Wie im frostigen Schweden Huskys das Herz erweichen. Vielleicht ja auch deins?

Da stehe ich nun, umgeben von einer Herde Huskies, die außer Rand und Band sind und wild um mich toben. Ich bin mir ganz sicher, dass mir das vor Jahren, mit absoluter Wahrscheinlichkeit Schweißperlen und Herzaussetzer bereitet hätte. Hunde waren so gar nicht meine Tiere, weil ich schlichtweg als Kind oft genug gebissen wurde und panische Angst vor ihnen hatte. Meine Jahre in Südafrika haben mir diese Angst genommen. In fast jedem Haushalt gibt es schon aus Sicherheitsgründen einen Hund. Mir blieb also nichts anderes übrig, als mich zu arrangieren und diese Tiere zu mögen. image-2015-08-26(1)Und hier umringt von all den freudig springenden Huskys zu sein und nicht zu kollabieren zeigt sehr gut, das meine „Therapie“ geklappt hat. Was für ein schönes Gefühl das doch ist, ihre Aufregung zu spüren, intensiv wahr zu nehmen wie pure Freude mich umgibt und wie ihre Euphorie sich auf mich überträgt. „Ja, mein Junge, ein ganz ein schöner bist du“ rede ich dem Tier neben mir zu und streichle ihm über den Kopf. Und bin wieder von mir überrascht. Mein ganzes Leben hatte ich geglaubt, Hunde sind bösartige Bestien, die nur darauf bedacht sind, ihre messerscharfen Zähne zu fletschen und mich zu zerfleischen.image-2015-08-26Und jetzt stehe ich hier umringt von Huskies und habe das tiefe Bedürfnis jeden von ihnen zu knuddeln. Zu verlockend aber auch, diese wuschelweichen Fellmonster. „Oh ich darf was? Ich darf ein Baby Husky in den Arm nehmen?“ Noch im gleichen Moment fängt mein Herz an schnell zu schlagen, meine Mundwinkel formen ein freudiges Strahlen und meine Augen glänzen. „Puppies“ heißen Hundebabys im englischen und diesen Begriff liebe ich. Er ist nicht so nüchtern wie unser deutsches Wort „Welpen“. Puppies klingt niedlich und umschreibt viel lebendiger was sie sind, nämlich zuckersüße Wonneproppen, die tolpatschig durch die Gegen stolpern und mit ihrem drolligen Wesen jedes Herz erweichen. Meine Begeisterung so einen putzigen Vierbeiner gleich im Arm zu halten, kennt also ab dem Moment keine Grenzen mehr. 

image-2015-08-26(1)Das so ein achtwöchiger Husky allerdings schon die Dimensionen eines ausgewachsenen Hundes hat, begriff ich erst, als ich das Riesenbaby in den Arm gedrückt bekam. „Wow ist der schon groß“ bestaune ich den Kleinen. Nur an seiner Unsicherheit bemerkt man, dass er noch ein scheues Kind ist. Nach ein paar sanften Streicheleinheiten hat er seine Scheu abgelegt und kuschelt sich an mich. Ich könnte heulen vor Freude, denn das ist es, was ich an Tieren mag. image-2015-08-26Sie zeigen dir direkt, ob sie dich mögen oder nicht. Keine falsche Freundlichkeit wie bei uns Menschen. Entweder Du bekommst die Pranke ins Gesicht oder eine Zunge die dich abschleckt. Und hier ist es ganz eindeutig so, dass ich gemocht werde. Und ich mag ihn auch, den kleinen Racker. Immer wieder reiben wir die Köpfe aneinander und zeigen uns so unsere Zuneigung, Ok, vielleicht hat er sich auch in meine Wintermütze verliebt, die hat ja auch die Anmutung eines Fells. Sogar die eines Huskyfells. Wobei ich anmerken möchte, dass ich keine echten Tierfelle trage! Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass meine Kopfbedeckung auch ein Grund für die schnelle Vertrauensbasis zwischen uns war.image-2015-08-26(2)Da ich nicht die einzige in der Gruppe bin, muss ich mein gerade lieb gewonnenes Hundebaby in andere Arme abgeben. Sehr schwer fällt mir das, aber es hat auch den Vorteil, dass man das Gewicht ablegt und nun direkt zwei Hände frei hat, um die Streicheleinheiten zu intensivieren. Also, hält sich mein Abschiedsschmerz in Grenzen. 

Was haben diese Tiere doch für intensive Augen, fällt mir in dem Moment auf. Dieses strahlend helle blau was bestechend & eindringlich zu gleich ist. Mein Blick ist gefesselt vom Anmut dieser Tiere. Es gibt sicherlich viele faszinierende Hunderassen, aber Huskys sind ohne Frage, eine Klasse für sich. image-2015-08-26(3)Und wieder befinde ich mich in der aufgeregten Herde, springen die Tiere an mir hoch, wackeln sie aufgeregt mit den Schwänzen, jaulen sie vor Freude und ich beschließe gleich am nächsten Tag eine Huskytour zu machen, damit ich sie auch in Action erleben kann. Damit ich ich das Wesen dieser Hunde noch besser begreifen kann und natürlich auch noch mal die Chance habe, ein paar Stunden mit ihnen zu verbringen. Der Abschied an diesem Tag fällt mir daher nicht schwer, denn schon am nächsten Morgen werde ich wieder da sein!#infoWenn du Lust bekommen hast es mir gleich zu tun und mit Huskys auf Tuchfühlung oder gar eine Schlittenhundefahrt zu gehen, dann hier noch ein paar Tipps für dich:

Man muß keinen teuren Pauschalurlaub mit Schlittenhundefahrt buchen, sondern kann sich das auch ganz leicht allein zusammen stellen.
Ich bin von Stuttgart via Direktflug nach Arvidsjaur geflogen. Der Ort liegt im schwedischen Teil von Lappland und ist ideal für Wintersport in allen Formen. (Langlauf, Abfahrts-Ski, Schneeschuhwandern, Schneemobiltouren, Schlittenhundefahren, Autotouren auf Eis usw.) Ich war im Hotel Laponia untergebracht. Es gibt aber auch eine Menge weiterer empfehlenswerter Hotels und privater Unterkünfte. In der ganzen Umgebung gibt es verschiedene Husky-Camps die für Besucher offen stehen und bei denen Schlittenhundfahrten gebucht werden können. Wir haben für diese Fahrt 140 EUR bezahlt. Hier kommt es auch darauf an, ob man den Schlitten selbst fahren möchte oder auf einen erfahrenen Schlittenhundeführer zurück greift. Wie überall gibt es Unterschiede bei den Anbietern und man sollte sich ein wenig im Netz umschauen um den für sich richtigen Anbieter zu finden.

 

Frostigen-Schweden-Huskys-Herz-erweichen

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Bären, Kurven, Knattern – Unterwegs mit dem Schneemobil in Schweden

So eine Schneemobil-Tour kann einem schon ganz schön was abverlangen. Welcher Thrill es wirklich ist erfährst du hier:

“Oh, oh, der Radius wird immer größer. Verdammter Mist. Das ist eine Kurväääää. Ich will keine Stadionrunde drehen. Los jetzt. Zieh endlich rüber!“
Immer weiter drifte ich aus der Spur und damit weg von meiner Gruppe.

Photo Credits Eva P.

Von den Leuten, die sich eben noch mit ihren Schneemobilen wie in einer Perlenkette aufgereiht, mit mir durch die Nacht geschlagen haben. Und offensichtlich das Fahrverhalten so eines Schneemobils besser beherrschen als ich. „Fräulein, reiß dich zusammen, das kann doch wohl jetzt nicht so schwer sein. Du hast einen Motorradführerschein, fährst Jet Ski und Quadbike. Vielleicht hätte ich ein paar Übungsdrifts mehr machen sollen“ schießt es mir durch den Kopf, als ich endlich wieder in der Spur bin.Photo Credits Eva P.Photo Credits Eva P.

Wir haben den zugefrorenen See verlassen, auf dem wir gestartet sind und bewegen uns jetzt auf schmalen Waldwegen immer tiefer hinein, in die schwedische Wildnis, rund um Arvidsjaur. Ich umklammere den Griff, mein Daumen presst sich auf den Gashebel, ich versuche der Gruppe zu folgen und verdammt noch Mal in der Spur zu bleiben. „Wie war das noch? Dahin gucken, wohin man lenken möchte.“ Aber ich sehe nur verflixt, mächtige Bäume!Schneemobil SchwedenNa, das kann ja heiter werden. Allerdings ist das nicht mein einziges Problem. Denn im Moment wird es nicht nur heiter, sondern auch noch heißer. Die beheizten Griffe sind auf -30 Grad Außentemperatur optimiert. Wir haben aber nur -8 Grad, was dazu führt, dass mir das Leder der Handschuhe unter den Fingern weg schmilzt. Wie um Himmels Willen dreht man das runter? Oder gibt dem Guide Lichthupe, damit der das abschaltet? image-2015-09-12(4)Aber mir bleibt keine Zeit zum Sinnieren. Die Gruppe heizt voraus und ich versuche mitzuhalten. Das Adrenalin schießt mir durch den ganzen Körper, das Blut pocht in den Adern und mein Herz schlägt bis zum Anschlag. Nur nicht den Anschluss verlieren, bloß nicht aus der Kurve driften, ja nicht am Anstieg umkippen und schon gar nicht an einem Baum hängen bleiben.image-2015-09-12(9)Der schmale Weg windet sich durch den Wald, über uns leuchten die Sterne und angestrahlt vom Licht des Scheinwerfers funkeln die Eiskristalle des Schnees ….. Es könnte fast romantisch sein, wäre das jetzt eine Schlittenhundetour und nicht ich allein, auf einem lärmenden, 125 PS starken und 200 kg schweren Schneemobil. Schneemobil SchwedenWir „donnern“ also weiter durch die Nacht und dabei zeigt die Tachonadel gerade mal 40km/h an.  Mir reicht das schon vollkommen und ich frage mich, wie die Waldbewohner diese nächtliche Ruhestörung so finden. Ich würde ganz schön doof gucken, wenn ich als Bär aus meiner Schneekuhle aufgeschreckt werden würde und eine Horde Wildgewordener auf ihren Spaßmobilen an mir vorbei knattert.image-2015-09-12(5)Wir erreichen eine Lichtung. Wieder einer dieser tausend tiefgefrorenen Seen, dessen Ausmaße im kargen Licht des Mondes gar nicht auszumachen sind. „Tobt Euch aus, fahrt die Kisten aus, drückt mal ordentlich drauf“ – lautet die Aufforderung an uns. Und kaum ist diese ausgesprochen, sehe ich nur mehr die Rücklichter meiner Gefährten. Schneemobil SchwedenUnd nach zögerlichem „Rumcruisen“, will auch ich es nun endlich wissen. Das Ding ist durchzugsstark und bissig. Ich katapultiere mich auf 80 km/h, es drückt mir das Wasser aus den Augen und ich habe Schweißperlen auf der Stirn. Aber was soll ich sagen: Leider geil!image-2015-09-12(8)

Bären-Kurven-Knattern-unterwegs-Schneemobil-Schweden

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