„Flüchtling“ – Mural von Gonzalo Borondo in Berlin Tegel

Bewegend, verstörend und wichtig – das „Flüchtling“ Mural von Gonzalo Borondo aka „Borondo“ im Berliner Stadtteil Tegel.

Es bewegte die Gemüter, denn die Anwohner hatten sich von der „One Wall“ Initiave von Urban Nation eigentlich eine Verschönerung des 14 Stockwerk hohen Plattenbaus erwartet.

Aber so ist Street Art nicht. Sondern es ist Kunst und diese soll zum Nachdenken und Wandel anregen und das ist den Künstlern mit diesem Mural auch ganz sicher gelungen.

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Die Gegend ist geprägt aus immer gleichen Botonklötzen aus 70er Jahren und ihren kleinbürgerlichen Einwohnern. Es wurde also lange gestritten, ob dieses Mural bleiben darf und ob das überhaupt Kunst sei.

Für mich hat es damit genau den Nerv der Zeit getroffen. Denn es zeigt ein Mädchen, das aus einem Raum schaut, dass das vermeintlich sichere Europa darstellt und sieht die dramatische Realität in der Welt. Die von Pfeilen getroffene Person, verkörpert den heiligen Sebastian, der trotz der Verletzungen überlebt. Was für die Hoffnung in der Welt steht, die es gibt, wenn wir nicht wegschauen.

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Und genau das sollte auch in den Köpfen der Einwohner und Betrachter ankommen und aus eben diesem Grund finde ich es genau passend.

Und wieder bin ich auch sehr stolz auf die Szene, die damit einmal wieder zeigt, dass Street Art ein wichtiger künstlerischer Beitrag in unserer Gemeinschaft ist.

So findest du das „Flüchtling“ Mural:

Adresse:

Neheimer Str. 6, 13507 Berlin

Anreise:

Nimm am Besten den Bus (N33, 133, X33) bis Kamener Weg (Berlin) oder lauf einfach rüber, wenn du die U6 genommen hast und am U-Bahnhof Holzhauser Straße angekommen bist.

Wissenswertes:

In direkter Nachbarschaft findest du weitere Murals der „Starling Collection“ die während des Urban Nation Projekts „One Wall“ entstanden sind. Schau dich also gut um!

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Über Gonzalo Borondo

Gonzalo Borondo wurde in der spanischen Stadt Valladolid geboren, lebte aber sehr bald in Segovia. Mit vierzehn Jahren zog Borondo nach Madrid, wo er die Kunstschule und die Akademie der Schönen Künste besuchte. Er machte seinen Abschluss an der IES Margarita Salas Madrid und setzte sein Studium der Schönen Künste an der Universität Complutense Madrid fort.

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Im Jahr 2012 verbrachte er einige Zeit in Rom, Italien, im Rahmen eines Erasmus-Kulturaustauschprogramms an der Accademia di Belle Arti di Roma. Madrid ist der Ort, an dem er tatsächlich begann, überall in der Stadt Graffiti-Tags anzubringen, ebenso wie die klassischen Bombenangriffe auf Züge, seine Puppenwerke – die die Buchstaben verkleinern und die Zeichnungen vergrößern – aber es wurde bald klar, dass dies nicht Ausdruck genug für seine künstlerische Sprache ist.

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Dank seines Lehrers Jose Herranz Garcia hatte Borondo die Möglichkeit, neue Techniken zu lernen und mit ihnen zu experimentieren. Er arbeitete mit Kohle, Öl und Tempera, experimentierte mit neuen Ausdrucksformen, nur um dem Verständnis näher zu kommen, dass für ihn die Straße die beste Galerie ist.

Gonzalo Borondo im Netzt

Du bist neugierig geworden? Dann schau doch auf der Website von Borondo vorbei! Oder verfolge das Schaffen auf Instagram.

Street Art & Murals in Berlin

Dich interessiert die Street Art Szene in Berlin? Schau dir meine Artikel zu Murals und Künstlern hier auf meinem Blog an.

 

murals-street-art-berlin-dein-guide-zu-spektakulaerer-strassenkunst

 

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.