Mieterschutz & Schadensersatz – Zwei Fremdwörter in Brasilien

Wie waren wir glücklich nach Monaten im beengten Hotelzimmer endlich eine eigene Wohnung in Brasilien gefunden zu haben, doch dann kam der erste Regen. Und Regen das heißt heißt hier im auslaufenden Amazonas-Gebiet nun mal nicht ein Schauer und gut. Weit gefehlt! Wenn es hier regnet, dann ist das in etwa so, als würde man mit einem Gartenschlauch geduscht werden. In dem Fall mit Folgen für unsere Wohnung….Wohnung WohnzimmerInnerhalb von nur wenigen Minuten steht die Straße unter Wasser und es haben sich regelrecht Flüsse und Bäche auf der Fahrbahn gebildet. An Kanalisation zum Abfluss hat ja hier auch niemand gedacht.image-2015-11-30(8)Aber nicht nur da staut sich das Wasser, leider auch auf unserem Balkon. Der kleine Abfluss kommt gar nicht nach die Wassermassen auszuleiten. Noch dazu ist unsere Frontverglasung eigentlich nicht für den Außenbereich gedacht. So sitze ich also nichts ahnend vor meinem Rechner an der Arbeit, als nach Wochen und Monaten der Trockenheit der erste Regen einsetzt.image-2015-11-30(7)Ich muß sagen, ich freue mich über den Regen. Hier ist alles ausgedörrt und staubig. Die Natur ächzt nur so nach dem Leben spendenden Nass. Weniger lustig finde ich es dann allerdings als ich merke, dass der Wind dreht und den Regen gegen die Balkonfront drückt. Das der Abfluss das Wasser nicht aufnimmt und das Wasser ungebremst in die Wohnzimmer fließt. In meiner Verzweiflung versuche ich noch es mit Erdsäcken zu stoppen. Aber weder von Außen noch von innen haben sie eine Wirkung. Das Wasser findet einen Weg.image-2015-11-30(3)Innerhalb von nur wenigen Minuten steht das halbe Wohnzimmer unter Wasser und ich kämpfe verzweifelt mit den Wassermassen. 6 volle Eimer Wasser schaffe ich aus der Wohnung bis der Regen nachlässt und ich wieder Herrin der Lage bin. Na prima, denke ich mir. Wie soll das denn werden, wenn hier mal so richtig die Regenzeit einsetzt? Wie kann man denn so eine Außentür einbauen? Da hat wieder Jemand mitgedacht. Typisch Brasilien. Selbst durch die Ritzen zwischen Fenster und Tür hat es eingeregnet. Es mag ja hier das ganze Jahr warm sein, aber 3 Monate regnet es eben auch massiv. image-2015-11-30(4)Daniel ist begeistert als ich ihm am Abend berichte was hier über Tag so los war. Wir setzten uns mit dem Vermieter in Verbindung, aber auch hier nur ein Abwinken. Wie schon damals als es um die Sauberkeit der Wohnung ging. Er denkt also nicht daran die Tür auszutauschen oder irgendwie abzudichten. Großartig! Ich bin stinksauer. In Deutschland könnte man die Miete reduzieren. So was läuft hier aber nicht. Genauso wenig zahlt Jemand Schadensersatz wenn die Möbel vom Wasser aufquellen. Wir machen uns Sorgen, denn unser 3 wöchiger Urlaub steht an und wenn dann die Wohnung unter Wasser steht, dann kümmert sich niemand drum. Daniel widmet also seinen einzig freien Sonntag dem Abdichten der Türen und Fenster. Mit mulmigem Gefühl verreisen wir.image-2015-11-30(9)Bei der Rückkehr dann das böse erwachen. Die halbe Wohnung muss während unserer Abwesenheit unter Wasser gestanden haben. Der Wasserschutz hat den Regenmassen nicht standgehalten. Das komplette Wohnzimmer und die Küche standen unter Wasser, dass zeigen die Wasser und Dreckflecken. Bloß gut, haben wir die Elektrik noch extra vor Feuchtigkeit geschützt. Der Küchentisch schimmelt, die Füße der Stühle sind mit Wasser voll gesogen und aufgequollen. Sprich, die Essmöbel sind ruiniert. Und wieder der Gedanke, dass es dem Vermieter wurst ist. Ich bin stinksauer. An diesen Dingen merkt man dann mal wieder wie gut der Mieterschutz in Deutschland ist.image-2015-11-30(1)Es ist noch nicht mal richtig Regenzeit! Wenn hier der saisonale Regen einsetzt, dann fließt das Wasser durchs ganze Haus. Klar, dann regnet es auch nicht wie jetzt nur 30 min, dann kanns auch mal 24h durchregnen. Wir beschließen uns wieder nach einer anderen Bleibe umzuschauen.Ein erneuter Umzug scheint unausweichlich. Wieder fange ich an die Gegend abzufahren und mit den Immobilienfirmen Kontakt aufzunehmen. Doch alle winken ab. Für 1 Jahr wäre es möglich noch ein schönes und vor allem trockenes Heim zu bekommen, aber für nur ein paar Restmonate die wir noch hier sind, will uns niemand vermieten. Lieber lässt man es leer stehen. image-2015-11-30(2)Der nächste Regen und wieder steht alles unter Wasser. Inzwischen verlasse ich das Haus schon gar nicht mehr ohne den Schreibtisch vom Fenster wegzuschieben und alle Steckdosen nach oben zu legen. Beim ersten Donnerschlag stehe ich mit Wischmob und Eimer am Fenster und warte auf die Flut. Kein Zustand.image-2015-11-30(6)Aber das ist noch nicht alles was unsere Wohnung im Moment nicht gerade zu einem Heim macht. Seit unserer Rückkehr ist die Wohnung neben uns vermietet. Neue Nachbarn bedeuten in Brasilien auch immer neuer Lärm. Nun auch tagsüber. Man hört jedes Gespräch, jede Fernsehübertragung und sogar die Clospülung. Viel schlimmer ist aber, dass mit den neuen Nachbarn auch ein ganz anderes Geräusch Einzug gehalten hat. Ein Dauerbrummton raubt uns nicht nur nächtelang den Schlaf, sondern auch jeglichen Nerv.

Wir müssen hier raus. Steht für uns Beide fest. Ich bin nach ein paar Nächten ohne auch nur 2 min. Schlaf, nur noch ein Nervenbündel. Unerträglich ist dieses Dauerbrummen um Haus. Wir vermuten eine defekte Lüftungsanlage. Der Weg aufs Dach ist blockiert und ratet, den Vermieter interessiert es wieder nicht. Wir organisieren den Umzug zurück ins Hotel.

image-2015-12-04Die Balkonfront zu bar­ri­ka­die­ren und damit kein Licht mehr in der Wohnung zu haben geht natürlich nicht, wenn noch jemand darin wohnt. Nach unserem Auszug hat der Vermieter die Frontseite dann allerdings sehr schnell vernagelt. Er hat wohl doch gemerkt, dass das Wasser in der Wohnung Schaden anrichtet. Bis zur nächsten Trockenzeit bleibt es wahrscheinlich unvermietet, bis der nächste Mieter auf die Wohnung hereinfällt. So kann man sich die Sarnierung natürlich auch sparen. Auch so eine landestypische Denke:/image-2015-12-03(3)Das neues Hotel ist diesmal ganz in Innenstadtnähe. Nicht mehr an der Hauptstraße und mit größeren Räumen als unsere erste Bleibe hier. Unsere Möbel, das Geschirr, alles was wir extra angeschafft haben, können wir nun nicht mit ins Hotel mitnehmen. Dafür fehlt der Platz. Alles muss wieder verkauft werden. Natürlich nicht zum Neupreis. Auch für solche Verluste kommt hier niemand auf. Einfach mal Pech gehabt.Kakerlake TürAber die neue Bleibe ist schön und entschädigt für den Ärger und Lärm der letzten Monate. Von Außen zwar kein Prachtbau, aber innen sehr gemütlich und vor allen herrscht nachts nun endlich wieder Ruhe. Wir fühlen uns wohl, auch wenn wir jetzt wieder nur einen Raum und ein Badezimmer haben. Das Hotel hat einen Pool und eine gemütliche Lobby, wenn uns doch mal die Decke auf den Kopf fällt, dann können wir wenigstens dahin ausweichen. Ach und trocken ist es auch… also relativ gesehen. Für brasilianische Verhältnisse kommt bei Starkregen jetzt nur recht wenig Wasser rein und es lässt sich mit dem Badvorleger aufhalten:)

 

Brasilien – Let´s get loud!

Let´s get loud! So kann man Brasilien auch beschreiben. Der Brasilianer mag es laut. Richtig laut. Ich bin inzwischen eigentlich eher in einem Alter in dem ich beginne die Ruhe zu schätzen. image-2015-09-12(7)Umso mehr schüttel ich hier jeden Tag den Kopf über die Dauerbeschallung! Jeder Laden hat eine Basswumme vor der Tür und lockt mit dröhnender Musik seine Kunden. Als Verkäuferin hätte ich nach spätestens einer Stunde hämmernden Kopfschmerz und wäre völlig genervt. Nicht aber das Verkaufspersonal hier. Lautstärke ist man gewohnt.

image-2015-09-12(6)Denn sie begegnet einem überall! Wer was auf sich hält, der hat seinen Kofferraum mit Lautsprechern ausgebaut und sein Fahrzeug auf Diskowagen getrimmt. Musik laut aufgedreht geht es mit hämmernden Bässen dann durch die Stadt. Besonder „hip“ sind die Leute, die dann auch noch eine Lichtanlage mit eingebaut haben. Flackern zum Wummern des Basses. Mein Genervtpegel schießt allerdings in die Höhe, wenn sich mir so ein Wagen nähert. Ein probates Mittel dagegen habe ich allerdings noch nicht gefunden.image-2015-09-12(8)Ich möchte wirklich nicht den Eindruck erwecken, ich hätte etwas gegen laute Musik. Ganz und gar nicht, aber man sollte sie zielgerichtet dafür einsetzen, wozu sie gemacht ist. Zum Tanzen zum Beispiel. Da bin ich gerne dabei und da darf dann auch gerne so richtig laut aufgedreht werden!

Aber doch nicht um jede Matratze und allen anderen Firlefanz zu bewerben….image-2015-09-12(11)Und als ob das noch nicht gut Lautstärke an jeder Hausecke wäre, gibt es hier auch mobile Werbefahrzeuge. Die machen den ganzen Tag nichts Anderes, als die Straßen rauf und runter zu fahren und ihre dröhnenden Kaufbotschaften runterzuspulen. Besonders lustig, wenn sich mehrere Fahrzeuge in unmittelbarer Umgebung befinden.

Mit immer den gleichen Jingles, immer mit den gleichen 2min. Wiederholungen. Jeden Tag ab Schlag 8 Uhr! Straße hoch, Straße runter. image-2015-09-12(9) Die Fahrer tragen Ohrstöbsel sonst wären sie wahrscheinlich auch recht schnell mischugge. Als Anwohner kann man sich dem Gedröhne leider nicht so leicht entziehen. Isolierte Fenster oder dicke Wände gibt es ja nicht und so hört man diese Fahrzeuge durch alle Räume hindurch. Ich trage allerdings auch regelmäßig einen Lautstärkeschutz, damit ich beim Arbeiten meine Ruhe habe. image-2015-09-23(4)Ganz verwunderlich finden wir den Gottesdienst hier.

Ein Mal war es so laut, dass wir dachten, dass kann doch jetzt keine Predigt mehr sein. Die Pfarrerin hat ohne Witz ganze 45min innbrünstig ins Mikrofon geschriehen. Wer sanfte Gottesdienste aus evangelischen Kirchen gewohnt ist, für den wirkt es sehr befremdlich. Mutters Moralpredigt war ein Witz dagegen!image-2015-09-23(7)Und auch unsere brasilianischen Nachbarn nehmen es mit Rücksicht und angepaßter Lautstärke nicht sonderlich ernst. Sobald sie daheim sind läuft der Fernseher und das in einer Lautstärke, dass man selbst 3 Räume weiter meint, man sitze direkt vor der Kiste. Besonders schön ist es in der Werbung, die ist nämlich noch mal 5 Stufen lauter, als eine normale TV-Serie. image-2015-09-23(8)Aber ich sag euch, ihr wollt nicht daheim sein, wenn die Nachbarin sauer ist. Geschlagene 2h hat sie ihrem Parner mal eine Standpauke gehalten, nachdem er offensichtlich betrunken nach Hause gekommen ist. Da zeigt sich dann das volle Temperament der Frauen hier. Ich schwöre auch, dass er in der gesamten Zeit nicht 1x zu Wort gekommen ist. Nach der Kinoreifen Ansage hätte ich als Mann kein Interesse mehr an derart temperamentvollen Beziehungen. image-2015-09-23(10)Was mich immer zusammen zucken läßt sind die Schüsse! Aber keine Sorge, da wird niemand verletzt. Mit einer Art Rohr wird in die Luft geschossen, wenn man Aufmerksamkeit braucht. Allerdings hab ich das am Anfang auch nicht gewußt und bin immer fürchterlich erschrocken zum Fenster gerannt. Während einer Demo hab ich dann mal beobachtet was vor sich geht und wie diese Schussgeräusche zu stande kommen:

Und dann wären da noch die ganz normalen Alltagsgeräusche vom Verkehr. Motoren von Autos, hupende LKWs, das aufheulende Fahrwerk von Motorrädern und das dumpfe Grollen der Busse. image-2015-09-12(12)Wir reden hier übrigens nicht von normalem Busverkehr. In dieser Stand sind allein fast 300 Minen-Busse im Einsatz, die bis auf wenige Nachtstunden fast rund um die Uhr hier durch rattern. Ab 3:30 Uhr hört man ihren dumpfen Sound. Ab 4 Uhr bin ich regelmäßig wach. Ab 5 Uhr geb ich´s auf schlafen zu wollen.Loud Laut Lautsprecher BoxIch entwickle bei all dem Lärm hier, so langsam einen Tinitus im Gegensatz zu den Brasilianen die Lärm nicht Geringsten zu stören scheint. Die können anscheinend vor den größten Lautsprecherboxen friedlich schlafen.;araba Lautspecher Beatbox

 

Brasilien – Die neue Bleibe & ein siffiger Albtraum

Als ich hier in Brasilien angekommen bin, haben wir die ersten zwei Monate in einem Hotel gelebt und uns dort auch grundsätzlich sehr wohl gefühlt. Angenehmer europäischer Standart, ein freundlich geführtes Haus und ein gutes Frühstücksbuffet. Doch 16 qm für 2 Personen war auf Dauer keine Lösung. Eine neue Bleibe zu finden, war für uns allerdings eine ziemliche Herausforderung.Möblierte Wohnungen, das wussten wir, gibt’s hier ohnehin fast gar nicht. Dazu kam, dass wir Beide kein portugiesisch sprechen, mein Freund 6 Tage in der Woche auf der Baustelle ist und wir auch keinen Ansprechpartner vor Ort hatten. Die Immobilienagenturen deren Mailadresse ich auf Plakaten fand, reagierten ausnahmslos nicht auf meine Anfragen, obwohl ich sie ins Portugiesische übersetzt hatte.  image-2015-09-11Vor lauter Verzweiflung schrieb ich mir einen Zettel mit meinem Anliegen und fuhr das Viertel ab, um doch noch irgenwie eine Wohnung für uns zu finden. Aber die Maklerbüros waren weder besetzt noch gab es an ihrer Tür eine Öffnungszeit oder einen Briefkasten für meine Nachricht. Also keinerlei Möglichkeit mit irgendwem in Kontakt zu treten. Anrufen konnte ich ja nicht, da ich die Sprache nicht beherrsche. (Dazu mehr am Ende des Artikels)image-2015-09-11(1)Ich hatte das Thema schon fast abgeschlossen und uns im Hotel dahinfristen sehen, als uns über einen Kollegen ein Apartment angeboten wurde. Wohnung im dritten Stock in einem recht neuen Gebäude, an der Hauptstraße – nicht optimal, aber immerhin mit 80 qm ausreichend groß für Zwei. Und sogar die Möbel konnten übernommen werden. Inzwischen wusste ich auch, in welchen Zustand Wohnungen hier oft sind und war aufs Schlimmste gefasst vor der Besichtigung.image-2015-09-11(3)Doch zu meiner Überraschung fanden wir ein helles, freundliches und recht geschmackvoll eingerichtetes Apartment vor. Für Carlos den Vormieter endete das Projekt hier und er wollte sich auch von den Möbeln trennen. Für uns passte es mit der Wohnung und wir wurden uns auch schnell einig über Möbelübernahme und Einzugstermin. Einem Umzug zum 1 Juni stand also nichts mehr im Weg.WohnhausNur leider ist das mit Terminabsprachen in Brasilien auch so einen Sache. Der Termin verschob sich also bis Mitte Juni, weil Carlos sich „verkalkuliert“ hatte. Ich konnte es kaum mehr abwarten, dem beengten Hotel zu entfliehen und endlich, endlich in unsere neue Wohnung einzuziehen. image-2015-09-11(2)Umso größer war der Schock beim Betreten der neuen Bleibe. Denn Carlos hatte es anscheinend nicht mit Sauberkeit, Hygiene oder einer anständigen Übergabe. Was wir fanden kann man gut und gerne als siffige Bude bezeichnen. Ich war entsetzt in welchem Zustand die Wohnung jetzt war. Carlos hatte all seinen Dreck von stinkender Arbeitskleidung über abgelaufene Lebensmittel bis hin zu seinen Bierflaschen einfach stehen gelassen. Alles war staubig, die Abflüsse verstopft, der Müll lag rum und die ganze Wohnung stank wiederlich. Ich hätte vor Ekel brechen können und vor Verzweiflung heulen.DreckslochUnserem Vermieter war es schlicht egal, wie es aussah und wie wir damit klar kommen. Er sah sich nicht verantwortlich und auch Carlos der Vormieter meinte nur lapidar, was wir denn hätten. Alle erklärten uns, es sei normal in Brasilien, das Wohnungen in einem derartigen  Zustand übergeben werden. Das ist zwar schade, sei aber so.DreckslochDie eigens engagierte Putzfrau, die wir im Personal unseres Hotels ausfindig gemacht hatten und die uns helfen sollte, erschien natürlich nicht zum vereinbarten Termin. Ohne Absage oder Rückmeldung und das obwohl wir ihr eine mehr als fürstliche Bezahlung in Aussicht gestellt hatten. Wohl trotzdem nicht genug Anreiz, sich an einem Sonntag aus dem Bett zu bequemen. Auch sie ist ein sehr gutes Beispiel für Termintreue und Worthalten hier.image-2015-09-11(6)Die Grundreinigung der Wohnung hat dann irgendwann ein professionelles Putz-Team übernommen, für das dann weder Carlos noch der Vermieter aufgekommen ist. image-2015-09-11(5)Inzwischen ist der „Saustall“ behoben und wir haben uns das neue Heim ganz wohnlich gestaltet. In bunte Wandfarbe und Deko wollten wir allerdings nicht investieren, da wir ja nur für kurze Zeit hier leben, aber ein paar Pflanzen zur Verschönerung haben wir uns dann doch gegönnt. Und so sieht unser neues Heim jetzt aus:Wohnung KücheDas ist das Wohn- & Esszimmer mit Blick in die Küche. Rechts gehts ins Schlazimmer, in der Mitte befindet sich die Eingangstür und links geht es in die Waschküche.Wohnung WohnzimmerUnsere Couchecke mit „Ghotto-Booster“ und Sandsäcken vor der Tür, falls es mal wieder regnet. Die Verglasung ist für einen Außenbereich nämlich leider nicht geeignet. Beim letzten Regen hatten wir hier 60L Wasser in der Wohnung.Wohnung WohnzimmerUnd das ist meine Schreibtischecke. Hier verbringe ich den Großteil meines Tages mit der Arbeit am Blog oder anderen Projekten. Einen Fernseher haben wir bewußt nicht, auch wenn man per Satellit sicher internationales TV empfangen könnte. Uns ist Fernsehen einfach nicht wichtig.Wohnung WaschkücheDas ist unsere Waschküche. Sehr praktisch der Raum und durch die hohen Temperaturen ist die Wäsche auch innerhalb von 2-3h trocken. Übrigens waschen die Maschinen hier nur mit kaltem Wasser. image-2015-09-10(3)Das ist unser zweiter Raum. Wir nutzen ihn als Ankleidezimmer und zur Aufbewahrung von Koffern und Büroordnern.
Wohnung SchlafzimmerUnser ganz privater Bereich… unser Schlafzimmer. Die Pappe überm Bett schützt uns vor neugierigen Blicken aus dem Flur. Keine Ahnung was sich der Architekt dabei gedacht hat, ein Fenster dahin zu machen. Jeder im Haus hat diese „Luke“ zugegklebt oder einen Schrank davor gestellt. Wohnung BadUnd das ist unser Bad mit Dusche.

Für deutsche Verhältnisse mag es recht basic aussehen, für hier ist es nicht nur ein sehr guter Standard sondern sogar Luxus. Wir sind jedenfalls sehr froh darüber jetzt unsere eigene 4 Wände und viel mehr Platz zu haben.

#infoIn Auswanderersendungen belächelt man es ja immer, wenn Jemand ohne Sprachkenntnisse ins Ausland geht. Hier sollte noch gesagt werden, dass wir nur temporär im Land sind und wir schlicht nicht für jedes Land in dem Projekte sind, die Sprache lernen können. Mein Freund hat einen Dolmeterscher auf der Baustelle und kommt damit sehr gut klar. Ich lerne nur sehr mühsam eine neue Sprache und Portugiesisch mit dem Dialekt wie er hier gesprochen wird, macht es einem noch schwerer. Da das Lernen für mich nur frustrierend war, habe ich es irgendwann aufgegeben und behelfe mir seither mit Zettelchen schreiben. Also seht es uns nach, wenn wir immer noch kein Portugiesisch sprechen.

Beten kann Leben retten – die erste Taxifahrt in Brasilien

„Alter, ich will heute nicht sterben. Ich bin doch grad erst hier angekommen“ So schreit es in mir, bei unser Fahrt vom Flughafen in unsere neue brasilianische Bleibe in Canaã dos Carajás. Das Taxifahrer, wenn sie nicht grad nach Taxometer bezahlt werden, es immer eilig haben ist ein weltweites Phänomen. Ich kenne auch die Helldriver aus Afrika, aber das hier ist noch mal eine Hausnummer krasser. Dann nämlich, wenn zu einem, nennen wir es gewagten Fahrstil, auch noch schlechte Straßen und Gegenverkehr dazu kommen. image-2015-08-28(2)Aber von vorne: Es ist der 08.April 2015 wir sind gerade auf dem Flughafen von Parauapebas gelandet. Die Sonne lacht durch die Wolken, es ist unglaublich schwül und unser Taxifahrer Frederico begrüßt uns überschwänglich. Er arbeitet für die Firma meines Freundes und sie kennen sich bereits. Für mich ist alles neu. Wir laden die schweren Koffer ins Auto und starten. Ich sitze auf der Rückbank und bestaune mit großen Augen meine neue „Homebase“. Für die nächsten Monate ist Brasilien nämlich meine neue Heimat. Aufgeregt war ich bis zum Landeanflug eigentlich gar nicht. Aber jetzt bin ich es, seit wir „das große Grüne“ ganz nah überflogen haben.image-2015-08-28Und jetzt sitze ich hier im Auto und sehe das erste Mal den Regenwald des Amazonas. Die Straße vom Flughafen nach Parauapebas ist gut ausgebaut und schlängelt sich durch den dichten Wald, vorbei an Baumriesen, Lianen und allerlei Gestrüpp. Weit schauen kann man allerdings nicht, zu verworren ist das wilde Dickicht. Ich vermisse direkt die Artenvielfalt die ich mit dem Amazonas Gebiet verbinde. Keine Affen, die sich von Baum zu Baum hangeln, keine bunten Vögel und keine riesigen Würgeschlangen, die auf Ästen sitzen und genüßlich vor sich herzüngeln. „Die wollen wahrscheinlich auch nicht an der Straße wohnen“ kommentiere ich selbst meine Gedanken. Immerhin das Wetter hat sich dem Klischee angepaßt, es gießt nun wie aus Eimern.image-2015-08-28(1)Wir sind inzwischen am Grenzposten angekommen. Grenzposten? Ja, denn die Ein & Austrittskontrolle die VALE hier installiert hat, hat wirklich die Anmutung einer Grenzanlage. Anscheinend befinden sich der Flughafen und wir uns auf Firmengrund des Bergbauriesen und zur „Ausreise“ müssen die Papiere gezeigt werden. Die Firma, für die auch mein Freund im Subunternehmen arbeitet, scheint hier Einfluß zu haben. Es geht weiter durch Parauapebas, einer Stadt welche die Anmutung einer abgerockten Industriestadt hat. Und was Anders ist sie ja auch nicht, als der Lebensmittelpunkt derer, die hier in der Region Arbeit gefunden haben.image-2015-08-28(6)Wir biegen auf die Verbindungsstraße nach Canaã ab und ich werde jäh aus meiner Verträumtheit gerissen. Frederico nimmt nämlich jetzt an Fahrt auf. Er tritt das Gaspedal des Taxis durch und beginnt zu rasen. Grundsätzlich mag ich es ja auch, wenn man schnell voran kommt, aber da spreche ich von deutschen Autobahnen, zweispurig und ohne Gegenverkehr. image-2015-08-28(5)Hier ist die Ausgangslage eine ganz Andere! Die Landstraße, so man sie denn als solche bezeichnen darf, ist eigentlich mehr eine Piste. Keine Randbefestigung, keine Leitpfosten und aufgebrochener Asphalt mit Löchern so groß, dass man ein Auto darin parken könnte. Die Menge & Tiefe der Schlaglöcher führt unausweichlich dazu, dass man auf der Straße einen kreativen Fahrstil an den Tag legen muß. Denn wenn man sich die Stoßdämpfer und Reifen nicht ruinieren will, dann umfährt man diese riesigen Trümmerfelder am Besten. image-2015-08-28(7)Außerdem weicht man gleich noch auf den Sandstreifen neben der Fahrbahn aus oder benutzt einfach die Gegenfahrbahn mit. Und genau hier liegt das Problem! Auf der Gegenfahrbahn sind nämlich auch Fahrzeuge. Eine Autofahrt gestaltet sich daher als Schlängelpartie zwischen entgegenkommenden PKWs, Schlaglöchern und chaotischen Mopedfahrern, die überall durch und drüber heitzen.image-2015-08-28(3)Von einer kleinen Kuppe die wir gerade hinaufgefahren sind, können wir hinab auf den Straßenverlauf schauen und noch im gleichen Moment stellen sich mir von den Füßen aufwärts alle Haare zu Berge! Himmel hilf! Rechts und links wird überholt, auf die Gegenfahrbahn wird ausgewichen, die LKWs preschen an einem vorbei als seien sie allem Gegenüber erhaben und dazu wirbelt der Staub durch die Luft. Selbst ein vernünftiger Fahrstil ist hier ein Risiko! Ich will mir gar nicht ausmalen, was passiert wenn hier mal einer kein Glück hat, grad noch irgendwo dran vorbei geschrammt zu sein.image-2015-08-28(4)Ich bekomme Beklemmung, denn Frederico scheint nicht zu ahnen, was sein Fahrstil und diese chaotische Straße bei mir auslöst. Mein Herz pochert wie wild und meine Gedankenn kreisen. Er rast! Verdammt er rast diese besch*** Straße entlang. Auch wenn er sich auskennt, er kann schlicht nicht allen Schlaglöchern ausweichen, er bedenkt nicht, dass der LKW den er grad überholt plötzlich auch ausweicht uns abdrängt. Alles im Auto vibriert, klappert und ich klammere mich an den Griff über mir. Jeder Schlag tut nicht nur den Stoßdämpfern weh, sondern auch ich nehme den Schmerz im Rücken persönlich. Ich hab jetzt nicht nur Beklemmung, ich habe noch dazu auch Wutpochern in meinem Kopf.


Wieder setzt Frederico zum Überholvorgang an und ich frag mich, ob er des Wahnsinns ist! 4 Personen mit 8 schweren Reisegepäckstücken befördert er, da kann man nicht vor der Bergkuppe einen langen LKW überholen. Wir sind viel zu träge und der Wagen ist kein SUV mit unendlich Horsepower! Im Gegenteil! Gedanklich schreie ich ihn an: „Alter bist Du irre?!“ Ich will hier jetzt ganz sicher nicht sterben! Ich bin grad erst angekommen.“ Ich atme tief durch und ringe nach Fassung: „Könntest du ihm bitte sagen, dass er nicht so schnell und vernünftig fahren soll?“ – hauche ich meinen Freund in zuckersüßem Ton zu.


Frederico bremst kurz darauf ab. Der Verkehr bleibt trotzdem chaotisch, das Gewirr auf der Straße gleicht einem Ameisenhaufen! Es ist absolut chaotisch, aber irgendwie scheinen die Schutzengel hier einen verdammt guten Job zu machen. Zumindest sieht man keine verunfallten Fahrzeuge. Das wäre bei dem starken Verkehrsaufkommen wahrscheinlich gleich eine Massenkarambolage!

Und es bleibt auch dabei, bei jedem Überholmanöver steigt mein Herzinfarksrisiko und nach jedem geglückten Ausweichmanöver durchzieht mich ein kaltwarmer Schauer. Irgendwie muss ich diese Stunde Autofahrt überstehen. Ich zwinge mich dazu, nicht mehr auf die Straße zu sehen. Eine Hand umklammert den Sitz, die andere tippelt nervös auf dem Smartphone rum. Immer wieder spüre ich die Schlaglöcher im Rücken, höre Reifenquitschen oder die dumpfen Töne der Stoßdämpfer. Nicht nur die von unserem Taxi!image-2015-08-28(8)„Lieber Gott, wenn Du da draußen bist und mich hörst, bitte bring uns heil an. Der ganze Aufwand mit Jobkündigen, Wohnungauflösen & Umziehen  wären sonst ja völlig umsonst gewesen, das kann nicht in deinem Sinne sein.“ Beten hilft, da bin ich mir sicher. Besonders in solchen Situationen. Eine weitere halbe Stunde leide ich stumm vor mich hin, bis wir endlich in Canaã ankommen. Körperlich unversehrt, aber vergessen werde ich diese Taxifahrt wohl mein ganzes Leben nicht!

#infoIch möchte hier noch sagen, dass Frederico ein echt netter Kerl ist und er wahrscheinlich nur einen schlechten Tag hatte. Ich habe ihn in den letzten Monaten sehr gern gewonnen, wir hatten einfach nur einen „holprigen“ Start. Die Straße von Canaã dos Carajás nach Parauapebas befindet sich derzeit in Reperatur und sollte demnächst sicher befahrbar sein. Stand 28.08.2014

Die Bilder und Videos sind im Nachgang und mit unserem Auto aufgenommen worden, nur das Regenwaldbild aus dem Flieger und das von Frederico am Steuer sind Zeitzeugen. Nur so ließ sich am Besten bebildern, wie es auf der Strecke oder auf den Straßen hier so aussieht. Die Videos sind an einem Sonntag entstanden, wo nur in etwa 1/3 des normalen Verkehrs unterwegs ist. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie chaotisch es abläuft, wenn wochentags die Straßen voll sind.

S11D – die Lebensader von Canaã dos Carajás

„S11D“ – klingt erst mal abstrakt, dabei ist es die Lebensader von Canaã dos Carajás, der Stadt in der wir jetzt leben. Um genau zu sein, ist es ist das größte Eisenerz-Minen-Projekt in der Welt und wird auch als „Serra Sul“ bezeichnet. Die Mine ist ein offener Tagebau und liegt in der Bergbauregion „Serra dos Carajás“ im Bundesstaat Pará im Norden Brasiliens und damit am äußeren Rand des Amazonas Gebietes. Mit geschätzten 17 Milliarden Tonnen Bänder-Eisenerz verfügt der Standort über eine der weltweit reichsten Eisenerzlagerstätten.image-2015-08-25(1)Minenbetreiber ist das Bergbauunternehmen VALE, eines der drittgrößten Unternehmen in diesem Segment. Mit einem Marktanteil von 35 Prozent ist die Firma sogar der größte Eisenerz-Exporteur der Welt. Mit einem Investitionsvolumen von 19.5 Billion Dollar wird die neue Mine erschlossen. Diese Investition von VALE ist die größte private Investion in Brasilien in dieser Dekade. S11D soll im Jahr 2016 seine Arbeit aufnehmen. Angestrebt ist der Abbau von 90 Millionen Tonnen pro Jahr, von einem der reinsten Eisenerze der Welt.

image-2015-08-25S11D – Kritiker bezeichnen das Projekt als politisches Dilemma.

Rohstoffe wie Gold, Diamanten und Eisenerze sind die Lebensader für Brasiliens blasse Wirtschaft. Gleichzeitig steht das Land aber unter enormem internationalem Druck seine natürlichen Ressourcen & den Regenwald zu schonen. Solange der Tourismus in Brasilien mit etwa 0,5 % des Bruttosozialprodukts kein wirklich wichtiger Faktor ist, wird das Wohl der Menschen wahrscheinlich immer zu Lasten der Umwelt fallen. image-2015-08-25(4)VALE ist jedoch an der Entwicklung eines nachhaltigen Bergwerks im Amazonas sehr starkt interssiert, da sich zunehmend Unmut auch in der eigenen Bevölkerung ausbreitet. Dieser richtet sich gegen die Umweltverschmutzung und die gravierende Zerstörung des Regenwaldes, aber auch Menschenrechtsverletzungen waren in der Vergangenheit ein Thema.image-2015-08-25(3)Ein moderner Bergbaubetrieb muss wirtschaftliche, soziale, ökologische und technische Aspekte berücksichtigen, das weiß man auch bei VALE. Aus diesem Aspekt heraus, hat die Firma ABB einen 140 Mio Dollar Auftrag bekommen, die Fördertechniken zu automatisieren. Diesen Prozess bezeichnet man mit „truckless mining“. An der Installation dieser neuen Förderanlagen arbeitet mein Freund. Seine Firma ist für den Transport und den Aufbau der Verarbeitungsanlagen (Module) an ihrem Bestimmungsort zuständig.image-2015-08-25(7)Die „Module“ (riesige Stahlkonstruktionen) sind das Herzstück der neuen Mine. Über modernste Förderbänder werden sie mit den Rohstoffen beliefert, die sie dann aufbereiten und auf Züge verladen. Durch die Verwendung der Förder- und Verarbeitungsanlagen vor Ort, kann der riesenhafte Einsatz an Trucks und der Ausstoß an CO2 Abgasen drastisch vermindert werden. In diesem Zusammenhang verwendet die Branche den Begriff „Truckless transportation“ – was eine der Hauptforderungen des IPPC (Intergovernmental Panel on Climate Change) für die neue Mine war. Das Unternehmen plant 3% weniger Wasser zu verbrauchen, 77% weniger Treibstoff and 50% weniger Emissionen zu verursachen.image-2015-08-25(5)VALE hat außerdem seine Verantwortung erkannt und arbeitet eng mit den Gemeinden der Region und der Regierung zusammen. Infolgedessen investiert das Unternehmen in gemeinschaftliche Beziehungen, in soziale Initiativen und Infrastrukturprogramme. Lokale Arbeitskräfte werden qualifiziert und Unternehmertum gefördert. image-2015-08-25(8)Und das alles ist auch für Außenstehende wie mich sichtbar. Medizinische Einrichtungen, Supermärkte & Apotheken haben sich auf die VALE Karte spezialisiert, die Mitarbeitern Vergünstigungen bietet. Der Straßen- und Wohnungsbau wird voran getrieben und es gibt unzählige Schulungs- & Trainingscenter. Auch die Jobvergabecenter sind hier vor Ort angesiedelt. Soweit uns bekannt ist, verdienen die Mitarbeiter bedeutend besser, als der Durchnittsbrasilianer. image-2015-08-25(9)Der Bergbau ist die Lebensader der Region. Canaã dos Carajás ist eine der am schnellsten wachsenden Städte des Landes. Waren es im Jahr 2000 noch 10.000 Einwohner so sind es jetzt bereits 52.000. Auch für die, die nicht in der Mine beschäftigt sind, ist der Bergbau ein Jobmotor. 30.000 Arbeitsplätze hängen an S11D und damit eine enorme Wirtschaftskraft. Das kommt lokalen Geschäften, der Wohnungsbaubranche, der Hotellerie und der Gastronomie zu Gute.image-2015-08-25(10)Bei allem Nutzen für die Menschen in der Region hoffe ich, dass sowohl VALE als auch die Menschen hier, sich ihrer Verantwortung dem Lebensraum „Amazonas“ gegenüber bewußt sind. Das erkannt wird, dass Wohlstand sehr wohl auch mit Natur und Umweltschutz einher gehen kann. Und das ein intaktes Ökosystem auch die Lebensqualität der Menschen steigert.

 

Feuer Teil 2! Ich würde jetzt gerne packen und gehen

10 Uhr morgens ich sitze am Rechner und schreibe die Geschehnisse vom Feuer am letzten Morgen auf, als ich es verdächtig knistern höre. Ich eile zum Fenster und behalte mit meiner Vermutung recht, es brennt schon wieder! Neben unserem Haus ist eine Freifläche und die wird gerade munter in Brand gesetzt. Am Wegrand bewegt sich ein Mann vorwärts und entzündet alle paar Meter das Gras. „Normal“ hier in Canaá dos Carajas und das obwohl es gegen das Gesetz des Landes verstößt. Aber wo kein Richter…image-2015-08-20(4)Ich schaue mir die Lage an. Feuer und Gegenfeuer flackern da auf. Die Hautstraße ist eingehüllt in dichten Rauch. Auf dem Dach des Neubaus gegenüber nutzt man den Brand gleich noch, um Baureste zu verbrennen. Munter wird der Dreck von oben in die Flammen geworfen und laute Pfiffe dienen der Erheiterung. Ich kann es gar nicht lustig finden, denn ich sehe Dinge kommen, die die Herrschaften da nicht bedacht haben. Denn die in brandgesetzte Fläche hat „Anschluß“ an die hinter unserem Haus. Das bemerken jetzt auch die Brandschatzer. Mit 2 Eimern Wasser wird noch versucht, das Feuer zu löschen. Aber es ist längst zu spät, die Flammen haben sich schon viel zu tief ins Dickicht gefressen.image-2015-08-20(5)Ich laufe in der Wohnung umher, sammle wieder unsere Pässe und Kameras ein, stopfe alles in meinen kleinen Rucksack und renne die Treppen hinunter. „Fuego, Fuego“ gebe ich dem Nachbarn zu verstehen, mit dem wir schon am Montag das Feuer bekämpft haben. Ich laufe weiter zu dem kleinen Häuschen neben uns, informiere die Geschäftsläute der Läden in Front und laufe in den Hinterhof. Oi, Oi, Feugo! Gebe ich der Nachbarin zu versehen und deute über ihr Nebengebäude. Sie sieht den dichten Rauch und verständigt sofort weitere Nachbarn.

Inzwischen ist das Feuer auch wieder an unserem Hinterhof angekommen. Ich laufe noch mal hoch, um weitere Sachen einzupacken. Von oben sehe ich, wie der Nachbar mit dem Rücken zur Hauswand steht und mit dem Gartenschlauch gegen die Flammen und dichten Rauch kämpft. Ich bete in diesem Moment für ihn, dass er sich nicht noch eine Rauchvergiftung einfängt.

Ich laufe wieder nach unten. Der Rauch zieht wie durch ein Kaminrohr angezogen durch den Flur und im ganzen Haus riecht es verkohlt. An der Mauer des Innehofes gelehnt steht die Leiter auf der der Nachbar versucht die Flammen vom Gemäuer abzuhalten. Wie schon am Montag bekämpft er das Feuer mit seinem Gartenschlauch. Außerdem wurde ein Gegenfeuer gelegt. Was allerdings nicht gerade zu meiner Beruhigung beiträgt.

Auch die Nachbarn auf der anderen Seite der kleinen Senke sind jetzt aufmerksam geworden und ziehen alte Bretter aus der Gefahrenzone, um Schlimmeres zu vermeiden. Das Feuer frißt sich derweil immer weiter durch das Dickicht. Die ausgedöhrten Grashalme sind ein idealer Nährboden.

Ich höre Mäuse quiken die vergebens versuchen, dem Inferno zu entkommen und ich sehe Vögel über den Nestern ihrer Jungen kreisen. Immer wieder versuchen sie die Kleinen zur Flucht zu animieren, aber sie sind noch nicht flügge. Ich beobachte die Taube, deren Nachwuchs wir neulich mit Wasser versorgt haben. Auch sie kreist hilflos immer wieder über das Nest. Entsetzlich die Vorstellung, dass da grad Tiere bei lebendigem Leibe verbrennen. Es mögen nur Vögel und Mäuse sein, aber es sind auch Lebewesen, die ein Recht auf Existens haben. In mir steigt Wut auf und ich fühle die Ohnmacht, die mich umgibt. Ich kann mich jetzt nicht ins Dickicht wagen ohne Gummistiefel und Machete. Erst Recht nicht, wenn es von allen Seiten brennt. Es bricht mir das Herz, das miterleben zu müssen.

Ich bin so wütend! So unglaublich wütend auf diese dummen Menschen, die dieses Feuer gelegt haben. Von wegen „kontrolliertes Abbrennen“ – als sie begriffen haben, dass sie die Kontrolle verloren hatten, haben sie sich ganz schnell aus dem Staub gemacht. Sie haben nicht Bescheid gesagt. Sie haben nicht geholfen zu löschen. Sie haben nicht die Feuerwehr gerufen. In Deutschland würde man dafür in den Knast wandern, da bin ich mir sicher.

Die Menschen hier haben schon nicht viel, aber das wenige dann auch noch bei einem Feuer zu verlieren, stelle ich mir schrecklich vor. Zumal hier sicherlich niemand versichert ist, wie in Deutschland. Die, die das Feuer gelegt haben, sollten dann doch wissen, welches Unglück sie über die Betroffenen bringen? Aber nein, man denkt hier nicht vorausschauend und schon gar nicht an seine Mitmenschen.

Wäre mir das Knistern entgangen, hätte ich die Nachbarn nicht noch rechtzeitig gewarnt, dann hätten die Flammen wahrscheinlich das Nebengebäude erfaßt und danach wahrscheinlich auch unser Haus. Wie kann man so verdammt rücksichtslos und ignorant sein. Es will mir nicht in den Kopf. Was ist denn, wenn der Nachbar heute Nacht stirbt, weil er sich unbemerkt eine Rauchvergiftung zugezogen hat? Er stand minutenlang im dichten Qualm? Wer versorgt dann Frau und Kind? Mir gehen so viele Dinge durch den Kopf und ich kann dieses Handeln beim besten Willen nicht begreifen.image-2015-08-20(2)Eigentlich würde ich jetzt gerne Daniels und meinen Koffer packen und gehen. Wir haben Unfälle und Verfolgungsjagden mitbekommen, aber da es uns nicht direkt betroffen hat, konnten wir damit leben. So ein Feuer aber an unserem Haus, das betrifft uns und macht mir Angst.image-2015-08-20(7)

Feuer! Und der Leitsatz: Hilf Dir selbst sonst hilft Dir keiner!

„Schatz, kannst Du bitte die Pässe nehmen und runter kommen, hinterm Haus brennt es.“ lautet Daniels Anweisung am Telefon und seine Stimme klingt  dabei völlig ruhig. „Ich bin grad aus der Dusche raus gesprungen“ erwidere ich. Wieder ein ruhiges „OK“ und wir beenden das Gespräch. Ich wackel zurück in die Dusche, drehe das Wasser auf und seife mir die Haare ein. „Das Feuer wird schon nicht so weit sein, dass ich jetzt alles in Hektik packen muss“, denke ich mir. „Daniel klang gelassen & ruhig. Er wird sicherlich gleich hoch kommen und mir helfen, die wichtigsten Dinge einzupacken.“image-2015-08-20Als ich aus der Dusche komme, ist da kein Daniel. Komisch. Ich schlüpfe in Kleid und Schuhe, schnappe mir unsere Pässe und laufe nach unten. Wir wohnen im dritten Stock und haben keine Fenster nach hinten. Ich kann nicht sehen, was da vor sich geht. Das halbe Haus ist unbewohnt, weil der Durschschnittsbrasilianer sich die Miete hier gar nicht leisten kann. Entspechend ist es überall dunkel und niemand verläßt aufgeregt seine Wohnung. Auch ich renne nicht, sondern steige ruhigen Schrittes die Treppen nach unten. Es riecht komisch, das stelle ich fest.

Wieder klingelt mein Telefon. „Wann kommst Du runter? „Ich bin schon da“ lautet meine Antwort, während ich Daniel quasi in die Arme laufe. Gemeinsam betreten wir den Hinterhof. Und hier stockt mir der Atem. Die Flammen sind direkt am Zaun und der Mauer zum Parkplatz! Meterhoch steht das Gras in Flammen, die Funken fliegen in den Nachthimmel und dichter Qualm umhüllt diese unwirkliche Szenerie.

Schlagartig wird mir die Gefahr der Situation bewußt! Und ich hab noch seelenruhig geduscht. Daniels bedächtige Stimme, hab ich nicht als Gefahr gewertet, sondern ich ging davon aus, dass das Feuer noch weit vom Wohnhaus entfernt ist. Ich habe es völlig falsch eingeschätzt. Die Flammen sind keine 10 Meter von den Grundmauern unseres Hauses entfernt!

Die Nachbarn die unten einen kleinen Laden haben sind eifrig mit Löscharbeiten beschäftigt. Zwei weitere Nachbarn halten Smalltalk zur Situation. Ich laufe zum Zaun, um mir einen Eindruck über das ganze Ausmaß zu machen. Hinter unserem Innenhof geht es kurz steil bergab und die ganze Senke ist wild überwuchert mit Gras, Gestrüpp und auch ein paar Palmen findet man da. Viel kann ich in der Dunkelheit nicht erkennen, außer dass es an mehreren Stellen rundherum brennt.image-2015-08-20(6)Ich drehe mich um und begutachte die Lage. 2 Schleuche, 2 Eimer und 3 Leute die aktiv und angestrengt versuchen, das Feuer zu löschen. Daniel fragt nach: Bombeiros?“ „Bombeiros!“ und ein Kopfnicken kommen zurück. Die Feuerwehr ist also verständigt. Das beruhigt mich. „Wie lange die hier in Brasilien so braucht bis die kommt?“, schießt es mir durch den Kopf. „Zu lange“ ist die Antwort auf meine eigene Frage. Hektisch frage ich nach einem Eimer. Daniel hilft beim Löschen mit dem Schlauch.

Meine Tasche landet im Dreck. Aus dem Pool der Nachbarskinder schöpfen wir das Wasser. Ich laufe  mit dem Eimer vom Wasserbecken zum Zaun und wieder zurück. Eimer für Eimer kippe ich mit voller Kraft in die Flammen, in der Hoffnung irgendwas ausrichten zu können. Derweil schlagen die Flammen direkt an die Grundstücksmauer. Unser Nachbar klettert eine Leiter hinauf um die Flammen von oben löschen zu können. Dramatische Minuten, in denen jeder gegen Rauch, Flammen und Angstgefühle kämpft. Von der Feuerwehr ist derweil nichts zu sehen. Auch haben sich die zwei smalltalkhaltenden Nachbarn in Luft aufgelöst. Geht sie wohl nichts an, was hier gerade passiert. Innerlich schüttel ich den Kopf.image-2015-08-20(1)Inzwischen helfen uns auch die Nachbarskinder, beim Befüllen der Eimer. Hand in Hand arbeiten wir an der Eindämmung der Flammen und das mit einfachsten Mitteln. Nach 30 min sind die Flammen gelöscht, das Schlimmste unter Kontrolle gebracht und nur mehr einzelne Glutnester in der Ferne auszumachen. Mit unserem kläglichen Wasserstrahl sind die allerdings für uns unmöglich zu erreichen. Feuerwehr ist bis dato keine erschienen. Wir stellen also die Löscharbeiten ein und ich trotte die Treppen hinauf.

Meine Kleidung riecht bestialisch nach Rauch, mein Hals ist gereizt und ich muss husten. Als ich unter der Dusche stehe und das Wasser von mir abperlt, der Staub sich löst und der beißende Geruch so langsam verschwindet, wird mir regelrecht schlecht. Jetzt erst wird mir klar, in welcher Gefahr ich mich befunden habe. Niemand hätte mich hier rausgeklingelt oder Bescheid gesagt, dass es brennt.

Es war Zufall, dass Daniel grad von der Arbeit kam und die Flammen entdeckt hat. Einen Notausgang übers Dach gibt es zwar, aber wenn das Haus in Flammen steht und keine Feuerwehr kommt, dann nutzt einem das auch reichlich wenig. Ich hätte nicht mal mitbekommen, dass ich mich in Gefahr befinde, bis es durch den Türspalt in die Wohnung gequalmt hätte. Und ab diesem Zeitpunkt wäre es längst zu spät gewesen.image-2015-08-20Die Feuerwehr hat sich überhaupt nicht blicken lassen. Als Konsequenz dieses Abends, haben wir beschlossen uns einen Feuerlöscher zu zulegen und ich habe Daniel gebeten, in Notsituationen auch deutlicher zu werden, damit es auch in meinem Kopf ankommt.

 

Dreck ist meine zweite Haut – mein Leben mit Staubschicht in Brasilien.

„Dreckig. Ich fühle mich dreckig. Immer und überall.“ Das ist die Antwort auf die Frage, wie ich mich in meinem neuen Leben hier in Brasilien fühle.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 10.48.43Die Stadt in der wir seit April leben heißt Canaã dos Carajás und sie ist eine klassische Minenstadt. Nicht so romantisch wie im Westernfilm, aber genauso staubig. Wenn man sich die Karte der Region anschaut, dann meint man ja, wir wohnen im Amazonas und damit im dichten Regenwald. Das war auch sicherlich vor hundert Jahren noch alles dichter, grüner und lebendiger Wald, doch davon ist leider nicht mehr viel übrig.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 08.43.41In der Schule haben wir gelernt, dass Regenwald ein in sich geschlossener Wasserkreislauf ist und alles Leben von den Pflanzen darin abängt. Das feuchte Nass fällt vom Himmel, wird von den Pflanzen aufgenommen und wieder über die Blätter abgegeben. Rodet man die Bäume, bleibt nichts als Sandwüste übrig. Und so ist es auch hier geschehen. Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.27.16In der ganzen Gegend findet man großen Minen die Infrastruktur, wie Straßen, Schienen oder Städte brauchen. Also mußte Platz geschaffen werden. Außerdem hat der Mensch für mehr Weideland gesorgt und dafür eben den Regenwald abgeholzt oder nieder gebrannt. Einzig Gras und Palmen wachsen hier auch auf den kargen Böden gut. Zwischen Januar und April ist Regenzeit. In diesen Monaten schauert es jeden Tag. Manchmal nur für ein paar Minuten, aber in der kurzen Zeit fällt genug Wasser vom Himmel, um der Landschaft das nötige Leben einzuhauchen.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.25.13Trotzdem bleiben große unbewirtschaftete Flächen, Schotterpisten und loser Sand zurück. Und eben dieser braune Staub legt sich täglich als feine Schicht auf jede Fläche, jedes Blatt und jeden Stein. Nichts, aber auch gar nichts bleibt davon veschont. Genau wie in einer Wüste zieht der Sand in jede feine Ritze, bedeckt jede erdenkliche Fläche und natürlich auch auf die Haut der Menschen. Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.44.54Und so kommt es, dass ich mich hier immer dreckig fühle. In der Wohnung müssen täglich die Oberflächen gewischt werden und spätestens jeden zweiten Tag die Böden. Mit ungewaschenen Füßen, kann man sich nicht einfach mal auf die Couch lümmeln oder sich ins Bettchen kuscheln, selbst wenn man 2x am Tag wischen würde. Es käme einem trotzdem ungeputzt vor. Leute mit Reinigungsfimmel würden irre werden. WP_20150807_14_01_47_Pro-2Inzwischen habe ich mich schon einigermaßen daran gewöhnt und meine Tolleranzschwelle nach unten gesetzt. Aber trotzdem fluche ich noch jeden Tag darüber. Stellt euch vor, dass es nichts gibt, was sauber ist. Man kann nichts anfassen und dabei sauber bleiben. Sofort möchte man sich wieder die Hände waschen. Und ich bin wahrlich nicht pingeling, aber hier…. Man macht sich einfach ständig dreckig! In der Wohnung, im Auto, überall.Nun kann man argumentieren, dann putzt doch einfach. Wenn es so einfach wäre! 1x das Fenster oder die Autotür geöffnet, die Lüftung an oder die Scheiben runtergekurbelt und es ist direkt wieder alles voller braunem Staub. Am Anfang habe ich in der Tat noch versucht, dem Herr zu werden. Aber man resigniert. Der braune Dunst ist in der Luft. Immer. Und so wird man wohl auch immer ein ekliges Gefühl an den Händen haben, braune Fußsohlen oder quer übers T-Shirt einen dunklen Streifen vom Autogurt.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 10.49.30Genauso kann man hier nichts kaufen, was sich neu anfühlt und sauber ist. Die Geschäfte kämpfen ja mit dem gleichen Problem. Also ist jede Packung im Supermarkt mit einer Schicht Staub belegt und ich wasche daheim erstmal alles ab, bevor es in die Schränke wandert. Das Schöne an neuen Dingen ist ja eigentlich, dass sie sich neu anfühlen. Das gibt es hier nicht. Hier fühlt sich nichts neu, sauber und unbenutzt an. Im Gegenteil. Man greift ins Regal und ekelt sich. Mir ist vollkommen die Lust auf Einkäufe vergangen.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 10.49.01Jetzt ist Trockenzeit und das bedeutet, dass es seit Wochen nicht geregnet hat und der Regen der fiel, hat eigentlich auch nur die Staubschicht befeuchtet. Die Natur leidet unter der Trockenheit und die Blätter können nicht atmen. Ganz besonders deutlich wird das am Straßenrand. Grün ist da kein Grashalm mehr. Entlang des Weges ist jede Pflanze braun. Es ist jetzt gerade erst August und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es die nächsten 4 Monate mit dieser Trockenheit hier weiter geht. Schon jetzt staubt und brennt es an jeder Ecke und mit Besserung ist vor Januar nicht zu rechnen.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.38.51Die letzten Tage habe ich auch zunehmend riesige Windhosen über der Stadt beobachtet. Die Schwüle, die aufgeheizte Luft, dazu die Brände und der ausgedörrte Boden sind ein idealer Nährboden für diese „Wirbelstürme“. 40 Meter hoch reißt er den losen Staub und allen Müll in die Luft und bahnt sich seinen Weg durch die Stadt. Wohl dem, dessen Haus verschont bleibt. Als sei es noch nicht staubig genug. Ein geschlossenes Fenster ist kein Schutz, denn diese sind weder doppelt verglast noch isoliert. Durch die Ritzen & Schiebeleisten findet der Staub seinen Weg, besonders bei Wind.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.37.37Die Steigerung von Staub ist dann Matsch. Als ich im April hier ankam, verwandelte der Regen, der auf den Sand fiel, alles zu einer matschigen rotbraunen Masse. Manche Straßen waren dann überhaupt nicht mehr befahrbar und wir mussten aufpassen, bei unseren Ausflügen nicht irgendwo stecken zu bleiben. Da war ich dann also nicht nur staubig an den Händen, sondern oft auch bis zum Knie hoch voller Pampe. Seiher trage ich auch Flip Flops. Mein ganzes Leben hatte ich noch nie solche Schuhe. Hier machen sie Sinn. Zu Hause angekommen, spült man sie einfach unterm Wasserhahn ab. Lederriemchensandalen, wie ich sie früher trug, wären hier nach kürzester Zeit ruiniert.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.58.06Man ist hier also gezwungen sich damit zu arrangieren, ob es einem nun paßt oder nicht. Ob man dagegen ankämpft oder nicht. Dreck gehört hier zum Alltag. Also kann ich auch berechtigt behaupten, dass ich mich dreckig fühle.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.42.59

Küste wird überbewertet. Riverbeach in Marabá kann was!

Sommerliche Temperaturen um die 30ig Grad haben wir hier eigentlich das ganze Jahr und bei über 90% Luftfeuchte, läßt es sich auch ordentlich schwitzen. Was Canaá dos Carajas nicht hat, ist ein Platz am Meer. Nicht mal ein Platz am See. Sehr schade. Denn gerade in Brasilien, wo es hitzig zugeht und man gerne Kurven zeigt, wünscht man sich einen Ort zum Abkühlen. Und ein wenig auch zum Schauen.

Aber, wenn man schon im „Paradies“ lebt, kann man eben nicht auch noch Me(h)er erwarten. Also haben wir uns aufgemacht etwas Neues für uns zu entdecken. Unsere wilde Fahrt führt uns nach Marabá, denn hier und das hatten wir gehört, soll es einen Strand geben! Kein Meer, aber einen Fluß, der zur Trockenzeit eine phatastische Insel frei gibt. Nach „nur“ 3h Fahrt mit allerhand Schlaglöchern hatten wir unser Ziel erreicht.

Allerdings erinnerte mich die Szenerie mit den kleinen Booten eher an asiatische Länder als an Brasilien.

Bildschirmfoto 2015-08-08 um 15.18.03Mit so einer kleinen Jolle sind wir von der Uferpromenade zur Insel übergesetzt.
Allein die Überfahrt war entzückend!Bildschirmfoto 2015-08-08 um 15.17.49Und was uns dort erwartet hat, war erst Recht der Knaller!
Bildschirmfoto 2015-08-08 um 15.37.56Strohütten, wehende Flaggen, einladende Hängematten und bunte Drachen. Dazu quirliges Familienleben, Badespaß und Beachlife pur!Bildschirmfoto 2015-08-08 um 15.38.32Kinder gehören in Brasilien einfach dazu. Und weil das Wasser so angenehm warm ist, packt man auch gleich Tisch & Stühle mit in den Fluß.Bildschirmfoto 2015-08-08 um 15.52.48Macht ja Sinn! Genauso wie die Kühlbox, damit man das Leben so richtig genießen kann.
Bildschirmfoto 2015-08-08 um 16.03.08Und auch so läßt es sich wunderbar aushalten!Bildschirmfoto 2015-08-08 um 16.16.47Verpflegung gibt es selbstverständlich direkt am Strand. Frisches Obst wird sogar bis an den Tisch im Fluß gebracht.Bildschirmfoto 2015-08-08 um 16.18.10 Dieser Händler verkauft Käsespieße, die er im eigens dafür entwickelten Grill heiß macht. Clever!Bildschirmfoto 2015-08-08 um 17.41.18Auf Naschereien muß hier auch Niemand verzichten.
Bildschirmfoto 2015-08-08 um 16.32.49Als wir uns nach Essensständen erkundigen, werden wir direkt von einer brasilianischen Familie adoptiert! Kind auf den Schoß, Bier auf den Tisch und Essen wird uns auch angeboten. So herzig. „Eigentlich ist das hier für unsere Familie, aber hey, dann seit ihr jetzt Familie.“ Ich glaube man ist stolz „alemão“ Gäste zu haben. Jeder will ein Bild mit uns und wir genießen den „kulturellen“ Austausch, auch wenn wir nur ein paar Brocken portugiesisch auf Lager haben.Riverbeach MarabaDer Strand ist bevölkert von Händlern, egal ob man bunte Armbändchen will, oder….Bildschirmfoto 2015-08-08 um 16.20.00…ein neues Spielzeug.Bildschirmfoto 2015-08-08 um 17.27.55Oder zwei, drei…
Bildschirmfoto 2015-08-08 um 16.02.54Super funktioniert hier auch Drachensteigen lassen! Daran haben brasilianische Kinder überhaupt sehr viel Freude. Das beobachte ich auch in Canaá sehr häufig.
;araba Lautspecher BeatboxNa und laute Musik, darf natürlich auch nich fehlen. Wie „gewöhnt“ sie daran sind, sieht man hier. Man kann auch vor den größten Beat-Wummern noch friedlich schlafen.Bildschirmfoto 2015-08-08 um 16.20.39Aber in der Hauptsache geht es natürlich um´s Badevergügen.Bildschirmfoto 2015-08-08 um 16.21.38Ok, das war gelogen! Wir sind ja in Brasilien, da geht es natürlich auch um Körperkult;) Bildschirmfoto 2015-08-08 um 16.21.04Ja, das ist ein Bikini. Der wohl knappeste, den ich je gesehen habe. Aber hey, die Frau hat Ausstrahlung und Selbstbewußtsein und das macht sexy!
Das vergessen nur die Meisten. Hätte sie einen schwarzen Badeanzug an, wäre sie nie Jemandem aufgefallen. So aber, war sie der Hingucker schlechthin und ich bin mir sehr sicher, dass der ein oder andere Herr Gefallen gefunden hat.
Bildschirmfoto 2015-08-08 um 16.18.54Und so genießt eben jeder auf seine Weise!Bildschirmfoto 2015-08-08 um 16.16.31Für die Sicherheit ist natürlich auch gesorgt. Baywatch ist watching you! Und auch wenn ihr euch jetzt Sorgen macht, dass der Rettungsschwimmer wegen mir abgelenkt war und das Mädchen grad nebendran ertrinkt…. keine Sorge… er hatte zu jeder Zeit alles unter Kontrolle!
Bildschirmfoto 2015-08-08 um 17.42.41Wie überall auf der Welt, liebt auch der Brasilianer Selfies. Und für diese Verliebtheit gibt es kein besseres Tool als einen Selfie-Stick.Bildschirmfoto 2015-08-08 um 17.42.57Immer und überall ist grad jemand beschäftigt sich in Pose zu setzen.Bildschirmfoto 2015-08-08 um 17.42.30Sogar beim Knutschen! Aus der Ferne betrachtet dachte ich zunächst sie zeigt einem Anderen den Finger. Bis ich mal rangezoomt habe!
Bildschirmfoto 2015-08-08 um 17.57.45Zum Sonnenuntergang hatten wir die Insel mit dem Boot wieder verlassen und sind zur Uferpromenade zurück gekehrt.Bildschirmfoto 2015-08-08 um 18.04.36An der sich jetzt alle zu treffen schienen…
Bildschirmfoto 2015-08-08 um 17.55.04… um die letzten Sonnenstrahlen zu erhaschen und das warme Licht zu genießen. Bildschirmfoto 2015-08-08 um 18.01.56Für uns war der Tag definitiv ein Highlight. Und als Fazit läßt sich ganz klar sagen:
Wer braucht da noch ein Meer, wenn er einen solchen Stadtstrand haben kann?
So ein Fluß ist eine echte Alternative! Also dann:

#get up & rock

PS: Hier noch was zum Lachen für Euch!

#info

Marabá liegt im nördlichen Teil Brasiliens und ist die viertgrößte Stadt in der Region Pará. Sie liegt rund 500 km südlich von Belém und hat rund 230.000 Einwohner. Marabá befindet sich am Ufer des Rio Tocantins bei der Einmündung des Rio Itacaiúnas und ist auch per Flugzeug erreichbar. Die Stadt ist sicherlich keine touristische Perle. Wer trotzdem hier landet, sollte sich diesen Stadtstrand jedoch nicht entgehen lassen. Am Bootsanleger besteht die Möglichkeit sein Fahrzeug auf einem bewachten Parkplatz abzustellen. Die Bootsfahrt hat uns rund 6 Real pro Strecke und Person gekostet. Das sind umgerechnet etwa 2 EUR. Auf der „Insel“ gibt es Essensstände und an der Promenade Restaurants. Taxis waren nicht so leicht zu finden, man sollte sich vorab die Rufnummer notieren, wenn man diesen Service nutzen will. Wir haben uns sehr sicher, wohl und willkommen gefühlt.

Willkommen in Canaã dos Carajás – unserem „Paradies“

Mein Freund sagt immer: „Schatz, ich weiß gar nicht was Du hast. Es hat immer gutes Wetter, Sonnenschein & Palmen – es muss das Paradies sein!“ Nun, wenn man es nur darauf reduziert, dann hat er wohl Recht.Bildschirmfoto 2015-08-03 um 13.16.34Vor knapp 4 Monaten bin ich ihm, in die vielleicht häßlichste Stadt Brasiliens gefolgt und „Paradies“ ist inzwischen ein Running-Gag zwischen uns. Denn wann immer einer von uns genervt ist, beruhigen wir mit dem „Paradies„-Spruch.

Und hier liegt Canaã dos Carajás, was wir lieber als „Homebase“, anstatt als neue Heimat bezeichnen:Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.10.25Der Bundesstaat heißt: Pará und der Teil, in dem wir leben, gehört eigentlich noch zum Amazonas. Allerdings sieht man davon nicht mehr viel. Der Regenwald, wie es ihn hier ursprünglich einmal gab, mußte weichen. Entstanden sind riesige, grüne Weideflächen.Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.30.41Das Holz des Regenwaldes ist wertvoll, die Erze im Boden haben einen Milliarden schweren Wert und der Mensch tut sein Übriges durch seine Ausbreitung. Noch immer und täglich fallen große Flächen der Brandrodung zum Opfer, damit Viehwirtschaft betrieben werden kann, neue Siedlungen entstehen oder Platz für Minen geschaffen wird.
Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.22.35Viehwirtschaft & die Mine dominieren hier die Landschaft und bieten die meiste Arbeit für die Menschen hier.Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.30.16VALE -der Minenbetreiber- ist auch der größte Arbeitgeber in der gesamten Region. Zehntausende Jobs hängen allein an der Entstehung der neuen Mine. Das Projekt nennt sich S11D. An ihm arbeitet auch mein Freund für eine große Kranfirma.
Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.39.06Die Stadt selbst ist innerhalb nur weniger Jahre beachtlich gewachsen und hat mit dem Ansturm auf Arbeitsplätze gar nicht mithalten können. Und das ist wahrscheinlich auch genau der Grund, warum die Brasilianer selbst sagen, es sei die häßlichste Stadt des Landes.
Bildschirmfoto 2015-07-31 um 17.10.43Im Hotel Canaá haben wir die ersten 2 Monate gelebt. Ein sehr hübsches Hotel & wir haben uns sehr wohl gefühlt. Aber auf Dauer sind 16qm für zwei Personen schon eine Herausforderung. Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.56.50Mitte Juni sind wir dann in ein eigenes Apartment umgezogen. Unsere Wohnung ist im dritten Stock. Das Haus liegt direkt an der Hauptverkehrsstraße. Und man sieht hier schon sehr deutlich, was das so mit sich bringt… Müll & viel Verkehr. Denn jeder Minenabeiter kommt hier vorbei. Wir sind trotzdem happy, dass wir eine moderne, komfortable Bleibe gefunden haben und nun endlich auch viel mehr Platz & einen Balkon haben.
Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.58.32Die Hauptverkehrststraße ist Lebensader der Stadt.

Bildschirmfoto 2015-07-31 um 17.04.31Wie überall gibt es kleine Geschäfte, Bars und Restaurants.Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.53.30 Menschen, die nicht in der Mine Arbeit gefunden haben, besitzen oft ihr eigenes Geschäft – manchmal auch auf 2-4 Rädern. Meist werden Lebensmittel, Eis oder Handyzubehör verkauft.Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.53.49Das ist der Platz, an dem die Busse in die nächst größeren Orte wie Parauapebas oder Marabá starten.Bildschirmfoto 2015-07-31 um 17.05.25In der Mitte ist die Hauptverkehrsstraße durch einen Grünstreifen getrennt. Er ist Treffpunkt, Marktplatz und auch Spielplatz. Bildschirmfoto 2015-07-31 um 17.05.07Für viele Menschen aber auch ihr Lebensmittelpunkt.Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.54.05Natürlich gibt es morderne Läden, aber auch das gehört zum normalen Stadtbild.
Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.58.58Wer hat Lust, hier auszugehen? Ich meistens nicht. Billiard ist allerdings neben Fußball das zweitliebste Hobby, der Männer hier.Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.52.10In der Regenzeit wird die Stadt regelmäßig geflutet. Schade, dass man bei neuen Straßen nicht an Gullis und Kanalisation gedacht hat. Am Ende der Straße, sammelt sich dann das Wasser, unterspühlt sie und bildet riesige Löcher. Die neue Straße ist damit schon wieder nichts mehr wert.
Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.51.07Richtig übel ist es dann, auf den nicht geteerten Nebenstraßen. Kein Spaß wenn man da mit Moped oder Fahrrad durch muß, wie ein großer Teil der Bevölkerung … und ich!Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.50.54Autowaschanlagen wie diese gibt es daher wie Sand am Meer. Warum noch Niemand auf die Idee kam, eine moderne Anlage hier hinzusetzen, erschließt sich mir nicht. Allerdings sichert es so natürlich mehr Menschen ein Einkommen, vielleicht liegt es daran.

Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.53.12Es wird unheimlich viel neu und gut gebaut. Trotzdem sind Holzhütten mit Lehmboden hier ganz normale Wohnhäuser.
Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.58.16 Von sowas wird mir regelmäßig schlecht, wenn ich durch die Stadt laufe.
Bildschirmfoto 2015-07-31 um 17.06.11Und so sieht es zwischen den einzelnen Häusern aus. Ich werde nie verstehen, warum die Menschen in ihrem eigenen Dreck leben, anstatt auf Sauberkeit zu achten.Bildschirmfoto 2015-07-31 um 17.07.50Apropo Dreck. Mit dem hab ich ich so meine größten Probleme. Der braune Sand ist immer und überall. Man kann nicht aus dem Haus gehen, ohne sich dreckig zu machen. Wer ein Hygienefanatiker ist, der würde hier nur im Quarantäne-Anzug rumlaufen.Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.52.30Brasilianer mögen es laut. Sehr laut. Wer am Lautesten ist, der bekommt die Aufmerksamkeit & Kundschaft. Da wo es laut ist, da geht man auch hin zum Tanzen, Einkaufen oder Fußball schauen. Ja, sogar auf die Kirchen trifft das zu. Entsprechend hat jeder der etwas auf sich hält, seinen Kofferraum komplett mit Lautsprecherboxen ausgebaut und wummert duch den Ort. Optional wird man noch durch Werbefahrzeuge dauerbeschallt. Den ganzen Tag cruisen sie im Schritttempo mit donnernden Boxen herum und verkünden die frohe Botschaft. Mich nervts als Bewohner, aber die, die damit rumfahren, müssen doch komplett gaga sein, zum Feierabend… Ohrenstöbsel benutzen sie jedenfalls nicht, das hab ich überprüft.Bildschirmfoto 2015-07-31 um 17.00.03Und das bricht mir jedes Mal das Herz: Die Hunde und Katzen, die unter erbärmlichsten Umständen versuchen, auf der Straße zu überleben. Ich tue meinen Teil, aber ich kann nicht alle füttern, verarzten oder retten.Bildschirmfoto 2015-07-31 um 17.09.08Das ist ein beliebter Treffpunkt. Am Wochenende ist da alles voll mit Menschen. Die Stadt hat außer einer Disco, den üblichen Bars & Fußballplätzen eigentlich keinerlei Freizeiteinrichtungen. Kein Kino, kein Schwimmbad, keinen Park – nichts.
Bildschirmfoto 2015-07-31 um 16.54.28Aber es gibt auch schöne Dinge hier! Und das sind in der Hauptsache die Menschen. Ich mag ihr Lächeln, die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Dinge, die ich in Deutschland immer schmerzlich vermisse.

Wir haben die ActionCam aufs Dach getan und einfach mal gefilmt wie es hier aussieht. Also, macht Euch ein #liveBild!

Mein neues Leben in der vielleicht häßlichsten Stadt Brasiliens

Brasilien ist der Inbegriff von heißem Temperament, bunter Lebensfreude, wildem Karnival, atemberaubenden Traumstränden, 24h-Fußball, leckeren Cocktails und natürlich den schönsten Frauen der Welt. Das gilt wahrscheinlich für überall, nur nicht da wo es mich hinverschlagen hat.Bildschirmfoto 2015-07-24 um 18.25.29Canaã dos Carajás – heißt die Stadt, die von den Einheimisch, als die wohl häßlichste Stadt des Brasiliens bezeichnet wird. In 15 Jahren ist der Ort von 10.000 auf 52.000 Einwohner gewachsen. Infrastruktur dazu gibt es eigentlich keine. Die Stadt ist staubig, dreckig und vermüllt. Zur Regenzeit auch überschwemmt. Sie ist laut, nicht ungefährlich und erbarmungslos für die Schwachen.Bildschirmfoto 2015-07-27 um 14.22.32Aber genau da lebe ich jetzt. Nur wieso? Ganz einfach, wegen der Liebe.Bildschirmfoto 2015-07-27 um 14.18.06Mein Freund hat hier ein Bauprojekt in einer großen Mine und ich wollte schlichtweg nicht mehr ohne ihn leben. Na und außerdem muß ihn ja Jemand beschützen. Vor den Frauen zum Beispiel;)
Bildschirmfoto 2015-07-27 um 14.20.58Also hab ich meinen Job gekündigt, meine Wohnung aufgegeben und bin ihm gefolgt.image-2015-09-12(3)Nichts ahnend, was mich hier so alles erwarten würde.Bildschirmfoto 2015-07-24 um 18.57.16Welche Herausforderung das immer aufs Neue für mich ist, erfahrt Ihr in meinem #LiveBlog