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Wo beobachtet man am besten Tiere in Afrika? Insider Guide zu den besten Safari-Parks

Wo beobachtet man am besten Tiere in Afrika? Mit Insider-Wissen und eigenen Bildern von unzähligen Safaris in Afrika helfe ich dir, die für dich perfekte Safari-Location zu finden. Ich gebe dir Tipps, in welchen Nationalparks du die spektakulärsten Beobachtungen machen kannst und die besten Chancen hast, deinem Lieblingstier zu begegnen.

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Der Sehnsuchtskontinent

Afrika steht für faszinierende Landschaften und eine beeindruckende Zahl wilder Tiere, die es sonst nirgendwo mehr gibt auf dieser Welt. Einige von ihnen findest du sehr leicht in den Nationalparks und Wildreservaten der meisten südlichen und ostafrikanischen Länder. Aber längst nicht alle lassen sich so leicht aufspüren.

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Ein paar der Tiere Afrikas – wie Zebras, Giraffen, Warzenschweine und Antilopen findest du über viele Länder des Kontinents verteilt, obwohl die einzelnen Arten von Region zu Region variieren und manche seltener sind als andere, wirst du ihnen dennoch ziemlich sicher begegnen. Hier möchte ich dir zunächst den Etoscha Nationalpark in Namibia ans Herz legen. Der Park ist gerade zur Trockenzeit perfekt zur Tierbeobachtung.

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In den meisten Parks mit einer zuverlässigen Wasserquelle gibt es auch sehr wahrscheinlich Flusspferde und Nilkrokodile. Schwerer wird es jedoch, wenn man die Big Five (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard) ausspüren möchte. Ich bin auf Fährtennsuche gegangen und gebe Tipps, wo du dein Safari-Glück* am besten starten solltest.

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Löwe – der König des Tierreichs

Wie kaum ein zweiter Vertreter des Tierreichs ist der Löwe das Sinnbild für naturgegebene Stärke, Gewandtheit, Tapferkeit und ein imposantes Auftreten. Er symbolisiert Macht und Herrschaftsanspruch und fasziniert die Menschen von jeher.

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Obwohl ihre Zahl rückläufig ist, bleiben Löwen aus mehreren Gründen die am einfachsten zu beobachtende der drei Großkatzenarten Afrikas. Da sie keine natürlichen Feinde haben und sie in Rudeln leben, verbringen sie mehr Zeit in der freien Wildnis als Geparden und Leoparden. Diese Katzen ziehen sich gerne ins Dickicht zurück oder klettern auf Bäume. Daher sind Löwen viel leichter aufzuspüren als ihren Verwandten.

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Und obwohl Löwen vorwiegend in der Morgen- und Abenddämmerung oder nach Einbruch der Dunkelheit jagen, sind sie manchmal auch tagsüber aktiv. Dennoch ist es am wahrscheinlichsten, dass man Löwen dösend im Schatten sieht, da sie bis zu 20 Stunden am Tag schlafend verbringen. Für Reisende also beste Voraussetzungen, sie ganz in Ruhe beobachten zu können.

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Du findest Löwen in Reservaten in ganz Süd- und Ostafrika, aber die beste Wahl sind der Ruaha-Nationalpark in Tansania (hier beheimatet sind 10 Prozent der weltweiten Löwenpopulation) und der Kgalagadi Transfrontier Park in Südafrika und Botswana. Letzterer ist bekannt für seine Schwarzmähnenlöwen. Wenn man während der Gnuwanderung (Great Migration) in die Serengeti (Tansania) oder die Masai Mara (Kenia) reist, hat man wahrscheinlich die besten Chancen, sie tagsüber in Aktion zu sehen.

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Wer weißen Löwen begegnen möchte, der sollte sein Glück im Pumba Private Game Reserve, Timbavati Game Reserve oder in Sanbona Private Game Reserve in Südafrika versuchen. Hier bin ich ihnen gleich auf meiner allerersten Pirschfahrt begegnet und schwärme immer noch davon.

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Leopard – Raubkatze mit Biss

Für die Samurai ist der Leopard ein altes und mächtiges Krafttier. In der Traumdeutung ist er ein Sinnbild für Mut und Stärke sowie Triebhaftigkeit. In Afrika ist er Mitglied der „Big Five“. Aufgrund seiner nächtlichen Jagdgewohnheiten und seiner schwer fassbaren Einzelgängermentatlität ist er oft nur schwer zu entdecken. Das heißt aber nicht, dass es unmöglich ist, ihn zu entdecken. Mich hat es allerdings fast 10 Jahre Pirschfahrten gekostet, ihm zu begegnen. Viele der Top-Safari-Destinationen Afrikas haben Leoparden auf ihrer Tier-Checkliste, aber diese muss man halt kennen und noch Glück dazu haben.

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Um deine Chancen auf eine Sichtung zu erhöhen, ist es unbedingt ratsam, nach oben zu schauen. Leoparden verbringen einen Großteil ihrer Tageszeit schlafend hoch über dem Boden in den Ästen der Akazienbäume. Die Chance, ihnen zu begegnen, erhöht sich exponentiell, wenn man sich für eine Nachtsafari anmeldet. Die Nationalparks in Tansania und Kenia erlauben normalerweise keine Pirschfahrten nach Einbruch der Dunkelheit, daher solltest du einen Aufenthalt in einem privaten Reservat oder einer Konzession buchen.

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Andernorts in Afrika gibt es Reservate mit einem guten Ruf für Leoparden-Sichtungen, darunter das Sabi Sands Game Reserve in Südafrika und der South Luangwa National Park in Sambia. Letzterer hat die höchste Konzentration von Leoparden auf dem Kontinent und auch ich hatte dort eine phänomenale Sichtung.

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Gepard – Schnelle Schönheit

Der Gepard als Krafttier ist der Vorbote für Veränderungen, aber er steht auch für für Eleganz und Stärke. In Afrika sieht man in ihm in erster Linie einen herausregenden Jäger. Die kleinste der afrikanischen Großkatzenarten ist dafür bekannt, das schnellste Landtier des Planeten zu sein. Genau diesse Faszination lockt viele Reisende auf den Kontinent.

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Mit Ausnahme von Müttern, die mit ihrem Nachwuchs unterwegs sind, sind Geparden typischerweise Einzelgänger, und ihr schlanker Körperbau macht sie anfällig für größere Raubtiere und daher in der Natur eher scheu. Aus diesen beiden Gründen ist es ein seltenes Vergnügen, sie in freier Wildbahn zu sehen. Deine Chancen, sie dennoch zu entdecken, kannst du erhöhen, wenn du in Parks mit einer dichteren Population reist.

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Dazu gehören der Kgalagadi Transfrontier Park (ein wahres Wunderland für die meisten Raubtierarten), die Serengeti (Tansania) und die Masai Mara (Kenia), in der Migrationszeit (wenn es genügend Beute für Geparden gibt, die sie jagen können, ohne sich um die Konkurrenz von Löwen und Hyänen sorgen zu müssen) und im Chitabe-Gebiet von Botswanas Okavango-Delta.

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Für garantierte Sichtungen bietet das Okonjima-Naturreservat in Namibia Gästen die Möglichkeit, rehabilitierte Geparden zu verfolgen, die mit einem Satellitenhalsband ausgestattet wurden. Auf der Bagatelle Kalahari Game Ranch in der Kalahari findet ihr sie ebenso und könnt bei einer Fütterung dabei sein. In Namibia hatte ich mehrere hervorragende Sichtungen.

Wild dogs (Afrikanischer Wildhund) – der bunte Wolf

Aufgrund seines Aussehens werden Wild Dogs auch gerne als bunte Wölfe bezeichnet, denn jedes Tier trägt auf der schwarzen Grundfarbe ein individuelles Muster aus braunen, rötlichen, gelben und weißen Flecken. Tragischerweise ist der Afrikanische Wildhund (Painted Wolf) in ganz Afrika aufgrund von Wilderei, Lebensraumverlust durch Haushunde, übertragene Krankheiten und Konflikten mit Farmern, die ihr Vieh schützen, stark rückläufig. Er ist nach dem Äthiopischen Wolf der zweithäufigste Canide in Afrika und wird auf der Roten Liste der IUCN als gefährdet geführt.

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Trotz ihrer Seltenheit sind einige Safaridestinationen für ihre stabilen Wildhundpopulationen bekannt. Dazu gehören Botswanas Linyanti-, Selinda- und Savuti-Regionen, die legendäre Rudel beherbergen, sowie der Hwange-Nationalpark und der Mana-Pools-Nationalpark in Simbabwe, die beide lebenswichtige Wildhund-Schutzprojekte beherbergen. Der abgelegene Ruaha-Nationalpark in Tansania bietet ein Refugium für die drittgrößte Wildhundpopulation der Welt. Und wenn ihr Wildhunde-Sichtungen mit dem Luxus eines privaten Wildreservats kombinieren möchtet, gilt das Madikwe Game Reserve als einer der besten Orte, um sie in Südafrika zu beobachten. Ich hatte das Glück, sie in Mana-Pools Simbabwe aufspüren zu können. Allerdings nur aus großer Entfernung, also seht mir die nicht optimalen Fotos nach.

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Elefanten – Icone der Wildnis

Der majestätische Elefant ist ein beliebtes Symbol für Weisheit, Kraft und Klugheit. In Afrika wird der Elefant als Sinnbild von Glück und einem langen Lebens verehrt: Denn Elefanten können bis zu 80 Jahre und älter werden. In Asien verkörpert der Elefant Scharfsinn, Energie und Souveränität.

 

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Jahrzehnte der unerbittlichen Wilderei für den Elfenbeinhandel haben die Zukunft des afrikanischen Elefanten bedroht, eine Art, die heute als gefährdet gilt. Glücklicherweise haben die Schutzbemühungen in vielen der größten Parks und Reservate des südlichen und östlichen Afrikas dazu geführt, dass die Populationen wieder zunehmen – und in einigen Gebieten gibt es Elefanten im Überfluss, so auch im Hwange-Nationalpark in Simbabwe und dem benachbarten Chobe-Nationalpark in Botswana.

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Ein absolutes Highlight sind auch die Elefanten-Beobachtungen in Mana-Pools in Simbabwe. Mit etwas Glück könnt ihr die Tiere dabei beobachten, wie sie sich auf die Hinterbeine stellen und Blüten und Früchte von den Bäumen pflücken. Ich hatte aus weiter Ferne das Vergnügen. Wer badende Elefanten beobachten möchte, sollte nach Chobe in Botswana oder an den Lake Kariba in Simbabwe.

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Eine ziemlich hohe Wahrscheinlichkeit, die Tiere zu beobachten, habt ihr auch im Addo-Elephant-Park in Südafrika. Zudem ist dieser Park gut zu erreichen, frei von Malaria und daher auch gut für Familien mit Kindern geeignet. Mein Video im Link.

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Ich bin bei allen meinen Pirschfahrten auf Elefanten gestoßen und für mich ist dies auch das absolut Größte sie zu beobachten. Wenn ich mich nach Afrika zurück träume, dann immer in den South Luangwa Nationalpark in Sambia. Ich sehe dann immer die Elefanten beim Durchqueren des Luangwa Rivers vor meinem inneren Auge, dann geht mir geht das Herz auf und die Tränchen kullern – einfach weil ich so dankbar bin, dass schon erlebt zu haben.

*Übrigens: Wundert euch nicht, wenn man euch auf einer Lodge fragt, ob ihr einen „Game Drive“ machen möchtet und das obwohl ihr doch wegen Safaris da seid. In Deutschland meint „Safari“ oft die eigentliche Pirschfahrt zu den Tieren, diese wird in Afrika allerdings „Game drive“ genannt. Eine Safari bezeichnet das Gesamterlebnis mit Anreise (Fly-In-Safari z.B.), Lodge-Aufenthalt und der Pirschfahrt. Im übrigen werdet ihr in Afrika ganz sicher auf Glamping stoßen. Was das ist und was man dabei beachten sollte, verrate ich im Link.

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Im Beitrag habe ich dir alle Parks und Destinationen verlinkt. Mit einem Klick auf den Namen des Reservats kommst du zur jeweiligen Website und kannst dich dort weiterführend informieren. Für mehr spannende Reise-Tipps auf dem afrikanischen Kontinent durchforste doch mal ganz wild mein Archiv. Ich freu mich drauf, dich zu inspirieren. Bei Fragen kontaktiere mich gerne via Kontaktformular oder Social Media.

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Insider Info Post_Corona_Reise_Tansania_Sansibar_Afrika

Post Corona Reise nach Tansania/ Sansibar – Was beachten in der aktuellen Lage?

Hamadi Ningaa ist ein Freund von mir aus Tansania. Wir haben uns über unsere gemeinsame Leidenschaft für Afrika auf Instagram kennengelernt. Als ich 2019 zu meinem Campingtrip durch das südliche Afrika starten wollte, entschlossen wir, uns nun auch im wahren Leben zu treffen. Und so haben wir uns am Fuße des Kilimanjaro, dann auch persönlich kennengelernt. Hamadi hat ein kleines, lokales Safariunternehmen namens „Faces of Africa Adventures“ und wir waren zusammen im Arusha Nationalpark. So hatten wir die Chance uns anzufreunden und unsere Leidenschaft für Tiere und Fotografie zu teilen.

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Jetzt hab ich ihn gebeten, mir ein wenig über die Situation für Touristen in/nach Coronazeiten zu berichten, um Reisende auf die örtlichen Gegebenheiten vorzubereiten. Seinen Erfahrungsschatz, also lokaler Anbieter und mit Urlaubern aus der ganzen Welt, möchte ich mit euch teilen. Hier unser Interview ins Deutsche übersetzt und ich hoffe, es gibt dir einen Eindruck über die Lage im Land und den Möglichkeiten für dich nach Tansania zu reisen.

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Hallo Hamadi, erzähl mir ein bisschen, wie ihr 2020 mit Corona in Tansania erlebt habt. Wie war die Situation für die Tourismusindustrie? Wie erging es den Hotels, den Restaurants, den Guides, aber auch der lokalen Bevölkerung?

Wie in anderen afrikanischen Ländern wurde die tansanische Tourismusindustrie so stark getroffen, dass Safariunternehmen, Restaurants und Unterkünfte geschlossen wurden, weil die Kunden ausblieben. Unsere Kunden kommen aus Europa, Amerika und Asien. Diese Bereiche gehörten zu den am meisten betroffenen Orten. Es gab also keine Möglichkeit nach Afrika bzw. nach Tansania zu reisen.

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Und das wurde vor allem durch die Einführung von Abriegelungen, Reisebeschränkungen und die Aussetzung internationaler Flüge beschleunigt. Reiseleiter und andere Leute in der Branche verloren ihre Jobs. Zum Glück zahlten ein paar Unternehmen ihren Mitarbeitern wenigstens so um die 20-40 % der Gehälter. Auch Einheimische waren von der Pandemie betroffen, vor allem diejenigen, die sich mit der Durchführung von kulturellen Exkursionen befassen, und diejenigen mit Souvenirläden usw.

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Gab es überhaupt noch Reisende?

Die Reisenden, die übrig blieben, waren diejenigen, die auf Safari waren und jene, die festsaßen, nachdem die Fluggesellschaften ihre Dienste eingestellt hatten. Aber später wurden einige der Reisenden zurück in ihre Länder gebracht, nachdem ihre Regierungen Sonderflüge für sie organisiert hatten.

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Wie ist die Lage aktuell? Ist Tansania bzw. auch Sansibar wieder zu bereisen für Touristen?

Tansania gehört zu den ganz wenigen Ländern, die es geschafft haben, COVID-19 zu bekämpfen. Die Krankenhäuser, die speziell für die Behandlung von Menschen mit Corona eingerichtet waren, wurden alle geschlossen und werden jetzt für Patienten mit anderen Krankheiten genutzt.

Tansania macht eine Pandemie nicht an Testpositiven fest, sondern wie „normal“ an Sterbezahlen. Bei den Tests gibt es immer Falschpositive. Wenn man nur 1 Mio Menschen testet, dann kommen immer 10.000 Falschpositive dabei raus. Der Hersteller gibt auf der Packung diese 1% Fehlerquote an. Wissenschaftler gehen von einer viel größeren Falschpositiv-Rate aus. Ab 5 % Toten gilt es international als eine Pandemie. Die durchschnittliche Infektionssterblichkeit liegt weltweit nur bei 0,23 Prozent, also 4,77% entfernt von einer Pandämie. Auch eine Übersterblichkeit gibt es in Tansania nicht, deshalb spricht die Regierung nicht von einer Pandemie.

Anmerkung von mir:
Was die WHO in ihrer Nutzanwendungsrichtlinie WHO Information Notice for IVD Users 2020/05 bestätigt, bedeutet nicht weniger, als dass ein Großteil der gegenwärtig mit „Neuinfektionen“ gleichgesetzten positiven PCR-Tests mutmaßlich gar keine Aussage über eine Corona-Infektion treffen kann –  weil eine zu hohe Zahl an Replikationszyklen beim Labortest (Ct-Wert), wie sie etwa in Deutschland bislang akzeptiert wird, kaum noch zum Nachweis einer echten Sars-CoV2-Infektion taugt. Je höher der Ct-Wert, desto geringer ist die Belastung der Probe mit dem Virus bzw. dessen genetischem Material. Und genau auf dieser Testungenauigkeit, gründet sich die Entscheidung der Regierung von Tansania, eine Pandemie nicht an Testpositiven festzumachen, sondern an der Sterblichkeit.

Die Menschen arbeiten wie in der Vergangenheit. Unterkünfte und Restaurants sind geöffnet, Fluggesellschaften wie Ethiopian Airline, KLM, Qatar etc. haben ihre Flüge nach Tansania wieder aufgenommen.

Wir haben begonnen, Kunden aus verschiedenen Teilen der Welt zu empfangen, aber nicht in so großer Zahl wie in der Vergangenheit. Das liegt daran, dass es in einigen Ländern immer noch Probleme gibt, die Situation zu kontrollieren, dass es immer noch lokale Einschränkungen und Ängste unter den Reisenden gibt, die das Wachstum der Tourismusindustrie in Tansania behindern. Aber wir sind glücklich darüber, wie es jetzt ist – zumindest sehen wir das Licht, das die Dunkelheit durchdringt.

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Gab es Schließungen im Gastgewerbe, sodass es jetzt weniger Unterkünfte oder Restaurants gibt?

Natürlich waren viele Unterkünfte in den Nationalparks und in den Städten und auf Sansibar geschlossen, aber jetzt sind sie nach erfolgreicher Bekämpfung der Pandemie wieder geöffnet.

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Wie hat sich die Situation auf die Preise ausgewirkt?

Das Geschäft ist zu wettbewerbsintensiv geworden, jeder Reiseveranstalter bemüht sich, einen möglichst günstigen Preis zu bieten, um überhaupt überleben zu können, denn Kunden sind rar. Dies hat auch Unterkünfte gezwungen, ihre Angebotspreise zu senken, nur um mit der Realität fertig zu werden. Jeder sagt sich dass „etwas“ besser ist als nichts.

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Welche Airlines fliegen nach Tansania?

Äthiopische Fluggesellschaft, KLM; Qatar, Turkish Airlines, Kenya Airways.

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Braucht man einen Corona-Test zur Einreise?

Von Touristikern aus Deutschland habe ich die Info bekommen, dass kein PCR Test benötigt wird.
Sie beziehen sich auf ein Dokument vom August 2020, welches hier nachzulesen ist:
https://de.tzembassy.go.tz

Die Botschaft bestätigt dies:

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Wichtig zu wissen ist aber, dass manche Airlines diesen Test von Reisenden fordern. Die Niederländische KLM verlangt ihn sogar bei ihren Stop-Over-Flügen über Amsterdam und fordert zudem noch einen Schnelltest 4 Stunden vor Abflug. An Flughäfen kann man diese Tests in der Regel machen. Beachtenswert ist hier, dass man die entsprechende Wartezeit auf das Ergebnis mit einplanen muss und ggf. über eine Übernachtung am Flughafen nachdenken sollte.

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Muss man in Quarantäne und wie ist die aktuelle Situation?

Es gibt keine Quarantäne, die ankommenden Reisenden zeigen nur ihre Zertifikate und ein erweitertes Screening, danach dürfen sie mit ihren Plänen fortfahren. Aber ein Reisender muss sicherstellen, dass er/sie eine Maske trägt und Handdesinfektionsmittel hat. Häufiges Händewaschen wird ebenfalls empfohlen, nur um sich selbst zu schützen.

Tansania hat keine aktiven Corona-Fälle. Was sich auch daraus ableiten lässt:

  • Das Durchschnittsalter liegt bei 18,3 Jahren, in Deutsschland liegt es bei 45,8 Jahren. Das heißt der Anteil an Risikopatienten in der Bevölkerung ist viel geringer als in Deutschland.
  • Der Altersmedian der Corona-Verstorbenen in Deutschland liegt bei 82 Jahren. Das heißt die Hälfte der Verstorbenen ist älter als 82 Jahre. In Tansiania ist diese Bevölkerungsgruppe viel kleiner.
  • Das Leben findet in großen Teilen außen statt, die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit sind sehr hoch bzw. höher als in Deutschland. Erwiesenermaßen tötet UV-Licht das Virus und es verbreitet sich an der frischen Luft schlechter.
  • Es wird gemunkelt, dass bereits im Januar/ Februar die erste Welle übers Land zog, was zu diesem Zeitpunkt jedoch keiner gewusst hat. Dies bestätigen auch Auswertungen von Ärzten aus Nairobi. Da bedingt durch die junge Bevölkerung die meisten Corona gar nicht mitbekommen, scheint man in Tansania einer Herdenimonisierung bereits viel näher zu sein.
  • Auch hat Tansania einen andere Umgang mit BigPharma, was sich aus deren Erfahrungen in der Vergangenheit ableiten lässt (siehe Beispielhaft der Film „Der ewige Gärtner„)

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Dürfen Bürger aus Risikoländern einfliegen?

Tansania steht jeder Person aus jedem Land offen und ist aktuell eines der beliebtesten Reiseländer überhaupt. Viele Reisende schätzen, die Freiheiten die sie hier haben. „Ein Leben wie vor Corona“ oder „frei Atmen“ und „endlich wieder soziale Kontakte“ werden ganz oft genannt.

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Braucht man am Flughafen länger für die Abfertigung?

Nein, es sei denn, der Gast hat andere Probleme, deren Lösung Zeit erfordert.

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Aus welchen Ländern der Welt kommen aktuell die meisten Touristen?

Generell kommen die meisten Touristen derzeit aus europäischen Ländern, aber sogar auch aus Russland!

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Ist es aktuell möglich auf Safari/ Game Drive zu gehen?

Hundert Prozent JA! Und dadurch, dass es keinen Ansturm gibt, ist es einmal mehr ein riesen Erlebnis.

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Fahren die Fähren nach Sansibar?

Die Fährverbindung nach Sansibar geht ganz normal. Genauso gut kann man auch einen lokalen Flug auf die Insel nehmen.
Zu beachten ist, dass auch hier die Gelbfieberimfpung überprüft und Fieber gemessen wird. Aber das war auch schon vor Corona so.

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Sind Trackingtouren auf den Kilimanjaro möglich?

Absolut zu Hundertprozent möglich. Wir organisieren diese Ausflüge auch und arbeiten mit ausgebildeten & zertifizierten Guides zusammen.

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Was sollte ich mitbringen, wenn ich in Tansania reisen möchte?

Das Packen für einen Tansania-Urlaub hängt ganz davon ab, zu welcher Jahreszeit, welcher Art der Reise oder für was für eine Safari man sich entscheidet. Man kann seinen Reiseveranstalter während des Gesprächs freundlich fragen und er wird sicherlich helfen, indem er die Reisezeit und die Art der Aktivitäten, die der Kunde buchen möchte, berücksichtigt. Danach richtet sich dann die Packliste. Die unten stehenden Tipps habe ich dir und deinen Lesern mal zusammengestellt:

Reisedokumente

  • Gültiger Reisepass
  • Gelbfieber-Impfnachweis/ Zertifikat (wird am Flughafen, sowie auf der Fähre nach Sansibar überprüft)
  • Visum für Tansania, erhältlich bei den Botschafte in Deutschland oder am Flughafen bei der Ankunft
  • Kopie der Flugunterlagen
  • Kopie der Reise- und/ oder medizinischen Evakuierungsversicherung
  • Kranken-/ Zahnversichersbescheinigungen
  • Kreditkarte (Visa und MasterCard werden am häufigsten akzeptiert)

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Kleidung

Bei der Auswahl der Safari-Garderobe sollte man sich von grellen Farben fernhalten – Kaki und andere neutrale Farben eignen sich am besten.
Sinnvoll ist es, wenn man sich in Schichten kleidet, da es kalt, aber auch sehr heiß werden kann.
  • Pullover oder Fleece-Pullover zum Warmhalten
  • Feste Stiefel oder Sandalen
  • Sonnenhut
  • Sonnenbrille
  • T-Shirts oder Poloshirts (2-5, je nachdem, wie oft Sie sich umziehen möchten)
  • Langärmelige Hemden (leichtes Gewicht)
  • Kurze Hosen
  • Lange Hosen
  • Unterwäsche
  • Socken
  • Nachtwäsche
  • Reisehandtuch
  • Thermounterwäsche, Handschuhe und warme Mütze (während Mai – Sept.)
  • Regenjacke und Regenhose (während der Regenzeit März – Mai und Oktober – Dezember)

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Sehr empfehlenswert

  • Kamera und Speicherkarten
  • Fernglas
  • Sonnenschutzmittel
  • Handdesinfektionsmittel und Feuchttücher
  • Insektenschutzmittel
  • Persönliche Toilettenartikel (Seife, Shampoo, Zahnbürste, Augentropfen etc.)
  • Mückenschutzmittel
  • Grundlegende Erste-Hilfe-Ausrüstung und verschreibungspflichtige Medikamente
  • Taschenlampe oder Stirnlampe
  • Ladegeräte und Ersatzbatterien für Ihre Kamera, Ihr Telefon usw.
  • Stromadapter für britische Steckdosen

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Andere Tipps

  • Nimm ein weiches Gepäckstück wie einen Seesack, ein Duffelbag, einen Wanderrucksack oder eine Sporttasche mit. Diese sind ideal, um sie in ein Safarifahrzeug zu packen. Harte Koffer lassen sich oft nur schwer in die Fahrzeuge einpacken und werden zB. bei Fly-in-Safaris gar nicht akzeptiert.
  • Bringee einen Tagesrucksack mit, in dem Sie all die wichtigen Dinge wie Reisedokumente, Geld, Kamera, Medikamente usw. verstauen können. Diesen Rucksack sollte man immer bei sich haben.
  • Luxusgegenstände sowie Haartrockner/ Glätteisen, teuren Schmuck, Make-up und sperrige Toilettenartikel am Besten auf ein absolutes Minimum beschränkt.
  • Bargeld teilt man am besten auf verschiedene Bereiche des Handgepäcks, der Brieftasche und dem Geldgürtel auf, für den Fall, dass einem dieser Gegenstände etwas zustößt.
  • Etwas Platz im Gepäck zu lassen macht auch Sinn, wenn man sich Souvenirs mit nach Hause nehmen möchte. Es gibt Orte, an denen man Pakete über DHL etc. nach Hause schicken kann, allerdings kann dies eine recht teure Option sein.

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Sind Masken verpflichtend? Gibt es Bußgelder?

Masken werden zur Sicherheit und zur Sicherheit anderer an belebten Plätzen dringend empfohlen. Ein Bußgeld gibt es bei uns dafür nicht.

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Welche Maßnahmen zur Sicherheit von Reisenden gibt es im Tourismus?

Um die Sicherheit der Reisenden und anderer Personen in ihrer Umgebung zu gewährleisten, wurden bisher verschiedene Maßnahmen ergriffen, darunter das Tragen von Masken für Reisende und Personen, die Dienstleistungen anbieten, die Förderung der Distanzierung, Desinfektionsmittel, Handwaschseifen und zusätzliche Masken in allen Unterkünften und in Safari-Fahrzeugen. Tägliche Temperaturkontrollen und Begasung an Sammelplätzen und anderen ausgewählten Orten wurden eingeführt.

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Mit welchen Einschränkungen muss man eventuell rechnen?

Man muss nur den Coronavirus-Test machen und dafür das Zertifikat haben, nicht mehr.

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In Südafrika soll es unsicherer geworden sein, zu reisen. Wie ist das in Tansania?

Tansania ist ein sehr sicheres Reiseland, wir sind von der Welttourismusorganisation anerkannt und haben den SAFE TRAVEL STAMP erhalten.

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Welche Vorteile hat man jetzt nach Tansania zu reisen?

Zuallererst ist Tansania politisch sicher und hat die erstaunlichsten Reiseziele in Afrika und auf der ganzen Welt. Eine andere Sache ist, dass Tansania ein COVID-19 freies Land ist. Trotzdem sind die Preise für Safaris und Ausflüge günstiger als zB. in Botswana.

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Gibt es aktuell günstigere Preise?

Natürlich sind die Preise günstiger geworden und oft auch verhandelbar. Jeder kämpft ums Überleben und das wirkt sich natürlich auch auf

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Sind weniger Touristen in den Parks? Für mich wäre das ein riesen Vorteil, genau jetzt zu reisen!

Ja, es gibt immer noch wenige Besucher, und die Zahl steigt nur langsam. Aber dadurch hat man die Möglichkeit, länger bei den Tieren zu bleiben und zu beobachten. Eigentlich ist jetzt sogar die beste Zeit für eine Safari. Früher standen die Fahrzeuge oft in langen Schlangen hintereinander. Das hat sich geändert.

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Was ist durch Corona bei euren Safaris anders geworden?

Aufgrund von Corona haben wir die Art und Weise, wie wir unseren Kunden unsere Dienstleistungen anbieten, geändert. Jetzt haben wir mehr Maßnahmen hinzugefügt, die unsere Kunden und uns selbst vor der Verbreitung des Covid-19 schützen. Bei jeder Safari stellen wir sicher, dass das Gepäck desinfiziert wird, jeder eine Maske trägt, die Hände oft desinfiziert werden und die Temperatur jedes Safari-Teilnehmers aufgezeichnet wird. Zu guter Letzt halten wir auch die Abstände zueinander ein. Eine weitere Änderung, die wir vorgenommen haben, ist die Senkung unserer Safaripreise. Dies ist ein Vorteil für jeden Reisebegeisterten, aber für uns ist es eine der Möglichkeiten, unsere Tourismusindustrie anzukurbeln.

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Warum im Speziellen empfiehlst du nach Tansania zu reisen anstatt z. B. nach Südafrika oder Kenia?

Wie ich schon gesagt habe, ist Tansania politisch sicher und hat die erstaunlichsten Reiseziele in Afrika und auf der ganzen Welt. Eine andere Sache ist, dass Tansania ein COVID-19 freies Land ist. Trotzdem sind die Preise für Safaris und Ausflüge billiger als früher.

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Was sind deine Highlights, wenn man sich für eine Reise nach Tansania entscheidet?

Während dieser Zeit würde ich es vorziehen, den südlichen und westlichen Rundkurs zu besuchen, dazu gehören das Selous Wildreservat, der Nyerere Nationalpark, der Ruaha Nationalpark, der Gombe Stream Nationalpark, der Mahale Nationalpark, Katavi und vielleicht der Mikumi Nationalpark. Dies sind weniger überlaufene Ziele, aber mit vielen Attraktionen und Aktivitäten, denen man sich hingeben kann.

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Zum Beispiel Schimpansen-Trekking und Bootsfahrten in Gombe und Mahale, Wildbeobachtungsfahrten, Naturwanderungen und Bootsfahrten im Selous Wildreservat, Ruaha Nationalpark und Nyerere Nationalpark. Die Landschaften dieser Ziele sind ebenfalls atemberaubend und faszinierend. Die restlichen Orte die ich bevorzugen würde, sind der Kilimanjaro und Sansibar. Es ist nicht so, dass die anderen Orte, einschließlich des Serengeti Nationalparks, nicht schön wären, nein! Aber wenn Sie auf der Suche nach wirklich Privatsphäre sind, sind die oben genannten Orte in dieser Zeit zu sein.

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Wie würdest du eine 3 -wöchige Reise planen?

Natürlich hängt die Organisation von Reisen von den Interessen und Erwartungen einer Person ab, die eine Reise plant. Und eine 3-Wochen-Reise kann eine Menge an Aktivitäten enthalten: So zum Beispiel Berg-Trekking am Kilimanjaro Berg oder Mount Meru, Safaris/ Game Drives in verschiedenen Nationalparks in nördlichen oder südlichen Region.

Aber auch Natur- und Kulturausflüge, Boots- oder Kanufahrten, Strandurlaub in Sansibar, Ballonsafari und viele andere unglaubliche Aktivitäten, je nach Interesse des Gastes. Deshalb ist es für uns wichtig, die einzigartigen Bedürfnisse unserer Kunden zuerst zu verstehen, danach sind wir in der Lage, die beste Reiseroute für ihn maß zu schneidern. Wir schenken jeder Information große Aufmerksamkeit, beraten und schenken dann unvergessliche Erlebnisse.

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Deutsche brauchen zur Wiedereinreise einen PCR Test, wo kann man den machen lassen?

An allen Flughäfen hat man die Möglichkeit zu diesen Tests, auch auf Sansibar. Dazu muss man sich online registrieren: Pimacovid.moh.go.tz! In Sansibar bekommt man die Tests auch im Mnazi Mmoja Hospital.

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Was möchtest du gerade den deutschsprachigen Reisenden noch mitgeben?

Wir versichern unseren Gästen die besten und ultimativen Dienstleistungen. Wir haben das beste Team von deutschsprachigen Reiseleitern, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Erwartungen und besonders die Herzenswünsche zu erfüllen. Unsere Preise sind sehr erschwinglich und die Reiserouten sind auf die Bedürfnisse der Kunden, auch derer mit Kindern, zugeschnitten.

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Vielen Dank für deine wertvollen Einblicke!

Thank you too, and you are most welcome, Regards Hamadi

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Warum ich jetzt empfehle zu reisen? Das kannst du in diesem Blogbeitrag nachlesen:
https://www.couchabenteurer.de/sind-reisen-zu-corona-zeiten-ethisch-und-sozial-vertretbar

Wer sich für eine Reise nach Tansania und mit Faces of Africa Adventures interessiert, der darf Hamadi gerne kontaktieren. Seine Website findet ihr unter: www.faceafricaadventures.com
Fragt mit dem Code „Couchabenteurer“ nach einem Discount für eure Reise und genießt exklusive Freundschaftsvorteile.

Ich hoffe, ich konnte den ein oder anderen ermutigen, sich für eine Reise nach Tansania zu begeistern. Wenn du Fragen hast, nimm mit mir oder Hamadi direkt Kontakt auf. Wir freuen uns auf deine Rückmeldungen. Und denk dran: Nur wer rausgeht, kann die Welt erleben und sich selbst eine eigene, objektive Meinung aneignen.

Das Fotomaterial stammt von meiner Nomad-Adventure-Reise aus dem Jahr 2019.

Kenntlichmachung: Ich habe keinerlei finanziellen Zuwendungen oder anderen Dienstleistungen für diesen Blogbeitrag erhalten, sondern ich möchte meinen Freund Hamadi und den Tourismus in Tansania in dieser schwierigen Zeit unterstützen.

 

Flyinsafari Buschsafari Flugsafari

Fly-In-Safari in Afrika – Was ist das & lohnt sich das?

Fly-In-Safari, Flugsafari oder Buschsafari beschreiben alle das Gleiche, nämlich vereinfacht ausgedrückt, die Anreise zu Wildlife-Gebieten oder Naturreservaten beziehungsweise deren Safari-Lodges per Flugzeug. Und weil der Gast bequem von Camp zu Camp einfliegt, entstandt eben der Begriff „Fly-In-Safari“  was aus dem englischen kommt und „Flieg-ein-Safari“ heißt.

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Flugsafaris sind meist Teil einer Kleingruppen- oder Individual-Safari und die Gäste werden in der Regel per Propeller-Kleinflugzeug transportiert. Ein typischer und sehr beliebter „Buschflieger“ ist die Cessna 206. Sie hat nur zwischen sechs und fünfzehn Sitzen, was der Anreise noch mal eine ganz besonders persönliche Note gibt.

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Der Reisende kann schnell und nach seinen Bedürfnissen das Wunschziel erreichen und spart sich so Stunden der Anreise in schaukeligen Jeeps und auf holprigen Schotterpisten. Das ist zeiteffizient und zudem gelangt man auf diesem Weg auch in die abgelegensten Regionen, die anders gar nicht erreichbar wären.

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Das Erlebnis Fly-In-Safari

Die Erde aus der Luft zu sehen, ist schon ein riesengroßes Erlebnis, aber zudem noch einzigartige Tiermomente aus der Vogelperspektive zu erleben, ist für mich das absolut Größte. Fly-In-Safaris sind eben nicht nur eine schnelle Anreisemöglichkeit, sondern einfach ein fantastisches Naturerlebnis. Da diese Flüge in einer relativ geringen Höhe von nur wenigen hundert Höhenmetern durchgeführt werden, kann man diesen faszinierenden Kontinent in all seinen Facetten und auf besondere Weise wahrnehmen. Und nicht nur das, denn es gelingen oft auch Sichtungen von Elefanten, Nilpferden, Giraffen und anderen Tieren.

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Wer sich zudem einen Flug über das Okavango-Delta in Botswana gönnt, der hat außerdem gleich noch einen fantastischen Überblick über das weitverzweigte Kanalsystem und den Wasserreichtum dieses ganz besonderen Flussdeltas.

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Die perfekte Ergänzung

Ich sehe eine Flugsafari als perfekte Ergänzung zu einem Game drive, einer Horseback- oder Walking-Safari. Bei diesen Ausflügen ist man den Tieren zwar ganz nah, aber nur von einem Flugzeug aus bekommt man auch einen umfassen Blick für ihren Lebensraum. In Kombination sind sie das Dreamteam für einen erlebnisreichen Safari-Urlaub.

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Das sollte man wissen vor einer Fly-In-Safari

Gepäckbegrenzungen

Bei der Planung einer Flugsafari ist allerdings unbedingt die sehr strikte Gepäckbegrenzung zu beachten. Es empfielt sich daher, sich vorab gründlich darüber zu informieren, um nicht mit dem Koffer stehengelassen zu werden. So sind zum Beispiel nur bestimmte (sehr kleine) Maße erlaubt, keine Hartschalenkoffer oder Reisetaschen mit Gestänge. Es empfiehlt sich dringend, dies rechtzeitig zu klären, um sich ggf. enstsprechende Gepäckstücke kaufen zu können. Manche Lodges bieten übrigens inzwischen die Möglichkeit sich das eigentliche Reisegepäck zeitversetzt nachliefern zu lassen. So fliegt man nur mit kleinem Handgepäck und muss aber später auch auf nichts verzichten. Auch hier rate ich dazu, dies mit dem Veranstalter weit im Voraus zu klären. In Afrika ticken die Uhren bekanntlich anders und die Kommuniktation kann sich etwas hinziehen.

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Zwischenstopps

Es ist möglich, dass die Flüge bis zu dreimal stoppen, um andere Passagiere abzuholen oder abzusetzen. Wer Starts und Landungen genießt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

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Piloten

Viele der Buschpiloten kommen aus aller Welt, haben eine hervorragende Ausbildung genossen und sammeln hier als Teil ihrer beruflichen Karriere weitere Erfahrungen. Um große Verkehrsmaschinen steuern zu dürfen, ist praktische Routine in kleineren Fluggeräten eine unbedingte Voraussetzung.

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Navigation

Buschpiloten kennen sich mit der Navigation in abgeschiedenen Gegenden bestens aus, denn der Luftraum in Afrika unterliegt anderen Regeln als in Europa, Nordamerika oder Asien. Die Piloten wählen abhängig vom Wind eine Flughöhe, die sicherstellt, dass das Flugzeug so wenig wie möglich schaukelt. Außerdem wissen sie um die unterschiedlichen Anforderungen für Start und Landung auf Pisten im Busch.

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Sicherheit

Natürlich steht die Sicherheit der Fluggäste an oberster Stelle, deshalb werden die Maschinen regelmäßigen Wartungen unterzogen die sich strikt an internationale Standards und Vorschriften halten. Hierzu möchte ich auch erwähnen, dass meiner Meinung nach gerade diese kleinen Firmen besonderen Wert auf ihre Maschinen und Piloten legen, da sie ihr Kapital, ihr Einkommen und ihre Altersvorsorge sind. Entsprechend gut wird darauf geachtet, ausgebildet und gepflegt, was man den Maschinen auch ansieht.

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Kosten einer Fly-In-Safari

Bei einer Safari einzufliegen ist natürlich absoluter Luxus. Eine kleine wartungsintensive Maschine, ein extra Pilot, Instandhaltung der Pisten, Spritbeschaffung in Afrika – das alles hat seinen Preis und das auch zu Recht. Ganz pauschal würde ich sagen, dass man pro Person und Flug mit 350 bis 900 Dollar dabei ist. Das kommt natürlich ganz auf die Region, die Auslastung sowie die Entfernungen an. Wer so einen Flug als „Once in a lifetime“ Erlebnis sieht, dem würde ich trotz der Kosten unbedingt zu einer solchen Fly-In-Safari raten.

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Der Flug

Da es sich um kleinere Maschinen handelt und diese auch nur mit geringer Höhe fliegen, ist so ein Flug nicht mit einer Verkehrsmaschine vergleichbar. Entsprechend ist auch das Gefühl während des Fluges ein Anderes, da die Maschinen ganz anderen Winden und Kräften ausgetzt sind. Um allzugroße Schwankungen zu vermeiden, wird meist in den frühen Morgen oder späten Abendstunden geflogen. Totzdem kann der ein oder andere Flug, gerade wenn er über Berge führt, schon mal durch starke Winde oder die Thermik beeinflußt sein. Darauf sollte man sich einfach einstellen und den Flug als riesengroßes Abenteuer erleben.

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Anreise

Meiner Erfahrung nach wird die Anreise zum Rollfeld von der Lodge bzw. dem Reiseveranstalter aus organisiert. Sollte dies nicht der Fall sein, empfehle ich, die Unterkunft anzuschreiben und nach einem lokalen Anbieter zu fragen.

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Das Rollfeld

Meistens sind die Rollfelder auf einer Lichtung inmitten des afrikanischen Busches und in der Regel sind diese Pisten auch nicht asphaltiert. Ensprechend gehen Starts und Landungen etwas bewegter zu als auf geteerten Flugfeldern. Herzklopfen sollte das aber Niemandem machen, im Gegenteil. Ich empfinde es als riesengroßen Spaß, wenn es mal etwas holpriger zugeht.

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Kleidung

Natürlich kann man in seiner ganz normalen, lässigen Kleidung in den Flieger steigen. Ein Weitertransport zur Lodge erfolgt aber in der Regel im offenen Jeep und ist auch gleich eine kleine Safari. Daher empfehle ich direkt praktische, robuste Kleidung und entsprechendes, trittfestes Schuhwerk. Außerdem rate ich auch zu Hut und Sonnenbrille.

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Couchabenteurer-Profi-Tipp:

Fragt doch Euren Piloten mal, ob er nicht besonders niedrig fliegen oder eine extra Kurve drehen kann, um noch spektakulärere Blicke auf Flora und Fauna erhaschen zu können. Wenn Wetter, Sprit und die Umstände es zulassen ist der Pilot für diese Idee ganz sicher auch zu haben, denn auch er genießt die Freiheit die ihm sein Job als Buschflieger bietet. Außerdem lohnt es sich auch zu fragen, ob man ganz vorne auf dem Platz des Co-Piloten sitzen darf. Hier hat man eine noch bessere Rundumsicht und bekommt auch gleich noch die Chance die Arbeit im Cockpit zu beobachten. Für mich ist das dann die absolute Krönung einer Flugsafari.

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Fazit Fly-In-Safari:

Wenn man  die Chance hat, seine Anreise zur Wildlife-Lodge komfortabel zu gestalten und das Fliegen liebt, dann sollte der Buschflieger die erste Wahl bei einer Afrikareise sein. Denn diesen Kontinent mit seinen faszinierenden Landschaften und seiner atemberaubenden Tierwelt aus der Luft zu erleben, ist ein ganz besonderes und einmaliges Erlebnis, welches man sich nicht entgehen lassen sollte.

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Wildlife-Fotografie in Afrika. Tipps die dich zum Profi machen!

Wildlife Fotografie ist schon eine höhere Kunst, aber wenn man eine gute Ausrüstung hat, dann kann man auch als Amateur aufregende Aufnahmem machen. Wie du am Besten zu tollen Ergebnissen kommst und auch deine Aufnahmen begeistern zeige ich dir hier!IMG_0154
Der Schlüssel zu fesselnden Tieraufnahmen ist in erster Linie die richtige Ausrüstung, das Wissen um die besten Spots und natürlich das Glück des Moments. Denn Wildnis heißt auch, dass man sich nicht im Zoo befindet und die Motive platziert vor einem liegen. Wildnis heißt Geduld, Gespür und Fortuna auf deiner Seite. IMG_8038
Als Erstes möchte ich dir mit auf den Weg geben, dass auch du ein entscheidender Punkt bist. Denn auf Game Drive (so nennt man Safari´s eigentlich) kommt es auch auf deine Kleidung, dein Verhalten und deine Intuition an.
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Bunt angezogen fällst du auf und verschreckst die Tiere. Deshalb solltest du schon so gekleidet sein, dass du dich der Umgebung anpaßt und gedeckte Farben trägst. Das hilft dir später für die Tiere nicht als Gefahr wahrgenommen zu werden. Wenn sie sich nicht gestört fühlen, werden sie dich auch an ihrem Leben teilhaben lassen und diese Eindrücke allein sind unbezahlbar.
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Deine Unruhe und Geräusche übertragen sich auch auf deine Umwelt und entsprechend wird sich auch dein Motiv verhalten. Tiere haben einen hohen Instinkt. Spüren sie die Unruhe in der Umgebung werden sie schnell flüchten und dir entgeht die Chance. Deshalb verhalte dich immer ruhig und mit Bedacht.IMG_8191
Damit du in den Genuss von einzigartigen Tierbeobachtungen kommst, sind natürlich auch dein Ausgangsort, die Uhrzeit der Beobachtung und die Lichtverhältnisse entscheidend. Wer weiß, wo die Tiere sich wann aufhalten, hat gute Chancen ihnen auch zu begegnen. Die beste Zeit für Game Drives ist immer zum Sonnenauf- und -untergang. Auch kommt dir dann das warme Licht der „goldenen Stunde“ zugute, was deine Fotos besonders machen wird. Schieß das Foto mit der Sonne hinter dir, außer du möchtest einen speziellen Silhouetten-Effekt.IMG_8112
Als nächster Punkt zählt natürlich dein Equipment. Mit einem normalen Objektiv kommt man auf Game Drive schnell an seine Grenzen und wird enttäuscht sein vom Ergebnis. Eine Linse von mindestens 300 mm halte ich für angemessen. Richtig gut ausgestattet ist man allerdings erst mit einem 500er Objektiv. Gerne auch mit mehr. Denn nur so hat man die Möglichkeit auch nah genug an entfernte Motive zu gelangen.IMG_7997
Sei auf jeder Ausfahrt gut vorbereitet. Checke vor Abfahrt den Akkustand der Kamera, die Sauberkeit der Linse und stell sicher, dass auch die Speicherkarte noch ausreichend Platz hat. Führe Ersatzkarten und Batterien mit dir, sowie ein Mikrofasertuch. Auch unterwegs kann es staubig werden. Schütze deine Kamera während des Game Drives in dem du die Jacke, ein Tuch oder eine Decke darüber tust.
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Halte die Kamera von Anfang an parat, denn du weißt nie, wie schnell du den ersten Tieren begegnest. Wenn du erst noch in der Tasche kramerst oder womöglich noch das Objektiv umschrauben mußt, ist die Löwin längst wieder hinter einem Busch verschwunden. Du würdest es dir nie verzeihen! Zudem nutze jeden Augenblick mit deiner Kamera. Manche Momente sind für immer verloren, wenn du sie nicht direkt ablichtest.IMG_0035
Jedes Equipment ist nur so gut wie sein Nutzer – heißt es in der Regel. Auf manuelle Einstellungen und Feinheiten kann man bei der Schnelligkeit der Tiere oft nicht adäquat reagieren, deshalb ist es bei einem Game Drive auch völlig in Ordnung die Automatik der Kamera zu benutzen.IMG_4333
Wenn du aus dem fahrenden Jeep fotografierst und die Lichtverhältnisse nicht optimal sind, würde ich dir sogar den Sportmodus empfehlen. Er löst schneller aus als die normale Automatik. Entsprechend werden deine Bilder weniger verwackelt sein. Hier werden mir auch renomierte Wildlife Fotografen zustimmen, denn besser man hat einen Automatik-Schnappschuss als gar keinen.
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Wenn das Fahrzeug steht, dann nutze ruhig ein Einbeinstativ oder eine Art „Sitzsack“ zur Stabilisierung der Kamera. Das hilft dir, die oft schwere Linse lange und vor allem, ruhig zu halten. Schalte auch unbedingt den Bildstabilisator an deiner Linse ein, um gestochen scharfe Bilder zu erhalten. IMG_8126
Sei konzentriert und geduldig. Zur Erinnerung, du bist in keinem Zoo. Hier ist dein Instinkt und deine Beobachtungsgabe gefragt. Wer aufmerksam beobachtet, der wird auch immer irgendwas entdecken. Konzentriere dich nicht nur auf Großwild – es gibt auch genug kleine Motive mit dem Fotografen „groß“ wurden.IMG_4919
Nimm Rücksicht auf die Tiere. Es gibt Situationen in denen du dich ihnen gut nähern kannst, aber es gibt auch immer Zeiten, in denen Distanz anzuraten ist. So zum Beispiel wenn Jungtiere in der Herde sind. Hier ist unbedingt ein respektvoller Abstand zu wahren.IMG_7771

Absolut essentiell ist, dass du während du in der Wildnis oder in einem der Parks bist, niemals aus dem Fahrzeug aussteigst. Das kann lebensgefährlich sein. Noch dazu steht es in den meisten Reservaten unter Strafe. Dazu gehört auch das auf dem Fensterrahmen sitzen oder aus der Dachluke klettern. Die Tiere nehmen das Fahrzeug als Ganzes wahr und sind durch die Größe abgeschreckt. Wenn unwissende Touristen dann dennoch aus dem Auto steigen oder sich zu weit herauslehnen, werden sie als Beute erkannt. Oft mit tödlichen Folgen. Leider wird nach Angriffen auf Menschen immer auch das Tier getötet und das obwohl es nur seinem Instinkt gefolgt ist. Handle also bitte Bedacht, auch wenn es noch so verlockend ist.IMG_9767_ret
Ich hoffe der Artikel hilft dir einzigartige Tiermomente im Bild festzuhalten. Wenn du noch weitere Anregungen hast oder mir Feedback geben willst, dann freue ich mich über deinen Kommentar! Ansonsten schau dir doch mal diesen Artikel zu den Nationalparks in Südafrika an. Vielleicht ist dein nächstes Ziel für einen Game Dive und eine erfolgreiche Fotosafarie ja dort schon dabei? Viel Erfolg wünscht Marlene

In diesem Sinne: get up & go wild!

Namibia Ι Überlebenskampf in der Trockenheit – Das tierische Schauspiel am Wasserloch

Wasser ist Leben und gerade in Afrika wird einem dies sehr deutlich vor Augen geführt. Ausgetrocknete Flussläufe, magere Tiere, staubige Straßen und laublose Bäume sind Symbole von Trockenheit und Dürre. Ein feuchtigkeitsspendendes Wasserloch ist dann nicht nur eine Oase des Lebens, sondern wird auch zum Pilgerort & Stelldichein von wilden Tieren und somit ein Highlight für Beobachter und Fotografen.image-2015-10-18(6)Wir sind gegen Ende der Trockenzeit nach Namibia gereist und erleben ein Land, was unter Dürre leidet und auf erlösenden Regen hofft. Gleichzeitig bietet sich uns aber auch die Möglichkeit genau dadurch dem ganzen Spektrum des Artenreichtums des Landes zu begegnen. Nämlich genau da wo sich nun alles trifft: An den wenig verbliebenen Wasserlöchern hoffen wir auf wunderbare Tierbegegnungen und einzigartige Fotomotive.image-2015-10-18(2)Nicht immer sind diese Wasserlöcher natürlichen Ursprungs, oft hilft der Mensch nach und hat diese Quellen künstlich geschaffen, um etwa den Bewohnern eines Parks das Überleben zu sichern und Beobachtungspunkte für die zahlreichen Touristen zu schaffen. Wie etwa im Etosha National Park, der wie das gesamte Land nach Regen ächzt und auf erfrischende Abkühlung hofft.image-2015-10-18Doch keine Wolke lässt sich von uns am makellos blauen Himmel ausmachen und die Hitze lässt die Landschaft flimmern und die Tiere weiter leiden. Träge trotten sie durch die ausgedörrte Landschaft, durch die endlos scheinende Salzpfanne und durch die staubigen Überreste der Wasserläufe. image-2015-10-18(11)Kein Fluss führt hier mehr Wasser und auch was uns in der Ferne wie ein Ozean vorkommt, ist nur mehr eine optische Täuschung. Lebensspendende Feuchtigkeit gibt es nur noch an entlegenen, vereinzelten Plätzen und ihr Aufsuchen ist ein Risiko für die Tiere. Denn auch die Jäger der Savanne finden sich dort zum Trinken und Jagen ein.image-2015-10-18(8)In langsamem Schritttempo nähert sich unser Fahrzeug dem Wasserloch. Aussteigen ist strengstens verboten in Nationalparks und so reihen wir uns in die Schlange der Beobachter ein, die vom Fahrzeug aus mit Ferngläsern und Teleobjektiven auf die Sichtung von Großwild warten. image-2015-10-18(7)Aber warten muss hier eigentlich Niemand. Einem Pilgerort gleich ist der Aufmarsch der Tiere, die hier auf ihre Chance hoffen, ihren brennenden Durst zu stillen.

Ich greife zur Kamera und verfolge die Wanderung durch meine Linse. Zebras, Kudus, Elands, Gnus & Strauße durchschreiten meinen Blickwinkel. Angespannt ist dabei ihre Körperhaltung. Immer wieder drehen sich die Tiere um, spähen die Umgebung aus und selbst beim Trinken scheinen sie sich nicht zu entspannen.image-2015-10-18(1)Auch ich suche die Gegend nach Löwen, Leoparden und Hyänen ab, kann aber keine Bedrohung für die Tiere ausmachen. Das Stelldichein geht derweil munter weiter. Ein Tier nach dem Anderen findet sich an der Quelle ein, bückt sich, trinkt, horcht auf, beobachtet und trinkt erneut bevor es den Rückzug antritt. Alles geht sehr geordnet und ohne Rangeleien von Statten, fast so als gäbe es einen festen Trinkplan. Aber das ist nicht überall so.image-2015-10-18(9)Denn als wir am Abend das Wasserloch am Halali Camp aufsuchen werden wir Zeuge von einer wilden Auseinandersetzung von sonst so trägen Nashörnern. Tagsüber hatten wir sie noch friedlich schlummernd unterm schattenspendenden Baum erlebt und jetzt rennen diese Tiere wutschnaubend aufeinander zu und rammen sich ihre Hörner entgegen. image-2015-10-18(10)Die Sonne ist längst untergegangen und selbst jetzt wird noch erbittert weiter gekämpft. Gewinner ist das dritte Tier im Bunde, was abseits der Auseinandersetzung seine Chance nutzt und sich im Wasserloch Abkühlung verschafft. Was für ein Schauspiel! Streiten sich Zwei, freut sich der Dritte – das gilt wohl auch in der Natur, denn ein weiteres Nashorn ist durstig und nutzt seine Chance.

Und so erleben wir den täglichen Kampf ums Überleben aus ganz verschiedenen Sichtwinkeln und Perspektiven. Auch uns durstet es uns nun nach Abkühlung als wir am späten Abend die Quelle verlassen um uns ganz ohne Angst oder Revierkämpfe unser Wasser auf dem Zeltplatz zu genießen.image-2015-10-18(4)
Du hast Lust auf Wildlife, Tierbeobachtung und Namibia bekommen? Dann schau dir gerne mal meine Tipps zu diesem spannenden Reiseland an!

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Pirschfahrt mal Anders – Reitsafari durch die Savanne Namibia´s

Auf den Pfaden wilder Tiere durch den afrikanischen Busch reiten und dabei die Ruhe & Stille genießen macht eine Reit-Safari zu einem ganz besonderen Erlebnis. Doch warum genau ist das so? Was macht es so speziell und wie gut muß man vorbereitet sein?image-2015-10-17(58)Der Morgen dämmert, die Sonne streckt sanft ihre Fühler aus und von der afrikanischen Hitze in der Kalahari ist noch nichts zu spüren. Gerade erst erwacht der Tag zu neuem Leben und genau wie ich, scheint auch mein Pferd noch müde zu sein. Sanft streichle ich ihm über die Stirn, suche den Augenkontakt mit dem Tier und versuche Vertrauen zu schaffen. image-2015-10-17(45)1Wohl auch, um mich selbst zu beruhigen, denn eigentlich habe ich großen Respekt vor Pferden und auch jedes Mal gehörig Angst beim Reiten. Doch die Aussicht, eine Safari mal ganz anders zu gestalten und die Neugier auf das neue Erlebnis sind stärker als meine Befürchtungen abgeworfen zu werden.image-2015-10-17(38)So steige ich also voller wildem Herzklopfen in den Sattel meines Pferdes und schon nach den ersten Schritten bereue ich meinen Übermut. Ich fühle mich nicht wohl und es fällt mir schwer die Kontrolle an das Tier abzugeben. Zwar bin ich schon 2x geritten, aber wie man ein Pferd richtig führt habe ich nicht gelernt. An diesem Morgen bin ich die einzige Teilnehmerin der Reit-Safari und mit dem Guide alleine unterwegs. image-2015-10-17(41)Da die Tour auch für Anfänger ausgeschrieben ist, verlasse ich mich darauf, diesmal eine Einweisung zu bekommen. Doch das Englisch meines Guides und seine schüchterne Kommunikation sind nicht gerade eine Hilfe um zu erfahren, wie man so ein Pferd richtigerweise reitet und lenkt. Ich beruhige mich damit, dass das Tier diese Touren kennt, schon weiß was es tut und wohin es traben soll. Aber wohl fühle ich mich nicht.image-2015-10-17(40)Schon gar nicht, als mein Guide das Tempo erhöht und auch mein Pferd nun schneller trabt. Ich hüpfe auf dem Sattel herum und bekomme Angst herunter zu fallen.Verkrampft klammere ich mich fest und versuche nicht aus dem Sattel zu fallen. „Slowly, slowly, please“ rufe ich nach vorne und ziehe die Zügel zu mir. Mein Pferd verlangsamt sofort sein Tempo und wir traben in gemächlichem Schritt weiter. Ich bin erleichtert, dass ich es geschafft habe, das Pferd abzubremsen. Mein Herzschlag beruhigt sich, meine Haltung entspannt sich und ich fasse Vertrauen zu dem Tier.image-2015-10-17(53)Und dann ist da auch der Moment in dem ich mich einfinde in der Umgebung und einen Blick dafür bekomme, welche Schönheit sich mir hier abseits der Pisten offenbart. Die Sonne taucht die Landschaft in warmes Licht und lässt die roten Dünen erglühen, während das kniehohe gelbe Gras und die grünen Büsche den Kontrast dazu bilden und dieses so Kalahari typische Bild prägen, welches ich so liebe. Das ist das pure Afrika für mich. Keine Grenzen, keine Zeichen von Zivilisation, nur Weite so weit das Auge blicken kann und dazu alles perfekt gerahmt durch diese wunderbare und einzigartige Landschaft und ihre Stille.image-2015-10-17(55)Jetzt in diesem Moment in dem ich die Angst überwunden habe und die Landschaft genieße, weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war, eine Reit-Safari zu machen. Kein knatternder Motor eines Jeeps und keine schnatternden Touristen sondern nur das sanfte Schnaufen meines Pferdes begleiten mich. Genau das macht es so speziell auf dem Rücken eines Pferdes die Landschaft zu entdecken.image-2015-10-17(43)Man bewegt sich abseits der Touristenpfade und auf den Fährten der Tiere. Es ist einfach ihren Spuren zu folgen und sich ihnen ganz ungestört zu nähern. Und genauso erlebe ich es auch. Direkt neben mir grasen Spingböcke. Ein kurzer prüfender Blick und sie knabbern weiter an den Grashalmen. Sie nehmen das Pferd und mich nicht als Bedrohung wahr und so lassen sich diese Tiere aus nächster Nähe betrachten. Ich stoppe also mein Pferd und schaue mir diese so wunderbar von der Natur gezeichneten Antilopen an. Erst als sie sich zu sehr beobachtet vorkommen, nehmen sie reiß aus.image-2015-10-17(50)In ruhigem Tempo traben wir weiter und wieder schweift mein Blick über die Weite der Savanne in der Hoffnung weitere Tiere zu erspähen. Doch noch bevor ich etwas entdecke, zeigt mir mein Guide ein großes Erdloch im Boden und erklärt mir, dass hier ein Ameisenbär wohnt, wie dieser lebt und jagt.image-2015-10-17(58) Wie ein Schwamm sauge ich dieses Wissen auf und bin wieder froh in keiner großen Gruppe gestartet zu sein. So habe ich die Möglichkeit in Ruhe Fragen zu stellen und mir alles ganz genau anzusehen. image-2015-10-17(47)Inzwischen fühle ich mich auch im Sattel wohl. Die meiste Zeit trabt das Pferd brav dem Guide nach und stoppt, wenn das andere Pferd zum Stehen kommt. Ich kann es ein Stück weit führen und wenn es mir zu schnell geht, ziehe ich die Zügel und verlangsame unser Vorankommen. Das gibt mir die Möglichkeit entspannt den Erklärungen des Guide zu lauschen, die Landschaft zu genießen und die Tiere beobachten.image-2015-10-17(42)In sicherem Abstand entdecke ich eine grasende Oryx-Antilope und bin stolz sie noch vor dem Guide entdeckt zu haben. Es ist nicht meine erste Safari und inzwischen habe ich einen sehr geübten Blick dafür die gut getarnten Tiere zu erspähen. Wieder stören wir nicht mit unserer Anwesenheit und ich habe fast das Gefühl ein Teil seines Lebensraumes zu sein. Genau das hatte ich mir gewünscht, als ich zur Reit-Safari aufgebrochen bin.image-2015-10-17(48)Über unzähligen roten Dünen führt unser Weg und folgen wir den Spuren im Sand. Die Sonne steht inzwischen hoch am Horizont, Hitze steigt empor und lässt die Umgebung flimmern. Ich bin froh, dass wir an einem erhöhten Punkt rasten und es eine kühlende Erfrischung gibt. Auch bleibt Zeit für ein paar Landschaftsschnappschüsse. image-2015-10-17(54)Ich genieße den Blick auf die Szenerie und streichle mein Pferd zum Dank. Als ich mich nach der Pause wieder im Sattel befinde ist da kein Unwohlfühlen mehr und ich erlaube auch ein gesteigertes Tempo. Zügig geht es jetzt die Dünen hinauf und wieder herunter während wir uns dem Camp nähern.image-2015-10-17(39)Bei unserem heutigen Ausritt begegneten uns zwar keinen Giraffen oder Zebras, aber das ist mir auch nicht so wichtig gewesen. Ich bin nicht im Zoo unterwegs, sondern in der Wildnis und weiß, dass die Natur nicht alle ihre Geheimnisse auf einmal Preis gibt.image-2015-10-17(51)Ich genieße jedes kleine Wunder was hier seinen Lebensraum gefunden hat. Ich lerne viel über die Bewohner der Savanne, ihr Zusammenspiel und ihren täglichen Überlebenskampf und ich genieße es als Reiterin Teil ihres Refugiums geworden zu sein.image-2015-10-17(57)Und ich bin froh, doch den Mut für diesen Ausritt gefunden zu haben und dankbar dafür, dass alles so gut und sicher funktioniert hat. Für mich war es ein besonderes Erlebnis und ich bin mir sehr sicher, dass ich zu gegebener Zeit wieder in den Sattel steigen werde um die Natur vom Pferd aus zu entdecken.

#infoIch habe meine Reitsafari auf der Bagatelle Kalahari Game Ranch in der gemacht. Der Vorteil ist hier, dass man auch als Tagesausflügler teilnehmen kann. Bagatelle hat allerdings auch eine wunderbare Lage um dort in den Cottages zu wohnen oder auf dem Campingplatz zu rasten.

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Zebras, Sprinboecke, Elands und man selbst mittendrin!

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.03.32Getrieben von Neugier saß ich auf dem Rad in Richtung Melkbosstrand. Mein Kumpel hatte mir einen Tipp gegeben, dass es hier direkt in Kapstadt, Zebras, Springböcke und anderes Großwild zu beobachten gibt. Ich hatte mich also auf den Weg zur Koeberg Power Station und dem angeschlossenem Naturreservat gemacht, in der Hoffnung all die Tiere zu sehen, wegen denen ich nach Afrika gekommen war.
Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.59.44Von Blouberg aus, ging es am Meer entlang bis zum Koeberg Power Station. Nachdem ich die Sicherheitskontrolle passiert hatte (sehr spannend bei einem Atomkraftwerk!) war ich doch reichlich gespannt, was ich erleben werde. Ich bin also erstmal drauf los geradelt, um dann direkt an einem großen Feld stehen zu bleiben. Grasende Springböcke, herumtobende Zebras und eine große Herde Elands. Die ich auf Grund fehlender Kenntnis zunächst für Kudus hielt.Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.58.59Ich parke also mein Rad, schnapp mir meine Kamera und pirsche mich an.

Allerdings habe ich auch da noch keine Erfahrungswerte und werde direkt erspäht und mißtrauisch beobachtet. Ich lasse meinen Rücksack liegen und laufe vorsichtig weiter. Die Elands werden nervös. Bauen sich in 5er Reihe auf. Hörner in Angriffsposition. In mir entwickelt sich der Gedanke lieber etwas mehr Abstand zu halten – die Tiere haben eine beeindruckende Größe und Stärke.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.59.21In sicherem Abstand, aber trotzdem noch mit idealer Fotodistanz lasse ich mich im Gras nieder. Mein Fotografenherz hat nämlich Feuer gefangen und will unbedingt ein paar tolle Schnappschüsse. Weiterhin unter den kontrollierenden Augen aller versammelter Herden, versinke ich hinter der Kamera. Ich bin mir nicht sicher, obs am schwarz/weißen Helm lag oder ob Zebras einfach nur neugierig sind, aber die ganze Herde nähert sich mir. Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.58.36Mißtrauisch werde ich umkreist und beeugt. Bis auf 3m kommen die Tiere an mich heran. Ich bin so nervös und aufgeregt, dass ich es kaum schaffe den Fotoapperat zu halten. Einfach mal den Moment genießen. Auge in Auge mit einem Zebra. Ich könnte ausflippen vor Glück! Jetzt werden auch die Elands neugierig. Die gesamte Herde von ungefähr 30 Weibchen und einem Bullen setzt sich in Bewegung und zwar auf mich zu! Mir fällt wieder das youtube-Video „Kudu vs. Mountainbiker“ ein, worin der Radfahrer nieder gerannt wird.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.00.06 Ich überlege wegzulaufen. Traue mich aber nicht und sitze da wie versteinert. Weglaufen, heißt es immer in Naturdokus, ist ein Zeichen von Schwäche und man wird wohl erst Recht attaktiert. In der Gruppe bewegt sich auch der Bulle auf mich zu. Ein riesiger Bulle und man spürt seine Dominanz. Bis auf 15m kommen die Tiere an mich heran. Mein Herz flattert. Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.00.21Aber die Haltung der Elands entspannt sich zusehends und auch die Zebras trollen sich lustig vor meiner Nase rum. Auch ich entkrampfe langsam wieder und mache mutig ein paar Bilder. Völlig überwältigt von diesem Erlebnis. Das wollte ich in Africa erleben. In der Mitte einer Herde sitzen und fotografieren. Das ist es, warum ich nach Kapstadt gegangen bin. Das ist so unglaublich schön! Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.00.45Mein Wildnis-Erlebnis wird jäh unterbrochen, als ein Parkwächter sich mit seinem Wagen nähert und mich zurück pfeift. Er bittet mich höflich etwas mehr Abstand zu halten, da Elands „very, very dangerous“ sind. Das sie sich mir genähert haben, erwähne ich in diesem Gespräch lieger nicht. Ich laufe zu meinem Rücksack zurück, der gerade von einem Zebra beäugt wird. Ich frag mich, ob es wie bei Baboons vorkommt, dass die Tiere sich den schnappen und abhauen. Hab da schon die erstaunlichsten Geschichten gehört. Kurz davor, meinen Rücksack anzuknabbern, weicht das Zebra dann doch zurück, ich schnapp mir meine Sachen und trotte zum Rad zurück.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 15.01.29Was für ein tolles Erlebnis. Ich bin überwältigt! Und wenn ihr in Südafrika keine Zeit für eine Safari habt, aber auf Wildtiere nicht verzichten möchtet, dann ist das euer Place to be! Denn hier hat man die Chance, Zebras, Springböcken und Co. ganz nah zu sein.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 14.59.33Das Nature Reserve des Koeberg Nuclear Power Station ist ungefähr 30 km von Kapstadts Innenstadt entfernt. Es befindet sich an der Westküste noch hinter Melkbosstrand. Das Gelände ist etwa 3.000 ha groß und für die Öffentlichkeit zugänglich. Allerdings muss man sich ausweisen können. Fahrräder sind erlaubt. Man kann wunderbar Mountain Biken, Wandern (Dikkop Trail) oder die Tiere beobachten. Es gibt Spingböcke, Zebras, Elands, Strauße und hunderte Vögel. Achtsam sollte man sein und festes Schuhwerk tragen, da es auch Schlangen wie die Cape Cobra gibt. Weitere Infos im Link.

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