. Oder eben die Kombination aus Ruhe, Abgeschiedenheit und landschaftlicher Schönheit.

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Haarnadelkurven und Handtaschenkauf

Vorbei an liegen gebliebenen Autowracks, haben wir uns die halsbrecherischen Haarnadelkurven nach oben gekämpft, haben der Schotterpiste getrotzt und dem Geländewagen klettern beigebracht. Geradezu lächerlich erscheint es mir also, dass Four by Four-Cars in unserer modernen Welt nur noch zum Handtaschenkauf in Großstädten ausgeführt werden.

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Die Karawane und der Weg

Und hier schleppen sich noch immer einfache Feuerholzträger aufs Plateau, dessen karge Vegetation nur aus busch- und baumloser Steppe besteht. Für sie hat sich seit der britischen Kolonialisierung nicht viel getan. Den beschwerlichen Weg haben sie sich auch damals schon mit ihren Maultierkarawanen den Pass hinauf gequält.

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Die Währung heißt Schaf

Unser Guide beginnt wieder zu erzählen: Wisst ihr, ich habe so einen einfachen Basotho-Hirten mal gefragt, wie viel Geld er auf der Bank hat. Er schüttelte den Kopf und erklärte mir, er habe kein Bankkonto. Also fragte ich ihn, wie viel Bares er unter dem Kopfkissen habe. Wieder Kopfschütteln. Umgerechnet 5 EUR habe er einstecken, das ist alles was er an Geld habe. Dann bist Du also ein armer Mann, begegnete ihm Rayn. „Nicht ganz, ich habe 1.000 Schafe“. Bei umgerechnet also 20 EUR pro Tier wären das 20.000 EUR.

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Definiere Reichtum

Dann bist Du ja sogar reich! Warum also, lebst Du so arm?“ Wieder Kopfschütteln beim Hirten. „Ich verstehe euer Leben nicht. Die Leute aus aller Welt kommen zu mir, berichten wie stressig ihr Leben ist, wie teuer alles ist, wie Neid und Missgunst sich breit machen und wie ausgebrannt sie sich fühlen. Mir geht es gut hier. Ich habe zwar ein einfaches Leben, aber dafür kann ich es genießen – die Natur, meine Tiere und das Miteinander im Dorf.“

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Glück ist nicht käuflich

Betroffene Stille macht sich um mich breit: Ja, vielleicht haben wir vergessen wie wenig man doch eigentlich braucht um glücklich zu sein. Wohl jedem in unserer Gruppe gibt diese Geschichte zu denken und wir betrachten die Menschen, ihre einfachen Hütten und ihren ärmlichen Lebensstil auf einmal mit ganz anderen Augen.

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Jetzt ein Maluti

Ein schweres Holzschild über dem Tresen verkündet, wir haben soeben den höchsten Pub Africa´s betreten. Dramatisch an der Kante des Plateaus gelegen erinnert er mich eher an eine rustikale Berghütte in den Alpen, ausgestattet mit Skiern, vergilbten Bildern an der Wand und knisterndem Kamin. Wieder höre ich meine innere Stimme zu mir reden: „Frau hat sich jetzt etwas Erholung und ein Bier verdient.“ Ich gönne mir ein Maluti Premium Lager – ein in Lesotho gebrautes Bier – und schlängle mich an unzähligen Touristen vorbei auf die Veranda.

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Die Steigerung von Spektakulär

In keinem Foto festzuhalten und nur schwer zu beschreiben ist das Panorama, was sich mir hier bietet: Spektakulär und im Zickzackkurs fällt die Straße hinab ins Tal, ragt die zerklüftete, karge Gebirgslandschaft in den Himmel empor, lassen sich in der Ferne die sanften und grünen Hügel KwaZulu-Natals ausmachen.

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Easypeasy

Und mir wird schlagartig wieder bewusst, dass es zwar schon eine Herausforderung war, den Sani Pass herauf zu fahren, aber runter, noch mal eine ganz andere Hausnummer ist. Dabei fällt mir auch wieder ein, dass die eigene Einstellung ursächlich dazu beträgt, wie man sich gerade fühlt und da wir hier schon bei Märchengeschichten sind, gestalte ich mir meine eigene.

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Indiana Jones & ich

In mäßigem Tempo ruckeln wir den Sani Pass wieder hinunter. Die Reifen bezwingen, den ein oder anderen Felsen, wir bewegen uns haarscharf am Abgrund entlang und ich grinse sogar noch. Ich habe nämlich beschlossen, mir einfach vorzustellen, dass ich INDIANA JONES kleine Schwestern bin, Abenteuer und Aufregung liebe und die Abfahrt als riesen Spaß genieße.

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Reich der Geschichten

Wer sich also auch gerne ins Reich der Geschichten und sagenhaften Landschaften begeben möchte, dem sei der Sanipass hiermit wärmstens ans Herz gelegt. Ein wenig Phantasie, Abenteuerlust und Gefallen an Geländewagen-Ausritten, sollte man dabei allerdings schon mitbringen, damit es zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.

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Und eins sei auch noch erwähnt: Selbstgespräche sind kein Grund zur Sorge – bedenklich wird es erst, wenn man etwas Neues erfährt *smile*

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Wir sind im Jahr 2012 den Sani-Pass gefahren und haben die Drakensberge besucht. Zu der Zeit gab es kaum deutschsprachige Artikel zum Sani-Pass.

Dieser Text ist auch als Magazin-Artikel erhältlich:

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