Mit dem Bus durch Paraguay – Diese Infos bringen dich weiter!

Fortbewegungsmittel Nummer eins in Südamerika und im Speziellen in Paraguay ist immer noch der Bus. Was für Reisende und Backpacker wissenswert ist, habe ich hier zusammen gefasst.image-2015-12-16(3)Grundsätzlich unterscheidet man zwischen lokalen Bussen und Langstreckenbussen. Der Unterschied ist ganz klar der Komfort aber auch die Anzahl der Stopps. Wer in Paraguay reist und große Strecken hinter sich bringen möchte der ist gut damit beraten keinen lokalen Bus zu wählen und sich so durchs Land zu hangeln. Da diese Busse in der Tat an jeder Milchkanne halten und sich die Fahrtzeit so schnell verdoppelt.

Lokale Busse in Paraguay

Lokale Busse sind zu empfehlen wenn man einen Ort und die Umgebung entdecken möchte. Bis maximal 80 km würde ich so einen Bus wählen. Entsprechend ist die Reisezeit zu kalkulieren. Ich habe für 60 km 2.5 Stunden in der Rush hour gebraucht. Der Vorteil diese Bus ist ganz klar, dass man einen wunderbaren Eindruck von den Menschen, den Gepflogenheiten und auch von der Umgebung bekommt. Sie fahren weniger schnell, halten oft und so kann man auch während der Fahrt Blicke erhaschen oder den ein oder anderen Schnappschuss aus dem Bus heraus fotografieren.image-2015-12-19(5)

Wichtig ist bei diesen Bussen zu wissen, dass es es nicht unbedingt eine feste Route (eigentlich schon, aber manchmal weicht die auch ab;) gibt und schon gar keine angeschriebenen Fahrplan. Grob kann man sagen, dass die Busse so ab 6 Uhr starten. Zumeist stellt man sich auf die Straße und macht durch Winken dem Fahrer bemerkbar, das man mitgenommen werden möchte. Oder man schaut sich um, wo auf der Straße bereits Leute stehen und reiht sich in die Masse der Wartenden ein. Eine Busfahrt in Asunción hat mich 2.5 Mil (2500 G) gekostet. Ins 60 km entfernte Areguá oder Caacupé 5 Mil (5000 G). Das Ticket kauft man direkt beim Fahrer oder der Begleitperson.image-2015-12-19(3)Die Zielorte sind zumeist im oberen Teil der Fenster oder an einem Schild an der Frontschutzscheibe angeschrieben. Wer sicher gehen möchte im richtigen Ort anzukommen der sollte nachfragen bevor er einsteigt.image-2015-12-19(4)Typisch für diese Busse ist außerdem, dass sie regelmäßig von Heerscharen von fliegenden Händlern bevölkert werden. Von Getränken über die typischen Brötchen, bis hin zu Zahnpasta wird so ziemlich alles angeboten. Selbst Livemusik im Bus ist keine Seltenheit, um die eigene CD zu promoten. Dieser Handel gehört einfach zu Paraguay dazu und man sollte sich einfach freuen unterwegs mit allem Nötigen versorgt zu werden.image-2015-12-16Lokale Busse haben keine Klimaanlagen, hin und wieder zugige Fenster und manchmal auch nur Hartschalensitze. Auch ist es hier noch üblich, dass man alten oder behinderten Menschen, Frauen und Kindern seinen Sitzplatz anbietet, wenn der Bus voll ist.image-2015-12-18(29)Grundsätzlich sollte man sich sehr gut festhalten wenn man sich im Bus bewegt oder steht, da sie ordentlich schaukeln, ruckartig anfahren oder die Fahrer kräftig bremsen.image-2015-12-17(2)Wer aussteigen möchte, der zieht an der an der Decke gespannten Schnur, damit löst man ein für den Fahrer hörbares Signal aus. Beim Ein-, und Aussteigen sollte man schnell und vorsichtig sein, da die Busse oft anrollen und man schon fast in der Fahrt auf und abspringt.image-2015-12-19(6)Wer nicht stranden möchte wenn er sich in ländliche Gebiete aufgemacht hat sollte vorab klären, wann der letzte Bus fährt. Zuweilen ist das bereits gegen 18/19 Uhr.

BusLangstreckenbusse in Paraguay

Wie der Name schon sagt legen sie lange Strecken innerhalb des Landes zurück und in der Regel sind das auch Doppeldeckerbusse die hier zum Einsatz kommen. Busfahrten zwischen 6-12 Stunden sind keine Seltenheit in Paraguay. Damit man angenehm reist sind diese Busse mit bequemen Sitzen ausgestattet. In der Regel befindet sich an der Rückenlehne auch eine Beinklappe, so das sich der Komfortsitz zu einer Liege erweitern lässt. Je nach Busunternehmen gibt es auch hier Unterschiede in der Qualität. Meine Erfahrung ist, dass NSA den höchsten Komfort bot.image-2015-12-18(24)Im Gegensatz zu lokalen Bussen muss man ihr Ticket zwingend vorher an einem Schalter kaufen. Wer auf den Preis achten muss, der sollte die verschiedenen Busunternehmen vor Ort abklappern und die unterschiedlichen Tarife vergleichen. Erfragt hier immer auch die Fahrtzeit, denn auch hier kann es Unterschiede auf Grund der Anzahl der Stopps geben, was Zeit und Nerven kosten kann.image-2015-12-17(1)Diese Busse haben feste Fahrtzeiten und Routen. Es gibt zwar Websiten auf denen man Verbindungen checken kann, aber ausgereift sind die noch lange nicht. Sie geben eher einen Hinweis welches Unternehmen auf welcher Strecke unterwegs ist.Auch werden Nachtfahrten angeboten, die gerade bei Backpackern sehr beliebt und schnell ausgebucht sind. Sicherheitstechnisch muss man sich während der Fahrt keine Sorgen machen. Wichtiger ist es, die An-, und Abfahrt zum Busterminal zu organisieren. Zubringerbusse fahren um Mitternacht nicht mehr und man muss auf ein Taxi ausweichen. Gleiches gilt wenn man in den Nachtstunden irgendwo ankommt und in die Unterkunft möchte. Das Ticket würde ich am Tag vorher besorgen, um sicher zu gehen auch mitgenommen zu werden. Vorteil ist ganz klar, dass man sich eine Unterkunft spart und den Tag nutzen kann und ihn nicht im Bus vertrödelt.image-2015-12-18(23)Zumeist muss man sich mit dem Passnummer für eine Fahrt anmelden. Je nach Ausstattung der Busse wird man gefragt, ob man einen privaten Sitz haben möchte, am Fenster sitzen möchte oder im oberen Bereich. Wer kein Spanisch spricht sollte sich diese Punkte vielleicht vorab auf einem Zettel notieren. Auf dem Ticket welches man auch Tage vor Abfahrt schon kaufen kann ist dann vermerkt wohin die Fahrt führt, wenn Abfahrt ist und auf welcher „Platform“ (Haltebucht) der jeweilige Bus zu finden ist.PassWer Gepäck mit sich führt, gibt dieses ab. Es wird eindeutig markiert und man erhält eine Art Abholschein oder einen Aufkleber. So ist sichergestellt, dass Niemand das falsche Gepäckstück mitnehmen kann.image-2015-12-17(2)Außerdem ist auf eurem Ticket auch die Sitzplatznummer (Asiento No) angegeben. Selbst wenn der Bus zu Beginn der Fahrt fast leer ist, sollte man sich daran halten, da es sonst später mit weiteren Zustiegen zu Verwirrung kommt.

Beworben werden die meisten Busse damit, dass sie Wlan und TV bieten. Die Realität sah dann eher anders aus. Gar keine Internetverbindung schien mir üblicher zu sein. Hier solltet ihr euch eine lokale SimCard besorgen und mobiles Internet dazu buchen, wenn ihr unterwegs online gehen wollt. Monitore gab es ebenfalls im Bus aber auch hier ist meinen Erfahrung, dass sie ausblieben. Man sollte also schlafen oder selbst für Entertainment sorgen.image-2015-12-18(26)Auch in den Langstreckenbussen gibt es fliegende Händler. Je nach Busunternehmen schwankt die Häufigkeit der „Versorgung“. Während ich auf der Strecke von Ciudat del Este nach Asunción mit NSA genau 1x Essen und Getränke angeboten bekam, war es von Asunción nach Encarnation mit Paycasu unzählige Male und begann schon etwas an zu nerven.image-2015-12-19(7)Die Busse sind klimatisiert und das heißt in Südamerika zumeist, dass man auf Tiefkühlkostniveau runter gekühlt wird. Hier gilt es sich entsprechend anzuziehen und ggf. auch eine Decke oder ein Handtuch als Wärmeschutz mitzunehmen.

Langstreckenbusse sind mit einer sanitären Einheit ausgestattet. Wer also auf die Toilette muss, der muss nicht aussteigen oder auf den nächsten Stopp warten. Die Hygiene ist hier mit Flugzeugen zu vergleichen. Am Anfang topp und mit zunehmender Benutzung leidet die Sauberkeit. Wer empfindlich ist, sollte sich Desinfektionsspray mitnehmen. Toilettenpapier habe ich immer mit mir geführt, aber ich kam nie in die Verlegenheit mein eigenes benutzen zu müssen. Sicherheitshalber würde ich aber empfehlen immer ein paar Blatt mit sich zu führen.image-2015-12-18(25)Damit man ein Gefühl für die Preise bekommt: Ciudat del Este nach Asunción hat mich ca. 14 EUR gekostet und die Stecke von Asuncón nach Encarnatión in etwa 10 EUR. Jeweils um die 500 km und 6 Stunden Fahrtzeit. Sonntags fahren weniger Busse als unter der Woche. Reisen sollte man daher besser an den anderen Tagen, da die Anbindungen, auch ans lokale Netz, dann einfach besser sind.

Wer von den Nachbarländern kommend oder dahin weiter reist, der fährt günstiger damit die Fahrt zu splitten. Busse welche die Grenze passieren sind einfach teurer. Ggf. einfach bis an die Grenze fahren, dann rüber laufen oder einen lokalen Bus nehmen und von dort dann den nächsten Langstreckenbus.

image-2015-12-19(8)GANZ WICHTIG:

Ihr müßt zur Paßkontrolle aus dem Bus und in der Regel warten diese nicht, sondern ihr nehmt den darauffolgenden Bus zur Weiterfahrt. Gerade im Grenzgebiet bei Iguazu solltet ihr darauf achten auch wirklich an der Grenze auszusteigen und euch den Stempel zu holen, sonst gibt es später Probleme bei der Wiedereinreise. Denkt an euer Gepäck, denn das muss mit euch den Bus verlassen!PassBeachtenswert sind auch die Zeitunterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Wer Grenzüberschreitend reist, sollte wissen wie die Uhren im Nachbarland ticken um nicht unnötig zu warten oder den Bus zu verpassen. Beispiel Foz do Iguzu (Brasilien) und Ciudat del Este in Urugay zum Beispiel haben 1 Stunde Zeitverschiebung.

Die Busse in Paraguay besonders auf Langstrecken ordne ich als sicher ein. Auch am Fahrstil gab es auf keiner Strecke Grund zu Beanstandungen.

2 Kommentare
  1. Backpacker.blog.org@gmail.com says:

    Hallo Marlen,

    cool das du in Paraguay warst und auch so positiv darüber schreibst. Ich wohne schon länger in Paraguay.

    Kleiner Tipp auch Stadtbusse haben eine festen Route. Leider ist es schwer die Infos zu finden. Aber sie fahren immer genau die gleichen quadras.

    Grüsse Jörg

    Antworten
    • Marlene says:

      Hallo Jörg,

      danke für deine Nachricht. Ich hab das mit der Route wohl etwas mißverständlich ausgedrückt. Ich habs mal eben angepaßt, so das man den „Joke“ dahinter auch besser versteht. Uns sind nämlich wirklich oft Busse begegnet, die es auf der Route eigentlich gar nicht gab. Das wollte ich damit ausdrücken. Trotzdem lieben dank für den Hinweis. Wie gefällt es dir in der neuen Heimat?

      LG Marlene

      Antworten

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