Der Job des Walflüsterers – Chillen unter Palmen oder doch Arbeit?

Ich habe ihn ergattert, den Traumjob schlechthin. Ich werde für einen Monat „Walflüsterin“ sein und aus der Dominikansichen Republik über das Whalewatching auf der Insel berichten. Klingt traumhaft so eine gewonnene Reise in die Karibik, aber ist das nicht vielleicht auch Arbeit? Wie so eine Bloggerreise normalerweise aussieht, was mich in der Dominikanischen Republik erwartet und welche Aufgaben ich als Walflüsterin wirklich haben werde, verrate ich dir hier:

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Nun ich fliege ja nicht nur hin und genieße das Walegucken nur für mich, sondern ich habe ja einen ganz klaren Auftrag. Das Tourism Board wünscht sich natürlich einen Walflüster der mit seinen Fotos, Videos und Geschichten, das Land und dieses Naturschauspiel in die Köpfe der Menschen bringt. Von mir wird für diesen riesen Gewinn natürlich ein Gegenwert erwartet und der heißt Publicity.

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Als Bloggerin weiß ich natürlich sehr genau was das bedeutet und das ist nicht am Strand liegen oder mit dem Bötchen aufs Meer fahren und einfach nur den Tieren beim mit der Flosse winken zuschauen. Bloggen ist ein Job, auch wenn viele das nicht so sehen. Ich war schon auf vielen Fam-Trips oder Journatlistenreisen und diese fordern einem eine Menge ab. Ein festes, durchgetaktetes Programm, wenig Zeit zum Erkunden oder Minuten zum Durchschnaufen und Genießen. Ankommen, schnell die Fotos schießen und Videos drehen, Notizen machen und weiter zum nächsten Programmpunkt. Gespräche mit Hoteliers, Zimmerbesichtungen, Get together mit Organisationen, Gastgebern oder Regierungsvertretern, Abendveranstaltugen – das alles gehört zu solchen Reisen dazu. Ganz gerne auch lange Transfertage, die man nur in Flughäfen, in Bussen oder Sammeltaxis verbringt. 19 Stunden Arbeitstage keine Seltenheit und das über mehrere Tage.

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Glücklicherweise ist mein Trip nicht auf 5 Tage komprimiert, aber auch ich habe Aufgaben die mich erwarten. In der Hauptsache werde ich die beiden Walschutzorganisationen Cebse und Whale Sama begleiten. Das heißt ich darf den ganz normalen Alltag im Tierschutz live miterleben und das bedeutet natürlich nicht nur aufs Meer hinausfahren und den Walen zuschauen. Das ist Aufmerksamkeitschaffen bei den Bootsführern der Whalewatchingbooten, das sind Vorträge vorbereiten und halten, das ist auch die Auswertung von Daten und natürlich auch Aufklärungsarbeit vor Ort. Wie das im Detail aussehen wird, darauf bin ich sehr neugierig, denn es ist auch für mich das erste Tierschutzprojekt, was ich begleiten darf.

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Natürlich wird auch meine Reise medial von Presse begleitet. Journalisten aus Deutschland und der Dominikanischen Republik werden mich eine Woche lang auf Schritt und Tritt „verfolgen“. Medial natürlich;) Selbstverständlich läßt sich das Tourismusboard dann ein tolles Programm einfallen mit jeder Menge Action. Nur Urlaub und auf der faulen Haut liegen, ist das dann natürlich nicht. Ich bin ja zudem angehalten zu fotografieren, Videos zu drehen und live auf Facebook und Instagram zu gehen. Also quasi immer unter Strom und Beobachtung.

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Habt ihr schon mal einen Videodrehttag oder ein Fotosshoooting mitgemacht? Falls ja, dann kann man sicher nachfühlen, dass man dazu unheimlich konzentriert sein muss und es viel Energie erfordert. Immer auf jede Körperhaltung, den Gesichtsausdruck und das Gesprochene achten, auf Anweisungen der Redaktion hören und vor der Kamera funktionieren. Und dann bin ich ja auch selbst Fotografin & Videofilmerin. Wenn ich also nicht vor der Kamera stehe, dann bin ich natürlich auch auf der Suche nach den besten Motiven, schönsten Einstellungen und interessantesten Szenen. Auch ein nicht zu verachtender Punkt ist, dass wenn man von der Presse begleitet wird, man natürlich auch ein sehr gefragter Ansprechpartner ist und so kann ein Arbeitstag einen auch ganz schön fordern.

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Und während am Ende des Tages das Team einpackt und sich einen gemütlichen Abend macht, fängt meine zweite Schicht an. Bilder sichten, retuschieren, archivieren und hochladen. Das Tourismboard mit Material versorgen und natürlich bloggen! Denn dazu bin ich ja dort. Das heißt ich sitze dann für Stunden noch am Laptop und schreibe die Geschehnisse des Tages auf, ich redigiere sie und prüfe die Rechtschreibung (ok, da bin ich nicht grad der Held). Steht der Text, dann baue ich die Blogseite in WordPress auf, designe die Vorschaubilder mit Adobe und mache die Einstellungen für das SEO (die Optimierung, damit Google meinen Beitrag findet).

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Wenn dann alles fertig eingestellt, upgeloaded und verarbeitet ist, gehts ans Netzwerken. Kein guter Blogger der nur schreibt, aber sich nicht um die Verteilung in Social Media kümmert. Also noch Geschichten für die sozialen Netzwerke schreiben, die Bilder bzw. den Blogbeitrag teilen und auf Kommentare eingehen. Mal ein Anhaltspunkt: An einem ausführlichen Blogbeitrag über ein Land sitze ich gerne mal 12 bis 18 Stunden. Natürlich ist so ein Tag im Leben eines Walflüsterers kein Rückblick auf eine ganze Reise, aber so 3 bis 4 Stunden wird mich diese Arbeit schon pro Tag kosten. Und jetzt rechnet mal nach, wieviel Zeit da zum Abhängen unter Palmen noch bleibt….

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Glücklicherweise ist die karibische Sonne ja ein Energiespender und man braucht nicht so viel Schlaf wie im deutschen Winter. Ich hoffe also, wenn die Nachtschicht vorrüber ist, das ich noch so 5h Schlaf bekommen werde, um am nächsten Morgen um 7 Uhr direkt wieder frisch zu starten. Ihr werdet es erleben….

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So, jetzt habt ihr so einen kleinen Eindruck bekommen, wie fordernd Presse bzw. Bloggereisen schon gerne mal sind und könnt euch sicherlich auch vorstellen, dass es nicht nur chillen am Strand für mich wird, wenn ich als als Walfüsteirn aus der Dominikanischen Republik berichte. Obwohl ich natürlich hoffe, das ich auch dazu Zeit finden werde. Ich bin gespannt und ich hoffe ihr seid es auch!

In diesem Sinne:

#get up & stay tuned!

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