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Paraguay – Der Pilgerort Caacupé & das Künsthandwerksdorf Areguá

6 Uhr in der Früh und ich sitze schon frisch und fruchtig am Straßenrand und warte auf den Bus der mich nach Caacupé bringen soll. Der Ort gilt als der heiligste Ort Paraguays und liegt etwa 50 km östlich der Hauptstadt Asunción. Seine Kathedrale „San Francisco“ ist das größte Gotteshaus des Landes und wurde 1988 von Papst Johannes Paul II. höchst persönlich geweiht. Berühmt ist er als Wallfahrtsort und genau deswegen zieht es mich auch dahin.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Von meinen Backpackerkollegen war noch niemand zu sehen als ich das Hostel verließ. Ich glaube ich bin die Einzige die früh starten will um den Tag voll auszunutzen. Allerdings war mein Ehrgeiz wohl etwas übermütig. Denn Bus nach Bus zieht an mir vorbei ohne das der Richtige dabei ist. Eine volle Stunde vergeht, als endlich der Richtige auftaucht. Ich benne meinen Zielort, bezahle und nehme Platz. 20 min später ist der Bus völlig leer und der Kassierer bittet mich auszusteigen.
Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Zumindest deute ich das so. Ich versuche ihm zu erklären, dass ich doch nach Caacupé will und das auch beim Einstieg gesagt und bezahlt habe. Eine wilde Diskussion entbrennt und ich versuche mich zu erklären. Irgendwann winkt er ab und ich darf sitzen bleiben und die neue Runde antreten. 1.5h sind vergangen und ich bin wieder da, wo ich heute morgen am Bus auf den Bus gewartet hatte. Die Zeit hätte ich auch noch im Bett verbringen können. Naja selbst schuld, wenn man sich nicht genug auskennt und die Sprache nicht spricht.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Der Bus füllt sich rasch, auch mit dem typischen Straßenhändlern. Von Chipa, dem typschen Brötchen, bis hin zu mobilen Ladegeräten für Handys wird alles angeboten. Ich bestelle mir 2 Brötchen, drücke dem Verkäufer 5000 Mil in die Hand und erwarte Ware und Wechselgeld. Aber anscheinend stimmt irgendwas nicht und ich verstehe wieder kein Wort. Ich will ihm mehr Geld geben, doch er winkt ab. Irgendwann klinkt sich eine Frau in unser Geschäft ein und erst jetzt verstehe ich worum es ihm geht. Er hat kein Wechselgeld und sie sagt ihm, er soll mir einfach die Tüte mich Chipas vollmachen, bis mein Geld aufgebraucht ist.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Mit 1 Chipa ist man eigentlich gut gesättigt, mit 2 Stück ist man die nächsten Stunden satt, aber was soll ich mit 6 Stück? Ich esse was ich kann und verschenke dann den Rest an zwei Musikanten die im Bus Gitrarre gespielt haben. Die Art der Bezahlung sind sie zwar nicht gewohnt, nehmen sie dennoch dankend an. Die lustige Fahrt setzt sich fort. Ich genieße es zwischen all den Paraguay´anern zu sitzen und an ihrem Leben Teil nehmen zu können. Ich male mir aus, welcher Berufung jeder einzelne von ihnen nachgeht. Vom Anzugträger der vielleicht Bänker ist bis hin zu Kindern mit Rucksack die wahrscheinlich auf dem Weg zur Schule sind.Kathedrale von Caacupé & Umgebung

Caacaupé

Trotzdem kommt mir die Fahrt wieder ewig vor und immer wieder starte ich den Navigationsmodus und überprüfe ob wir uns überhaupt noch in die richtige Richtung bewegen. Alles sieht gut aus und als ich endlich die Kathedrale entdecke, die eines meiner Tagesziele darstellt, springe ich freudig aus dem Bus. Ich hab tatsächlich noch hingefunden. Fast wie auf dem Jahrmarkt geht es hier zu. Verkaufsstände säumen die Straße und bunte Kinderkarusselle. Was mich wundert, denn die eigentliche Pilgerwoche, in der es hier.
Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Ich nehme in der Kathedrale platz und bestaune diesen Ort, denn prunkvoll wie in Rom sind die Kirchen hier nicht. Und das obwohl es eine Wallfahrtskirche ist und hier regelmäßig große Prozessionen abgehalten werden. Hunderte Menschen befinden sich im Kirchenraum und der Fluss an ihnen scheint kein Ende zu finden. Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Ich habe noch nie so viele Kinder in einem Gotteshaus gesehen wie hier. Es kommt mir fast so vor als würden nur Familien hierher pilgern und trotzdem ist da neben mir in der Sitzreihe eine betagte vom Leben gezeichnete alte Dame offensichtlich ganz allein. Sie tut mir irgendwie leid, weil sie niemanden mehr zu haben scheint und den Weg hierher alleine angetreten hat.
Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Ich bin hierher gereist um für die Wünsche meiner Freunde zu bitten. Das ist eine kleine Weihnachtstradition von mir, die in Rom begann und hier ihre Fortsetzung findet. Ich glaube an die Kraft von Wünschen und das Fürbitten helfen. Also sammle ich in der Vorweihnachtszeit die Gedanken und Hoffnungen meiner Lieben ein und bitte auf meinen Reisen darum.
Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Derweil beobachte ich weiter den nicht enden wollenden Strom an Menschen. Manche rutschen sogar auf Knien zum Altar der Maria. Auch so viel Demut habe ich noch nie zuvor beobachtet. Die Statur hier gilt als heilig, seit ein Gläubiger auf der Flucht vor religiöser Verfolgung die Unterstützung von Maria erfahren hat.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
An ihrem Altar sind Handabdrücke verewigt und auch ich lege meine Hand hinein und spüre eine tiefe Ergriffenheit. Erklären kann ich das nicht, doch auch mir kullern die Tränen wie fast allen anderen auch. Plötzlich strahlt mich aus der Masse der Menschen der kleine Junge an, den ich vorhin noch für ein Schulkind hielt. Er ist allen Ernstes mit seinen 2 Freunden allein hier her gepilgert. Bemerkenswert. Er stahlt mich an und wir freuen uns über das unverhoffte Wiedersehen.Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Als ich den Kirchenraum wieder verlassen will sitzt da noch immer diese zerbrechliche alte Dame. Mich überkommt das Gefühl ihr zu zeigen, dass sie nicht alleine ist. Ich lege meine Hand auf ihre Schulter und halte kurz inne. So wie es jemand für mich getan hat, als ich alleine in Rom saß und mich einsam fühlte. Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Die Dame greift nach meinem Arm, unsere Augen treffen sich und sie fängt an zu strahlen. Wir versehen uns ohne Worte und mich erfüllt ein wunderbares Glücksgefühl. Eine menschliche Geste wie diese war es, die mir damals gut tat. Und nun hoffe ich, dass meine Hand auch heilsam wirkt so wie die, die mich damals getröstet hat.
Kathedrale von Caacupé & Umgebung
Wieder draußen auf dem Kirchenvorplatz lasse ich die ganze Szenerie noch mal auf mich wirken, ich schaue den Kindern und ihren Familien zu. Beobachte zwei Nonnen und Polizisten bei der Arbeit. Es ist schön hier zu sein und das alles zu beobachten, doch meine Zeit läuft und ich möchte an diesem Tag noch einen weiterne Ort besuchen, deshalb verlasse ich Caacupé auch schon mit dem nächsten Bus.Kathedrale von Caacupé & Umgebung

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Areguá

Mein Ziel ist nun Areguá. Der Ort wurde mir als besonders malerisch beschrieben und ich möchte mir ein Bild davon machen. Der Busfahrer lässt mich an einer der Kreuzungen raus und ich folge dem Schild „Iglesia“ was übersetzt Kirche heißt. IMG_1900
Auf Reisen Gotteshäuser zu besuchen ist im Laufe der Jahre obligatorisch geworden. Sie waren über Jahrhunderte der Mittelpunkt und gesellschaftliche Treffpunkt. Sie verkörpern für mich wie kein anderes Bauwerk die Kultur eines Ortes und deswegen schaue ich sie mir sehr gerne an. Na und außerdem sind sie in hektischen Städten auch ein ideales Rückzugsgebiet um ein paar Minuten Ruhe und Einkehr zu finden.IMG_1932
Die Kirche in Arequá ist deshalb auch hier mein Ziel. Viele Sightseeingspunkte gibt es hier ohnehin nicht, aber das braucht es auch nicht. Der Ort selbst ist die Attraktion.
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Die Hauptstraße hat einen Grünstreifen in der Mitte und auf ihm ist der Handwerksmarkt angesiedelt für den Areguá so bekannt ist. Ich kann zwar mit all den kitschigen Figuren nichts anfangen, aber großartig finde ich es trotzdem.IMG_1909
Eingesäumt in grüne Natur neben der landestypischen Handwerkskunst im Schatten zu wandeln hat was! Ich genieße den Aufstieg zur Kirche entlang der Marktstände. Das Gebäude liegt triumphierend auf der Anhöhe über dem See und ist zugleich strahlender Mittelpunk dieses Ortes.
Hier finde ich mich wieder. Nach all der Hektik in Caacupé genieße ich die absolute Stille die dieser Ort ausstrahlt. IMG_1940
Wieder trage ich die Bitten der Menschen vor, die mir wichtig sind oder sich an mich gewendet haben. Ich finde es schön hier in so liebevoller Weise an sie zu denken.
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Mein nächster Weg führt mich in die nächstgelegene „Taverne“ direkt gegenüber der Kirche. Ich nenne sie Taverne, da mich das Gebäude sehr stark an Spanien erinnert. Die Chipa sind längst verdaut und mir knurrt der Magen. Ich bestelle einfach irgendwas, denn ich verstehe ja doch nicht, was mir der Gastwirt erklären will.
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Nach der Stärkung mache ich auf das nächste touristische Ziel dieses Ortes zu entdecken, den Strand. Aber erst mal führt mich der Weg durch den Ort, vorbei an Museen, alten Kolonialgebäuden und weiteren Kunsthandwerksständen.IMG_1959
Ich genieße diesen Spaziergang so sehr. Die Menschen sind unheimlich freundlich und aufmerksam. Jede Geste und jedes Gespräch sauge ich auf wie einen Schwamm. Im deutschen Alltag ist es das, was ich so vermisse.
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Sogar Street Art und den Alten Bahnhof finde ich auf meinen Spaziergang durch den Ort.
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Züge fahren hier keine mehr, dafür gibt es ein kleines Lokal, welches ich aber auslasse, weil ich ja eh satt bin.IMG_1968
Dann erreiche ich den See und die „Playa de Areguá“.
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Der kleine Strandabschnitt den ich vorfinde ist hübsch angelegt als Freizeitanlage mit Spielplätzen, Sonneliegen und ein paar Restaurants. IMG_1981
Alles ganz einfach und trotzdem ein Ort der einlädt in der Sonne zu verweilen und das mache ich dann auch. Direkt auf dem Bootssteg! Bevor mich der Bus wieder nach Asunción zurück bringt will ich die Sonne so richtig auskosten.
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Den Rückweg schaffe ich direkt und ohne Missverständnisse. Welch ein Glück!

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Paraguay_Aregua_Caacupe

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Eine Weihnachtsreise − Im Gepäck: Glaube, Liebe, Hoffnung

Vor nur mehr zwei Jahren habe ich meine erste Weihnachtsreise unternommen. Dabei hatte ich eine Liste mit den dringlichsten Wünschen & Hoffnungen meiner Freunde. Ich hab sie nach Rom mitgenommen und um deren Erfüllung gebeten. Viel habe ich dabei über mich und meine Lieben gelernt. Und auch wenn nicht alle meine Bitten erhört wurden, so hat es mich doch näher zu den Menschen gebracht, die mir am Herzen liegen.image-2015-10-28(5)Wie schon im Winter 2013 gehe ich wieder über die Weihnachtsfeiertage auf Reise. Ganz alleine, mit Rucksack und ohne festgelegte Reiseroute*. Und wieder möchte ich auch die Hoffnung, Sehnsüchte & Wünsche meiner Freunde mitnehmen und entlang des Weges verteilen. Einfach weil ich an die Kraft des Bittens und Wünschens glaube. Oder auch nur um Hoffnung zu schenken und Mut zu machen. Ich suche mir dazu Plätze die mich fesseln, inspirieren, die heilig sind oder diese gewisse Magie verströmen, um dort für die Erfüllung der Wünsche zu bitten und zu beten.image-2015-10-28(11)Und dabei bin ich in den Augen der Kirche ganz sicher kein Christ und wahrscheinlich nicht mal ein Gläubiger. Ich sehe das allerdings ein wenig anders, denn ich glaube. Ich glaube an das Gute im Menschen und in der Welt. Mir ist es egal, ob man seine Fürbitten an einen Gott, das Universum oder eine höhere Macht stellt. Das darf jeder gerne benennen wie er mag. Ich denke nur einfach, dass Visionen, Wünsche und der feste Glaube an Etwas, Berge versetzen können und das unterstütze ich gerne.image-2015-10-28(9)Wer tief im Inneren weiß, dass alles gut wird, kann mit Krisen viel besser umgehen. Wer den festen Glauben an sich und seinen Erfolg hat, der wird ihn auch haben. Wer seinen Visionen folgt, der wird auch seine Ziele im Leben erreichen. Warum also sollte ich nicht an so etwas glauben? Warum nicht für Gutes bitten? Warum nicht Ziele schaffen? Warum nicht mit Fürbitten die Menschen die mir am Herzen liegen in ihrer Hoffnung stärken?

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Weihnachtsreise – wie kam es dazu?

Vor 2 Jahren, vor meiner Rom-Reise, habe ich meine Freunde gefragt: Was ist dein innigster Wunsch? Was soll ich für dich mitnehmen? Wofür möchtest du, dass ich für dich bete? Nicht jeder konnte mit dieser Frage umgehen. Nicht jeder glaubt. Nicht jeder sieht einen Sinn darin. Aber die Menschen die mir ihr Herz geöffnet haben, denen bin ich mit dieser Frage auch näher gekommen. Selbst über langjährige Freunde habe ich Neues erfahren, habe einen Einblick ins Innere bekommen und war überrascht welch‘ tiefe Wünsche sie in sich tragen.image-2015-10-28(8)Und dabei ging es nicht um Geld oder Wohlstand! Es waren ganz persönliche Dinge. Liebevolle Dinge und bewegende Dinge. Wenn etwa dein Kind eine schlimme Krankheit in sich trägt, sich Jemand einsam fühlt oder gerade eine nahestehende Person verloren hat. Es ging um Schmerz, um Heilung und Hoffnung. Und allein das wir darüber geredet haben, schien Mut zu machen, Zuversicht zu wecken und den Glauben an einen positiven Ausgang zu stärken. Ich hatte das Gefühl, dass es für viele auch eine Erleichterung war, sich mir anzuvertrauen. Mit schwierigen Themen geht man nicht hausieren, aber man freut sich vielleicht, wenn Jemand interessiert nachfragt und man dann ein offenes Ohr findet.image-2015-10-28(10)Also habe ich alle Wünsche akribisch notiert und bin mit meiner Liste abgereist. Ich habe für jeden Wunsch den richtigen Platz gefunden und ihn vorgetragen. Natürlich habe ich keine Wunder vollbracht, aber der ein oder andere Herzenswunsch ging schon in Erfüllung. Viel wichtiger war aber die Annahme dieser Aufgabe und die Auseinandersetzung mit den Themen. Das für meine Freunde da sein, sie zu verstehen und ihre Probleme ernst zu nehmen. Mir hat das unheimlich viel gegeben und ich hoffe auch meinen Freunden.image-2015-10-28(13)Und auch über mich habe ich Einiges gelernt. Zum Beispiel das ein Geburtstagswunsch wie „Gesundheit“ keine Lappallie ist, die ich allzu oft unter den Tisch habe fallen lassen. Gesundheit, das habe ich aus den Gesprächen mitgenommen, ist das Wichtigste in unserem Leben. Geht sie verloren, dann kann das Beziehungen zerstören und Menschen kaputt machen. Ich wünsche also wieder „Gesundheit“ auf Geburtstagskarten, denn diese Lektion habe ich gelernt.image-2015-10-28(12)Aber ich habe auch meine eigene Bitte mit nach Rom genommen. Unglücklich verliebt habe ich darum gebeten endgültig loslassen zu können und wieder frei für Neues zu sein. Ich habe für einen Menschen gebetet, der mich ehrlich liebt, der mich annimmt wie ich bin und den auch ich von ganzem Herzen liebe. Am 1. Februar 2014 bin ich ihm begegnet und ich danke Gott (oder nennt es wie ihr wollt) noch heute jeden Tag für ihn!image-2015-10-28(6)Das hat mich bestärkt auch in diesem Jahr wieder Fragen mit auf meine Reise zu nehmen und dafür zu bitten. Einfach weil ich an die Kraft des Wünschens glaube. Weil es hilft wenn man sich angenommen fühlt. Weil es Hoffnung spendet und Freundschaft stärkt.AfrikaBurn Wünsche HoffnungWenn auch du möchtest, dass ich deine Bitten in die Welt hinaus trage, dann schreib mir! Als Kommentar, als PM auf Facebook oder eine ganz persönliche E-Mail. Ich werde mir alles sorgfältig notieren und für die Erfüllung deines Herzenswunsches bitten.

Hier meine Fragen zur Weihnachtsreise:

  • Was ist dein innigster Wunsch?
  • Woran hängt dein Herz?
  • Wovon träumst du?
  • Was würdest du dir wünschen, wenn ich dir einen Wunsch erfüllen könnte? Egal wie absurd, wie teuer oder unmöglich er erscheint.

Du musst diese Fragen nicht einzeln beantworten. Das hier sind Gedankenfetzen als Anhaltspunkt. Erzähl mir einfach deine Geschichte, was Dich bewegt und was du dir in dem Zusammenhang wünschst. Und ich hoffe, dass meine Fürbitte dann genau das in dein Leben trägt.

Deine Marlene

#infoDie ganze Geschichte zur meiner ersten Wunsch-Reise findest Du hier: http://couchabenteurer.de/wuenschen-in-rom/

Du kannst mir gerne deine Wünsche schicken und diese werden von mir absolut vertraulich behandelt, außer wir vereinbaren etwas Anderes. Sei es weil du möchtest das ich über Deine Geschichte schreibe oder ich dich darauf anspreche, weil ich es so ergreifend finde. Sonst wie gesagt, ist und bleibt es zwischen uns. Versprochen.

*Meine Reise ist nun grob geplant. Wie sie verlaufen wird kannst du hier nachlesen: Klicke einfach auf LINK.

 

Weihnachtsreise-glaube-liebe-hoffnung

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Die Magie des Wünschens – eine Reise nach Rom

„Frag den Penner doch mal, warum ich noch nicht der erfolgreiche Typ mit Millionen auf dem Konto bin.“ – war die erste Reaktion auf meine Frage: „Was ist Dein Herzenswunsch? Worum soll ich für Dich bitten, wenn ich an Weihnachten in Rom bin?“ Diese Nachricht hatte ich Tage zuvor an meine Freunde gerichtet.Leni Rom PetersdomNennt mich komisch, aber ich glaube an die Kraft des Wünschens und deshalb war es mir ein Anliegen nach Rom zu reisen und auch die Herzensangelegenheiten meiner Lieben mitzunehmen. Und natürlich auch weil, Kiffen in Amsterdam, Beten in Rom und Hanover in Vegas auf meiner Reise-to-do-Liste steht. Bildschirmfoto 2015-08-12 um 16.12.45Mit dieser Abfuhr also begann meine Reise ins heilige Rom. Völlig unbeirrt von dieser einen Reaktion streifte ich Tage darauf durch die ewige Stadt, meiner Mission folgend. Denn die meisten meiner Freunde hatten sich mir anvertraut. So stoppte ich also an so ziemlich jeder Kirche, schritt die abgetretenen Stufen hinauf, öffnete die mächtige Pforte und ließ das Innere auf mich wirken. Mich umgab diffuses Licht, schwere Ölgemälde und eine eindringliche Weihrauchnote. Ich schloß die Augen, um mit dem nächsten Atemzug den Frieden und die Stille dieses Ortes in mich aufzusaugen. Dann schaute ich verstohlen auf meine Liste. Welcher Wunsch passt hierher? An wen möchte ich hier in so liebevoller Weise denken? Wen sollen die Fürbitten als Nächstes erreichen?Bildschirmfoto 2015-08-12 um 13.22.05Dritte Reihe hinten rechts, das ist immer mein Platz. Ich will die Anderen nicht stören mit meiner Anwesenheit. Ich legte meine Sachen ab, rutschte auf die Knie, faltete die Hände zum Gebet. „Gesundheit“ war einer der dringendsten Wünsche aller. Auf Geburtstagskarten hatte ich es bisher immer peinlichst vermieden eine Lappalie wie „Gesundheit“ anzuführen. Erst jetzt verstehe ich es. Denn wenn dein Kind Epilepsie hat, dein Mann nachts schreit vor Reumaschmerzen oder du dir die Schuhe nicht mehr binden kannst, weil die Krankheit deine Finger lähmt, dann ist Gesundheit das Wichtigste auf der Welt. Bildschirmfoto 2015-08-12 um 13.36.13Ich redete mit Gott darüber, wie ich „Gesundheit“ jahrelang abgetan hatte und wie mich all die Geschichten meiner Lieben, von denen ich nichts ahnte, jetzt bewegten. Ich dachte, man steht sich nahe und doch hatte ich Dinge erfahren, die mich erschütterten. Intime, schmerzende Dinge, die wohl jeder irgendwie mit sich rumtrug. Und nur auf Nachfrage an mich heran getragen wurden. Muss ich vielleicht öfter fragen: „Was bewegt dich? Wie geht es dir wirklich?“? Bildschirmfoto 2015-08-12 um 16.38.16Wir kommunizieren so viel, aber reden doch so wenig. Dort zu sitzen, mit all diesen Gedanken, das tat gut. Das war die Einkehr, die ich mir so gewünscht hatte. Nicht nur, um meinen Freunden mit meinen Gebeten zu helfen, sondern auch, um wieder zu mir zu finden. Mich darauf zu besinnen, was wirklich zählt. Dafür bin ich nach Rom gegangen.Bildschirmfoto 2015-08-12 um 13.35.10Ich streifte also durch die Stadt, stieg etliche Stufen empor, öffnete unzählige Türen, kniete beharrlich nieder und betete mit vollem Herzblut. Immer und immer wieder aufs Neue trug ich meine Fürbitten vor. Hoffte darauf, dass Wunden heilen, Schmerzen vergehen und Menschen, die mir am Herzen liegen, glücklich und gesund sind. Und irgendwann fand ich dann auch die Kirche für meine Gebete. Ich schlich mich also wieder auf die drittletzte Bank. Diesmal ohne Liste. Nur mein Kopf voller kreisender Gedanken. Auch ich hatte Dinge die mich bewegten. Auch mein Herz hatte gelitten und bat um Heilung. Ich fing an zu schluchzen, ließ Schmerz zu und öffnete mich. Dicke Tränen kullerten mir über die Wangen und fielen zu Boden. Doch mit jedem ausgesprochenen Gedanken fiel auch Last von mir ab und wirkte befreiend.Bildschirmfoto 2015-08-12 um 13.34.23Mein Schluchzen blieb nicht unbemerkt, auch wenn ich mir allergrößte Mühe gab, diskret zu sein. Vorsichtig schaute ich hinauf in die Gesichter, in Erwartung auf Unverständnis und Ablehnung. Doch jeder Blick der mich traf, sagt mir: „Keine Sorge, alles wird gut.“ Es waren angenehme Blicke voller Trost und Verständnis, die Kraft schenkten und unsagbar heilend wirkten. Und so wurde Rom für mich nicht nur der Ort von Einkehr und Fürbitten, sondern auch ein Symbol für Mitgefühl und Nächstenliebe.Bildschirmfoto 2015-08-12 um 13.37.11Ich bin weder getauft noch gehe ich zum Gottesdienst. Aber ich glaube an das Gute im Menschen und in der Welt. Ich bin fest davon überzeugt, dass es da etwas gibt, das wir nicht verstehen oder begreifen. Nennt es wie ihr wollt, Gott, Universum eine höhere Führung. Ich bin überzeugt, dass Glaube etwas Gutes ist, wenn er nicht instrumentalisiert oder missbraucht wird. Er gibt Hoffnung und Zuversicht und das braucht der Mensch. Ich besuche gerne Gotteshäuser, weil sie in hektischen Zeiten ein Platz der Ruhe und Einkehr sind und auch ein wichtiger Teil der Kultur eines Landes. Ob das nun Moscheen sind, buddhistische Tempel oder katholische Kirchen, spielt dabei keine Rolle, so lange in ihnen ein guter Glaube wohnt. Bildschirmfoto 2015-08-12 um 13.21.19Rom an Weihnachten kann ich Euch sehr empfehlen. Weil man der Hitze der Stadt in den Sommermonaten entgeht und weil zu dieser Zeit ein einzigartiger Zauber über der Stadt liegt. Den Spirit der Weihnacht kann man förmlich spüren. Allerdings sollte man, wenn man über Weihnachten geht auch damit rechnen, dass an den Feiertagen alles geschlossen ist, keine Busse oder Bahnen fahren und kaum Taxis unterwegs ist. Die Stadt ist riesig und man kann nicht alles erlaufen, besonders nicht nachts nach dem Gottesdienst an Heiligabend. Vereinzelt gibt es zwar noch Nahverkehr, aber der ist hoffnungslos überfüllt und bedient nicht alle Linien. Leiht euch am Besten einen Roller oder ein Auto für diese Zeit.    Bildschirmfoto 2015-08-12 um 16.47.59Und noch ein wichtiger Hinweis, am 24igsten werdet ihr den Papst höchstens mit viel Glück sehen. Entweder ihr habt eine Eintrittskarte für die heilige Messe im Petersdom oder ihr müßt draußen bleiben. Der Gottesdienst wird via Großleinwänden übertragen. Es lohnt sich nicht, zu warten, dass sich der Papst noch auf dem Balkon zeigt. Das macht er nämlich erst am 25igsten nach dem Morgengottesdienst. Hier empfielt es sich früh da zu sein, weil ganz Rom auf den Beinen ist und auf seinen Segen wartet. Ein Erlebnis ist die Zeremonie auf dem Petersdom auf jeden Fall und ihr solltet die Feierlichkeiten wirklich nicht verpassen.Bildschirmfoto 2015-08-12 um 16.53.37Tickets für den Zeremonie am 24igsten muss man Monate im Voraus über die Vatikan-Website bestellen und bekommt diese nur mit viel Glück. Ein Tickethandel vor der Kirche findet eigentlich nicht statt, da steht ihr euch unnötig die Beine in den Bauch. Ich habe in 4h nur 1x ein Ticket angeboten bekommen und habe dann einem Mönch den Vortritt gelassen. Ich dachte er hätte es eher verdient als ich. Falls ihr doch auf diesem Weg euer Glück versuchen wollt, nehmt ein Pappschild als Werbefläche mit, das könnte vielleicht helfen.

PS: Mein Herzenswusch erfüllte sich am 2.Februar 2014. Seither bin ich mit meinem Traummann zusammen und auch vielen meiner Freunde habe ich Glück gebracht. Die nächsten Hochzeitsglocken klingeln bald und auch schlimme Krankheiten wurden erträglich. Wenn auch noch nicht ganz geheilt, ist es ein Segen für die Betroffenen.


Und hier noch ein Video vom Weihnachtssegen des Papstes auf dem Petersplatz:

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