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Busfahrt des Grauens – Unterwegs in Bolivien

Ja man hat uns betrogen. Statt in schnieken Ledersitzen & einem passablen Bus sitzen wir in einer runtergekommenen Schabracke*.
Komfortabel und modern sah der Bus auf dem Verkaufsschild aus. Wegen der bequemen Schlafsessel haben wir ihn dann gebucht. Mit Lederbezug und Fußklappe sollten diese sein, damit wir eine erholsame Nacht haben, wenn die Fahrt schon die ganze Nacht lange dauert.

Dieses Gefährt hat rein gar nix mit dem zu tun, was uns vorgegaukelt wurde. Der Bus ist runtergerockt ohne Ende. Alles klappert, die Stoffpolster sind versifft, die Gardinen zerschlissen, die Fenster verschmiert, der Boden erzählt die Essensgeschichten ganzer Generationen von Busgästen und eine Toilette gibts natürlich auch keine und das im Überlandbus!

Bei 12h Fahrt könnte das einigermaßen Schweißperlenauf auf der Stirn & Druck auf der Blase bedeuten. Immerhin die Heizung geht, wobei 50 Grad warme Füße auch kein Wohlbehagen wecken. Und auch löblich ist, dass sich die Fenster aufschieben lassen. Von Frischluft ist aber keine Spur, dafür stinkt die Schabracke viel zu stark. Abwechselnd nach Abgasen und Kupplung oder Bremse.

Bus, Bolivien

„Pfiiiiieeeeef“  macht jedes Bremsgeräusch was deutlich hörbar ist. Je nach Kurve auch schon mal Pfiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeffffffiiiiiiieeeeefff“. Ach und totes Tier rieche ich auch von draußen. Dafür kann aber die Schabracke nichts. Den Geruch kenne ich von brasilianischen Straßen. Untrüglich ist dieser widerlich süssliche Gestank, der bei mir sofortigen Würgereiz auslöst. Die Kupplung aka Bremse kommt mir nun zur Hilfe und löst den Tiergeruch ab.

Langsam glaub ich meine Socken brennen. Die Heizungshitze ist schier unerträglich. Eine Nachfrage nach Abschalten nutzt aber rein gar nichts. Das Ding heizt eh weiter. So gut kenne ich Busse in Südamerika nun schon. Die Strecke scheint derweil nur aus Bremsvorgängen zu bestehen. „Pfiiiiieeeeef“, „Pfiiiiieeeeef“, „Pfiiiiieeeeef“ am laufenden Band. Schlafen kann ich so definitiv nicht. Zwar ist es stockdunkel im Bus, so dass man nicht mal seine eigene Füsse sieht, aber dieses ständige“Pfiiiiieeeeef“ macht mich kirre.

Derweil hat der Vordermann jetzt seinen Sitz nach hinten umgelegt & liegt mir schier auf dem Schoss. Mein Aktionsradius hat sich damit um 80% verkleinert. Die Füße wissen nun auch nicht mehr wohin. Ob ich ihm den Kopf kraule damit er schläft & endlich Ruhe gibt? Besser nicht wenn man die allgemeine Hygiene im Land kennt. Ideal wäre die Position schon.

Ich fange derweil an „36 Grad und mir wird noch heißer“von 2raumwohnung zu summen. Ganz leise natürlich. Nur zu meiner eigenen Ablenkung. Beim Jacke ausziehen muss ich aufpassen, dass sich mein Sitznachbar keine fängt. Sehen kann ich ihn ja nicht. Immerhin das hat schon mal unfallfrei geklappt. Ich versuche nun noch aus den Schuhen zu kommen, aber keine Chance sich vorzubeugen & die Bändchen zu lösen.

Unterdessen meldet sich mein Magen, aber nicht weil er Hunger hat, sondern das Gegenteil ist der Fall. Er denkt an Entladung. Die Vibrationen, Schaukeleien & schauderhaften Gerüche sind einfach nicht seins. Noch könnte ich eine Tablette einnehmen um einem eventuellem Auswurf entgegen zu wirken. Aber die machen so müde und falls die Schabracke doch verunglückt möchte ich bei vollem Verstand sein & mich aus dem Wrack retten können.

Schwere Minuten der Entscheidungsfindung. Banges Wanken zwischen Übelkeit & Überlebenswillen. Noch dazu muss die Tablette mit Wasser eingenommen werden, was das Clo-Problem forciert. Doch dann bringt ein weiteres totes Tier an der Strecke die zwingend notwendige Entscheidung. Die Tablette gewinnt. Die Bedrohung durch Magenentleerung ist akuter als eine eventuelle Rettung aus einem Bus äh Schabrackenwrack.Bus, Bolivien, MasterMit Füßen & Knien schiebe ich den Rucksack nach oben, presse meinen Kopf zwischen Scheibe & Sitz des Vordermanns und weiche geschickt noch seiner Hand aus, die er über seinem Haupt abgelegt hat. Letztlich bekomme ich den Rucksack zu fassen, wühle die Tabletten hervor &  greife beherzt auch die Wasserflasche. Die Schabracke knackt derweil bedrohlich unter mir. Darüber nachdenken mag ich nicht. Zu dringlich ist der Wunsch des Magens sein Leiden zu beenden. Ich gebe ihm was er braucht. 2 Tabletten & ein knapp bemessener Schluck Wasser gehen die Kehle hinunter. Allein der Gedanke an baldige Hilfe scheint ihn ein wenig zu besänftigen. Immerhin muss ich grad mal nicht an eine Brechtüte oder die Fensteroption denken.

Nach 1.5h geht plötzlich das Licht an & der Bus stoppt. Offensichtlich eine Pinkelpause. Schön das, dies eine Person all zu wörtlich nimmt und unter mir an den nebenstehenden Bus uriniert. Hätte ich die Tabletten jetzt nicht intus, hätte ich mich bei ihm besonders ergiebig bedankt. Immerhin bringt diese Zwangspause auch Beinfreiheit & Abkühlung. Nach 10 min. lässt der Fahrer den Motor an und die Passagiere kehren zu ihren Plätzen zurück. Ok nicht alle. Dazu muss er erst loszuckeln. Das scheint so ein Ritual zu sein. Man steigt erst in der allerletzten Minute ein. Dann wenn der Fahrer nicht nur angerollt ist, den Motor hat mehrfach aufheulen lassen, sondern auch noch zornig „Vamos“, „Vamos“ schreit. Ach und hupen. Hupen muss er auch noch, damit der Letzte sich zum Platz zurück bequemt.

Ich frag mich derweil: „Zieh ich die Schuhe jetzt noch schnell aus? Aber dann versenke ich mir womöglich wirklich die Socken an der Heizung. Ich mache es andersrum! Socken aus, Schuhe anlassen. So geht’s. Nun rollt auch die Schabracke wieder an und es sind keine 50m gefahren, da…genau da „Pfiiiiieeeeeft“, heizt und stinkt es wieder. Wann genau setzt die volle Wirkung der Tabletten ein? Ich meine die „Scheißegal-Laune“ & tödliche Müdigkeit? Schlecht ist mir ja nun nicht mehr, da sollten auch die Nebenwirkungen einsetzen. Da braucht man sie mal und dann nix! Kann man den Pharmariesen wegen fehlender Nebenwirkungen verklagen? Immerhin sind sie fester Bestandteil von Ani-Übelkeismedikamenten. Ich nehme sie ohnehin eher als Schlafmittel auf langen Flügen anstatt zu ihrer eigentlichen Bestimmung. Lieber Gott bitte beam mich weg. Heute ist es wirklich dringlich. Weitere 10h ertrage ich das nicht. Pfiiiiieeeeef, Pfiiiiieeeeef, Pfiiiiieeeeef – dringt es weiter durch die Nacht.

Unterdessen meldet sich meine Blase. War ja klar. Kein Anzeichen von Druck während der Pause aber nun direkt nach Abfahrt. Irgendwie kann ich sie aber auch verstehen. Zu viele entsetzliche Anblicke öffentlicher Bus-Stop-Toiletten musste sie schon ertragen. Inzwischen ist der Gedanke an einen Busch schon direkt sexy und an derartige Orte zur Erleichterung war früher nicht mal im Ansatz zudenken. Eine Lady… Egal. Ich muss dieses Gefühl jetzt wegmeditieren, ausschwitzen oder durch die richtige Atemtechnik wegbekommen. Doch dazu braucht es Ruhe & Konzentration. Wo wir wieder bei Vibrationen & Klappern wären. Verdammt das verstärkt den Drang noch. Noch mal beten. Vielleicht schlaf ich ein & werde es so los? Bitte ich will doch nur schlafen, Herr im Himmel. Statt Schäfchenzählen konzentriere ich mich jetzt auf Mond & Sterne. Dabei komme ich allerdings nur auf eine Gesamtsumme von zwei. Also starte ich den Überprüfungsvorgang. Wieder nur 1 Mond & 1 Stern. Verdammig will heute gar nichts klappen? Da braucht man mal Sterne und nix da!

Die Schabracke klappert derweil weiter vor sich hin, der Motor grollt, es pfeift & stinkt beim Bremsen. Ich muss mich jetzt auf Schlafen konzentrieren die Zählerei lenkt nur ab. Wieder meldet der heizungsnahe Fuss: Überhitzung. Ich dreh noch durch! Kennt ihr das Gefühl in einer misslichen Lage fest zu sitzen und verzweifelt nach einem Ausweg zu suchen. Ja? Denn genau so fühle ich mich grad. Festgezwengt im Bussitz, drückende Blase, Hitzewallungen & ein flauer Magen.  „Ich will hier raus!“- nur wenn ich das denke bleibt die Schabracke vielleicht wieder liegen. Manche Wünsche erfüllt das Universum nämilich promt!

Das hat in Peru schon mal geklappt, da kam dann eine weniger abgewrackte Schabracke mit mehr Beinfreiheit. Nur hatten wir da auch die Bodyguards des Präsidenten an Bord & das Busunternehmen war schwer bemüht. Die Lage hier ist anders. Es ist nachts, uns fehlen Promis & niemand wird nen neuen Bus schicken. Wir müssten die Nacht ohnehin in der Schabracke verbringen. Da kann sie eigentlich auch weiter rollen oder sollte ich pfiiiiieeeeefen sagen?

Oh man ich werde einfach nicht müde. Wahrscheinlich zu viel Adrenalin. Kein Wunder. Im Schein des Busses lässt sich der Straßenzustand erkennen. An der Stelle gerade muss es definitiv einen Erdrutsch gegeben haben. Kein Witz! Die Straße neben uns liegt unter einer 20 cm Schlammschicht. Ich bremse mit dem linken Fuss mit. Der rechte ist ja mit schwitzen beschäftigt. Wie zur Hölle soll man da Ruhe finden? Ich schiebe die Gardine zur Seite, um mehr Luft von außen zu bekommen. Bekanntlich macht die ja müde. Im Mondschein kann ich nun ein Flussbett direkt neben uns erkennen und glücklicherweise auch eine Leitplanke. Das ist schon was Besonderes & ich freue mich über ein wenig Sicherheit am Wegrand.

Derweil fängt der Hintermann schwer an zu grunzen. Ich beschönige sein Schnarchen jetzt mal nicht, denn über das Level ist er weit hinaus. Ob ich Papierkügelchen in seinen Rachen werfen sollte. Mei, was Schlafentzug & eine missliche Lage doch für fiese Gedanken hervorrufen. Aber jeder Schnarchgeplagte wird mir beipflichten, dass er schon mal diese oder ähnliche bösartige Gedanken hatte, nur um dem Lärm ein Ende zu machen. Mein Stresslevel erträgt jetzt einfach keine weiteren Faktoren.

Wieder stoppt der Bus & ich starre aus dem Fenster. Eine Straßensperre! Davor hatte man uns für Bolivien schon gewarnt. Mein Blick wandert auf die Fahrerseite und ich erspähe ein Häuschen – scheint also nichts Illegales sondern eine Polizeikontrolle zu sein. Ich bin erleichtert als wir wieder anrollen. Aber ich bin immer noch nicht müde. Weiterhin pippi, qualmende Füße und „Pfiiiiieeeeef“ im Ohr – so mein unsäglicher Zustand. Ich weiß nicht wohin mit den Beinen und zappel im Sekundentakt. Immerhin die Augenlider werden jetzt schwer, also ist Schlaf in Aussicht!

Eine Esel-bedingte-Vollbremsung macht diesen Fortschritt allerdings direkt wieder zu Nichte. Neuer Adrenalinschub! Der Grunzer hinter mir setzt inzwischen auch zur  dritten Arie an. Ich überlege ihm den Mund mit der Fliesjacke zu stopfen. Und auch mein rechter Fuß meldet den Ausnahmezustand an. Ich streife nun doch den Schuh ab und stelle mit allergrößtem Erstaunen fest, das sie Haut aufgequollen & runzlig ist. Geradezu als hätte ich 2 Stunden in einer heißen Badewanne gesessen. Der Busfahrer hat nen Knall uns so zu dünsten! Ok, den hätte ich vielleicht auch beim ständigen „Pfiiiiieeeeef“ & geknatter der Schabracke.

Die Müdigkeit kehrt zurück. Jetzt zur Unterstützung ein Hörbuch rein & dann träum ich sicher bald wie ein Baby. So der Plan, die Realität sieht dann so aus, dass ich zapplige Beine bekomme weil ich so sehr die Blase drückt. Eine weitere Stunde bringe ich rum bis ich es definitiv nicht länger aushalte. Ich kämpfe mich durch den stockdunklen, ruckelnden Bus zum Fahrer vor. Wild gestikulierend mache ich ihm klar, dass ich jetzt sofort dringend muss oder sterbe. An der nächsten Kurve darf ich rausspringen um mich zu erleichtern. Mitten auf der Schotterstrasse zwischen Felsen & Abgrund versteht sich und ohne Sichtschutz. Zwar ist es dunkle Nacht draußen aber im Mondschein bin ich sicherlich noch vom Bus aus erkennbar. Ich bete das alle schlafen, keiner guckt und der Fahrer auch sicher auf mich wartet. So ganz sicher bin ich mir da nicht, als ich so hinter dem Busch sitze. Was, wenn die einfach weiterfahren und mich hier mutterseelenallein in der düsteren Wildnis stehen lassen? Ich bekomme doch etwas Angst und sehe zu, dass ich zurück in den Bus komme. Und dort gehts mir dann entlich auch wieder etwas besser. Keine Spur mehr von Übelkeit, Druck und auch die frische Luft tut gut.

Ich beobachte wie schon die Stunden davor unsere wilde Fahrt. Buchstäblich am Abgrund hangelt sich die Schabracke bergrauf und wieder runter. Neben mir ist entweder eine Steinwand oder ein tiefes Tal. Ich rechne aus auf wieviel Umdrehungen ein Bus käme, der da hinabstürzt. Verdränge den Gedanken aber schnell, weil die aktuelle Schieflage der Schabracke meine volle Aufmerksamkeit braucht. Der Bus ruckelt abwechselnd vor und zurück. Steckt kurz im Sandbett des Flusses fest, welchen wir grad durchqueren und kann sich doch noch mit einem kräftigen Ruck selbst befreien.Bus, BolivienMein Sitznachbar ist durch den bedrohlichen Winkel zwischen Bus & Straße ebenso beunruhigt wie ich. Unsere fragenden Blicke treffen sich. Mit einem dumpfen Ächzen kämpft sich die Schabracke durch den lockeren Sand zurück auf die befestigte Straße & meine Erleichterung ist groß, nicht aus einem umgekippten Bus krabbeln zu müssen. Weiter geht die wilde Fahrt die Serpentinen entlang. Leitplanken sind hier Fehlanzeige. Erwähnte ich das schon? Bei der Geschwindigkeit wären sie ohnehin nur Makulatur, denke ich mir und starre in die Tiefe.

Gerade schon beruhigend wirkt das abwechselnde Ächzen und Pfiiiiieeeeef inzwischen auf mich, deutet es doch an, das der Fahrer noch wach ist und ordnungsgemäß seiner Arbeit nachgeht. Froh bin ich auch, dass man entgegenkommende Fahrzeuge durch den Schein ihrer Lichter wahrnimmt. So bleibt wenigstens ein Frontalzusammenstoss relativ unwahrscheinlich. Wobei die ich die Überholmanöver auf der engen Serpentinenstraße schon für Harakiri halte. Aber mein Körper ist inzwischen so erschöpft, dass er kein Adrenalin mehr produzieren oder sich aufregen mag. Und auch der Kopf resigniert. Scheiß drauf, dann sterben wir halt in der nächsten Kurve. Immerhin kein Herzinfarkt bei der Arbeit, dann haben die Trauernden auf meiner Beerdigung wenigstens was zu erzählen. Ich finde den Gedanken tröstlich und schlafe endlich ein.

Aber nur kurz, dann stoppt der Bus erneut & die Leute stürzen sich hinaus zur Toilettenpause. Ohne Toilette versteht sich. Mitten vor einem Wohnhaus und rund um den Bus erleichtern sich die rund 40 Passagiere. Ich darf gar nicht weiter drüber nachdenken, sonst lauf ich schreiend weg! Diese Fahrt muss ein Alptraum sein. Ganz bestimmt träume ich das nur. Ich dreh den Kopf weg & zwing mich zu schlafen.

Als 2h später wieder das Licht angeht sind wir in Cochabamba angekommen. Völlig benommen taumel ich aus der Schabracke zum Terminal hinüber. Als mir plötzlich eine Ticketverkäuferin ins Ohr lärmt: Santa Cruz, Santa Cruz, Santa Cruuuuuzz. Abwechselnd dazu die Konkurrenz mit Rufen nach „Sucre, Sucre, Sucreäää“. Die zwei scheinen sich über meinen Kopf weg einen Schreikkampf zu leisten. Keine Hamburger Marktfrau legt eine derart agressive Verkaufsstrategie an den Tag, wie die Busticketverkäuferinnen hier. „No, Signiora.“ Wieder plärrt die Alte in mein Ohr: Santa Cruz, Santa Cruz, Santa Cruuuuuzz. Mein Trommelfell hat definitiv Schaden genommen. „No Signiora“ presse ich wütend hinaus.

Interessiert sie aber nicht: Santa Cruz, Santa Cruz, Santa Cruuuuuzz. Jetzt bin ich sauer. Wenn die Schnalle mich noch mal so anplärrt bekommt sie eine geballert. Ich hab keinen Nerv mehr auf Diskussionen. Herrgott es ist 5 Uhr in der Früh & ich hab eine traumatische Busfahrt hinter mir. Muss man mich da noch derartig anbrüllen? Und warum will sie nicht kapieren das wir grad erst angekommen sind & ganz sicher jetzt keine Busfahrt mehr brauchen? Ich trotte weiter zum Ausgang und hoffe so den Drückerinnen schnellstmöglich zu entrinnen. Mein Kopf dröhnt als ich das Terminal verlasse & erst jetzt realisiere ich: Wir haben die Busfahrt überlebt!

*Info:Ich benutze das Wort Scha·b·rạcke umgangssprachlich abwertend für einen alten, abgenutzten Gegenstand. Vielen ist der Begriff nicht geläufig

Busfahrt_des_Grauens-unterwegs-in-bolivien

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Busfahren in Brasilien – Das solltest du beachten!

Um ein Urlaubsziel auf ganz besondere Weise zu entdecken, bewegen sich Reisende gerne mit dem Bus durch ein Land. Hervorragend funktioniert das in Brasilien, wenn man ein paar Dinge beachtet. Welche das sind erfährst du hier:

Gerade in Lateinamerikanischen Ländern ist das Busnetz sehr gut ausgebaut, da die Bevölkerung auf diese Art des Transportwesens angewiesen ist. So macht es dir auch Brasilien einfach, dich auf diese Weise fortzubewegen.

NAHVERKEHR

Lokale Busse sind oft sehr preiswert und decken die meisten Strecken ab. Das Fahrtziel ist mit einem Schild an der Scheibe angeschrieben. Busse halten auf ein Handzeichen. Einstieg & Bezahlung ist vorne beim Fahrer und Ausstieg in der Regel hinten. Mit Kleingeld für den Ticketkauf ist man wie überall gut beraten. Nach 23 Uhr und zu Stoßzeiten sollte man vielleicht besser nicht mit dem Bus fahren.

FERNVERKEHR

BUSBAHNHOF

Busbahnhöfe befinden sich oft etwas am Rande der Städte, da sich die Unternehmen dann nicht durch den Verkehr der Ortschaften quälen müssen und so schneller ankommen. Man wählt also einen Zubringerbus oder ein Taxi, um zu dem Fernbushaltestellen zu gelangen.

Die Busbahnhöfe sind in den meisten Orten geradezu ein Personendrehkreuz und entsprechend gut ausgestattet. Hier findet man Sanitäreanlagen (gegen Bezahlung), kleine Shops mit Essen und Getränken, hin und wieder Geldautomaten und eine Gepäckaufbewahrungsstelle und natürlich die verschiedenen Busanbieter-Shops. In der Regel findet man auch immer ein Taxi oder Moped-Taxi hier zur Weiterfahrt in die Unterkunft.

REISETAG

In ganz Südamerika ist man gut beraten nicht sonntags zu reisen, da an diesem Tag nur sehr eingeschränkt Busse fahren oder manchmal gar nicht. Selbst samstags ist es in manchen Regionen schwierig gute Busverbindungen zu bekommen. Mit Reisetagen von Montag bis Freitag ist man in der Regel am Besten beraten.

BUSUNTERNEHMEN & TICKETKAUF

Busunternehmen gibt es jede Menge, sie unterscheiden sich im Preis und Komfort. Das Ticket kauft man nicht beim Fahrer sondern vorab beim Fahrer. Man ist gut beraten nicht gleich am ersten Schalter sein Ticket zu kaufen sondern zu vergleichen.

Es gibt von der Holzklasse bis zu Luxuslinern verschiedenste Angebote und Preise. Es gilt also abzuwägen, welcher Komfort & Preis zu einem passt. Manche Busse bieten sogar Verpflegung unterwegs. Entsprechend höher ist dann auch auch der Preis.

Sein Ticket sollte man am Besten einen Tag vorher kaufen, dann weiß man auch, wann die Busse fahren und spart sich stundenlanges warten am Busbahnhof. Zum Ticketkauf muss man sich ausweisen und oft auch beim Einstieg.

Ticketpreise entsprechen nicht immer dem was in den Reiseführern angegeben ist. Auf allzu günstige Preise sollte man sich also nicht verlassen. Tickets können bar und oft auch mit Karte bezahlt werden. Geht aber eher von einer Barzahlung aus, da die Zahlungsgeräte nicht immer funktionieren bzw. das Internet an dem sie hängen.

Hin und wieder werden Busse mit einer bestimmten Uhrzeit zB. 23 Uhr ausgeschrieben. Man erfährt aber erst um 13 Uhr, ob dieser Bus auch wirklich fährt.

NACHTBUSSE

Nachtbusse sind kein Problem in Brasilien. Sie haben oft einen guten Komfort, man spart sich die Unterkunft und verpasst nicht den ganzen Tag im Bus. Oft haben die Busse eine Fußauflage, so dass sich der Bus fast zu einem Bett ausbauen lässt. Die Luxusvarianten haben regelrechte Schlafkabinen. Lass dich hier gut beraten und entscheide,wie viel Komfort dir eine erholsame Nacht wert ist. Denk an Ohrstöpsel und ggf. deinen Schlafsack als Decke.

GEPÄCK

Das Gepäck wird bis auf das Handgepäck aufgegeben und in den Gepäckfächern an den Seiten des Busses verstaut. Hierzu reiht man sich in die Schlange ein und zeigt sein Ticket auf Verlangen vor. Das Gepäck wird eindeutig gekennzeichnet und erhält einen Aufkleber mit Nummer. Man selbst bekommt einen Zettel oder ebenso einen Aufkleber auf das Busticket, welches man gut aufbewahren sollte, damit man sein Gepäck beim Aussteigen auch unkompliziert wieder bekommt.

SITZPLATZ

Der Sitzplatz ist auf dem Ticket angegeben. Hier empfiehlt es sich, nicht direkt neben der Toilette seinen Platz zu wählen. Erstens riecht es nicht so gut und zweitens wird man häufig von den „Besuchern“ gestört. Also lieber etwas weiter weg. Selbst wenn im Bus freie Plätze sind, bleibt man auf seinem gebuchten Platz sitzen, da auch weitere Zustiege mit Sitzplatznummer gebucht werden.

KLIMAANLAGE

Die Busse sind in der Regel klimatisiert. Was aber häufig heißt, dass man auf Tiefkühlkostniveau runter gekühlt wird. 16 Grad sind keine Seltenheit. Es empfiehlt sich bei der Kleidung ein Zwiebelprinzip bzw. den Schlafsack oder ein Handtuch als Decke bzw. als Kälteschutz mit in den Bus zu nehmen.

WLAN & ENTERTAINMENT

Es wird gerne mit WLAN geworben, meine Erfahrung war, dass es nie funktioniert hat. Oft wird auch ein TV Programm angeboten, damit hatte man schon eher Glück als Bordentertainment. Es empfiehlt sich für die eigene Unterhaltung vorzusorgen und ggf. Ohrstöpsel dabei zu haben, wenn man seine Ruhe haben will.

VERPFLEGUNG

Im Bus selbst gibt es in der Regel keine Verpflegung außer in besagten Luxuslinern. Man darf sich Getränke und Essen mit in den Bus nehmen. Auch wird in der Regel nicht extra gehalten für Restaurantbesuche.

SANITÄRE EINRICHTUNG

Die Überlandbusse haben in der Regel eine Toilette im Bus die meiner Erfahrung nach gepflegt aussahen. Toilettenpapier sollte man für den Notfall noch im Handgepäck bereit halten.

SICHERHEIT

Es gilt als sicher in den Bussen zu reisen und auch die Busbahnhöfe habe ich als sicher empfunden. Natürlich gilt es wie überall auf der Welt hier besonders auf seine Sachen zu achten.

GRENZVERKEHR

Nimm die Grenzkontrollen ernst! Manche Grenzorte dürfen zum Shoppen oder als Tagesbesucher ohne Visum (Stempel im Pass) und Formalitäten besucht werden. Wer weiterreist braucht in jedem Fall den Stempel und das für Brasilien übliche Papier. Busse die die Grenze überqueren halten nicht immer dort oder warten auf deine Abfertigung! Hier ist es an dir, dir vorab den Stempel zu besorgen. Erkundige dich also beim Busunternehmen wie der Grenzverkehr geregelt ist. Zwischen Uruguay & Brasilien im Grenzort Chuy liegt die Grenzkontrolle gute 3 km außerhalb des Ortes und das obwohl die Grenze an der Hauptstraße im Ort liegt. Je nachdem wie du ein bzw ausreist musst du dich auf den Weg dahin machen.

FAZIT:

Busfahren in Brasilien klappt prima, wenn man die Gepflogenheiten kennt. Für längere Strecken empfehle ich dennoch Inlandsflüge. Siehe hierzu mein Artikel im LINK.

 

 

Busfahren in Buenos Aires. So funktionierts!

Der beste Weg Buenos Aires kostengünstig und selbstbestimmt zu entdecken ist zu Fuß oder mit dem Bus. Doch Busfahren in einer fremden Stadt und dann vielleicht sogar noch ohne Sprachkenntnisse, kann leicht zur Hürde werden. Deshalb hier von mir ein paar gesammelte Erfahrungswerte, damit du diese wunderbare Metropole für dich kostengünstig entdecken kannst!IMG_3944
Buenos Aires hat ein hervorragendes Bussystem das bis in nahezu jeden Winkel der Stadt hervorragend funktioniert. Das macht es leicht diese Metropole für sich zu entdecken. Damit man die Busse benutzen kann, braucht man das Wissen rund um das so geannte Sube-System.IMG_3570
Im Bus bezahlt man nämlich nicht mit Geld sondern mit einer Guthabenkarte oder Coints (damit ist kein Kleingeld gemeldet). Wobei letztere eigentlich veraltet sind und oft auch gar keine funktionsfähigen Automaten mehr in den Bussen zu finden sind.IMG_3424
Du brauchst also in erster Linie eine Sube-Karte. Diese bekommst du an Bahnhöfen oder Kiosken (Kiosko genannt). In der Regel haben die entsprechenden Verkaufststellen das Sube-Logo erkennbar an der Außenfront.IMG_3765
Rechne dir aus, dass du am Tag wahrscheinlich mindestens 2 Fahrten brauchst, also 7 Peso. Dann mal der Anzahl der Tage plus ewas Puffer und du weißt, was du in etwa an Guthaben draufladen solltest. Beachte, dass es Sonntags schwer sein wird einen offenen Kiosk zum Wiederaufladen der Karte zu finden.IMG_3953
Ist deine Karte leer stehst du eventuell nachts in einem Virtel und kommst nicht weiter. Also immer etwas Puffer vorm Sonntag haben. Zur Not zu einem der Bahnhöfe laufen, die Verkaufsstellen da, haben am ehesten noch auf.IMG_4289
Bushaltestellen sind nicht immer als solche zu erkennen. Ganz wichtig ist hier, dass du auf die angeschriebene Nummer am Bushäuschen schaust. Ist deine Linie dort nicht angeschrieben, dann schau dir die Umgebung an.IMG_3436
Oft sind die anderen Haltestellen nur durch die Nummer an einem Pfahl markiert und ganze Buslängen vom eigentlichen Bushäuschen entfernt. Nur wo die entsprechende Nummer dran steht hält der Bus auch. IMG_3959Steht man an der falschen Stelle fährt er vorbei. Wer möchte das der Bus stoppt, der hebt die Hand als Signal für den Fahrer.IMG_3764
Beim Einstieg sagt man dem Faherer wohin man möchte. Als Tourist ist das oft nicht ganz so einfach, weil einem ja Stadtzentrum als Oberbegriff schon reicht. Dem Busfahrer aber nicht. Hier hat es mir geholfen grob den Finger auf eine Karte zu setzen und der Fahrer hat den Preis berechnet. Nachdem er also die entsprechende Eingabe an seinem Display gemacht hat, hälst du die Karte ans Lesegerät.IMG_3428Eine Fahrt kostet im Schnitt 3.50 Peso. Steigst du in einen anderen Bus um, so muss neu gezahlt werden, auch wenn du die Fahrt ins gleiche Virtel fortsetzt.IMG_3767
Willst du aussteigen, dann drück den Halteknopf oder stell dich so hin, dass der Fahrer dich sieht. Wenn du dir unsicher bist, frag höflich den Busfahrer. Außerhalb der Rush Hour und gerade nachts wird er dir ganz sicher immer helfen können.
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Busse fahren rund um die Uhr und mehr als 5 minuten mußte ich auch noch nie irgendwo auf einen Bus warten.IMG_3434
Übrigens kannst du deine Sube Karte auch im Zug zum Tigre-Delta und der Untergrundbahn verwenden.

Fliegen ist wie Busfahren – nur weiter oben

Ja, es gibt in der Tat Menschen die noch nie geflogen sind. Weil sie diese wunderbare Möglichkeit nicht haben oder sich fürchten. Ich werde dann immer gefragt: „Erzähl doch einfach mal wie ist es, zu fliegen?“ Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.50.10Meine Antwort: „Ach, weißt Du, Fliegen ist wie Busfahren – nur weiter oben.“Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.16.50Aber eigentlich ist es noch viel mehr als das: Für mich ist Fliegen das intensive Wahrnehmen von Naturkräften & nüchterner Physik. Eine einzigartige Möglichkeit, die Welt und ihre Schönheit von oben zu sehen. Aus einem anderen Winkel. Und dieser ändert machmal alles.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 14.42.56Und so erlebe ich es: Es beginnt damit, dass ich es mir in meinem Sitz bequem gemacht habe und aus dem Fenster auf die Tragflächen schaue, die Propeller sehe und mir überlege, wie all diese Technik eigentlich funktioniert. Ob die Mechaniker ihre Arbeit richtig gemacht haben, ob keine Schraube lose ist und keine Klappe sich verklemmt hat.

Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.16.41Es folgen Sicherheitsanweisungen, ich checke wo die Notausgänge sind, schnalle mich an und lausche der Begrüßung des Kapitäns.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 16.35.21Dann schließe die Augen, um jede Reaktion des Fliegers konzentriert zu erleben. Die Maschinen werden in Gang gesetzt. Ich spüre die Kraft unter meinen Füßen. Manchmal hat man gar das Gefühl, das Flugzeug strotzt vor Energie und es ist wie beim Menschen, wenn jeder Muskel angespannt ist. Und genauso gibt es Momente, in denen sich die Maschine vor Anspannung zu schütteln scheint. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 21.58.33Im Schritttempo geht’s nun aufs Rollfeld. Das Flugzeug scheint nun gelassener zu sein. Dann werden die Triebwerke angeworfen. Ein dumpfes Grollen und wieder ist all die Kraft spürbar. Merkt man das Vibrieren und die erneute Anspannung. Der Pilot entkoppelt die Bremsen, wir rollen an, beschleunigen, legen schnell an Geschwindigkeit zu und rasen über die Startbahn. Die Schwerkraft drückt mich nach hinten in den Sitz und ich bin voller Erwartung auf diesen einen Moment.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 21.53.43Der Moment, wenn die Räder sich vom Boden lösen. Wenn die Maschine den Kontakt zur Erde verliert. Wenn sie abhebt und wir endlich, endlich fliegen. Es ist einfach nur aufregend schön. Besonders genieße ich es, wenn ich diesen Moment teilen kann. Jemand neben mir sitzt, Finger eingehakelt oder die Hände gehalten werden. Nicht aus Angst, sondern weil man diesen besonderen Moment und alle dazugehörigen Gefühle miteinander teilt. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.47.28Die Maschine befindet sich jetzt im Steigflug. Gegen den Wind drückt sich die Nase des Fliegers steil in den Himmel. Strebt sie hinauf in Richtung unendlich scheinender Weite. Die Menschen werden zu Ameisen, die Häuser zu Punkten. Wir kommen den Wolken immer näher. Wie abgeschnitten, sehen sie an ihrer Unterseite aus. Dann der Moment, wenn die Tragflächen sich ins Weiß der Wolken einzuschneiden scheinen. Es ist als würde ein Kuchemesser durch einen riesen Haufen Sahne gleiten.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.35.49Wer Glück hat, erlebt Wolken, die wie Zuckerwatte anmuten und sich wie Badeschaum auftürmen. Die Fantasiefiguren formen und zwischendrin trotzdem noch den Blick auf die Welt darunter frei geben. Ich empfinde dann immer das tiefe Bedürfnis, von den Tragflächen aus, direkt in so eine Zuckerwattenwolke spingen zu wollen. Ich stelle es mir vor, wie in der Kindheit: Eine Badewanne voll fluffigem Schaum in den man wunderbar abtauchen konnte. Wo man sich fallen ließ und weich aufgefangen wurde.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.25.02 Über den Wolken scheint natürlich auch immer die Sonne und nach all dem Rumtollen würde ich mich in ein so weiches Wolkenbett legen. Die Arme hinterm Kopf verschränken, ein Bein übers Knie legen und die Nase von den wärmenden Strahlen kitzeln lassen. Und dann einfach stundenlang in absolut himmlischer Stille dahin dösen. Ein äußerst attraktiver Gedanke!Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.49.12Die Maschine hat inzwischen ihre Flughöhe erreicht. Und wenn man sich nur auf die Tragfläche konzentriert, nur das Blau des Himmels dahinter sieht, dann nimmt man keinerlei Bewegung war. Man scheint in der Luft zu stehen. Doch das dumpfe Grollen der Triebwerke und die Vibrationen im Sitz, sind der sichere Indikator für ein Vorrankommen. Während wir an den Wolken vorbei ziehen, scheinen diese Stillzustehen, genau wie die Erde. Ihre Schatten treffen auf den Boden und ihre Konturen sind darauf 1:1 als dunkle Flecken wieder zu finden.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 16.19.53Auf der Erde formen sich markant schroffe Berge, graben sich Flüsse durch Täler, durchziehen Straßen die Landschaft. Und jetzt ist es in der Tat so, als säßte man in einem Bus. Die Landschaft zieht vorbei. Ich drücke die Nase an die Scheibe, um ja nichts zu verpassen und genieße die Schönheit unseres Planeten. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.37.36Ich packe die Kamera aus und knipse wie wild, um im nächsten Moment festzustellen: Nie sind die Flugzeugscheiben sauber und ich hab immer neblige Bilder. Einige Gedankensprünge weiter erinnere ich mich dran, das es wohl eine so neugierige Nase wie meine war, die die Scheibe verschmiert hat.Fliegen StewardessZum Essen und Entertainment im Flieger sag ich jetzt mal nichts. Da hat jeder so seine Meinung und Bedürfnisse. Aber ein paar Worte noch zum Trinken im Flieger. Ich neige dazu leicht zu dehydrieren und decke mich daher, immer mit reichlich Getränken ein. Auf einem Amerika-Flug, hatten wir also Cola, Wasser und zum Abschluss einer tollen Reise auch ein Schlückchen Rotwein geordert. Vor uns also vollgepackt das Tablett mit Salat, Abendessen, Dessert, Besteck, Servierten und drei Getränken, als plötzlich die Durchsage kam, das mit Turbulenzen zu rechnen sei.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.48.55Meine Gedanken widmeten sich dem Szenario von Rotwein und Cola Flecken auf meiner Kleidung. Meine Hand schnellte nach Vorne und vor dem ersten Luftloch hatte ich in jeder Hand ein Getränk. Der Flieger schwankte ordentlich und wir mit ihm. Mein Banknachbar und ich gingen jede Bewegung mit den Armen nach, schwankten von Rechts nach Links und zurück. Wir hüpften auf und ab. Wir sahen aus, wie die Dirigenten eines Orchesters. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.20.48Gelächter auf den Sitzreihen neben uns. Es muss ein Bild für die Götter gewesen sein. Vor lauter Lachen hatten wir Bauchweh und Wasser in den Augen. Und nicht mal das konnten wir trocknen, weil keine Hand frei war und wir weiter schwankend im Flieger saßen. Ungeniert kullerten uns also die Lachtränen über die Wangen. Unbezahlbarer Moment! Bildschirmfoto 2015-08-11 um 10.13.49Und seither freu ich mich geradezu auf Turbulenzen, weil sie mich an diese Geschichte erinnern.Natürlich muss jeder Flieger auch mal wieder runter und wohl jeder hofft auf eine sanfte Landung. Mancher hat Panik vor der Landung, aber man kann es aber auch ganz anders sehen! Und daran halte ich mich. Denn meistens bieten sich einem genau in diesem Zeitfenster die schönsten Ausblicke! Bildschirmfoto 2015-08-11 um 10.05.51Entweder weil man seine Heimat mal von oben sieht oder über Neuland fliegt. Und das ist der noch schönere Teil, denn man sieht seine Urlaubsdesitnation zum ersten Mal! Ich erinnere mich sehr lebendig, an meinen ersten Anflug auf Kapstadt, den ich wohl nie vergessen werde.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.30.50Denn seit Monaten hatte ich mich auf diesen Urlaub gefreut und der Flug markierte den Start zu einer traumhaften Reise. Und traumhaft war auch die Landung. Der Pilot drehte eine extra Runde über die Stadt, sowie den Tafelberg und flog dann über das Meer bei Muizenberg ein. Nie zuvor hatte ich so weiße Strände und so türkisblaues Meer gesehen. Mein Herzschlag, die Vorfreude und Begeisterung stiegen mit jedem Meter, den wir uns dem Flughafen näherten. Ich konnte es gar nicht abwarten, dass alles zu entdecken, was wir gerade noch aus der Luft bewundert hatten. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.11.57Ich mag es also, wenn man im Flieger sitz, wenn dieser zur Landung ansetzt. Wie das Starten, so ist auch das Landen – nur eben umgekehrt. Die Nase neigt sich nun nach unten, der Druck in den Ohren erhöht sich und die Landeklappen leiten das Abbremsen ein. Es ist der Moment, in dem man realisiert: Jetzt beginnt die Zeit des Entdeckens, Erlebens und Genießen. Ab diesem Zeitpunkt erhöht sich mein Puls, steigt der Adrenalinpegel und hüpfen die Glückshormone in meinem Körper. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.56.24Man spürt die ganze Kraft der Technik. Man kann geradezu nachfühlen, wie stark so ein Flugzeug ist, wenn es den Winden trotzt und die Bremsung einleitet. Die Menschen in der Maschine sind ruhiger geworden, haben den Film gestoppt, ihr Tablett zur Seite gelegt und ihr Blick richtet sich jetzt auf die Fenster. Was wohl so in ihnen vorgeht?Bildschirmfoto 2015-08-11 um 18.01.26Mich drückt es wieder in den Sitz, als die Räder den Boden berühren, die Bremsen greifen und wir unser Ziel endlich erreicht haben. Alle scheinen jetzt aufzuatmen und sich zu entspannen. Auch der Flieger selbst scheint nun gelöster. Ob er auch froh ist, alle gut ans Ziel ihrer Träume gebracht zu haben? Wir rollen die Landebahn entlang, ich schaue fasziniert auf das Treiben am Flughafen und bedauere, dass mein Flug schon zu Ende ist. Bildschirmfoto 2015-08-10 um 14.43.08In meinem Leben hatte ich schon ein paar Mal die Chance, das Steuer zu übernehmen und selbst ein Flugzeug zu fliegen. Ein guter Freund von mir in Kapstadt hat sein eigenes Flugzeug und wann immer es möglich war, habe ich ihn begleitet.

DCIM100GOPROIch habe es geliebt über die Weinberge der Kapregion zu fliegen oder aus der Luft die Waale im Meer zu beobachen. Ja, sogar zwischen Tafelberg & Lions Head hat uns sein Flugzeug schon getragen. Wirklich ein faszinierendes & unvergessliches Erlebnis, für das ich ihm heute noch dankbar bin!
Bildschirmfoto 2015-08-10 um 15.18.30Grün im Gesicht wurde ich allerdings immer, wenn er mit mir Pirouette geflogen ist. Da ist mein Magen einfach zu labil. Mit der nötigen „Antiübelkeitsmedikamentation“ gings dann irgendwie. DCIM100GOPROMein letzter Flug als Wanna-be-Pilot führte uns vom hondurianischen Festland auf die Insel Roatan und zurück. Wir hatten das Glück und konnten mit einer privaten Maschine mitfliegen. Der Flughafen liegt direkt am Meer und Starts & Landungen sind ein einziges Happening! Mein Herz sprang nur so vor Freude, als ich auf dem Rückflug beim Piloten vorne sitzen durfte und den Steuerknüppel in meiner Hand hielt. Hier geht zur ganzen Geschichte.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 16.46.30Unbeschreiblich dieses Gefühl. Man betrachtet die Welt unter sich, die kleine Maschine, all die Gerätschaften und begreift das Wunder des Fliegens. So lange hatte der Mensch davon geträumt und unsere Generation kann diese Leidenschaft nun ausleben.Ich bin froh und dankbar dafür.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 16.35.39Und mal ehrlich, als Abenteurer würde ich tausendmal lieber bei einem Flugzeugabsturz sterben, als an einem Herzinfarkt im Büro, einem Autounfall in der Nachbarschaft oder am Ende eines langen Leidensweges in einem Krankenhaus. Ich hoffe nur immer, das ein möglicher Absturz, nicht die Hinreise betrifft, sonst würde ich ja den Urlaub verpassen.Bildschirmfoto 2015-08-11 um 10.05.51Im Ernst, Flugzeuge sind eines der sichersten Transportmittel! Die Experten des Fluglinienverbands IATA haben ermittelt, dass ein Passagier, der täglich fliegt, etwa 6500 Jahre unterwegs sein müsste, bis er in einen tödlichen Unfall verwickelt wäre. Und so alt werde ich ganz sicher nicht.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 17.17.27Also meine Lieben! Traut euch einfach. Lasst Euch drauf ein. Seht es als riesigen Spaß. Als pures Vergnügen und genießt diese besondere Möglichkeit, denn nicht alle Menschen hatten oder haben je die Chance dazu.Bildschirmfoto 2015-08-10 um 16.35.59

Okay, es ist noch viel mehr als nur Busfahren für mich!

Für mich ist der Himmel das Limit, die Schwerkraft mein Element, ein Looping mein Lifestyle, der Conntrail mein Atem und der Sound des Propellers mein Herzschlag. Startet das Flugzeug pulsiert mein Blut zum Dröhnen der Motoren, funkeln meine Augen wie die Scheinwerfer und meine Nackenhaare stellen sich auf, mit Abheben vom Boden. Ich feier das Abheben, zelebriere das Fliegen und kröne die Schwerelosigkeit mit dem Blick auf die Erde.

Und genau aus all diesen Gründen und Gefühlen liebe ich fliegen und hätte ich gerne selbst einen Pilotenschein! Wie ist ds bei dir? Bist du schon geflogen? Wie empfindest du das? Teile deine Erfahrungen mit mir und schreib mir im Kommentarfeld – ich bin gespannt!

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Lieben Dank auf diesem Weg an Günther in Kapstadt, der meine Begeisterung erkannt hat und mich so oft es ging mitgenommen hat. Der extra Touren mit mir gemacht hat und mir die Chance gab, zum ersten

Mal zu fliegen! Danke auch an die gesamte Morningstart Crew, die mich immer so lieb bei sich aufgenommen hat.

Herzlichen Dank auch an die Crew von Tranquility Air / Aeos Airlines für den ermäßigten Flugpreis nach Roatan, die Chance beim Piloten zu sitzen und selbst das Flugzeug zu steuern.

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