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San Pedro Sula die tödlichste Stadt der Welt & die unbegründete Angst vor Honduras

Schwer schlucke ich als ich mich durch die Liste der tödlichsten Städte der Welt klicke und auf Platz 1 San Pedro Sula entdecke. Der Ort an dem unsere Honduras Reise beginnen soll.image-2015-09-25(95)159 Morde auf 100.000 Einwohner sind eine ziemliche Hausnummer. Anders ausgedrückt heißt das auch 3 Tote pro Tag in der Stadt. Denen möchte ich weder begegnen, noch möchte ich eine von ihnen sein.image-2015-09-25(94)Ich bin nicht naiv, was Reisen betrifft und auch nicht unerfahren mit Konfliktländern. Auch ist mir klar, dass es für Honduras eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gibt. image-2015-09-25(87)Das hat mich bisher alles nur wenig beeindruckt, aber dieses Todesliste und das Bild dazu machen mich wirklich nachdenklich. Was, wenn es dort wirklich lebensgefährlich für uns ist? image-2015-09-25(93)Wenn ich etwas riskiere, dann ist das mein Problem. Wenn ich meinen Partner mit in so ein Land schleppe, dann sehe ich mich in der Verantwortung auf seine Sicherheit zu achten. image-2015-09-25(88)Wieder und wieder blättere ich durch die Statistik, vergleiche die Städte die ich kenne mit den Zahlen von San Pedro Sula. Mache ich mir Gedanken um Juarez in Mexiko, die Stadt die ich bisher für am gefährlichsten hielt und deshalb gemieden habe.Utila HondurasAndererseits war ich auch alleine und gegen jede Warnung in El Salvador. Ich bin dort als Frau mit dem Rucksack durchs Land gereist und hatte eine der besten Reisen überhaupt. image-2015-09-25(90)Ich hab mich nicht unsicher oder komisch beäugt gefühlt und schon gar nicht hab ich irgendeine Gefahr ausmachen können. Die Menschen waren herzlich, haben mich willkommen geheißen und mich zu sich nach Hause eingeladen. Ich bin auf der Pritsche von LKWs gereist und war selbst nachts mit dem Taxi unterwegs. Gracias HondurasVor El Salvador hat das Auswärtige Amt auch massiv gewarnt. Also fange ich an mich zu belesen. Honduras Copan RuinasUm welche Art von Gewalt handelt es sich in Honduras? Welche Orte sind betroffen? Wann finden Verbrechen statt? In wieweit betrifft es Touristen? Ich netzwerke mit Bloggern, frage bei mir bekannten Lateinamerikanern nach und entschließe mich letztlich diese Reise anzutreten. image-2015-09-25(91)Nicht des Risikowillens und auch nicht aus Trotz. Sondern aus Neugier auf ein Land, was ich anders kennen lernen möchte als aus der Statistik. Genau wie ich El Salvador die Chance gegeben hatte mich zu begeistern, so möchte ich nun auch Honduras von seiner liebenswerten Seite entdecken.image-2015-09-25(89)Als wir am Flughafen in San Pedro Sula gelandet sind, steigen wir in unseren Mietwagen und unsere Route führt ins Stadtzentrum. Ich gebe zu, dass ich ein mulmiges Gefühl habe. Alles ist neu und fremd. Da kann man sich nicht sicher fühlen und schon gar nicht mit dem Wissen um diese Stadt.Doch ich sehe keine Leichen an der Straße. Keine maskierten Männer am Straßenrand und auch keine Waffen in den Händen der Menschen. Ich erlebe eine völlig normale lateinamerikanische Stadt, wie ich sie schon häufiger gesehen habe.

San Pedro Sula

San Pedro Sula

Sehr amerikanisch ist San Pedro Sula, das fällt mir auf. Die üblichen Fast-Food-Riesen, wie ich sie aus Florida kenne, finden sich an den Einfallsstraßen. Ebenso wie Megastores & Einkaufsmalls, ein schickes Hilton und die üblichen Tankstellenketten.image-2015-09-25(92)Nichts Besonderes, denke ich mir. Wir sind tagsüber unterwegs und ich erinnere mich an das was ich über Honduras herausgefunden habe.image-2015-09-25(83)Die Stadt hat ein Gewaltproblem zwischen rivalisierenden Banden und das wird meist auch erst nachts sichtbar. Touristen werden daher eher selten zum Opfer oder werden dies gar nicht migbekommen. Und genau so sieht es hier für mich aus. Wir lassen die Stadt hinter uns, ohne auch nur um Ansatz etwas Schlimmes oder Angstmachendes gesehen zu haben. Viel zu spät und bereits im Dunkeln erreichen wir La Ceiba.image-2015-09-25(84)Auch eine Stadt über die ich nicht viel Gutes gehört habe. Ich fühle mich sichtlich unwohl hier durch die Straßen zu fahren und das vorher gebuchte Hotel zu suchen. Navigation funktioniert in Honduras nicht.Gracias HondurasDer mitgebrachte ausgedruckte Google Übersichtsplan hat mit der Realität nicht viel zu tun. So irren wir umher durch dunkle Gassen und komische Gegenden. Nein, im Dunkeln werde ich sicherlich keine Ausflüge mehr machen das steht für mich fest, nachdem wir unser Hotel erreicht haben.image-2015-09-25(85)Es ist nichts passiert und wir haben auch nichts Schlimmes gesehen. Ich fühle mich nachts einfach nicht wohl und mein Bauchgefühl sagt mir, dass es besser ist, nur tagsüber unterwegs zu sein und daran halten wir uns ab sofort.image-2015-09-25(87)Unsere Road Trip durchs Honduras setzt sich fort. Wir fahren nur im Hellen und erleben ein wunderbares Land, welches all eine landschaftliche Schönheit offenbart. Welches mit geschichtlichen und kulturellen Highlights lockt und mit einer traumhafte Karibikküste aufwartet.Utila HondurasWir halten uns an die Sicherheitswarnungen, meiden Konfliktzonen und Nachtfahrten. Wir begegnen den angekündigten Straßenkontrollen, die in Honduras mehr als üblich sind und an festen Kontrollpunkten stattfinden.image-2015-09-25(86)Verstärkt findet man sie in Richtung La Moskita, denn das Gebiet gilt als Drogenanbauregion schlecht hin. Hier soll der „War against drugs“ der US-Armee sich einen direkten Kampf mit den Drogenbaronen liefern. image-2015-09-25(80)Da das Gebiet ohnehin nicht wirklich mit dem Mietwagen bereisbar ist und auch unter Einheimischen als gefährlich gilt, haben wir diese Gegend völlig aus unserer Planung ausgeklammert. Man muss es ja nicht provozieren.image-2015-09-25(96)Die Beamten an den Kontrollpunkten winken uns in der Regel freundlich durch, da sie sehen, dass wir Touristen sind. In der ganzen 16 tägigen Reise sind wir nur 1x kontrolliert worden und auch hier hat man uns respektvoll, freundlich und völlig fair behandelt. Honduras Copan RuinasWir fühlten uns dadurch nicht etwa bedroht. Im Gegenteil! Es gab uns ein Gefühl von Sicherheit und genau so sollte man diese Kontrollen auch sehen. Dani tauchenAm Ende unserer Honduras Reise steht fest: Wir haben uns zu keiner Zeit bedroht gefühlt, wir mussten keine Angst haben und Touristen bekommen in der Tat nichts mit von dem Kriminalitätsproblem des Landes.Honduras Copan Ruinas AraIch würde Jedem „Entdecker“ zu einer Reise nach Honduras raten und ihm ganz einfach ans Herz legen sich an die Warnungen und Sicherheitshinweise zu halten. Es ist kein Land für sicherheitsdenkene Pauschalurlauber, die ihre Zeit in abgeschotteten Anlagen verbringen. Dazu muß man nicht um die halbe Welt fliegen. Wer aber den Spirit, die sagenhaften Maya-Ruinen, die kleinen Geheimnisse und das Unterwasserparadies entdecken möchte, der ist hier genau richtig. Und der läßt sich hoffenltich durch all die schönen Bilder & Geschichten in diesem Artikel und meinem Blog zu einer Reise nach Honduras verführen.image-2015-09-25(97)Keine Nachtfahrten, Brennpunkte meiden und darauf hören, was die Locals empfehlen. Dann wird Jeder ein Land erleben, was sich als lohnendes Ziel darstellt und mit seiner Schönheit bezaubert.image-2015-09-25(98)Und hier meine ich auch explizit die Menschen, denn wir haben die Hondurianer als sehr freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit empfunden.Gracias HondurasWer dennoch Bedenken hat, dem empfehle ich den Austausch mit Menschen die das Land kennen. Schreibt mich oder andere Blogger an, nutzt das Internet zum Austausch mit Locals und dann hört man einfach auf sein Bauchgefühl. Danach entscheidet man sich für oder gegen eine Reise nach Honduras.Honduras Aguas Termales "El Presidente"Wer sich durch mich bestärkt sieht, dem empfehle ich meine einzelnen Artikel zur Inspiration und hoffe damit die Neugier auf dieses bezaubernde Land weiter zu wecken.image-2015-09-25(100)In diesem Sinne:

#Get up & enjoy

Pinterest_SanPedro_Honduras

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Südafrika – Sicherheit ist das A & O

So sehr ich Südafrika liebe, ich weiß dass das Land sehr große Probleme hat und man das neben all der Schönheit dieser Region nicht außer Acht lassen darf. Vergewaltigungen, bewaffnete Überfälle, Diebstähle & Einbrüche gehören zum Alltag der Südafrikaner. Siehe hierzu die Kriminalstatistik im LINK.

Auf meiner ersten Reise nach Kapstadt und in die Weinregion hatte ich mich in das Land verliebt und habe von alledem nichts mitbekommen. Wie viele Touristen reiste ich in einer Gruppe und war Dank der Fürsorge der Veranstalter rund um die Uhr gut behütet. Anders sieht es aus, wenn man selbst in Südafrika unterwegs ist. Sei es im Mietwagen, auf einem Road Trip oder als Backpacker mit dem Bus.image-2015-09-03(6)Jeder kennt die bewegte Geschichte des Landes und die Armut Afrikas. Dass sich für viele Menschen seit dem Ende der Apartheid nicht viel geändert hat, sieht man direkt, wenn man in Kapstadt am Flughafen landet. Townships gehören zum Stadtbild ebenso dazu, wie der Tafelberg und die luxuriöse Waterfront-Shoppingmeile. Die Stadt hat 4 Millionen Einwohner, davon leben 3 Millionen in den Elendsvierteln.

Geblendet vom noblen Clifton oder Camps Bay kann man diese Realität schnell ausblenden und vergessen welche eklatante Schneise es zwischen Arm und Reich in Südafrika gibt. Ich halte das für den größten Fehler sich blenden zu lassen, wenn man das Land sicher bereisen will und ich erkläre dir auch warum.Camps BayMir ging es ebenso, dass ich alles „total“ toll fand bis ich in dem Land gelebt habe und mit der harten Realität konfrontiert wurde. All zu gerne würde ich auch jetzt nur die schönen Seiten sehen, aber um dieses Land sicher zu bereisen, muss man sich wirklich an Regeln halten, sonst kann es in der Tat lebensgefährlich werden.

Leider ist für viele Südafrikaner blankes Überleben der Alltag und auch ein Menschenleben nicht viel wert, wenn es um die Beschaffung von Geld geht. Wir Europäer reisen mit unserem Goldschmuck, unserer Markenkleidung sowie teuren technischen Geräten und vergessen völlig, dass wir uns aber genau damit zum Ziel machen und uns in Gefahr bringen.

Das Durchschnittseinkommen in Südafrika liegt bei 580 Dollar im Monat, da leuchtet es schnell ein, dass ein 800 EUR teures Apfelhandy das Überleben für einen ganzes Monat sichert und damit ein lohnenswertes Ziel ist. Zumal das Durchschnittseinkommen an der Realität der Ärmsten vorbei schrammt und für sie das Einkommen des ganzen Jahres durch ein geklautes Handy abgedeckt wäre.

SlumDeshalb sollte die erste Regel bei Reisen in Südafrika sein:

Zeig deinen Wohlstand nicht! Trage keine teuren Marken zur Schau, lauf nicht mit Smartphone in der Hand durch die Gegend, halte deine Kamera bedeckt. Es ist naiv zu glauben, dass der Wohlstand nicht geneidet wird. Selbst auf der bei Touristen beliebten Flaniermeile „Long Street“ läuft man Gefahr, sein Handy abgenommen zu bekommen. Mit viel Glück vielleicht auch ohne Messer am Hals.

Zweite Regel:

Sei immer und überall wachsam. Etwas was ich so erst lernen musste und im Vergleich zu Europa schon fast einem Verfolgungswahn gleich kommt. Aber nur diese stetige Achtsamkeit hat mich davor beschützt zum Opfer zu werden. Hier wechselt man die Straßenseite, wenn einem hintendran Jemand zu nahe kommt oder an der nächsten Hausecke eine seltsame Person steht. Hier fährt man die nächste Polizeistation an, wenn man das Gefühl hat, dass man verfolgt wird. Hier vermeidet man es bei Dunkelheit rumzulaufen – auch wenn das Restaurant quasi ums Eck ist. Gerade im Nachtleben wenn auch noch Alkohol im Spiel ist, ist man ein leichtes Opfer. Kein Deutscher würde sich ein Taxi nehmen, um ans Ende der Straße in die Bar zu fahren. Hier ist es normal.image-2015-09-03(3)Dritte wichtige Regel:

Vermeide nächtliche Autofahrten/ Aktivitäten. (Taxifahrten zum Restaurant mal ausgenommen) Ja, es ist verlockend noch nach Sundowner am Meer zu sitzen, aber wenn du dafür nachts an Townships vorbei musst, kann der Spaß schnell zu Ende sein. Als Tourist bekommt man in der Regel nicht mit, was alles im Land passiert, wo die Brennpunkte sind und wo wirkliche Gefahren lauern. Ich weiß es, ich habe da gelebt. Und Geschichten von Straßenblockaden, gefakeden Unfällen und Steinewerfern sind bittere Realität. Also vertrau mir wenn ich sage, dass du nicht nachts unterwegs sein solltest.

Bei Unfällen/Pannen, die du beobachtest gilt Folgendes: In sicherem Abstand die Lage checken und die Polizei um Hilfe rufen. NIEMALS vorschnell aussteigen und helfen wollen! Ich würde nie aus dem Auto springen, wenn ich den Unfallhergang nicht selbst beobachtet hätte. So hart es klingt, aber viele Unfälle sind initiiert und Helfer werden nach Stoppen ihres Fahrzeuges zu den eigentlichen Opfern.

Wird dein Fahrzeug gerammt oder deine Reifen beschädigt halte nicht an! Fahr zur Not auf den Felgen zur nächsten Polizeistation oder Tankstelle. Felgen lassen sich ersetzen, dein Leben nicht. Ob du es glaubst oder nicht, selbst auf der hoch frequentiere Autobahn zwischen der Kapstädter Innenstadt und dem Flughafen sind solchen Überfälle keine Ausnahme. Nachts steigst du da nicht aus dem Fahrzeug sondern bringst dich erst in Sicherheit.

Viere Regel:

Bevor du aus dem Haus gehst überprüfe, ob du wirklich alles mitschleppen musst. Brauchst du die Kreditkarte beim Bar-Besuch, brauchst du das Handy am Strand, kann der Pass auch im Hotelsafe bleiben? Frag dich immer, ob all das nötig ist. Tut es vielleicht auch eine handvoll Scheine statt der dicke Geldbeutel? Ein guter Tipp ist auch, zwei Geldbeutel mitzuführen. Wird man überfallen gibt man den einen ab und hat noch einen zweiten für den Notfall.

Fünfte Regel:

Nichts ist so wertvoll wie dein Leben. Wirst du trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zum Opfer, dann gib alles Geforderte bereitwillig ab. Man kann alles ersetzen, nur dich nicht. Nur Täter die unter Druck geraten, werden zum Äußersten schreiten und dich verletzten oder gar töten. Deshalb bleib ruhig, besonnen und kooperativ.

Sechste Regel:

Sei selbstbewusst! Nichts macht dich mehr zum Opfer als deine Opferhaltung. Meine ersten Wochen in Südafrika bin ich umher geschritten wie ein eingeschüchtertes Mädchen, aber genau das macht einen zur leichten Angriffsfläche. Ich habe dann Selbstverteidigungstraining genommen und dort gelernt, dass ein selbstbewusstes Auftreten schon die meisten Täter abschreckt. Und genau das kann ich auch bestätigen.

Siebte Regel:

Wenn dich Einheimische warnen, dann halt dich dran! Das gilt wohl für alle Reiseländer dieser Welt. Die Locals wissen, was man darf und was leicht zur Gefahr wird, deshalb ist ihre Warnung absolut Ernst zu nehmen. Wenn sie dir sagen, dass man bestimmte Plätze zu meiden hat, dann halt dich dran. Informier dich also bei der Unterkunft, was erlaubt ist und was man besser lässt.

Achte Regel:

Hör auf dein Bauchgefühl. Nicht immer kann man sich vorab über die Lage informieren, kommt dir irgendwas komisch vor, dann hau ab! Wir sind Kopfmenschen und sehen alles rational, aber der Bauch fühlt eine Gefahr oft vor dem Kopf. Also hör auf deine innere Stimme und wann immer dir eine Situation nicht geheuer ist, verlasse sie!

Neunte Regel:

Meide unsichere Gegenden. Seien es Industriegebiete, dunkle Ecken oder scheinbar einsame Gegenden. Oft sind aber auch Townships noch ein Brennpunkt und „Weiße“ nicht gerne gesehen. Ein sicheres Zeichen, dass ein Township vor einem liegt, sind Fußgänger auf der Straße. Wenn möglich weiche auf Hauptstraßen oder andere Wege aus. Ich möchte Townships nicht verteufeln. Ich habe sie selbst besucht. ABER ich weiß auch, dass  man dort oft nicht gerne gesehen ist als Weißer oder als Tourist. Das man in Schießereien verwickelt werden kann und das selbst, wenn man „nur“ im Taxi sitzt. Freunden von mir ist genau das schon passiert und auch ich habe schon einen Stinkefinger bekommen, weil ich aus Versehen in fremdes „Revier“ abgebogen bin. Einfach so, weil ich Jemandem nicht passte. Es wird sich nicht jedes Armutsviertel umfahren lassen, aber so es möglich ist, vermeidet es. Anders sieht es bei organisierten Townshiptouren aus. Hier bringt man meist Geld ins Viertel und ist willkommen.

Eine 100%ige Sicherheit vor der Kriminalität sind sie dennoch nicht.

image-2015-09-03(5)Zehnte Regel:

Halte deine Sachen bei dir. Gerade Männer in Bars legen ihren Geldbeutel und das Handy gerne neben sich und Frauen hängen ihre Handtasche über die Rückenlehne. Ein unachtsamer Moment und die Wertsachen sind Geschichte. Es ist leider so, dass in Südafrika eine „Grab-it-Mentalität“ herrscht und wo eine Gelegenheit besteht, wird man dich auch bestehlen. Deshalb sind deine Sachen am Körper und eine Handtasche in der Bar zwischen den Füßen die sicherere Angelegenheit. Und genauso sieht es auch mit anderen Plätzen aus.

Elfte Regel:

Lass nichts sichtbar im Auto liegen und sei es nur das Ladegerät deines Handys. Was für uns ein Billigartikel sein mag, hat trotzdem einen Wert zumal auch solche Artikel in Südafrika zuweilen das Doppelte kosten. Lass also keinerlei Sachen im Innenraum des Fahrzeugs liegen. Eine eingeschlagene Scheibe wegen Unachtsamkeit kommt dich sonst teurer zu stehen als der Kleinkram der geraubt wurde.image-2015-09-03(4)

Zwölfte Regel:

Keine Bankbesuche in der Dunkelheit und erst Recht nicht an offenen Automaten an der Straße. Diese solltest du wenn möglich generell meiden. Sicherer bist du im kameraüberwachten Bereich einer Bank oder in einer Einkaufsmall.

Dreizehnte Regel:

Kein ungeschützer Sexualverkehr! Südafrika hat auch ein HIV Problem und das über alle sozialen Schichten. So aufregend es klingt mit einer dunklen Schönheit oder einen strammen Burchen aus Afrika Sex gehabt zu haben, denkt an Condome. Meine Freundin ist Ärztin in Kapstadt. Ich hab sie mal gefragt, wie es denn um HIV im Land steht. Sie sagte mir, dass jeder FÜNFTE in ihrer Praxis infiziert ist. Geh also mit Bedacht an die Sache und schütze dich! Die offizielle Statistik findest du im Link.
LoveSicherheit ist wichtig, trotzdem:

Das Lachen der Menschen, die Freundlichkeit und die schönen Plätze lenken sehr schnell davon ab, sich unsicher zu fühlen, aber es kann sich alles von einer auf die nächste Minute zum Alptraum wandeln, wenn man nicht achtsam ist.

Allen Statistiken & Warnungen zum Trotz sollte man trotzdem nach Südafrika reisen und dem Land eine Chance geben. Ich möchte dich in keinem Fall davon abhalten dieses Land zu bereisen, sondern dich einfach nur sensibilisieren sehr achtsam zu sein und dich ausnahmslos an die Regeln zu halten.

Ich habe 1.5 Jahre in Kapstadt gelebt und wurde nie Opfer, weil ich mir im Klaren darüber war und mich geschützt habe. Genau das wünsche ich mir auch für dich. Sei dir einfach bewusst, dass das Land ein Problem hat und du dich eben nicht so frei und unbeschwert bewegen kannst, wie du es vielleicht gewohnt bist. Wenn du Vorsorge triffst, dich an Locals hälst und dich an meine Hinweise erinnerst, dann wirst du ganz sicher eine traumhafte und unvergessene Zeit in Südafrika haben.

Wenn dir jetzt nach den schönen Seiten Südafrikas ist, dann klicke auf den Link.

Solltest du noch immer unsicher sein und Fragen zu speziellen Regionen haben, dann schreib mir. Ich habe da gelebt und habe noch viele gute Freunde in Südafrika.

El Salvador? Bist du lebensmüde? Nein, nur weltoffen!

Ich erinnere mich noch sehr lebendig, es war 4 Uhr in der Nacht irgendwann im Januar 2014, als ich meinen Flug nach El Salvador buchte. Es war eine dieser Nächte in denen ich nicht schlafen konnte, mich umherwarf und letztlich doch zum Smartphone griff und auf Facebook surfte. Plötzlich tauchte da diese Meldung auf „Error Fares bei Iberia. Flüge für 350 EUR nach Lateinamerika“. Um ganz ehrlich zu sein, ich hatte keine Ahnung, was diese Region zu bieten hatte. Bisher war Zentralamerika für mich ein dunkler Fleck auf der Landkarte. Aber die Aussicht, so günstig so weit weg zu kommen, erschien mir sehr, sehr reizvoll.image-2015-08-27(8)Schnell also durchforstete ich das Netz nach Bildern, der Länder die angeboten waren, um einen Eindruck zu bekommen. Bei diesen Preisfehlern im Internet sollte man schnell sein, das wußte ich. Außerdem hatte ich noch Resturlaub den ich verbraten musste und konnte mir also ungezwungen einen Flug sichern.image-2015-08-27(9)Ok, El Salvador klingt doch spannend, die Stände sehen hübsch aus und die Terminvorgaben passen. Also, die Kreditkarte gezückt und gebucht! Mitten in der Nacht und ohne eine Ahnung, was genau mich da genau erwarten würde. Schnell noch einen Post auf Facebook hinterlassen, dass ich in 8 Wochen fliegen werde und dann, mit äußerster Zufriedenheit ein Schnäppchen gemacht zu haben, eingeschlafen.image-2015-08-27(1)Dafür das böse Erwachen dann am nächsten Morgen. Kommentare auf meiner FB Wall: „Sag mal spinnst Du? Du kannst doch nicht so einfach ohne Kenntnis nach El Salvador fliegen. Noch dazu alleine!“ oder „Wusstest du, dass das Land eine der höchsten Mordraten der Welt hat?“ Oder auch: „Du wieder! Dich kann man auch nicht alleine lassen! Informiere Dich mal beim Auswärtigen Amt über die Reisewarnungen, dann willst du da bestimmt nicht mehr hin.“image-2015-08-27(6)Mir ist schlagartig schlecht und Farbe habe ich auch keine mehr im Gesicht. Wieder starte ich Google und frage nach Sicherheit, Reisewarnungen und Gewalt in El Salvador. Prompt werde ich noch blasser. Ich hätte vielleicht nicht auf Bilder klicken sollen. Nicht schön, was man da sieht. Auch nicht, was das auswärtige Amt da von sich gibt. Es vergehen Stunden der Recherche, meine Gefühle fahren Achterbahn, meine Gedanken kreisen und in meinem Kopf dreht sich alles. image-2015-08-27(4)Inzwischen auch die ersten besorgten Anrufe meiner Facebookfreunde. Jeder will mir dieses Land ausreden. „Hast Du eine Reiserücktrittsversicherung?“ „Mach das bloß nicht“ „Ich könnte es ja verstehen, wenn Du nicht als Frau alleine reisen würdest, Hast Du denn niemanden der mit dir fliegen würde?“ NEIN, verdammt! Ich bin Single und es hat auch Niemand Bock mit mir in so ein Land zu fliegen. Mit so viel besorgten Freunden hatte ich nicht gerechnet. Ist ja wunderbar, aber führt bei mir zu Trotzreaktionen. image-2015-08-27(2)Ich bin kein kleines Kind mehr! Ich bin alleine nach Südafrika gegangen und habe dort gelebt. Das Land hat auch ein Gewaltproblem und ich bin unbeschadet zurück gekommen. Auch erinnere ich mich an das Gezeter vor meiner DomRep Reise. „Geh bloß nicht aus der Anlage! Da gibt es überall schwer bewaffnete Menschen und streunende Hunde“ Letztlich war ich nur außerhalb der Pauschalurlaubermauern aka der Hotelanlage und es war sehr, sehr toll! Also beschließe ich, auch nach El Salvador zu fliegen. Ich habe Afrika überlebt, dann schaff ich auch das. Ich werde mich gut vorbereiten, achtsam sein und mich an die Regeln halten.image-2015-08-27(5)Und das habe ich auch und nicht nur das! Ich habe ein ganz anderes El Salvador kennenlernen dürfen, als das was mir an Horrorgeschichten im Netz begegnet ist. Ich bin allerorts mir offenen Armen empfangen worden, habe neue Freund gefunden und so viel an Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft erfahren dürfen, wie noch in keinem Land davor. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft haben meine Reise ganz speziell gemacht und mir gezeigt, dass Statistiken nicht unbedingt etwas mit dem Leben und dem Alltag der Menschen in einem Land zu tuen haben.

#info

Speziell für Latainamerika läßt sich sagen, dass sich Kriminalität oft im Drogenmileu oder in Bandenkriegen finden lässt, mit denen der einfache Reisende eigentlich nie in Kontakt kommt. 

Wer also eine Reise in ein Land plant, der sollte sich ganz genau informieren und hier meine ich nicht nur die Seiten des auswärtigen Amtes, die geben zwar einen Einblick, wo die Probleme liegen, aber in keinem Fall zeigen sie auf, in wieweit mal als Reisender betroffen ist.

Meine Erfahrung zeigt, dass Reiseblogs die beste Möglichkeit sind, zu erfahren, wie es in einem Land wirklich aussieht. Dort bist du sehr schnell informiert, ob man sich sicher und wohl fühlen kann. Außerdem es gibt einen direkten Kontakt, bei dem Du nachfragen kannst, wenn Du dennoch unsicher bist. Meine Entscheidungen in ein Land zu reisen oder es zu meiden, hängen inzwischen nicht mehr an Preisschnäppchen, sondern an genau diesen Informationen. Wenn Einheimische oder Backpacker ganz klar sagen, dass es zu gefährlich ist, dann halte ich mich daran und reise nicht. Mit diesem Weg fahre ich sehr gut und bisher immer auch sehr sicher.

Honduras? Was zur Hölle wollt ihr da?

„Honduras? Was zur Hölle wollt ihr da? Das Land ist extrem gefährlich, die Kriminalitätsraten sollen noch schlimmer, als die von Ciudad Juárez in Mexiko, sein. Regenwald und Touristenattraktionen sind unter der Kontrolle von terrorisierenden Banden wie der „Mara Salvatrucha 13“ − so schallt es aus dem Freundeskreis und auch das Auswärtige Amt warnt: „Honduras ist das Land mit der weltweit höchsten Mordrate.“

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Also was will ich da? Vielleicht der Welt zeigen, dass es ein phantastisches Land ist, mit freundlichen Menschen, faszinierenden Landschaften und einer Geschichte, die bis zu den Mayas zurück geht. Ich lass mich von solchen Warnungen nicht bremsen, obgleich sie mir natürlich zu denken geben und mich achtsam sein lassen. Aber ich habe in Südafrika gelebt, welches die höchste Vergewaltigungsrate hat und ich war als Backpacker in El Salvador, was ebenfalls hoch gelistet ist, in der Gewaltstatistik. Beides alleine als Frau. Und das alles war überhaupt kein Problem. Denn wenn man sich mit dem Konflikten eines Landes auseinandersetzt, dann merkt man auch schnell, dass es Touristen oft gar nicht betrifft.Honduras Goucho So auch in Honduras. Ja, es gibt Banden & Drogenkriege im Land, aber wir haben uns nicht in die Brennpunkte begeben, wir haben Nachtfahrten vermieden und genauso Orte, vor denen uns Einheimische gewarnt haben. Uns sind die regelmäßigen Straßenkontrollen der Polizei aufgefallen, aber das hat uns eher Sicherheit vermittelt und als Tourist wurden wir ohnehin immer freundlich durchgewunken. Und um es noch mal ganz deutlich zu sagen: Wir haben uns zu keiner Zeit unsicher gefühlt. Man muss auch nicht ständig wachsam sein oder Sorge haben, beraubt zu werden. Das ist hier alles kein Thema. Touristen bekommen wirklich überhaupt nichts mit, von den im Vorfeld diskutierten Themen.

IMG_5045Honduras hat sich für uns von einer Perspektive gezeigt, die allen Vorurteilen und Statistiken trotzt. Das Land hat unglaublich offene, hilfsbereite und lebensfrohe Menschen, die Vielfältigkeit und Schönheit der Landschaft ist von so überwältigende Schönheit, dass es schwer fällt, sich nicht zu verlieben.IMG_4166

Verlieben in märchenhafte Ruinenstätten, karibische Traumstrände, farbenfrohe Häuser, verwunschene Nebelwälder oder in die bunte Unterwasserwelt des Belize Barrier Reef. Ich glaube, wenn ein Taucher, ein Architekt, ein Ornithologe, ein It-Girl und ein Archäologe zusammen hier Urlaub machen würden, wäre es trotzdem für alle perfekt. Und so geht es auch mir. Bis heute lässt mich dieses Land nicht los und ich träume mich zurück in die Zeit in Honduras.

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Neugierig geworden? Begleitet mich in meinem Blog zu den einzelnen Stationen und erfahrt mehr über das faszinierende Land in Zentral-Amerika.