Ghana – Warum ich immer wieder nach Westafrika fliege

Afrika liegt mir am Herzen. Da ich selbst noch nie in Ghana war, habe ich Wiebke vom Blog „Sonnenstrahlenmomente“ eingeladen zu berichten, was sie mit dem Land verbindet, warum sie immer wieder dahin reist und wie sie sich für Westafrika engagiert. Hier kannst du ihren Gastbeitrag lesen:


Vor sieben Jahren.

Es ist noch relativ früh am Morgen und ich verfolge das Flugzeug auf meinem Bildschirm. Ich sehe, wie es sich langsam weiter bewegt. Weg von Deutschland immer näher hin zum afrikanischen Kontinent. Von Frankfurt über Frankreich und das Mittelmeer nach Afrika, mit kurzem Stopp in Nigeria wieder ans Meer. Endstation: Accra, Ghana.

Immer wieder schaue ich auf den Bildschirm vor mir, bis wir endlich angekommen sind. Angekommen in einem Land, von dem ich so gut wie nichts weiß. Das was ich weiß ist, dass ich die nächsten vier Monate hier verbringen werde und an einer staatlichen Schule arbeiten werde. Und ich weiß, dass das Leben im westafrikanischen Ghana ganz anders sein wird als das, das ich gewohnt bin. Vorzuweisen habe ich praktisch nichts. Ich habe noch keinen Uniabschluß, habe bisher kaum etwas in meinem Leben geleistet und praktisch keine Ahnung von dem Land und seinen Menschen. Dafür habe ich etwas anderes, dass ich mit auf die Reise nehme: Empathie, Motivation und das Gefühl, etwas Gutes tun zu können.

Wie genau es zu der Entscheidung kam weiß ich allerdings nicht mehr. Anfangs war es eine Idee, die mir kurz im Kopf herum geisterte, nur um genau so schnell wieder zu verschwinden, wie sie gekommen war. Dann plötzlich sah ich mich im Reisebüro sitzen und einen Flug nach Accra buchen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass mich die nette Mitarbeiterin erst nach Agrar in Indien schicken wollte, weil sie von Accra bis dato noch nichts gehört hatte. Ein paar Wochen später startete dann die Reise ins Unbekannte am Frankfurter Flughafen.

Und nun bin ich angekommen. Früher habe ich mich immer gefragt, weshalb alle immer von dieser anderen Welt sprechen. War ich doch immer der Meinung, dass wir letztendlich doch alle im gleichen Boot sitzen, egal wo auf der Welt wir leben. Schon als ich den Fuß zum ersten Mal auf ghanaischen Boden setze weiß ich, dass genau hier diese andere Welt ist. Mir wird aber auch bewusst, dass ich genau jetzt genau hier richtig bin.

Es ist schon spät am Abend, dennoch schlägt mir tropische Hitze entgegen. Es riecht nach Afrika. Ein Gemisch aus roter Erde, dem Salz des Meeres, getrocknetem Fisch, Schweiß und anderen Gerüchen, die ich noch nicht benennen kann. Wir fahren einmal quer durch die Hauptstadt um zu dem Haus zu gelangen, in dem ich die nächsten vier Monate wohnen werden. Schon alleine die Fahrt dorthin ist ein einziges Abenteuer für alle Sinne. Ich weiß weder, wo ich hinschauen soll, noch, wie ich all diese Eindrücke, die da auf mich herunterprasseln, in einen sinnvollen Zusammenhang bringen soll. Trotzdem bin ich restlos begeistert und fasziniert von den Straßenständen, an denen allerlei Bekanntes und Unbekanntes feil geboten wird und der Atmosphäre, die Accra bei Nach ausstrahlt.

Die nächsten vier Monate sind ein Wechselbad der Gefühle. Ich lerne die ghanaische Kultur und die Menschen Ghanas kennen. Lerne, dass Beerdigungen in Ghana mehrere Tage lang gefeiert werden und die Menschen mit dem Tod ganz anders umgehen, als wir es machen. Wo wir egoistisch und traurig sind, dass wir einen geliebten Menschen verloren haben, so sind die Ghanaer auch traurig, aber sie sind auch dankbar, dass die verstorbene Person nun bei Gott und den Ahnen der Familie ist.

Ich lerne, dass es für bestimmte Anlässe einen bestimmten Stoff in einer bestimmten Farbe gibt, aus dem die Schneiderinnen die tollsten Kleider zaubern. Ich lerne eine mir vorher völlig fremde Kultur kennen und während mir das Land so viel gibt und ich eigentlich nur meine Zeit zurück geben kann, die ich den Kindern während der Schulzeit schenke, lerne ich auch viel über mich. Ghana ist ein Land, das dir vieles geben und zeigen kann und dich Dinge lehren kann, von denen du bisher nichts wusstest. Wenn du bereit bist, dich darauf einzulassen. So darf ich mit dem Land und den Menschen, die während der Reise meinen Weg ein Stückchen begleiteten, etliche schöne, aber auch einige schwierige Momente teilen.

Ehe ich mich versehe ist bereits der Abflugtag gekommen. Am liebsten würde ich erst gar nicht in das Flugzeug steigen, das mich zurück nach Deutschland bringt. Schweren Herzens sage ich Ghana auf unbestimmte Zeit auf Wiedersehen. Dass ich eines Tages zurückkommen werde steht außer Frage, denn das hatte ich wenige Tage vor dem Abflug versprochen, aber dass ich so schnell wieder einen Flug buchen würde konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht erahnen.Photo Credits by Wibke H. Sonnenstrahlenmomente

Sechs Monate später.

Wieder sitze ich im Flugzeug Richtung Accra und wieder arbeite ich an einer staatlichen Schule. Das Land ließ mich nicht mehr los und so lag es auf der Hand, wieder zurück zu kommen. Der einzige Unterschied- diesmal bin ich völlig auf mich alleine gestellt, denn in lebe nicht mit anderen Deutschen bzw. Österreichern oder Schweizern zusammen, mit denen ich mich am Ende des Tages über das Erlebte austauschen kann, sondern bei ghanaischen Freuden. Auch bleibe ich nur wenige Wochen. Diese paar Wochen reichen jedoch aus, um Ghana wieder ein Stückchen mehr zur Heimat werden zu lassen, mehr und mehr die ghanaische Kultur kennenzulernen und mich einzufügen. Ganz bewusst lasse ich ein paar Kleidungsstücke im Haus meiner Freunde zurück, denn jemand sagte mir einmal, dass man dort, wo man etwas zum Anziehen gelassen hat, immer wieder hinkommt. So kommt es, dass ich die nächsten vier Jahre jedes Jahr zurück nach Ghana fliege. Zurück in das westafrikanische Land, das früher einmal den schönen Namen Goldküste trug und das nun zu meiner zweiten Heimat geworden ist.

Vier Jahre später.

Bei einer Ghana-Reise im Jahr zuvor lerne ich meinen Verlobten kennen. In diesem Jahr reise ich zwei Mal nach Ghana. Einmal für längere Zeit, einmal nur für drei Wochen. Und nun, Ende April 2013, finde ich mich im Wirrwarr Accras wieder. All die früheren Reisen und die Erlebnisse, die mit ihnen einhergehen, haben mich geprägt und zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Ich habe Dinge gesehen, die ich lieber nicht gesehen hätte, habe gesehen, wie Kinder während des Unterrichts geschlagen wurden, nur weil sie die richtige Antwort nicht wussten und habe die schönsten Momente mit den Menschen dort geteilt. So kommt es, dass in unseren Köpfen immer mehr die Idee reift, den Kindern Ghanas nachhaltig etwas zurück zu geben und ihnen die Chance auf ein selbst bestimmtes, vielleicht auch ein klein wenig besseres, Leben zu ermöglichen.

Mein Verlobter und ich stammen beide aus Familien, in denen Hilfsbereitschaft groß geschrieben wird und in denen Familienmitglieder über die Jahre hinweg ehrenamtlich gearbeitet haben und es auch heute noch tun. Dass unsere Familien uns das mit auf den Lebensweg gegeben haben macht mich glücklich, denn das bestärkt uns in dem Vorhaben, eine eigene Hilfsorganisation zu gründen.

Durch ein Erlebnis, das ich wohl mein ganzes Leben lang nicht vergessen werde, wurde der Entschluss, dass wir dem Land, dem ich so viel zu verdanken habe, etwas zurückgeben möchten, nur noch mehr gestärkt. In die Schule, in der ich hier arbeite, geht ein kleines Mädchen. Wir verstehen uns ohne große Worte, denn sie spricht nur Twi, eine der vielen Landessprachen, die in Ghana gesprochen werden, und normalerweise begrüßt sie mich immer mit einem Lächeln auf den Lippen und mit leuchtenden Augen. An diesem Tag ist alles anders.

Sie weint die meiste Zeit und ich merke, dass sie hohes Fieber hat. Auf meine Frage, ob denn nicht jemand mit dem Kind ins nächste Krankenhaus fahren sollte, bekomme ich als Antwort, für so etwas wäre man nicht zuständig. Eine Stunde später kann ich es nicht mehr mit ansehen, steige mit dem kleinen Mädchen in ein Taxi und fahre ins nächste Krankenhaus. Eigentlich darf ich das nicht und es ist verboten, in dem Moment ist mein einziger Gedanke aber nur, dass das Kind einen Arzt braucht. Die Konsequenzen, die es mit sich ziehen würde, wenn auf der Fahrt irgendetwas passieren würde, versuche ich, so gut es geht auszublenden.

Da auf Accras Straßen alle fahren, wie sie gerade Lust haben, wird die Fahrt zur Zerreißprobe für mich. Endlich im Krankenhaus angekommen muss ich sämtliche Fragen beantworten, die ich eigentlich nicht beantworten kann, denn ich weiß weder, wie die Kleine mit Nachnamen heißt, noch, wer ihre Eltern sind und ich muss mindestens zehn Mal die Frage beantworten, ob ich nicht wirklich ihre Mutter bin. Mir platzt der Kragen und ich versichere, dass ich die Behandlung sofort zahlen kann, auch wenn die Kleine nicht krankenversichert ist, wenn sie nur endlich einmal untersucht wird.

Es stellt sich heraus, dass sie schon lange Malaria hat. Nachdem ich die Rechnung für die Untersuchung, die Medikamente und den Obruni-Zuschlag (Obruni ist Twi und bedeutet weißer Mensch) gezahlt habe, lässt mich der Arzt noch wissen, dass das kleine Mädchen, das ich nun auf dem Arm habe, die Krankheit nicht überlebt hätte, wenn ich es nicht ins Krankenhaus gebracht hätte. Am nächsten Tag bekomme ich von der Mutter als Dankeschön eine Ananas geschenkt.

Photo Credits by Wibke H. Sonnenstrahlenmomente

Photo Credits by Wibke H. Sonnenstrahlenmomente

Eine für unsere Verhältnisse vielleicht kleine Geste, aber diese Ananas ist weitaus mehr, als sich die Mutter eigentlich leisten kann. Solche Erlebnisse prägen und sie prägen auch die Arbeit, die wir mit Amebii Ghana e.V vor Ort leisten. Amebii ist Ga, eine weitere Landessprache, und bedeutet übersetzt Kinder, denn die sind es, die uns am Herzen liegen.

Kinder sind unsere Zukunft, egal, auf welchem Fleckchen Erde sie leben und sie alle haben ein Recht auf eine behütete Kindheit, in der sie nicht schon Waren auf der Straße feil bieten müssen oder den ganzen Tag auf dem Feld arbeiten müssen, statt zur Schule zu gehen, zu spielen und einfach nur Kind zu sein. Sie haben das Recht auf eine solide schulische Grundausbildung, auf Zugang zu sauberem Trinkwasser und medizinischer Grundversorgung und darauf, den Beruf zu erlernen, den sie später einmal ausüben möchten.

Mit unserer Hilfsorganisation reichen wir den Kindern Ghanas die Hand, die sie dringend brauchen und geben ihnen durch Zugang zu Bildung die Möglichkeit, zu eigenständigen, selbst denkenden Erwachsenen heranzuwachsen. Zudem arbeiten wir mit dem Menschen auf Augenhöhe und leisten so Hilfe zur Selbsthilfe. Ein Ansatz, den wir von Anfang an eingeführt haben und den wir auch beibehalten möchten ist, dass die Menschen, die in dem Dorf, in dem wir ein Projekt realisieren, leben, alle dieses Projekt auch wirklich wollen müssen und bei der Realisierung behilflich sind.

So werden die Menschen in den Entstehungsprozess eingebunden und tragen ebenfalls einen Teil zum Gelingen bei. Außerdem gehen wir nicht in ein Dorf und sagen, dass zum Beispiel unbedingt eine Schule hier gebaut werden muss. Es bringt absolut nichts, wenn wir einfach irgendwo etwas bauen, die Menschen es aber überhaupt nicht wollen und dann nicht nutzen. Vielmehr ist das Prinzip so, dass der Chief des Dorfes auf uns zukommt, wenn ein Projekt realisiert werden soll.
Durch die Unterstützung vieler Menschen, die sich von unserer Arbeit vor Ort und den Projekten anstecken lassen haben, haben wir es geschafft, bereits im ersten Jahr der Vereinsgründung einen Kindergarten und eine Schule wiederaufzubauen. Ein toller Start für unsere kleine Hilfsorganisation.

Ein Jahr später. Zum ersten Geburtstag von Amebii Ghana e.V startet ein zweites Projekt, das von uns ins Leben gerufen wird. Kronkorken helfen. Die Gesundheitsversorgung der Kinder ist uns ein großes Anliegen und so wird die Idee geboren, Kronkorken zu sammeln und diese in Krankenversicherungen für die Kinder in Ghana umzuwandeln. In dem westafrikanischen Land wird man nur behandelt, wenn man krankenversichert ist oder aber, wenn man die Behandlung zahlen kann. Kann man nicht zahlen passiert es nicht selten, dass man nach einem mehrstündigen Fußweg zum Krankenhaus und stundenlangem Warten unbehandelt nach Hause geschickt wird. Das ist schon bei einem gebrochenen Arm unzumutbar, bei Krankheiten wie Malaria ist das Ganze aber sehr fatal. Die Kronkorken, die für uns Müll sind, sorgen also dafür, dass die Kinder versichert werden und sie die Behandlung bekommen, die sie benötigen.

Heute. Mittlerweile haben wir mehrere Projekte realisiert. Gerade ist der Schulbau mit einem integrierten Kindergarten in Talawanda/Bongo im Norden Ghanas in der Finanzierungsphase. Dieses Projekt ist dringend notwendig, da die Schule momentan nur aus einem Wellblechdach besteht und der Unterricht gerade während der Regenzeit aufgrund der Bedingungen, unter denen die Schule stattfindet, immer ausfallen muss. Ein Grundstück ist bereits gefunden, die Baupläne sind fertig und sobald genug Spendengelder vorhanden sind, können wir mit dem Bau starten. Außerdem planen wir, auf dem Grundstück einen Brunnen zu bauen, durch den wir zwei Dörfer nachhaltig und dauerhaft mit sauberem Trinkwasser versorgen können.
Auch unsere „Kronkorken-Helfen-Aktion“ läuft super. Mittlerweile haben wir insgesamt schon über 10 Tonnen der kleinen Flaschenverschlüsse gesammelt und konnten so schon über 300 Kinder krankenversichern.#infoFür mehr Informationen zu beiden Projekten schaue gerne unter www.amebii-ghana.com und auf unserer Facebookseite www.facebook.com/AmebiiGhana bzw. www.kronkorken-helfen.com und der dazugehörigen Facebookseite www.facebook.com/Kronkorkenhelfen vorbei. Wir freuen uns über jede Art von Interesse und Unterstützung, denn gemeinsam können wir die Welt zwar nicht komplett verändern, aber wir können sie für die Kinder in Ghana ein kleines bisschen besser machen#dankeDanke an Wiebke für die schönen Zeilen, die mich sehr bewegt haben. Ich hoffe wir erreichen noch viel mit unserem Engagement für Afrika und ganz besonders möchte ich Dir für Deinen persönlichen Einsatz danken. Der geht soweit über das normale Maß hinaus und zeigt, wie sehr Du Dich dem Land und den Menschen verbunden fühlst. Von Herzen Danke im Namen aller, denen Du geholfen hast und die Du inspirierst!

Wer mehr über Wiebke wissen möchte dem sei ihr Blog www.sonnenstrahlenmomente.blogspot.de empfohlen.

Namibia – Was „Blogger“ empfehlen. Mit Insiderin Sabine von Ferngeweht

Bevor ich auf Reisen gehe informiere ich mich gerne bei Locals, Freunden oder auch schon mal bei anderen Bloggern und frage sie nach ihren Erfahrungen. Deshalb habe ich mich bei Sabine von „Ferngeweht“ mal nach ihrem Namibia Erlebnis erkundigt. Hier ihre Antworten:

Photo Credits by Sabine Olschner von Ferngeweht

Photo Credits by Sabine Olschner von Ferngeweht

1.) Was hat Dich nach Namibia geführt?

Ein Bildband in einem Buchhandel. Ich wollte mich für meine nächste Reise inspirieren lassen und bin auf diesen Bildband Namibia mit wahnsinnig tollen Bildern gestoßen. Da wollte ich unbedingt hin!

2.) Was hat Dich am Land am meisten beeindruckt?

Am meisten beeindruckt hat mich die Weite: Man fährt oft stundenlang durch das Land, ohne einem anderem Menschen oder Auto zu begegnen. Und wenn man von einem Berg hinunterschaut, sieht man bis zum Horizont nichts als endlose Landschaft. Das beruhigt ungemein.

3.) War es für Dich einfach, in dem Land zu reisen?

Es gibt eine Reihe sehr gut ausgebauter Straßen, aber auch viele Sandpisten, auf denen das Fahren nicht so einfach ist. Da wir einen normalen Wagen und keinen Jeep hatten, haben wir uns vor allem auf den schwierigeren Pisten viel Zeit genommen. Allgemein ist ein einfach, in Namibia zu reisen. Die Straßen sind gut ausgeschildert, mit Deutsch oder Englisch kommt man bestens zurecht und die vielen schönen Unterkünfte sind ein Traum.

4.) Hast Du Dich sicher gefühlt?

Ich habe mich in Namibia absolut sicher gefühlt. Das lag vielleicht auch daran, dass ich kaum in Städten unterwegs war. Und auf dem einsamen Land gibt es schlichtweg niemandem, der einem etwas Böses antun könnte … Vor Tieren habe ich mich auch nicht gefürchtet – wobei ich nicht im Zelt geschlafen habe. Da muss man sicherlich hinsichtlich Skorpionen oder Schlangen noch mal mehr aufpassen.

Photo Credits by Sabine Olschner von Ferngeweht

Photo Credits by Sabine Olschner von Ferngeweht

5.) Welches typische namibische Leibgericht hast Du ausprobiert – und hat’s geschmeckt?

Der Namibier grillt für sein Leben gern. Und ich muss sagen: Das Fleisch, das man dort bekommt, ist unglaublich lecker – egal ob Springbock, Kudu, Oryx, Warzenschwein, Zebra oder Rind. Keine Spur von Massentierhaltung oder künstlichem Futter. Man merkt schon am Geschmack, dass die Tiere ihr ganzes Leben frei durch die Wildnis laufen und fressen, was die Natur ihnen bietet.

6.) Welchen Adventure-Thrill hast Du gemacht und hat es sich gelohnt?

In einem Land wie Namibia brauche ich keinen Adventure-Thrill – die Natur an sich ist schon spannend genug! Eine der spannendsten Ausflüge war die Little-Five-Tour in der Wüste, wo wir zusammen mit einem Wüstenexperten auf die Suche nach kleinen Tieren im Sand gegangen sind. (Mehr dazu auf Ferngweht: www.ferngeweht.de/little-five-wueste-namibia)

7.) Bist Du mit Einheimischen in Kontakt gekommen und was haben sie Dir mit auf die Reise gegeben?

In Namibia leben viele Deutschstämmige, deren Vorfahren vor mehreren Generationen ins Land gekommen sind. Von ihnen habe ich viele interessante Geschichten über ihr Leben in Afrika gehört. Was sie mir mitgegeben haben? Dass das Leben weitab von jeder Zivilisation zwar idyllisch, aber auch hart sein kann.

Photo Credits by Sabine Olschner von Ferngeweht.de

Photo Credits by Sabine Olschner von Ferngeweht

8.) Welches war Dein schönstes Erlebnis und warum?

Es gab viele schöne Erlebnisse, aber eines meiner Highlights war der Sonnenuntergang am Köcherbaumwald. Nach einem etwas ruppigen Urlaubsbeginn hatte ich da das erste Mal das Gefühl, endlich in Namibia angekommen zu sein. (Mehr dazu auf Ferngweht: www.ferngeweht.de/koecherbaum-namibia)

9.) Worauf sollte ich am meisten achten, wenn ich durchs Land fahre?

Das Fahren ist in Namibia prinzipiell kein Problem, wenn man zwei Regeln beherzigt: 1. Fahre niemals in der Dunkelheit! Denn dann sind die Tiere auf den Straßen unterwegs, und ein Zusammenstoß ist lebensgefährlich. 2. Fahre auf den unbefestigten Straßen niemals mehr als 80 km/h! Es gibt Bodenwellen, die Dich schnell aus der Bahn werfen können. Jedes Jahr gibt es viele tödliche Unfälle, weil Urlauber zu schnell unterwegs sind und sich überschlagen.

10.) Welche Tipps und Erfahrungen würdest Du mir mit auf die Reise geben?

Wenn Du nach Namibia willst, nimm Dir Zeit! Mein Tipp: An jedem Ziel mindestens zwei Übernachtungen einplanen, weil die Entferungen zwischen den Orten sehr groß sind. Nicht selten wirst Du sieben, acht Stunden am Tag im Auto sitzen. Wenn Du auch mal aussteigen und die Natur erleben willst, brauchst Du also Zeit zwischen den Fahrtagen.


Wer mehr über Sabine und ihre Namibia Reise erfahren möchte, der schaut doch einfach mal auf ihrem Blog vorbei www.ferngeweht.de/tag/namibia!

#dankeLiebe Sabine, danke für die tollen Tipps und sei Dir sicher, dass ich im Köcherwald an Dich denken werde!

Nicht umsonst gescharrt. Soziales Engagment in Südafrika

Sandra hat für elf Wochen ihren Arbeitsplatz in einer Werbeagentur gegen eine Stelle als Projektmanagerin in einer sozialen Investmentfirma in Südafrika getauscht. Warum sich dieser Perspektivwechsel lohnt, hat sie für Couchabenteurer aufgeschrieben.Sandra Projekt“Sandra, keine Henne scharrt umsonst.“ Das war die Reaktion meines Großvaters, als ich ihm erzählte, dass ich für einige Wochen unbezahlten Urlaub nehme, um ehrenamtlich in Südafrika zu arbeiten. Mein Plan war für ihn vollkommen unverständlich. Seine Antwort darauf für mich ebenso. Ich wollte ein neues Abenteuer und Arbeitserfahrung außerhalb des bekannten Büroalltages sammeln. Und nicht zuletzt: Zeit in Südafrika verbringen. Das Land, in das ich mich verliebt hatte, als ich vor vier Jahren das erste Mal nach Kapstadt reiste. Für mich waren das ausreichend Gründe, um mit der Planung meines Social Sabbaticals zu starten.

Gesagt. Getan. Bei der Suche nach der passenden Tätigkeit half mir ein Beratungsunternehmen, welches mich auf eine Stelle als Projektmanagerin bei Heart Capital, einer sozialen Investmentfirma, aufmerksam machte. Nach einem Skype-Interview mit der Co-Gründerin war schnell klar: Heart Capital und ich passen gut zusammen. Die Investmentfirma finanziert und baut in den Townships rund um Kapstadt kleine Unternehmen auf. Das Portfolio ist vielfältig, drei Themen stehen aber immer im Vordergrund: Zugang zu gesunden Lebensmitteln, Umweltschutz und Förderung von Unternehmertum. Es geht nicht um Charity, sondern darum, profitable Unternehmen in den benachteiligten Communities nachhaltig zu etablieren. Das gefiel mir besonders gut.

image-2015-09-12(15)Der Tag der Abreise war schnell gekommen. Einige Kollegen hatten sich bereit erklärt, meine Projekte in der Agentur vertretungsweise zu übernehmen. Meine Wohnung in Berlin war untervermietet und ein kleines Apartment in Kapstadt gefunden. Das Abenteuer konnte beginnen.

Der erste Arbeitstag in Südafrika gleich die erste große Herausforderung: Die richtige Aussprache der Xhosa-Namen meiner neuen Kollegen. Klingt einfach, ist es aufgrund zahlreicher unterschiedlicher Klicklaute der Xhosa- Sprache aber nicht. Von Peter, dem Gründer von Heart Capital, erhielt ich eine ausführliche Einweisung in alle Projekte und fuhr am Ende des Tages mit einer langen To-Do-Liste für die nächsten Wochen nach Hause.

Peter hatte 15 Jahre lang an der Börse in Johannesburg als Investmentbanker gearbeitet, bevor er sich entschloss, Heart Capital in Kapstadt aufzubauen. Den Anzug hatte er abgelegt, das Arbeitstempo der Börse nicht. Daher hatte es Heart Capital auch geschafft, innerhalb kürzester Zeit im Township Philippi vier kleine Unternehmen zu gründen. Alle Unternehmen sind örtlich und organisatorisch an einem zentralen Ort, dem sogenannten “Social Innovation Hub“, gebündelt. Der Hub in Philippi ist so erfolgreich, dass Heart Capital zwei weitere Hubs in benachbarten Townships aufbauen konnte.image-2015-09-12(13)Meine Aufgabe war es, organisatorische Abläufe und Prozesse für die Unternehmen zu entwickeln, die auf alle Standorte übertragen werden können. Das Ziel von Heart Capital ist es, „Social Innovation Hubs“ in einem Franchise-System über ganz Südafrika verteilt aufzubauen.

Für den Standort in Philippi habe ich das operative Management übernommen, um zu überprüfen, ob die Prozesse sinnvoll und für alle im Team praktikabel sind. Zudem habe ich zusammen mit meinen Kollegen in Deutschland Marketingmaterialien für eines der Unternehmen entwickelt.

Ich habe in den elf Wochen bei Heart Capital viel über die Herausforderungen und Chancen von Social Entrepreneurship in Südafrika gelernt. Vor allem aber habe ich erlebt, dass der persönliche und berufliche Erfolg hauptsächlich von einem Faktor abhängt: der eigenen Motivation. Keiner meiner Kollegen im Township hatte einen Universitätsabschluss, einige von ihnen waren kaum länger als fünf Jahre zur Schule gegangen. Aber sie haben an ihr Unternehmen und an ihre eigene Fähigkeit, dieses erfolgreich zu führen, geglaubt. Motivation, Kreativität und Durchhaltevermögen versetzen Berge.Sandra ProjektIn den südafrikanischen Townships, genauso wie bei uns zu Hause in Deutschland. Das Wichtigste dabei ist, dass jeder von jedem lernen kann; egal ob jung oder alt, ob reich oder arm, ob schwarz oder weiß. Sicher habe ich mit meinen Projektmanagementkenntnissen die Organisation der Unternehmen verbessern können, aber ohne die Begeisterungsfähigkeit meiner Kollegen vor Ort hätten meine Excel-Listen niemals den Eingang in den Arbeitsalltag gefunden. Ein afrikanisches Sprichwort besagt “Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Aber wenn du weit gehen willst, geh mit anderen“. Diese Philosophie des Gemeinsinns, die man in Südafrika als “Ubuntu“ bezeichnet, steht sicher oft im Gegensatz zu unserer individualisierten Leistungsgesellschaft. Ich habe in meiner Zeit in Südafrika gelernt, dass der Erfolg eines Teams oft sehr viel nachhaltiger ist, als der eines Einzelkämpfers.

Habe ich also “umsonst gescharrt“, wie mein Opa sieben Monate zuvor am sonntäglichen Mittagstisch behauptete?

Nein! Ganz sicher nicht.

image-2015-09-12(14)Worum gehts genau bei Heart Capital und wie kann man sich engagieren?
Mehr Infos hat Sandra für Dich im Link zusammen gefaßt oder schreib ihr einfach Deine Frage.

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