Wo findet man die besten Langlaufstrecken in Berlin

Langlaufstrecken in Berlin – Wo, wann & mit welchem Spaßfaktor?

Endlich richtiger Winter in Berlin mit dicke Schnee, blauem Himmel und Sonnenschein. Da fragt man sich schnell, wo man am Besten seine Langlaufski zum Einsatz bringen kann, wo man Startpunkte findet, ob es Loipen gibt und wie hoch der Fun-Factor ist. Ich bin für euch auf die Bretter gegangen und hab ein paar Ideen, die euch helfen sollen, die langweilig gewordene Couch zu verlassen und aktiv durch die Hauptstadt zu gleiten.

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Um es gleich vorwegzunehmen: Loipen gibt es erst ab 25 cm Schnee auf dem Tempelhofer Feld, aber sonst sieht es damit mau aus und so ist Langlauf in Berlin zwar ein megaguter Zeitvertreib, aber für Profisportler leider nicht der richtige Platz. Für alle anderen, die sich Wintersport vor der Haustür wünschen, sich einfach nur fit halten und an der frischen Luft bewegen wollen, gehts aber auch ohne gespurte Wege.

Langlaufen Berlin

Grundsätzlich kann man in allen Berliner Parks bei ausreichend hoher Schneedecke die Langläufer zum Einsatz bringen. Allerdings solltet ihr das machen, bevor die Massen unterwegs sind und alles niedergetrampelt haben. Denn damit geht auch der Spaß flöten. Also nicht unbedingt bis zum Wochenende warten, sondern unter der Woche mal früh raus oder zeitig Feierabend machen und den frischen Schnee ausnutzen, so er grad gefallen ist.

Langlaufen Berlin

Langlauf auf Tempelhofer Feld – Skivergnügen mitten in der Stadt

Der alte Flughafen Tempelhof ist nicht nur im Sommer ein Freizeitparadies. Auch im Winter ist er perfekt, sich hier auszupowern. Zudem ist er supergut von verschiedenen Seiten zu erreichen, bietet ausreichend Fläche, öffentliche Toiletten und auch im Winter den ein oder anderen Versorgungsstand.

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Perfekt zum Langlaufen ist das Tempelhofer Feld, wenn der Schnee frisch ist und noch nicht Gott und die Welt hier unterwegs sind. Dann kann man wunderbar seine Runden drehen, hat noch reichlich Schnee unter den Skiern und muss auch nicht zickzack um die Leute fahren.

Wissenswert ist, dass so viel freie Fläche auch eine gute Angriffsfläche für den Wind ist. Die Schneedecke ist also oft nicht so hoch wie in windgeschützten Waldregionen. Zudem pfeift es auf dem Feld auch immer ordentlich. Es empfiehlt sich also auch, sich warm einzupacken und in keinem Fall die Kopfbedeckung zu vergessen.

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Ab einer Schneehöhe von 25 Zentimetern werden sogar Loipen gezogen, allerdings wird diese Schneehöhe eher selten erreicht und so müsst ihr euch mit den Spuren der anderen Langläufer zufriedengeben. Im tiefsten Winter soll es hier sogar einen extra Langlaufski-Verleih geben, sodass jeder diesen tollen Sport auch ohne eigenes Equipment hier erleben kann. Ich hab diesen Stand allerdings noch in keinem meiner Winter entdeckt.

Langlauf rund um den Schlachtensee – 5,5 km Idylle mit Hindernissen

Der Schlachtensee ist zu jeder Jahreszeit eine Idylle – wenn er nicht gerade von Berlinern überrannt wird. Gleiches gilt auch für eine Runde Langlauf um den See.

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Gewusst, wann hilft hier den Massen aus dem Weg zu gehen. Ich empfehle den frühen Morgen. Auch hier gibt es keine Loipe und man nutzt die Wanderwege, was ganz gut funktioniert. Auf der gegenüberliegenden Seite des Sees gibt es auch „Höhenwanderwege“, wer den Blick von weiter oben genießen und etwas ungestörter unterwegs sein möchte, dem empfehle ich diese Strecken.

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Es gibt auch hier Mutige, die sich aufs Eis trauen, aber ich würde es nur bedingt empfehlen, da der See recht klein und ein Fließgewässer mit Zu- und Abläufen ist. Gerade an diesen Stellen ist das Eis oft nicht tragfähig.

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Einkehrmöglichkeiten gibt es an der S-Bahn-Haltestelle oder auch der Fischerhütte. Perfekt ist die Anreise mit der S1 in Richtung S Wannsee und Haltestellenziel „Schlachtensee„. In 100 m Entfernung zum See könnt ihr von der Bahn direkt in euer Wintervergnügen starten.

Langlaufen im Grunewald – Perfekt für Enthusiasten

Die für mich perfektesten Strecken zum Langlaufen in Berlin bietet der Grunewald. Zwar gibt es hier auch keine Loipen, aber die Waldwege sind idyllisch gut befahrbar und man ist größtenteils ungestört. Man kann sich auf den Wegen bewegen oder direkt daneben im locken Pulverschnee. Beides funktioniert hervorragend.

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Je nachdem, wo man sich bewegt, kann es ein wenig bergig sein, für absolute Beginner würde ich an diesen Passagen das Abschnallen der Ski empfehlen. Hin und wieder begegnen einem Spaziergänger auch mit unangeleinten Hunden. Darauf sollte man sich einstellen. Wie der Name Grunewald schon sagt, handelt es sich um ein Waldgebiet, aka gibt es keine Toiletten. Wer mit Natur kein Problem hat, findet aber sicherlich in der Not einen Sichtschutz in Form eines Baumes oder Busches.

Als Einstieg empfiehlt sich der „S-Bahnhof Grunewald“ oder die Bushaltestelle „Roseneck“ und von da ein paar Meter zu Fuß in Richtung See.

Langlaufen am Grunewaldsee – Rundkurs mit Geselligkeit

Eine schöne Strecke mit Geselligkeitsfaktor bietet der ungefähr 3 km lange Rundkurs um den Grunewaldsee. Die Aussicht ist herrlich, die Wanderwege breit und überaus beliebt. Wer hier seine Runde drehen möchte, sollte Gesellschaft genießen, denn alleine ist man hier nur in den ganz frühen Morgenstunden.

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Auch habe ich an keiner Strecke so viele (unangeleihnte) Hunde erlebt wie rund um den See. Das kann man natürlich großartig finden, wenn man die Gesellschaft der Tiere liebt. Für ängstliche Menschen ist die Strecke aber in keinem Fall zu empfehlen.

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Großes Plus dieser Runde ist die Gastronomie in der Nähe des Reitklubs, wo man sogar einen heißen Glühwein zum Aufwärmen bekommt und sicherlich auch ein stilles Örtchen findet. Als „Einstieg“ empfiehlt sich die Orientierung am „Abenteuerzentrum Grunewald“. Sie ist fußläufig gut von der Bushaltestelle „Roseneck“  aus zu erreichen und ab da sind es nur wenige Meter bis zum See.

Langlaufen auf dem Müggelsee – Das etwas andere Erlebnis

Ein Highlight für jeden Berliner ist der zugefrorene Müggelsee. Er lockt dann nicht nur die Schlittschuhläufer, sondern man kann sich auf ihm auch mit den Langlaufskiern bewegen. Und mal ehrlich, wenn das kein Highlight ist, dann weiß ich auch nicht!

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Man hat weitläufige Strecken, absolute Freiheit, Sonne pur (so sie da ist), etwas Action drumherum und eben diese einzigartige Möglichkeit, mit Langlaufskiern auf einem See zu fahren.

Allerdings ist die Voraussetzung für ungetrübten Spaß natürlich erst mal ausreichend Frost. Zudem sollte man wissen, dass ein paar Stellen im See gefährlich sind. Das sind die Zuläufe und auch rund um das Wasserwerk kann es lebensgefährlich werden, trotz sonst dicker, tragfähiger Eisfläche. Deshalb von diesen Stellen fernhalten.

Bei dicker Eisdecke lockt aber eine riesige Fläche für ungetrübte Winterfreuden und bei Sonnenschein ist es einfach nur perfekt. Okay, mit der winzig keinen Einschränkung, dass die Spitze des Skistockes im Eis nicht richtig greift, aber das stört nur marginal.

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Den perfekten Einstieg findet ihr am Strandbad Müggelsee. Vom Ostkreuz nehmt ihr die S3 bis Friedrichshagen und ab da die Tram 61 in Richtung Rahnsdorf/ Waldschänke. Die Haltestelle ist direkt am „Strandbad Müggelsee“. Ich denke, es ist ein guter Indiz, dass das Eis tragfähig ist, wenn sich hier viele andere Schlittschuhläufer tummeln.

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Die Strecke vom Strandbad zurück nach Friedrichshagen auf Waldwegen kann ich nur bedingt empfehlen, weil man wegen Bebauung einfach irgendwann nicht mehr oberhalb des Sees fahren kann und der Rest an der Hauptverkehrsstraße einfach nur nervt. Für ein Stück der Strecke ist es aber in Ordnung.

Langlaufen im Treptower Park – Lifestylefaktor

Der Treptower Park ist superbeliebt und das zu wirklich jeder Jahreszeit. Wer sich hier bewegen möchte, der weiß genau dies zu schätzen, denn hier ist immer was los. Also ist man auch als Langläufer Teil dieses Berliner Lifestyle-Vergnügens und ist sich des „Sehens und Gesehenwerdens“ vollauf bewusst.

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Hier gilt auch, was für andere Parks anzuraten ist, wer beim ersten Schnee hier unterwegs ist, findet gute Voraussetzungen. Nach ein paar Tagen ist der Park allerdings stark zertrampelt und dann macht es wirklich nicht mehr viel Spaß, hier unterwegs zu sein.

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Wer Ausdauer an den Tag legt, sollte sich bis in den Plänterwald bewegen, denn da findet man etwas mehr Idylle und kann dort auch die Waldwege gut nutzen.

In ganz kalten Jahren bietet sich dann auch die Rummelsburger Bucht für einen Ausflug aufs Eis an. Aber ACHTUNG nur, wenn die Eisdecke wirklich dick genug ist. Die Anreise zum „Treptower Park“ ist ideal, da man direkt mit der Ringbahn sowie S8, S9, S58 an der Haltestelle ins Wintervergnügen starten kann.

Langlaufen im Britzer Garten – Das kleine Winterparadies

Der Britzer Garten wurde mir von vielen verschiedenen Stellen als perfekt zum Langlaufen genannt und das ist er auch! Eine wunderbare Anlage mit sanften Hügeln, Teichanlagen, aber auch weitläufigen Strecken mit feinstem Pulverschnee. Hier macht es einfach die super Mischung. Mal läuft man am zugefrorenen Wasser entlang, dann überquert man eine Brücke, nutzt die Bahntrasse oder gleitet über die tief verschneiten Wiesen.
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Die Schneebedingungen kann man als super bezeichnen, da die Parkanlage mit ihren Bäumen und Hügeln dem Wind keine Angriffsfläche gibt, wie etwa auf dem Tempelhofer Feld. Auch laufen die Besucher zumeist auf den Wanderwegen, sodass für die Langläufer nichts niedergetrampelt ist. Das macht es einfach, sich in der Anlage zu bewegen. Auch gibt es viele weitläufige Flächen zum Sonnetanken.

Der Park ist sehr beliebt bei der älteren Generation und Familien mit kleinen Kindern, was ihn jetzt nicht zum Lifestyle-Treff macht, aber das
finde, ich, braucht es auch gar nicht. Zum Flanieren muss ich nicht auf Langläufern unterwegs sein. Auch waren Kinder und Rentner zu keiner Zeit im Weg oder anstrengend. Es war einfach ein harmonisches Miteinander.
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Am Wochenende gibt es auch einen Langlauftreff für Einsteiger und Fortgeschrittene. Wer dieses Angebot annehmen möchte, informiere sich am besten via Website. Gleiches gilt allgemein für die Öffnungszeiten. Im Winter 2021 waren diese von 9-16 Uhr, was einem natürlich ein etwas eingeschränkteres Zeitfenster gibt, aber bei guter Planung kein Hindernis sein sollte. Wissenswert ist auch, dass man Eintritt zahlen muss (2 EUR) und am Eingang sowie den Lokalitäten eine Maskenpflicht herrscht. Hunde habe ich gar keine wahrgenommen und erst recht keine frei laufenden. Somit sollten sich ängstliche Menschen hier sehr wohl fühlen.
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Erreichbar ist er über verschiedene Eingänge und mit guten Busanbindungen. Empfehlen würde ich die Anreise mit der Buslinie M44 bis zur Haltestelle „Britzer Garten“

FAZIT: Wer Wintervergnügen direkt vor der Haustür sucht, der wird in jedem der unzähligen Volksparks Berlins fündig. Das Highlight für Naturliebhaber sind die Strecken im Grunewald. Als außergewöhnliche Orte sind ganz klar das alte Flugfeld Tempelhof und der zugefrorene Müggelsee zu Bennen. In jedem Fall und egal auf welcher Strecke, es macht definitiv glücklich, draußen aktiv unterwegs zu sein. Probiert´s aus!

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Wie Corona das Mountainbiken auf Mallorca verändert hat – ein Interview mit Roxybike

Meine Freundin Roxy betreibt eine Mountainbike Station auf Mallorca. Seit Corona hat sich der Tourismus auf der Insel dramatisch verändert und damit auch ihr Leben. Ich spreche mit ihr, über die Situtation vor Ort, die Auswirkungen auf das Leben der Locals und die Veränderungen, die für alle anstehen und wie sie sich transformiert.

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Roxy und ich, wir haben uns im Mountainbike Club Karlsruhe kennengelernt und ihr verdanke ich immer noch die besten Techniken, auf dem Bike die Kurven zu bekommen, Hindernissen ausweichen zu können und sicher auf dem Rad unterwegs zu sein. Seit sie Deutschland verlassen hat, begleite ich sie auf ihrem Weg als Mountainbike Guide auf Mallorca und habe sie dort in ihrer eigenen Bikestation auch schon besucht. “Damals” vor Corona, als Hundertausende auf die spanische Insel flogen und viele von ihnen auch “bikend” ihren Urlaub verbrachten.

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Mich hat immer begeistert, mit welchem Enthusiasmus und Ehrgeiz Roxy ihren Weg verfolgt hat und mit wie viel Leidenschaft sie ihre Liebe zum Biken auch mit Anderen geteilt hat. Durch Corona hat sich vieles verändert und darüber möchte ich mit ihr reden. Über die Dramen genauso wie die Neuausrichtung.

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Liebe Roxy, magst du dich kurz selbst vorstellen?

Hi Marlene, ja es hat sich wirklich sehr viel getan! Ja ich bin noch auf Mallorca… Hm, wo soll ich anfangen? Es hat sich SO viel getan!!

Aber ich stelle mich erst einmal vor: Ich heiße eigentlich Rafaella und komme aus dem türkischen Teil von Zypern – lebe aber seit 2009 auf Mallorca. Deutsch kann ich, weil meine Mutter Deutsche ist 😀

Ich betreibe seit 2011 hier die Bikestation CAMI-Bike und die Fahrtechnikschule Roxybike und neuerdings auch die erste deutsche e-Learning Plattform für MTB-Fahrtechnik.

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Also gleich geblieben ist: Mallorca ist nach wie vor meine Trauminsel und die Insel wird immer attraktiver zum Mountainbiken – die Infrastruktur wird immer mehr erweitert. So kommt es, dass ich in den letzten Jahren meine Flotte auch immer weiter ausgebaut habe und mittlerweile in der Hauptsaison in meiner Bikestation bis zu 7 Festangestellte Guides habe und über die Jahre Tausende von Bikern kennenlernen, guiden und coachen durfte!

Deswegen habe ich vor 4 Jahren meine Bikestation in CAMI-Bike umgetauft, damit ich sie immer mehr abgeben kann (ich suche aktuell sogar einen Käufer, um das tägliche Geschäft, also geführte Touren, Verleih und die Bikestation abzugeben) und mich noch mehr dem widmen kann, was sich über die letzten Jahre als meine absolute Passion herauskristallisiert hat – nämlich das Mountainbike- und Mental-Coaching.

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Ich habe die letzten Jahre fast alle im deutschen und europäischen Raum möglichen Fortbildungen im MTB-Bereich besucht und bin dann in die USA und nach Kanada geflogen, um dort internationale Fortbildungen im MTB-Bereich zu besuchen. Immerhin kommt das Mountainbiken von dort! Und dort hat mich Ex-Red-Bull-Athlet Shaums March gefragt, ob ich in sein Lehrteam möchte. Und seit 2 Jahren bin ich internationale Ausbilderin für Trainer und Guides beim Bike Instructor Certification Program (BICP) – das ist die Institution, die international die Ausbildungen für die IMBA durchführt.

Und so kommt es, dass wir nun dank der Coronakrise (und des strengen Hausarrests, den wir in Spanien hatten) ein Projekt verwirklichen konnten, an dem wir seit über 3 Jahren arbeiten – nämlich die erste deutsche e-Learning Plattform für Mountainbike Fahrtechnik.

Wow, was für eine Entwicklung und ich finde es toll, dass du den Lockdown genutzt hast. Ich kenne nicht viele Menschen, die sich so zentriert einem neuen Ziel gewidmet haben und in der Krise etwas Neues entstehen lassen haben. Meinen Respekt.

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Aus deinen Facebookbeiträgen habe ich gelesen, dass die Coronakrise Mallorca sehr hart getroffen hat. Kannst du mir ein wenig davon erzählen, wie du es erlebt hast?

Die Coronakrise hat Mallorca extrem hart getroffen. Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle für die Meisten hier. Es gab auch kein richtiges „Auffangnetz“ – vor allem Selbstständige und kleine Firmen leiden sehr – es haben bereits 20% aller Kleinunternehmen im Dienstleistungssektor Bankrott angemeldet! Das ist jedes 5. Kleinunternehmen im Service-Sektor.

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Darüber hinaus gibt es kaum finanzielle Hilfen für Saisonkräfte, die zum Anfang der Krise keinen Vertrag hatten (die meisten Leute hier bekommen Arbeitsverträge nur von April bis Oktober) – diese Leute können sich noch nicht einmal mehr Lebensmittel leisten. Mehr als 1 Million Leute in Spanien fallen wegen Corona unter der Armutsgrenze.

Sozialhilfe gibt es hier, aber es sind ca. 320 € pro Person. Es ist nicht wie in Deutschland, wo es dann noch Mietzuschüsse gibt. Es sind 320 € und dabei bleibt es. Davon kann man weder Miete, noch Essen bezahlen.

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Dazu möchte ich eine wahre und sehr traurige Geschichte erzählen:

„Hier, ich schenke Dir einen großen Korb frisches Gemüse für deine 5 Kinder, die bestimmt Hunger haben“ sage ich und schaue der kleinen Frau, deren gegerbtes Gesicht eine wahre Geschichte erzählt, in ihre klaren und dennoch traurig wirkenden Augen. „Hm ja … danke dir … Gott segne dich. Aber ich kann das nicht nehmen“ druckst sie herum.
„Aber, weshalb nicht? Das ist gutes, frisches Gemüse. Das meiste ist Bio. Magst Du kein Gemüse? Essen deine Kinder kein Gemüse?“ frage ich und wundere mich, ob meine Schenkung nicht schön genug aussieht.
„Doch. Doch. Aber ich kann nicht“.
Ich schaue ihr auffordernd in die Augen.
.. sie druckst noch eine Weile herum und sagt dann:
„Hast Du vielleicht auch Dosen…?“
Ich wundere mich. Dosen?? Wenn es doch frisches Gemüse gibt….
Sie merkt meine Verwunderung und sagt leise und schüchtern:
„Ich kann mir das Gas momentan nicht leisten, um das Gemüse zu kochen. Dosengemüse essen meine Kinder auch kalt“.

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Das ist die nackte Wahrheit – die kleine Frau in der Geschichte heißt Naima und bekommt ihr Essen von der „Hope Mallorca Stiftung“.

Ich kenne viele, die ihre Kinder nicht mehr ernähren können, weil beide Elternteile im Tourismus arbeiten und jetzt ohne Job dastehen. Ich kenne viele, die Ihre Miete nicht mehr bezahlen können – das Problem wandert also nach oben – denn wenn die Mieten nicht mehr bezahlt werden, werden bald Hypotheken und Gehälter nicht mehr bezahlt und, und, und….

Die Insel ist momentan so leer wie wahrscheinlich zuletzt 1970. Nur damals gab es noch Landwirtschaft und die Mieten waren wahrscheinlich auch günstiger.

Wo das hinführt… das werden wir sehen…

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Wie steht es allgemein um den Tourismus?

Es gibt momentan keinen mehr. Ich habe NOCH NIE erlebt, dass in Cala Millor (das ist die zweitgrößte Tourismusmetropole nach Palma de Mallorca) KEIN EINZIGES Hotel mehr geöffnet hat. Keines… Viele Hotels machen bereits pleite… Viele Restaurants…

Wie geht die Bikebranche damit um? Mußten schon Stationen schließen?

Wir zum Glück noch nicht 😉 Da die meisten anderen MTB-Station one-man-shows sind, gehe ich davon aus, dass sie es irgendwie überleben, da sich die laufenden Kosten für sie in Grenzen halten… Aber auch das wird sich noch herausstellen.

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Jetzt muss ich aber doch noch mal den Verkauf Deiner Station aufgreifen – Du willst echt „Dein Baby“ verkaufen?

Ja, richtig, ich möchte meine Bikestation einem passionierten Nachfolger übergeben. Ich habe lange gehadert und überlegt – aber ich möchte meinen langjährigen Stammkunden weiterhin den Premiumservice bieten, den sie gewohnt sind. Und das geht nicht, wenn ich mich weiter entwickle und wachse. Da ich mich nicht zerteilen kann – habe ich entschieden, jemandem, der seinen Traum leben und auf Mallorca eine gut laufende Bikestation übernehmen will, dies zu ermöglichen und mein Baby in gute Hände abzugeben. Infos zum Verkauf hier: https://www.camibike.com/unternehmensnachfolge-bikestation-kaufen-mallorca/

Natürlich führe ich die Station mit der alten Leidenschaft weiter, bis ein nahtloser Übergang möglich ist!

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Krasser Schritt! Und in welche Richtung willst Du Dich entwickeln, was machst Du dann?

Ich werde mich noch mehr auf das Coaching spezialisieren und auf Ausbildungen und Fortbildungen für Guides und Trainer. Zum Beispiel mit der ersten deutschen e-Learning Plattform für MTB-Fahrtechnik, die wir am 6.6.2020 gelauncht haben. www.roxybike.online

Außerdem werde ich immer noch Roxybike Camps und Events (auf Mallorca, in Deutschland und Österreich und an weiteren Locations) und Privatguiding anbieten und möchte mich auch selbst immer noch weiter entwickeln – für mich ist ehrlich gesagt Stillstand = Rückschritt 🙂

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Und wie kann ich mir diese Online Coaching Plattform vorstellen, ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das für einen Sport wie das Mountainbiken funktioniert…?

Ja, das kann ich verstehen. Habe ich tatsächlich auch am Anfang nicht gekonnt. Berni, mein Freund ist vor etwas über 3 Jahren mit der Idee angekommen und dann haben wir eher so lapidar angefangen zu planen. Dann haben wir aber selbst auch einige Fortbildungen online absolviert, die nur zum Teil aus Präsenzseminaren bestanden. Ich habe einige Kommunikations- und Psychologieseminare besucht und dann haben wir zum Beispiel die Fortbildung zum „Diplom Sport-Mentaltrainer“ abgeschlossen. Und dadurch haben wir gemerkt, dass digitale Möglichkeiten sogar VIELE Vorteile haben! Und so kam es, dass wir vor ca. 2,5 Jahren angefangen haben, uns ernsthafter mit dem Thema auseinanderzusetzen und es konkret vorzubereiten.

Dann – wie das Schicksal so spielt – hat mich Ryan Leech Anfang 2020 zu sich ins Team eingeladen. Ryan Leech hat die weltweit erfolgreichste Online-Coaching Plattform auf Englisch. Da ich dort nun seit einigen Monaten als Online-Coach tätig bin, erlebe ich täglich, wie EFFEKTIV online Coaching ist. Ich behaupte mittlerweile sogar, dass kein „echter“ (also live) Fahrtechnikkurs Dir für dasselbe Geld den gleichen Lernerfolg bieten kann, wie ein Online Kurs!

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Was?? Ernsthaft? Du sagt Online Coaching ist BESSER als live Fahrtechnikkurse?

Nein, ich sage nicht besser 🙂 Ich sage nur, dass es ein besseres Preis-Lern-Verhältnis hat. Wenn ich zum Beispiel von der Roxybike.Online Plattform das Bundle „Neumacher + Festiger“ mit regulären Kursen vergleiche, kommt folgendes bei heraus:

In diesem Bundle bekommst Du über 50 Lektionen mit modernsten Inhalten, die Dich Schritt für Schritt zu mehr Sicherheit auf dem Bike – also an das solide Fundament der MTB-Fahrtechnik heranführen. Dazu bekommst Du 6 Monate Feedback von ausschließlich hauptberuflich arbeitenden Coaches, die sich jährlich weltweit fortbilden – und zwar INDIVIDUELLES Feedback, wann Du es willst. Du kannst selbstbestimmt lernen und kannst die Inhalte so oft anschauen, wie Du willst! Anfangs hört sich der Preis von 399 € zwar viel an – aber wenn Du vergleichst, was ein Wochenendkurs kostet oder ein Privatcoaching – ist das quasi nichts.

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Denn sagen wir mal, Du willst diese Inhalte, die Du auf der Online-Plattform immer wieder anschauen kannst, in einem Privatcoaching oder im Rahmen von Gruppenkursen bekommen – dann brauchst Du mindestens 8 Gruppenkurse (durchschnittlich kostet ein Kurs 99 €) oder mindestens 5 Privatcoachings mit je 2-3- Stunden – dieses kostet bei den meisten Veranstaltern so um die 200 – 400 € Da kommst Du also insgesamt auf ca. 780 € oder gar über 1200 €!

Und ganz ehrlich – ich habe als Ausbilderin die Erfahrung, dass viele Veranstalter Trainer engagieren, die 4-5 Kurse im Jahr geben und hauptberuflich etwas ganz anderes machen! Ich sage nicht, dass diese Trainer das nicht gut machen, aber sie werden sicherlich nicht die Erfahrung, das Auge und das Repertoire mitbringen, wie jemand, der das seit über 10 Jahren hauptberuflich macht und sich regelmäßig fortbildet…

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Ja okay, für diese Inhalte mag das ja richtig sein – aber was ist mit Bunnyhop und Co.?

So ein 3-Stundenkurs bekomme ich für schon für 199 € – warum soll ich da bei Euch 279 € zahlen??

Auch da kann ich Deine Skepsis komplett nachvollziehen. Auf den ersten Blick würde ich sicherlich auch so reagieren 🙂 Vor allem bei komplexen Moves wie dem Bunny Hop sind ZEIT, schrittweiser AUFBAU und SELBSTBESTIMMTHEIT jedoch drei der essentiellen Faktoren, die den Erfolg bestimmen.

Was meine ich mit Zeit? Der Körper braucht ZEIT, um Bewegungen zu lernen. Unser Gehirn ist oft sehr schnell, aber sag das mal Deinem Körper 🙂 Und in einem Dreistundenkurs ist es schlicht und einfach unmöglich, die Muscle-Memory aufzubauen. Das braucht Wiederholung, oft auch Muskelaufbau und Regeneration – das geht teils über Wochen oder gar Monate!

Zudem ist die menschliche Aufnahmekapazität begrenzt – es ist bewiesen, dass wir nach ca. 30-45 Minuten eine stark reduzierte Konzentrationsfähigkeit haben.

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Nun komme ich zu dem 2. Faktor: AUFBAU. Bei komplexen Bewegungsabläufen führt Schritt A – zu B – zu C – zu D usw. Wenn Du A kannst und D auch, Dir aber von B und C Teile fehlen, hast Du keinen Erfolg – und bist frustriert… Da kann ein erfahrener Coach helfen – indem er Dir ganz klare Korrektur geben kann und durch sein Auge und die Erfahrung erkennt, was die Ursache für den Fehler ist. Oft korrigieren unerfahrene Trainer den Folgefehler – finden/sehen aber die Ursache nicht… Das sind oft Kleinigkeiten, die sehr große Auswirkungen haben!

Faktor 3: SELBSTBESTIMMTHEIT – der Mensch ist keine Maschine. Jeder Mensch hat eine unterschiedliche Lernkurve. Und wir sind erst dann maximal motiviert, wenn wir selbst entscheiden können, was wir wann machen. Wenn ich Dir beim Lesen sage, „putz Deine Küche“, hast Du wahrscheinlich keine große Lust. Wenn Du aber selbst entscheidest, dass Deine Küche schmutzig ist und Du gerade Zeit hast, hast Du gleich viel mehr Motivation, sie zu putzen 😉

Und das Tolle ist – alle diese drei Faktoren sind beim Online-Coaching gegeben – in Gruppenkursen nur sehr begrenzt.

Daher bekommst Du beim Online Coaching nicht nur zielführendere „Rahmenbedingungen“ sondern auch 6 Monate professionelle Coachbetreuung. Alleine das ist den Preis mehr als Wert – denn wenn Du diesen Kurs 6 Monate durchziehst, sind wir überzeugt, dass Du denn Bunny Hop beherrschen wirst. Wenn Du jedoch für denselben Preis Bunnyhopkurse „live“ buchst, kann ich diese Erfolgsquote aus Erfahrung leider nicht berichten…
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Trotzdem ist das viel Geld für ein Online-Produkt…

Ja mit Sicherheit – aber bevor Du Dir ein 8000 € Bike kaufst, um Deine Technik „aufzuwerten“, kaufe Dir lieber ein 6000 € Bike, 3 Kurse und spare immer noch 1000 € 😉

Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis heißt – dass eine gute Leistung auch einen angemessenen Preis hat.

Wir wollen kein Massenprodukt auf den Markt hauen und dann mit dem individuellen Feedback nicht nachkommen. Wir möchten einen Kundentyp anziehen, der Premium-Inhalte sucht und schätzt, der bereit ist, Zeit zu investieren, um Erfolge zu verzeichnen und dabei auf hochwertige Betreuung setzt. Natürlich wird es immer Leute geben, die sagen, warum ein Apfel-Handy kaufen, wenn es andere Smartphones bereits ab 100 € gibt – naja – weil der Apfel funktioniert.

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Wir wissen, dass wir unseren Bikern wirklich hochwertige und modernste Inhalte vermitteln und uns persönlich und ausführlich Zeit für sie nehmen – wir möchten unseren Kunden auch wirklich bieten, was sie bezahlen. Was bringt es wenn ich billig billig verkaufe, Du aber als Kunde nicht profitierst, weil ich keine Zeit für Dich habe?

Immerhin kaufst Du mit dem Produkt ganze 6 Monate individuelle persönliche und professionelle Betreuung. 6 Monate – das ist länger als viele Beziehungen heutzutage andauern 😉

Aber was unterscheidet Deiner Meinung nach Eure Kurse von YouTube? Da gibt es Hunderte Bunnyhop- & Co.-kurse!

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Ja da hast Du Recht, es gibt Abermillionen Kurse. Aber woher weißt Du, welcher der Kurse Dir etwas bringt?

Und außerdem sind wir da wieder beim Thema „Schrittweise Lernen“ und beim „Aufdröseln“ von Bewegungen – viel sehr gute Biker, vor allem Rennfahrer die „schon immer“ biken, WISSEN gar nicht, was sie da genau machen. Sie können es einfach intuitiv – „einfach so“. Das wird Dir aber beim Lernen wenig helfen 🙂

Bei unseren Kursen hingegen bekommst Du schrittweise Anleitungen – in erprobten und gehirngerechten Häppchen mit klaren Bewegungsanweisungen. Und zu jeder Zeit steht Dir wieder für Korrektur das professionelle Coach-Feedback zur Verfügung, um noch mehr Details zu bieten und individuelle Lösungen für Dich zu finden.

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Und was unterscheidet Eure Plattform von bestehenden Plattformen?

Ich bin seit einigen Monaten Online Coach bei Ryan Leech Connection – eine wirklich mega coole Plattform mit einer genialen Community. Ich kenne ehrlich gesagt keine weiteren e-Learning Plattformen wirklich gut, die einzige die ich im Detail kenne ist RLC.

Der Hauptunterschied ist (abgesehen davon, dass unsere Plattform auf Deutsch ist und seine auf Englisch), dass wir das Konzept auf die deutschsprachige Kultur angepasst haben.

Die Amerikaner sind viel stärkere Community-Menschen. Sie teilen Ihren Weg gerne und lachen miteinander über Fails. Die Deutschen sind da oft eher etwas „verhalten“ – teilen also gerne ihre Erfolge, aber ungerne den Weg dorthin. Daher machen wir es so, dass das Feedback und die Korrektur immer im 1-zu-1 Setting stattfindet, also nichts öffentlich ist. Bei RLC ist es zum Beispiel so, dass alle Feedbackanfragen öffentlich für andere Mitglieder sichtbar sind. Ich persönlich finde das mega cool – weil man aus dem Fortschritt und den „Fehlern“ anderer lernen kann, ich glaube aber, dass das im deutschen Raum nicht so gut angenommen werden würde.

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Dann ist der Unterschied noch – dass wir nicht „analysieren“ und komplexe Fehleranalysen geben, sondern, dass das INDIVIDUUM bei uns zählt. Deswegen sagen wir auch COACHING und nicht TRAINING – weil wir unsere Aufgabe darin sehen, mit unserem Klienten zusammen ganzheitliche Lösungen zu suchen, die für diesen Klienten funktionieren und SINN ergeben – damit er sich selbst TRAINIEREN kann. Wir geben also keine stumpfen Bewegungsanweisungen, sondern erarbeiten gemeinsam Ziele und dann die Methoden, wie wir dahin kommen. Und dann formulieren wir individuelle und klare Anleitungen, um die Bewegungen einfacher und ergonomischer ausführen zu können.

Jeder Mensch bringt nun mal unterschiedliche Voraussetzungen mit – hat daher individuelle Möglichkeiten und Ziele – um diesen Rechnung zu tragen, bieten wir den persönlichen Kontakt via Messenger, Videochat und natürlich auch E-Mail.

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Wer sind „wir“ also wer sind die Coaches?

Wir sind Berni und ich. Berni ist eigentlich Ingenieur und vor 6 Jahren nach Mallorca gekommen, um ein Praktikum in meiner Bikestation zu machen und eine Saison als Bikeguide zu arbeiten, bevor er in den „Ernst des Lebens“ einsteigt. Naja, nun ja, ähm, sagen wir es mal so – die Chefin war sehr zufrieden mit seiner Arbeit 🙂 Wir sind nun seit 6 Jahren ein Paar und bisher war er immer Angestellter. Dieses Projekt machen wir nun aber als gleichberechtigte Partner – da er die Plattform extrem bereichert, wir sie komplett gemeinsam geplant und entworfen haben und wir uns ideal ergänzen.

Da wir auch zufällig Männlein und Weiblein sind, können wir auch ideal auf die unterschiedlichen Voraussetzungen eingehen, die unsere Klienten geschlechterspezifisch mitbringen und auch auf Vor- und Nachteile des Groß- und Kleinseins – so dass wir auf Biker aller Größen und Altersklassen eingehen können.

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Warum habt ihr das überhaupt gemacht? Warum gibt es Eurer Meinung nach einen Markt dafür und was sind die Vorteile von Online Coaching? Und wie kann es Leuten während der Coronazeit helfen?

Wir haben seit Jahren viele Stammkunden und vor allem auch Kunden, die regelmäßig Kurse besuchen – sowohl bei uns als auch bei anderen Bikeschulen. Oft ist uns aufgefallen, dass die Erfolge vieler Biker eher mäßig sind – weil der wirkliche Fortschritt ehrlich gesagt nur einsetzt, wenn man regelmäßig übt! Und da viele Biker nach einem Kurs oft nicht mehr wissen, was sie genau wie und wo üben sollen/können sind wir vor Jahren bereits auf die Idee gekommen, unseren Klienten Übungskataloge zu geben.

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Während der Corona-Zeit ermöglicht es den Menschen (die nun mal soziale Wesen sind) auch über das Netz vernetzt zu bleiben und vor allem ermöglicht es ihnen, auch während des Lockdowns STRATEGISCH und mithilfe eines Personal Coach an ihrer MTB-Fahrtechnik zu feilen.

Bisher haben wir Online-Coaching immer persönlich gemacht – also sowohl in Persona, als auch im Einzel-Video-Coaching, das mache ich bereits seit Jahren und es ist sehr erfolgreich. Aber natürlich auch sehr aufwändig.

So entstand eben die Idee einen Übungskatalog online zu machen, bei der die individuelle Betreuung aber nicht zu kurz kommt. Und so entstand unsere Mountainbike Master Class – Roxybike. Online.

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Die Vorteile sind ganz klar:

  • Lernen im eigenen Tempo = maximale Motivation im idealen Lernzustand!
  • Deutliche Kostenersparnis im Gegensatz zu mehreren Privatcoachings! Bei MEHR Fortschritt! (Siehe oben)
  • Lernen und üben; wann Du willst, wo Du willst!
  • Bei Roxybike: Kontinuierliche individuelle 1:1 Betreuung durch ausschließlich hauptberufliche, zertifizierte Trainer.
  • Lektionen in gehirnfreundlichen Häppchen = bleibender Erfolg ohne Unter- oder Überforderung – dabei kannst Du die Lektionen aber so oft schauen, wie Du willst und vergisst nichts.
  • Keine Anfahrtszeiten oder –wege mit dem Auto (die Natur freut sich) = Alle Urlaubstage und Wochenenden stehen Dir für Touren zur Verfügung!
  • Du übst im gewohnten Umfeld und auf Deinem eigenen Bike.
  • Abwechslungsreiches Übungsrepertoire = Selbstbestimmte Themenwahl möglich
  • Optimal ins Familienleben integrierbar
  • Üben ohne Leistungsdruck, keine negative Gruppendynamik möglich 😉
  • Modernste Inhalte, die stetig überarbeitet werden.

Und wenn ich eine Weile weiterüberlege fallen mir bestimmt noch ein paar weitere Vorteile ein 🙂

Ich denke, dass der Markt vor allem jetzt nach der Coronakrise dafür bereit ist – weil viele jetzt gemerkt haben, dass Online quasi die Zukunft ist. Und, dass man dann auch lernen und üben kann, wenn man nicht reisen darf/soll/will.

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Was brauche ich an Equipment um einen Kurs zu machen?

Ein funktionstüchtiges Bike, einen Helm, für optimale Erfolge Flatpedals, ein Smartphone oder eine andere Kamera, idealerweise ein kleines Stativ (es geht aber auch ohne – wobei wir ein mobiles auf der Plattform empfehlen) und vor allem: Motivation und Commitment. Einfach Bock darauf, Neues zu lernen und zu üben und schon sehr bald deutliche Verbesserungen zu spüren!

Das hört sich wirklich richtig spannend an. Jetzt möchte ich doch noch mal zurück kommen, auf die Zukunft des Mountainbikens in Mallorca. Glaubst du, es wird wieder möglich sein, wieder so einfach auf die Insel zu fliegen und dort biken zu gehen?

Das ist wirklich eine sehr gute Frage aber ich denke momentan JA! Wir haben es ja im Sommer gemerkt, als der Reisebann kurz aufgehoben war – die Insel war von einem Tag auf den anderen wieder voll. Die Leute WOLLEN ja reisen. Ich denke, dass der Tourismus sich hier sehr sehr schnell wieder erholen wird, sobald das Reisen wieder möglich ist.

Auf was muss sich die Bike-Community auf Mallorca einstellen in der kommenden Saison?

Das kommt natürlich ganz darauf an, wann es wieder losgeht… Da wir aber gerade im Austausch mit den mallorquinischen Behörden an einer ausgeschilderten MTB-Strecke feilen, wird der MTB-Tourismus so stark zurückkommen, wie noch nie. Und der Rennradtourismus mit Sicherheit sowieso 😉

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Wie denkst du allgemein, wird sich der Tourismus auf der Insel verändern?

Ich gehe fast davon aus, dass es noch weniger Party-Tourismus geben wird. Dieser hat die letzten Jahre sowieso abgenommen, aber ich denke, dass die Pandemie dies noch weiter eindämmen wird, da nun ein Bewusstsein entstanden ist, dass große, alkoholisierte Menschenansammlungen vielleicht nicht so toll sind 🙂

Und Mallorca hat einfach SO VIEL MEHR zu bieten als den Ballermann. Die Insel ist ein TRAUM zum Wandern, zum Geocachen, zum Biken und zum genießen. Und es gibt so viele urtümliche Landfincas, die jetzt wahrscheinlich alle renovieren und noch schöner zurückkommen 😉

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Wie müssen sich Hoteliers, Gastro und Entertainment transformieren, um nach der Krise gut aufgestellt zu sein?

Ich glaube, dass noch mehr Augenmerk auf alternativen Tourismus gelegt werden sollte und vor allem auf Ganzjahrestourismus. Und idealerweise auch auf zahlfreudigere Klientel. Ich denke, Mallorca wird schöner, hochwertiger und exklusiver zurückkommen. Es ist halt alles ein Wandel.

Mir geht deine Erlebnis vom Markt nicht aus dem Kopf. Gibt es eigentlich Hilfsorganisationen auf Mallorca, die man unterstützen kann? Hast du damit Erfahrungswerte?

Ja, das kann ich verstehen. Mir ging es danach auch tagelang so und ich spende seitdem auch regelmäßig.

Zum Glück gibt es Stiftungen wie Hope Mallorca und SI-Mallorca.org  die Essen verteilen – sie freuen sich über jede noch so kleine Spende!

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Danke Dir, Roxy für Deine Zeit und die Einblicke. Ich finde deine Transformation großartig. Sie ist ein tolles Beispiel, die Zeit nicht auf der Couch zu vertrödeln, sondern etwas zu tun. Und das ist ja auch genau mein Thema. Und da ich ehrlicherweise auch lange nicht auf einem Mountainbike saß, muss ich mich jetzt auch coachen lassen, damit wir bald mal wieder im echten Leben zusammen radeln gehen können.

Danke auch Dir, liebe Marlene! Ich bin gespannt, ob du demnächst auch den Bunnyhop kannst oder wir einfach nur gemütlich zum nächsten Strand biken 😉

Da Roxy meine Freundin ist unterstütze ich sie mit diesem Beitrag. Bild und Videomaterial sind aus ihrem Fundus. Wer sich für ihr Programm oder Touren auf Mallorca interessiert, nutze zur Kontaktaufnahme gerne ihre Website unter: roxybikemallorca.com

 

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Rollerfahren-Malta-Miete-Verkehr-Versicherung

Rollerfahren auf Malta – Alle Infos zu Miete, Verkehr & Versicherung

Rollerfahren an einer wunderschönen Küste, flexibel sein beim Parken und noch dazu den Stau vermeiden, das sind die großen Vorteile, wenn man auf Malta mit dem Zweirad unterwegs ist. Doch was ist bei der Scooter-Miete alles zu beachten? Ich verrate es dir!

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Roller vs. Auto

Ich war mittlerweile 4x auf Malta und mein Fazit ist definitiv, dass man mit einem Roller flexibler, schneller und besser unterwegs ist als mit dem Auto. In großen Teilen Maltas ist die Insel ein riesiger Stadtverkehr, der nicht nur zu Stoßzeiten volle Straßen und leidige Staus mit sich bringt. Das frustet gerade im Urlaub, wenn die Zeit kostbar ist. Bei meiner ersten Reise hatte ich mir noch ein Auto gemietet. Habe aber schnell gemerkt, dass mir das auf Malta nicht sonderlich viel Freude macht.

Scooter, Roller, Malta

Zwar ist es in Ordnung, wenn man über die ganze Insel cruisen möchte, aber im Stadtverkehr bin ich letztlich auf den Bus umgestiegen. Das ist schlicht schneller, günstiger und weniger nervenaufreibend. Denn auch die Parkplatzsuche kann einen hier zur Verzweiflung bringen. Noch dazu kostet parken wieder extra Geld, was man sich sparen kann. Auch habe ich oft Schweißperlen auf der Stirn gehabt, als ich mit dem Auto in die engen Gassen gebogen bin und bei Gegenverkehr die ganze Strecke im Rückwärtsgang zurück musste. Mein ausführlicher Erfahrungsbericht zur Auto Anmietung auf Malta ist im LINK nachlesesbar.

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Klarer Vorteil für den Roller

Deshalb habe ich mich ab meiner zweiten Reise nach Malta für einen Roller entschieden. Der Vorteil ist klar. Das Fahrzeug ist agil, kann überall problemlos sowie kostenlos geparkt werden und im Stau fährt man einfach an den wartenden Autos vorbei. Zudem kann man auch an jeder Sehenswürdigkeit mal eben halten, ohne dass man großartig den Verkehr behindert, wenn man schnell ein Foto machen möchte. Man ist also absolut flexibel, spart sich die leidige Parkplatzsuche und die Wartezeit im Stau.

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Meine Erfahrung & Empfehlung

Ich hatte mich für Baron Car Hire als Anbieter entschieden und war absolut zufrieden. Bei meiner ersten Anmietung hatte das kleine Unternehmen noch keinen stationären Shop. Das hat sich inzwischen geändert. Ich konnte meinen Roller in St. Julians übernehmen. Via Whatsapp hatte ich vorab Kontakt aufgenommen und meine Ankunft bestätigt. Im Shop angekommen haben wir schnell den Papierkram und das bargeldlose Bezahlen mit EC/ Kreditkarte erledigt.

Scooter, Roller, Malta

Auch die Rückgabe lief perfekt und ohne großes Prozedere. Im Gegenteil, die Familie war super nett! Ich empfehle das Unternehmen aus eigener Erfahrung und mit besten Gewissen, nicht weil ich dafür bezahlt werde oder sonstige Vorteile erhalte. Natürlich gibt es auf Malta weitere Firmen die Roller vermieten und du kannst dich online umschauen und den für dich perfekten Anbieter finden.

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Übernahme

Du kannst den Roller an drei Stationen in Malta abholen. Falls du einen Koffer statt einem Rucksack dabei hast, könnte der Transport zu deiner Unterkunft allerdings schwieriger sein. Daher meine Empfehlung: Malta hat ein prima Bus-System mit dem du an so ziemlich jeden Flecken der Insel super günstig und bequem fahren kannst. Zumal wir hier eh nur von einer Mini-Insel mit max. 40 km sprechen. Nimm also den Bus oder ein Taxi zu deinem Nachtquartier und fahr erst dann zum Shop, um den Roller abzuholen. Je nachdem, wann du auf Malta gelandet bist, macht es vielleicht ohnehin Sinn, den Scooter erst am nächsten Morgen zu übernehmen. Den ersten Tag verbringt man ja oft mit ankommen, auspacken und Nachbarschaft erkunden. Rollerfahren kannst du dann erholt am nächsten Tag und sparst dir ggf. einen Tag an Miete.

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Führerschein

Mit deinem deutschen Autoführerschein darfst du auf Malta auch einen Roller fahren. Wie viel Leistung (CC) der haben darf, kläre bitte mit dem Vermieter vorab, anhand deiner Fahrerlizenz. Ich hatte einen 125iger Roller, weil der einfach zügiger unterwegs ist, als ein 50iger. Bitte denke unbedingt an den internationalen Führerschein. Warum, kannst du im LINK nachlesen.

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Versicherung und Kaution

In der Regel gibt es eine Standartversicherung für den Roller. Kläre in der Kommunikation vorab, wie genau diese aussieht, was sie abdeckt und welche Kosten ggf. im Schadensfall auf dich zukommen. Ich habe 200 EUR Kaution für die gesamte Woche hinterlegt. Bei einer Beschädigung hätte ich die Reparaturkosten übernehmen müssen und das wäre mit meiner Kaution gegen gerechnet worden. Ein völlig fairer und normaler Vorgang. Zumal so Rollerteile ja nicht die Welt kosten, im Gegensatz zu Beschädigungen an einem Auto. Achtung, wie im Ausland üblich sind die Verträge in englisch verfasst.

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Die Kaution wurde auf meiner Kreditkarte geblockt und nach Rückgabe des Scooters wieder frei gegeben. Bei der Übernahme lass dir alle Kratzer und Beschädigungen, wie beim Auto auch, in das Übernahmeformular eintragen. Mach Fotos oder Videos, die den Zustand des Rollers zeigen. Bei Rückgabe das gleiche Prozedere.

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Helm

Du bekommst mit der Rollermiete auch einen oder zwei Helme gestellt. Du kannst im Shop testen, welche Größe dir am Besten paßt. Es hilft, den Kopf mal auszumessen (Maßband) oder sich vorab daheim mal einen Helm aufgesetzt zu haben (bei Freunden oder in einem Motorradladen). Der Helm kann im Sitzfach oder in der Topcasebox untergebracht werden, du musst also keine Sorge haben, ihn ständig mitschleppen zu müssen. Im Topcase kannst du übrigens auch unterwegs oder bei der Rollerfahrt dein Gepäck verstauen. Wenn es dir lieber ist, keine fremden Helm zu tragen, dann nimm deinen eigenen mit und plane aber ensprechend Platz im Gepäck ein.

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Einweisung

Lass dir, wenn es dein erstes Mal auf einem Roller ist, auch alles erklären. Mach unter den Augen der Vermieter einen kleine Rollerfahrt, damit du einschätzen kannst, wie das Lenk- und Bremsverhalten ist. So eine Probefahrt kommt dir zugute, sollte mit dem Fahrzeug doch etwas nicht in Ordnung sein.

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Tankregelung

Eine Tankregelung ist beim Roller auch kein großes Ding, zumal eine Füllung ohnehin im Schnitt nur 5 EUR kostet. Du tankst, was du verbrauchst und gibst das Fahrzeug so wieder ab, wie du es übernommen hast. Der Tank befindet sich bei einem Roller unter dem Sitz und man wird dir auch alles dazu erklären. Ein Roller hat einen relativ kleinen Tank, behalte das im Auge, wenn du in ländlichen Gebieten unterwegs bist. Zwar hat Malta eine Fülle an Tankstellen und nur kleine Distanzen, aber zum Problem kann es trotzdem werden, wenn du außerhalb der normalen Geschäftszeiten in dünn besiedelten Teilen unterwegs bist.

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Tanken

An vielen Tankstellen in Malta ist „Selfservice„, sprich man bezahlt vor dem Tanken am Automaten, wählt dann die Säulen-Nummer aus und füllt dann erst das Benzin ein. Mir ist aufgefallen, dass manche Automaten erst bei 10 EUR Scheinen starten. Das ist natürlich viel zu viel bei einem so kleinen Tank. Daher such dir Tankstellen mit persönlichem Service oder solche, die auch 5 EUR Scheine akzeptieren.

Scooter, Roller, Malta

Hindernisse im Stadtverkehr

Der Stadtverkehr in Malta ist wirklich eine Zumutung, dessen muss man sich bewusst sein. Etwas Mut oder Erfahrungen auf einem Zweirad helfen hier weiter. Natürlich bestimmt jeder selbst, ob er im Stau an den haltenden Fahrzeugen in der Mitte oder an der Seite vorbei fahren will und wie schnell. Da möchte ich dir zu nichts raten. Ich bin eine sehr versierte Rollerfahrerin und bin auch in der verstopften Stadt ganz zügig voran gekommen. Du kannst dich ja vorsichtig ran tasten und wirst ohnehin mit der Zeit mutiger.

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Linksverkehr

In Malta herrscht Linksverkehr, aber auch das ist keine große Sache beim Rollerfahren. Gerade mit dem Scooter empfinde ich das inzwischen als problemlos. Zumal viele Straßen ohnehin vom Gegenverkehr getrennt sind, so dass man gar nicht auf der falschen Spur sein kann. Also hier wirklich etwas Vertrauen an den Tag legen.

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Offroadfahren in Malta

Außerhalb der großen Touristischen Zentren und auf dem Weg zu besonderen Flecken wirst du schnell auf „Gravelroads“ kommen. Diese Schotterpisten verlangen einem zuweilen fahrerisches Können ab. Da möchte ich nichts beschönigen. Wer sich sicher ist, immer auf Teerstraßen zu bleiben, der braucht sich darüber keine Gedanken zu machen. Aber allein die Anreise zu St. Peters Pool könnte eine Herausforderung werden. Steig zur Not ab, park oder schiebe den Roller.

Scooter, Roller, Malta

Überall kostenlos parken

Wie beschrieben kann man mit einem Roller ja nahezu überall parken und das auch noch kostenlos! Ein Riesen Vorteil im Vergleich zum Auto. Etwas Um- und Rücksicht solltest du beim Parken aber schon an den Tag legen. Nicht jeder Gehweg ist geeignet seinen Roller quer darauf zu parken. In der Regel findet man aber gute Nischen für Scooter und kann daher auch überall sehr zentral sein Fahrzeug abstellen.

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Vorsicht beim Seitenständer

In der Regel haben Roller zwei Ständer auf denen geparkt werden kann. Der Seitenständer ist sehr wacklig und ich würde dir dringend anraten diesen nur zu benutzen, wenn du noch am Roller stehst bei kurzen Stopps. Ansonsten kann es leicht passieren, dass der Scooter durch vorbeilaufende Passanten oder unebenen Untergrund zu Fall kommt und beschädigt wird. Vertraut mir, ich weiß wovon ich spreche.

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Straßenverhältnisse

Überland und auf den kleineren Gassen sind die Straßenverhältnisse eher etwas holprig, weil der Asphalt oft einem Flickenteppich gleicht. Das macht Rollerfahren auch schon mal zu einer Hüpfpartie. Angemessene Geschindigkeit hilft aber dagegen;) Die großen Touristenstraßen sind aber gut ausgebaut und flüssig zu befahren. Vorsichtig sollte man sich auf Sandpisten bewegen, wie etwa die letzten 50m vor St. Peter´s Pool. Hier empfehle ich ganz klar, an der Hauptstraße oben zu parken, wo noch asphaltiert ist. Du läufst keine 3 min länger, sparst dir aber die sandige Piste, auf der man ungeübt schon mal leicht wegrutschen kann.

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Navigation beim Rollerfahren

In einem fremden Land und gerade im Stadtverkehr ist es oft schwierig sich zu orientieren. Das empfand ich besonders auf Malta so, da jedes Gebäude sandsteinfarben ist und markante Orientierungspunkte für mich fehlten. Wer auf Navigation angewiesen ist, sollte sich vorab eine Lösung überlegen und unbedingt auch eine Halterung für einen Roller mitnehmen. Ich habe Navigation auf meinem Handy, das Gerät sollte sicher und am besten am Spiegel angebracht werden. Dank EU-Roaming kannst du ja mobil über das Internet und Google Maps navigieren. In Malta funktioniert das grundsätzlich hervorragend, es sei denn es sind Baumaßnahmen. Hier sollte man sich dann am Besten an der groben Richtung orientieren, wenn es die Gegebenheiten nicht anders hergeben.

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Fähre nach Gozo

Natürlich ist es auch mit einem Zweirad überhaupt kein Problem die Fähre nach Gozo zu benutzen. Das ist dann sogar noch günstiger als mit dem Auto die Insel zu besuchen. Auch so wird Rollerfahren hier gleich wieder ein Mittel den Urlaub günstig zu gestalten.

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Ausführungen

Das mag sich jetzt erst mal Alles irre viel angehört haben, sollte einen aber nur vorbereiten und nicht abschrecken. Eigentlich ist es total easy! Wer schon etwas Zweiraderfahren ist, wird einige Punkte meiner Beschreibung wohl auch etwas belächelt haben. Ich möchte allerdings auch, dass Rollerneulinge gut vorbereitet sind und habe deshalb alles sehr gründlich beschrieben. Bitte beachte, dass die Fotos nicht den Verkehr auf den Hauptverkehrsadern zeigen und somit auch nicht, die Stau-Situation in den Stadtgebieten. Auch geben sie nicht wieder, wie schwer es ist in Valletta & Co ist, einen Parkplatz mit dem PKW zu finden. Wir haben an einem Tag mal 2h gesucht, nur um das Fahrzeug abstellen zu können. Behalte das für deine Entscheidung für oder gegen eine Roller im Hinterkopf.

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Fazit zum Rollerfahren auf Malta

Für mich ist ein Roller das einzig sinnvolle Fahrzeug auf Malta. Regentage gibt es fast keine, man ist flexibel und agil unterwegs. Erspart sich Staus, nervenaufreibende Parkplatzsuche und Kosten für das Abstellen des Fahrzeugs. Zudem macht es einfach irre viel Spaß mit einem Scooter über die Insel zu cruisen, den Fahrtwind zu spüren und das Lebensgefühl, was an einer Rollertour hängt, auszukosten. Probiers aus! Sollte ich im Artikel etwas vergessen haben, dann melde dich bei mir und natürlich auch, wenn du sonst noch Fragen hast. Ich bin via Kontaktformular, Skype oder Facebook für dich erreichbar.

In diesem Sinne:

#get up & cruise!

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Hier noch der Kontakt zu Baron Car Hire:

79 Triq Gorg Borg olivier
Stg San Ġiljan

Handy +356 7932 6749
Fb Seite: https://www.facebook.com/Baron-Car-Hire-1434894029878216

Rollerfahren-Malta-Erfahrungen-Tipps

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Elefant mit Weltballon Mural von Jadore Tong in Berlin Kreuzberg

Elefant mit Weltballon – Mural von Jadore Tong in Berlin Kreuzberg

„Elephant Playing With a World Balloon“ von Jadore Tong, gilt als das schönste, farbenfreudigste, detailreichste und bekannteste Mural in Berlin. Genau diese Attribute haben den „Elefant mit Weltballon“ auch weltweit bekannt gemacht.

Die Location des Elefant mit Weltballon

Nur wenige Gehminuten von der U-Bahn Station „Hallisches Tor“ entfernt findet man dieses Mural und es läßt erahnen, warum Jadore Tong, sich genau für diese Hausmauer vor einem Basketballplatz entschieden hat: Triste Hochhäuser, ziemlich heruntergekommenen Eingänge, Grafitti beschmierte Wände, einkommensschwache Bewohner und ein paar Alkoholiker am gegenüberliegenden Supermarkt.

Street Art Berlin

Kreuzberg der Problemkiez

Ich bin mir sicher, genau diese Nachbarschaft und „Kreuzberg“, hat sich der Künstler sehr bewußt ausgesucht. Sie ist eine der bekanntesten Gegenden Berlins. Kreuzberg oder X-Berg, wie die Einheimischen es gerne nennen, war früher eines der ärmsten Viertel, welches weltweit für seine alternative Szene und Gegenkultur bekannt war. Der Kiez hat sich in vielen Bereichen zu einem der teuersten der Stadt entwickelt. Nicht aber unbedingt in diesem Eck.

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Der menschliche Aspekt

Jadore Tong war jahrelang damit beschäftigt verlassene Parkplätze in der Nähe seines Hauses in West-Berlin zu verschönern und genau das war wohl auch seine Intension am Theodor-Wolff-Park. Zwischen all der Tristess etwas leuchtend Buntes schaffen, was an das Schöne und Menschliche in der Welt erinnert.

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Die Entstehung

Rund vier Wochen hat Jadore Tong mit seinen Helfern gebraucht, um die Hausfassade mit dem 24 Meter hohen Mural zu versehen. Beeindruckende 750 Quadratmeter groß ist das Wandbild mit seinem vielfältigen Elefanten geworden. Das Gemälde spielt geradezu mit seinen kräftigen Farben und dem Kontrast seiner Umgebung und wird so zum Sinnbild für die Berlin. Einer Stadt die weltoffen und wunderbar sein kann, aber auf der anderen Seite auch dreckig, verkommen und moralisch am Ende.

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Der kulturelle Einfluss

Dieser Umgebung stellte der Künstler etwas entgegen und wer das Mural eingehender betrachtet, der findet auch Botschaften wie „Safe unity“, „Empathy“, „Playfullness“, „Wisdom“ oder „Safe Water“ wieder. Ebenso erkennt man den Schriftzug „Syrus“ was für „Save Your Rich Untouchable Soul“ steht. Jadore Tong, hat seine Wurzeln in Frankreich und Kambodscha und genau diese kulturellen Einflüsse sieht man in den Farben, der Symbolik (Peace-Zeichen), der dekorativen Details und der Strichführung.

Elephant Playing With a World Balloon

Der Basketballplatz

Aber auch die Wahl des Basketballplatzes zu Füßen des Elefants, macht dieses Mural so besonders. Der Freiraum öffnet den Blick und das nicht nur auf das Mural, sondern auch auf die Kinder, die hier ihre Freizeit verbringen. Ihnen hat Jadore Tong mit diesem Wandbild etwas Schönes geschenkt. Etwas, was ihre Umgebung aufwertet und ihren Platz wertvoll macht. Unter diesem Stück Street Art zu sitzen, zu spielen oder seine Freunde zu treffen gibt Leichtigkeit und nimmt den sozialen Druck, den diese Ecke Kreuzbergs mit sich bringt.

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Eine Schülerin sagte mir „Das ist hier meine Hood, da drüben gehen wir zur Schule und wir verbringen unsere Freizeit hier. Manchmal sitze ich in der Klasse, schaue aus dem Fenster und freu mich über die bunte Wand. Sie gehört einfach zu uns und unseren Kiez.“

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Meine Verbindung

Mich verbindet eine ganz besondere Leidenschaft mit diesem Wandbild, denn ich liebe neben Street Art und Murals auch den Afrikanischen Busch und seine Tiere. Vor diesem riesigen Wandbild zu stehen, läßt also regelmäßig meine Augen leuchten und mein Herz höher schlagen. Auch wenn es einen asiatischer Elefant zeigt, erinnert mich doch an seine Verwandschaft in Afrika. Wer mir auf Social Media folgt, dem wird es auch immer wieder begegnen, denn wann immer ich die Strecke mit dem Rad kreuze, besuche ich auch meinen Elefanten und teile das auf Instagram oder FB mit meiner Community.

Street Art Berlin

Wo zu finden:

Adresse:

Wilhelmstraße 7, 10963 Berlin

Anreise:

Ich würde die U-Bahn bis Hallisches Tor nehmen und den Rest des Weges zu Fuß gehen. Wenn die Hausnummer 7 erreicht ist, dann laufe durch den Apartmentkomplex. Das Mural befindet sich quasi im Innenraum und oberhalb des Basketballplatzes. Das Wandbild ist auch von der Friedrichstraße (südlich der U-Bahn-Station Kochstraße – Linie U6) aus zu sehen.

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Foto Tipps:

Besuche das Mural am Besten an einem sonnigen Tag und überleg dir, was du einfangen willst. Nur das Mural ohne Menschen? Dann komm in den frühen Morgenstunden, wenn noch niemand da ist, um zu spielen. Das beste Licht gibt es in der Regel am Abend, hier kannst du dann die komplette Szene mit Kiez-Kids und voller Farbpracht einfangen.

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In unmittelbarer Nachbarschaft wirst du weitere Murals an den Hauswänden finden, so wie das Tommy Weisbecker Haus, welches auch ein großartiges Stück Straßenkunst darstellt und eine perfekte Fotokulisse ist.

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Über Jadore Tong

Jadore Tong wurde 1970 in Weimar geboren und wuchs in Paris und Berlin auf. Seine erste Graffiti-Kunst entstand 1987 in den Straßen Berlins sowie auf Leinwand. Seine Kunstwerke verbinden Malerei mit Techniken der Straßenkunst. Manchmal verwirklicht er seine Ideen auf eine mutige und minimalistische Weise und manchmal auf eine eher impressionistische und verträumte Weise. Unter dem Pseudonym S.Y.R.U.S. (Save Your Rich Untouchable Soul 2003) entstehen spontane Projekte wie limitierte Hemdenentwürfe, Skulpturen und Installationen. Er ist immer auf der Suche nach einer Herausforderung und seine Arbeiten reichen von Collagen auf Leinwand über Tape-Art-Installationen und 3D-Kunstobjekte bis hin zu Wandmalereien im Berliner Bezirk Kreuzberg. Wenn er heutzutage weder T-Shirts entwirft noch Wandbilder malt, betreibt er sein eigenes Restaurant (Art Café Jadore) im Berliner Bezirk Mitte.

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Jadore Tong im Netz

Du bist neugierig geworden? Dann schau doch auf der Website von Jadore vorbei! Oder verfolge das Schaffen auf Instagram.

Street Art & Murals in Berlin

Dich interessiert die Street Art Szene in Berlin? Schau dir meine Artikel zu Murals und Künstlern hier auf meinem Blog an.

murals-street-art-berlin-dein-guide-zu-spektakulaerer-strassenkunst

 

 

 

 

 

Fluechtling-Mural-Gonzalo-Borondo-Berlin-Reinickendorf

„Flüchtling“ – Mural von Gonzalo Borondo in Berlin Tegel

Bewegend, verstörend und wichtig – das „Flüchtling“ Mural von Gonzalo Borondo aka „Borondo“ im Berliner Stadtteil Tegel.

Es bewegte die Gemüter, denn die Anwohner hatten sich von der „One Wall“ Initiave von Urban Nation eigentlich eine Verschönerung des 14 Stockwerk hohen Plattenbaus erwartet.

Aber so ist Street Art nicht. Sondern es ist Kunst und diese soll zum Nachdenken und Wandel anregen und das ist den Künstlern mit diesem Mural auch ganz sicher gelungen.

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Die Gegend ist geprägt aus immer gleichen Botonklötzen aus 70er Jahren und ihren kleinbürgerlichen Einwohnern. Es wurde also lange gestritten, ob dieses Mural bleiben darf und ob das überhaupt Kunst sei.

Für mich hat es damit genau den Nerv der Zeit getroffen. Denn es zeigt ein Mädchen, das aus einem Raum schaut, dass das vermeintlich sichere Europa darstellt und sieht die dramatische Realität in der Welt. Die von Pfeilen getroffene Person, verkörpert den heiligen Sebastian, der trotz der Verletzungen überlebt. Was für die Hoffnung in der Welt steht, die es gibt, wenn wir nicht wegschauen.

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Und genau das sollte auch in den Köpfen der Einwohner und Betrachter ankommen und aus eben diesem Grund finde ich es genau passend.

Und wieder bin ich auch sehr stolz auf die Szene, die damit einmal wieder zeigt, dass Street Art ein wichtiger künstlerischer Beitrag in unserer Gemeinschaft ist.

So findest du das „Flüchtling“ Mural:

Adresse:

Neheimer Str. 6, 13507 Berlin

Anreise:

Nimm am Besten den Bus (N33, 133, X33) bis Kamener Weg (Berlin) oder lauf einfach rüber, wenn du die U6 genommen hast und am U-Bahnhof Holzhauser Straße angekommen bist.

Wissenswertes:

In direkter Nachbarschaft findest du weitere Murals der „Starling Collection“ die während des Urban Nation Projekts „One Wall“ entstanden sind. Schau dich also gut um!

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Über Gonzalo Borondo

Gonzalo Borondo wurde in der spanischen Stadt Valladolid geboren, lebte aber sehr bald in Segovia. Mit vierzehn Jahren zog Borondo nach Madrid, wo er die Kunstschule und die Akademie der Schönen Künste besuchte. Er machte seinen Abschluss an der IES Margarita Salas Madrid und setzte sein Studium der Schönen Künste an der Universität Complutense Madrid fort.

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Im Jahr 2012 verbrachte er einige Zeit in Rom, Italien, im Rahmen eines Erasmus-Kulturaustauschprogramms an der Accademia di Belle Arti di Roma. Madrid ist der Ort, an dem er tatsächlich begann, überall in der Stadt Graffiti-Tags anzubringen, ebenso wie die klassischen Bombenangriffe auf Züge, seine Puppenwerke – die die Buchstaben verkleinern und die Zeichnungen vergrößern – aber es wurde bald klar, dass dies nicht Ausdruck genug für seine künstlerische Sprache ist.

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Dank seines Lehrers Jose Herranz Garcia hatte Borondo die Möglichkeit, neue Techniken zu lernen und mit ihnen zu experimentieren. Er arbeitete mit Kohle, Öl und Tempera, experimentierte mit neuen Ausdrucksformen, nur um dem Verständnis näher zu kommen, dass für ihn die Straße die beste Galerie ist.

Gonzalo Borondo im Netzt

Du bist neugierig geworden? Dann schau doch auf der Website von Borondo vorbei! Oder verfolge das Schaffen auf Instagram.

Street Art & Murals in Berlin

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„On tiptoes“ Mural von How & Nosm (Hownosm)

„On tiptoes“ Mural von How & Nosm in Berlin Tegel

Das „On tiptoes“ Mural von How & Nosm (Hownosm) ist definitiv ein Stück Street Art, dass den Berliner Stadtteil Tegel und seine tristessen Hochhäuser massiv aufwertet.

Das Werk wurde im Rahmen des URBAN NATION-Projekts „One Wall“ realisiert. Das Kunstwerk ist aus der Feder aka Spraydose des Zwillingsduos Raoul und Davide Perre, besser bekannt als How & Nosm entstanden. Es dauerte nur sieben Tage, bis dieses 42m hohe Werk von den in New York lebenden Künstlern fertig gestellt war.

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Dieses gigantischen Wandbild ist außergewöhnlich und detailreich. Die auf Rot, Schwarz und Weiß basierende Bildsprache ist sofort erkennbar und erregt Aufmerksamkeit durch eben diese beeindruckende Größe und die komplizierten Details.

Das Werk trägt den Titel „On tiptoes“ auf den deutsch also „Auf Zehenspitzen“. Gezeigt wird ein in sich verschlungenes Wesen, versehen mit dem „Auge der Vorsehung“, das sich streckt, um nach den Sternen zu greifen.

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Von der Leidenschaft zur Berufung: Die beiden in Spanien geborenen Brüder sind heute weltweit gefragt und zählen mir ihre Street Art zu den renommiertesten Künstlern ihres Fachs. Nicht selten setzen sich ihre Themen mit Drogenmissbrauch, Betrug oder Unterdrückung auseinander.

So findest du das „On tiptoes“ Mural:

Adresse:

Neheimer Str. 8, 13507 Berlin

Anreise:

Nimm am Besten den Bus (N33, 133, X33) bis Kamener Weg (Berlin) oder lauf vom U-Bahnhof Holzhauser Straße, wenn du die U6 genommen hast.

Wissenswertes:

In direkter Umgebung findest du weitere Murals der „Starling Collection“ die während des Urban Nation Projekts „One Wall“ entstanden sind. Schau dich also gut um!

Über Wie & Nosm

How und Nosm (Raoul und Davide Perre) sind identische Zwillingsbrüder, die für ihre großformatigen, auf Graffiti basierenden Wandmalereien bekannt sind, die Stadtmauern auf der ganzen Welt schmücken. Die auf Rot, Schwarz und Weiß basierende Bildsprache ist sofort erkennbar und erregt Aufmerksamkeit durch die beeindruckende Größe und die komplizierten Details. Ursprünglich war die Farbpalette aus praktischen Gründen begrenzt, aber stattdessen hat sie sich zu einer eindeutigen Visitenkarte und formalen Wahl entwickelt, die es diesen Künstlern ermöglicht hat, die Sprühfarbe auf ein neues Niveau zu heben.

Geboren in Spanien, deutscher Abstammung und derzeit in New York ansässig, erstreckt sich ihr Einfluss entsprechend international. Ganz gleich, ob Sie Südamerika, Europa, Asien oder Städte in den USA besuchen, werden Sie wahrscheinlich ihren Werken begegnen. In Auftrag gegeben und gefördert, sind sie zu gefragten Künstlern geworden, eine ironische Entwicklung, bei der die Außenseiter zu Insidern geworden sind und derzeit neu definieren, was Graffiti und Kunst im öffentlichen Raum ausmacht.

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Am Anfang sind die Zwillinge als junge Teenager zum ersten Mal mit Graffiti in Berührung gekommen. Skateboarding und Tagging waren die Einflüsse, bis die Aerosoldose eingeführt wurde und die Palette der Farben und Möglichkeiten endlos schien. Die traditionelle Buchstabenkunst des Graffiti-Schreibens wurde erlernt, und sie verdienten sich ihre Streifen, indem sie gemeinsam Namen auf Züge malten.

Die Nähe zwischen den Brüdern ist inspirierend. Sie beenden die Sätze des anderen so, wie sie ihre Linien auf Wandmalereien fortsetzen und ohne zu zögern synchron arbeiten. Das eine endet und das andere beginnt, ihre komplizierten und doch mühelosen Konturen drehen und wenden sich wie ein dreidimensionales Labyrinth. Es ist ein Fluss vorhanden, der Teil dieses Prozesses ist und ihre Individualität zu einer einheitlichen Aussage verschmelzen lässt. Etwas, das für Künstler, die in großem Maßstab arbeiten, wesentlich erscheint.

On-tiptoes Mural by How Nosm

Die begrenzte Palette und die komplizierten Kompositionen in all ihren Werken sind visuell faszinierend, aber wenn der Betrachter einmal über die Größe der Leistung hinausgewachsen ist, kommen die Aktivitäten innerhalb des Kunstwerks immer wieder zurück. Ihre stilisierten Charaktere wirken freundlich, aber wenn man genau hinschaut, sind sie in einige sehr dunkle Aktivitäten verwickelt.

Alkoholismus, Verrat, Machtmissbrauch und andere abstoßende Handlungen sind im Gange. Wenn man eine Schicht zurückschält, kommt eine weitere Geschichte zum Vorschein, die die Botschaft und Bedeutung noch komplizierter macht. In einer Welt, die sehr düster und dunkel erscheint und dennoch mit Respekt behandelt wird, ist es, als würde der Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten, eine schwindelerregende Wirkung, die Geduld und Zeit erfordert, um sich zu entspannen.

Die Aerosoldose steht bei all ihren öffentlichen Arbeiten im Vordergrund und ist der wesentliche Bestandteil, mit dem sie diese Bildsprache auf ein neues Niveau heben. Die präzise Ausführung und Entschlossenheit ist das, was sie angetrieben hat. Ihr Stil ist im Wesentlichen das, was sie als Künstler und Menschen sind, denn unter den Ebenen des durchdachten Designs und der kühnen Form verbirgt sich eine gewisse Brüchigkeit.

How & Nosm im Netzt

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Street Art & Murals in Berlin

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„The Starling“ Mural von Collin van der Sluijs und Super A in Berlin Tegel

„The Starling“ also der Star, ist wohl eines der beliebtesten Motive der „One Wall“ Initiave von Urban Nation in der Plattenbausiedlung am Tegeler See, die gerne auch Tegel Art Park genannt wird.

"The Starling" Mural von Collin van der Sluijs und Super A

Die Gegend ist geprägt aus immer gleichen Botonklötzen aus 70er Jahren und das Starling Mural hat die Ansicht des Hauses Nummer 6 erheblich aufgewertet. Eine alte Dame erzählte mir mit Stolz, dass ihre Enkelin immer zum „Vogelhaus“ will, wenn sie die Mutter bittet, die Omi zu besuchen. Und so wohlwollend empfinden auch die Nachbarn und Bewohner dieses Mural.

"The Starling" Mural von Collin van der Sluijs und Super A

Die Malereien des Künstler-Duos Collin van der Sluijs und Super A, erscheinen verträumt, umwirklich und tragen oft eine unterschwellige, weltkritische Kritik in sich. Das Motiv des Stars bzw. seine Stärke im Schwarm, steht symbolisch für das, was eine Gesellschaft bewirken kann.

"The Starling" Mural von Collin van der Sluijs und Super A

Das Künstler-Duo, welches bereits zuvor miteinander gearbeitet hat, beschäftigt sich häufig mit der Frage, wie Menschen gemeinschaftlich Veränderungen bewirken können.  Aber das, ohne dabei im Chaos zu versinken oder sich Hierarchien unterwerfen zu müssen. Der Star könnte eine Vorbildrolle haben.

"The Starling" Mural von Collin van der Sluijs und Super A

Für mich besticht der „Star“ mit seiner durchdringenden Farbmacht. Das prächtige Blau in seinen Nuancen im Schimmer des Federkleides, die Realistik in den Augen und die Detailtiefe, selbst in den Krallen, beeindrucken. Collin van der Sluijs und Super A schenkten ihrem Mural zudem farbenfrohe Blumen, die sich über den Bauch des Sperrlings ranken. Sie stehen für die Vielfalt Berlins.

"The Starling" Mural von Collin van der Sluijs und Super A

So findest du das „Starling“ Mural:

Adresse:

Neheimer Str. 6, 13507 Berlin

Anreise:

Nimm am Besten den Bus (N33, 133, X33) bis Kamener Weg (Berlin) oder lauf einfach rüber, wenn du die U6 genommen hast und am U-Bahnhof Holzhauser Straße angekommen bist.

"The Starling" Mural von Collin van der Sluijs und Super A

Wissenswertes:

In direkter Nachbarschaft findest du weitere Murals der „Starling Collection“ die während des Urban Nation Projekts „One Wall“ entstanden sind. Schau dich also gut um!

"The Starling" Mural von Collin van der Sluijs und Super A

Über Collin van der Sluijsim

Collin van der Sluijs ist ein niederländischer Illustrator, Künstler und Galerist, dessen Arbeit als persönliche Freuden und Kämpfe des täglichen Lebens beschrieben werden kann, übersetzt in seine eigene Bildsprache. Collin van der Sluijs wohnt derzeit in Maastricht, wo er als Illustrator/Maler arbeitet und eine Galerie für zeitgenössische Kunst, die Galerie Groen Licht, betreibt.

Collin van der Sluijsim im Netzt

Du bist neugierig geworden? Dann schau doch auf der Website von Collin van der Sluijs vorbei! Oder verfolge das Schaffen auf Instagram.

Über Super A aka Stefan Thelen

Stefan Thelen, besser bekannt unter seinem Spitznamen Super A, ist ein niederländischer Straßen- und Galeriekünstler, der urbane Methoden, Grafikdesign und traditionelle Maltechniken miteinander verbindet, um ein Werk entstehen zu lassen, das sich aus seinen persönlichen Erfahrungen und Gedanken heraus entwickelt. Seine Bildgeschichten scheinen in einem Gleichgewicht zwischen Fiktion und Sachbuch zu existieren, denn Thelens Themen sind ein Ergebnis seines Erstaunens über Raritäten in unserer Welt, gefiltert durch den Blick des geheimnisvollen Super A.

Super A im Netzt

Auch dieser Künstler fesselt dich? Dann schau doch auf der Website von Super A vorbei! Oder verfolge das Schaffen auf Instagram.

 

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Street Art & Murals in Berlin

Dich interessiert die Street Art Szene in Berlin? Schau dir meine Artikel zu Murals und Künstlern hier auf meinem Blog an.

murals-street-art-berlin-dein-guide-zu-spektakulaerer-strassenkunst

 

„real recognize real“ Herakut

„real recognize real“ – Mural von Nuno Viegas & Herakut in Berlin Tegel

„real recognize real“ ist ein Mural der renommierten Streetart Künstlern Nuno Viegas, Hera und Akut (Herakut), welches im Rahmen des Urban Nation „ONE WALL“ Projekts im Berliner Bezirk Reinickendorf bzw. dem Art Park Tegel entstanden ist.

„real recognize real“ - Nuno Viegas, Hera und Akut

Die Intension des aus Portugal stammenden Nuno Viegas und der beiden Künstler von Herakut war es, den Berlinern ins Gedächtnis rufen, was die Stadt wirklich ausmacht.

„real recognize real“ - Nuno Viegas, Hera und Akut

Denn obwohl Berlin von hippen Clubs, pulsierende Nachtleben und stylischen Restaurants geprägt ist, ist es die besondere Nähe zur Natur, welche die Stadt so besonders macht.

„real recognize real“ - Nuno Viegas, Hera und Akut

Die junge Dame im Hoodie und steht also symbolisch für das Urbane. Trotzdem erfreut sich an der Schönheit und Vielfältigkeit der Natur.

So findest du das „Starling“ Mural:

Adresse:

Neheimer Str. 4, 13507 Berlin

Anreise:

Nimm am Besten den Bus (N33, 133, X33) bis Kamener Weg (Berlin) oder lauf einfach rüber, wenn du die U6 genommen hast und am U-Bahnhof Holzhauser Straße angekommen bist.

„real recognize real“ - Nuno Viegas, Hera und Akut

Wissenswertes:

In direkter Nachbarschaft findest du weitere Murals der „Starling Collection“ die während des Urban Nation Projekts „One Wall“ entstanden sind. Schau dich also gut um!

„real recognize real“ - Nuno Viegas, Hera und Akut

Über Herakut

Herakut ist ein deutsches Künstlerduo – eine Symbiose aus den Pseudonymen Hera, die Malerin, und Akut, der Graffiti-Künstler, deren Zusammenarbeit eine fruchtbare Partnerschaft bildete. Nachdem sie gemeinsam an verschiedenen erfolgreichen globalen Kunstprojekten gearbeitet haben, haben diese Künstler ihre individuellen, von Graffiti und Street Art beeinflussten Ansätze miteinander verschmolzen. Ihre Kunstwerke sind in großen Städten auf der ganzen Welt zu finden – von Toronto bis Kathmandu, von San Francisco bis Melbourne. Herakuts kreativer Kunstprozess ist sinnlich, wild, dialogisch und erzählerisch. Dieser bemerkenswert kraftvolle Dualismus schafft imaginäre Welten und inspiriert ihre Figuren zu individuellen Charakteren.

Herakut im Netzt

Du bist neugierig geworden? Dann schau doch auf der Website von Herakut vorbei! Oder verfolge das Schaffen auf Instagram oder Vimeo:

Warum ich Herakut als Künstler so schätze:Herakut Zitat Marlene RybkaÜber Nuno Viegas

Nuno Viegas ist kein durchschnittlicher Graffiti-Künstler. In Anbetracht seines jungen Alters können nur wenige die Kluft zwischen Graffiti-Kultur und bildender Kunst überbrücken, während sie beiden so treu bleiben wie er. Nuno Viegas wurde 1985 in Faro, Portugal, geboren. Sein Graffiti-Weg begann 1999 als junger Mann. Da ein Jahrhundert zu Ende gehen sollte, sollte Viegas die Erfahrung, die vorher war, festhalten und eine neue Zukunft schaffen, die zur Gegenwart werden sollte. Mit einem tadellosen Graffiti-Stil und einer Liebe für alles, was mit Hip Hop und Graffiti zu tun hat, begann Nuno AKA Metis irgendwann zu merken, dass ihn etwas anderes antreibt, als nur das materielle Drumherum der Gesellschaft, die er beobachtete.

Nuno Viegas im Netzt

Auch dieser Künstler interessiert dich? Dann schau doch auf der Website von Nuno vorbei! Oder verfolge sein Schaffen auf Instagram oder YouTube:

Lust auf Street Art & Murals

Du bist neugierig geworden auf Street Art und Murals in Berlin? Schau dir meinen Blogbeitrag an und finde auch einzelne Beiträge auf meiner Seite.

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Zuhause ist, wo das Herz ist

„Zuhause ist dort, wo das Herz ist“ – Mural von Adry del Rocio in Berlin Marzahn

„Hogar es donde está tu corazón“ ist der eigentliche Name dieses Murals, was übersetzt so viel heißt, wie „Zuhause ist dort, wo das Herz ist.“ Dieses Kunstwerk widmete die Mexikanische Künstlerin Adry del Ricio allen Menschen, die ihren Herkunftsort verlassen mussten.

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

Das 32 Meter hohe Wandbild ist im Zuge des Berlin Mural Festivals 2019 entstanden und befindet sich im Stadtteil Marzahn.

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

Für mich bringt die Künstlerin ganz viel ihrer Kultur und Geschichte in ihre Murals – einmal mehr in diesem Masterpiece. Damit bleibt sie ihren Wurzeln treu und trägt ein Stück Mexiko auch in die Welt.

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

Über die Künsterlin „Adry del Ricio“

Adry del Rocio ala Nació en Guadalajara wurde 1984 in Jalisco, Mexiko geboren. Adry begann ihre Karriere als Malerin bereits sehr früh. Bereits mit 4 Jahren gewann sie einen Kunstwettbewerb für Kinder. Inzwischen hat sie sagenhafte 29 lokale, 11 nationale und 23 internationale Auszeichnungen bekommen. Die damit verbundenen finanziellen Zuwendungen haben es ihr ermöglicht ihre Fähigkeiten und damit ihre Karriere weiter auszubauen.

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

Seit ihrem ersten Street Art Kunstwert im Jahr 2008 wurde Adry eingeladen, ihre künstlerischen Fähigkeiten auf Festivals in über 20 verschiedenen Ländern zu zeigen. Als 3D-Künstlerin arbeitete sie für auch für bekannte Unternehmen wie Disney, Adidas, Nike oder das renommierte Van Gogh Museum in Amsterdam.

Das Video zum Making of des Murals:

Wo findet sich das Mural?

Adresse:
Märkische Allee 158,
12681 Berlin

Anreise:

Nimm am besten die S5 bis S Springpfuhl (Berlin) und lauf die restlichen Meter. Direkt daneben befindet sich das „Gesicht“ von Akut:

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

So findest du die Künstlerin im Netz:

Auf Ihrer Webseite siehst du alle ihre Werke, erhälst eine ausführliche Bio und kannst dich umfangreich über ihre Arbeit informieren. Tagesaktuell bereichtet Adry auf Instagram und Facebook über ihr künstlerisches Schaffen.

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

Mehr zu Murals & Street Art in Berlin

Du bist neugierig auf Murals und Street Art in Berlin geworden? Ich habe einen umfangreichen Artikel dazu verfasst und stelle besondere Murals und ihre Erschaffer auf meinem Blog vor. Klick dich durch, es lohnt sich!

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Murals & Street Art in Berlin – Dein Guide zu spektakulärer Straßenkunst

Berlin ist die angesagte Stadt für Street Art, Murals und Wandbilder. Ich zeige dir die Highlights und verrate, wo du sie findest! Seit ich in der Hauptstadt wohne, ist die Suche nach ihnen zur Obsession geworden und diese Begeisterung möchte ich gerne mit dir teilen. Ich zeige dir meine Favoriten und die bekanntesten Motive Berlins. Lass dich also von mir mitnehmen zu einer besonderen Street-Art-Tour und zu außergewöhnlich, spektakulärer Straßenkunst!

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Aber fangen wir erstmal mit der Begriffserklärung an, denn zugegeben ich kannte den Begriff „Mural“ überhaupt nicht, bevor ich in die Stadt gezogen bin.

Graffiti, Street Art, Murals – eine Begriffserkärung

Wikipedia beschreibt den Begriff „Graffiti“ und „Street Art“ etwas schwerfällig so: Graffiti (italienisch Singular Graffito), steht als Sammelbegriff für thematisch und gestalterisch unterschiedliche sichtbare Elemente, zum Beispiel Bilder, Schriftzüge oder Zeichen, die mit verschiedenen Techniken auf Oberflächen oder durch deren Veränderung im privaten und öffentlichen Raum erstellt wurden.

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In der Umgebung des Holzmarktes

Street Art ist, mit eigenen Worten beschrieben, die nichtkommerzielle Form von Kunst im öffentlichen Raum, die nach der Absicht der Künstler durchaus dauerhaft dort verbleiben soll. Für mich ist das Wort Graffitti negativ behaftet, meint es doch die Schmierereien an den Hauswänden. Alles künstlerisch erkennbare definiere ich als Street oder Urban Art.

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Am Durchgang zum Holzmarkt

Murals sind die größte und auffälligste Ausdrucksform der Street Art. Man findet sie in der Regel auf riesigen Hausflächen. In Berlin sind das zumeist so genannte Brandwände, also jene fensterlosen Fassaden, die durch Bau- oder Bombenlücken entstanden sind. Da diese Seitenwände nie sonderlich sexy aussehen, werden Künstler engagiert, die sie mit besonderen Motiven zu einzigartigen Kunstwerken werden lassen.

Tasso (Holzmarkt)

Am Holzmarkt

Murals sind also so gut wie immer Auftragsarbeiten, denn so riesige Wände lassen sich nicht mal eben unbemerkt besprühen. Zumal in der Regel auch Hebebühnen zur Anwendung kommen. Manchmal entstehen diese Wandbilder im Zuge von Street-Art-Festivals oder Open-Air-Ausstellungen, wie hier zum Mural Festival. Als Auftragsarbeit sind Murals also legal aufgebrachte Fassadenkunst. Inzwischen hat sich auch in diesem Bereich eine Szene gebildet, die ihre eigenen Stars hervorbringt. Meine persönlichen Helden sind das Duo von Herakut, die in Berlin sogar mehreren Fassaden ihr ganz eigenes Signet gegeben haben.

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Herakut (Luckauer Str. 14)

Trotzdem setzen viele Menschen Street Art und Graffitti nur mit Schmierereien und Wandalismus gleich. Für mich sind sie etwas ganz Anderes! Sie sind künstlerisches aber auch oft politisches Statement. Sie zeigen Konflikte des Alltags, Dinge die uns beschäftigen oder sind Spiegel der Gesellschaft.

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So ganz grob in Richtung Oberbaumbrücke

Sie sind eine besondere Ausdrucksform und es lohnt sich ihren Aussagen auf den Grund zu gehen. Von traumhaften Entwürfen auf fünfstöckigen Gebäuden bis hin zu politisch aufgeladenen Botschaften, die über die Barrieren in unseren Köpfen hinausgehen, findest du in der Hauptstadt alles. Selbst Botschaften in kryptische Zeichen, wie die von Berlin Kidz.

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Berlin Kidz (überall in Berlin)

Berlin das Straßenkunst-Mekka

Mit einer wahren Explosion auffälliger Graffiti und Wandgemälde auf schnöden Häuserwänden gilt Berlin als die Hochburg der Street Art in Europa. Mit der East Side Gallery verfügt die Stadt zudem über die größte und längste Open-Air-Kunstgalerie der Welt. Dafür wurde Berlin sogar als UNESCO-Stadt des Designs ausgezeichnet. Und auch im Museums für zeitgenössische Stadtkunst wird sich zukünftig und ausschließlich alles der Straßenkunst widmen.

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In der Umgebung des Holzmarktes

So findest du Street Art & Murals in Berlin

Natürlich kann man einfach loslaufen und entlang des Weges ganz viel Kreatives entdecken, aber die Stadt ist einfach unfassbar groß und man würde wahrscheinlich Tage bis Wochen brauchen um an den Highlights vorbei zu kommen, daher empfehle ich dir ein paar Strategien und ganz bestimmte Stadtteile.

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Irgendwo bei der Urban Art Clash Gallery Berlin Mitte / An der Schillingbrücke 3, 10243 Berlin

Allerdings bedenke dabei immer: Street Art ist kreativ, immer wieder anders und lebt natürlich auch vom Wandel. Vieles verändert sich, verschwindet, weicht Neuem oder wird zu etwas Anderem. Lass dich drauf ein und sei nicht enttäuscht wenn Motive gewechselt haben. Freu dich viel mehr, dass du vielleicht etwas ganz Neues entdeckt hast.

Street Art Berlin

Irgendwo in Kreuzberg/Neukölln an einem Spielplatz

Street Art Walking Tour – Der erste Kontaktpunkt in die Szene

Der einfachste Weg in Berlin etwas über die Street Art Szene zu erfahren ist, sich einer geführten Walking Tour anzuschließen und sich ein paar Stunden dafür Zeit zu nehmen. Bei einem Spaziergang durch die Stadt erfährt man wirklich alles über die Szene und kommt an großen sowie kleinen Hightlights vorbei. Mit der U-Bahn geht es zu verschiedenen Stadtteilen und Hot Spots. Und genau auf diesem Weg habe auch ich Zugang zu dem Thema gefunden.

Street Art Betlin

Hinterhof der Hackischen Märkte

Berlin Mural Festival und App

2018 richtete die Street Art Gruppe The Dixons zum ersten Mal ein Mural Fest in Berlin aus. Ab Ende Mai 2018 verwandelten Urban Artists mit der Hilfe von Baugerüsten, fahrbaren Hebebühnen und jeder Menge bunter Farbe Berliner Fassaden in großartige Kunstwerke. Die meisten dieser Murals sind in Kreuzberg, Friedrichshain und Moabit zu finden.

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Die Dixons (Ehemals Mühlenstr. 6)

Ich nutze die App gerne, weil sie der flexibelste Weg sich durch die Stadt zu navigieren. Sie wurde anlässlich des Festivals an den Start gebracht. Man nimmt sich ein Rad oder Scooter, findet die Position und das Motiv in der App und stellt sich so seine eigene Street Art Tour zusammen. Einziger Nachteil, auf Grund der Fülle der Motive und den Regularien der App-Entwickler findet man hier nur ausgewählte Wandbilder und längst nicht alle.

Seit 2019 können Besucher die Murals mittels Augmented-Reality-Funktion auch zum Leben erwecken. Und nicht nur das! In der App findet man auch jede Menge Making-Off Videos, um den Schaffensprozess der Künstler bei der Gestaltung ihrer Murals mitzuerleben.

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Kollabo Wand (Ehemals Prinzessinnenstr. 16)

Die Bülowstraße

Wer in kürzester Zeit viel entdecken will, dem empfehle ich einen Besuch in der Bülowstraße und ihrer Umgebung. Ein kurzer Spaziergang und du hast eine ganz gute Idee von der Kreativität der Szene. Die großformatigen Wandgemälde von Urban Nations werden unter dem Label „One Wall“ geführt, und insbesondere in der Umgebung der Bülowstraße werden die Motive regelmäßig aktualisiert.

Street Art Berlin

Bülowstraße

Holzmarkt

Der Holzmarkt ist nicht, wie der Name vermuten mag, ein Handelsplatz für aufbereitete Bäume. Vielmehr ist er ein kultureller Treffpunkt, eine Art Bar am Wasser mit viel Freiraum für kulturelle Angebote. In und um die Holzmarktstraße gibt es einiges an Street Art zu entdecken. Einfach mal treiben lassen.

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In der Umgebung des Holzmarktes

East Side Gallery

Wie schon erwähnt ist die East Side Gallery ein viel honorierter Kunsttreff. Mich spricht das meiste dort nicht an. Es fühlt sich für mich mehr wie eine Touristeninszenierung an. Aber dazu darf sich gerne jeder selbst eine Meinung bilden.

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Mauerstück der East Side Gallery

Murals – Die besten Stücke der Stadt

Auf ein paar Murals möchte ich im Besonderen eingehen. Sie sind einfach zu großartig, um ihnen nur eine Bildunterschrift zu widmen. Deshalb erfährst du hier, wann sie erschaffen wurde, welche Künstler beteiligt waren und welche Intension diese hatten. Mit meinem liebsten Motiv dem Elefanten Mural möchte ich starten:

Street Art Berlin

„Elephant Playing With a World Balloon“ – Jadore Tong

Berlins wohl schönstes, farbenfreudigstes und bekanntestes Mural stammt von dem lokalen Künstler Jadore Tong. Er sieht sich als Künstler, Erfinder und Designer und war jahrelang damit beschäftigt verlassene Parkplätze in der Nähe seines Hauses in West-Berlin zu verschönern, bevor er mit Grafikdesign experimentierte. Wenn er heutzutage weder T-Shirts entwirft noch Wandbilder malt, betreibt er sein eigenes Restaurant (Art Café Jadore) im Berliner Bezirk Mitte.

Künstler: Jadore Tong
Wo zu finden:
Wilhelmstraße 7, Kreuzberg. Wenn du Hausnummer 7 erreicht hast, dann laufe durch den Apartmentkomplex. Es befindet sich quasi im Innenraum und oberhalb des Basketballplatzes. Das Wandbild ist auch von der Friedrichstraße (südlich der U-Bahn-Station Kochstraße – Linie U6) aus zu sehen. In direkter Umgebung wirst du noch mehr Murals entdecken, so wie das Tommy Weisbecker Haus.

Mural Kreuzberg

„Tommy Weisbecker Haus“ – Andreas Dornbusch

Die ganze Fassade ist ein Kunstwerk und mittlerweile Berliner Zeitgeschichte: Sie zeigt gesellschaftskritische Bilder aus den 1980er Jahren. Lauft um das ganze Haus, es lohnt sich und das Elefanten Mural ist quasi direkt nebenan am Basketballplatz.

Künstlerische Leitung: Andreas Dornbusch
Wo zu finden?
U-Bahn: Hallesches Tor (U1), Wilhelmstraße 9, 10963 Berlin

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„Astronaut / Cosmonaut“ – Victor Ash

Der Name steht für die Vereinigung von Astronaut (von den Amerikanern) und Cosmonaut (Russische Bezeichung für Raumfahrer). Er spielt auf den Wettlauf ins All in den 1960er Jahren an. Auch der Standort in der Nähe der Mauer der im kalten Krieg geteilten Stadt ist wohl gewählt. Steht doch dieses wie kein Anderes als Symbol des kalten Krieges. Der schwerelose Astronaut an der Skalitzer Str. in Kreuzberg wurde vom Künstler Victor Ash nur mit schwarzer Farbe kreiert. Es wirkt wie ein Stencil, das die ganze Fassade einnimmt. In der Umgebung war einst noch ein Autohaus, dessen Scheinwerfer und wehenden Flaggen nachts dem ganzen Bild noch eine ausdrucksstarke, lebendige Note gaben. Leider wurde es 2019 abgerissen.

Künstler: Victor Ash
Entstanden: 2007
Wo zu finden: Oranienstr. 195, 10999 Berlin (Mariannenstr. Ecke Skalitzer Str.) Nimm am Besten die U-Bahn: Kottbusser Tor (U1, U8) und dann sind es 5 min Fußweg

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„Pink Man oder Leviathan“ – Blu

Ein wenig verstörend wirkt der rosafarbene Riese, der sich aus vielen kleinen nackten Geschöpfen zusammen setzt. Auf seiner Hand befindet sich ein einzelner weißer Mensch und es scheint fast so, als würde er von der Masse des rosafarbenen Menschen verschluckt werden. Das Bild symbolisiert, wie viele Menschen zusammen eine monströse Einheit bilden können, die gemeinsam jede Individualität verschlucken.

Künstler: italienischer Künstler Blu
Entstanden: 2007
Wo zu finden: Falckensteinstr. 47, 10997 Berlin (direkt an der Oberbaumbrücke) Nimm am besten die U-Bahn bis Schlesisches Tor oder Warschauer Str. (U1)

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„The Future Is Female“- Case Ma’Claim

„The Future Is Female“ lieferte Case Ma´Claim ein echtes Masterpiece in der Hauptstadt ab. Portraitiert hat er seinen Freund Benjamin und dessen Tochter Carla. Es gilt als eine Hommage an alle Väter, die ihren Töchter Gleichberechtigung und Selbstbewusstsein vermitteln.

U-Bhf Schönleinstraße 

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„My home might be no palace, but we can share it if you like.“ – Herakut

Anläßlich des Berlin Mural Festes hat das deutsche Künstlerduo HERAKUT  (Hera, Jasmin Siddiqui und  Akut, Falk Lehmann)  zwei Wände in Berlin gestaltet. Ihre Bilder sind fotorealistische Motive mit Textelementen, die berühren und zum Nachdenken anregen sollen.

Künstler: Herakut

Wo zu finden?
Diese fantastische Mural findest du in Kreuzberg in der Luckauer Str 14, Berlin

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„As Long As You Are Standing, Give A Hand To Those Who Have Fallen“ – Herakut

Herakut haben dieses Mural in Zusammenarbeit dem talentierten Schweizer Kollegen Wes21 und Onur geschaffen. Für mich spricht es in erster Linie von Nächstenliebe.

Künstler: Herakut, Wes21 und Onur
Wo zu finden?
Befindet sich in der Stromstraße 36 in Berlin-Moabit.

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„We are many, but allways one“ – Elle

ELLE stammt aus Brooklyn in NY und begann vor einigen Jahren als illegale Graffiti-Künstlerin. Inzwischen gilt sie als eine der besten Street-Artists, ist sehr gefragt und ständig unterwegs. Für ihre Kunst nutzt sie Spraydosen, Pumpflaschen, Stencils, Farbroller und weitere Hilfsmittel – quasi Facetten der Street-Ar. Und damit hinterlässt sie ihre Handschrift in den Städten der Welt. Collagenartig miteinander kombinierte Bilder sind mittlerweile das Markenzeichen der renommierten Graffiti-Künstlerin ELLE. Der Name dieses Murals ist Programm „We are many, but allways one“

Künstler: Elle
Entstanden: 2018
Wo zu finden?
Befindet sich in der Wiener Straße 42, 10999 Berlin In unmittelbarer Umgebung des Görlitzer Parks und weiterer Murals

Mural / Street Art

„Tomorrow never come“ – Natalia Rak

Die klassisch ausgebildete polnische Künstlerin Natalia Rak verwendet lebendige Farben, um fantastische Szenen zu schaffen, die oft den Alltag und das Surreale vermischen. Hier schafft sie ein skurriles Bild auf einer der typischen Feuerwände. Fast wirkt das Motiv vorübergehende Flucht aus dem Alltag.

Künstler: Natalia Rak
Entstanden: 2018
Wo zu finden?
Befindet sich in der Görlitzer Straße 49, 10997 Berlin (vis a vis zum Görlitzer Park) In dieser Ecke gibt es einige Murals zu entdecken. So auch „The Yellow Man“. Laufe dazu einfach die Oppelner Straße hoch in Richtung U-Bahn.

Mural / Street Art

„The Yellow Man“ – Os Gemeos

Das Mural wurde von dem brasilianischen Duo „Os Gêmeos“, was übersetzt „die Zwillinge“ heißt, kreiert. Dahinter verbergen sich die Brüder Otávio und Gustavo Pandolfo. Ihr Kunstwerk des „Yellow Man“ wurde einen kleine Berühmtheit in Berlin, wo es im Rahmen der zweiten Backjumps Live Issue entstand. Das Streetart-Magazin „Backjumps“ organisierte ein Projekt mit dem Motto „Turn the city into a magazin“, welches verschiedene Künstler aktivierte, die ihre Werke überall in der Hauptstadt platzierten.

Künstler: Os Gêmeos / Otávio und Gustavo Pandolfo
Entstanden: 2005
Wo zu finden?
Befindet sich in der (in Fußdistanz zum U-Bahnhof „Schlesisches Tor“) Biege dazu von der Skalitzer Straße in die Oppelner Straße ein.

Street Art Berlin

„Eternal Spring“ – Murales Kollektiv

Gestaltet wurde dieses Mural vom ‚Murales Collective‘. Als das allererste „Murales“ -Projekt ist es das Ergebnis einer phänomenalen Zusammenarbeit zwischen den beiden deutschen Künstlern Sokar uno und Nasca 1. Die beiden Solokünstler haben ihr erstaunliches Talent für dieses Projekt kombiniert und dieses atemberaubende Wandbild in der Kurfürstenstraße in Schöneberg Berlin geschaffen. Bekannt als Berlins beliebtes Rotlichtviertel, beschlossen die Künstler, dieses Gebiet buchstäblich in ein besseres Licht zu rücken. Das Konzept war also eine zeitgenössische Interpretation von Rodings Skulptur „Der ewige Frühling“, die zwei miteinander verflochtene Liebenden für die Ewigkeit zeigt. Ein Symbol für echte Liebe. In dem Virtel in der Tat ein Hingucker.

Künstler: Murales Collective‘ bestehend aus Nasca 1, Sokar Uno und Christian Hinz (Kera1)
Entstanden: 2017 (?)
Wo zu finden?
Es befindet sich in Schöneberg in der Kurfürstenstraße 145, Ecke Frobenstraße (U-Bahnhof Kurfürstenstraße)

Street Art Berlin

„First day zero“ – Size Two

Leider weiß ich nicht sehr viel über dieses Motiv. Nur, dass es von „Size Two“ sehr spontan und anlässlich des Berlin Mural Fests entstanden ist.

Künstler: Size Two
Entstanden: 2018
Wo zu finden?
Du findest das Mural in der Herrmannstraße 198, 12049 Berlin; Man übersieht es leicht, wenn man aus Richtung U-Bahn Leinestraße  (U8) kommt. Es befindet sich an der rechten Seite neben dem Eingang zum Biomarkt.

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„If Walls Could Talk“ – Marcus Haas Die Dixons aka Xi-Design feat. Size Two & Mario Mankey

“If walls could talk” – War ein Projektes von der Talenthouse Kreativplattform, das zur Erschaffung und Einreichung von 396 Designs aus ca. 60 Ländern führte.

Ausgewählt wurde der Entwurf von Marcus Haas, der mit Hilfe der Kunstgruppe Xi-Design und den Künstlern Size Two und Mario Mankey einen mega Hingucker kreierte. Das Mural bildet einen riesigen aufgeschnittenen Fleischbrocken dar, welches sinnbildlich für die Teilung Deutschlands steht. Auf der Klinge ist “Berlin 1961-1989” zu lesen. Demnach bezieht sich das Werk auf eine der prägendsten Zeiten der Berliner Geschichte. Marcus Haas geht damit ganz klar darauf ein, dass die Teilung des Fleischbrockens durch das Messer, sich sinnbildlich auf die Teilung der Stadt in Ost- und Westberlin bezieht. Dem gewillten Betrachter wird zudem auffallen, dass sich die Stadtgrenze und die Berliner Stadtteile in der Faserung des Fleisches widerspiegeln. Durch seine Lage ist das Kunstwerk zudem einem Teil des Mauerdenkmals geworden, obwohl zunächst nur angedacht war, dass es für 3 Monate an der Hauswand bleibt.

Künstler: Marcus Haas mit Kunstgruppe Xi-Design und den Künstlern Size Two und Mario Mankey
Entstanden: 2016
Wo zu finden?  Du findest das Wandbild gegenüber der Berliner Mauer in der Bernauer Straße/ Ecke Strelitzer Straße Hausnr. 28 (2 min. Fußweg von der U-Bahn Bernauer Straße), in direkter Umgebung befindet sich das Seemann-Mural von Stereoheat & Skenar73

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„unknown“ (Projektname nicht bekannt) – Stereoheat & Skenar73

Inspiriert duch die nordischen Straßennamen der angrenzenden Häuser haben Max Roche aka StereoHeat zusammen mit Skenar73 ein sehr originelles, nordisches Seeman-Mural abgeliefert.

Künstler: Max Roche aka StereoHeat zusammen mit Skenar73
Entstanden: 2018
Wo zu finden? Stralsunder Straße 33 (5 min. Fußweg von der U-Bahn Bernauer Straße), in direkter Umgebung befindet sich das „If Walls Could Talk“ Mural

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„One Wall“ (Projektname) – TelmoMiel & James Ballough

Ebenfalls anlässlich des Berlin Mural Fests entstanden ist dieses Kunsttwerk der Niederländer TelmoMiel & James Ballough. Das Duo verbrachte eine Woche zusammen in Berlin und arbeitete an einem atemberaubenden neuen Stück, welches das Schaffen der Beiden Straßenkünstler perfekt miteinander verbindet. Die Beiden bemalten die große Wand für das Berliner Wandfest mit dem von Urban Nation vorgeschlagenen „Unity“ -Konzept und mischten ihre lückenhaften und segmentierten Bilder mit den glitchy Porträts des Bulloughs auf eine Weise, die ihrer beiden Stile erstaunlich gut entspricht.

Künstler: TelmoMiel & James Ballough
Entstanden: 2018
Wo zu finden? Bernburger Straße 35, 10963 Berlin in Fußdistanz zum S Anhalter Bahnhof (S1, S2, S25, S26, Busse: M29 & M41)


Diesen Blogbeitrag sehe ich als ein vortlaufendes Projekt. Wann immer ich neues Mural entdecke, werde ich es hier in meine Sammlung aufnehmen. Es bleibt also spannend. Ich hoffe du findest dein Lieblingsmural. Noch mehr Inspiration gefällig? In meinem Flickr-Album sammle ich alle Aufnahmen zum besseren Überblick. Klick dich hier rein! Ansonsten freue ich mich riesig, wenn du hier kommentierst, ob dir meine Sammlung und Hintergrundinformationen gefallen haben.

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10_Gründe_warum_du_in_Ferienlager_für_Erwachsene_musst_01

10 Gründe warum du in ein Ferienlager für Erwachsene musst

Ein Ferienlager für Erwachsene ist eigentlich nichts Anderes, als ein Ferienlager für Kinder und Jugendliche, nur halt mit der Einschränkung, dass man 18 Jahre sein muss und Kinder eben gerade nicht gestattet sind. Ansonsten erlebst du hier die gleichen phantastischen Momente, mit loderndem Lagerfeuer, unbeschwertem Zeitvertreib, lustigen Wettlämpfen,  grusligen Nachtwanderungen, Zelten unterm Sternenhimmel und viel Spaß mit Gleichgesinnten.

Vielleicht erinnerst du dich ja noch an deine Kindheit und die Sommer im Ferienalager? An die unbeschwerte, elternlose Zeit? An Zeltatmosphäre, neue Freunde, wildes Toben und verrückte Spiele? Und womöglich sehnst du dich auch manchmal nach dieser verrückten Zeit zurück? Dann könnte eine Reise in ein Ferienlager genau das Richtige für dich sein. Ich nenne dir 10 Punkte, warum sich so eine Zeitreise für dich lohnen könnte!

1.) Hol dir die Kindheit zurück

Du hast es geliebt in deiner Kindheit in ein Ferienlager zu reisen, mit Gleichgesinnten verrückte Dinge zu machen und den Sommer deines Lebens zu haben? Mit einem Ferienlager für Erwachsene holst du dir diese Zeit zurück, denn hier findest du alles, was es damals auch schon gab und es so gut gemacht hat, zurück.

2.) Zeitlos leben

Du bist gestresst von der Hektik des Alltags, vom permantenten Zeit-Tracken bei der Arbeit und dem pausenlosen Termindruck, der dich überall hin verfolgt? In einem Ferienlager kannst du das alles vergessen, denn hier lebst du zeitlos. Alle Uhren, Handys, Choronographen und digitalen Zeitanzeigen sind hier strikt verboten. Alles elektronische Gerät wird beim Einchecken abgegeben, auch wenn sich das erstmal komisch anfühlt. Im Laufe der nächsten Stunden wirst du das aber schnell vergessen haben und auch, welche Rolle Zeit in deinem Leben mal gespielt hat. Was zählt ist das hier und jetzt und genau das lernest du wieder schätzen.

3.) Freundschafen schließen

So wie uns der Alltag oft gefangen hält, so starr sind wir auch geworden, wenn es um neue Freundschaften geht. Eingefahrene Strukturen und ein festes Umfeld lassen keinen Raum für Neues und schon gar nicht für neue Kontakte. Hier im Ferienlager kannst du gar nicht anders, als dich auf neue Menschen einzulassen und genau diesen Umstand wirst du liebenlernen. Du verbringst deine Zeit mit spannenden Charakteren bei Workshops oder challengst dich in Wettkämpfen mit ihnen. Da bleibt kein Raum zu fremdeln oder sich abzuschotten. Wenn du willst, dann eröffnet dir das Camp ganz neue Möglichkeiten hier Freundschaften zu schließen. Es liegt nur an dir, dich darauf einzulassen.

4.) Social Media und digital Detox

So wie du jede Zeit ablegst beim Check-In im Camp, so legst du auch all deine Technik ab. Es sind weder Smartphone noch Digigalkameras erlaubt. Das muss man erstmal wollen, aber auch hier wirst du schnell merken, wie sich etwas bei dir verändert. Wie das Gefühl verschwindet, ständig nach der Technik zu schauen. Du wirst es genießen, mal nicht adhoc antworten zu müssen, wenn du Nachricht auf dein Smatphone erhälst und du wirst dir das Recht rausnehmen nicht erreichbar zu sein. Stunde um Stunde wirst du merken, wie unwichtig Facebook, TikTok und Co. doch eigentlich sind.

5.) Probier dich aus

Im Ferienlager gibt es jede Menge Workshops bei denen man sich ausprobieren kann. Survivaltraining im Wald, Meerjungfrauenschwimmen im See, Yoga unterm Sternenhimmel oder Bogenschießen auf dem Feld. Ganz egal, wonach dir der Sinn steht – hier hast du die Möglichkeit ganz neue Fertigkeiten oder Interessen zu entdecken. Zudem bewegst du dich in einer sicheren Gruppe, weit weg von Zuhause. Ein mögliches Scheitern, was die Teilnahme im Heimatverein vielleicht schwierig für dich macht, ist hier kein Thema.

6.) Erspüre dich

Allzu oft haben wir die „Connection“ zu uns selbst verloren. Was jetzt hilft, ist einfach mal wieder weg zu sein. Sich abzukoppeln von der normalen Welt und wieder in sich spüren. Nutze die Zeit und höre wieder in dich, erspüre deine Wünsche und Bedürfnisse und lebe danach. Einzigartige Momente und Einsichten sind dir sicher.

7.) Lass Grenzen hinter dir

Oft blockieren uns Glaubenssätze wie: „Ich bin nicht gut genug“, „Ich trau mich das eh nicht“ oder „Was sollen die anderen bloß denken?“. Die Community hier ist anders und das wirst du schnell merken. Lass also die Schranken im Kopf sein, löse die Handbremse und trau dich! Kleide dich, wie du es magst. Spring nachts nackt in den See oder performe auf der Bühne. Hier kannst du einfach alles hinter dir lassen und befreit das tun, wozu du dich berufen fühlst.

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8.) Verbinde dich mit der Natur

Die Natur ist ein Heiler und schon ein Tag in einem Zeltlager im Grünen wird dir unfassbar gut tun. Wieder den Tiergeräuschen lauschen, das Gras unter deinen Füßen spüren, in das klare Wasser des Sees eintauchen und den Wind in den Haaren spüren. Du wirst tief atmen, um die frische Luft in deine Lungen aufzunehmen und genau solche Erfahrungen werden dir auch die Natur wieder näher bringen.

9.) Hol dir Ruhe zurück

Kennst du dieses Grundrauschen? Wo auch immer wir uns bewegen, nirgends ist es absolut still. Immer und überall begleiten uns Zivilisationsgeräusche. Stell dir also vor, du sitzt nachts mitten im Wald und hörst in die Dunkelheit. Nur eine leichte Bewegung der Blätter über dir nimmst du war. Hier und da ein nachtaktiver Vogel aber sonst umgibt dich nur Stille. Ist das nicht ein wunderbar beruhigender Gedanke?

10.) Entdecke die Einfachheit

Das einfache Leben lehrt uns am Meisten, dass es nicht viel braucht um glücklich zu sein. Weder dein schickes Auto, deine Alexa, die Designerclamotten noch sonst irgendwas wirst du hier vermissen, weil einfach alles perfekt ist, wie es ist. Basic zwar, aber ausreichend. Viel wichtiger sind die Momente mit den Menschen, die Begegnungen und Erfahrungen und genau das wird dein Eye-opener für ein einfaches Leben sein.

Neugierig geworden auf ein Ferienlager für Erwachsene?

Dann lies doch mal, wie ich mein erstes Ferienlager nach der Jugend so erlebt habe: „Sommerjung Ferienlager für Erwachsene – eine Ode an die Kindheitund vielleicht macht es ja Lust, bald schon selbst in dein Abenteuer zu starten!

In diesem Sinne: #getupandrock

Anreise-Flug-Sankt-Petersburg-Erfahrungsbericht

Anreise mit dem Flieger nach Sankt Petersburg – so funktioniert’s!

Alles was ihr über die Einreise nach Russland wissen müsst und was euch bei der Planung für eure Anreise nach Sankt Petersburg weiterhilft, habe ich aus meinen Erfahrungen für euch zusammengefasst und ich hoffe, das hilft, diese faszinierende Stadt für sich zu entdecken!

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Sankt Petersburg ist eine der Metropolen in der Welt, die man einfach gesehen haben muss. Die Stadt ist voller großer Geschichte und steht doch modernen Metropolen in nichts nach. Allerdings scheuen viele Urlauber  nach Russland zu reisen. Zu viele Ängsten wurden von den Medien geschürt und der Sprachbarriere schreckt ab.

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Dabei sind das alles keine Hürden! Viele Urlauber entdecken Sankt Petersburg während einer Kreuzfahrt mit vereinfachtem Visa. Damit wird es Urlaubern besonders einfach gemacht, die Stadt für sich zu entdecken. Wer gerne individuell für sich Sankt Petersburg entdecken möchte, der wird wohl so wie ich, mit dem Flugzeug anreisen Damit auch das ganz enfach gelingt, hier ein paar Tipps zur Vorbereitung:

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Einreise nur mit Visa

Die meisten Länder dieser Welt dürfen wir als Deutsche ganz einfach mit „Visa on arrival“ einreisen. Was vereinfacht bedeutet, dass wir bei Ankunft einen meist 90-Tage-Visa-Stempel in den Reisepass bekommen und auch keine Gebühren zahlen müssen. Anders ist das in Russland. Hier muss man sich vorab um ein Visum bemühen und ausreichend Zeit vor Beginn der Reise mit einplanen. Meine Empfehlung: Gute sechs Wochen vor eurem geplanten Trip, beantragt das Visa online, habt das Paß-Foto als digitale Version parat und scheut euch nicht, den Prozess durchzuspielen. Das ist gar nicht so schwer, wie einem vorab vermittelt wird. Wenn ich das geschafft habe, dann packt ihr das auch.

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Wichtig zu wissen ist, dass ihr eine Unterkunft bei Freunden/ Familie oder einem Hotel/ Hostel angeben müsst. Auch seid ihr verpflichtet eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen zu haben. Das Visa ist kostenpflichtig. Aktuelle Preise checkt bitte über die offizielle Botschaftsseite. Wer sich scheut den Visa-Prozess alleine durchzuspielen, dem sei die eine Visa-Agentur zur Abwicklung empfohlen. Das kostet natürlich etwas mehr, aber gibt euch die Sicherheit, alles richtig zu machen. Den Paß mit Visa bekommt ihr dann entweder zugesendet, wenn ihr den Prozess über eine Visa-Agentur beauftragt habt oder ihr müßt ihn direkt beim Visa-Center/ Botschaft/ Konsulat abholen.

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Fliegen nach Sankt Petersburg

Ihr habt es geschafft, eure Papiere klar zu bekommen? Prima, dann kann es ja nun an die Flugbuchung gehen. Ich bin ein großer Fan von Direktflügen und möchte euch diese auch ans Herz legen. Bei nur einer Strecke kann einfach schon weniger schief gehen, als bei Anschlussflügen. Gerade bei der relativ kurzen Flugzeit von zwei bis drei Stunden würde ich also darauf achten, den direkten Weg zu wählen. So habt ihr mehr Zeit vor Ort und erspart euch unnötigen Stress, wenn es doch mal zu Verspätungen im Flugverkehr kommen sollte.

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Ich bin mit der „Germania“ direkt von Dresden nach Sank Petersburg geflogen. Zur Anreise nach Dresden habe ich Rail & Fly genutzt. Empfehlen kann ich die Airline nicht nur, weil sie mein Arbeitgeber ist, sondern weil ich gerade als Reiseblogger vom Konzept überzeugt bin. Bei Billigfliegern reist man in der Regel nur mit Handgepäck oder wird ordentlich zur Kasse gebeten, wenn man Koffer mitnehmen möchte. Da allein meine Technik schon 8 kg wiegt, bin ich nur Handgepäck überhaupt kein Fan. Bei Germania darf ich mit 20 kg Aufgabegepäck reisen und muss auch nichts extra für einen Snack oder Softdrinks zahlen. Für mich ein riesen Vorteil, den ich hier aus Überzeugung empfehle. Gerade weil das Wetter in Sankt Petersburg sehr wechselhaft ist, braucht man schon einiges an Kleidung und Stauraum im Koffer.

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Pulkovo Airport

Wer direkt nach Sankt Petersburg fliegt, der landet am neuen Flughafen. Pulkovo Airport (IATA Code LED) liegt etwa 17 Kilometer vor den Toren der Stadt, hält absolut mit internationalen Standards mit und ist mit U-Bahn in Kombination mit Bus leicht zu erreichen. Der Flughafen ist super modern gestaltet und auf dem neuesten Stand der Technik.

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So findet ihr die üblichen internationalen Restaurantketten, Dutyfreeshops ebenso wie kostenloses WiFi. Ganz wichtig für Reisende ist, dass alles neben dem Russischen mit seinen kyrillischen Buchstaben auch zusätzlich in Englisch beschriftet ist. Es ist also überhaupt kein Problem, sich hier zurecht zu finden. Alles ist hervorragend beschildert und leicht auffindbar. Auch werdet ihr immer Personal am Flughafen finden, das englisch spricht und gerne weiterhilft. Mir ist es auch des öfteren passiert, dass mir auf Deutsch geholfen wurde.

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Sicherheits-Check bei der Einreise

Bem Sicherheits-Check gilt wie überall auf der Welt: Habt eure Papiere inklusive Visa ready, führt nichts Illegales ein und benehmt euch bei der Sicherheitskontrolle. Nur weil es Russland ist, erwartet euch hier nichts Außergewöhnliches. An der Paß-Kontrolle erhaltet ihr einen Einreisezettel, den ihr gut aufbewahren und in Hotels und Hostels vorzeigen müsst. Ihr solltet ihn auch für die Ausreise wieder parat haben.

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Kofferausgabe

Für die Kofferausgabe folgt der entsprechenden Beschilderung „baggage reclaim“.  Ihr kommt dann in eine große Halle und auf den Monitoren findet ihr die Hinweise auf eurer Ausgabeband. Also ganz normal, wie auf anderen Flughäfen auch.

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Übernachtung am Flughafen

Wer nachts in Sankt Petersburg landet, dem empfehle ich, sich direkt am Flughafen einzuquartieren und erstmal in Ruhe anzukommen. Ich hatte mir eine Übernachtung im „Park Inn by Radisson Pulkovo Airport“ gebucht und musste wirklich nur mit meinem Köfferchen über die Straße. Das Hotel kann man gar nicht verfehlen.

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Das „Park inn“ ist super modern und ebenfalls auf dem neuesten Stand. Der Check-In klappte selbst um 2 Uhr nachs reibungslos, die Zimmer sind sehr sauber und vom Flugverkehr habe ich überhaupt nichts mitbekommen.

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Vom Flughafen in die Stadt

Selbstverständlich könnt ihr euch ein Taxi vom Flughafen zu eurem Hotel nehmen, wesentlich günstiger geht das allerdings mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Ueber.

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Bus zur U-Bahn

Leider ist der Pulkovo Airport noch nicht ans S- oder U-Bahn-Netz angeschlossen. Problem ist das aber keines. Direkt vor dem Flughafen hält der Bus, der euch mit der nächsten U-Bahn Station verbindet. Euer Busticket erhaltet ihr von der netten Person, die während der Fahrt durch den Bus läuft. Mit Tasche kostet das Ticket in etwa 40 Rubel. Die U-Bahn-Station könnt ihr fast nicht verfehlen, weil so ziemlich alle dort aussteigen.

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U-Bahn in die Stadt

Die U-Bahn in Sankt Petersburg ist ein Erlebnis für sich, das man sich in keinem Fall entgehen lassen sollte. Hier findet man die wohl längsten Rolltreppen der Welt. Diese sind so lang, dass man beim Aufsteigen das Ende nicht sieht!

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Das macht es angenehm hier zu reisen. Tickets bekommt man an diversen Schaltern oder Automaten. Letztere haben auch eine Menüführung auf deutsch oder Englisch. Ihr könnt euch Einzel-Tickets, Tages- oder Mehrtages-Tickets kaufen und auch mit Kreditkarte bezahlen. Hier bekommt man eine Chipkarte und hält diese später an der Kontrolle nur an das entsprechende Gerät.

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Diese Karten gelten auch in den öffentlichen Bussen und auch dort müsst ihr die Karte nur an das Terminal halten. Da die Hauptattraktionen in Sankt Petersburg alle sehr zentral und fußläufig beieinander liegen, würde ich zu Einzel-Tickets raten. Die U-Bahn-Stationen sind ebenso in russisch/englisch beschriftet, was eine Orientierung einfach macht. Gleiches gilt in den Zügen. Auch hier findet ihr im Laufband die aktuellen Stationen in lateinischen Buchstaben.

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Zudem sind die Stationen super gepflegt. Jede Stunde wird hier mit einer Reinigungsmaschine der Boden gesäubert. Von der Sauberkeit könnte sich die BVG in Berlin eine Scheibe abschneiden. Sicher habe ich mir hier auch als Frau alleine gefühlt. Auch hier muss man sich keine Sorgen machen, wie vielleicht in anderen Großstädten.

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Ueber-Taxis

Auch in Sankt Petersburg haben Ueber-Taxis Einzug gehalten und ihre Benutzung über die App ist super leicht. Beachtenswert ist natürlich, dass ihr eine aktive Internetverbindung benötigt, damit sie funktioniert. Hier könnt ihr natürlich das WLAN am Pulkovo Airport nutzen, das Datenpaket eures Mobilfunk-Anbieters (vorsicht Kostenfalle) oder ihr besorgt euch direkt eine lokale SIM-Karte. Oft sind auch die Fahrer bereit, über Thethering ihr Internet mit euch zu teilen, damit ihr bezahlen könnt. Ansonsten fand ich Ueber die einfachste Weise sich in Sankt Petersburg zu bewegen. Zudem sehr preiswert. Die wenigsten Fahrer sprechen zwar englisch, aber da Start und Zielpunkt ja direkt über die App bestimmt sind, ist das auch kein Hindernis.

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S-Bahnen

Zur Anreise mit Bus in Kombination mit S-Bahnen kann ich leider nichts sagen, da ich Letztere nicht genutzt habe. Ich kann mir aber vorstellen, dass es ähnlich einfach funktioniert. Diese Art anzureisen hat natürlich den Vorteil, dass man gleich viel mehr von der Stadt sieht, im Gegensatz zur U-Bahn die dafür schneller ist.

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Rückreise zum Flughafen

Wer sehr früh morgens fliegt, der kann zwar ab 5 Uhr die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen, aber bequemer fand ich auch hier die Anreise via Ueber-Taxi. Diese hat mich zwölf Euro gekostet und ich habe so etwa 30 Minuten von der Innenstadt bis zum Flughafen gebraucht. Wohlgemerkt nicht in der Rush-Hour. Hier sollte man dann ausreichend Zeitpuffer einplanen.

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Check-In auf der Rückreise

Für die Rückreise plant die üblichen zwei Stunden am Flughafen ein, damit ihr ganz in Ruhe die Sicherheitskontrollen passieren, euch zurechtfinden und einchecken könnte. Meine Erfahrung mit dem Pulkovo-Airport in Sankt Petersburg war auch auf dem Rückweg durchweg positiv.

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Noch bevor man zum Check-In-Schalter geht, werden die Koffer und Taschen durchleuchtet. In dieser Reiehnfolge macht das für mich sogar mehr Sinn als bei uns, denn so gelangen gefährliche Dinge gar nicht erst ins Herz eines Flughafens. Die Sicherheitskontrolle von Koffern und Taschen hält mit den internationalen Standards mit und hat mir ein gutes Gefühl gegeben.

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Die Check-In-Schalter sind leicht zu finden und das Personal spricht selbstverständlich auch englisch. Nachdem ihr eure Koffer aufgegeben habt, geht es wieder zur Pass-/Visa-Kontrolle, wo von euch auch der Einreisezettel zurückgefordert wird. Nach dem üblichen Bodyscan könnt ihr dann ganz gelassen am Gate auf euren Flieger warten.

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Die Abflugsteige sind gut beschildert, die Wege kurz und die Toiletten sauber. Wer noch Zeit übrig hat, kann seine letzten Rubel in einem der Duty-Free-Shops lassen oder sich verköstigen lassen. Wem das Geld schon ausgegangen ist, dem sei gesagt, dass man in Sankt Petersburg überall ganz leicht mit Kreditkarte zahlen kann, so auch am Flughafen.

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Fazit

Entgegen meiner eigenen Befürchtungen war die Anreise nach Sankt Petersburg super leicht. Der Flughafen ist modern, es ist alles in englisch beschildert und alle sind hilfsbereit und unterstützen gerne. Und auch die Strecke zwischen Flughafen und Stadt ist kein Hindernis und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu meistern – selbst wenn man, wie ich, kein russisch spricht.

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Du bist trotzdem noch unsicher? Dann melde dich bei mir und wir klären deine offenen Fragen. Nutze dazu das Kontaktformular oder tritt mit mir via Social Media Tools in Verbindung. Ansonsten freue ich mich immer über einen Kommentar, damit ich weiß, ob dich der Artikel weitergebracht und dir geholfen hat.

Ich habe in meiner Rolle als Online Marketing Managerin bei Germania den Erstflug von Dresden nach Sankt Petersburg begleitet. Meinen Aufenthalt, Transportmittel vor Ort und die Rückreise habe ich auf eigene Kosten selbst organisiert. Für meine Empfehlungen wurde ich nicht bezahlt, sondern ich tue das aus Überzeugung und um anderen Reisenden eine Orientierung für die Organisation ihrer Reise zu geben.

Giethoorn-Venedig-des-Nordens

Giethoorn – Wo Boote flüstern, Menschen schippern und Romantik wohnt + Gewinnspiel

Der Ort Giethoorn bezaubert mit seinem Charme, nimmt mit auf eine Reise durch die Zeit und lässt den hektischen Alltag vergessen. Warum Boote hier flüstern, die Menschen schippern gehen und wie romantisch dieser Ort ist, verrate ich dir in meinem Beitrag.

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Tausche Alltagslärm gegen den Klang der Natur

Träumst du auch manchmal von einem einfachen, entschleunigten Leben? Weg von Alltagslärm, hektischem Verkehr und gestressten Großstädtern? Dann empfehle ich dir einen Ausflug nach Giethoorn im Norden Hollands. Denn hier scheint die Zeit stehengeblieben, kann man sich auf romantischen Wasserwegen bewegen und den Alltag zum Klang der Natur ausblenden.

Straßen sind hier Wasserwege, Autos sind hölzerne Boote und Wohnblöcke suchst du vergebens. Stattdessen findest du malerische Grachten, prachtvolle Gärten, reetgedeckte Bauernhäuser und alles ist gerahmt in das saftige Grün der Natur.

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Giethoorn – das Venedig des Nordens

Giethoorn, das ist ein idyllisches Dorf in der Provinz Overijssel, was gerne auch als das „Venedig Hollands“ oder „Das Dorf ohne Straßen“ bezeichnet wird und im Jahr 1230 gegründet wurde. Im Nationalpark Weerribben-Wieden gelegen, waren es Flüchtlinge aus dem Mittelmeer die hier zuerst siedelten und Flagelanten genannt wurden. Diese Siedler waren es, die hier Hörner von wilden Ziegen fanden, die während einer Flut in dem wasserreichen Gebiet gestorben waren. Daher nannten sie diesen Platz Geytenhoren. Im Laufe der Zeit wurde daraus Geythorn und schlussendlich bekam der Ort den Namen Giethoorn.

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Wie aus Ziegenhörnen Namen wurden

Das Dorf hat seinen Ursprung dem Torfabbau zu verdanken. Der Rohstoff wurde aus dem Boden gegraben und genau dadurch entstanden die jetzt so typischen Seen und Kanäle. Die ersten Häuser wurden auf kleinen Inseln gebaut und waren, damals wie heute, nur über ihre charakteristischen Bogen und Plank Brücken oder eben mit dem Boot erreichbar. Sie und die Kanäle geben der Region ihren ganz unverwechselbaren Charakter.

170 Holzbrücken findet man in Giethoorn, sie sind stummer Zeuge der Geschichte und gleichzeitig lebendige Verbindung zwischen den Menschen. Damals wie heute ist es eine Freude, mit dem Boot unter ihnen durchzufahren, auf ihnen lustzuwandeln oder sie einfach nur zu bestaunen, wenn ihr blühendes Bouquet verzaubert.

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Giethoorn der Seelenschmeichler

Gerade weil man sich auch heute noch mit dem Boot, zu Fuß oder dem Fahrrad durch den kleinen Ort bewegt und unwillkürlich in seine Geschichte eintaucht, entschleunigt Giethoorn auf eine ganz besondere Weise. Die Natur schärft hier die Sinne und lässt den Alltag in ferner Weite erscheinen.

Und so ging es auch mir. Während stolze Schwäne und schnatternde Enten an meinem Boot vorbei zogen, der Himmel aufklärte und die Sonne mich anblinzelte, während das Wasser unter dem Kahn plätscherte, verlor auch ich mich im Hier und Jetzt. Ich nahm die Schönheit dieses Ortes wieder wahr. Ich ließ mich bezaubern von seinen hinreißenden Farmhäusern, märchenhaften Gärten und all dem zauberhaften, das diesem Ort beiwohnt.

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Wo die Liebe ihren Platz hat

Und ohne Frage Giethoorn ist der Ort für Romantiker! Packt also euren Liebsten und mietet euch ein Ruderboot am „Bovenwijd“, einem See der an das Kanalnetz angrenzt, packt den Picknickkorb voll und stoßt vom Boot aus auf das Leben an! Erkundet die Grachten vom Wasser und zu Land, gönnt euch ein Eis am Rand des Weges, knutscht im Schutz des Schilfes, bummelt durch kleine Galerien oder setzt euch verträumt unter eine der riesigen Trauerweiden. Lasst euch den Blütenduft um die Nase wehen und haucht zum Sonnenuntergang ein „Ich liebe Dich“ in das Ohr des Partners.

Mein Tipp für Verliebte: Besonders romantisch wird es gegen 17 Uhr, wenn die meisten Tagesausflügler den Ort wieder verlassen, Ruhe einkehrt und die Sonne alles in warmes Licht taucht.

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Geh puntern

Und für alle die sich als Single durchs Leben schlagen: Man kann eine Tour durch Giethoorn natürlich auch gut allein oder mit Freunden in einer Gruppe machen. Statt einem Ruderboot mietet man dann einfach einen „Punters“ und versucht sich wie ich als Steuermann. Ich empfehle sich zwei bis drei Stunden Zeit zu nehmen, an Restaurants, Kirchen und Museen zu stoppen, zum Waffel-Essen einzukehren und ein für gekühltes Geyt-Bier zu trinken. Das ist eine lokale Biersorte, die es nur hier gibt (fragt im Supermarkt).

Die kleinen mit Elektroantrieb betriebenen Boote werden von den Einheimischen hier liebevoll Punterns genannt. Wobei das „u“ wie ein „ü“ ausgesprochen wird. Das ‚punter‘ ist ein flaches Boot, das mit einem langen Holzstock, dem ‚punterboom‘, vorwärtsbewegt wird. Punterns waren in dieser Gegend jahrhundertelang das wichtigste Fortbewegungsmittel. Die heutigen Boote werden auch „Fluisterbootjes“ also Flüsterboote genannt, weil sie mit Elektromotor betrieben und besonders leise sind. Was die Gemeinde zur Auflage gemacht hat, um die Ruhe dieses Ortes zu wahren.

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Übrigens, wenn auf der nahen Dorpsgracht das tägliche Schaufahren der Tagesgäste begonnen hat, ist der angeschlossene See ein Garant für Ruhe und Erholsamkeit. Es empfiehlt sich also, wenn man zur Hauptbesuchszeit hier ist, auf das herrliches Revier auszuweichen und dies gleich noch zum Baden zu nutzen. Und keine Sorge, selbst Nichtschwimmern droht hier keine Gefahr, denn das künstliche Gewässer ist nur etwa einen Meter tief.

Mein Tipp: Aus dem See ragt eine kleine Insel empor, die Robinson-Crusoe-Feeling aufkommen lässt und wo es sich herrlich picknicken lässt. Auf dem Eiland erhebt sich auch das Kraggehuis, welches größere Gruppen tageweise oder fürs Wochenende mieten können. Vielleicht ist das ja eine Idee für dich?

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Was gibt es noch zu entdecken?

Radtouren in und um Giethoorn

Aber auch Radsportlern wird es hier nicht langweilig. Man findet in diesem Gebiet ein ausgedehntes Netz von Radwegen, voller abwechslungsreiche Landschaft und Natur (Wald, Schilf, Wasser), aber auch mit reichlich Kultur und Geschichte (ehemaligen Zuiderzee Städte). In die Umgebung von Giethoorn führen mehrere Fahrradrouten: Weerribben Wieden und natürlich die Dorfsroute Giethoorn oder die Dwarsgracht Route. Das Wegenetz ist vorbildlich beschrieben und die Radwege überlappen sich für extra Touren. Zum Rasten stoppen sollte man aber in jedem Fall an einem der Kanäle, damit man das Wasser, die Tiere und die Aussicht in vollen Zügen genießen kann. Fahrräder kann man sich in den Niederlanden sehr gut ausleihen, sie sind meiner Erfahrung nach immer in einem top Zustand und man bekommt gleich noch Tipps für die Region dazu.

Tauch ein in das Leben der Torfbauern

Das Heimatmuseum erlaubt einen Blick in einen der ursprünglichen Giethoorner Bauernhöfe direkt am Dorfkanal. Hier erlebt man wie die Menschen im 1900 Jahrhundert eingerichtet waren, wie ihre Lebensumstände aussahen und wie die Arbeit als Torfbauern den Alltag bestimmt hat.

Den Schiffsbauern über die Schulter schauen

Die traditionellen Punter-Boote, für die Giethoorn so berühmt ist, werden noch heute im Ort selbst hergestellt. Besucht die Werft „Wildeboer“ (Beulakerweg 48) und bestaunt, wie die traditionellen ‚punter‘ heute noch gebaut werden.

Angeln

Für viele ist auch Angeln eine perfekte Möglichkeit zu entspannen. In Giethoorn kann man praktisch überall fischen. Man braucht einzig eine Lizenz, die man aber im Supermarkt erhalten kann.

Schlittschuhlaufen

Wer in den Wintermonaten und bei ordentlich Frost nach Githorn kommt, hat auch die Möglichkeit hier Schlittschuhlaufen zu gehen. Ich stelle es mir wunderbar vor, hier in den weit verzweigten Kanälen unterwegs zu sein.

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Weitere Anlaufstellen für einen aktiven Urlaub in Giethoorn:

  • Schwimmbäder: subtropisches Schwimmbad De Waterwyck Steenwijk (10 km), Bad Hesselingen Meppel (15 km), Hallenbad De Kragge Zwartsluis (10 km), Im Freien Schwimmbad Tolhekke Steenwijkerwold Paasloo (10 km), Naturschwimmbad mit Strand in Nijeveen (6 km)
  • JT Kino Steenwijk und Meppel
  • Ballorig Kinderspielparadies in Meppel
  • Bowling in Hotel Zwartewater in Zwartsluis oder Bowling Center in Tuk – Steenwijk
  • Schouwburg, theater De Meenthe Steenwijk
  • Indoor Tennisplätze Racketcentrum Tuk – Steenwijk
  • Casino Zentrum Giethoorn Beulakerweg 165A

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Was sollte man in der Umgebung noch besuchen?

Naturfans kann ich den Besuch des Nationalpark Weerribben-Wieden sehr empfehlen. Zum Bummeln und Flanieren empfiehlt sich ein Ausflug in die Hansestädte Zwolle und Kampen. Wer mit Kindern reist, der mag Gefallen an einen Tag im Vergnügungspark Slagharen finden.

Veranstaltungen in Giethoorn:

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Wo kann man in Giethoorn gut essen?

Giethoorn hat auch auf kulinarischem Gebiet einen erstklassigen Ruf. Du findeset hier verschiedene empfehlenswerte Restaurants, die auch wunderbar an den Wasserwegen gelegen sind. Der Höhepunkt ist wahrscheinlich Restaurant De Lindenhof (Beulakerweg 77) mit 2 Michelin-Sternen, aber auch Hollands Venetië (Beulakerweg 167) und ’t Achterhuus (Dominee T O Hylkemaweg 43) sind mit bestem Gewissen zu empfehlen.

Das Lokal De Lindenhof zählt zu den besten des Landes. Es befindet sich in einem umgebauten Bauernhof und wird vom Gault Millau mit 18 von 20 möglichen Punkten bewertet. Küchenchef Martin Kruithof setzt auf altehrwürdige Zutaten in neuen Variationen.  www.restaurantlindenhof.nl

Das Fanfare ist so etwas wie der gesellschaftliche Dreh- und Angelpunkt Giethoorns. Die gemütliche Kneipe liegt direkt an der Dooprsgracht. Das Interieur besteht aus Musikinstrumenten, nostalgischen Schildern und Fischereirequisiten. Während die Dorfjugend mit den Veteranen um den Titel des Billardkönigs ringt, trinkt der Rest gemütlich ein Pilsje. www.fanfaregiethoorn.nl

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Wo kann man in Giethoorn übernachten?

  • De Kruumte
    Wenige Hundert Meter vom Ortskern entfernt befindet sich dieses von der Familie Mol geführte Hotel. Die sieben Zimmer sind groß und recht modern eingerichtet. Ein guter Ort für Wochenendaufenthalte, weil viele Freizeitaktivitäten angeboten werden – vom Bogenschießen über Radfahren bis zu Touren im Flüsterboot. Kerkweg 48a www.dekruumte.com
  • Hotel D’Olde Smidse
    Dieses kleine Hotel verfügt neben sieben Zimmern auch über zwei Ferienhäuschen, die inmitten der typischen Giethoorner Landschaft liegen. D’Olde Smitse, Beukelaarweg 157 www.doldesmitsegiethoorn.nl
  • Het Kraggehuis
    Das Ferienhaus liegt auf einer kleinen Insel in der Bovenwijde. Hier können bis zu 56 Personen untergebracht werden – ideal für Kinder- oder Jugendgruppen. Preise für ein Wochenende ab 895 Euro. www.kraggehuis.nl

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Und so habe ich meinen Ausflug nach Giethoorn erlebt:

Ich war eingeladen vom Holländischen Tourismusverband und durfte einen Tag diesen zauberhaften Ort mit dem Boot entdecken. Im Rahmen der #HollandChallenge waren ich und 4 andere Blogger in Holland unterwegs. Per Fahrrad, Boot oder zu Fuß ging es für uns auf Entdeckungstour und dabei mußten wir auch verschiedenste Aufgaben lösen. Schau mal in mein Video und mach dir ein Bild davon und auch von Griethoorn und seinen Grachten. Ganz nebenbei hast du gleich noch die Chance selbst einen Hotelaufenthalt abzuräumen!

Gewinne jetzt dein Erlebniswochenende in Giethoorn!

Du bist neugierig geworden auf diese Region? Dann hast du jetzt die Chance hier ein Wochenende für dich und eine Begleitung zu gewinnen. Nach einer entspannten Übernachtung frühstückt ihr Zwei im charmanten Hotel, startet dann zu eurer Entdeckungstour durch Giethoorn. Hier erlebt ihr die Geschichte und Tradition der Region, habt die Möglichkeit selbst mit dem Boot zu fahren oder mit dem Rad die Gegend zu erkunden.

Was du tun musst? Kommentiere das Video bis zum 14.11.2017 auf  YouTube und du bist im Lostopf. Darüber hinaus findest du alle Informationen zur Teilnahme im LINK.

Nachtrag: Die Gewinnerin des Giethornwochenendes steht nun fest. Tanja K. aus Karlsruhe darf nach Holland reisen und eine romatische Zeit zwischen Grachten, Booten und Blumen verbringen. Ich gratuliere ganz herzlich und wünsche viel Freude!

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Diese Kooperation entstand im Zusammenarbeit mit Holland.com

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Dresden-Zwinger-entdecken

Hey Prinzesschen und Ritter, runter von der Couch! Wir gehen heute zwingern.

Einmal nur Prinzessin sein oder tollkühner Ritter auf einer Burg. Wie sehr haben wir uns das als Kinder gewünscht. Doch was ist aus unserem Wunsch geworden? Mein Zuhause ist mein Schloss und meine Couch der Thron? Wir lungern daheim rum und verbringen die Zeit vorm TV. Dort schauen wir „Game of Thrones“ oder andere Mittelaltersagen und verpassen es, unsere ganz eigene Geschichte zu schreiben, unseren Traum zu leben und uns überhaupt lebendig zu fühlen.

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Vielen Menschen fällt gar nicht so recht auf, wie sehr ihr Leben an ihnen vorbei rauscht, wie wenig sie sich noch interessieren oder selbst ihre Freizeit gestalten. Lange Arbeitswoche mit unendlich vielen Überstunden, Abende vorm Computer, dem Handy oder am Fernseher. Was bleibt da noch für eigene Erfahrungen? Ablenkungen lauern überall und oft sind wir dankbar dafür, weil sie uns vermeintlich aus unserem Hamesterrad herausholen.

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Aber das Gegenteil ist der Fall. Das Leben plätschert an uns vorbei, ohne bleibende Momente und vor allem, ohne dass wir uns Wünsche erfüllen und ohne das wir uns daran erinnern, wovon wir als Kinder geträumt haben. Okay, ein Schloss zu haben oder eine Burg sein Eigen zu nennen, ist ein tollkühner Traum. Aber warum nicht wenigstens so fühlen, für einen Tag?

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Hey, kommt mal runter von der Couch, wir gehen heute zwingern!

Also runter von der Couch und ab ins wahre Leben! Mein Tipp heute, ich nehme dich mit auf Schlössertour nach Dresden, die Stadt die so viel mehr zu bieten hat, als die Semperoper oder die Frauenkirche, auf die sie gerne reduziert wird. Dabei ist die Elbflorenz voller großer Kulturgeschichte, die prägend für unser ganzes Land war.IMG_6749

Willkommen also in einer Kulisse aus Historie, Mythen, Sagen, Intrigen und deiner Phantasie. Für unsere erste Etappe habe ich mir den Zwinger, eines der berühmtesten barocken Gemäuer Deutschlands ausgesucht. Hier wo früher Könige, Ritter und Grafen residierten und Adlige rauschende Feste feierten startet unsere kleine Reise in die Geschichte und ich möchte dich locken, hier selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Also los!

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Zwinger-Wissen

Wusstest du zum Beispiel, dass der Zwinger neben der Frauenkirche das beliebteste Ziel der Dresdenbesucher ist? Hast du eine Ahnung, warum seine Geschichte mit Orangen zu tun hat und warum er wie ein Gatter heißt? Nein, dann wird es Zeit der Sache auf den Grund zu gehen und das Hirn mal wieder selbst anzustrengen.

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Der Name Zwinger verweist ganz klar auf seine ursprüngliche Funktion. Seine Bauweise sollte als Abwehr zwischen innerer und äußerer Burgmauer der Stadt dienen und Feinde fernhalten. Doch August der Starke hatte ganz andere Pläne, er suchte nach einen Platz für seine Statussymbole, den Orangenbäumen.

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Diese waren zu seiner Zeit gefragt und verkörperten Wohlstand, Reichtum und Ansehen. Denn nicht jeder konnte sich diese Früchte oder gar die Bäume leisten. Natürlich waren sie damit auch für August den Starken von aller höchstem Interesse, um seinen Status in der Welt zu zeigen und zu festigen.

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Aber nicht nur, dass die kostbaren Bäume hier wachsen sollten, von 1711 bis 1728 entwickelte sich unter der Leitung von Matthäus Daniel Pöppelmann aus der Orangerie ein ganzer Lustgarten und der Zwinger wurde zum Vergnügungsort. Es entstanden Pavillons, Bogengalerien, Grünflächen, Wasserbecken und das berühmte Nymphenbad.

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Balthasar Permoser (1651-1732) war es dann, der Apoll und Daphne im Grottensaal, die Nymphe mit Muschel im Nymphenbad, die Figuren von Vulkan und Ceres am Kronentor sowie die weltbekannte Gruppe der Satyrhermen und den Hercules Saxonicus auf dem Wallpavillion erschuf und Prunk und Glanz in den Zwinger brachte.

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Nach dem Tod von August dem Starken und mit dem Jahr 1728 wurde der Zwinger zum Wissensort umgewandelt, denn es zogen die naturwissenschaftlichen Sammlungen, das Kupferstich-Kabinett und eine Bibliothek ein. 1746 kam der Mathematisch-Physikalische Salon dazu, der neben der Porzellansammlung bis heute im Zwinger zu besuchen ist.

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Im Jahr 1855 errichtete Gottfried Semper mit dem Semperbau an der Elbseite eines der wichtigsten Museumsprojekte des 19. Jahrhunderts und auch heute noch befindet sich in ihm die Gemäldegalerie „Alte Meister“ und auch die Skulpturensammlung wird ab 2019 im Semperbau präsentiert.

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Aber die Geschichte meinte es nicht immer gut mit dem Zwinger. Bis auf die Grundmauern niedergebrannt wurde er beim Dresdner Maiaufstand 1849 und auch beim Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945 wurde der Gebäudekomplex stark zerstört. Es dauerte bis in die 1963iger Jahre ihn wiederherzustellen.

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Heutige Faszination des Zwingers

Doch was macht die heutige Faszination Zwinger aus? Für mich ganz klar in erster Linie, die überwältigende Fülle seiner Ausstellungen von Porzellansammlung über den Mathematisch-Physikalischen Salon bis hin zur Gemäldegalerie. Ich kenne zum Beispiel „Die alten Meister“ seit meiner Kindheit und noch immer werde ich nicht müde, mir diese Kunstwerke und Malereien anzuschauen, bei jedem meiner Dresdenbesuche.

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Mein Herz blüht noch dazu auf, wenn ich sehe, wie sie heute in den prächtigen Räumlichkeiten präsentiert werden und damit zu ihrer vollkommenen Vollendung erstrahlen. Dann stehen Deutsche Kunstmuseen großen, internationalen Galerien in nichts nach und ich bin ich stolz auf die Geschichte und Kultur unseres Landes.

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Aber es lohnt sich auch, sich Zeit zu nehmen und im Zwinger „lustzuwandeln“. Auf Terrassen zu flanieren, zwischen plätschernden Brunnen und duftenden Orangenbäumen herumzuspazieren. Und natürlich liebe ich es auch, die Leute zu beobachten, die aus der ganzen Welt anreisen und über unsere Barockbauten staunen.

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Denn das habe ich auf meinen Fernreisen gelernt, für uns mögen Schlösser und Burgen normal sein, für die meisten Menschen auf der Welt, gehören sie ins Reich der Märchen und Phantasie. Für sie grenzen diese Gebäude an Wunderwerke, die sie mit staunenden, großen Augen bewundern und ich wünsche mir, du könntest den Zwinger auch mal wieder so sehen.

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Sich mit großer Begeisterung vor Skulpturen stellen, forschen wann und von wem sie erschaffen wurden. Sich vorzustellen, welch Fleißarbeit und Geschicklichkeit damals gefordert war und wie lange es wohl gedauert hat, aus einem Sandstein einen Nymphe zu formen. Das könnte deine Challenge sein!

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Und so kann deine Entdeckungsrunde weitergehen: Frag dich, warum der untere Bereich des Zwingers der Natur gewidmet ist, warum der Dachbereich als Zone der Götter gilt und was aus den Orangenbäumen geworden ist, in unseren europäischen Wintern. Wie schwer wohl eine der Ritterrüstungen in der Rüstkammer ist oder warum es eine hohe Kunst war Porzellan herzustellen.

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In den lichtdurchfluteten Galerien des Dresdner Zwingers präsentiert sich eine der schönsten Porzellansammlungen der Welt und die kann man nicht nur sehen, sondern sich auch anhören. Warum also nicht mal mit eigenen Ohren hören, wie dieses besondere „Geschirr“ so klingt?

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Es ist spannend hier eine Geschichtsstunde einzulegen, sich mal wieder mit unserer Kultur zu beschäftigen oder sich ganz einfach mal wie eine Prinzessin zu fühlen, in dem man an einem Galakonzert in prachtvoller Robe teilnimmt. Denn auch heute schreibt der Zwinger noch Kulturgeschichte und bietet neben seinen Ausstellungen auch Konzerte und Aufführungen und somit jede Menge Möglichkeiten, ihn für sich erlebbar zu machen.

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Sich eben mal nicht erfunden Storys ala „Game of Thores“ anzuschauen, sondern realen Intrigen, Verschwörungen und Affären auf die Spur zu gehen, das könnte deinen Anreiz sein, den Fernseher abzuschalten und wieder ins wahre Leben einzutauchen. Zu entdecken, zu forschen und zu erleben.

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Hier und jetzt in deiner Welt und eben nicht auf der Couch vor der Glotze. Der Zwinger bietet die perfekte Kulisse dafür und du könntest der Held deiner ganz eigenen Geschichte werden, in dem du ihn erlebst, seine Geschichten entdeckst und seine Kulisse auf dich wirken lässt.

In diesem Sinne:

#get up & zwinger!

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PS: Mein Tipp für deinen Zwinger-Besuch ist, dir einen Guide und Geschichtenerzähler in barocker Robe zu gönnen. Das macht das Erlebnis Barock-Schloss noch authentischer. Probiers aus. Alle aktuellen Infos zu Öffnungszeiten, Ausstellungen und Veranstaltungen findest du im LINK.

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Tausche-Hamsterrad-gegen-Alltagsfluchten

Tausche Hamsterrad gegen Alltagsfluchten

Manchmal ist einfach kein Urlaub drin, manchmal kann man sich nicht einfach in den Flieger setzen und sich in die Weite dieser Welt flüchten. Was man aber sehr wohl machen kann, sind kleine Alltagsfluchten und ich sage dir auch, warum du mit ihnen aus dem Hamsterrad entfliehen kannst.

Alltagsfluchten Ballonfliegen Deutschland

Hamsterrad wie üblich

Kennen wir das nicht alle? Wir fühlen uns im Hamsterrad gefangen. Um 6:30 Uhr klingelt erbarmungslos der Wecker, wir schleppen uns zur Kaffemaschine, kämpfen uns durch den Stadtverkehr, um pünktlich um 8 Uhr am Arbeitsplatz zu sitzen und den Rechner einzuschalten. Und dann liegen sie vor uns die 8-10 oder eher 10-14 Stundenarbeitstage. Selbst wenn der Job Spaß macht, die Kollegen rocken und die Kunden charmante Freigeister sind, kostet es Kraft. Genau wie der Stress nach der Arbeit, mit Einkaufen, Fitnessstudio, Essenkochen und Haushalt.

Schreibtisch

Und dann sind da immer wieder diese kleinen Gedankenfluchten. Morgens beim Latte Macchiato träumst du dich an die italienische Küste zurück, mittags beim Thai erinnerst du dich an deinen Asien-Trip und Abends erfreust du dich an einem eisgekühlten Cider, was dich gedanklich mit zu deinem Road-Trip durch Namibia mitnimmt.

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All diese kleinen Reisen im Kopf sind wunderbar, aber manchmal machen sie dich auch traurig, weil du jetzt sofort und direkt gerne ausbrechen möchtest. Geht aber nicht! Urlaub ist in den nächsten Wochen absolut nicht drin. Kollege krank, Ferienzeit, Chef im Urlaub und du musst das alles wuppen. Wie also ausbrechen aus diesem Käfig? Job schmeißen und auf Weltreise gehen? Nein, ich glaube nicht, dass dies die einzig mögliche Lösung ist!

Alltagsfluchten Krokodiltauchen Südafrika

Arbeiten, umfallen, wiederholen

Ich denke, du brauchst einfach mehr Alltagsfluchten. Einfach mal aus seiner Routine auszubrechen und Dinge anders zu machen, reicht oft schon aus, um daraus Kraft und Energie zu schöpfen. Bei mir war das früher so, dass ich nach der Arbeit nur noch heim auf meine Couch wollte. Fernseher an und nicht mehr übers Leben nachdenken. Jeder Tag war gleich. Aufstehen, arbeiten, auf die Couch umfallen und am nächsten Morgen das Gleiche. Am Wochenende war ich dann so ausgelaugt, dass ich auch diese Tage daheim verbrachte und rate wo. Genau auf der Couch! Frustriert, gelangweilt und noch energieloser.

Alltagsfluchten Beachbar Sankt Peter Ording

Alltagsfluchten erkennen

Inzwischen ist das anders. Denn ich habe gemerkt, dass kleine Alltagsfluchten wie Urlaub zwischendrin sind. Es muss nicht die Beachbar in Ko Samui sein, wo man coole Leute trifft, tanzt oder mit Freunden anstößt. Warum nicht einen solchen Ort hier finden? Gerade in den Sommermonaten hat doch inzwischen jede mittlere Stadt ihren eigenen Stadtstrand oder ihre Roof-Top-Bars.

Alltagsfluchten Thetuin Niederlande

Es muss nicht das Wellness Retreat in Sri Lanka für Entspannung sorgen, nach einem anstrengenden Tag. Es braucht keine Safari in Südafrika, es reicht ein Spaziergang im Wald, um dich runterkommen zu lassen. Wann immer du die Gelegenheit nutzt, dem Alltag zu entfliehen, werden dir diese kleinen Oasen die du dir damit schaffst, so viel Kraft zurück geben, dass es sich anfühlt wie eine rettende Auszeit. Es gibt irre viele tolle Reise & Erlebnisblogs auf denen du gerade auch regionale Tipps bekommst, um aktiv zu werden. Schau dich einfach mal um und folge ihren Geschichten auf Facebook, Instagram & Pinterest.

Alltagsfluchten Paragliden Dänemark

If today was your last day…

Ich war es auch oft Leid, mich nach der Arbeit noch zu verabreden. Ich wollte einfach nur meine Ruhe, der Stress im Job forderte seinen Tribut. Einfach die Gedanken abschalten, um vom TV berieselt zu werden, schien mir dabei die beste Lösung. Heute weiß ich, dass dem nicht so ist. Meinen Fernseher habe ich seit Jahren abgeschafft und wann immer dieses „Couchgefühl“ wieder hoch kommt, stelle ich mir die Frage „Was würdest du tun, wenn heute dein letzter Tag wäre?!.

Alltagsfluchten Fahrrad Brandenburg

Natürlich weiß man nie, wann der Letzte ist und man wäre wohl ziemlich schnell Pleite, wenn man jeden Tag in ein anderes Paradies fliegt, Nächte durchfeiert oder sich beim Shopping berauscht. ABER wenn man ein Stückchen danach lebt, wird man sehen, wie sehr sich der Alltag und das Leben verändert. Genau dieser Gedankenansatz hilft mir, nicht den Tag zu verplämpern und im TV den anderen bei ihrem Leben zuzuschauen. Nicht zu sehen, wie sie in Bars gehen, mit Freunden abhängen oder Outdoorabenteuer durchleben. Nein, ich will das selbst!

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Wann immer ich „If today was your last day“ nachgebe und doch noch mit dem Hund der Nachbarin spazierengehe, mich mit meiner Freundin verabrede,  im Lieblingscafé vorbei schaue oder mir eine Stunde Wellness gönne, merke ich danach, wie gut das tut. Wie meine Seele auflebt, wie meine Muskeln sich entspannen und meine Gedanken wieder frei von Arbeit sind.

Alltagsfluchten blühende Kirschbäume

Mehr Action, mehr Energie

Dieses unbeschwerte Rummtollen mit dem Hund, hat mich alle Deadlines vergessen lassen. Der Plausch mit meiner Freundin war so lustig, dass die Denkerstirn nun Lachfalten Platz gemacht hat. Das Eintauchen in eine Oase der Entspannung im Wellnessbereich hat mir den Druck auf den Schultern genommen, der mich schon den ganzen Tag gequält hat. Und wann immer ich diesen „Couchgedanken“ niedergeprügelt habe und ihn durch „If today“ ersetzt habe, merke ich im Nachgang, das tat so gut!

Alltagsfluchten Sankt Peter Ording

Und nicht nur nach Feierabend funktioniert das hervorragend. Auch am Wochenende habe ich mir Alltagsfluchten eingebaut. Aber das müssen nicht unbedingt City-Trips nach Barcelona, Stockholm oder Breslau sein. Nein! Denn diese fordern oft mehr Tribut durch An und Abreise, als sie gut tun. Ich empfehle Ausflüge hier in Deutschland oder in unsere Nachbarländer. Wir haben ein wunderbares Land mit unglaublich vielen Möglichkeiten, wir sehen es oft nur nicht.IMG_5095

Will ich auf Tierbeobachtung gehen, dann kann ich das doch auch im Thüringer Wald oder Schwarzwald machen. Es ist nicht weniger spannend Luchsen und Wildkatzen auf ihren Fährten zu folgen. Möchte ich das Rauschen des Meeres hören, dann geht das doch auch wunderbar auf Zingst oder in Sankt Peter Ording. Sehne ich mich nach Wanderungen, dann ab in die sächsische Schweiz oder die Alpen.

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Soll es doch Großstadtflair sein, dann geht das auch hervorragend in Berlin, Hamburg, Düsseldort und München. Nichts ist soweit weg, dass man es nicht an einem Wochenende in sein Leben ziehen könnte. Gleiches gilt für Grenzgebiete, auch da lohnen sich Ausflüge und man ist gleich in einer ganz anderen Welt. Andere Sprache, andere Kultur, anderes Essen & andere, interessante Menschen.

Alltagsfluchten Görlitz

Nix ABER!

Und da höre ich es schon wieder, dieses „Ja, aber…!“ ABER ich hab doch kein Geld, aber ich hab doch kein Auto, aber ich muss doch noch einkaufen. Vergiss es, einen schei** musst du und man kann sich solche Fluchten auch immer günstig bis kostenlos organisieren.

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Hast du zum Beispiel schon von Couchsurfing gehört? Da kannst du kostenlos übernachten und meist sind die Gastgeber gleich noch die besten Stadtführer. Kennst du Mitfahrbörsen wie Blablacar? Hier kannst du dir die Spritkosten mit anderen Reisenden teilen. Nutzt du Regio-Tickets der Bahn, die dich günstig von A nach B bringen?

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Oder verabredest du dich in FB Gruppen zu gemeinsamen Ausflügen mit Gleichgesinnten, wo dich schon mal gerne Jemand mitnimmt? Kennst du Tauschgruppen, wo du dich als Guide anbietest und im Gegenzug für eine Mitfahrgelegenheit bekommst? Wann bist du zuletzt irgendwo hin getramped? Wann hast du dir Brote geschmiert und mitgenommen, statt teuer einzukehren?

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Freiheit beginnt im Kopf

Du siehst, es gibt tausend Möglichkeiten! Jeder der sich wirklich Freiräume schaffen will, wird Wege finden, alle Anderen nur Ausreden. Seit ich viel mehr mache und unterwegs bin, fühlt sich auch mein Leben wieder leichter an. Hört sich komisch an, weil man ja eigentlich beschäftigter ist. Der Trick dabei ist nur, dass man alles kann und nicht muss. Allein diese Freiheit im Kopf hilft sich unbeschwerter zu fühlen. „Wo nach ist mir gerade? Was würde ich jetzt gerne tun, was mir richtig gut tut?“ Sich das in jeder Minute zu fragen und danach zu leben, wird dich verändern. Du wirst merken, dass diese kleinen Alltagsfluchten sich wie Urlaub für die Seele anfühlen und du damit auch wieder Leichtigkeit in deinen Arbeitsalltag bekommst, denn eine ausgeglichene Freizeit beflügelt auch deine Kreativität, deine gute Laune – ja sogar – deinen Schlaf-Rythmus.

Alltagsfluchten Museeum

Weil du nämlich die letzten Stunden des Tages nicht mit Problemewälzen, sondern mit schönen Dingen verbracht hast, wirkt sich das auch positiv auf dein Wohlbefinden aus. So kannst du leichter einschlafen, besser träumen und entspannter durchschlafen. Und voilá am nächsten Morgen fühlt es sich auch gleich besser an, als in der Hamsterrad-Routine. Auch weil du weißt, heute Abend bin ich offen für ein neues Abenteuer. Heute Abend habe ich alle Möglichkeiten etwas großartiges zu machen, spannende Leute zu treffen oder mich im Wald beim Laufen so richtig auszupowern. Der Tag gehört wieder DIR und nicht deinem Boss und dem TV.

Alltagsfluchten Wald

Und gleiches gilt für dein Wochenende! Du kannst wild auf Festivals tanzen, Berge hochkraxeln oder einfach mal Prinzessin spielen und ein Schloss besuchen. Stell dir montags schon vor, welch unerschöpfliche Möglichkeiten sich dir eröffnen. Ist der Gedanke nicht wunderbar: „Hey, am Samstag bin ich am Meer … bezwinge ich einen 3.000er … schlüpfe ich in mein schönstes Kleid und tanze in einem Ballsaal„? Und mit jedem deiner Wochenarbeitstage wird die Vorfreude größer, werden die Möglichkeiten umfangreicher und die Ideen nehmen Formen an. Es ist nicht mehr das schwere Schwert was über dir hängt und droht: Noch 3 Monate schuften, dann ist endlich wieder Urlaub. Ab jetzt holst du dir die aufregendste Zeit des Jahres in jede deiner Wochen.

Alltagsfluchten Strand mit Kite

„ABER… man kann doch nicht jedes Wochenende weg sein!“ höre ich da schon wieder ein Unken? Noch mal zur Erinnerung: Alles kann, nichts muss. Es geht einzig um das richtige Mindsetting. Du musst nicht weg sein, um dich freier oder besser zu fühlen. Du kannst dich an jedem deiner Tage fragen „Was tut mir jetzt gut? Was will ich jetzt machen?“ Doch nicht wegfahren, wie du es die ganze Woche geplant hast? Kein Problem, du bist frei zu entscheiden. Wenn dir dieses Wochenende Baggersee, Balkon und Buch gut tun, auch gut. Du musst nur erkennen, dass du dein Leben wieder in der Hand hast und damit alle Möglichkeiten. Das allein durchbricht das Hamsterrad und macht dich gedanklich wieder frei. Probiers aus!

In diesem Sinne:

#get up & rock!

Freizeit

 

Malta-und-die-Sache-mit-der-Liebe

Malta und die Sache mit der Liebe

Wie schön ist das Leben im Urlaub, da wo es leicht und unbeschwert ist, wo die Sonne scheint, das Meer blau leuchtet und man geradezu auf einer Wolke des Glücks schwebt. Alle Sorgen daheim gelassen und hier nur aus dem einen Grund: Um glückliche Stunden zu haben. Perfekt, wenn dann noch ein Mensch dazu kommt, der die Moleküle zum hüpfen bringt und die Schmetterlinge im Bauch aufsteigen lässt.

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Ich jedenfalls empfinde es als Geschenk, glückliche Stunden und besondere Momente mit Jemandem teilen zu können, deshalb freute ich mich diesmal besonders auf meinen zweiten Malta-Trip in diesem Jahr. Denn diesmal sollte ich ihn nicht allein verbringen. Im Mai hatte ich hier einen Mann kennengelernt und jetzt wollten wir uns wiedersehen. Er wollte mir ganz neue Ecken von Malta zeigen, mit mir mit dem Roller über die Insel cruisen, in einsamen Buchten baden und abends für mich kochen. Ich freute mich also schon seit Wochen wie verrückt, meinen „Toni“ wiederzusehen.

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Wie alles began…

Antonio, wie er eigentlich heißt ist Italiener, der gerade nach Malta umgesiedelt ist. Auf meinem ersten Trip, habe ich ihn beim Cruisen mit dem Auto kennengelernt. Er fuhr mit dem Rennrad über die Insel und nach jedem meiner Fotostops überholte ich ihn wieder. Als ambitionierte Hobbyfotografin und Bloggerin auf Erkundungstour hält man da zugegebenermaßen doch recht häufig. Wobei ich schon zugeben muss, dass ich hier besonderes gerne anhielt, um mich erneut von ihm überholen zu lassen. Ich liebe einfach durchtrainierte Rennradfahrer mit ihren braungebrannten Waden und ihren perfekten Körpern in hautenger Kleidung. So ein bisschen Augenpflege kam mir daher gerade recht.

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Da sich meine Stopps nun doch recht oft wiederholten, begegneten wir uns entsprechend häufig und irgendwann lächelten wir uns an, „Hey, beim nächsten Überholvorgang, gehen wir aber einen Kaffee trinken!“ rief ich ihm mutig entgegen. Urlaub macht wahrscheinlich auch immer ein bisschen flirty. Und wie es das Schicksal wollte, nach meiner nächsten Fotosession und auf dem Weg zurück zum Auto, kam er mir qausi direkt in die Arme gefahren.

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Wir strahlten uns schon von Weitem an, er hielt und wir kamen ins Gespräch. Die übliche leichte Plauscherei „Was machst du hier? Wie lange bleibst du?“ Und natürlich auch die Frage nach dem Kaffee. „Hui, was hab ich getan, als ich das im Vorbeifahren rausposaunte? Ach was soll´s, ist ja Urlaub“ schoss es mir durch den Kopf und wir tauschten Nummern, um uns am Abend wiederzusehen. Er fuhr weiter und ich machte neben weiteren Landschaftsaufnahmen wohl auch noch ein paar von ihm, weil ich ihn so auf seinem Rennrad auch echt attraktiv fand.

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Doch das Schicksal wäre nicht das Schicksal, wenn es nicht ganz andere Pläne hätte. Am nächsten Abzweig stand er auf dem Gehweg, das Rad umgedreht und versuchte einen platten Reifen zu reparieren. Ich stoppte „Brauchst du Hilfe? Soll ich dich und das Rad einladen und heim bringen?“ fragte ich besorgt durch das geöffnete Fenster.

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Er horchte auf und als stolzem Italiener war es ihm sichtlich peinlich, dass ich ihm in einer so misslichen Situation begegnete. „Nein, nein – alles gut. Ich hab noch zwei Ersatzschläuche dabei, repariere das eben und du kannst beruhigt weiterfahren. Wir sehen uns heute Abend.“ sagte er. „Falls du doch noch Hilfe brauchst, dann ruf mich an, du hast ja jetzt meine Nummer“ ließ ich ihn wissen, bevor ich mich verabschiedete, um weiter über die Insel zu cruisen.IMG_8288

Keine Stunde später klingelt mein Handy. Unbekannte Nummer. „Toni hier. Du sag mal, könntest du mich doch nach Hause bringen? Ich hatte noch zwei weitere Platten und jetzt keinen Ersatz mehr dabei.“ Klar kann ich! Retter in der Not spiele ich ohnehin gerne und für gestrandete Rennradfahrer besonders gern. Als ich ihm ein paar Orte weiter, wieder gegenüber stand, war ihm die Geschichte mit dem Platten immer noch fürchterlich unangenehm. Wohl auch, dass er mich nun doch bemühen musste. Dafür lud er mich erst mal in die nächste Bar ein. Prima Geste und eine gute Gelegenheit sich besser kennenzulernen.

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Schicksal?

Später am Nachmittag setzte ich ihn daheim ab und wir inspizieren gemeinsam seinen Defekt. Ich musste mich ja vergewissern, dass ich ihm nicht aufgesessen war;) Und in der Tat wir fanden den Übeltäter im Schlauch. „This is destiny / Das ist Schicksal“ hörte ich ihn sagen, als er fast schon mit Stolz einen Dorn in der Hand hielt. So ganz wollte ich unser Kennenlernen nun doch nicht dem platten Reifen überlassen und intervenierte.

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Ich erklärte höflich, dass ich ihn schon das ein oder andere Mal zu oft überholt hatte, mit der Absicht flirten zu wollen. Das aber wollte er nun wieder nicht hören. „Destiny“ klingt wohl besser. Ich grinste in mich rein. Na, dann lassen wir ihm die Freude. Ganz Gentleman bedankte er sich für seine Rettung mit einem selbstgekochten Abendessen. Als braves Mädchen verabschiede ich mich danach und versprach, dass wir uns am nächsten Morgen noch mal sehen, bevor am Nachmittag mein Flieger gehen sollte.

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Ein Wiedersehen?

Den nächsten Morgen frühstückten wir gemeinsam am Hafen, liefen händchenhaltend am Meer entlang und plauschten an einer der malerischen, maltesichen Buchten. Als am Nachmittag der Abschied anstand, sah ich die ganze Sache immer noch ganz locker, während er weiterhin von Destiny und Wiedersehen sprach. „Man kennt das ja: Aus den Augen aus dem Sinn.“, dachte ich mir und machte mir keine großen Hoffnungen sondern genoss den Moment. Immerhin mal so ein schönes Urlaubsfinish gehabt zu haben, damit war ich schon glücklich.

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Doch Toni wollte in meinem Leben bleiben. An jedem Tag nach meiner Rückkehr aus Malta whatsappten, skyp´ten oder telefonierten wir. Und obwohl ich auf die Sache ja eigentlich keine fünf Penny verwettete hätte, imponierte mir seine Hartnäckigkeit. Ich mochte wie sehr er sich um mich bemühte und so nach einem Monat „Wir müssen uns wiedersehen.“ gab ich nach und buchte den nächsten Flug nach Malta zu ihm.

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Ein weiterer Monat sollte vergehen, bis wir die Chance hatten, un wiederzusehen. Wochen die wir nutzen Pläne zu schiemieden. Was wir nicht alles gemeinsam machen wollten! Rennradfahren an den Klippen von Dingli, italienisch Kochen und Rollerausflüge zu einsamen Buchten und Grotten. Ich freute mich riesig auf eine zweite Zeit auf Malta und natürlich auf „meinen“ Toni.

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Zurück für die Liebe

Am8. Juni 2017 landete ich zum weiten Mal in diesem Jahr auf Malta und konnte es kaum abwarten, ihn zu sehen und von ihm in den Arm genommen zu werden. Toni wartete am Ausgang auf mich und als ich ihn entdecke, war er mit seinem Handy beschäftigt. „Hi Toni“ rief ich ihm freudig entgegen. Er schaute auf, erkannte mich und winkte mich zu sich rüber. Als ich bei ihm ankam, war er immer noch mit dem Handy beschäftigt. Ich wartete einen Moment, denn wahrscheinlich war es eine irre wichtige Kommunikation. Als er das Ding dann endlich einsteckte und mich begrüßte, fühlte sich das irgendwie komisch an.

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Toni konnte mir nicht in die Augen sehen, drückte mich mehr mechanisch als herzlich und auf die Lippen gab es so einen schnellen gepressten Kuß, der sich irgendwie erzwungen anfühlte. Eigentlich hatte ich einen ganz intensiven, langanhaltenden Kuss erwartet, wenn man sich so lange nicht gesehen und nur aus der Ferne angeschmachtet hat. „Na vielleicht ist er einfach nur wieder schüchtern, wie beim letzten Mal auch.“ beruhigte ich mich.

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Wir brachten meine Sachen in seine Wohnung, ich bekam ein Schrankabteil und mir wurde meine Betthälfte gezeigt. Wieder passierte das alles, als sei ich ein Couchsurfinggast und nicht Jemand in den man sich verliebt hat. „Es braucht ja vielleicht eine zeitlang, bis man sich wieder angenähert hat.“ schallt es in meinem Kopf als Antwort auf meine Frage, warum er mich denn jetzt abseits der Öffentlichkeit nicht lieb in den Arm nahm.

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Wir verließen das Haus und fuhren zu meiner Lieblingsbadebucht. Auf den Felsen am Meer breiteten wir die Handtücher aus, gingen schwimmen und lagen anschließend gemeinsam in der Sonne. Endlich kam auch etwas Zuneigung von ihm. Ich war erleichtert, denn er hatte wohl doch nur mit seiner Zurückhaltung gekämpft. Die Stunden vergingen und nun endlich fühlte es sich richtig und schön an. So wie ich es das letzte Mal mit ihm auch erlebt hatte.

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Sommerglück pur

Als wir am Ende des Tages gemeinsam den Strand verließen, nahm er meine Hand und ich war der glücklichste Mensch überhaupt. Alles war nun perfekt. Ich war auf einer wunderschönen Insel, das Wetter war ein Traum und an meiner Seite war ein Mann, der mich wirklich gern hatte und mit mir gemeinsam in den Sonnenuntergang lief. Wie romantisch! An dem Abend schlief ich schnell ein, denn Anreise und der Tag hatten ihren Tribut gefordert.

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Als ich mich am nächsten Morgen an Toni kuschelte war er wieder komisch. Sehr komisch. Und wieder ließ er keine Nähe zu. „Was ist denn los, bitte?“ will ich nun doch vehement von ihm wissen. Er vergrub sein Gesicht im Kissen, konnte mir wieder nicht in die Augen schauen und rückte nicht raus, was hier gerade schief lief. Ich bestand auf eine Antwort. „Sorry, ich habe Jemanden kennengelernt. Sie ist Touristin wie du. Das ist aber erst passiert, da hattest du deinen Flug schon gebucht. Ich wollte dir den Urlaub nicht vermasseln, deshalb habe ich nichts gesagt.“ Bekomme ich nun doch als niederschmetternde Situationsanalyse von ihm.

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Ich bin fassungslos, falle aus meiner Wolke 7 und die Tränen schießen mir in die Augen. „Du hast es nicht geschafft, mir das früher zu sagen?“ wollte ich von ihm wissen. Wieder nur der Hinweis, dass er sich für mich ja einen schönen Urlaub gewünscht hatte. Ich könne ja hier bleiben und einfach mein Ding machen. „Ich bin doch nicht wegen Malta hier. Ich bin wegen dir hier. Ich habe mich auf dich und gemeinsame Unternehmungen mit dir gefreut. Hätte ich wenigstens vorher gewusst, dass es sich für dich verändert hat, dann hätte ich noch entscheiden können, ob ich fliege und wo ich übernachte.“ war meine Antwort darauf.

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Ich war zutiefst verletzt und in Tränen aufgelöst. In meinen Augen war er nur zu feige, klar Stellung zu beziehen, aber ihm das in diesem Moment entgegen zu schmettern, dafür fehlte mir die Kraft. Gerade hatten sich alle meine Träume von einem perfekten Sommerurlaub in Luft aufgelöst. Kein gemeinsames Rennradfahren am Morgen, kein planschen im türkisblauen Meer, keine romantischen Abende bei Sonnenuntergang, keine Küsse in der Nacht.

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Ich schluchzte vor mich hin, schnappte mir meinen Laptop und begann nach alternativen Unterkünften in Malta zu suchen. Booking meldete 91% ausgebucht und der Rest unbezahlbar teuer und auch die Angebote die es in der Hochsaison jetzt für AirBnB noch gab, sprengten mein Budget. Ich schrieb Couchsurfinghosts an, schilderte mein Dilemma und bat um einen Schlafplatz.

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Toni betonte immer wieder, das ich in seiner Wohnung bleiben könnte und wir auch durchaus noch gemeinsame Unternehmungen machen könnten, so als gute Freunde. Ich wollte einfach nur weg von ihm. Doch so einfach ist das nicht auf einer Insel in der Hochsaison und ich war auch nicht gewillt jetzt hunderte Euro für einen Rückflug zu zahlen und so rein gar nichts von meinem Urlaub zu haben.

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Den Tag verbrachte ich erst mal ohne ihn, um einen klaren Kopf zu bekommen und hoffte weiterhin eine Unterkunft zu finden. Der Abend näherte sich und es tat sich rein gar nichts. Ich musste also entweder irgendwo unter freiem Himmel schlafen oder doch zu ihm zurück. Draußen okkupieren war keine wirkliche Option. Als ich bei ihm ankam hatte er ein sichtlich schlechtes Gewissen und gab sich alle Mühe super nett zu mir zu sein. „Sollen wir morgen was zusammen machen?“ fragte er mit sehr viel Fürsorge in der Stimme. Ich lehnte ab. Ich will nicht mit jemandem den Tag verbringen, der mich nicht mehr will. Was soll das denn? Das schmerzt doch nur.

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Am nächsten Morgen verließ ich direkt um 7 Uhr das Haus und flüchtete mich an den Hafen nach Marsaskala. Als ich so die Uferpromenade entlang schlenderte fiel mir ein Motorroller mit großem Aufkleber darauf auf. Ein Schild mit „Du kannst mich mieten“ und eine Telefonnummer stachen mir ins Auge. Das sollte meine Lösung sein! Ich mietete mir einen Roller und hatte damit die Freiheit, Toni zumindest tagsüber aus dem Weg zu gehen.

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So schlief ich zwar noch in seiner Wohnung, verkrümelte mich aber regelmäßig in den frühen Morgenstunden, cruiste tagsüber mit dem Roller über die Insel und kam erst zum Sonnenuntergang zurück. Ich erkundete neue Regionen der Insel, kehrte zu liebgewonnen Plätzen zurück, traf interessante Menschen und machte mehr oder weniger meinen Frieden mit der Situation. Lange böse sein, kann ich ohnehin nicht.

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Ja, sogar mit Toni traf ich mich hin und wieder am Abend zum Schwimmen und es war okay. Zwar stach es noch hin und wieder in der Herzgegend, aber Liebe und Gefühle kann man nun mal nicht erzwingen. Auch ermahnte ich mich selbst, dass ich es ja ohnehin erst mal locker sehen wollte und nicht gekommen war, um zu heiraten. So plätscherten die Tage auf Malta vor sich hin bis der letzte Abend anstand.

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„Gehen wir heute Abend zum Abschied noch gemeinsam Pizza essen?“ fragte Toni, mit wohl immer noch schlechtem Gewissen. Ich willigte ein, nachdem ich den Abend davor alleine und traurig beim Essen am Meer gesessen war. Eigentlich komme ich ganz gut alleine klar, reise gerne als Single und genieße auch immer Stunden, die ich für mich selbst habe. Hier hatte das diesmal nicht geklappt. Ich hatte mich ja auf „Pärchenurlaub“ und den ganzen Romatikkram eingestellt und jeder einsame Sonnenuntergang erinnerte mich daran. Also wollte ich den Abend lieber mit ihm, als wieder alleine verbringen.

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Eine gute Idee war das allerdings nicht. Nachdem wir bestellt hatten, widmete sich Toni wieder seinen Smartphone. Was er ohnehin am liebsten tat. Ich saß also bedröppelt daneben und schaute ihm dabei zu. Ich streubte mich dagegen selbst das Handy zu zücken. Verdammt, man sitzt hier zusammen, da sollte man sich auch Zeit widmen. Tat er aber nicht. Stattdessen wischte er wild auf seinem Gerät rum.

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Und dann war es plötzlich da. Ein Bild von ihm und einer Frau. Hektisch versuchte er, auch das Bild auszublenden. Aber wie das eben so ist, genau in diesen Momenten hing die Technik und ich starrte das blöde Pärchenbild an. Wieder stach es im Herzen. „Das scheint sie also zu sein, die er jetzt seine „Bella“ nennt. So wie mich früher.“ schießt es mir durch den Kopf und ich ringe mit den Tränen. „Marlene, reiß dich zusammen. Bewahre Haltung und Würde.“ hörte ich im nächsten Moment meine innere Stimme sagen und würgte mit dem nächsten Atemzug meine Pizza runter. Der Abend war für mich gelaufen und mit Urlaub war ich ab da auch fertig.

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Als Toni mich am nächsten Morgen am Flughafen absetzte, wollte ich nicht, dass er noch mit zur Verabschiedung hinein kommt. Lieber das ganze schnell hinter mich bringen. Wieder konnte er mir nicht in die Augen schauen, nahm mich aber trotzdem zum Abschied in den Arm und drückt mir einen dieser Höflichkeitsküsse auf. Kein Abschied wie ich ihm mir zuvor ausgemalt hatte, aber immerhin war es jetzt vorbei.

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Danke Malta

Bei meinem ersten Ausflug auf die Insel fand ich Malta zwar ganz nett, wollte aber eigentlich nicht wiederkommen. Diesmal war es anders. Ich hatte mich nicht in einen Mann verliebt, dafür aber in diese Insel und die schönen Momente, die sie mir abseits von diesem Gefühlschaos geschenkt hatte. Und irgendwie war das dann doch wieder ein schönes Finale, für einen verkorksten Liebesausflug. Liebe gefunden, aber eben nicht zu einem Mann, sondern zu einem Land.

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Ob ich es bereue? Ob ich mich noch mal im Urlaub verknallen würde? Ob ich noch mal für Jemanden extra wohin fliegen würde?

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Eine Ode an die Liebe

Aber natürlich bereue ich nichts, würde ich wieder fliegen und mich auch verlieben! Denn nur wer nicht aufgibt, an die Liebe glaubt und auch eine extra Meile dafür geht, wird letztlich auch irgendwann sein Glück finden. Sich wegen Enttäuschungen zu verkriechen, emotional dicht zu machen und für keine Flirts mehr bereit zu sein, schlägt gleich alle Türen zu, dann hat man nie eine Chance! Nur wer offen durchs Leben geht, bekommt überhaupt diese Möglichkeiten. Also ja, ich würde mich wieder auf die Liebe einlassen. Nur vielleicht beim nächsten Mal vorher noch mal Fragen, ob es nicht zufällig grad ne Andere gibt:)

In diesem Sinne:

#get up & flirt!

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Sommerjung Ferienlager für Erwachsene – eine Ode an die Kindheit

Das Schöne an der Kindheit war die Unbeschwertheit des Lebens. War die Leichtigkeit des Hier und Jetzt. War das Experimentieren, sowie die Freiheit alles auszuprobieren wonach uns der Sinn stand. War das Ausschalten des Kopfes und das Machen ohne zu hinterfragen. War das Annehmen von Dingen und Menschen, ohne zu urteilen und zu beurteilen. War das Springen ins kalte Wasser und das Leben ohne Limit.

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Nur, wann haben wir aufgehört so zu leben?

Als Kinder gab es für uns eigentlich nur eine Zeitrechnung und die hieß „Jetzt“. Vergangenheit spielte keine Rolle und Zukunft war sowieso unvorstellbar weit weg. Wir nahmen uns die Freiheit einfach alles ausprobieren zu können und eigene Erfahrungen zu sammeln. Das Leben war ein riesiges Abenteuer, denn alles war neu und wunderbar. Wir waren geradezu gefordert allem auf den Grund zu gehen, ausprobieren und uns daran zu messen.

War da ein Baum, von dem aus wir in die Weite schauen konnten, dann sind wir hinauf geklettert. Gab es eine Pfütze, dann sind wir hinein gesprungen. War da ein Stein, der übers Wasser geworfen werden konnte, dann haben wir das gemacht. Wir haben Gänseblümchen die Blätter ausgerissen und Pusteblumen fliegen lassen. Wir sind freihändig Fahrrad gefahren, haben Fische im Bach gefangen und uns auch mal geprügelt, wenn es etwas zu klären gab.

Wir haben Andere nicht danach beurteilt, welche Schuhe sie tragen oder welches Handy sie benutzen. Einzig zählte, ob sie offen waren unsere Spielkameraden zu sein. Wir haben uns nicht morgens beim Aufwachen schon einen Plan vom Tag gemacht, der genau vorgab, wann wir uns mit wem trafen, um etwas zu erleben. Wir sind einfach aufgestanden und haben gemacht, wonach uns der Sinn stand.

Und heute

Heute sind wir durch getaktet, strukturiert, überlegt, bestens gegen alles versichert und haben einen Plan bis zur Rente und darüber hinaus, versteht sich. Nur Spaß am Leben, den haben wir nicht mehr. Der ging irgendwo auf dem Weg zum Erwachsenwerden verloren. Jetzt hecheln wir verzweifelt vermeintlichem Glück hinterher, betäuben uns mit Konsumgütern, blenden mit Selfies von Haus, Auto & Urlauben, umgeben uns mit falschen Freunden, berauschen uns an schnellen Autos und One-Nigh-Stands, leben auf Kosten Anderer, ertränken unsere Traurigkeit in Alkohol und versuchen uns mit Lebenshilfebüchern zu retten.

Wir beurteilen Menschen nach dem Wert ihres Handys, nicht nach ihren Talenten oder ihrem Wesen. Wir klären nichts mehr von Angesicht zu Angesicht, sondern reden hinter dem Rücken und schicken eine Armada von Anwälten für uns in den Kampf. Wir pöbeln in sozialen Netzwerken, haben aber nicht mehr den Mut für das auf die Straße zu gehen, was uns wichtig ist. Wir haben keine Ideale mehr, für die wir bereit wären, auch mal Prügel einzustecken. Nicht mal für verbale Prügel.

Einfach ehrlich

Mein erstes blaues Auge kassierte ich im Sandkasten mit 5 Jahren. Ich wollte vehement mein Spielzeug nicht teilen. Also platsch habe ich mit der Schippe eine über bekommen. Sicher nicht die feine Art, eine im wahrsten Sinne des Wortes versandete Diskussion zu beenden, aber es war eine ehrliche Antwort auf meine Sturheit. Eine Lektion die ich gelernt hatte, wenn auch schmerzlich. Zurückblickend bin ich dankbar für diese Erfahrung und manchmal wünsche ich mir jetzt so eine Klarheit. Nein, das soll kein Aufruf zu Gewalt sein. Um Gottes Willen nicht. Nicht von mir als friedliebendem Menschen.

Ich meine einfach die Ehrlichkeit die darin steckt. Heute eiern wir rum, lassen andere unsere Konflikte austragen, benutzen unfaire Mittel oder moppen uns die unliebsamen Menschen einfach weg, anstatt klärende Gespräche von Angesicht zu Angesicht zu führen. Und ja, ich vermisse diese Zeit, an der das Leben noch einfach war und sich direkt klären lies. Und nicht nur das.

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Die Freiheit des Handelns

Ich vermisse es auch, einfach das zu tun, worauf ich Lust habe, ohne mir ständig über die Konsequenzen im Klaren sein zu müssen. Was passiert mir, wenn ich eine Risiko-Sportart anfange, auf der Autobahn mal zu schnell fahre, über einen morschen Baum über den Fluss balanciere, mal bei Rot über die Ampel laufe, meinen unfairen Boss mal die Meinung geige, mal ungesund esse, mal 5 gerade sein lasse?

Immer und sofort setzt das Denken und Hinterfragen ein. Bevor wir etwas Neues probieren machen wir uns sogar Gedanken darüber, ob wir dämlich dabei aussehen könnten. Haben wir uns das früher auch gefragt? Ganz sicher nicht. Die Medien, die Gesellschaft und die Wertevorstellungen haben uns geprägt. Phrasen von „Das gehört sich nicht als Mädchen“ bis „Was soll mal aus dir werden“ haben uns irgendwann einknicken lassen, unseren eigenen und selbstbestimmten Weg zu gehen.

Was aus uns geworden ist

Wir hecheln vermeintlich besseren und höher bezahlten Jobs hinterher, kriechen den falschen Leuten in den Hintern und schieben Überstunden für Lau. Um zu beeindrucken und mithalten zu können, opfern wir auch noch Zeit nach Feierabend und am Wochenende und vernachlässigen dafür unsere „Ich-Zeit“, Freunde und Familie. Nein, wir sind nicht der heldenhafte Feuerwehrmann geworden, von dem wir einst geträumt haben, weil uns eingeredet wurde, dass eine Ausbildung auf der Bank viel besser sei. Wir sind nicht Tierpflegerin im Zoo geworden, weil wie Mutti sagte, ein Job im Marketing ja bessere Zukunftsaussichten hat. Keiner hat uns damals gesagt, dass diese Jobs zwar gut bezahlt, aber in der Regel nicht erfüllend sind.

Erfüllung, die wir uns als Kinder, von unseren zukünftigen Arbeitsverhältnissen, versprochen hatten. Menschenleben retten, gutes Tun oder Tiere pflegen hat keinen gesellschaftlichen Wert mehr. Genauso wenig wie Berufe als Krankenschwester, Altenpfleger oder Polizist. Angesehen bist du als CEO, da spielt es gar keine Rolle wofür. Der Titel zählt, nicht der Inhalt. Genauso inhaltslos ist dann auch die Befriedigung die wir in solchen Rollen finden. Eine zeit lang mag der Gehaltsscheck darüber hinweg trösten, dass wir unsere Ideale auch hier verkauft haben. Aber irgendwann kommt das schleichende Gefühl und das schreien im Kopf wird immer lauter: „Was mache ich hier eigentlich?“ Mein Leben leben, ganz sicher nicht. Wir leben das Leben der Anderen. Das, was die Gesellschaft und unsere Familien von uns verlangen. Wir funktionieren. Tag ein Tag aus. Sind die Sklaven unseres Konsums geworden.

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Die auferlegte Bürde

So viele Menschen zerbrechen unter dieser Bürde. Sie leiden an Depressionen, flüchten sich in Kaufrausch, Spielsucht, Alkohol oder Tabletten. Die Statistiken sprechen eine klare Sprache. Genauso wie die Gesichter auf der Straße. Ich nenne sie gerne Zombies. Wie leblose Hüllen wandeln diese Menschen auf unseren Straßen. Da ist kein Leuchten mehr in den Augen, kein Strahlen im Gesicht und kein Lächeln auf den Lippen. Augenkontakt? Weit gefehlt! Der Blick ist gesenkt, die Körperhaltung spricht Bände. Von Gestik keine Spur.

Und ich frage mich, warum sie es selbst nicht merken. Schauen sie sich nicht im Spiegel oder in Schaufensterscheiben an? Sehen sie denn nicht, dass sie nur noch funktionieren, aber nicht mehr teilnehmen an alle dem Schönen, was diese Welt zu bieten hat? Warum kündigen sie nicht die Jobs, die sie unglücklich machen? Warum verlassen sie nicht den Partner der sie nur benutzt? Warum leben sie nicht mehr so unbeschwert wie in ihrer Kindheit?

Nicht gesellschaftsfähig

Auch ich habe schon viel zu oft Jobsituationen mit cholerischen Chefs oder missgünstigen Kollegen ertragen. Auch ich habe mich Dinge aus dem Sicherheitsgedanken heraus nicht getraut. Auch ich hing in lieblosen Beziehungen fest. Nur das alles mit dem Unterschied, ich habe es gemerkt und etwas verändert. Dafür wurde ich zwar von der Gesellschaft abgestraft als „nicht beziehungsfähig“, „nicht belastbar“ oder „nicht konstant“.  Aber alles Bullshit! Wer mich kennt weiß, dass ich nur einfach nicht alles mit mir machen lasse.

Ich bin stolz darauf Dinge anders zu machen und eben kein lebloser Zombie zu sein. Meine Augen strahlen noch und ich kann das Schöne in der Welt sehen. Ich brauche keine Drogen, bin nicht depressiv und zu Alkohol muss ich auch nicht greifen. Ich bin mir treu geblieben, auch wenn es manchmal hart ist solche Dinge über sich zu hören. Aber, ich bin gewachsen an meinen Aufgaben und habe Liebe zu mir selbst gefunden. Nur manchmal ertappe ich ich, in alte Muster zu verfallen. Mich nicht zu trauen, weil ich ein Mädchen bin, Situationen auszuhalten weil es für den Lebenslauf besser wäre oder Dinge herunter zu schlucken, weil es dem allgemeinen „Frieden“ dienlich sein könnte. Aber dann gibt es auch Momente die mich daran erinnern, wie es eigentlich richtig ist und dann lebe ich auch wieder danach.

So auch beim Sommerjung

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Frühling 2017 ich bin in einem Feriencamp für Erwachsene. Name: Sommerjung-Ferienlager. Eine Momentaufnahme:

Ich bin bewusst hier, weil ich mich zurück sehne nach der Unbeschwertheit, nach Lebensfreude, nach Herausforderungen und jeder Menge ungebremstem Spaß. Denn gerade habe ich wieder so eine schmerzliche Erfahrung mit Ablehnung, Feigheit und Intrigen hinter mich bringen müssen. Ich möchte die Zeit hier nutzen, mich wiederzufinden. Trotzdem trabe ich ins Zeltlager ein, wie ein geprügelter Hund. „Was, wenn mich hier keiner mag?“, „Was, wenn ich ausgegrenzt werde?“, „Was, wenn mich Andere schief angucken und mich zu fett finden?“.  Ja, das Leben hat schon seine Spuren hinterlassen. Und genau diese Gedanken prügeln wild auf mich ein, als ich mich auf das Zeltlager zubewege.

Das Experiment

Aber ich lasse mich auf das Experiment Ferienlager für Erwachsene ein. „Als Kind habe ich auch nicht geurteilt und in der Vergangenheit gelebt, dann werde ich es jetzt auch nicht tun.“ ist mein Plan und er geht auf. Ich blende einfach alle negativen Gedanken aus. Es ist mir egal, dass ich 15 kg über BMI liege und ziehe einfach an, worin ich mich wohl fühle. Ich plaudere munter drauf los, ohne nachzudenken und merke schnell, dass es Menschen gibt die mich trotzdem oder gerade deswegen mögen.

Ladylike ist das nicht

Und das Wichtigste, ich lege meine Angst ab. Die Angst sich lächerlich zu machen! Kopfüber stürze ich mich auf einer Gummirutsche in den See, einfach weil ich Bock drauf habe. Es ist mir völlig schnurz, dass sich das für ein Mädchen wahrscheinlich nicht ziert und für eine erwachsene Frau schon gar nicht. Mir ist es auch egal, dass ich danach einen blauen Fleck auf der Hüfte habe, der so groß ist wie eine Honigmelone und mich noch zwei Wochen begleiten wird. Ich habe Spaß daran ins Wasser zu gleiten und kann mir gar nicht mehr vorstellen, das es einen Grund geben könnte das nicht zu tun.

Weg mit der Angst

Mich packt der Mut wieder das zu tun, was mir Freude bereitet und mich glücklich macht. Ich spüre wie unwichtig es ist, gefallen zu wollen und ins Raster zu passen. Und wie viel attraktiver gelebte Lebensfreude ist. Denn ein ehrliches Lächeln wirkt auch auf Andere anziehend. Ich finde Freunde im Lager und führe tolle Gespräche – mit Tiefgang und Ehrlichkeit. Etwas, was ich gerade in der letzten Zeit so sehr vermisst habe. Ich probiere mich an Basteln, KungFu und Bogenschießen und begeistere mich fürs Survivaltraining. Ich lerne wieder Dinge auszuprobieren und auch anzunehmen, wenn mal etwas nicht zu mir passt.

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Don´t think. Just dance

Und dann ist da diese letzte Nacht. Die obligatorische Ferienlager-Disko. Wieder ertappe ich mich, an mir zu zweifeln. „Lieber etwas Schwarzes, Weites anziehen, damit ich nicht auffalle?“ „NEIN!“ Schreit es in mir. Jeans und knalliges T-Shirt werde ich tragen! Denn ich will einzig tanzen und niemandem gefallen müssen. Und das mache ich dann auch. Tanzen, als würde mir niemand zusehen. Tanzen, als gäbe es kein Morgen mehr. Tanzen, als wäre ich Shakira selbst und nicht das kleine Pummelchen. Und wieder passiert etwas. Wieder merke ich, dass gelebte Freude sexier ist, als ein perfekter Body. Das ein faltiges Grinsen um die Mundwinkel schöner ist, als ein glattgezogenes Botoxgesicht. Das ein ehrliches Strahlen in den Augen, auch erwidert wird und das man mir mein Glück gerade ansieht. Und ich bin glücklich. Überglücklich sogar.

Selbstliebe

Ich habe an diesem Wochenende wieder gelebt wie ein Kind. Ohne Wohlstandssymbole, ohne Uhr, ohne Nachdenken und Urteilen. Es hat mir gut getan, zeitlos zu sein und in den Tag hinein zu leben. Das zu tun, wonach mir gerade der Sinn steht. Mich farbenfroh zu kleiden oder bunt anzumalen, einfach weil ich mich gerade danach fühle. Ich liebe es, auf dem Trampolin zu hüpfen, auf dem Spielplatz herumzutoben, wild im Wasser zu planschen, auf Nachtwanderung oder Schnitzeljagd zu gehen. Genauso wie unter dem Sternenhimmel im Sand am Lagerfeuer zu liegen oder nach exzessivem Tanzen nackt in den See zu hüpfen.

Das alles hat mich wieder lebendig sein lassen und daran erinnert, dass das was wir in der Kindheit hatten großartig war! Das wir daran festhalten sollten und es in unserer jetziges Leben tragen sollten. Das tun was uns wirklich gut tut und glücklich macht. Nur auf das konzentrieren was uns Kraft und Lebensfreude gibt. Nur Menschen halten, die uns gut tun und um Himmelswillen erst mal nur uns selbst gefallen!

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Eine Ode an die Kindheit

So wird dieses Wochenende im Sommerjung Ferienlager für Erwachsene für mich etwas ganz Besonderes. Nicht nur eine Ode an die Kindheit, sondern auch eine Erinnerung an das Jetzt und Hier. Das Annehmen, das Verstehen, das Kreativsein und Entdecken. Das Herz öffnen und den Moment lieben.

Und als alle längst gegangen sind, sitze ich allein im Sand am See und die Tränen kullern. Tränen der Dankbarkeit für diese wunderbare Erfahrung und diese besonderen Menschen hier.

Mein Danke

Mit meinen Zeilen möchte ich auch ein herzliches Danke an das Sommerjung-Team für die Einladung zu dieser Erfahrung senden. Danke für die liebevoll gestaltete Location, das sensationelle Catering, die perfekte Orga, die phantasievoll erdachten Challenges, die herzliche Rundumbetreuung und für das perfekte Gastgebersein!

Auf diesem Weg möchte ich mich auch bei allen Teilnehmern bedanken. Ihr habt dieses Wochenende auch so sehr besonders und für mich denkwürdig gemacht. Mit euren fabelhaften Charakteren, eurem Mut, euer Unerschütterlichkeit, euer Neugier, euer Zuversicht, euer Kreativität, euerm Spieldrang, euer ganz eigenen Art euch hier einzubringen.

Danke an alle für diese außergwöhnliche Erfahrung!

Hier gehts zum Video mit allen Impressionen:

Titelbild des Blogbeitrags Littleblubag! Danke auch für die vielen tollen Momentaufnahmen und das Video.

Meine Worte an dich:

Ich möchte dich mit meinem Text an die Unbeschwertheit der Kindheit erinnern und wie wertvoll diese Zeit doch war. Ich möchte dich ermuntern, auf deine innere Stimme zu hören. Ich wünsche mir für dich wieder diese „sommerjunge“ Freiheit, das Leben zu leben, was dir gut tut und dich glücklich macht. Und wenn du nicht mehr weißt, wie das alles geht und sich anfühlt, dann probier doch mal ein Ferienlager für Erwachsene – das Sommerjung zum Beispiel.

In diesem Sinne:

#getup&rock

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Warum du tanzen solltest, wenn du glücklich bist

Da stehe ich nun in der Landschaft, hoch auf einem Mäuerchen an einer kleinen maltesischen Bucht und ich tanze, tanze, tanze. Einfach so, weil ich glücklich bin und diesen Gefühl rauslassen muss. Ob mir das denn gar nicht peinlich ist? Na sicher nicht. Warum auch? Ich fühle mich genau danach. Ich lasse zu, was mir gut tut und du solltest das auch tun, wenn du glücklich werden willst!

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Die Sonne scheint, das Meer leuchtet türkisblau und ich habe mein schönstes Strahlen im Gesicht, denn ich bin glücklich hier. Glücklich genau an diesem Ort zu sein und den Moment so tief genießen zu können. Ich liebe Musik, Tanzen, Reisen, schönes Wetter und das Rauschen des Meeres. Warum also sollte ich dieses Glücksgefühl hier nicht auch ausleben? Eigentlich wollte ich weiter die Insel entdecken, aber diese kleine Mauer vor dieser fabelhaften Bucht hat es mir einfach angetan. Ich klettere mit etwas Mühe hinauf, streife die Schuhe ab und sofort bewegt sich meine Hüfte zum Sound der Musik die aus meinem Autoradio tönt.

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Ich schließe die Augen, hebe die Arme in die Luft, mein Kopf kreist und die Wellen der Musik durchströmen meinen ganzen Körper. Der Beat gibt die Moves vor. Die Füßchen wippen zum Takt und jede Zelle meines Körpers tanzt jetzt mit mir. Die Mauer ist jetzt meine Bühne und meine Tanzfläche und ich blende völlig das, was um mich herum geschieht. Ist sowieso niemand hier. Okay ein paar Fischer, hin und wieder passiert ein Auto und auf der einfachen Hütte hinter mir ein Handwerker – aber niemand interessiert sich für mich und darum geht es auch gar nicht. Dieser Moment gehört mir. Ich tanze für Niemanden, außer mich.

Glück ist ein Insidejob

Etwas was man nur durch seine innere Einstellung erreicht. Klar, können andere einem eine Freude bereiten. Kann ein Partner auch Glück bedeuten. Aber dieses tiefe, innere Gefühl entsteht indem du siehst, was dich erfüllt, dir Freude bereitet und dein Herz zum Schwingen bringt. Wer schöne Momente erkennt und genau dann auch Gefühle zulässt, wird Glück empfinden, da bin ich fest überzeugt. In diesen Augenblicken möchte ich dann einfach nur tanzen und genau dieses Empfingen zum Ausdruck bringen.

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Für mich sind Glücksmomente oft Momente in der Natur, wenn ich Tieren begegne, an erstaunlichen Orten bin oder außergewöhnliche Beobachtungen mache. Wenn ich mit wertvollen Menschen zusammen bin, einen Seelenort gefunden habe oder etwas beobachte was mein Herz erfüllt. Das kann ein Spatz beim Bad in der Pfütze sein, ein Kinderlächeln aber auch die Aura von mystischen Stätten wie Copan Ruinas.

Authentizität rockt

Bist du jetzt etwa verwundert, dass es keine teuren Geschenke sind? Die finde ich natürlich auch toll, ohne Frage, aber tief bewegt haben sie mich nie. Das schaffen nur Erlebnisse. Etwas Authentisches, Reales, Fühlbares. Dann steigt diese Wolke aus Glück in mir auf, zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht und lässt meine Augen strahlen. Kommt dann Musik dazu, dann muss ich einfach tanzen. Egal wo ich gerade bin und wer mir gerade dabei zusieht.

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Aber das war nicht immer so! Früher war ich viel zu kopfbestimmt und hab mich von Stimmen leiten lassen, die sagten „Das kannst du aber jetzt nicht bringen. Hier tanzt man nicht!“ Pahhh! Warum denn nicht? Weil es nicht in unsere freudlose Welt passt? Weil ihr euch nicht traut? Weil es nicht alle tun?

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Ich bin nicht alle. Ich bin ich und ich tanze, wenn ich glücklich bin und du solltest das auch! Egal wie es aussieht und was Andere über dich denken könnten. Du allein kannst dich glücklich machen. Du solltest das für dich tun, weil es dich erfüllen wird. Weil das Tanzen ein Glücksbooster ist. Weil diese Liebe zu dir, dich in jeder Zelle durchströmen wird, wenn du deine Gefühle einfach mal zulässt und tanzt.

Feel the groove

Musik muss man fühlen, sich danach bewegen und daraus entsteht dann Tanz. Wer dabei „denkt“, hat verloren. Seine Gefühle in Bewegungen zu transformieren macht einen „guten“ Tänzer aus, weil man ihm ansieht, was ihn so empfinden lässt. Dabei sind es nicht besondere Moves oder einstudierte Schritte, sondern genau diese Symbiose aus Sound, Bewegungen und tiefen Gefühlen. Und gut ist sowieso relativ, denn nur du allein musst dich gut fühlen. Schau mal ins Video, da sieht man genau was ich meine! Er hat sein Glück auch am Meer gefnden, ist glücklich und tanzt einfach…

Im Jahr 2010 hatte ich eine Traumreise nach Kapstadt gewonnen. Damit erfüllte sich für mich einer der größten Wünsche überhaupt. Der Trip hatte alles und ich war überglücklich so viel Großartiges erleben zu dürfen. In einer ruhigen Stunde unseres Trips ging ich raus auf die Promenade am Meer. Ich hatte Musik in meinen Ohren und war berauscht von dem Moment. Ich stand da am Ozean von dem ich so lange geträumt hatte. In den letzten Tagen hatte ich wundervolle Menschen um mich und durfte einzigartige Erfahrungen machen. Ich war tief dankbar für das Erlebte. Und dann war es da, dieses Glück! Ich lachte und weinte gleichzeitig, weil mich die Emotionen überwältigten. In diesem Moment tanzte ich das erste Mal in der Öffentlichkeit, abseits einer Tanzfläche.

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Vor mir war die Weite des Ozeans, in mir dieser beeindruckende Frieden und alles Andere drum herum hatte ich ausgeblendet. Ich strahlte, ich tanzte, ich sprühte vor Energie und Leben. Als ich dann doch mal wieder meine Augen öffnete, war da nicht etwa eine zu erwartende Abneigung mir gegenüber. Ich wurde weder schief angeschaut, noch beleidigt oder blöd angemacht worden. Das Gegenteil war der Fall.

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Die Lebensfreude übertrug sich auf die Menschen in meiner Umgebung und das was ich ausgestrahlt habe, kam zu mir zurück. Ich wurde ebenso angelächelt, erhielt ein paar Daumenhoch oder sogar noch aufmunternde Worte. Es sollte nicht das einzige Mal auf dieser Reise sein, das ich tanzte. Das ich einfach das machte, was mich glücklich macht.

Bauch über Kopf

Nur mein bester Freund und Reisebegleiter verstand das nicht. Während die Mitmenschen auf mich durchweg positiv reagierten, war ich ihm zumeist peinlich. Ich begann ihm zu erklären, dass es reine Kopfsache ist. Das wir konditioniert sind, das zu tun was Andere tun, aber nicht mehr das, was uns glücklich macht. Ich ermunterte ihn es auch zu versuchen und irgendwie tat er das dann auch, aber wohl nur mir zu liebe.

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Seit diesem Tag am Meer in Kapstadt tanzte ich häufiger. Morgens, mittags, abends und überall dort wo meine Seelenorte waren. Und immer wenn ich das tat, war es nicht nur ein Glücksverstärker für mich. Ich steckte Menschen mit meiner guten Laune an, brachte sie dazu zu lächeln und einen Moment die eigenen Sorgen zu vergessen. Und nicht nur das. Ich brachte sie sogar dazu selbst zu tanzen.

We will be dancing

Wir schreiben das Jahr 2017. Wieder war ich in Kapstadt meiner Lieblingsstadt, am Chapmans Peak Drive meinem Herzensort. Die Sonne war gerade unter gegangen und ich tanze alleine hoch auf einer Mauer über den Felsen. Nach ein paar Minuten die ich da so herumtänzelte, tauchte neben mir eine Gruppe junger Leute auf, die in der Umgebung gepicknickt hatten. Wie sie hatte ich mein Auto an der Parkbucht abgestellt, nur schallte aus meinem Radio die neueste DJ-Mucke. Kurz zuckte ich zusammen bei ihrem Auftauchen. Wieder war ganz kurz der Gedanke da, ob ich das grad hier bringen kann. Aber ich tanze weiter. Zu schön war der Moment. Und dann geschah es! Die Gruppe näherte sich mir und fing an, einfach mitzutanzen! Und wenig später stießen wir mit ein paar Drinks sogar noch auf das Leben und diesen Augenblick an! Perfekt nicht wahr?

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Und jetzt bin ich hier in Malta. Neben mir hält ein Auto mit einem Mann der vorhin schon an mir vorbei gefahren ist. „Er schimpft mich bestimmt gleich“ denke ich mir, als er sein Fenster runterschraubt. „Mädchen, du musst doch total ausgetrocknet sein vom Tanzen in der Sonne! Hier, ich hab ein paar Erdbeeren für dich. Nimm sie und lass es dir schmecken.“ höre ich ihn sagen. Ich bin platt! Ich hab ja viel erwartet, aber von einem bestimmt 90ig Jährigen, aber so eine Geste, haut mich nun doch völlig um und ich bin sichtlich gerührt.

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Ich tanze weiter, denn auch dieses Erlebnis hat mich noch glücklicher werden lassen, als ich es ohnehin gerade bin. Über Stunden bin ich hier und gebe mich meinen Gefühlen hin. Feiere das Leben, den Moment und das positive Feedback was ich gerade bekomme. Denn der alte Herr ist nicht der Einzige, der mir sein Wohlwollen zeigt. Nun muss man auch wissen, dass ich keine Shakira bin mit perfekten Hüften, sondern eher so eine Adele nur ohne Stimme. Um so erstaunlicher finde ich es auch immer, dass ich trotzdem so angenommen werde, wie ich bin und so viel Positives erfahre.

Nix da Botoxdrossel

Wer sich also vom Tanzen abhalten lässt, weil er denkt nicht perfekt zu sein, dem sei gesagt: Alles Bullshit! Glück ist einfach das Schönste was man tragen kann und wenn man schon mal so ne Botoxdrossel lachen sehen hat, weiß man wovon ich spreche. *zwinker*

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Mich hält inzwischen nichts mehr davon ab glücklich zu sein und das auch zu zeigen. Egal ob unter der Dusche daheim, auf dem Supermarktparkplatz oder im Stadtpark – ich tanze und lebe wann immer ich Lust darauf habe. Das Leben ist zu schön und zu kurz, um sich Gedanken darüber zu machen, wie Andere in ihrer beschränkten Welt darüber denken. Glück entsteht, wenn wir es zulassen. Wenn uns glücklich machen. Wenn wir aufhören nach den Regeln und Ansagen der Anderen zu leben und genau deshalb solltest auch du tanzen, wenn du dich danach fühlst!

Tanze, basta!

Wann immer ich jetzt weit weg bin und tanze, schicke ich meinem besten Freund eine Nachricht: „Ich tanze wieder“ Und wisst ihr was? Auch er hat seine Meinung dazu geändert: „Ich verstehe nun, warum du tanzt und freue mich mit dir!“ Ist das nicht schön? Selbst meinen größten Kritiker konnte ich also doch noch vom „Tanzen wegen Glücklichkeit“ überzeugen und vielleicht probierst du es ja auch mal aus?

In diesem Sinne:

#getup&dance

Rakotzbrücke, Vorschaubild

Rakotzbrücke Kromlau – Meine Tipps für märchenhafte Fotos

Um die Rakotzbrücke in Kromlau ist in den letzten Jahren ein regelrechter Hype ausgebrochen, dem auch ich mich nicht entziehen konnte. Wer aber hierher reist zum Fotografieren, der sollte ein paar Dinge beachten, damit aus einem durchschnittlichen Motiv auch ein märchenhaftes Foto wird!

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Wahrscheinlich war ich als Kind schon im Kromlauer Park, habe mich in Büschen oder hinter Bäumen versteckt, hier fange gespielt und dieses Bauwerk bestaunt, aber wirklich daran erinnern kann ich mich nicht. Erst jetzt, als die Brücke einen regelrechten Run erlebt, bin ich wieder auf sie aufmerksam geworden.

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Ich liebe es ja, mich auf Instagram zum Reisen verführen zu lassen. #Wanderlust #Fernweh #postcardfromtheworld eingeben und schon findet man die schönsten und inspirierendsten Plätzen auf diesem Planeten. Und eines Tages als ich mich mal wieder auf eine virtuelle Reise begab, war da plötzlich dieses magische Bild der Rakotzbrücke. Ich war fasziniert! Ein See gesäumt von herbstlichem Blätterwald, ein einzigartiges Vidadukt und dazu magisches Licht – eine Szenerie wie aus dem Märchenbuch. Ohne Zweifel hatte da auch noch in Photoshop nachgeholfen, aber die Poesie des Fotos wirkte magisch auf mich. Leider stand bei meinem ersten Kontakt keine Beschreibung zu dem Bild und auch die Hashtags ließen nicht vermuten, wo sich diese Brücke befindet. Ich vergaß das Bild wieder.

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Allerdings nicht für eine sehr lange Zeit. Denn inzwischen häuften sich die Bilder zur Rakotzbrücke auf Instagram. Ich war immer noch fasziniert von diesem Motiv und fing an die Hinweise zu sammeln, um diesem Bauwerk auf die Spur zu kommen. Als ich den entscheidenen Hinweis fand, mußte ich fast schon mit Entgeisterung feststellen, das ist ja hier bei uns! Kennst du das? Du siehst ein Motiv und hast sofort einen Ort im Kopf, wo sich dieses befinden könnte? Für mich war diese Brücke irgendwo in Irland angesiedelt. Jeder weiß, dass die Insulaner bekannt sind ihre Mythen, Sagen und Legenden und so kam mir gar nicht erst in den Sinn, die Brücke könnte in Deutschland sein.

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Nach diesem kurzen Schreck und der Erkenntnis, dass die Rakotzbrücke in der Lausitz ist, stand für mich fest, dass ich da unbedingt hin muss. Dieses Projekt mußte allerdings noch warten, denn als ich rausfand, dass die Brücke in Kromlau ist, lebte ich noch in Brasilien. Nach meiner Rückkehr vergingen allerdings keine 3 Wochen und ich stand mit meiner Kamera vor diesem Kunstwerk.

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Hier kam dann eine kleine Ernüchterung! Denn das was ich bei Instagram entdeckt hatte, war inszeniert und vom Profi nachbearbeitet. Dazu kam das Herbstlaub, die mystischen Nebelschwaden und das magisches Licht. Dieses Szenario bot sich mir hier erstmal nicht. Denn wer hier an einem normalen Tag herkommt, vielleicht noch mit Mittagssonne und meint, er findet gleich das perfekte Motiv, der wird schwer enttäuscht sein. Und wenn ich mir inzwischen anschaue, was man unter dem #Rakotzbrücke findet, dann bestätigt sich dieser Eindruck.

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Inzwischen pilgern nämlich Menschen aus der ganzen Welt zur Rakotzbrücke, machen Fotos und halten ihre Erinnerung fest. Nicht jeder von ihnen ist ein Fotograf oder gar ein Photoshop-Profi und kann diese Magie, den Moment oder das morgendliche Schauspiel genauso einfangen wie sie. Mir ging es ja nicht anders. Man braucht schon das perfekte Licht, diese besondere Stimmung, einen ruhigen See und mit viel Glück noch aufsteigende Feuchtigkeit. So sind inzwischen unter dem Hashtag mehr durchschnittliche Fotos zu finden, als diese ganz magischen Inszenierungen. Also worauf kommt es an, wenn man tolle Fotos möchte?

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Landschaftsfotografie

Ein klassisches Landschaftsfoto sollte in erster Linie den Charakter, also den einzigartigen Zauber eines Ortes einfangen. Als besonders gelungen gilt dies, wenn es der Fotograf schafft, die Kulisse auch noch mit besonderem Licht, Wolken oder Nebel cherakterstark in Szene zu setzen. Und gerade hier an der Rakotzbrücke hat man in besonderer Weise die Chance dazu. Aber wie überall in der Natur gibt es neben fotografischem Geschick noch die Faktoren Wetter, Vegetation, Jahreszeit und Tageszeit die über ein gelungenes Foto entscheiden. Die richtige Vorbereitung ist daher gefragt und hier kann ich dir weiterhelfen!

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Was du wissen solltest bevor du gehst

Viele Fotografen haben es verstanden, hier diesen besonderen Zauber zu erschaffen, weil sie Profis sind und sich auch in Fotoretusche hervorragend auskennen. Dir sollte also erstmal klar sein, dass die Kulisse nicht so überwältigend ist, wie du sie aus dem Netz kennst. Sondern eben eine ganz normale Landschaft mit einem erstaunlichen Bauwerk, was erst richtig in Szene gesetzt dieses traumhafte Motiv ergibt.

Also sollte die erste Frage sein: Wie soll mein Foto aussehen? Möchte ich das herbstliche Szenario mit Blätterlaub und Nebel? Oder doch die Winterstimmung und die klirrende Kälte einfangen? Der Zeitpunkt für deine Reise sollte also entsprechend gewählt werden.

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Meine Erfahrung

Ich war inzwischem Ende des Winters, im Frühjahr, Sommer und auch im beginnenden Herbst da. Für den Herbst war ich allerdings zu früh da. Während es in München schon reichlich viel Herbstlaub gab, war in der Lausitz noch nicht viel davon zu sehen. Auch so etwas sollte man bedenken, wenn man einen Fototrip in diese Region plant. Gleiches gilt für das Frühjahr! Die Region liegt sehr östlich und ergrünt daher in der Regel 6-8 Wochen später als zum Beispiel das sonnenverwöhnte Breisgau.

Mein Tipp: Nimm dir am Besten mehr als einen Tag Zeit, um hier zu fotografieren. Ich empfehle 3 Tage/ 2 Nächte, denn so kannst du vorab schon den besten Spot für dein spezielles Foto finden, denn die Brücke funktioniert nicht nur aus einer Richtung oder zwei Positionen.

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Der beste Tag

Wenn du deinen Fotospot nicht mit der Masse an Fotografen teilen willst, dann plane gut! Komme dann zum Beispiel nicht an Pfingsten, denn dann empfängt der angeschlossene Park rund 35.000 Gäste zum Park- und Blütenfest. Am Wochenende ist mit einem erhöhten Aufkommen von Ausflüglern zu rechnen außerdem gibt es hier auch oft Hochzeitsshootings und diese brauchen bekanntlich Raum und Zeit. Meiner Erfahrung nach ist es unter der Woche am Ruhigsten. Wenn es das Wochenende sein muss, dann hat man am frühen Morgen noch die besten Chancen ungestört zu sein.

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Die beste Zeit

Reise so an, dass du mit dem aufsteigenden Nebel am Morgen und dem warmen Licht am Abend experimentieren kannst. Wenig magisch ist es allerdings, wenn die Sonne den höchsten Stand am Mittag hat.

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Der Wasserstand

Wichtig finde ich auch den Wasserstand. Als ich am Ende des Winters das erste Mal da war, hatte der kleine See ziemlich wenig Wasser. Und dazu auch noch ein sehr schlammiges und unansehnliches Ufer. Hingegegen er bei meinem letzten Besuch zu Anfang September fast übervoll war. Vermutet hatte ich eigentlich, dass er gerade am Ende des Sommers recht ausgetrocknet sein würde. Die schönere Optik hat der See, wenn er gut gefüllt ist. Zudem watet man dann auch als Fotograf nicht im Schlamm rum. Am Besten findet man raus, wie der Wasserstand ist, wenn man die täglich upgeloadeten Bilder auf Instagram beobachtet.

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Das Besondere an der Rakotzbrücke

Die Rakotzbrücke ist so konzipiert, dass sie sich im See spiegelt und der Bogen im Wasser einen perfekten Kreis bildet. Und egal von welcher Seite man sie dann betrachtet, man findet diese einzigartige Silhouette aus jedem Blickwinkel. Genau diese bauliche Meisterleistung macht dieses Kunstwerk so besonders.

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Spiegelung

Ein weiterer wichtiger Faktor für das perfekte Foto ist neben der Jahreszeit, dem Sonnenstand und dem Timing auch der Wind! Dieser perfekte Kreis bildet sich nämlich nur, wenn es absolut windstill ist. Sobald ein kleines Lüftchen geht, entstehen Wellen und zerstören die Reflektion im Wasser. Also sollte für das perfekte Foto auch ein idealer Tag gefunden werden. Im besten Fall mit absoluter Windstille. Auch hier ist wieder Zeit ein wichtiger Faktor. Wenn man sich diese nimmt, kann man auch an einem Tag mit Lüftchen, diesen einen Moment finden, an dem der See ruhig liegt und diese Kontur preisgibt. Achtung, auch viel Blütenstaub kann sich auf die Spiegelung im Wasser auswirken!

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Das Verbotene

Wichtig ist auch zu wissen, dass dieses Bauwerk ein Kunstwerk ist und keine Brücke die für die Benutzung angedacht war oder ist. Sie wurde rein als Artefakt aus in Form gebrachten Basaltsäulen errichtet. Und sollte das Highlight des Mitte des 19.Jahrhunderts entstandenen Kromlauer Parks sein. Die Rakotzbrücke ist also tabu zum Betreten, Befahren oder zum auf ihr Fotografieren. Und um es noch mal ganz deutschlich zu sagen: Es ist streng verboten, die denkmalgeschützte Rakotzbrücke zu betreten.

UDATE 21.07.2017: Udo Frenschkowski vom Landesamt für Denkmalschutz berichtet, dass insbesondere die Fugen des Bauwerks stark verwittert sind. Die Rakotzbrücke im Rhododendronpark bröckelt, muss dringend saniert werden und ist einsturzgefährdet! Dazu ein aktueller Bericht im LINK.

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Mit dem Hype der jetzt entstanden ist, mehren sich auch die Aufnahmen von Fotografen, die mehr als respektlos damit umgehen. Für die Selbstdarstellung wird dann auch in Kauf genommen, dieses Bauwerk zu zerstören. Lustig wird darauf rumgesprungen, geturnt oder die Brücke wird sogar mit dem Rad befahren. Trotz unzähliger Verbotsschilder und Warnungen. Ob das Bauwerk irgendwann in sich zusammenbricht, ob Menschen dort wegen des fehlenden Geländers verunglücken könnten – alles scheißegal. Diese Einstellung finde ich extrem armselig.

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Respekt

Stellt dir vor, du hast ein Kunstwerk erschaffen und andere mißbrauchen es, wie würdest du dich dabei fühlen? Sicherlich nicht gut. Besonders wenn deine Meisterleistung auch noch dabei Schaden nimmt. Eine springende Person kann man auch im Nachgang noch reinretuschieren, warum also auf der Leistung Anderer so entwürdigend rumtrampeln?

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Strafen

Die Gemeindeverwaltung von Gablenz (so heißt der Gemeindeverband, nicht der Ort) prüft derzeit die Brücke anders abzusichern und härter gegen Verstöße vorzugehen. Ich appelliere an den respektvollen Umgang jedes Einzelnen mit diesem Bauwerk. Und hoffe, dass so diese einmalige Brücke noch lange erhalten bleibt, nicht beschädigt wird und es keine schlimmen Unfälle gibt. Denn eine Rakotzbrücke mit dicker Mauer oder gar Stacheldrahtzaun als Absicherung, möchte ich mir nicht vorstellen.

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Foto-Ausrüstung

Jeder macht nur so gut Fotos, wie er seine Kamera beherrscht, ein Auge für die Bildgestaltung und einen Sinn für die Kreation hat – auch mit einer Miniknibse oder vom Handy aus. Deshalb lass dir von Niemandem einreden, du brauchst unbedingt die oder jene teure Kamera. Ich kenne genügend Leute mit bester Ausrüstung und trotzdem inspirieren die Fotos niemanden. Wenn du fotografieren mit dem Handy, Opas Oldscoolkamera oder deiner Miniknibse voll drauf hast, dann los!

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Ich würde dir jedoch zu einem Stativ und einem Verlaufsfilter raten, so dass deine Kamera zuläßt. Du kannst deine Kamera mit dem Stativ fixieren für verwacklungsfreie Fotos oder den Selbstauslöser nutzen, um von dir Fotos zu schießen. Mit einem Verlaufsfilter können zu hohe Kontraste, die den Dichteumfang des Sensors überschreiten, durch Abdunkelung der hellen Stellen korrigiert werden. Sprich, wenn der Himmel zu hell ist und der Rest zu dunkel rauskäme, kannst du das mit diesem Filter auffangen.

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Nachbearbeitung

Du hast ein tolles Foto geschossen, aber Feinheiten müßten noch nachbearbeitet werden? Es gibt eine Menge Bildbearbeitungsprogramme und Tutorials dazu auf YouTube. Falls du dir selbst eine Retusche nicht zutraust, dann lass doch das Bild von einem Profi bearbeiten. Retuschen übernehmen Grafikbüros, manchmal auch Druckereien oder frag einfach mal im Freundeskreis nach.

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Kleidung

Da die Brücke im Wald liegt, kann es hier noch recht frisch sein, während es sich in der Umgebung schon wohlig warm anfühlt. Je nachdem wie der Wasserstand ist und du dich am See positionieren willst, würde ich zu Gummistiefeln raten. Weil es doch einige Stellen gibt, die im matschigen Morast liegen.

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Sonstige Ausrüstung

Da es im Park keine Verpflegungsstände gibt, empfiehlt es sich, selbst etwas mitzubringen. In den Sommermonaten denkt an Mückenschutz.

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Öffnungzeiten, Eintritt & Sonstiges

Der Park in dem sich die Brücke befindet kostet keinen Eintritt und ist (bisher) auch nicht eingezäumt und entsprechend immer geöffnet.

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Barrierefreiheit

Die Wege im Park sind nicht geteert oder gepflastert. Nach meiner Erfahrung aber für Rollstuhlfahrer und Kinderwägen machbar. Rund um den See gibt es zwar viele Wurzeln, aber auch als Rollstuhlfahrer kommt man bis ans Ufer und den bekannten Fotospot.

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Hunde

Es gibt keine Einschränkung für das Mitbringen von Hunden.

Anfahrt & Parken

Die Rakotzbrücke findet man am Ortsrand von Kromlau in der Gemeinde Gablenz. Gablenz ist ein Ortsverband. Wer nach Ortsschildern fährt, sollte nach der Beschilderung „Kromlau“ suchen. Alles Andere wäre eine Irrfahrt.

An der Halbendorfer Straße, direkt vorm Ortseingang Kromlau (von Bad Muskau kommend) gibt es einen großen Parkplatz der genutzt werden kann. Fahrt ganz bis nach hinten an den Waldrand und lauft von dort über den Trampelpfad auf die andere Straßenseite in den Park. Ab da ist die Brücke beschildert und ihr seid in weniger als 2 min. da. Die Parkgebühren belaufen sich auf ca. 2 EUR für zwei Stunden, was völlig fair ist, weil der Park ja nichts kostet.

 

Übernachtung

Unterkünfte findet man überall in der Umgebung. Ich würde allerdings dazu raten, sich ein Gästezimmer in Bad Muskau zu nehmen, da dort ein wenig mehr geboten ist.

Wer Camping bevorzugt wird direkt in Kromlau fündig. Aber auch hier bietet das Umland noch einge interessante Plätze.

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Geschichte des Parks

Ich habe den großen geschichtlichen Abriss des Parks hier mal ausgeklammert, da sich mein Ansatz rein um die Fotografie der Brücke dreht.
Nutzt hier bitte eine Suchmaschine für weitergehende Informationen.

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Pro-Tipp

Der Park in Kromlau ist besonders im Mai zur Rhododendren- und Azaleenblüte eine Augenweide, allerdings sind dann auch mehr Touristen unterwegs und man wartet unter Umständen länger auf die Gelegenheit sein Foto schießen zu können.

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Rückfragen

Du hast noch weiterführende Fragen zum Park, der Brücke oder Unterkünften?
Der Ort hat eine Tourismusbetreuung. Diese ist wie folgt erreichbar:

Tel.: +49 3576 222828
E-Mail: info [at] kromlau-online.de
Internet: www.kromlau-online.de

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Umgebung

Wenn ihr schon in der Oberlausitz seid, dann empfehle ich euch einen Abstecher zum Schloß in Bad Muskau. Einen Städtetrip ins wunderbare Görlitz und wer es sportlich mag, sollte zum Bärwalder See zum Radeln, Inlinern, Schwimmen oder Kiten fahren.

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Persönliches

Ich erhebe nicht den Anspruch, dass meine Bilder hier in diesem Blogpost perfekt sind! Ganz im Gegenteil. Ich wollte euch die natürliche Umgebung der Brücke zeigen (siehe auch mein Flickr-Album). Andere Perspektiven, Blickwinkel, den Park und alles, was drumherum noch dazu gehört. Mein Anliegen ist es bestmöglich abzubilden, wie es hier wirklich aussieht, ohne großartige Inszenierung. Ich hoffe das ist mir gelungen und auch, dir mit diesem Blogpost nützliche Tipps zu geben! Lass mir gerne dazu einen Kommentar hier! Danke.

 

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Ein Mietwagen auf Malta

Mietwagen auf Malta – Tipps & Erfahrungswerte

Nicht in jedem Land ist es gleich mit einem Mietwagen unterwegs zu sein. Enge Gassen statt breite Autobahnen, Linksverkehr und eine ganz andere Verkehrsinfrastruktur oder auch die Qualität der Fahrzeuge beeinflussen den Fahrspaß. Ich war mit dem Leihwagen auf der Insel Malta unterwegs und schildere hier meine Erfahrungen. Damit möchte ich dir helfen gut auf deine Anmietung vor Ort vorbereitet zu sein.

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Mietwagen Malta – meine Erfahrung

Mir ist es wichtig, meinen Leihwagen immer über eine deutsche Website zu buchen, damit im Schadensfall auch der Gerichtsstand in Deutschland ist und ich nicht den Ärger im entfernten Urlaubsort habe. Deshalb habe ich auch für Malta meinen Mietwagen noch von Zuhause aus gebucht.

Eigentlich war auf Grund meiner Ankunftszeit eine Nachtübergabe geplant. Auf Buchungsseiten ist leider nie ersichtlich, ob die jeweilige Mietwagenfirma einen 24-Stunden-Service hat und so mußte ich das vorab telefonisch erfragen. Für die nächtliche Schlüsselübergabe sollten 26 EUR berechnen.

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Da mein Flieger Verspätung hatte, ich den Anschlußflug verpasst habe und ich ohnehin einen Tag später als geplant ankam und den Nachtservice somit nicht in Anspruch genommen habe, musste ich zumindest für diese Leistung nicht zahlen. Wichtig ist aber für dich zu wissen, dass nachts  in Malta keiner der Mietwagenschalter noch regulär offen hat und eine Übernahme des Fahrzeuges dann nur mit einer Sondervereinbarung und extra Kosten möglich ist. Wenn du also mit der letzten Maschine kommst, informiere dich besser vorher und vereinbare eine Übergabe.

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Die Fahrzeugübernahme

Mein Fahrzeug sollte ich von „First Car Rental“ direkt am Flughafen erhalten. Meist kostet eine Flughafenübernahme etwas mehr, aber wenn ich einen Bus oder ein Taxi in die Stadt nehmen muss, kostet das ja auch. So habe ich mit bester Versicherung pro Tag 23 EUR bezahlt, was ich immer noch für einen fairen Preis für einen Kleinwagen halte.

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Der Herr am Schalter sehr freundlich und sprach fließend englisch, was auf Malta ja völlig normal ist. Er hat sofort meine Buchung gefunden, die Unterlagen und Zahlung fertig gemacht und mir erklärt, wo genau ich das Fahrzeug finde. Im Übernahmeprotokoll sind die Schäden am Fahrzeug eingezeichnet gewesen. Nur sollte ich das direkt am Schalter gegenzeichnen. Allerdings bin ich kein Freund von Unterschriften, bevor ich das anzumietende Fahrzeug gesehen habe, da ich schon sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht habe. Ist die Unteschrift erstmal drauf, hat man die Fehler schon bestätigt, ohne das Fahrzeug je gesehen zu haben.

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Er bot mir allerdings an, mit dem Auto später noch mal zurück zu kommen, sollte ich noch Schäden finden. Zähneknirschend willigte ich ein. Da der Fuhrpark aller Vermieter etwas weiter weg liegt, scheint es auf Malta am Flughafen gängige Praxis zu sein, dass keine der Leihwagenfirmen das Auto mit den Mietern direkt am Fahrzeug überprüft.

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Der Fuhrpark der Vermietfirmen liegt am hintersten Ende des großen Flughafenparkplatzes. Ich empfand es als reichlich müßig mein Gepäck dahin zu schleifen, trotz Rollen an der Reisetasche. Hier empfiehlt es sich einen Trolley mitzunehmen oder das Gepäck so lange bei der Mietwagenfirma im Terminal zu lassen.

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Das Fahrzeug war einfach zu finden, denn der Mietwagenfirmenbereich ist recht übersichtlich. Wie schon angedeutet, ist hier niemand der gesamten Rentalcar-Companys vor Ort gewesen, um ggf. Fragen zu besprechen. Nicht jedes Fahrzeug ist gleich und ich schätze es eigentlich, wenn ich kurz erklärt bekomme, wie das jeweilige Auto funktioniert, welche Schalter wo sind und wie man die Tankklappe aufbekommt. Zwar bin ich nicht unerfahren mit verschiedenen Fahrzeugen, aber irgendwas ist immer nicht gleich auffindbar und kostet anschließend Zeit, um rauszubekommen wie es richtigerweise funktioniert.

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Mein Fahrzeug macht ehrlicherweise keinen besonders guten Eindruck und ich würde ihn schon etwas als „runtergerockt“ beschreiben, dabei hat er gerade 50.000 km. Ein kleiner, weißer Peugeot 107 mit so einigen Macken und fehlendem Rückscheibenwischer. Genau wegen diesem Detail muss ich nun zurück zum Schalter, denn im Protokoll ist dieser nicht verzeichnet. Da die Stelle ziemlich verrostet ist, gehe ich davon aus, dass der Wischer schon einige Jahre fehlt und längst als Makel hätte eingetragen sein müssen. Weitere Beschädigungen finde ich nicht. Dennoch muss ich mich am Schalter wieder anstellen und den Scheibenwischer nachtragen lassen, denn ich habe keine Lust im Nachgang für Schäden Anderer aufzukommen. Das ist mir genau 1x passiert und seither prüfe und fotografiere ich Mietwagen sehr genau. Wieder geht mir Zeit verloren.

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Mein Mietwagen macht auch im Verlauf der Reise noch komische Töne von Auspuff oder Krümmer. Zudem geht das Fahrzeug beim Rückwärtsfahren dauernd aus. Eine Zumutung sind auch die dreckigen Frontscheiben, die sich mit den verschlissenen Scheibenwischern nicht mehr reinigen lassen. Besonders begeistert war ich während der ganzen Reise von meinem Auto nicht. Bisher hatte ich immer sehr gepflegte Leihwagen und das hier ist eine ganz neue Erfahrung für mich.

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Der Verkehr auf Malta

In Malta herrscht Linksverkehr. Auch das bin ich schon aus einigen Reiseländern, wie Südafrika gewohnt und es ist keine große Umstellung mehr für mich. Trotzdem macht mir der Verkehr in Malta zu schaffen. Ich fahre in Richtung Birkirkara stadteinwärts und es geht unglaublich hektisch zu. Es gibt alle paar Meter unübersichtliche Kreisel und die ersten Tage tute ich mich unglaublich schwer, mich dort schnell einzugliedern. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie der Verkehr in Indien oder Paris hingegen auf mich wirken muss, denn dieser Trubel hier kostet mich schon reichlich Nerven, auch wenn man das nicht unbedingt auf meinen Fotos sieht. Aber die habe ich ja auch nicht während der Fahrt geschossen 😉

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Ebenso muss ich die nächsten Tage erfahren, dass es Sinn macht im „Stadtverkehr“ und die Grenzen zwischen den Orten sind hier fließend, besser den Bus zu nehmen. Dieser ist günstig, hat eine hohe Frequenz und bringt einen sicher ans gewünschte Ziel. Mit dem Auto ist es phasenweise unmöglich irgendwo einen Parkplatz zu finden. Besonders zu Festlichkeiten oder an den Markttagen Dienstag und Samstag ist es in manchen Stadtteilen eine Odysse sein Fahrzeug ordnungsgemäß abstellen zu können. Außerdem herrscht hier ähnlich wie in Italien meinem Eindruck nach, Stoßstangenparking, entsprechend verbeult sehen einige Verkehrsteilnehmer aus. Ich bin froh, dass Auto komplett versichert zu haben!

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Obwohl die Alstadt wunderschön ist und man herrlich da bummeln kann, beschließe ich die nächsten Tage die Insel zu erkunden und mich eher in den ländlichen Gebieten mit wenig Verkehr zu bewegen. Auch hier muss ich die Erfahrung machen, dass es sich lohnt, sehr früh aus der Stadt zu fahren, damit man nicht stundenlang im stockenden Berufsverkehr stecken bleibt.

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Nächstes wichtiges Learning an diesem Tag. Die kleinen Gassen, auf die mich mein Navi schon gerne mal schickt, reichen vom Platz oftmals nur für ein Fahrzeug. An manchen Stellen habe ich sogar das Gefühl nicht mal das. Da habe ich dann auch schon mal die Seitenspiegel eingeklappt. Auch muss man schon mal den Rückwärtsgang einlegen und einige Meter zurück fahren, wenn der Gegenverkehr nicht durchkommt. Auch das liegt sicher nicht jedem.

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Navigation

Zur Navigation auf Malta nutze ich mein altes Nokia-Handy mit „Here maps“ App, weil man damit weltweit offline unterwegs sein kann, ohne eine teure Internetverbindung haben zu müssen. Das klappt auch auf Malta wieder hervorragend und ich bin froh, dass Handy noch nicht eingemottet zu haben. Immerhin spart mir das die Miete eines Navigationssystems. Wer sich gerne anhand von Karten orientiert, der wird sich in den ländlichen Räumen auch damit gut zurechtfinden. In Innenstädten wäre mir als Alleinreisende eine Kartenführung zu anstrend gewesen. Man kann halt nicht eben mal kurz ranfahren und sich neu orientieren, dass lassen der Stadtverkehr und die engen Gassen gar nicht zu.

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Mit der Fähre nach Gozo

Einer meiner Tagesausflüge führt mich mit der Fähre von der Hauptinsel nach Gozo. Auch hier nehme ich mein Auto mit und bin positiv überrascht wie gut das funktioniert. Ich werde noch am Hafen in die richtige Spur gewiesen, fahre vorsichtig in den Bauch des Schiffes und warte auf die Ankuft. Genauso geordnet wie die Einfahrt verlasse ich die Fähre auch wieder. Erst auf der Rückfahrt zahle ich beide Überqueerungen mit ungefähr 14 EUR.

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Tanken

Da die Insel sehr übersichtlich ist und ich nur 5 Tage zum Entdecken habe, muss ich erst am Ende meiner Reise eine Tankstelle aufsuchen. Diese ist glücklicherweise auch in direkter Umgebung des Flughafens. Zum Tanken muss man sich die Säule vom Tankwart freischalten lassen. Auch war eine Barzahlung gewollt. Das erfuhr ich allerdings erst nach dem Tanken. Glücklicherweise gab es für Touristen wie mich, dann doch noch die Möglichkeit mit Kreditkarte zu bezahlen.

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Rückgabe

Der Parkplatz zur Rückgabe am Flughafen ist der Gleiche wie zur Abholung, das macht die Orientierung einfach. Wieder ist niemand vor Ort, das Fahrzeug mit mir zu inspizieren und mir gegenzuzeichnen, dass alles in Ordnung ist. Auch scheint das gängige Praxis aller Leihwagenfirmen hier zu sein. Trolley fürs Gepäck finde ich hier keinen und schleife mein schweres Gepäck also wieder mühselig in der Mittagshitze zum Terminal.

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Der Mann am Schalter ist wieder sehr höflich und fragt kurz ob es Probleme gab. Ich erfahre auch, dass das Fahrzeug jetzt nicht mehr begutachtet würde und ich ja dann mitbekomme, falls meine Kaution einbehalten würde. Außerdem wird die Kaution erst nach mindestens 10 Tagen auf der Kreditkarte wieder frei gegeben, da noch Tickets von Blitzern abgewartet werden. Auch gängige Praxis hier, verrät mir der Mitarbeiter. Das ich das nicht sonderlich gut finde, muss ich nicht betonen. Ich kenne es eigentlich so, dass Fahrzeuge noch vor Ort mit dem Kunden gecheckt werden. Sei es auf Schäden oder auch auf den Tachostand. Auch meine Tankquittung möchte er nicht entgegen nehmen. Ich darf also abwarten, ob alles mit rechten Dingen zugeht und ich meine vollen 1200 EUR Kaution wieder erhalte.

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Mein Fazit Mietwagen auf Malta:

Wer nicht unbedingt mit einem Mietwagen unterwegs sein muss, der kann auf Malta auch gut überall mit dem Bus hinkommen. Es gibt auch eine tolle „Rote-Bus-Tour“ zu den schönsten Ecken der ganzen Insel.

Wer sich dennoch für ein Fahrzeug entschließt, sollte sich auf hektischen Stadtverkehr, schlechte Parkmöglichkeiten und Linksverkehr einstellen. Ich empfehle zudem maximal einen Kleinwagen, da es eh schon eng genug ist auf der Insel.

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Bei Fahrzeugübernahme mach dir ein eigenes Übernahmeprotokoll* und dokumentiere alle Schäden auch via Foto sorgfältig. Lass dir vom Vermieter die Schäden unbedingt abzeichnen. Versichere das Fahrzeug ausreichend, da es hier leicht zu Schäden (Parken, enge Gassen) kommen kann. Steinschlag- und Unterbodenversicherung halte ich nicht für so wichtig, dass kann man nach eigenem Sicherheitsempfinden entscheiden. Aber im Gegensatz zu Afrika, wo ich es dringend anrate, finde ich es hier nicht nötig.

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Ansonsten macht es natürlich riesig Spaß Maltas Küsten entlang zu cruisen und ich kann es wirklich nur empfehlen.
Allen die hier unterwegs sind, wünsche gute und sichere Fahrt auf dieser schönen Insel!

*Ein persönliches Fahrzeugübernahme-Protokoll zu deiner eigenen Sicherheit habe ich dir auch zusammengestellt. Du kannst es im LINK kostenlos herunterladen.

Ich freue mich natürlich immer über Rückmeldung zu meinen Beiträgen. Nutz das Kommentarfeld und schreib mir, wie du den Artikel fandest und ob dich meine Tipps weitergebracht haben. Ich hab was Wichtiges vergessen? Auch dann freue ich mich über Nachricht von dir.

 

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