Namibia – Die richtige Kleidung & Schutzausrüstung

Welche ist die richtige Kleidung für eine Namibia-Reise? Diese Frage stellt sich vielen vor Abflug. Ich bin kein Fan von Packlisten, da wir alle individuelle Persönlichkeiten mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sind. Was ich dir aber an die Hand geben kann, sind meine Erfahrungswerte. Gerade nach Afrika bin ich schon viele Male gereist, war auf unzähligen Road Trips, Game drives und Safaris. Deshalb hier meine wertvollen Tipps für deine Namibia-Planung!

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Grundsätzliches zur Kleidung

Wie im restlichen Afrika auch, empfiehlt sich: Leichte, bequeme und atmungsaktive Bekleidung. Baumwolle ist hier die bessere Wahl als Synthetik, allein weil dieser Stoff beim Schwitzen leicht zu unangenehmer Geruchsbildung neigt. Naturnahe Töne haben sich bewährt, weil man auf den sandigen Pisten ohnehin ständig Staub und Dreck ausgesetzt ist. Allzu bunte Farben erschrecken die Tiere und besonders auffällige, teure Kleidung lockt Neider und Diebe. Ich tendiere zu Wohlfühlkleidung in der man auch mal einen ganzen Tag im Auto verbringen kann, ohne dass es zwickt oder einschneidet. Zudem interessiert sich in der Wildnis auch rein garniemand für ein durchgestyltes Outfit und die dazu passenden Schuhe.

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Frieren im heißen Afrika?

Kaum vorstellbar für uns Europäer, dass es in Afrika empfindlich kalt sein kann. Aber gerade Namibia unterliegt starken Temperaturschwankungen und so ist es absolut angebracht auch wärmende Wind oder Fleecejacken und warme Socken mit einzupacken. Gerade, wenn man in der Wildnis camped und den Kälte der Nacht direkt ausgesetzt ist, sollte man an wärmende Kleidung denken.

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Auch im südlichen Afrika gibt es so etwas wie Jahreszeiten und Wintertemperaturen um die 0 Grand sind keine Seltenheit. Nun stelle man sich vor, dass es weder isolierte Häuser, noch Doppelverglasung oder gar eine Heizung im Haus gibt. Einzige Wärmequelle sind Kamine und die gibt es meist nur in den Gemeinschaftsräumen. Deshalb gehört warme Kleidung zu jeder Namibia Reise dazu. Für empfindliche Frostbeulen wie mich, haben sich Wärmflaschen bewährt. Die gibt es für wenig Geld in Südafrika oder Namibia in jedem Drogeriemarkt.

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Wer sich für die Campingvariante entscheidet, sollte vielleicht auch an einen etwas dickeren Schlafanzug und einen zusätzlichen Fleecepulli denken. Generell kann man wärmende Sachen auch überall in Namibia kaufen, wenn man doch in die Verlegenheit kommt, nicht die passende Kleidung dabei zu haben.

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Neben warmen Sachen sollte auch aber natürlich auch der Badeanzug mit ins Gepäck. Selbst wenn der, durch den Bengualstrom 12 Grad kalte Ozean, keine Option zum Schwimmen oder Planschen ist. Die meisten Unterkünfte haben herrliche Pools und es wäre zu schade diese ungenutzt zu lassen.

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Trittsicheres Schuhwerk

Für Wanderungen eignen sich am Besten knöchelhohe Schuhe. Ich schwöre hier auf meine Palladiums, da sie robust sind, die Füße atmen lassen und ein ordentliches Profil haben. Mit ihnen kann man auch super die Dünen erklimmen, muss vor Skorpionen keine Angst haben und der Sand bleibt auch draußen. Somit sind sie auch perfekt für Game Drives. Man hat einen sicheren Tritt und läuft nicht Gefahr sich beim Ein- und Außsteigen aus dem Safari-Fahrzeug zu verletzten. Außerdem sind Treckingsandalen ein idealer und vielseitiger Begleiter. Und natürlich dürfen Flip Flops mit in den Koffer für die Zeit am Pool. Da Namibia eher ein Outdoorland ist, sollte man abwägen, ob man seine Highheels im Koffer mitschleppen mag. Ein paar schicke Sandalen tuen es zum Dinner ganz genauso.

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Barfußlaufen in der Wüste und sei es nur vom Zelt zum Auto ist ein absolutes No-Go! Dornen, scharfkantige Steine und besonders im Sand vergrabene Skorpione sind eine Gefahr für die Füße, die Gesundheit – ja sogar für dein Leben! Also immer mindestens in die Sandalen schlüpfen.

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Der Hut – dein Schattenspender

Die afrikanische Sonne kann unbarmherzig sein und mancher hat schon einen Sonnenstich erlitten, daher ist auch ein Hut ein guter Begleiter. Ob es ein breitkrempiges Model mit Moskitonetz sein muss, entscheidet jeder für sich. Nach langer Suche, habe ich den für mich perfekten Hut gefunden. Die Krempe ist breit genug um Schatten zu spenden und einen Sonnenbrand im Nacken zu vermeiden. Zudem hat er innenliegend ein Feststellband ohne den mir der Hut sicherlich schon längst verloren gegangen wäre. Auf Game drives im Safari-Fahrzeug ist es oft extrem windig und ich hab schon öfter Mützen, Hüte und Sonnenschütze wegfliegen sehen. Ich binde meinen Hut dann ordentlich fest und er bleibt sicher auf dem Kopf. Testet es einfach mal aus.

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Safari-Kleidung ja oder nein

Manche Menschen finden „Safari-Kleidung“ extrem affig. Dem kann ich mich nicht anschließen, da sie sich einfach über die Jahrhunderte bewährt hat. Von den Farben, dem Komfort und der Luftdurchlässigkeit. Immer wieder sehe ich jetzt „Püppchen“ auf Game Drives, die komplett durchgestylt sind und in weiten, wehenden, weißen Kleidern auf Safari gehen. Löwen interessieren sich in der Regel nicht für die Hülle, sondern nur den Inhalt und die Damen machen sich selbst keinen Gefallen.

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Der Einstieg in so ein Fahrzeug ist nicht ganz einfach, die Sitze sind nicht unbedingt sauber und durch die wilden Ausfahrten scheuert auch die Kleidung ab oder man bleibt schon mal leicht irgendwo hängen und reißt sich die Kleidung ein. Ich empfehle ganz klar, robuste Safari-Kleidung, auch in den jeweiligen Farben. Wenn die Gegend sehr sandig ist, dann beige, ist sie eher durch Büsche und Bäume geprägt, dann darf es auch gerne ein gedecktes Grün sein. Blau sollte in Gebieten vom Tse-Tse-Fliegen zum einen Schutz grundsätzlich vermieden werden. Die Farbe der Kleidung kann euch ja auch dabei helfen, euch selbst zu tarnen und damit bessere Aussichten zu haben, den Tieren ganz nah zu kommen.

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On Top

Eine Sonnenbrille und Sonnencreme fallen zwar nicht unter Bekleidung, sollte selbstverständlich aber immer getragen werden. Zu starke Licheinstrahlung kann zu Verbrennungen auf der Netzhaut führen. Eine äußerst schmerzhafte Erfahrung, die sich jeder Reisende erspraren sollte. Ein hoher Lichtschutzfaktor bei der Sonnencreme ist inzwischen keine Frage mehr, allerdings vergisst man gerne die Ohren und Lippen einzucremen. Wer schon mal einen Sonnenbrand auf dem Mund hatte, der verzichtet nie wieder auf Schutz auch an dieser Stelle. Blutige, aufgerissene und geschwollene Lippen verderben nämlich den Appetit auf jegliche Leckereien. Spezielle Sonneschutz-Sticks können auch in Namibia nachgekauft werden und sollten unbedingt ein ständiger Begleiter sein.

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Extra-Tipp

Beim Campen lasst eure Schuhe, besonders die aus Leder nicht draußen im Sand stehen. Erstens weil natürlich Kriechtiere darin Unterschlupf suchen und ihr keine Skorpion am Fuß haben wollt, aber auch, weil das Leder Raubtiere anzieht. Hört sich komisch an, aber Jäger riechen das Tier noch und tragen euch die Schuhe davon oder zerfetzen sie. Alles schon vorgekommen.

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Rückmeldung

Ich hoffe ich konnte eine Idee dazu geben, was in euren Koffer gehört und was ihr getrost daheim lassen könnt. Bei Fragen kommt gerne auf mich zu, kommentiert oder schreibt mich an – ich bin immer gerne für euch da!

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2 Kommentare
  1. Christian says:

    Hallo Marlene,

    vielen Dank für den informativen Beitrag. Wir haben mal davon gelesen, dass man bevorzugt dunkle Kleidung anziehen und hellblau aufgrund der Moskitos ganz vermeiden soll. Ist da was dran?

    Danke & Gruß
    Christian

    Antworten
    • Marlene says:

      Hallo Christian,

      eine durchaus berechtigte Frage. Grundsätzlich gilt, dass man helle Farben tragen soll, denn so unsichtbarer ist der Mensch so für die Mücken. Über Gelb habe ich gelesen, dass Mücken die Farbe praktisch gar nicht wahrnehmen können. Ob da was dran ist, kann Dir wohl nur ein Mückenforscher beantworten. Genau wie die Frage nach blau. Davon hab ich überhaupt noch nie gehört. Ich glaube es wird nicht umsonst viel Kleidung in beige angeboten für das südliche Afrika. Baumwolle verhindert schwitzen und die Farbe wird nicht bevorzugt. Außerdem gibt es inzwischen Hightecfasern mit Mückenschutz. Ich habe selbst so eine Bluse, aber ob sie nun besser oder schlechter ist, vermag ich nicht zu beantworten. In Namibia kann ich mich auch überhaupt nicht erinnern, dass wir Probleme mit Mücken hatten. Da ist mir Norddeutschland viel stärker im Gedächtnis. Ich wünsche Dir eine plagegeisterfreie Zeit!

      Viele liebe Grüße Marlene

      Antworten

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