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Ben Bruder geht auf die Malediven! Der hat ja vorher für einen Bordellclubinhaber gearbeitet und hatte das Paradies auf Erden. In einem seiner Häuser mietfrei gewohnt, die Luxuswagen von A nach B gefahren und hin und wieder seinen Chef trainiert/massiert. Leider ist dieser unverhofft kurzfristig und unerwartet verstorben. Jetzt wird er dort ein Resort managen.

„Collateral Crucifixion“ Berlins Julian Assange Mural & die Mahnung an freiheitliche Grundrechte

Das Künstlerkollektiv „Captain Borderline“ hat in Berlin ein Wandbild geschaffen, welches an die Verfolgung von Julian Assange durch die britische und US-amerikanische Regierung erinnern und auf die immer weiter unterdrückte Presse- und Meinungsfreiheit aufmerksam machen will.

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In Erinnerung an Collateral Murder

Es ist um Ostern 2021 als das Wandbild der Weltöffentlichkeit präsentiert wird. Kein zufällig gewähltes Datum. Denn am 5. April jährte sich zum 10´ten Mal die Veröffentlichung vonCollateral Murder’ bei WikiLeaks. Dabei handelt es sich um ein Video, gefilmt aus dem Cockpit zweier US-Apache-Hubschrauber, welches die Ermordung von 2 Reuters-Journalisten und 11 Zivilisten auf den Straßen von Bagdad zeigt und bis heute keine rechtliche Aufklärung fand.

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Die Kreuzigung Jesu

In Anlehnung an die Kreuzigung von Jesus ist auf dem Mural ein ans Kreuz genagelter Julian Assange abgebildet. Auf dem 20 Meter hohen Mural soll er als Verteidiger der Pressefreiheit gegen einen feindlichen militärisch-industriellen Komplex unter einer hybriden US-britischen Flagge dargestellt werden. Sehr beeindruckend animiert auch hier zu finden: https://captainborderline.org/collateral-crucifixion-of-julian-assange

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Ostern & andere Anlässe

Ostern & die Veröffentlichung von Collateral Murders – zwei bedeutendende Anlässe also, um sich an die Geschichte zu erinnern und zu reflektieren, was sich in Sachen Pressefreiheit, Aufarbeitung von Kriegsverbrechen und der Verfolgung von Whistleblowern getan hat. Wir befinden uns im Jahr 2021 mitten in der Corona-Krise, in der juristischen Aufarbeitung des Todes von George Floyd, aber auch in einem erneut anschwellenden Konflikt in der Ukraine. Alles Events, welche traurige Höhepunkte darstellen und Hunderttausende auf die Straßen brachten und bringen.

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Die Epoche der Entmeinung

Einer Zeit also, die uns alle bewegt und in der es extrem wichtig ist, unvoreingenommene Meldungen zu finden, um sich überhaupt eine Meinung bilden zu können, über die man dann diskutieren kann. Eines der wichtigsten Merkmale einer funktionierenden Demokratie also. Doch wie ist das noch möglich in einer Epoche, in der BigTec und vermeintliche Faktenfinder massiv gegen freie Meinungen und Presse vorgehen und auch nicht davor zurückschrecken, diese zu zensieren. Seien es gesperrte Twitterkonten, geschlossene YouTube Accounts, die Auslistung von Portalen in App Stores, die Reichweiteeinschränkungen auf Facebook oder sogar die Schließung von Bankkonten von Medienkonzernen.

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Street Art & ein Blick in die Historie

Graffiti und Street Art waren von jeher ein Mittel, die Meinungen auf die Straße zu bringen und das, was die Menschen bewegt, sichtbar zu machen. Im 21. Jahrhundert hat es die Street-Art bis ins Museum geschafft oder wird auf Auktionen für Millionen von Dollar unter dem Hammer gebracht. Doch die Geschichte begann als illegaler Protest in Großstädten: von Mexiko über Paris bis New York. Die Hip-Hop-Kultur machte sie in den 80er-Jahren zusätzlich populär.

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Pixação war eine solche Protestbewegung, die illegale Wandbemalung in São Paulo während der Militärdiktatur Brasiliens 1964-1985 an die Gebäude brachte. Tags und Slogans in einem speziellen kryptischen Stil vermittelten die Botschaften. Ähnlich wie wir sie in der Hauptstadt auch von Berlin Kidz kennen.

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Die Motivation zu Collateral Crucifixion

Und auch die drei Künstler des „Collateral Crucifixion“ Murals haben einen Namen, wenn es um politikkritische Street Art geht. Seit 1999 arbeiten sie unter dem Namen „Captain Borderline“ und schaffen gesellschaftskritische und politische Murals. Die drei Künstler Shanti, Signl und Dabtar erschaffen aber nicht nur Wandbilder mit bedeutenden Statements, sondern auch Siebdrucke, Animationen, Filme und Installationen. Sie arbeiten mit NGOs wie Amnesty International, Friedensfestival Augsburg oder Colorrevolution e. V. zusammen und ihre Werke sind weltweit zu finden. Was sie von vielen anderen Größen der Muralszene abhebt ist, dass sie die Wurzeln der Street-Art nicht vergessen haben und ihre Verantwortung ernst nehmen, auf gesellschaftliche Missstände hinzuweisen.

„Wie Jesus auch, hat Assange das höhere Gut als wichtiger empfunden als sich selbst und sein eigenes Leben. Er hat seine Lebenszeit geopfert, dafür, dass wir alle mehr Weitblick bekommen.“ sagt B. Shanti.

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Assange & der Ruf nach Gerechtigkeit

Assange, der derzeit im Belmarsh-Gefängnis in London inhaftiert ist, droht eine Gefängnisstrafe von bis zu 175 Jahren, sollte er an die USA ausgeliefert und wegen Vergehen unter dem Espionage Act verurteilt werden. Insgesamt umfassen 18 Beschuldigungspunkte die Washingtoner Anklage gegen ihn. Darunter Spionage und Missbrauch von Computern im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von mehr als 250.000 geheimen Dokumenten über US-Operationen und Kreigsverbrechen im Irak und in Afghanistan durch WikiLeaks.

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Und dazu muss man wissen, dass KEINE von Julian Assange oder Wikileaks veröffentlichten Fakten oder Leaks, jemals falsch waren. Keine Informationen konnten je wiederlegt werden. Niemals mußte Wikileaks von dem Material was veröffentlicht wurde etwas revidieren. Zur Erinnerung wir sprechen von einer Viertelmillion wahrheitsgemäßen Dokumenten! Nur diese Plattform und das Engagment von mutigen Whistleblowern haben es ermöglicht, Unmenschlichkeit, Kriegsverbrechen und völkerrechtswidrige Ölkriege überhaupt zu dokumentieren und für die Weltöffentlichkeit zugänglich zu machen. Dafür wurden allerdings nicht die Täter vor Gericht und in Gefängnisse gebracht, sondern der Überbringer der Nachricht – Julian Assange.

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Großbritanien & die nicht ganz so freie Justiz

Der Sonderermittler für Folter, Nils Melzer, hat als einzige neutrale Instanz seriöse Nachforschung bezüglich dieser Vorfälle betrieben. Er schlussfolgert, dass Julian Assange Opfer eines riesigen Schauprozesses geworden ist, dessen einziger Sinn und Zweck darin besteht, den Medien weltweit die Grenzen des investigativen Journalismus aufzuzeigen. Das eigentliche Thema dieses Rechtsverfahrens gegen Assange ist also die Pressefreiheit. Journalisten und Whistleblowern wird mit dieser Hexenjagd suggeriert, dass es ihnen genauso gehen werde, sollten sie über die illegalen Machenschaften der Regierungen berichten.

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Wie sonst kann es sein, dass Präsidenten wie George Bush und einflussreiche Politiker wie Donald Rumsfeld völkerrechtswidrig ein Land wie den Irak überfallen, bombardieren und straffrei den Tod von fast einer Million Menschen verantworten können, während ein Mann wie Assange, welcher lediglich diese illegalen Machenschaften der Kriegstreiber öffentlich macht, dafür im Hochsicherheitsgefängnis landet.

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Julian Assange sitzt seit 3.871 Tagen in Einzelhaft. Unabhängig von einem konkreten Einzelfall stellt gemäss der Rechtsprechung internationaler Menschenrechtsorgane Einzel- resp. Hochsicherheitshaft stets eine unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder gar Folter dar, wenn sie auf unbeschränkte Zeit angeordnet wird oder wenn sie als komplette sensorische oder soziale Isolation ausgestaltet ist. Nach Auffassung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) kann eine vollständige sensorische und soziale Isolation zu einer Zerstörung der Persönlichkeit führen, weshalb diese einer unmenschlichen Behandlung gleichkommt und eine Verletzung von Art. 3 EMRK darstellt.

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Die Auslieferung von Assange an die USA wurde im Januar 2021 von einem britischen Richter abgelehnt. Dabei ging es allerdings nicht um die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Fall. Vielmehr wurde die Nichtauslieferung damit begründet, dass man sich Sorgen um seine psychische Gesundheit mache sowie darüber, wie sich diese unter US-Haftbedingungen weiter verschlechtern könne. Ein Armutszeugnis für die britische Justiz, die ihn seit April 2019 ohne fairen Prozess gefangen hält und auch hier sehr deutlich aufzeigt, wie es um Pressefreiheit, den Schutz von Whistleblowern und Menschenrechtsverletzungen in Großbritannien bestellt ist.

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Wikileaks & die Geschichte im Jetzt

Julian Assange und viele andere mutige Whistleblower haben der Weltöffentlichkeit gezeigt, wie wichtig Transparenz ist, aber auch in wieweit bereits in unsere freiheitlichen Grundrechte eingegriffen wird. Für viele war das, was Wikileaks bereits vor 10 Jahren getan hat, nicht wirklich greifbar, da es sie nicht direkt betraf.

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Grundrechte im Jetzt

Doch die aktuellen Krisen zeigen sehr deutlich, dass es sehr wohl auch jeden Einzelnen von uns betreffen kann. Jeden, der Wahrheiten sucht, Fakten & Zahlen recherchieren oder seine Meinung äußern möchte. Das kann der freie Journalist sein, dessen Livestreem einer Demonstration von YouTube gesperrt wird, aber auch der kleine Twitterer, dessen Account über Nacht verschwindet, der Protestanmelder, der plötzlich vom Verfassungsschutz beobachtet wird oder die Masse, die via Contact Tracing überwacht wird. Plötzlich sind alle betroffen.

Ben Bruder geht auf die Malediven! Der hat ja vorher für einen Bordellclubinhaber gearbeitet und hatte das Paradies auf Erden. In einem seiner Häuser mietfrei gewohnt, die Luxuswagen von A nach B gefahren und hin und wieder seinen Chef trainiert/massiert. Leider ist dieser unverhofft kurzfristig und unerwartet verstorben. Jetzt wird er dort ein Resort managen.

Zensur der Kunst

Und selbst in der Kunst findet wieder eine Zensur statt. So erinnern wir uns an das Lauterbach-Graffiti, welches innerhalb weniger Tage wieder aus dem Berliner Stadtbild verschwand, weil die Kritik an seiner Person nicht gewollt ist. Dabei ist es genau das, was eine funktionierende Demokratie ausmacht – verschiedene Positionen, Debatten und Konsens. Man muss es aushalten, dass andere Menschen auch andere Meinungen haben. Stattdessen aber forderte Lauterbach via Twitter dazu auf, dass Wandbilds zu zerstören, was dann auch sehr schnell geschah.

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Der Pressekodex & was übrig geblieben ist

Selbst die Pressebeiträge dazu hatten nichts mit objektivem Journalismus zu tun. Weder dass man sich mit der Kunst oder der dahinterstehenden Kritik auseinandersetze, noch dass man davor zurückschreckte, wieder tief in die Diffarmierungskiste zu greifen. Beispielhaft hier der LINK zum Beitrag der Berliner Zeitung, der keinem Framingtest standhalten würde. Ganz egal wie man zu politischen Entscheidungen oder Politikern selbst steht, mit Pressekodex hat der Beitrag nichts mehr zu tun.

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Wir erinnern uns: „Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.“ und das geschieht hier einfach nicht. Wer sich mit dem Unterschied zwischen „Public Relations“ und „Journalismus“ nach dem Pressekodex befasst, wird schnell feststellen, dass es in vielen Bereichen keine objektive Berichterstattung mehr gibt. Wie also soll sich der normale Bürger noch eine fundierte Meinung bilden können, wenn die Presse nicht mehr unabhängig ist und der Zugang zu anderen Meinungen blockiert wird?

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Das Fazit zum Collateral Crucifixion Mural

Das „Collateral Crucifixion“ Mural steht also nicht nur als Mahnmal für die immer noch anhaltende juristische Auseinandersetzung um Julian Assange, sondern es steht gleichermaßen für Pressefreiheit, Rechtssicherheit für Whistleblower, die Freiheit der Kunst als auch für unser aller freiheitlichen Grundrechte, welche die freie Meinungsäußerung mit einschließt.

Du möchtest die Aktion unterstützen?

Wußtest du, dass die Künstler die Wand teuer bezahlen? 15.000 EUR kostet die riesige, 20 m x 10 m breite, medienwirksame Fläche für das Mural. Mit dem Kauf eines Kunst-Siebdrucks unterstützt du den gemeinnützigen Kunst- und Kulturverein „Colorrevolution“ e.V. bei der Finanzierung dieses und anderer ihrer Projekte: https://assange.colorrevolution.de/

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Wo findet man das Mural

Wer das Mural für sich entdecken möchte, der findet es an der Wilhelmstraße 149. Bitte beachtet, dass es nur zeitlich begrenzt an der Wand zu finden sein wird. Zur Orientierung bei der Anreise: Es befindet sich an der Ecke Hallisches Ufer, Willhelmsstraße und Streesemannstraße und in Fußdistanz zum U-Bahnhof Hallesches Tor (U1, U2, U3, U6) bzw. zum Willy-Brandt-Haus. Ganz in der Nähe findet ihr weitere Street Art, wie das Tommy-Weisbecker-Haus und das beliebte Elefanten Mural.


Du möchtest dich über den Fall Julian Assange informieren? Dann empfehle ich die Artikel auf Activism.org hier im LINK.

Mehr zu den drei Künstlern findest du auf captainborderline.org

Infos zum Pressekodex habe ich dir hier verlinkt.

Informationen zu Isolationshaft findest du hier:

 

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Wo findet man die besten Langlaufstrecken in Berlin

Langlaufstrecken in Berlin – Wo, wann & mit welchem Spaßfaktor?

Endlich richtiger Winter in Berlin mit dicke Schnee, blauem Himmel und Sonnenschein. Da fragt man sich schnell, wo man am Besten seine Langlaufski zum Einsatz bringen kann, wo man Startpunkte findet, ob es Loipen gibt und wie hoch der Fun-Factor ist. Ich bin für euch auf die Bretter gegangen und hab ein paar Ideen, die euch helfen sollen, die langweilig gewordene Couch zu verlassen und aktiv durch die Hauptstadt zu gleiten.

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Um es gleich vorwegzunehmen: Loipen gibt es erst ab 25 cm Schnee auf dem Tempelhofer Feld, aber sonst sieht es damit mau aus und so ist Langlauf in Berlin zwar ein megaguter Zeitvertreib, aber für Profisportler leider nicht der richtige Platz. Für alle anderen, die sich Wintersport vor der Haustür wünschen, sich einfach nur fit halten und an der frischen Luft bewegen wollen, gehts aber auch ohne gespurte Wege.

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Grundsätzlich kann man in allen Berliner Parks bei ausreichend hoher Schneedecke die Langläufer zum Einsatz bringen. Allerdings solltet ihr das machen, bevor die Massen unterwegs sind und alles niedergetrampelt haben. Denn damit geht auch der Spaß flöten. Also nicht unbedingt bis zum Wochenende warten, sondern unter der Woche mal früh raus oder zeitig Feierabend machen und den frischen Schnee ausnutzen, so er grad gefallen ist.

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Langlauf auf Tempelhofer Feld – Skivergnügen mitten in der Stadt

Der alte Flughafen Tempelhof ist nicht nur im Sommer ein Freizeitparadies. Auch im Winter ist er perfekt, sich hier auszupowern. Zudem ist er supergut von verschiedenen Seiten zu erreichen, bietet ausreichend Fläche, öffentliche Toiletten und auch im Winter den ein oder anderen Versorgungsstand.

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Perfekt zum Langlaufen ist das Tempelhofer Feld, wenn der Schnee frisch ist und noch nicht Gott und die Welt hier unterwegs sind. Dann kann man wunderbar seine Runden drehen, hat noch reichlich Schnee unter den Skiern und muss auch nicht zickzack um die Leute fahren.

Wissenswert ist, dass so viel freie Fläche auch eine gute Angriffsfläche für den Wind ist. Die Schneedecke ist also oft nicht so hoch wie in windgeschützten Waldregionen. Zudem pfeift es auf dem Feld auch immer ordentlich. Es empfiehlt sich also auch, sich warm einzupacken und in keinem Fall die Kopfbedeckung zu vergessen.

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Ab einer Schneehöhe von 25 Zentimetern werden sogar Loipen gezogen, allerdings wird diese Schneehöhe eher selten erreicht und so müsst ihr euch mit den Spuren der anderen Langläufer zufriedengeben. Im tiefsten Winter soll es hier sogar einen extra Langlaufski-Verleih geben, sodass jeder diesen tollen Sport auch ohne eigenes Equipment hier erleben kann. Ich hab diesen Stand allerdings noch in keinem meiner Winter entdeckt.

Langlauf rund um den Schlachtensee – 5,5 km Idylle mit Hindernissen

Der Schlachtensee ist zu jeder Jahreszeit eine Idylle – wenn er nicht gerade von Berlinern überrannt wird. Gleiches gilt auch für eine Runde Langlauf um den See.

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Gewusst, wann hilft hier den Massen aus dem Weg zu gehen. Ich empfehle den frühen Morgen. Auch hier gibt es keine Loipe und man nutzt die Wanderwege, was ganz gut funktioniert. Auf der gegenüberliegenden Seite des Sees gibt es auch „Höhenwanderwege“, wer den Blick von weiter oben genießen und etwas ungestörter unterwegs sein möchte, dem empfehle ich diese Strecken.

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Es gibt auch hier Mutige, die sich aufs Eis trauen, aber ich würde es nur bedingt empfehlen, da der See recht klein und ein Fließgewässer mit Zu- und Abläufen ist. Gerade an diesen Stellen ist das Eis oft nicht tragfähig.

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Einkehrmöglichkeiten gibt es an der S-Bahn-Haltestelle oder auch der Fischerhütte. Perfekt ist die Anreise mit der S1 in Richtung S Wannsee und Haltestellenziel „Schlachtensee„. In 100 m Entfernung zum See könnt ihr von der Bahn direkt in euer Wintervergnügen starten.

Langlaufen im Grunewald – Perfekt für Enthusiasten

Die für mich perfektesten Strecken zum Langlaufen in Berlin bietet der Grunewald. Zwar gibt es hier auch keine Loipen, aber die Waldwege sind idyllisch gut befahrbar und man ist größtenteils ungestört. Man kann sich auf den Wegen bewegen oder direkt daneben im locken Pulverschnee. Beides funktioniert hervorragend.

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Je nachdem, wo man sich bewegt, kann es ein wenig bergig sein, für absolute Beginner würde ich an diesen Passagen das Abschnallen der Ski empfehlen. Hin und wieder begegnen einem Spaziergänger auch mit unangeleinten Hunden. Darauf sollte man sich einstellen. Wie der Name Grunewald schon sagt, handelt es sich um ein Waldgebiet, aka gibt es keine Toiletten. Wer mit Natur kein Problem hat, findet aber sicherlich in der Not einen Sichtschutz in Form eines Baumes oder Busches.

Als Einstieg empfiehlt sich der „S-Bahnhof Grunewald“ oder die Bushaltestelle „Roseneck“ und von da ein paar Meter zu Fuß in Richtung See.

Langlaufen am Grunewaldsee – Rundkurs mit Geselligkeit

Eine schöne Strecke mit Geselligkeitsfaktor bietet der ungefähr 3 km lange Rundkurs um den Grunewaldsee. Die Aussicht ist herrlich, die Wanderwege breit und überaus beliebt. Wer hier seine Runde drehen möchte, sollte Gesellschaft genießen, denn alleine ist man hier nur in den ganz frühen Morgenstunden.

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Auch habe ich an keiner Strecke so viele (unangeleihnte) Hunde erlebt wie rund um den See. Das kann man natürlich großartig finden, wenn man die Gesellschaft der Tiere liebt. Für ängstliche Menschen ist die Strecke aber in keinem Fall zu empfehlen.

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Großes Plus dieser Runde ist die Gastronomie in der Nähe des Reitklubs, wo man sogar einen heißen Glühwein zum Aufwärmen bekommt und sicherlich auch ein stilles Örtchen findet. Als „Einstieg“ empfiehlt sich die Orientierung am „Abenteuerzentrum Grunewald“. Sie ist fußläufig gut von der Bushaltestelle „Roseneck“  aus zu erreichen und ab da sind es nur wenige Meter bis zum See.

Langlaufen auf dem Müggelsee – Das etwas andere Erlebnis

Ein Highlight für jeden Berliner ist der zugefrorene Müggelsee. Er lockt dann nicht nur die Schlittschuhläufer, sondern man kann sich auf ihm auch mit den Langlaufskiern bewegen. Und mal ehrlich, wenn das kein Highlight ist, dann weiß ich auch nicht!

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Man hat weitläufige Strecken, absolute Freiheit, Sonne pur (so sie da ist), etwas Action drumherum und eben diese einzigartige Möglichkeit, mit Langlaufskiern auf einem See zu fahren.

Allerdings ist die Voraussetzung für ungetrübten Spaß natürlich erst mal ausreichend Frost. Zudem sollte man wissen, dass ein paar Stellen im See gefährlich sind. Das sind die Zuläufe und auch rund um das Wasserwerk kann es lebensgefährlich werden, trotz sonst dicker, tragfähiger Eisfläche. Deshalb von diesen Stellen fernhalten.

Bei dicker Eisdecke lockt aber eine riesige Fläche für ungetrübte Winterfreuden und bei Sonnenschein ist es einfach nur perfekt. Okay, mit der winzig keinen Einschränkung, dass die Spitze des Skistockes im Eis nicht richtig greift, aber das stört nur marginal.

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Den perfekten Einstieg findet ihr am Strandbad Müggelsee. Vom Ostkreuz nehmt ihr die S3 bis Friedrichshagen und ab da die Tram 61 in Richtung Rahnsdorf/ Waldschänke. Die Haltestelle ist direkt am „Strandbad Müggelsee“. Ich denke, es ist ein guter Indiz, dass das Eis tragfähig ist, wenn sich hier viele andere Schlittschuhläufer tummeln.

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Die Strecke vom Strandbad zurück nach Friedrichshagen auf Waldwegen kann ich nur bedingt empfehlen, weil man wegen Bebauung einfach irgendwann nicht mehr oberhalb des Sees fahren kann und der Rest an der Hauptverkehrsstraße einfach nur nervt. Für ein Stück der Strecke ist es aber in Ordnung.

Langlaufen im Treptower Park – Lifestylefaktor

Der Treptower Park ist superbeliebt und das zu wirklich jeder Jahreszeit. Wer sich hier bewegen möchte, der weiß genau dies zu schätzen, denn hier ist immer was los. Also ist man auch als Langläufer Teil dieses Berliner Lifestyle-Vergnügens und ist sich des „Sehens und Gesehenwerdens“ vollauf bewusst.

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Hier gilt auch, was für andere Parks anzuraten ist, wer beim ersten Schnee hier unterwegs ist, findet gute Voraussetzungen. Nach ein paar Tagen ist der Park allerdings stark zertrampelt und dann macht es wirklich nicht mehr viel Spaß, hier unterwegs zu sein.

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Wer Ausdauer an den Tag legt, sollte sich bis in den Plänterwald bewegen, denn da findet man etwas mehr Idylle und kann dort auch die Waldwege gut nutzen.

In ganz kalten Jahren bietet sich dann auch die Rummelsburger Bucht für einen Ausflug aufs Eis an. Aber ACHTUNG nur, wenn die Eisdecke wirklich dick genug ist. Die Anreise zum „Treptower Park“ ist ideal, da man direkt mit der Ringbahn sowie S8, S9, S58 an der Haltestelle ins Wintervergnügen starten kann.

Langlaufen im Britzer Garten – Das kleine Winterparadies

Der Britzer Garten wurde mir von vielen verschiedenen Stellen als perfekt zum Langlaufen genannt und das ist er auch! Eine wunderbare Anlage mit sanften Hügeln, Teichanlagen, aber auch weitläufigen Strecken mit feinstem Pulverschnee. Hier macht es einfach die super Mischung. Mal läuft man am zugefrorenen Wasser entlang, dann überquert man eine Brücke, nutzt die Bahntrasse oder gleitet über die tief verschneiten Wiesen.
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Die Schneebedingungen kann man als super bezeichnen, da die Parkanlage mit ihren Bäumen und Hügeln dem Wind keine Angriffsfläche gibt, wie etwa auf dem Tempelhofer Feld. Auch laufen die Besucher zumeist auf den Wanderwegen, sodass für die Langläufer nichts niedergetrampelt ist. Das macht es einfach, sich in der Anlage zu bewegen. Auch gibt es viele weitläufige Flächen zum Sonnetanken.

Der Park ist sehr beliebt bei der älteren Generation und Familien mit kleinen Kindern, was ihn jetzt nicht zum Lifestyle-Treff macht, aber das
finde, ich, braucht es auch gar nicht. Zum Flanieren muss ich nicht auf Langläufern unterwegs sein. Auch waren Kinder und Rentner zu keiner Zeit im Weg oder anstrengend. Es war einfach ein harmonisches Miteinander.
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Am Wochenende gibt es auch einen Langlauftreff für Einsteiger und Fortgeschrittene. Wer dieses Angebot annehmen möchte, informiere sich am besten via Website. Gleiches gilt allgemein für die Öffnungszeiten. Im Winter 2021 waren diese von 9-16 Uhr, was einem natürlich ein etwas eingeschränkteres Zeitfenster gibt, aber bei guter Planung kein Hindernis sein sollte. Wissenswert ist auch, dass man Eintritt zahlen muss (2 EUR) und am Eingang sowie den Lokalitäten eine Maskenpflicht herrscht. Hunde habe ich gar keine wahrgenommen und erst recht keine frei laufenden. Somit sollten sich ängstliche Menschen hier sehr wohl fühlen.
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Erreichbar ist er über verschiedene Eingänge und mit guten Busanbindungen. Empfehlen würde ich die Anreise mit der Buslinie M44 bis zur Haltestelle „Britzer Garten“

FAZIT: Wer Wintervergnügen direkt vor der Haustür sucht, der wird in jedem der unzähligen Volksparks Berlins fündig. Das Highlight für Naturliebhaber sind die Strecken im Grunewald. Als außergewöhnliche Orte sind ganz klar das alte Flugfeld Tempelhof und der zugefrorene Müggelsee zu Bennen. In jedem Fall und egal auf welcher Strecke, es macht definitiv glücklich, draußen aktiv unterwegs zu sein. Probiert´s aus!

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„Flüchtling“ – Mural von Gonzalo Borondo in Berlin Tegel

Bewegend, verstörend und wichtig – das „Flüchtling“ Mural von Gonzalo Borondo aka „Borondo“ im Berliner Stadtteil Tegel.

Es bewegte die Gemüter, denn die Anwohner hatten sich von der „One Wall“ Initiave von Urban Nation eigentlich eine Verschönerung des 14 Stockwerk hohen Plattenbaus erwartet.

Aber so ist Street Art nicht. Sondern es ist Kunst und diese soll zum Nachdenken und Wandel anregen und das ist den Künstlern mit diesem Mural auch ganz sicher gelungen.

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Die Gegend ist geprägt aus immer gleichen Botonklötzen aus 70er Jahren und ihren kleinbürgerlichen Einwohnern. Es wurde also lange gestritten, ob dieses Mural bleiben darf und ob das überhaupt Kunst sei.

Für mich hat es damit genau den Nerv der Zeit getroffen. Denn es zeigt ein Mädchen, das aus einem Raum schaut, dass das vermeintlich sichere Europa darstellt und sieht die dramatische Realität in der Welt. Die von Pfeilen getroffene Person, verkörpert den heiligen Sebastian, der trotz der Verletzungen überlebt. Was für die Hoffnung in der Welt steht, die es gibt, wenn wir nicht wegschauen.

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Und genau das sollte auch in den Köpfen der Einwohner und Betrachter ankommen und aus eben diesem Grund finde ich es genau passend.

Und wieder bin ich auch sehr stolz auf die Szene, die damit einmal wieder zeigt, dass Street Art ein wichtiger künstlerischer Beitrag in unserer Gemeinschaft ist.

So findest du das „Flüchtling“ Mural:

Adresse:

Neheimer Str. 6, 13507 Berlin

Anreise:

Nimm am Besten den Bus (N33, 133, X33) bis Kamener Weg (Berlin) oder lauf einfach rüber, wenn du die U6 genommen hast und am U-Bahnhof Holzhauser Straße angekommen bist.

Wissenswertes:

In direkter Nachbarschaft findest du weitere Murals der „Starling Collection“ die während des Urban Nation Projekts „One Wall“ entstanden sind. Schau dich also gut um!

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Über Gonzalo Borondo

Gonzalo Borondo wurde in der spanischen Stadt Valladolid geboren, lebte aber sehr bald in Segovia. Mit vierzehn Jahren zog Borondo nach Madrid, wo er die Kunstschule und die Akademie der Schönen Künste besuchte. Er machte seinen Abschluss an der IES Margarita Salas Madrid und setzte sein Studium der Schönen Künste an der Universität Complutense Madrid fort.

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Im Jahr 2012 verbrachte er einige Zeit in Rom, Italien, im Rahmen eines Erasmus-Kulturaustauschprogramms an der Accademia di Belle Arti di Roma. Madrid ist der Ort, an dem er tatsächlich begann, überall in der Stadt Graffiti-Tags anzubringen, ebenso wie die klassischen Bombenangriffe auf Züge, seine Puppenwerke – die die Buchstaben verkleinern und die Zeichnungen vergrößern – aber es wurde bald klar, dass dies nicht Ausdruck genug für seine künstlerische Sprache ist.

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Dank seines Lehrers Jose Herranz Garcia hatte Borondo die Möglichkeit, neue Techniken zu lernen und mit ihnen zu experimentieren. Er arbeitete mit Kohle, Öl und Tempera, experimentierte mit neuen Ausdrucksformen, nur um dem Verständnis näher zu kommen, dass für ihn die Straße die beste Galerie ist.

Gonzalo Borondo im Netzt

Du bist neugierig geworden? Dann schau doch auf der Website von Borondo vorbei! Oder verfolge das Schaffen auf Instagram.

Street Art & Murals in Berlin

Dich interessiert die Street Art Szene in Berlin? Schau dir meine Artikel zu Murals und Künstlern hier auf meinem Blog an.

 

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Zuhause ist, wo das Herz ist

„Zuhause ist dort, wo das Herz ist“ – Mural von Adry del Rocio in Berlin Marzahn

„Hogar es donde está tu corazón“ ist der eigentliche Name dieses Murals, was übersetzt so viel heißt, wie „Zuhause ist dort, wo das Herz ist.“ Dieses Kunstwerk widmete die Mexikanische Künstlerin Adry del Ricio allen Menschen, die ihren Herkunftsort verlassen mussten.

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Das 32 Meter hohe Wandbild ist im Zuge des Berlin Mural Festivals 2019 entstanden und befindet sich im Stadtteil Marzahn.

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

Für mich bringt die Künstlerin ganz viel ihrer Kultur und Geschichte in ihre Murals – einmal mehr in diesem Masterpiece. Damit bleibt sie ihren Wurzeln treu und trägt ein Stück Mexiko auch in die Welt.

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

Über die Künsterlin „Adry del Ricio“

Adry del Rocio ala Nació en Guadalajara wurde 1984 in Jalisco, Mexiko geboren. Adry begann ihre Karriere als Malerin bereits sehr früh. Bereits mit 4 Jahren gewann sie einen Kunstwettbewerb für Kinder. Inzwischen hat sie sagenhafte 29 lokale, 11 nationale und 23 internationale Auszeichnungen bekommen. Die damit verbundenen finanziellen Zuwendungen haben es ihr ermöglicht ihre Fähigkeiten und damit ihre Karriere weiter auszubauen.

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

Seit ihrem ersten Street Art Kunstwert im Jahr 2008 wurde Adry eingeladen, ihre künstlerischen Fähigkeiten auf Festivals in über 20 verschiedenen Ländern zu zeigen. Als 3D-Künstlerin arbeitete sie für auch für bekannte Unternehmen wie Disney, Adidas, Nike oder das renommierte Van Gogh Museum in Amsterdam.

Das Video zum Making of des Murals:

Wo findet sich das Mural?

Adresse:
Märkische Allee 158,
12681 Berlin

Anreise:

Nimm am besten die S5 bis S Springpfuhl (Berlin) und lauf die restlichen Meter. Direkt daneben befindet sich das „Gesicht“ von Akut:

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

So findest du die Künstlerin im Netz:

Auf Ihrer Webseite siehst du alle ihre Werke, erhälst eine ausführliche Bio und kannst dich umfangreich über ihre Arbeit informieren. Tagesaktuell bereichtet Adry auf Instagram und Facebook über ihr künstlerisches Schaffen.

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Mehr zu Murals & Street Art in Berlin

Du bist neugierig auf Murals und Street Art in Berlin geworden? Ich habe einen umfangreichen Artikel dazu verfasst und stelle besondere Murals und ihre Erschaffer auf meinem Blog vor. Klick dich durch, es lohnt sich!

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Murals & Street Art in Berlin – Dein Guide zu spektakulärer Straßenkunst

Berlin ist die angesagte Stadt für Street Art, Murals und Wandbilder. Ich zeige dir die Highlights und verrate, wo du sie findest! Seit ich in der Hauptstadt wohne, ist die Suche nach ihnen zur Obsession geworden und diese Begeisterung möchte ich gerne mit dir teilen. Ich zeige dir meine Favoriten und die bekanntesten Motive Berlins. Lass dich also von mir mitnehmen zu einer besonderen Street-Art-Tour und zu außergewöhnlich, spektakulärer Straßenkunst!

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Aber fangen wir erstmal mit der Begriffserklärung an, denn zugegeben ich kannte den Begriff „Mural“ überhaupt nicht, bevor ich in die Stadt gezogen bin.

Graffiti, Street Art, Murals – eine Begriffserkärung

Wikipedia beschreibt den Begriff „Graffiti“ und „Street Art“ etwas schwerfällig so: Graffiti (italienisch Singular Graffito), steht als Sammelbegriff für thematisch und gestalterisch unterschiedliche sichtbare Elemente, zum Beispiel Bilder, Schriftzüge oder Zeichen, die mit verschiedenen Techniken auf Oberflächen oder durch deren Veränderung im privaten und öffentlichen Raum erstellt wurden.

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In der Umgebung des Holzmarktes

Street Art ist, mit eigenen Worten beschrieben, die nichtkommerzielle Form von Kunst im öffentlichen Raum, die nach der Absicht der Künstler durchaus dauerhaft dort verbleiben soll. Für mich ist das Wort Graffitti negativ behaftet, meint es doch die Schmierereien an den Hauswänden. Alles künstlerisch erkennbare definiere ich als Street oder Urban Art.

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Am Durchgang zum Holzmarkt

Murals sind die größte und auffälligste Ausdrucksform der Street Art. Man findet sie in der Regel auf riesigen Hausflächen. In Berlin sind das zumeist so genannte Brandwände, also jene fensterlosen Fassaden, die durch Bau- oder Bombenlücken entstanden sind. Da diese Seitenwände nie sonderlich sexy aussehen, werden Künstler engagiert, die sie mit besonderen Motiven zu einzigartigen Kunstwerken werden lassen.

Tasso (Holzmarkt)

Am Holzmarkt

Murals sind also so gut wie immer Auftragsarbeiten, denn so riesige Wände lassen sich nicht mal eben unbemerkt besprühen. Zumal in der Regel auch Hebebühnen zur Anwendung kommen. Manchmal entstehen diese Wandbilder im Zuge von Street-Art-Festivals oder Open-Air-Ausstellungen, wie hier zum Mural Festival. Als Auftragsarbeit sind Murals also legal aufgebrachte Fassadenkunst. Inzwischen hat sich auch in diesem Bereich eine Szene gebildet, die ihre eigenen Stars hervorbringt. Meine persönlichen Helden sind das Duo von Herakut, die in Berlin sogar mehreren Fassaden ihr ganz eigenes Signet gegeben haben.

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Herakut (Luckauer Str. 14)

Trotzdem setzen viele Menschen Street Art und Graffitti nur mit Schmierereien und Wandalismus gleich. Für mich sind sie etwas ganz Anderes! Sie sind künstlerisches aber auch oft politisches Statement. Sie zeigen Konflikte des Alltags, Dinge die uns beschäftigen oder sind Spiegel der Gesellschaft.

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So ganz grob in Richtung Oberbaumbrücke

Sie sind eine besondere Ausdrucksform und es lohnt sich ihren Aussagen auf den Grund zu gehen. Von traumhaften Entwürfen auf fünfstöckigen Gebäuden bis hin zu politisch aufgeladenen Botschaften, die über die Barrieren in unseren Köpfen hinausgehen, findest du in der Hauptstadt alles. Selbst Botschaften in kryptische Zeichen, wie die von Berlin Kidz.

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Berlin Kidz (überall in Berlin)

Berlin das Straßenkunst-Mekka

Mit einer wahren Explosion auffälliger Graffiti und Wandgemälde auf schnöden Häuserwänden gilt Berlin als die Hochburg der Street Art in Europa. Mit der East Side Gallery verfügt die Stadt zudem über die größte und längste Open-Air-Kunstgalerie der Welt. Dafür wurde Berlin sogar als UNESCO-Stadt des Designs ausgezeichnet. Und auch im Museums für zeitgenössische Stadtkunst wird sich zukünftig und ausschließlich alles der Straßenkunst widmen.

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In der Umgebung des Holzmarktes

So findest du Street Art & Murals in Berlin

Natürlich kann man einfach loslaufen und entlang des Weges ganz viel Kreatives entdecken, aber die Stadt ist einfach unfassbar groß und man würde wahrscheinlich Tage bis Wochen brauchen um an den Highlights vorbei zu kommen, daher empfehle ich dir ein paar Strategien und ganz bestimmte Stadtteile.

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Irgendwo bei der Urban Art Clash Gallery Berlin Mitte / An der Schillingbrücke 3, 10243 Berlin

Allerdings bedenke dabei immer: Street Art ist kreativ, immer wieder anders und lebt natürlich auch vom Wandel. Vieles verändert sich, verschwindet, weicht Neuem oder wird zu etwas Anderem. Lass dich drauf ein und sei nicht enttäuscht wenn Motive gewechselt haben. Freu dich viel mehr, dass du vielleicht etwas ganz Neues entdeckt hast.

Street Art Berlin

Irgendwo in Kreuzberg/Neukölln an einem Spielplatz

Street Art Walking Tour – Der erste Kontaktpunkt in die Szene

Der einfachste Weg in Berlin etwas über die Street Art Szene zu erfahren ist, sich einer geführten Walking Tour anzuschließen und sich ein paar Stunden dafür Zeit zu nehmen. Bei einem Spaziergang durch die Stadt erfährt man wirklich alles über die Szene und kommt an großen sowie kleinen Hightlights vorbei. Mit der U-Bahn geht es zu verschiedenen Stadtteilen und Hot Spots. Und genau auf diesem Weg habe auch ich Zugang zu dem Thema gefunden.

Street Art Betlin

Hinterhof der Hackischen Märkte

Berlin Mural Festival und App

2018 richtete die Street Art Gruppe The Dixons zum ersten Mal ein Mural Fest in Berlin aus. Ab Ende Mai 2018 verwandelten Urban Artists mit der Hilfe von Baugerüsten, fahrbaren Hebebühnen und jeder Menge bunter Farbe Berliner Fassaden in großartige Kunstwerke. Die meisten dieser Murals sind in Kreuzberg, Friedrichshain und Moabit zu finden.

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Die Dixons (Ehemals Mühlenstr. 6)

Ich nutze die App gerne, weil sie der flexibelste Weg sich durch die Stadt zu navigieren. Sie wurde anlässlich des Festivals an den Start gebracht. Man nimmt sich ein Rad oder Scooter, findet die Position und das Motiv in der App und stellt sich so seine eigene Street Art Tour zusammen. Einziger Nachteil, auf Grund der Fülle der Motive und den Regularien der App-Entwickler findet man hier nur ausgewählte Wandbilder und längst nicht alle.

Seit 2019 können Besucher die Murals mittels Augmented-Reality-Funktion auch zum Leben erwecken. Und nicht nur das! In der App findet man auch jede Menge Making-Off Videos, um den Schaffensprozess der Künstler bei der Gestaltung ihrer Murals mitzuerleben.

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Kollabo Wand (Ehemals Prinzessinnenstr. 16)

Die Bülowstraße

Wer in kürzester Zeit viel entdecken will, dem empfehle ich einen Besuch in der Bülowstraße und ihrer Umgebung. Ein kurzer Spaziergang und du hast eine ganz gute Idee von der Kreativität der Szene. Die großformatigen Wandgemälde von Urban Nations werden unter dem Label „One Wall“ geführt, und insbesondere in der Umgebung der Bülowstraße werden die Motive regelmäßig aktualisiert.

Street Art Berlin

Bülowstraße

Holzmarkt

Der Holzmarkt ist nicht, wie der Name vermuten mag, ein Handelsplatz für aufbereitete Bäume. Vielmehr ist er ein kultureller Treffpunkt, eine Art Bar am Wasser mit viel Freiraum für kulturelle Angebote. In und um die Holzmarktstraße gibt es einiges an Street Art zu entdecken. Einfach mal treiben lassen.

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In der Umgebung des Holzmarktes

East Side Gallery

Wie schon erwähnt ist die East Side Gallery ein viel honorierter Kunsttreff. Mich spricht das meiste dort nicht an. Es fühlt sich für mich mehr wie eine Touristeninszenierung an. Aber dazu darf sich gerne jeder selbst eine Meinung bilden.

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Mauerstück der East Side Gallery

Murals – Die besten Stücke der Stadt

Auf ein paar Murals möchte ich im Besonderen eingehen. Sie sind einfach zu großartig, um ihnen nur eine Bildunterschrift zu widmen. Deshalb erfährst du hier, wann sie erschaffen wurde, welche Künstler beteiligt waren und welche Intension diese hatten. Mit meinem liebsten Motiv dem Elefanten Mural möchte ich starten:

Street Art Berlin

„Elephant Playing With a World Balloon“ – Jadore Tong

Berlins wohl schönstes, farbenfreudigstes und bekanntestes Mural stammt von dem lokalen Künstler Jadore Tong. Er sieht sich als Künstler, Erfinder und Designer und war jahrelang damit beschäftigt verlassene Parkplätze in der Nähe seines Hauses in West-Berlin zu verschönern, bevor er mit Grafikdesign experimentierte. Wenn er heutzutage weder T-Shirts entwirft noch Wandbilder malt, betreibt er sein eigenes Restaurant (Art Café Jadore) im Berliner Bezirk Mitte.

Künstler: Jadore Tong
Wo zu finden:
Wilhelmstraße 7, Kreuzberg. Wenn du Hausnummer 7 erreicht hast, dann laufe durch den Apartmentkomplex. Es befindet sich quasi im Innenraum und oberhalb des Basketballplatzes. Das Wandbild ist auch von der Friedrichstraße (südlich der U-Bahn-Station Kochstraße – Linie U6) aus zu sehen. In direkter Umgebung wirst du noch mehr Murals entdecken, so wie das Tommy Weisbecker Haus.

Mural Kreuzberg

„Tommy Weisbecker Haus“ – Andreas Dornbusch

Die ganze Fassade ist ein Kunstwerk und mittlerweile Berliner Zeitgeschichte: Sie zeigt gesellschaftskritische Bilder aus den 1980er Jahren. Lauft um das ganze Haus, es lohnt sich und das Elefanten Mural ist quasi direkt nebenan am Basketballplatz.

Künstlerische Leitung: Andreas Dornbusch
Wo zu finden?
U-Bahn: Hallesches Tor (U1), Wilhelmstraße 9, 10963 Berlin

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„Astronaut / Cosmonaut“ – Victor Ash

Der Name steht für die Vereinigung von Astronaut (von den Amerikanern) und Cosmonaut (Russische Bezeichung für Raumfahrer). Er spielt auf den Wettlauf ins All in den 1960er Jahren an. Auch der Standort in der Nähe der Mauer der im kalten Krieg geteilten Stadt ist wohl gewählt. Steht doch dieses wie kein Anderes als Symbol des kalten Krieges. Der schwerelose Astronaut an der Skalitzer Str. in Kreuzberg wurde vom Künstler Victor Ash nur mit schwarzer Farbe kreiert. Es wirkt wie ein Stencil, das die ganze Fassade einnimmt. In der Umgebung war einst noch ein Autohaus, dessen Scheinwerfer und wehenden Flaggen nachts dem ganzen Bild noch eine ausdrucksstarke, lebendige Note gaben. Leider wurde es 2019 abgerissen.

Künstler: Victor Ash
Entstanden: 2007
Wo zu finden: Oranienstr. 195, 10999 Berlin (Mariannenstr. Ecke Skalitzer Str.) Nimm am Besten die U-Bahn: Kottbusser Tor (U1, U8) und dann sind es 5 min Fußweg

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„Pink Man oder Leviathan“ – Blu

Ein wenig verstörend wirkt der rosafarbene Riese, der sich aus vielen kleinen nackten Geschöpfen zusammen setzt. Auf seiner Hand befindet sich ein einzelner weißer Mensch und es scheint fast so, als würde er von der Masse des rosafarbenen Menschen verschluckt werden. Das Bild symbolisiert, wie viele Menschen zusammen eine monströse Einheit bilden können, die gemeinsam jede Individualität verschlucken.

Künstler: italienischer Künstler Blu
Entstanden: 2007
Wo zu finden: Falckensteinstr. 47, 10997 Berlin (direkt an der Oberbaumbrücke) Nimm am besten die U-Bahn bis Schlesisches Tor oder Warschauer Str. (U1)

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„The Future Is Female“- Case Ma’Claim

„The Future Is Female“ lieferte Case Ma´Claim ein echtes Masterpiece in der Hauptstadt ab. Portraitiert hat er seinen Freund Benjamin und dessen Tochter Carla. Es gilt als eine Hommage an alle Väter, die ihren Töchter Gleichberechtigung und Selbstbewusstsein vermitteln.

U-Bhf Schönleinstraße 

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„My home might be no palace, but we can share it if you like.“ – Herakut

Anläßlich des Berlin Mural Festes hat das deutsche Künstlerduo HERAKUT  (Hera, Jasmin Siddiqui und  Akut, Falk Lehmann)  zwei Wände in Berlin gestaltet. Ihre Bilder sind fotorealistische Motive mit Textelementen, die berühren und zum Nachdenken anregen sollen.

Künstler: Herakut

Wo zu finden?
Diese fantastische Mural findest du in Kreuzberg in der Luckauer Str 14, Berlin

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„As Long As You Are Standing, Give A Hand To Those Who Have Fallen“ – Herakut

Herakut haben dieses Mural in Zusammenarbeit dem talentierten Schweizer Kollegen Wes21 und Onur geschaffen. Für mich spricht es in erster Linie von Nächstenliebe.

Künstler: Herakut, Wes21 und Onur
Wo zu finden?
Befindet sich in der Stromstraße 36 in Berlin-Moabit.

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„We are many, but allways one“ – Elle

ELLE stammt aus Brooklyn in NY und begann vor einigen Jahren als illegale Graffiti-Künstlerin. Inzwischen gilt sie als eine der besten Street-Artists, ist sehr gefragt und ständig unterwegs. Für ihre Kunst nutzt sie Spraydosen, Pumpflaschen, Stencils, Farbroller und weitere Hilfsmittel – quasi Facetten der Street-Ar. Und damit hinterlässt sie ihre Handschrift in den Städten der Welt. Collagenartig miteinander kombinierte Bilder sind mittlerweile das Markenzeichen der renommierten Graffiti-Künstlerin ELLE. Der Name dieses Murals ist Programm „We are many, but allways one“

Künstler: Elle
Entstanden: 2018
Wo zu finden?
Befindet sich in der Wiener Straße 42, 10999 Berlin In unmittelbarer Umgebung des Görlitzer Parks und weiterer Murals

Mural / Street Art

„Tomorrow never come“ – Natalia Rak

Die klassisch ausgebildete polnische Künstlerin Natalia Rak verwendet lebendige Farben, um fantastische Szenen zu schaffen, die oft den Alltag und das Surreale vermischen. Hier schafft sie ein skurriles Bild auf einer der typischen Feuerwände. Fast wirkt das Motiv vorübergehende Flucht aus dem Alltag.

Künstler: Natalia Rak
Entstanden: 2018
Wo zu finden?
Befindet sich in der Görlitzer Straße 49, 10997 Berlin (vis a vis zum Görlitzer Park) In dieser Ecke gibt es einige Murals zu entdecken. So auch „The Yellow Man“. Laufe dazu einfach die Oppelner Straße hoch in Richtung U-Bahn.

Mural / Street Art

„The Yellow Man“ – Os Gemeos

Das Mural wurde von dem brasilianischen Duo „Os Gêmeos“, was übersetzt „die Zwillinge“ heißt, kreiert. Dahinter verbergen sich die Brüder Otávio und Gustavo Pandolfo. Ihr Kunstwerk des „Yellow Man“ wurde einen kleine Berühmtheit in Berlin, wo es im Rahmen der zweiten Backjumps Live Issue entstand. Das Streetart-Magazin „Backjumps“ organisierte ein Projekt mit dem Motto „Turn the city into a magazin“, welches verschiedene Künstler aktivierte, die ihre Werke überall in der Hauptstadt platzierten.

Künstler: Os Gêmeos / Otávio und Gustavo Pandolfo
Entstanden: 2005
Wo zu finden?
Befindet sich in der (in Fußdistanz zum U-Bahnhof „Schlesisches Tor“) Biege dazu von der Skalitzer Straße in die Oppelner Straße ein.

Street Art Berlin

„Eternal Spring“ – Murales Kollektiv

Gestaltet wurde dieses Mural vom ‚Murales Collective‘. Als das allererste „Murales“ -Projekt ist es das Ergebnis einer phänomenalen Zusammenarbeit zwischen den beiden deutschen Künstlern Sokar uno und Nasca 1. Die beiden Solokünstler haben ihr erstaunliches Talent für dieses Projekt kombiniert und dieses atemberaubende Wandbild in der Kurfürstenstraße in Schöneberg Berlin geschaffen. Bekannt als Berlins beliebtes Rotlichtviertel, beschlossen die Künstler, dieses Gebiet buchstäblich in ein besseres Licht zu rücken. Das Konzept war also eine zeitgenössische Interpretation von Rodings Skulptur „Der ewige Frühling“, die zwei miteinander verflochtene Liebenden für die Ewigkeit zeigt. Ein Symbol für echte Liebe. In dem Virtel in der Tat ein Hingucker.

Künstler: Murales Collective‘ bestehend aus Nasca 1, Sokar Uno und Christian Hinz (Kera1)
Entstanden: 2017 (?)
Wo zu finden?
Es befindet sich in Schöneberg in der Kurfürstenstraße 145, Ecke Frobenstraße (U-Bahnhof Kurfürstenstraße)

Street Art Berlin

„First day zero“ – Size Two

Leider weiß ich nicht sehr viel über dieses Motiv. Nur, dass es von „Size Two“ sehr spontan und anlässlich des Berlin Mural Fests entstanden ist.

Künstler: Size Two
Entstanden: 2018
Wo zu finden?
Du findest das Mural in der Herrmannstraße 198, 12049 Berlin; Man übersieht es leicht, wenn man aus Richtung U-Bahn Leinestraße  (U8) kommt. Es befindet sich an der rechten Seite neben dem Eingang zum Biomarkt.

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„If Walls Could Talk“ – Marcus Haas Die Dixons aka Xi-Design feat. Size Two & Mario Mankey

“If walls could talk” – War ein Projektes von der Talenthouse Kreativplattform, das zur Erschaffung und Einreichung von 396 Designs aus ca. 60 Ländern führte.

Ausgewählt wurde der Entwurf von Marcus Haas, der mit Hilfe der Kunstgruppe Xi-Design und den Künstlern Size Two und Mario Mankey einen mega Hingucker kreierte. Das Mural bildet einen riesigen aufgeschnittenen Fleischbrocken dar, welches sinnbildlich für die Teilung Deutschlands steht. Auf der Klinge ist “Berlin 1961-1989” zu lesen. Demnach bezieht sich das Werk auf eine der prägendsten Zeiten der Berliner Geschichte. Marcus Haas geht damit ganz klar darauf ein, dass die Teilung des Fleischbrockens durch das Messer, sich sinnbildlich auf die Teilung der Stadt in Ost- und Westberlin bezieht. Dem gewillten Betrachter wird zudem auffallen, dass sich die Stadtgrenze und die Berliner Stadtteile in der Faserung des Fleisches widerspiegeln. Durch seine Lage ist das Kunstwerk zudem einem Teil des Mauerdenkmals geworden, obwohl zunächst nur angedacht war, dass es für 3 Monate an der Hauswand bleibt.

Künstler: Marcus Haas mit Kunstgruppe Xi-Design und den Künstlern Size Two und Mario Mankey
Entstanden: 2016
Wo zu finden?  Du findest das Wandbild gegenüber der Berliner Mauer in der Bernauer Straße/ Ecke Strelitzer Straße Hausnr. 28 (2 min. Fußweg von der U-Bahn Bernauer Straße), in direkter Umgebung befindet sich das Seemann-Mural von Stereoheat & Skenar73

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„unknown“ (Projektname nicht bekannt) – Stereoheat & Skenar73

Inspiriert duch die nordischen Straßennamen der angrenzenden Häuser haben Max Roche aka StereoHeat zusammen mit Skenar73 ein sehr originelles, nordisches Seeman-Mural abgeliefert.

Künstler: Max Roche aka StereoHeat zusammen mit Skenar73
Entstanden: 2018
Wo zu finden? Stralsunder Straße 33 (5 min. Fußweg von der U-Bahn Bernauer Straße), in direkter Umgebung befindet sich das „If Walls Could Talk“ Mural

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„One Wall“ (Projektname) – TelmoMiel & James Ballough

Ebenfalls anlässlich des Berlin Mural Fests entstanden ist dieses Kunsttwerk der Niederländer TelmoMiel & James Ballough. Das Duo verbrachte eine Woche zusammen in Berlin und arbeitete an einem atemberaubenden neuen Stück, welches das Schaffen der Beiden Straßenkünstler perfekt miteinander verbindet. Die Beiden bemalten die große Wand für das Berliner Wandfest mit dem von Urban Nation vorgeschlagenen „Unity“ -Konzept und mischten ihre lückenhaften und segmentierten Bilder mit den glitchy Porträts des Bulloughs auf eine Weise, die ihrer beiden Stile erstaunlich gut entspricht.

Künstler: TelmoMiel & James Ballough
Entstanden: 2018
Wo zu finden? Bernburger Straße 35, 10963 Berlin in Fußdistanz zum S Anhalter Bahnhof (S1, S2, S25, S26, Busse: M29 & M41)


Diesen Blogbeitrag sehe ich als ein vortlaufendes Projekt. Wann immer ich neues Mural entdecke, werde ich es hier in meine Sammlung aufnehmen. Es bleibt also spannend. Ich hoffe du findest dein Lieblingsmural. Noch mehr Inspiration gefällig? In meinem Flickr-Album sammle ich alle Aufnahmen zum besseren Überblick. Klick dich hier rein! Ansonsten freue ich mich riesig, wenn du hier kommentierst, ob dir meine Sammlung und Hintergrundinformationen gefallen haben.

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