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Tagestour in die Salar de Uyuni – Das solltest du wissen!

Die Salar de Uyuni ist ein riesiger Salzsee und das wohl das bekannteste Ausflugsziel in Bolivien, wegen seiner faszinierenden Landschaft und den abgefahrenen Fotomotiven die man hier inszinieren kann.  Um einen Ausflug in die Salar auch genießen zu können, habe ich ein paar Tipps für dich.

Mehrtagestour oder Daytrip?

Die meisten Touristen buchen einen Mehrtagestour und das ist sicherlich auch empfehlenswert, wer weniger Zeit hat, der sollte gut überdenken worauf er den Schwerpunkt bei seiner Tagestour legt und was er ausgeben will.
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Hier unser Beispiel und das Fazit daraus:

Für unseren ersten Ausflug in die Salar haben wir uns vorab via LonelyPlanet und Tripadvisor gründlich über die verschiedenen Touranbieter informiert. Das würde ich übrigens auch jedem empfehlen, der die Salar für ein paar Tage erkundet. Die Unterschiede sind enorm – bei der Fahrzeugflotte, der Tour selbst, der Verpflegung und Unterkunftsart.

Wir hatten uns für den auf Tripadvisor am besten bewerteten Anbieter entschieden und trotzdem würde ich dies für eine Tagestour nicht empfehlen und ich sage dir auch warum.

Unsere Tour startete pünktlich um 11 Uhr und führte zunächst zum Cementry of the Trains. Einem Zugfriedhof nur 2 km hinter den Toren der Stadt. Allerdings scheinen alle geführten Ausflüge zunächst dahin zu führen. Uns erwartete eine Fahrzeugkolonne von über 60 – 80 Autos. Sprich es turnten zwischen 350 – 500 Touristen auf 2 Zügen rum und hatte mehr die Anmutung eines Affenzirkus anstatt eines lohnenden Fotoziels.
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Nach ungefähr 30 min sollte es weitergehen. Zunächst hatte aber unser Fahrzeug einen defekt und musste im Ort getauscht werden.

Auf der Hauptstraße ging es in Richtung Salar. Wie wir im Nachgang erfahren haben, ist die Strecke gut mit 100 km/h zu befahren. Unser Anbieter und ein paar Andere auch, schlich allerdings um Zeit zu schinden mit 50km/h die gut ausgebaute Teerstraße entlang. Die 20 km bis nach Colchani zogen sich also wie Kaugummi.

Am Eingang durften wir auf das Dach des Fahrzeuges klettern und die Fahrt von da aus genießen, was wirklich sehr schön und lohnenswert war.

Wir steuerten das Dakar-Monument an und hatten da die Chance auf Fotos. Wieder turnten zig Touristen hier rum und es war schwer hier schöne Fotos zu machen ohne Fremden Menschen auf den Bildern.
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Weiter ging es zum Salzhotel. Hier gibt es eine sehr fotogene Ansammlung von Fahnen aus der ganzen Welt, um sie abzulichten brauchte man auch wieder viel Geduld um nicht Touristenmassen auf dem Foto zu haben. Leider hat man diese Zeit nicht oft, da im Hotel das Essen für die Gruppen gereicht wird.

Für eine Tagestour kann man auf so etwas aber gut verzichten und sich selbst ein Sandwich einpacken und so bares Geld sparen. Nach der „erzwungenen“ Mittagspause haben wir versucht ein paar Fotos zu schießen. Gerade so wie man sie kennt – mit Motiven die mit der Perspektive spielen. Leider kam unser Touranbieter sehr schnell und drängte zum Aufbruch. Oder andere Anbieter fuhren bewusst in die Bilder obwohl man um Rücksicht bat.

Nach dem Zwischenstopp fuhren wir also tiefer in die Salar. Hier hatten wir jetzt etwas Zeit für Aufnahmen. Auch unser Guide versuchte sich in Gruppenbildern. Allerdings hatte er davon leider so gar keine Ahnung. Kein einziges Sprungbild gelang ihm, sehr zur Enttäuschung der Reisenden. Wieder fehlte uns die Zeit um uns fotografisch auszutoben. Und sind wir mal ehrlich, man fährt in die Salar um coole Fotos zu machen, die mit dieser einzigartigen Landschaft spielen.
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Zurück ging es wiederum auf dem Dach und zu einer Salzfabrik. Diese entpuppte sich als Hinterhofproduktionssätte. In 5 min waren wir da durch. Uns wurde kurz der Trocknungsprozess erklärt, ein Tütchen mit Salz wurde abgepackt, wir konnten fotografieren und Salz kaufen. Ein völlig sinnfreier Programmpunkt. Sicherlich ist es interessant den Vorgang der Salzgewinnung zu erleben, aber sicherlich nicht auf diese Weise.

Wieder tuckerten wir im Schneckentempo zurück nach Uyuni. Mehr als 1.5 h zu früh kamen wir ins Uyuni an. Rechnet man noch den Fahrzeugwechsel dazu fehlten fast 2h auf der Tour die immerhin 80 Dollar pro Person kostete.

Wir sprachen den Touranbieter darauf an, dass wir im Grunde um 20% der Tour betrogen wurden, was ihm sichtlich peinlich war, aber jetzt nichts mehr änderte.
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Da wir weder auf dem Friedhof der Züge noch in der Salar zu den gewünschten Fotos gekommen sind, haben wir kurzerhand unseren Aufenthalt in Uyuni um einen Tag verlängert. Allerdings haben wir uns für den kommenden Tag keinen Touranbieter mehr genommen sondern einen zuverlässigen Taxifahrer.

Dieser hat uns um 8 Uhr zu dem Zugfriedhof gebracht und diesmal waren hier keine Touristenmassen sondern genug Freiraum sich fotografisch auszutoben. Anschließend hat er uns zum Eingang der Salar gefahren und wie vereinbart nach 4h hier wieder abgeholt. Für seinen Aufwand haben wir 40 Dollar bezahlt anstatt wie am Tag zuvor 160 Dollar.

Die Salar kann man gut und gerne selbst bewandern und erkunden. Und so sind wir auf eigene Faust losmarschiert, hatten ausreichend Zeit für kreative Fotos und keinerlei Störeffekte durch Touristenmassen.
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FAZIT:

Wer Uyuni, den Zugfriedhof, die Salzfabrik und die Salar für einen Tag besuchen möchte, der sollte sich gut überlegen ob er wirklich einen teuren Touranbieter braucht. Überlegt euch vorab, was ihr von eurem Besuch in Uyuni bzw der Salar erwartet. Wollt ihr den Zugfriedhof sehen, interessiert euch die Salzherstellung oder wollt ihr nur kreative Fotos im Salzsee?

Fotos in der Salar de Uyuni:

Wenn es euch „nur“ darum geht schöne Bilder zu machen, dann sucht euch einen vertrauensvollen und zuverlässigen Taxifahrer. Achtung, dieser fährt nur bis zum Eingang der Salar! Mehr ist ihm nicht erlaubt bzw. greift das Salz stark die Fahrzeuge an und so machen das nur Touranbieter.

Wir haben auch Personen-Busse in die Salar fahren sehen, ob es sich dabei um reguläre Touren handelte und von wo diese gebucht werden können, kann ich leider nicht sagen.

Vereinbart einen Festpreis und teilt euch die Kosten. Ein Taxi kostet zwischen 30-40 Dollar. Bei 4 Personen kommt man so schnell auf einen Einzel-Preis von 10 Dollar statt 80 Dollar bei einem Touranbieter. Telefonnetz gibt es in der Salar eher nicht, dh legt eine Abholung vorher fest. Überlegt euch wie lange ihr für den Spaziergang und die Fotos brauchen werdet. Ich empfehle 4 Stunden für den Aufenthalt (bei ausreichend Sonnenschutz, Wasser und Verpflegung)

Friedhof der Züge:

Besucht den Friedhof der Züge auf eigene Faust. Entweder in den Morgenstunden oder noch besser, zum Sonnenuntergang, wenn die rostigen Züge in wunderbar warmes Licht getaucht sind. Vermeidet es unbedingt um 11 Uhr dort zu sein. Von der Ortsmitte aus sind es 2 km zu Fuß oder man nimmt sich ein Taxi. Eintritt wird keiner verlangt.

Salzherstellung:

Auch den Besuch der „Salzfabrik“ kann selbstorganisiert werden. Einfach in Colchani nachfragen und Preis aushandeln. Eventuell reicht auch der Einkauf von Salz und kompensiert die kleine Führung. Ich persönlich würde mir hier die Zeit aber sparen und versuchen rund um San Pedro de Atacama eine richtige Salzfabrik zu besuchen.
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WICHTIG:

Wer die Salar de Uyuni in der Regenzeit zwischen Januar und März besucht, der sollte wissen, dass diese dann je nach Regen geflutet ist. In dieser Zeit hat sie einen besonders schönen Effekt an Spiegelung von Wasser über der Salzschicht. Die Anbieter fahren je nach Wasserstand dann nicht sehr tief in die Salar und bewegen sich nur am Rand. Zu Fuß ist das Wasser nie tiefer als bis zum Knie und das auch nur am „abgefahrenen“ Eingang zur Salar. Hier ist es dann grad morgens noch etwas kühl, aber wer die ersten 50-80 m durchschritten hat, kommt in wärmere Gefilde und hier ist die Wasserschicht meist auch nur zwischen 2-5cm tief.

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Dreck ist meine zweite Haut – mein Leben mit Staubschicht in Brasilien.

„Dreckig. Ich fühle mich dreckig. Immer und überall.“ Das ist die Antwort auf die Frage, wie ich mich in meinem neuen Leben hier in Brasilien fühle.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 10.48.43Die Stadt in der wir seit April leben heißt Canaã dos Carajás und sie ist eine klassische Minenstadt. Nicht so romantisch wie im Westernfilm, aber genauso staubig. Wenn man sich die Karte der Region anschaut, dann meint man ja, wir wohnen im Amazonas und damit im dichten Regenwald. Das war auch sicherlich vor hundert Jahren noch alles dichter, grüner und lebendiger Wald, doch davon ist leider nicht mehr viel übrig.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 08.43.41In der Schule haben wir gelernt, dass Regenwald ein in sich geschlossener Wasserkreislauf ist und alles Leben von den Pflanzen darin abängt. Das feuchte Nass fällt vom Himmel, wird von den Pflanzen aufgenommen und wieder über die Blätter abgegeben. Rodet man die Bäume, bleibt nichts als Sandwüste übrig. Und so ist es auch hier geschehen. Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.27.16In der ganzen Gegend findet man großen Minen die Infrastruktur, wie Straßen, Schienen oder Städte brauchen. Also mußte Platz geschaffen werden. Außerdem hat der Mensch für mehr Weideland gesorgt und dafür eben den Regenwald abgeholzt oder nieder gebrannt. Einzig Gras und Palmen wachsen hier auch auf den kargen Böden gut. Zwischen Januar und April ist Regenzeit. In diesen Monaten schauert es jeden Tag. Manchmal nur für ein paar Minuten, aber in der kurzen Zeit fällt genug Wasser vom Himmel, um der Landschaft das nötige Leben einzuhauchen.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.25.13Trotzdem bleiben große unbewirtschaftete Flächen, Schotterpisten und loser Sand zurück. Und eben dieser braune Staub legt sich täglich als feine Schicht auf jede Fläche, jedes Blatt und jeden Stein. Nichts, aber auch gar nichts bleibt davon veschont. Genau wie in einer Wüste zieht der Sand in jede feine Ritze, bedeckt jede erdenkliche Fläche und natürlich auch auf die Haut der Menschen. Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.44.54Und so kommt es, dass ich mich hier immer dreckig fühle. In der Wohnung müssen täglich die Oberflächen gewischt werden und spätestens jeden zweiten Tag die Böden. Mit ungewaschenen Füßen, kann man sich nicht einfach mal auf die Couch lümmeln oder sich ins Bettchen kuscheln, selbst wenn man 2x am Tag wischen würde. Es käme einem trotzdem ungeputzt vor. Leute mit Reinigungsfimmel würden irre werden. WP_20150807_14_01_47_Pro-2Inzwischen habe ich mich schon einigermaßen daran gewöhnt und meine Tolleranzschwelle nach unten gesetzt. Aber trotzdem fluche ich noch jeden Tag darüber. Stellt euch vor, dass es nichts gibt, was sauber ist. Man kann nichts anfassen und dabei sauber bleiben. Sofort möchte man sich wieder die Hände waschen. Und ich bin wahrlich nicht pingeling, aber hier…. Man macht sich einfach ständig dreckig! In der Wohnung, im Auto, überall.Nun kann man argumentieren, dann putzt doch einfach. Wenn es so einfach wäre! 1x das Fenster oder die Autotür geöffnet, die Lüftung an oder die Scheiben runtergekurbelt und es ist direkt wieder alles voller braunem Staub. Am Anfang habe ich in der Tat noch versucht, dem Herr zu werden. Aber man resigniert. Der braune Dunst ist in der Luft. Immer. Und so wird man wohl auch immer ein ekliges Gefühl an den Händen haben, braune Fußsohlen oder quer übers T-Shirt einen dunklen Streifen vom Autogurt.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 10.49.30Genauso kann man hier nichts kaufen, was sich neu anfühlt und sauber ist. Die Geschäfte kämpfen ja mit dem gleichen Problem. Also ist jede Packung im Supermarkt mit einer Schicht Staub belegt und ich wasche daheim erstmal alles ab, bevor es in die Schränke wandert. Das Schöne an neuen Dingen ist ja eigentlich, dass sie sich neu anfühlen. Das gibt es hier nicht. Hier fühlt sich nichts neu, sauber und unbenutzt an. Im Gegenteil. Man greift ins Regal und ekelt sich. Mir ist vollkommen die Lust auf Einkäufe vergangen.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 10.49.01Jetzt ist Trockenzeit und das bedeutet, dass es seit Wochen nicht geregnet hat und der Regen der fiel, hat eigentlich auch nur die Staubschicht befeuchtet. Die Natur leidet unter der Trockenheit und die Blätter können nicht atmen. Ganz besonders deutlich wird das am Straßenrand. Grün ist da kein Grashalm mehr. Entlang des Weges ist jede Pflanze braun. Es ist jetzt gerade erst August und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es die nächsten 4 Monate mit dieser Trockenheit hier weiter geht. Schon jetzt staubt und brennt es an jeder Ecke und mit Besserung ist vor Januar nicht zu rechnen.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.38.51Die letzten Tage habe ich auch zunehmend riesige Windhosen über der Stadt beobachtet. Die Schwüle, die aufgeheizte Luft, dazu die Brände und der ausgedörrte Boden sind ein idealer Nährboden für diese „Wirbelstürme“. 40 Meter hoch reißt er den losen Staub und allen Müll in die Luft und bahnt sich seinen Weg durch die Stadt. Wohl dem, dessen Haus verschont bleibt. Als sei es noch nicht staubig genug. Ein geschlossenes Fenster ist kein Schutz, denn diese sind weder doppelt verglast noch isoliert. Durch die Ritzen & Schiebeleisten findet der Staub seinen Weg, besonders bei Wind.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.37.37Die Steigerung von Staub ist dann Matsch. Als ich im April hier ankam, verwandelte der Regen, der auf den Sand fiel, alles zu einer matschigen rotbraunen Masse. Manche Straßen waren dann überhaupt nicht mehr befahrbar und wir mussten aufpassen, bei unseren Ausflügen nicht irgendwo stecken zu bleiben. Da war ich dann also nicht nur staubig an den Händen, sondern oft auch bis zum Knie hoch voller Pampe. Seiher trage ich auch Flip Flops. Mein ganzes Leben hatte ich noch nie solche Schuhe. Hier machen sie Sinn. Zu Hause angekommen, spült man sie einfach unterm Wasserhahn ab. Lederriemchensandalen, wie ich sie früher trug, wären hier nach kürzester Zeit ruiniert.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.58.06Man ist hier also gezwungen sich damit zu arrangieren, ob es einem nun paßt oder nicht. Ob man dagegen ankämpft oder nicht. Dreck gehört hier zum Alltag. Also kann ich auch berechtigt behaupten, dass ich mich dreckig fühle.Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.42.59