Namibia Ι Überlebenskampf in der Trockenheit – Das tierische Schauspiel am Wasserloch

Wasser ist Leben und gerade in Afrika wird einem dies sehr deutlich vor Augen geführt. Ausgetrocknete Flussläufe, magere Tiere, staubige Straßen und laublose Bäume sind Symbole von Trockenheit und Dürre. Ein feuchtigkeitsspendendes Wasserloch ist dann nicht nur eine Oase des Lebens, sondern wird auch zum Pilgerort & Stelldichein von wilden Tieren und somit ein Highlight für Beobachter und Fotografen.image-2015-10-18(6)Wir sind gegen Ende der Trockenzeit nach Namibia gereist und erleben ein Land, was unter Dürre leidet und auf erlösenden Regen hofft. Gleichzeitig bietet sich uns aber auch die Möglichkeit genau dadurch dem ganzen Spektrum des Artenreichtums des Landes zu begegnen. Nämlich genau da wo sich nun alles trifft: An den wenig verbliebenen Wasserlöchern hoffen wir auf wunderbare Tierbegegnungen und einzigartige Fotomotive.image-2015-10-18(2)Nicht immer sind diese Wasserlöcher natürlichen Ursprungs, oft hilft der Mensch nach und hat diese Quellen künstlich geschaffen, um etwa den Bewohnern eines Parks das Überleben zu sichern und Beobachtungspunkte für die zahlreichen Touristen zu schaffen. Wie etwa im Etosha National Park, der wie das gesamte Land nach Regen ächzt und auf erfrischende Abkühlung hofft.image-2015-10-18Doch keine Wolke lässt sich von uns am makellos blauen Himmel ausmachen und die Hitze lässt die Landschaft flimmern und die Tiere weiter leiden. Träge trotten sie durch die ausgedörrte Landschaft, durch die endlos scheinende Salzpfanne und durch die staubigen Überreste der Wasserläufe. image-2015-10-18(11)Kein Fluss führt hier mehr Wasser und auch was uns in der Ferne wie ein Ozean vorkommt, ist nur mehr eine optische Täuschung. Lebensspendende Feuchtigkeit gibt es nur noch an entlegenen, vereinzelten Plätzen und ihr Aufsuchen ist ein Risiko für die Tiere. Denn auch die Jäger der Savanne finden sich dort zum Trinken und Jagen ein.image-2015-10-18(8)In langsamem Schritttempo nähert sich unser Fahrzeug dem Wasserloch. Aussteigen ist strengstens verboten in Nationalparks und so reihen wir uns in die Schlange der Beobachter ein, die vom Fahrzeug aus mit Ferngläsern und Teleobjektiven auf die Sichtung von Großwild warten. image-2015-10-18(7)Aber warten muss hier eigentlich Niemand. Einem Pilgerort gleich ist der Aufmarsch der Tiere, die hier auf ihre Chance hoffen, ihren brennenden Durst zu stillen.

Ich greife zur Kamera und verfolge die Wanderung durch meine Linse. Zebras, Kudus, Elands, Gnus & Strauße durchschreiten meinen Blickwinkel. Angespannt ist dabei ihre Körperhaltung. Immer wieder drehen sich die Tiere um, spähen die Umgebung aus und selbst beim Trinken scheinen sie sich nicht zu entspannen.image-2015-10-18(1)Auch ich suche die Gegend nach Löwen, Leoparden und Hyänen ab, kann aber keine Bedrohung für die Tiere ausmachen. Das Stelldichein geht derweil munter weiter. Ein Tier nach dem Anderen findet sich an der Quelle ein, bückt sich, trinkt, horcht auf, beobachtet und trinkt erneut bevor es den Rückzug antritt. Alles geht sehr geordnet und ohne Rangeleien von Statten, fast so als gäbe es einen festen Trinkplan. Aber das ist nicht überall so.image-2015-10-18(9)Denn als wir am Abend das Wasserloch am Halali Camp aufsuchen werden wir Zeuge von einer wilden Auseinandersetzung von sonst so trägen Nashörnern. Tagsüber hatten wir sie noch friedlich schlummernd unterm schattenspendenden Baum erlebt und jetzt rennen diese Tiere wutschnaubend aufeinander zu und rammen sich ihre Hörner entgegen. image-2015-10-18(10)Die Sonne ist längst untergegangen und selbst jetzt wird noch erbittert weiter gekämpft. Gewinner ist das dritte Tier im Bunde, was abseits der Auseinandersetzung seine Chance nutzt und sich im Wasserloch Abkühlung verschafft. Was für ein Schauspiel! Streiten sich Zwei, freut sich der Dritte – das gilt wohl auch in der Natur, denn ein weiteres Nashorn ist durstig und nutzt seine Chance.

Und so erleben wir den täglichen Kampf ums Überleben aus ganz verschiedenen Sichtwinkeln und Perspektiven. Auch uns durstet es uns nun nach Abkühlung als wir am späten Abend die Quelle verlassen um uns ganz ohne Angst oder Revierkämpfe unser Wasser auf dem Zeltplatz zu genießen.image-2015-10-18(4)
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1 Antwort
  1. Lynn says:

    Ein richtig toller Beitrag, der vor allem durch die Videos super untermalt wird. Eine schöne Idee 🙂 Ich selbst war auch Ende August im Etosha NP und fand es ebenfalls absolut faszinierend, was so an den Wasserlöchern abgeht. Den einen Abend haben wir Hyänen, Elefanten, Nashörner, 3 große Löwenmännchen und viele andere Wildtierarten gesehen. Das werde ich nie vergessen. Auch heute noch sehe ich immer neue Details auf meinen Bildern, weil dort so viele Tiere drauf sind.
    Ganz anders war hingegen der Februar/März diesen Jahres in Etosha. Alles hat geblüht und die Wasserlöcher waren wie ausgestorben. Ist aber auch nicht schlimm, nur eben anders 🙂

    Liebe Grüße,
    Lynn

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