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Wie Corona das Mountainbiken auf Mallorca verändert hat – ein Interview mit Roxybike

Meine Freundin Roxy betreibt eine Mountainbike Station auf Mallorca. Seit Corona hat sich der Tourismus auf der Insel dramatisch verändert und damit auch ihr Leben. Ich spreche mit ihr, über die Situtation vor Ort, die Auswirkungen auf das Leben der Locals und die Veränderungen, die für alle anstehen und wie sie sich transformiert.

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Roxy und ich, wir haben uns im Mountainbike Club Karlsruhe kennengelernt und ihr verdanke ich immer noch die besten Techniken, auf dem Bike die Kurven zu bekommen, Hindernissen ausweichen zu können und sicher auf dem Rad unterwegs zu sein. Seit sie Deutschland verlassen hat, begleite ich sie auf ihrem Weg als Mountainbike Guide auf Mallorca und habe sie dort in ihrer eigenen Bikestation auch schon besucht. “Damals” vor Corona, als Hundertausende auf die spanische Insel flogen und viele von ihnen auch “bikend” ihren Urlaub verbrachten.

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Mich hat immer begeistert, mit welchem Enthusiasmus und Ehrgeiz Roxy ihren Weg verfolgt hat und mit wie viel Leidenschaft sie ihre Liebe zum Biken auch mit Anderen geteilt hat. Durch Corona hat sich vieles verändert und darüber möchte ich mit ihr reden. Über die Dramen genauso wie die Neuausrichtung.

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Liebe Roxy, magst du dich kurz selbst vorstellen?

Hi Marlene, ja es hat sich wirklich sehr viel getan! Ja ich bin noch auf Mallorca… Hm, wo soll ich anfangen? Es hat sich SO viel getan!!

Aber ich stelle mich erst einmal vor: Ich heiße eigentlich Rafaella und komme aus dem türkischen Teil von Zypern – lebe aber seit 2009 auf Mallorca. Deutsch kann ich, weil meine Mutter Deutsche ist 😀

Ich betreibe seit 2011 hier die Bikestation CAMI-Bike und die Fahrtechnikschule Roxybike und neuerdings auch die erste deutsche e-Learning Plattform für MTB-Fahrtechnik.

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Also gleich geblieben ist: Mallorca ist nach wie vor meine Trauminsel und die Insel wird immer attraktiver zum Mountainbiken – die Infrastruktur wird immer mehr erweitert. So kommt es, dass ich in den letzten Jahren meine Flotte auch immer weiter ausgebaut habe und mittlerweile in der Hauptsaison in meiner Bikestation bis zu 7 Festangestellte Guides habe und über die Jahre Tausende von Bikern kennenlernen, guiden und coachen durfte!

Deswegen habe ich vor 4 Jahren meine Bikestation in CAMI-Bike umgetauft, damit ich sie immer mehr abgeben kann (ich suche aktuell sogar einen Käufer, um das tägliche Geschäft, also geführte Touren, Verleih und die Bikestation abzugeben) und mich noch mehr dem widmen kann, was sich über die letzten Jahre als meine absolute Passion herauskristallisiert hat – nämlich das Mountainbike- und Mental-Coaching.

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Ich habe die letzten Jahre fast alle im deutschen und europäischen Raum möglichen Fortbildungen im MTB-Bereich besucht und bin dann in die USA und nach Kanada geflogen, um dort internationale Fortbildungen im MTB-Bereich zu besuchen. Immerhin kommt das Mountainbiken von dort! Und dort hat mich Ex-Red-Bull-Athlet Shaums March gefragt, ob ich in sein Lehrteam möchte. Und seit 2 Jahren bin ich internationale Ausbilderin für Trainer und Guides beim Bike Instructor Certification Program (BICP) – das ist die Institution, die international die Ausbildungen für die IMBA durchführt.

Und so kommt es, dass wir nun dank der Coronakrise (und des strengen Hausarrests, den wir in Spanien hatten) ein Projekt verwirklichen konnten, an dem wir seit über 3 Jahren arbeiten – nämlich die erste deutsche e-Learning Plattform für Mountainbike Fahrtechnik.

Wow, was für eine Entwicklung und ich finde es toll, dass du den Lockdown genutzt hast. Ich kenne nicht viele Menschen, die sich so zentriert einem neuen Ziel gewidmet haben und in der Krise etwas Neues entstehen lassen haben. Meinen Respekt.

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Aus deinen Facebookbeiträgen habe ich gelesen, dass die Coronakrise Mallorca sehr hart getroffen hat. Kannst du mir ein wenig davon erzählen, wie du es erlebt hast?

Die Coronakrise hat Mallorca extrem hart getroffen. Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle für die Meisten hier. Es gab auch kein richtiges „Auffangnetz“ – vor allem Selbstständige und kleine Firmen leiden sehr – es haben bereits 20% aller Kleinunternehmen im Dienstleistungssektor Bankrott angemeldet! Das ist jedes 5. Kleinunternehmen im Service-Sektor.

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Darüber hinaus gibt es kaum finanzielle Hilfen für Saisonkräfte, die zum Anfang der Krise keinen Vertrag hatten (die meisten Leute hier bekommen Arbeitsverträge nur von April bis Oktober) – diese Leute können sich noch nicht einmal mehr Lebensmittel leisten. Mehr als 1 Million Leute in Spanien fallen wegen Corona unter der Armutsgrenze.

Sozialhilfe gibt es hier, aber es sind ca. 320 € pro Person. Es ist nicht wie in Deutschland, wo es dann noch Mietzuschüsse gibt. Es sind 320 € und dabei bleibt es. Davon kann man weder Miete, noch Essen bezahlen.

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Dazu möchte ich eine wahre und sehr traurige Geschichte erzählen:

„Hier, ich schenke Dir einen großen Korb frisches Gemüse für deine 5 Kinder, die bestimmt Hunger haben“ sage ich und schaue der kleinen Frau, deren gegerbtes Gesicht eine wahre Geschichte erzählt, in ihre klaren und dennoch traurig wirkenden Augen. „Hm ja … danke dir … Gott segne dich. Aber ich kann das nicht nehmen“ druckst sie herum.
„Aber, weshalb nicht? Das ist gutes, frisches Gemüse. Das meiste ist Bio. Magst Du kein Gemüse? Essen deine Kinder kein Gemüse?“ frage ich und wundere mich, ob meine Schenkung nicht schön genug aussieht.
„Doch. Doch. Aber ich kann nicht“.
Ich schaue ihr auffordernd in die Augen.
.. sie druckst noch eine Weile herum und sagt dann:
„Hast Du vielleicht auch Dosen…?“
Ich wundere mich. Dosen?? Wenn es doch frisches Gemüse gibt….
Sie merkt meine Verwunderung und sagt leise und schüchtern:
„Ich kann mir das Gas momentan nicht leisten, um das Gemüse zu kochen. Dosengemüse essen meine Kinder auch kalt“.

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Das ist die nackte Wahrheit – die kleine Frau in der Geschichte heißt Naima und bekommt ihr Essen von der „Hope Mallorca Stiftung“.

Ich kenne viele, die ihre Kinder nicht mehr ernähren können, weil beide Elternteile im Tourismus arbeiten und jetzt ohne Job dastehen. Ich kenne viele, die Ihre Miete nicht mehr bezahlen können – das Problem wandert also nach oben – denn wenn die Mieten nicht mehr bezahlt werden, werden bald Hypotheken und Gehälter nicht mehr bezahlt und, und, und….

Die Insel ist momentan so leer wie wahrscheinlich zuletzt 1970. Nur damals gab es noch Landwirtschaft und die Mieten waren wahrscheinlich auch günstiger.

Wo das hinführt… das werden wir sehen…

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Wie steht es allgemein um den Tourismus?

Es gibt momentan keinen mehr. Ich habe NOCH NIE erlebt, dass in Cala Millor (das ist die zweitgrößte Tourismusmetropole nach Palma de Mallorca) KEIN EINZIGES Hotel mehr geöffnet hat. Keines… Viele Hotels machen bereits pleite… Viele Restaurants…

Wie geht die Bikebranche damit um? Mußten schon Stationen schließen?

Wir zum Glück noch nicht 😉 Da die meisten anderen MTB-Station one-man-shows sind, gehe ich davon aus, dass sie es irgendwie überleben, da sich die laufenden Kosten für sie in Grenzen halten… Aber auch das wird sich noch herausstellen.

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Jetzt muss ich aber doch noch mal den Verkauf Deiner Station aufgreifen – Du willst echt „Dein Baby“ verkaufen?

Ja, richtig, ich möchte meine Bikestation einem passionierten Nachfolger übergeben. Ich habe lange gehadert und überlegt – aber ich möchte meinen langjährigen Stammkunden weiterhin den Premiumservice bieten, den sie gewohnt sind. Und das geht nicht, wenn ich mich weiter entwickle und wachse. Da ich mich nicht zerteilen kann – habe ich entschieden, jemandem, der seinen Traum leben und auf Mallorca eine gut laufende Bikestation übernehmen will, dies zu ermöglichen und mein Baby in gute Hände abzugeben. Infos zum Verkauf hier: https://www.camibike.com/unternehmensnachfolge-bikestation-kaufen-mallorca/

Natürlich führe ich die Station mit der alten Leidenschaft weiter, bis ein nahtloser Übergang möglich ist!

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Krasser Schritt! Und in welche Richtung willst Du Dich entwickeln, was machst Du dann?

Ich werde mich noch mehr auf das Coaching spezialisieren und auf Ausbildungen und Fortbildungen für Guides und Trainer. Zum Beispiel mit der ersten deutschen e-Learning Plattform für MTB-Fahrtechnik, die wir am 6.6.2020 gelauncht haben. www.roxybike.online

Außerdem werde ich immer noch Roxybike Camps und Events (auf Mallorca, in Deutschland und Österreich und an weiteren Locations) und Privatguiding anbieten und möchte mich auch selbst immer noch weiter entwickeln – für mich ist ehrlich gesagt Stillstand = Rückschritt 🙂

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Und wie kann ich mir diese Online Coaching Plattform vorstellen, ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das für einen Sport wie das Mountainbiken funktioniert…?

Ja, das kann ich verstehen. Habe ich tatsächlich auch am Anfang nicht gekonnt. Berni, mein Freund ist vor etwas über 3 Jahren mit der Idee angekommen und dann haben wir eher so lapidar angefangen zu planen. Dann haben wir aber selbst auch einige Fortbildungen online absolviert, die nur zum Teil aus Präsenzseminaren bestanden. Ich habe einige Kommunikations- und Psychologieseminare besucht und dann haben wir zum Beispiel die Fortbildung zum „Diplom Sport-Mentaltrainer“ abgeschlossen. Und dadurch haben wir gemerkt, dass digitale Möglichkeiten sogar VIELE Vorteile haben! Und so kam es, dass wir vor ca. 2,5 Jahren angefangen haben, uns ernsthafter mit dem Thema auseinanderzusetzen und es konkret vorzubereiten.

Dann – wie das Schicksal so spielt – hat mich Ryan Leech Anfang 2020 zu sich ins Team eingeladen. Ryan Leech hat die weltweit erfolgreichste Online-Coaching Plattform auf Englisch. Da ich dort nun seit einigen Monaten als Online-Coach tätig bin, erlebe ich täglich, wie EFFEKTIV online Coaching ist. Ich behaupte mittlerweile sogar, dass kein „echter“ (also live) Fahrtechnikkurs Dir für dasselbe Geld den gleichen Lernerfolg bieten kann, wie ein Online Kurs!

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Was?? Ernsthaft? Du sagt Online Coaching ist BESSER als live Fahrtechnikkurse?

Nein, ich sage nicht besser 🙂 Ich sage nur, dass es ein besseres Preis-Lern-Verhältnis hat. Wenn ich zum Beispiel von der Roxybike.Online Plattform das Bundle „Neumacher + Festiger“ mit regulären Kursen vergleiche, kommt folgendes bei heraus:

In diesem Bundle bekommst Du über 50 Lektionen mit modernsten Inhalten, die Dich Schritt für Schritt zu mehr Sicherheit auf dem Bike – also an das solide Fundament der MTB-Fahrtechnik heranführen. Dazu bekommst Du 6 Monate Feedback von ausschließlich hauptberuflich arbeitenden Coaches, die sich jährlich weltweit fortbilden – und zwar INDIVIDUELLES Feedback, wann Du es willst. Du kannst selbstbestimmt lernen und kannst die Inhalte so oft anschauen, wie Du willst! Anfangs hört sich der Preis von 399 € zwar viel an – aber wenn Du vergleichst, was ein Wochenendkurs kostet oder ein Privatcoaching – ist das quasi nichts.

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Denn sagen wir mal, Du willst diese Inhalte, die Du auf der Online-Plattform immer wieder anschauen kannst, in einem Privatcoaching oder im Rahmen von Gruppenkursen bekommen – dann brauchst Du mindestens 8 Gruppenkurse (durchschnittlich kostet ein Kurs 99 €) oder mindestens 5 Privatcoachings mit je 2-3- Stunden – dieses kostet bei den meisten Veranstaltern so um die 200 – 400 € Da kommst Du also insgesamt auf ca. 780 € oder gar über 1200 €!

Und ganz ehrlich – ich habe als Ausbilderin die Erfahrung, dass viele Veranstalter Trainer engagieren, die 4-5 Kurse im Jahr geben und hauptberuflich etwas ganz anderes machen! Ich sage nicht, dass diese Trainer das nicht gut machen, aber sie werden sicherlich nicht die Erfahrung, das Auge und das Repertoire mitbringen, wie jemand, der das seit über 10 Jahren hauptberuflich macht und sich regelmäßig fortbildet…

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Ja okay, für diese Inhalte mag das ja richtig sein – aber was ist mit Bunnyhop und Co.?

So ein 3-Stundenkurs bekomme ich für schon für 199 € – warum soll ich da bei Euch 279 € zahlen??

Auch da kann ich Deine Skepsis komplett nachvollziehen. Auf den ersten Blick würde ich sicherlich auch so reagieren 🙂 Vor allem bei komplexen Moves wie dem Bunny Hop sind ZEIT, schrittweiser AUFBAU und SELBSTBESTIMMTHEIT jedoch drei der essentiellen Faktoren, die den Erfolg bestimmen.

Was meine ich mit Zeit? Der Körper braucht ZEIT, um Bewegungen zu lernen. Unser Gehirn ist oft sehr schnell, aber sag das mal Deinem Körper 🙂 Und in einem Dreistundenkurs ist es schlicht und einfach unmöglich, die Muscle-Memory aufzubauen. Das braucht Wiederholung, oft auch Muskelaufbau und Regeneration – das geht teils über Wochen oder gar Monate!

Zudem ist die menschliche Aufnahmekapazität begrenzt – es ist bewiesen, dass wir nach ca. 30-45 Minuten eine stark reduzierte Konzentrationsfähigkeit haben.

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Nun komme ich zu dem 2. Faktor: AUFBAU. Bei komplexen Bewegungsabläufen führt Schritt A – zu B – zu C – zu D usw. Wenn Du A kannst und D auch, Dir aber von B und C Teile fehlen, hast Du keinen Erfolg – und bist frustriert… Da kann ein erfahrener Coach helfen – indem er Dir ganz klare Korrektur geben kann und durch sein Auge und die Erfahrung erkennt, was die Ursache für den Fehler ist. Oft korrigieren unerfahrene Trainer den Folgefehler – finden/sehen aber die Ursache nicht… Das sind oft Kleinigkeiten, die sehr große Auswirkungen haben!

Faktor 3: SELBSTBESTIMMTHEIT – der Mensch ist keine Maschine. Jeder Mensch hat eine unterschiedliche Lernkurve. Und wir sind erst dann maximal motiviert, wenn wir selbst entscheiden können, was wir wann machen. Wenn ich Dir beim Lesen sage, „putz Deine Küche“, hast Du wahrscheinlich keine große Lust. Wenn Du aber selbst entscheidest, dass Deine Küche schmutzig ist und Du gerade Zeit hast, hast Du gleich viel mehr Motivation, sie zu putzen 😉

Und das Tolle ist – alle diese drei Faktoren sind beim Online-Coaching gegeben – in Gruppenkursen nur sehr begrenzt.

Daher bekommst Du beim Online Coaching nicht nur zielführendere „Rahmenbedingungen“ sondern auch 6 Monate professionelle Coachbetreuung. Alleine das ist den Preis mehr als Wert – denn wenn Du diesen Kurs 6 Monate durchziehst, sind wir überzeugt, dass Du denn Bunny Hop beherrschen wirst. Wenn Du jedoch für denselben Preis Bunnyhopkurse „live“ buchst, kann ich diese Erfolgsquote aus Erfahrung leider nicht berichten…
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Trotzdem ist das viel Geld für ein Online-Produkt…

Ja mit Sicherheit – aber bevor Du Dir ein 8000 € Bike kaufst, um Deine Technik „aufzuwerten“, kaufe Dir lieber ein 6000 € Bike, 3 Kurse und spare immer noch 1000 € 😉

Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis heißt – dass eine gute Leistung auch einen angemessenen Preis hat.

Wir wollen kein Massenprodukt auf den Markt hauen und dann mit dem individuellen Feedback nicht nachkommen. Wir möchten einen Kundentyp anziehen, der Premium-Inhalte sucht und schätzt, der bereit ist, Zeit zu investieren, um Erfolge zu verzeichnen und dabei auf hochwertige Betreuung setzt. Natürlich wird es immer Leute geben, die sagen, warum ein Apfel-Handy kaufen, wenn es andere Smartphones bereits ab 100 € gibt – naja – weil der Apfel funktioniert.

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Wir wissen, dass wir unseren Bikern wirklich hochwertige und modernste Inhalte vermitteln und uns persönlich und ausführlich Zeit für sie nehmen – wir möchten unseren Kunden auch wirklich bieten, was sie bezahlen. Was bringt es wenn ich billig billig verkaufe, Du aber als Kunde nicht profitierst, weil ich keine Zeit für Dich habe?

Immerhin kaufst Du mit dem Produkt ganze 6 Monate individuelle persönliche und professionelle Betreuung. 6 Monate – das ist länger als viele Beziehungen heutzutage andauern 😉

Aber was unterscheidet Deiner Meinung nach Eure Kurse von YouTube? Da gibt es Hunderte Bunnyhop- & Co.-kurse!

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Ja da hast Du Recht, es gibt Abermillionen Kurse. Aber woher weißt Du, welcher der Kurse Dir etwas bringt?

Und außerdem sind wir da wieder beim Thema „Schrittweise Lernen“ und beim „Aufdröseln“ von Bewegungen – viel sehr gute Biker, vor allem Rennfahrer die „schon immer“ biken, WISSEN gar nicht, was sie da genau machen. Sie können es einfach intuitiv – „einfach so“. Das wird Dir aber beim Lernen wenig helfen 🙂

Bei unseren Kursen hingegen bekommst Du schrittweise Anleitungen – in erprobten und gehirngerechten Häppchen mit klaren Bewegungsanweisungen. Und zu jeder Zeit steht Dir wieder für Korrektur das professionelle Coach-Feedback zur Verfügung, um noch mehr Details zu bieten und individuelle Lösungen für Dich zu finden.

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Und was unterscheidet Eure Plattform von bestehenden Plattformen?

Ich bin seit einigen Monaten Online Coach bei Ryan Leech Connection – eine wirklich mega coole Plattform mit einer genialen Community. Ich kenne ehrlich gesagt keine weiteren e-Learning Plattformen wirklich gut, die einzige die ich im Detail kenne ist RLC.

Der Hauptunterschied ist (abgesehen davon, dass unsere Plattform auf Deutsch ist und seine auf Englisch), dass wir das Konzept auf die deutschsprachige Kultur angepasst haben.

Die Amerikaner sind viel stärkere Community-Menschen. Sie teilen Ihren Weg gerne und lachen miteinander über Fails. Die Deutschen sind da oft eher etwas „verhalten“ – teilen also gerne ihre Erfolge, aber ungerne den Weg dorthin. Daher machen wir es so, dass das Feedback und die Korrektur immer im 1-zu-1 Setting stattfindet, also nichts öffentlich ist. Bei RLC ist es zum Beispiel so, dass alle Feedbackanfragen öffentlich für andere Mitglieder sichtbar sind. Ich persönlich finde das mega cool – weil man aus dem Fortschritt und den „Fehlern“ anderer lernen kann, ich glaube aber, dass das im deutschen Raum nicht so gut angenommen werden würde.

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Dann ist der Unterschied noch – dass wir nicht „analysieren“ und komplexe Fehleranalysen geben, sondern, dass das INDIVIDUUM bei uns zählt. Deswegen sagen wir auch COACHING und nicht TRAINING – weil wir unsere Aufgabe darin sehen, mit unserem Klienten zusammen ganzheitliche Lösungen zu suchen, die für diesen Klienten funktionieren und SINN ergeben – damit er sich selbst TRAINIEREN kann. Wir geben also keine stumpfen Bewegungsanweisungen, sondern erarbeiten gemeinsam Ziele und dann die Methoden, wie wir dahin kommen. Und dann formulieren wir individuelle und klare Anleitungen, um die Bewegungen einfacher und ergonomischer ausführen zu können.

Jeder Mensch bringt nun mal unterschiedliche Voraussetzungen mit – hat daher individuelle Möglichkeiten und Ziele – um diesen Rechnung zu tragen, bieten wir den persönlichen Kontakt via Messenger, Videochat und natürlich auch E-Mail.

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Wer sind „wir“ also wer sind die Coaches?

Wir sind Berni und ich. Berni ist eigentlich Ingenieur und vor 6 Jahren nach Mallorca gekommen, um ein Praktikum in meiner Bikestation zu machen und eine Saison als Bikeguide zu arbeiten, bevor er in den „Ernst des Lebens“ einsteigt. Naja, nun ja, ähm, sagen wir es mal so – die Chefin war sehr zufrieden mit seiner Arbeit 🙂 Wir sind nun seit 6 Jahren ein Paar und bisher war er immer Angestellter. Dieses Projekt machen wir nun aber als gleichberechtigte Partner – da er die Plattform extrem bereichert, wir sie komplett gemeinsam geplant und entworfen haben und wir uns ideal ergänzen.

Da wir auch zufällig Männlein und Weiblein sind, können wir auch ideal auf die unterschiedlichen Voraussetzungen eingehen, die unsere Klienten geschlechterspezifisch mitbringen und auch auf Vor- und Nachteile des Groß- und Kleinseins – so dass wir auf Biker aller Größen und Altersklassen eingehen können.

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Warum habt ihr das überhaupt gemacht? Warum gibt es Eurer Meinung nach einen Markt dafür und was sind die Vorteile von Online Coaching? Und wie kann es Leuten während der Coronazeit helfen?

Wir haben seit Jahren viele Stammkunden und vor allem auch Kunden, die regelmäßig Kurse besuchen – sowohl bei uns als auch bei anderen Bikeschulen. Oft ist uns aufgefallen, dass die Erfolge vieler Biker eher mäßig sind – weil der wirkliche Fortschritt ehrlich gesagt nur einsetzt, wenn man regelmäßig übt! Und da viele Biker nach einem Kurs oft nicht mehr wissen, was sie genau wie und wo üben sollen/können sind wir vor Jahren bereits auf die Idee gekommen, unseren Klienten Übungskataloge zu geben.

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Während der Corona-Zeit ermöglicht es den Menschen (die nun mal soziale Wesen sind) auch über das Netz vernetzt zu bleiben und vor allem ermöglicht es ihnen, auch während des Lockdowns STRATEGISCH und mithilfe eines Personal Coach an ihrer MTB-Fahrtechnik zu feilen.

Bisher haben wir Online-Coaching immer persönlich gemacht – also sowohl in Persona, als auch im Einzel-Video-Coaching, das mache ich bereits seit Jahren und es ist sehr erfolgreich. Aber natürlich auch sehr aufwändig.

So entstand eben die Idee einen Übungskatalog online zu machen, bei der die individuelle Betreuung aber nicht zu kurz kommt. Und so entstand unsere Mountainbike Master Class – Roxybike. Online.

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Die Vorteile sind ganz klar:

  • Lernen im eigenen Tempo = maximale Motivation im idealen Lernzustand!
  • Deutliche Kostenersparnis im Gegensatz zu mehreren Privatcoachings! Bei MEHR Fortschritt! (Siehe oben)
  • Lernen und üben; wann Du willst, wo Du willst!
  • Bei Roxybike: Kontinuierliche individuelle 1:1 Betreuung durch ausschließlich hauptberufliche, zertifizierte Trainer.
  • Lektionen in gehirnfreundlichen Häppchen = bleibender Erfolg ohne Unter- oder Überforderung – dabei kannst Du die Lektionen aber so oft schauen, wie Du willst und vergisst nichts.
  • Keine Anfahrtszeiten oder –wege mit dem Auto (die Natur freut sich) = Alle Urlaubstage und Wochenenden stehen Dir für Touren zur Verfügung!
  • Du übst im gewohnten Umfeld und auf Deinem eigenen Bike.
  • Abwechslungsreiches Übungsrepertoire = Selbstbestimmte Themenwahl möglich
  • Optimal ins Familienleben integrierbar
  • Üben ohne Leistungsdruck, keine negative Gruppendynamik möglich 😉
  • Modernste Inhalte, die stetig überarbeitet werden.

Und wenn ich eine Weile weiterüberlege fallen mir bestimmt noch ein paar weitere Vorteile ein 🙂

Ich denke, dass der Markt vor allem jetzt nach der Coronakrise dafür bereit ist – weil viele jetzt gemerkt haben, dass Online quasi die Zukunft ist. Und, dass man dann auch lernen und üben kann, wenn man nicht reisen darf/soll/will.

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Was brauche ich an Equipment um einen Kurs zu machen?

Ein funktionstüchtiges Bike, einen Helm, für optimale Erfolge Flatpedals, ein Smartphone oder eine andere Kamera, idealerweise ein kleines Stativ (es geht aber auch ohne – wobei wir ein mobiles auf der Plattform empfehlen) und vor allem: Motivation und Commitment. Einfach Bock darauf, Neues zu lernen und zu üben und schon sehr bald deutliche Verbesserungen zu spüren!

Das hört sich wirklich richtig spannend an. Jetzt möchte ich doch noch mal zurück kommen, auf die Zukunft des Mountainbikens in Mallorca. Glaubst du, es wird wieder möglich sein, wieder so einfach auf die Insel zu fliegen und dort biken zu gehen?

Das ist wirklich eine sehr gute Frage aber ich denke momentan JA! Wir haben es ja im Sommer gemerkt, als der Reisebann kurz aufgehoben war – die Insel war von einem Tag auf den anderen wieder voll. Die Leute WOLLEN ja reisen. Ich denke, dass der Tourismus sich hier sehr sehr schnell wieder erholen wird, sobald das Reisen wieder möglich ist.

Auf was muss sich die Bike-Community auf Mallorca einstellen in der kommenden Saison?

Das kommt natürlich ganz darauf an, wann es wieder losgeht… Da wir aber gerade im Austausch mit den mallorquinischen Behörden an einer ausgeschilderten MTB-Strecke feilen, wird der MTB-Tourismus so stark zurückkommen, wie noch nie. Und der Rennradtourismus mit Sicherheit sowieso 😉

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Wie denkst du allgemein, wird sich der Tourismus auf der Insel verändern?

Ich gehe fast davon aus, dass es noch weniger Party-Tourismus geben wird. Dieser hat die letzten Jahre sowieso abgenommen, aber ich denke, dass die Pandemie dies noch weiter eindämmen wird, da nun ein Bewusstsein entstanden ist, dass große, alkoholisierte Menschenansammlungen vielleicht nicht so toll sind 🙂

Und Mallorca hat einfach SO VIEL MEHR zu bieten als den Ballermann. Die Insel ist ein TRAUM zum Wandern, zum Geocachen, zum Biken und zum genießen. Und es gibt so viele urtümliche Landfincas, die jetzt wahrscheinlich alle renovieren und noch schöner zurückkommen 😉

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Wie müssen sich Hoteliers, Gastro und Entertainment transformieren, um nach der Krise gut aufgestellt zu sein?

Ich glaube, dass noch mehr Augenmerk auf alternativen Tourismus gelegt werden sollte und vor allem auf Ganzjahrestourismus. Und idealerweise auch auf zahlfreudigere Klientel. Ich denke, Mallorca wird schöner, hochwertiger und exklusiver zurückkommen. Es ist halt alles ein Wandel.

Mir geht deine Erlebnis vom Markt nicht aus dem Kopf. Gibt es eigentlich Hilfsorganisationen auf Mallorca, die man unterstützen kann? Hast du damit Erfahrungswerte?

Ja, das kann ich verstehen. Mir ging es danach auch tagelang so und ich spende seitdem auch regelmäßig.

Zum Glück gibt es Stiftungen wie Hope Mallorca und SI-Mallorca.org  die Essen verteilen – sie freuen sich über jede noch so kleine Spende!

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Danke Dir, Roxy für Deine Zeit und die Einblicke. Ich finde deine Transformation großartig. Sie ist ein tolles Beispiel, die Zeit nicht auf der Couch zu vertrödeln, sondern etwas zu tun. Und das ist ja auch genau mein Thema. Und da ich ehrlicherweise auch lange nicht auf einem Mountainbike saß, muss ich mich jetzt auch coachen lassen, damit wir bald mal wieder im echten Leben zusammen radeln gehen können.

Danke auch Dir, liebe Marlene! Ich bin gespannt, ob du demnächst auch den Bunnyhop kannst oder wir einfach nur gemütlich zum nächsten Strand biken 😉

Da Roxy meine Freundin ist unterstütze ich sie mit diesem Beitrag. Bild und Videomaterial sind aus ihrem Fundus. Wer sich für ihr Programm oder Touren auf Mallorca interessiert, nutze zur Kontaktaufnahme gerne ihre Website unter: roxybikemallorca.com

 

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Boat´n Bike – Inselhüpfen in Kroatien

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Tag 1

Eine gewisse Ungeduld & Aufgeregtheit begleitet mich in der Anfahrt auf Opatija (Kroatien). Über Serpentinen schlängelt sich die Straße hinab, vorbei an typischen Steinmäuerchen, Olivenheinen und den ersten Häusern der Stadt. Und dann ist der Blick plötzlich frei. Frei für eine schier unglaubliche –Panorama-Aussicht auf die Kvarter Bucht und das leuchtende Blau der Adria. Mir kullern die Tränen, so ergriffen bin ich von der Schönheit dieses Anblicks.

Ich kann es kaum mehr erwarten, den Hafen und unser Schiff zu erreichen. Aber zunächst bin ich überwältigt von der mondänen Schönheit dieser Stadt. Prächtige Villen, süße Straßenkaffes und gut gelaunte Touristen zeichnen das Stadtbild. Ich hab mich sofort verliebt. Überall viel Grün, kleine Parks mit Schattenspendenden Zypressen und Palmen. Man kann Opatija gut und gerne als eine der Perlen der Adria bezeichnen.

Leider bleibt mir keine Zeit alle Schönheiten zu entdecken. Auf mich wartet ja ein Schiff im Hafen. Sagt ich eins? Drei wunderschöne Motorsegler der Katariner Line haben geankert und zwei nette Damen nehmen mich auch direkt in Empfang. Staunend stehe ich vor der „Dalmatinka“ und freue mich gleich aufs Schiff zu kommen. Doch zunächst lerne ich meine Mitreisenden kennen. Eine bunte Mischung aus Österreichern, Schweizern und Deutschen. Alle sehr nett, stelle ich fest. Jetzt geht’s endlich auf´s Schiff und in unsere Kabine mit eigenem Bad und Blick aufs Meer.

Für einen kleinen Moment zweifel ich an meiner Wahrnehmung, denn erst jetzt merke ich, dass das Schiff schaukelt und mein Gleichgewichtssinn sich erst darauf einstellen muss. In jedem Fall aber eine sehr interessante Erfahrung. Die Entdeckungstour geht weiter: Neugierig schlendere ich übers Schiff, finde das Reich vom Koch, riskiere einen Blick in das Innere in dem sich der Motorraum befindet, entere das Steuerhäuschen des Kapitäns und genieße später den Blick übers Meer vom Sonnendeck aus. Sehr reizend unser Schiff und die Atmosphäre kann man sehr schnell als familiär beschreiben. Als die Räder und das Gepäck verstaut sind legt unser Schiff ab und wir gleiten sanft übers Meer.

Ich stehe an der Reling. Unter mir hunderte kleiner Fische, die sich scheinbar schwerelos fortbewegen. Noch nie habe ich vergleichbar, klares Wasser gesehen. Bis mind. 10 m lässt das Meer auf seine Bewohner schauen. Als nächstes treffen wir unter Deck, hier lernen wir die Crew & unseren Guide „Appi“ kennen. Nach kurzer Sicherheitseinweisung, ein paar Informationen zum Schiff und der Tour gibt’s erstmal einen leckeren Welcome Drink. Indes trifft man sich auf dem Sonnendeck zum Plauschen, um sich kennenlernen und natürlich um die Aussicht zu genießen.

Der Blick schweift entlang der Steilküste, vorbei an kleinen romantischen Buchten, Fischerbooten zurück nach Opatija, welches sich zunehmend in der Ferne verliert. Wir haben Kurs auf die Insel Krk genommen. Unser Schiff “ parkt“ in der dritten Reihe und ich frage mich, wie wir von dort aus an Land gehen sollen. Als Landei hat man ja keinerlei Vorstellung von Seefahrt. Doch die Lösung ist simpel: Die Schiffe werden kurzerhand miteinander vertaut und mit einem Bootssteg verbunden. Man durchläuft einfach alle Schiffe um ans Peer zu gelangen. Wir starten unsere erste Entdeckungstour an Land.

Wir sind in Omnijal, eines dieser kleinen reizenden Dörfchen mit engen Gassen, bezaubernden Blumenbeeten und faul in der Sonne liegenden Katzen. Ich bin erstaunt, wie unterschiedlich hier die Temperaturen auf uns wirken. Bei Anfang 20° C, stöhnen wir schon vor Hitze. Mit kühlen Getränken lassen wir uns am Straßenrand nieder und beobachten wie die Menschen hier leben. Alles geht sehr viel ruhiger von Statten, als wir es in unserem hektischen Alltag gewohnt sind.

Wir schnaufen tief ein, so als könne man mit der Luft auch den Lebensstil adaptieren. Am Abend treffen sich alle wieder in der Konobar, was übersetzt so viel heißt wie Kellerbar. Unterm Sternenhimmel sitzend werden einheimische Spezialitäten gereicht, Kroatischer Wein probiert und als Dessert gibt es, auch ganz typisch, Palatschinken (vergleichbar mit Crêpes). Lustig wird es, als der Kellner begreift, dass nicht Einer für Alle zahlt und er alles einzeln kassieren muss. Er ist sichtlich angespannt. Anscheinend ist es hier Gang & Gäbe, dass die Rechnungen nicht aufgeschlüsselt werden. Tja, wieder was gelernt. Vorbei am Marktplatz, der Kirche und durch enge Häuserschluchten kehren wir zum Schiff zurück.

Und jeder fragt sich, wie sich die Nacht auf der schaukelnden „Dalmatinka“ gestalten wird. Aber die See liegt ruhig und somit wir auch. Es darf also süß geträumt werden. Zum Beispiel, wie es in den nächsten Tagen weiter geht, wie sich die Mountainbike-Touren gestalten werden, wie die umliegenden Inseln ausschauen und ob und die Sonne uns weiterhin begleiten wird.422428_243719925708510_2067599745_n

Tag 2

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In der Nacht wurden wir wunderbar in den Schlaf geschaukelt und können so erholt in den 2´ten Tag unserer Reise starten. Leider lässt der Blick aus dem Bullauge nichts Gutes erahnen und dem ernsten Gesichtsausdruck unseres Kapitäns nach, auch nicht. Appi, unser Guide, erklärt uns auch genau warum. Angesagt sind Starkregen, schwerer Sturm und Turbolenzen auf dem Meer. Wir müssen also unsere Route ändern und schwenken auf die Südtour um.

Wir verlassen den Hafen von Omisalj und steuern die Insel Cres an. Das Schiff ringt mit den ersten Ausläufer des Unwetters, gegen Wind, hohe Wellen und die Gischt, die gegen das Deck donnert. Ich wanke zum Bug des Schiffs, klammer mich an die Reling und verfolge gespannt den Kampf mit den Naturgewalten. Unser Kapitän steuert in ruhigere Gewässer und im Hafen von Cres können wir ankern und endlich aufs Mountainbike umsteigen.

Also die Meisten, ich suche noch immer den Schlüssel vom Fahrradschloss. Dank Panzerkette ist mein Bike untrennbar mit dem Boot vereint. Ich werde panisch & sehe den gesamten Urlaub in Gefahr. Die Gruppe ist derweil ganz relaxed & freut sich mit mir, als nach dem 3´ten Kofferausschütten der Schlüssel endlich auftaucht.

Wir starten zu unserer ersten Tour über die Insel. Die Straße schlängelt sich entlang der Küste, umsäumt von endlosen Olivenhängen, vorbei an grasenden Schafen, führt unser Weg immer bergauf in Richtung Predoscica. Die Gegend ist einfach wunderschön. Sehr karg aber mit dem Charme mediterraner Landschaften. Und beim Blick über die Bucht gerät man leicht ins Träumen.

Gedämpft wird dieses Hochgefühl allerdings durch die ersten Regentropfen auf unserer Haut. Als wir den Ort erreichen, regnet es in Strömen. Gruppendynamisch entscheiden wir, zurück zum Hafen zu fahren. Und wir haben Glück, der Regen setzt kurz aus und wir können es sogar noch abseits der Straße auf einem kleinen Wirtschaftsweg ordentlich rollen lassen. Umsäumt von diesen typischen Steinmäuerchen und schattenspendenden Bäumen führt uns der Trail in rasantem Tempo über allerlei Stöckchen & Steine.

Das Mountainbiker-Herz fängt fröhlich an zu pochen. Jedem aus der Gruppe ist anzusehen, dass er gerade mörder viel Spaß hatte, als wir wieder in Cres ankommen. Für eine Einsteigertour waren es heute leichte 24 km, bei 400 Höhenmetern und guten 2h Fahrtzeit. Hungrig aber glücklich suchen wir uns ein kleines Lokal & genießen den Nachmittag in der Altstadt. Den Abend verbringen wir auf dem Schiff, tauschen alte Mountainbiker-Weisheiten aus und planen gemeinsam den nächsten Tag.
image-2015-08-21(7)Tag 3

Der 3 Tag startet mit dem Unwort „Bora“. Unwort deshalb, weil es sich hier um den stärksten Wind in Kroatien handelt und mit 50 Knoten die Anfahrt auf unsere nächste Station in Mali Losinj verhindert. Wir müssen also einen weiteren Tag in Cres bleiben. Einfallsreichtum ist gefragt. Und wenn einer verdammt gut improvisieren kann, dann unser Guide „Appi“. Nach kurzem Blick in den Himmel beschließt er, dass es heute nicht regnet und wir direkt starten können.

Also „er“ beschließt… 30 min später geht es auf der alten Uferstraße in Richtung Valun. Obgleich „Straße“ es nicht so ganz trifft. Den Weg als Eseltrail zu bezeichnen wäre eine viel bessere Beschreibung. Auf rotem Sand & Schotterpiste geht’s knackig bergauf. Zur Belohnung für diese Strapazen gibt es einen atemberaubenden Blick hinüber zum Hafen, wo unser Schiff ankert. Doch viel Zeit zum Verschnaufen ist nicht, weiter geht’s entlang des Höhenwegs oberhalb der Steilküste. Für mich „Flachlandtiroler“ gestaltet sich die Etappe zum persönlichen Alpe d´Hueze. Appi ist so reizend mich darüber aufzuklären, dass das allenfalls Hügel sind. Meine Lunge sagt etwas Anderes.

Dafür liebe ich die Abfahrten. Kopf aus, Sattel zwischen die Beine und dann ordentlich Stoff. Und alles was ich bei den Anstiegen an Boden auf die Gruppe verloren habe, hol ich damit locker wieder auf. Funktionierte leider nur so lange, bis meine Kette im Anstieg gerissen ist und ich auf weiter Flur alleine war. Glücklicherweise schaut unser Appi regelmäßig, ob all seine Schäfchen mit der Herde mithalten. Selbstverständlich könnte ich die Kette auch alleine nuten, aber hey, ich bin eine Frau und lass mich gerne retten;) Appi kann das eh viel besser und in Windeseile. Die Kette ist nach 5 min. repariert und wir heizen dem Rest der Gruppe nach.

Im Affenzahn geht es die Berge ähhh Hügel hinauf und wieder runter, bis wir endlich wieder bei unserer Truppe sind. Weiter geht’s nun wieder gemeinsam. Auf kleinen, einsamen Wirschaftswegen radeln wir„Podol“ entgegen, der wohl kleinste Ort in dem ich je war. 2 Häuser und ein paar Stallungen, mehr gibt’s nicht. Dafür sind die Bewohner umso reizender. Wir fragen nach Wasser & scheitern bei dem Versuch, dieses auch zu bezahlen. Das ist Gastfreundschaft & man würde beleidigt sein, wenn wir diese ausschlagen würden. Wir nehmen also dankend an & ziehen weiter. Vorbei an idyllischen Olivenhainen, aufgeregt flüchtenden Schafsherden und Eseln mit ihren typischen „iahhh“ – Rufen.

Inzwischen haben alle schrecklichen Hunger & treten noch mal ordentlich in die Pedale um schnell am Mittagstisch zu sitzen. Nachdem alle Mägen gefüllt sind geht’s retour zum Hafen von Cres. Diesmal nehmen wir die Hauptstraße. Die Steigungen werden dadurch nicht minder anstrengend für mich, zumal der Wind aufgefrischt ist und wir nun mit kräftigem Gegenwind kämpfen. Aber wie es sich für ein gutes Team gehört, wird Windschatten gefahren und alle kommen abgekämpft, aber glücklich wieder am Schiff an.

Den späten Nachmittag verbringen alle auf Ihre Art. Die Einen gehen Shoppen, Jörg ist noch nicht ausgepowert & schwingt sich in sein Paddelboot, die anderen Sorgen sich um Ihren Mineralien-Haushalt und gleichen diesen bei einem kühlen Bier im malerischen Hafen aus. Ich schnapp mir meine Kamera und gehe auf Entdeckungstour durch die Altstadt. Kleine Gassen, bezaubernde Cafés und alte steinerne Kirchen gehören ebenso zum Stadtbild wie die vielen, bunten Fischerboote. Bei untergehender Sonne sitzen wir später alle beim Essen zusammen und planen den nächsten Tag. Soweit das möglich ist bei „Bora“. Geschafft haben wir heute 60 km und 1000 hm. Nicht schlecht, wie ich finde. Es bleibt also spannend!image-2015-08-21(2)

Tag 4

Wir begrüßen den Tag mit herrlichem Sonnenschein und der Kapitän hat auch gute Nachrichten für uns. Das Meer hat sich beruhigt und wir können endlich einen neuen Hafen ansteuern. Male Losinj heißt heute unser Etappenziel. Ein paar Leute der Gruppe entscheiden sich dafür den Vormittag auf dem Schiff und in der Sonne zu verbringen. Wir nehmen das Rad und verabschieden uns mit einem wehmütigen Blick über Cres und seine bezaubernde Altstadt. Es liegen knackige 60 km Weg vor uns & wir wollen unbedingt vor dem Schiff ankommen.

Diesmal geht es Größtenteils auf asphaltierten Straßen entlang der Adria-Küste. Und diese zeigt sich heute von ihrer schönsten Seite. Die Sonne lächelt uns an und das türkisblaue Meer leuchtet in all seinen Facetten. Außerdem haben wir wieder ganz wunderbare Begleiter. Es sind Schmetterlinge in vielen bunten Farben. Und während sie mit leichtem Flügelschlag durch die Lüfte gleiten, müssen wir schon ganz kräftig in die Pedale treten, um alle Anstiege zu meistern. Pausiert wird heute auf einem Hochplateau mit Panoramablick über die umliegenden Inseln. Und zu unserer Überraschung entdecken wir auch unser Schiff in der Ferne. Das spornt natürlich an, als Erste in Male Losinj zu sein, zumal Boris unser Kapitän erst noch die Insel umschiffen muss, um zum Hafen zu gelangen.

Wir können den direkten Weg nehmen, aber auch da liegen noch 30 km vor uns. Weiter geht es also durch die malerische Landschaft, mit ihren ach so typischen Steinmauern. Wobei ich mich heute ernsthaft gefragt habe, wie viele Steine das wohl sein mögen und wie lange die Menschen daran wohl gebaut haben. Stein für Stein so aufzutürmen, muss Jahrzehnte gedauert haben – es sind schon wahrlich kleine Meisterwerke. Dem Menschen nutzen sie als Zaun fürs Vieh – der Natur als Erosionsschutz. Überall dazwischen wachsen Olivenbäumchen, grasen Schafe, Ziegen oder Esel und all das ergibt dieses ganz typische Landschaftsbild. Und wenn man ganz genau hinschaut, lassen sich in den Nischen auch kleine Eidechsen entdecken, die faul in der Sonne liegen, aber flugs verschwunden sind, wenn man ihnen zu nahe kommt.

Wir radeln weiter und gönnen uns einen weiteren Zwischenstopp in einem dieser malerischen Dörfchen in denen die Welt still zu stehen scheint. Keine hektischer Verkehr, keine hastenden Menschen, nur das Meer ist in Bewegung. Der rechte Platz also um ein wenig zu verschnaufen und zu genießen. Hier treffen sich die Menschen in der Mittagszeit auf dem Marktplatz, um bei einem Kaffee gemütlich zu plauschen. Wir setzen indes unseren Weg fort. Entlang der Küste lassen sich immer wieder kleine Fischerboote in den Buchten ausmachen, es kreisen Möven über uns oder wir werden von Schafen angeblögt. Diese scheinen sich regelrecht zu freuen, wenn man ihnen mit einem „Mööööhh“ antwortet.

Auf den letzten Kilometern geben noch mal alle richtig Gas und tatsächlich, wir kommen vor der „Dalmatinka“ in Mali Lošinj an. Sogar eine Stunde früher, als ursprünglich geplant. Ich schätze, dass der Bärenhunger, den wir auf der Strecke entwickelt haben, hier die größte Motivation war. Und wir haben Glück, unser Koch hat bereits vorgesorgt und uns ein leckeres Mittagessen gezaubert. Zum Nachtisch gibt’s Pudding und es wird eifrig gefeilscht ob nicht jemand auf seine Portion verzichten mag. Ich tausche erfolgreich Schoko gegen Vanillepudding.

Am Nachmittag steigen diejenigen auf´s Rad, die bisher die Sonne vom Deck aus genossen haben. Es geht auf eine gemütliche Tour nach Veli Losinj, einem Nachbarort mit altem, historischem Stadtkern. Jörg schaut sich von seinem roten Kajak aus die Schifferboote & Motorjachten aus nächster Nähe an. Appi sitzt unter Deck und schneidet für uns die Filme zusammen, die er über Tag bei der Tour gedreht hat. Sarah & Christian bruzeln sich in der Sonne, während ich die Stadt zu Fuß erkunde. So verbringt jeder auf seine ganz eigene angenehme Art den Tag. Nach dem gemeinsamen Abendbrot gibt’s zur Belohnung für alle Biker noch ein leckeres Eis. Immerhin waren es 60 km in drei Stunden und bei 750 Höhenmetern.TeamTag 5

Es ist wieder Zeit den Anker zu lichten und weiter zu ziehen. Von der herrlich scheinenden Sonne angelockt sitzen alle an Deck und die Abfahrt wird zum Happening. So langsam verliert sich Mali Losinj am Horizont. Wir verlassen die Bucht mit einem letzten romantischen Blick auf den Leuchtturm. Wir nehmen Fahrt auf. Es geht vorbei an all den großen und kleinen Inseln und es fällt schwer auszumachen, was Festland ist und was nicht. Wir haben kaum mehr Wellengang und kommen gut voran. Es liegen fünf Stunden Fahrt vor uns.

Den Vormittag verbringt wieder jeder auf seine Art. Die Einen holen Schlaf nach, Anderen Lesen, Appi studiert die Karten und der Rest sitz einfach nur im Liegestuhl und genießt die Schönheit der Adria. Als wir den Hafen von Bozava erreichen ist es 13 Uhr und Drago, unser Koch, verwöhnt uns wieder mit einem leckeren Mittagessen. Auf den Strudel zum Nachtisch hätte ich mal besser verzichtet, das fällt mir allerdings erst auf, als ich auf dem Bike sitze und mich mit vollem Magen die erste Anhöhe hochschleppe. Heute ist eine gemütliche, kleine Tour geplant und fast alle sind mit den Rad unterwegs. Nur Sarah & Christian bleiben auf dem Schiff zurück und wollen den Tag lieber mit Schwimmen & Fotografieren verbringen.

Wir haben inzwischen ein paar Kilometer hinter uns gebracht und den Inselkamm erreicht. Die Insel Dugi Otok ist so schmal, dass das Meer nach jeder Kurve abwechselnd auf der rechten oder linken Seite ist. Und so bietet sich entweder der Blick auf die Inseln oder die Weite des Meeres. Das Landschaftsbild ist gezeichnet von vielen Kiefern, bunten Blumen und sehr viel Grün. In einer der Buchten lassen sich große Runde Bassins ausmachen und alle Fragen sich, welchen Nutzen sie haben. Jörg hat die Antwort parat. Sie dienen der Fischzucht. Außerdem liegen einige Steinbrüche an unserem Weg. Hier wurde Marmor abgebaut.

Wir haben einen sehr heißen Tag heute und der Fahrradtacho zeigt 33° C an. Bei 8% Steigung tue ich mich sichtlich schwer, als ich plötzlich von einer älteren Dame überholt werde, die anscheinend mühelose und mit leichtem Schritt den Berg hinauf fährt. Ich bin doch etwas schockiert & zweifle an meiner Kondition. Am liebsten würd ich das Bike jetzt die Böschung hinunter werfen und mich nur noch vom Schiff bewegen lassen. Gerade noch rechtzeitig entdecke ich den Motor an dem Rad der Dame. Sie benutzt ein Pedelec, das sind elektrisch, betriebene Räder. Damit käme ich natürlich auch spielend leicht jeden Anstieg hinauf und könnte noch milde die anderen Radler anlächeln.

Ich fahre also erhobenen Hauptes weiter und empfinde einen großen Stolz, als ich den “Gipfel“ aus eigener Kraft erreicht habe. Die Abfahrt nach Sali genießen noch mal alle in vollen Zügen. Fahrtwind & die Aussicht auf ein kühles Bier sind die beste Motivation. Unser Schiff hat zwar schon angelegt, aber als erstes zieht es uns in eine der typischen Konobars. Am Nachmittag sind die meisten am oder im Meer zu finden. Bei frischen 16° C Wassertemperatur überlasse ich das Schwimmen den Mutigen. Ich beobachte viel lieber die vielen kleinen Fischchen, das von der Meeresströmung schwingende Seegras und die vielen bunten Muscheln. Sogar einen Seestern finden wir.

Mit tiefer stehender Sonne starte ich zu einer Tour in Jörgs knall rotem Kajak. Ich erkunde den kleinen Hafen und fahre ein Stück entlang der Küste. Es ist herrlich sich von dem Meer treiben und den Wellen wiegen zu lassen. Ich genieße jede Minute. Zurück am Schiff merke ich, die Müdigkeit und beschließe, dass der Abend für mich hier endet. So ausgepowert sind nicht alle. Die meisten zieht es noch in ein Café im Ort. Appi, Jörg & Christian kennen anscheinend keine Müdigkeit. Die Drei planen eine Vollmondfahrt zu einem Salzsee. Es ist inzwischen 21 Uhr und mit Stirnlampen gewappnet treten sie in die Pedale.

Als ich um Mitternacht wach werde, kehren sie gerade von ihrem Abenteuer zurück. Ein kleines Stück des Weges hatten sie zu Fuß zurück gelegt, als sie in der Dunkelheit der Nacht plötzlich Schritte hinter sich hörten. Christian ist es ziemlich in die Knochen gefahren, angespannt suchte er sein Taschenmesser, während Abbi sein Zittern mit einem „Hey, ist das cool“ überspiele. Alle drei wurden von einem kleinen schwarzen Baby-Esel mitten in der finsteren Nacht überrascht. Ich find die Story klasse und ärger mich, dass ich nicht noch mit auf´s Bike gesprungen bin. Aber wir haben ja noch ein paar Tage für Abenteuer vor uns…
image-2015-08-21(3)Tag 6

…ist leider, leider über die Jahre verloren gegangen.

Tag 7

Sanft tuckernd starten wir in einen neuen Tag. Der Himmel ist blau und wolkenlos, die Sonne lächelt uns verheißungsvoll an und das Meer schimmert türkisblau. Und während alle das vom Sonnendeck aus genießen, haben Appi & ich uns unter Deck verkrochen um zu arbeiten. Ich freu mich auf den Tag, an dem es entspiegelte Monitore gibt, die es erlauben Blogs auch in der Sonne zu schreiben. Wir haben vier Stunden Fahrt vor uns und auch für uns wird noch Zeit sein, faul in der Sonne zu liegen.

Abbi arbeitet unterdes weiter am Video, als wir Beide durch donnernden Flugzeuglärm hochschrecken. Wir trauen unseren Augen nicht, als neben uns ein riesiges, gelbes Wasserflugzeug über die Meeresoberfläche donnert, dreht und nun auf der anderen Schiffsseite erneut an Fahrt aufnimmt und anschließend durchstartet. Ein atemberaubendes Schauspiel. Ich fühle mich an Indiana Jones Filme erinnert & schaue dem Flieger sehnsüchtig nach, als er sich über den Inseln im Himmel verliert. Die Crew klärt uns auf, dass das die örtliche Feuererwehr auf Probeeinsatz ist. Wenn es auf einer der Insel brennt, muss schnelle Hilfe kommen und das am besten aus der Luft. Damit diese Einsätze im Notfall reibungslos funktionieren, muss das Aufnehmen von Wasser regelmäßig trainiert werden. Ich beschließe im nächsten Leben Feuerwehrmann in Kroatien zu werden.

Oder Urlauber…. denn endlich hab auch ich es mal geschafft mich in den Liegestuhl zu legen und einfach nix zu tun. Herrlich. Plötzlich wieder Unruhe. Delfine! Ich flitze in die Kabine und schnapp mir die Kamera. Allerdings war das eine sehr blöde Idee, denn als ich an Deck zurück bin, ist nichts mehr zu sehen. Ich ärgere mich fürchterlich. So lange hab ich mir schon gewünscht mal Delfine zu sehen und jetzt vermassel ich mir diese Gelegenheit. Wenigstens sehe ich meinen Fehler ein und so bekomm ich kurz darauf noch eine zweite Chance. Ca. 500 m vor uns springen 3 bis 5 Delfine. Und noch besser. Zwei schwimmen auf uns zu. Tauchen auf und ab, stecken ihre Nasen in die Luft. Und dann sind sie genau unterm Bug. Weniger als 2 m unter mir. Ich halte mich mit fotografieren zurück und genieße einfach nur. Elegant gleiten sie durchs Wasser, tauchen unter dem Schiff durch und lächeln uns von der anderen Seite wieder an. Ich glaube wirklich, sie haben so richtig Spaß dabei, sich uns zu seigen. Meine Augen strahlen vor Glück. Leider ist das Schauspiel viel zu schnell wieder vorbei. Aber im Herzen bleibt es gespeichert für die Ewigkeit. Und ich glaube, so ging es allen an Board.

Am Nachmittag führt uns unsere Radtour von Mandre aus nach Tovonale. Die Landschaft zeigt sich heute in einem ganz anderen Bild. Karge Berge, dafür Täler mit Feldern, viel Grün und sogar Schilf. Ich muss lächeln, als ich 5 Schafe zwischen die Halme gekuschelt sehe. Ein ulkiges Bild. Man erkennt nur ein paar Wollknäule, aber nicht wirklich ein Schafe. In Lun wartet eine weitere Besonderheit auf uns. Hier gibt es über 2000 Jahre alte Olivenbäume. Ich frage nach, weil ich das Alter für kaum möglich halte. Die Stämme sind riesenhaft und die Wurzeln mit den Felsen verwachsen. So viele „Lebensjahre“ verlangen einem schon einemns gewissen Respekt ab.

Unsere heutige Etappe war kurz, nur 35 km, denn wir wollen mit dem Schiff noch weiter nach Rab. Und allein die Anfahrt versetzt uns in Staunen. Wie eine Festung, hoch auf den Felsen thront sie, die Altstadt von Rab. Vorbei an einer kleinen vorgelagerten Insel mit Leuchtturm fahren wir in den Hafen ein & ankern. Sofort wollen alle an Land und die Stadt besichtigen. Ich habe vor allem Hunger & bin auf der Suche nach etwas Leckerem. Leider komme ich nicht sehr weit. Rab ist so malerisch schön, dass ich an jeder Gasse, jeder Kirche und fast jedem Haus stehen bleibe und fotografiere.

Die Altstadt hat unheimlich viel Flair & ich habe in ganz Kroatien keine reizendere gesehen. Den Eindruck bestätigen auch die Anderen, als wir uns am Abend zum gemeinsamen Essen treffen. Für die Meisten gibts frischen Fisch oder Meeresfrüchte. Und zum Absacker noch ein paar Drinks in der Bar neben an. Ich bin todmüde und falle ganz früh in mein Bettchen. Noch einmal fällt mein Blick auf den Leuchtturm, dann schlafe ich sanft ein und freu mich auf den nächsten Tag.image-2015-08-21(4)Tag 8

Wir verlassen Rab und dabei wäre ich so gerne noch geblieben. Ein bisschen bummeln, fotografieren und an jeder zweiten Eisdiehle stehen bleiben. Ich bin schwer wehmütig. Überhaupt ist mir heute so gar nicht nach biken. Einfach nur das herrliche Wetter genießen, auf dem Schiff bleiben und nix tun, so stelle ich mir den Tag vor. Ich finde zum Abschluss hab ich mir einen faulen Tag verdient. Ich hab mich die letzten Tage so tapfer jede Steigung hochgekämpft, dass ich jetzt einfach schlapp bin. Das sieht Abbi, unser Guide, allerdings ganz Anders. Er schaut mir tief in die Augen und sagt: „Du musst einfach dabei sein, dass wird toll heute“. Och menno! Ich kann so schlecht „nein“ sagen. 20 min. später sitz ich auf meinem Bike und strampel den den Berg hoch.

Aber und das muss man ihm schon lassen, es ist toll. Wir sind wieder auf einem dieser Schafstrails unterwegs und es macht einfach riesig Spaß hier zu biken. Ich liebe einfach diese Abfahrten. Zum Mittag gibts zur Belohnung „Palatschinken“ und nach ner richtig langen Pause gehts weiter vorbei an kleinen Dörfchen, wild flüchtenden Schafen und malerischer Landschaft. Als Highlight hat Abbi noch die Besichtigung einer Höhle eingebaut. Wir lassen also unsere Bikes stehen und begeben uns unter die Erde. Ich genieße die Kühle in der Tiefe. Bei 30° C Außentemperatur sind die 16° C unter Tage eine willkommene Abkühlung.

Durch die Höhle werden wir von einer netten jungen Dame geführt. Sie erklärt uns auch die unterschiedlichen Tropfsteine. Stalaktiten heißen die, die von der Decke hängen. Das Gegenstück ist der vom Boden emporwachsende Stalagmit. Nach so viel Erdkunde gibts für die „Jungs“ erstmal ein Mittagsschläfchen auf der Bank. Ich schleiche mich davon und versuche endlich mal ein gescheites Foto von einem Schaf zu bekommen. Sie gehören einfach zum Landschaftsbild dazu und ich kann Kroatien nicht ohne ein Foto von ihnen verlassen. Bisher haben immer alle erfolgreich die Füße in die Hand genommen und sind geflüchtet, wenn ich sie ablichten wollte. Auch diesmal ergeht es mir nicht besser.

Nach 20 min. „Verfolgungsjagd“ gebe ich auf und begnüge mich mit der Rückansicht von Mama Schaf und ihrem Lämmchen. Ich habe es übrigens „Timmi“ getauft. Als wir am späten Nachmittag das Schiff erreichen, werden wir stürmisch begrüßt. Alle sind gut angekommen und haben Achtung vor der Leistung der letzten Tage und das wird gewürdigt. Immerhin fast 4000 Höhenmeter haben wir gepackt. Ich bin ziemlich stolz auf mich und auch darauf, an allen Tagen mitgefahren zu sein. Und wie das so ist, mit den verborgenen Kräften… ich gehe noch Kajak fahren, weil es einfach zu schön hier ist und ich mir das nicht entgehen lassen möchte. Eine letzte Runde paddel ich über das glasklare Meer, lass mich in der Sonne treiben und von den Wellen schaukeln.

Und anscheinend haben auch unsere Männer noch zu viel Energie und Unsinn im Kopf. Von der Reling aus werden alle verrückten Arten ausprobiert, sich ins Wasser zu hechten. Ob Bauchklatscher oder Kopfsprung – wir stehen bewundernd daneben und schauen dem Treiben zu. Besonders lustig wird es, als Abbi sich mit dem vom Masten hängenden Seil vom Schiff schwingt. Der Mann kennt einfach keine Angst und hat einen Haufen Schalk im Nacken. Etwas besinnlicher geht es dann schon am Abend zu. Boris, hat zum Kapitäns-Dinner geladen und spätestens nach dem 4´ten Gang bin ich soweit, dass man mich vom Schiff rollen könnte. Aber lecker wars! Den Abend verbringen wir in lustiger Runde zusammen, lassen den Urlaub Revue passieren und erzählen uns die ein oder andere Anekdote der letzten Tage. So schnell ging die Woche rum und ich mag überhaupt nicht ins Bett!image-2015-08-21(5)

Und hier noch das urkomische Video zu unserer Tour! Danke an Appi.at der das so toll für uns aufbereitet hat:

Zebras, Sprinboecke, Elands und man selbst mittendrin!

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.03.32Getrieben von Neugier saß ich auf dem Rad in Richtung Melkbosstrand. Mein Kumpel hatte mir einen Tipp gegeben, dass es hier direkt in Kapstadt, Zebras, Springböcke und anderes Großwild zu beobachten gibt. Ich hatte mich also auf den Weg zur Koeberg Power Station und dem angeschlossenem Naturreservat gemacht, in der Hoffnung all die Tiere zu sehen, wegen denen ich nach Afrika gekommen war.
Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.59.44Von Blouberg aus, ging es am Meer entlang bis zum Koeberg Power Station. Nachdem ich die Sicherheitskontrolle passiert hatte (sehr spannend bei einem Atomkraftwerk!) war ich doch reichlich gespannt, was ich erleben werde. Ich bin also erstmal drauf los geradelt, um dann direkt an einem großen Feld stehen zu bleiben. Grasende Springböcke, herumtobende Zebras und eine große Herde Elands. Die ich auf Grund fehlender Kenntnis zunächst für Kudus hielt.Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.58.59Ich parke also mein Rad, schnapp mir meine Kamera und pirsche mich an.

Allerdings habe ich auch da noch keine Erfahrungswerte und werde direkt erspäht und mißtrauisch beobachtet. Ich lasse meinen Rücksack liegen und laufe vorsichtig weiter. Die Elands werden nervös. Bauen sich in 5er Reihe auf. Hörner in Angriffsposition. In mir entwickelt sich der Gedanke lieber etwas mehr Abstand zu halten – die Tiere haben eine beeindruckende Größe und Stärke.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.59.21In sicherem Abstand, aber trotzdem noch mit idealer Fotodistanz lasse ich mich im Gras nieder. Mein Fotografenherz hat nämlich Feuer gefangen und will unbedingt ein paar tolle Schnappschüsse. Weiterhin unter den kontrollierenden Augen aller versammelter Herden, versinke ich hinter der Kamera. Ich bin mir nicht sicher, obs am schwarz/weißen Helm lag oder ob Zebras einfach nur neugierig sind, aber die ganze Herde nähert sich mir. Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.58.36Mißtrauisch werde ich umkreist und beeugt. Bis auf 3m kommen die Tiere an mich heran. Ich bin so nervös und aufgeregt, dass ich es kaum schaffe den Fotoapperat zu halten. Einfach mal den Moment genießen. Auge in Auge mit einem Zebra. Ich könnte ausflippen vor Glück! Jetzt werden auch die Elands neugierig. Die gesamte Herde von ungefähr 30 Weibchen und einem Bullen setzt sich in Bewegung und zwar auf mich zu! Mir fällt wieder das youtube-Video „Kudu vs. Mountainbiker“ ein, worin der Radfahrer nieder gerannt wird.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.00.06 Ich überlege wegzulaufen. Traue mich aber nicht und sitze da wie versteinert. Weglaufen, heißt es immer in Naturdokus, ist ein Zeichen von Schwäche und man wird wohl erst Recht attaktiert. In der Gruppe bewegt sich auch der Bulle auf mich zu. Ein riesiger Bulle und man spürt seine Dominanz. Bis auf 15m kommen die Tiere an mich heran. Mein Herz flattert. Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.00.21Aber die Haltung der Elands entspannt sich zusehends und auch die Zebras trollen sich lustig vor meiner Nase rum. Auch ich entkrampfe langsam wieder und mache mutig ein paar Bilder. Völlig überwältigt von diesem Erlebnis. Das wollte ich in Africa erleben. In der Mitte einer Herde sitzen und fotografieren. Das ist es, warum ich nach Kapstadt gegangen bin. Das ist so unglaublich schön! Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.00.45Mein Wildnis-Erlebnis wird jäh unterbrochen, als ein Parkwächter sich mit seinem Wagen nähert und mich zurück pfeift. Er bittet mich höflich etwas mehr Abstand zu halten, da Elands „very, very dangerous“ sind. Das sie sich mir genähert haben, erwähne ich in diesem Gespräch lieger nicht. Ich laufe zu meinem Rücksack zurück, der gerade von einem Zebra beäugt wird. Ich frag mich, ob es wie bei Baboons vorkommt, dass die Tiere sich den schnappen und abhauen. Hab da schon die erstaunlichsten Geschichten gehört. Kurz davor, meinen Rücksack anzuknabbern, weicht das Zebra dann doch zurück, ich schnapp mir meine Sachen und trotte zum Rad zurück.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.01.29Was für ein tolles Erlebnis. Ich bin überwältigt! Und wenn ihr in Südafrika keine Zeit für eine Safari habt, aber auf Wildtiere nicht verzichten möchtet, dann ist das euer Place to be! Denn hier hat man die Chance, Zebras, Springböcken und Co. ganz nah zu sein.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.59.33Das Nature Reserve des Koeberg Nuclear Power Station ist ungefähr 30 km von Kapstadts Innenstadt entfernt. Es befindet sich an der Westküste noch hinter Melkbosstrand. Das Gelände ist etwa 3.000 ha groß und für die Öffentlichkeit zugänglich. Allerdings muss man sich ausweisen können. Fahrräder sind erlaubt. Man kann wunderbar Mountain Biken, Wandern (Dikkop Trail) oder die Tiere beobachten. Es gibt Spingböcke, Zebras, Elands, Strauße und hunderte Vögel. Achtsam sollte man sein und festes Schuhwerk tragen, da es auch Schlangen wie die Cape Cobra gibt. Weitere Infos im Link.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.01.06

 

Mit der TUI-Tocher „Worldwide Active“ zum Inselhüpfen in Kroatien!

Als Siegerin des Worldwide-Active-Gewinnspiels war ich in Kroatien mit Schiff und Bike unterwegs. Inselhüpfen stand auf dem Fahrplan. Das heißt, es wird täglich eine andere Insel mit dem Motorsegler angesteuert, die dann mit dem Bike erkundet wird. Kroatien mal ganz anders zu entdecken und den Reiz dieses Traumlandes abseits touristischer Pfade zu erkunden, war dabei meine Aufgabe. Worldwide-Active ist ein Bike- und Trekkingreiseveranstalter in Österreich und gehört mittlerweile zur TUI-Group.

http://blog.tui.at/kroatien-reiseblog-von-worldwide-active

Leni Kroatien