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Elefant mit Weltballon Mural von Jadore Tong in Berlin Kreuzberg

Elefant mit Weltballon – Mural von Jadore Tong in Berlin Kreuzberg

„Elephant Playing With a World Balloon“ von Jadore Tong, gilt als das schönste, farbenfreudigste, detailreichste und bekannteste Mural in Berlin. Genau diese Attribute haben den „Elefant mit Weltballon“ auch weltweit bekannt gemacht.

Die Location des Elefant mit Weltballon

Nur wenige Gehminuten von der U-Bahn Station „Hallisches Tor“ entfernt findet man dieses Mural und es läßt erahnen, warum Jadore Tong, sich genau für diese Hausmauer vor einem Basketballplatz entschieden hat: Triste Hochhäuser, ziemlich heruntergekommenen Eingänge, Grafitti beschmierte Wände, einkommensschwache Bewohner und ein paar Alkoholiker am gegenüberliegenden Supermarkt.

Street Art Berlin

Kreuzberg der Problemkiez

Ich bin mir sicher, genau diese Nachbarschaft und „Kreuzberg“, hat sich der Künstler sehr bewußt ausgesucht. Sie ist eine der bekanntesten Gegenden Berlins. Kreuzberg oder X-Berg, wie die Einheimischen es gerne nennen, war früher eines der ärmsten Viertel, welches weltweit für seine alternative Szene und Gegenkultur bekannt war. Der Kiez hat sich in vielen Bereichen zu einem der teuersten der Stadt entwickelt. Nicht aber unbedingt in diesem Eck.

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Der menschliche Aspekt

Jadore Tong war jahrelang damit beschäftigt verlassene Parkplätze in der Nähe seines Hauses in West-Berlin zu verschönern und genau das war wohl auch seine Intension am Theodor-Wolff-Park. Zwischen all der Tristess etwas leuchtend Buntes schaffen, was an das Schöne und Menschliche in der Welt erinnert.

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Die Entstehung

Rund vier Wochen hat Jadore Tong mit seinen Helfern gebraucht, um die Hausfassade mit dem 24 Meter hohen Mural zu versehen. Beeindruckende 750 Quadratmeter groß ist das Wandbild mit seinem vielfältigen Elefanten geworden. Das Gemälde spielt geradezu mit seinen kräftigen Farben und dem Kontrast seiner Umgebung und wird so zum Sinnbild für die Berlin. Einer Stadt die weltoffen und wunderbar sein kann, aber auf der anderen Seite auch dreckig, verkommen und moralisch am Ende.

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Der kulturelle Einfluss

Dieser Umgebung stellte der Künstler etwas entgegen und wer das Mural eingehender betrachtet, der findet auch Botschaften wie „Safe unity“, „Empathy“, „Playfullness“, „Wisdom“ oder „Safe Water“ wieder. Ebenso erkennt man den Schriftzug „Syrus“ was für „Save Your Rich Untouchable Soul“ steht. Jadore Tong, hat seine Wurzeln in Frankreich und Kambodscha und genau diese kulturellen Einflüsse sieht man in den Farben, der Symbolik (Peace-Zeichen), der dekorativen Details und der Strichführung.

Elephant Playing With a World Balloon

Der Basketballplatz

Aber auch die Wahl des Basketballplatzes zu Füßen des Elefants, macht dieses Mural so besonders. Der Freiraum öffnet den Blick und das nicht nur auf das Mural, sondern auch auf die Kinder, die hier ihre Freizeit verbringen. Ihnen hat Jadore Tong mit diesem Wandbild etwas Schönes geschenkt. Etwas, was ihre Umgebung aufwertet und ihren Platz wertvoll macht. Unter diesem Stück Street Art zu sitzen, zu spielen oder seine Freunde zu treffen gibt Leichtigkeit und nimmt den sozialen Druck, den diese Ecke Kreuzbergs mit sich bringt.

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Eine Schülerin sagte mir „Das ist hier meine Hood, da drüben gehen wir zur Schule und wir verbringen unsere Freizeit hier. Manchmal sitze ich in der Klasse, schaue aus dem Fenster und freu mich über die bunte Wand. Sie gehört einfach zu uns und unseren Kiez.“

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Meine Verbindung

Mich verbindet eine ganz besondere Leidenschaft mit diesem Wandbild, denn ich liebe neben Street Art und Murals auch den Afrikanischen Busch und seine Tiere. Vor diesem riesigen Wandbild zu stehen, läßt also regelmäßig meine Augen leuchten und mein Herz höher schlagen. Auch wenn es einen asiatischer Elefant zeigt, erinnert mich doch an seine Verwandschaft in Afrika. Wer mir auf Social Media folgt, dem wird es auch immer wieder begegnen, denn wann immer ich die Strecke mit dem Rad kreuze, besuche ich auch meinen Elefanten und teile das auf Instagram oder FB mit meiner Community.

Street Art Berlin

Wo zu finden:

Adresse:

Wilhelmstraße 7, 10963 Berlin

Anreise:

Ich würde die U-Bahn bis Hallisches Tor nehmen und den Rest des Weges zu Fuß gehen. Wenn die Hausnummer 7 erreicht ist, dann laufe durch den Apartmentkomplex. Das Mural befindet sich quasi im Innenraum und oberhalb des Basketballplatzes. Das Wandbild ist auch von der Friedrichstraße (südlich der U-Bahn-Station Kochstraße – Linie U6) aus zu sehen.

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Foto Tipps:

Besuche das Mural am Besten an einem sonnigen Tag und überleg dir, was du einfangen willst. Nur das Mural ohne Menschen? Dann komm in den frühen Morgenstunden, wenn noch niemand da ist, um zu spielen. Das beste Licht gibt es in der Regel am Abend, hier kannst du dann die komplette Szene mit Kiez-Kids und voller Farbpracht einfangen.

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In unmittelbarer Nachbarschaft wirst du weitere Murals an den Hauswänden finden, so wie das Tommy Weisbecker Haus, welches auch ein großartiges Stück Straßenkunst darstellt und eine perfekte Fotokulisse ist.

Mural Elefant

Über Jadore Tong

Jadore Tong wurde 1970 in Weimar geboren und wuchs in Paris und Berlin auf. Seine erste Graffiti-Kunst entstand 1987 in den Straßen Berlins sowie auf Leinwand. Seine Kunstwerke verbinden Malerei mit Techniken der Straßenkunst. Manchmal verwirklicht er seine Ideen auf eine mutige und minimalistische Weise und manchmal auf eine eher impressionistische und verträumte Weise. Unter dem Pseudonym S.Y.R.U.S. (Save Your Rich Untouchable Soul 2003) entstehen spontane Projekte wie limitierte Hemdenentwürfe, Skulpturen und Installationen. Er ist immer auf der Suche nach einer Herausforderung und seine Arbeiten reichen von Collagen auf Leinwand über Tape-Art-Installationen und 3D-Kunstobjekte bis hin zu Wandmalereien im Berliner Bezirk Kreuzberg. Wenn er heutzutage weder T-Shirts entwirft noch Wandbilder malt, betreibt er sein eigenes Restaurant (Art Café Jadore) im Berliner Bezirk Mitte.

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Jadore Tong im Netz

Du bist neugierig geworden? Dann schau doch auf der Website von Jadore vorbei! Oder verfolge das Schaffen auf Instagram.

Street Art & Murals in Berlin

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Fluechtling-Mural-Gonzalo-Borondo-Berlin-Reinickendorf

„Flüchtling“ – Mural von Gonzalo Borondo in Berlin Tegel

Bewegend, verstörend und wichtig – das „Flüchtling“ Mural von Gonzalo Borondo aka „Borondo“ im Berliner Stadtteil Tegel.

Es bewegte die Gemüter, denn die Anwohner hatten sich von der „One Wall“ Initiave von Urban Nation eigentlich eine Verschönerung des 14 Stockwerk hohen Plattenbaus erwartet.

Aber so ist Street Art nicht. Sondern es ist Kunst und diese soll zum Nachdenken und Wandel anregen und das ist den Künstlern mit diesem Mural auch ganz sicher gelungen.

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Die Gegend ist geprägt aus immer gleichen Botonklötzen aus 70er Jahren und ihren kleinbürgerlichen Einwohnern. Es wurde also lange gestritten, ob dieses Mural bleiben darf und ob das überhaupt Kunst sei.

Für mich hat es damit genau den Nerv der Zeit getroffen. Denn es zeigt ein Mädchen, das aus einem Raum schaut, dass das vermeintlich sichere Europa darstellt und sieht die dramatische Realität in der Welt. Die von Pfeilen getroffene Person, verkörpert den heiligen Sebastian, der trotz der Verletzungen überlebt. Was für die Hoffnung in der Welt steht, die es gibt, wenn wir nicht wegschauen.

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Und genau das sollte auch in den Köpfen der Einwohner und Betrachter ankommen und aus eben diesem Grund finde ich es genau passend.

Und wieder bin ich auch sehr stolz auf die Szene, die damit einmal wieder zeigt, dass Street Art ein wichtiger künstlerischer Beitrag in unserer Gemeinschaft ist.

So findest du das „Flüchtling“ Mural:

Adresse:

Neheimer Str. 6, 13507 Berlin

Anreise:

Nimm am Besten den Bus (N33, 133, X33) bis Kamener Weg (Berlin) oder lauf einfach rüber, wenn du die U6 genommen hast und am U-Bahnhof Holzhauser Straße angekommen bist.

Wissenswertes:

In direkter Nachbarschaft findest du weitere Murals der „Starling Collection“ die während des Urban Nation Projekts „One Wall“ entstanden sind. Schau dich also gut um!

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Über Gonzalo Borondo

Gonzalo Borondo wurde in der spanischen Stadt Valladolid geboren, lebte aber sehr bald in Segovia. Mit vierzehn Jahren zog Borondo nach Madrid, wo er die Kunstschule und die Akademie der Schönen Künste besuchte. Er machte seinen Abschluss an der IES Margarita Salas Madrid und setzte sein Studium der Schönen Künste an der Universität Complutense Madrid fort.

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Im Jahr 2012 verbrachte er einige Zeit in Rom, Italien, im Rahmen eines Erasmus-Kulturaustauschprogramms an der Accademia di Belle Arti di Roma. Madrid ist der Ort, an dem er tatsächlich begann, überall in der Stadt Graffiti-Tags anzubringen, ebenso wie die klassischen Bombenangriffe auf Züge, seine Puppenwerke – die die Buchstaben verkleinern und die Zeichnungen vergrößern – aber es wurde bald klar, dass dies nicht Ausdruck genug für seine künstlerische Sprache ist.

Flüchtlingskind Mural von Borondo

Dank seines Lehrers Jose Herranz Garcia hatte Borondo die Möglichkeit, neue Techniken zu lernen und mit ihnen zu experimentieren. Er arbeitete mit Kohle, Öl und Tempera, experimentierte mit neuen Ausdrucksformen, nur um dem Verständnis näher zu kommen, dass für ihn die Straße die beste Galerie ist.

Gonzalo Borondo im Netzt

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Street Art & Murals in Berlin

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„On tiptoes“ Mural von How & Nosm (Hownosm)

„On tiptoes“ Mural von How & Nosm in Berlin Tegel

Das „On tiptoes“ Mural von How & Nosm (Hownosm) ist definitiv ein Stück Street Art, dass den Berliner Stadtteil Tegel und seine tristessen Hochhäuser massiv aufwertet.

Das Werk wurde im Rahmen des URBAN NATION-Projekts „One Wall“ realisiert. Das Kunstwerk ist aus der Feder aka Spraydose des Zwillingsduos Raoul und Davide Perre, besser bekannt als How & Nosm entstanden. Es dauerte nur sieben Tage, bis dieses 42m hohe Werk von den in New York lebenden Künstlern fertig gestellt war.

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Dieses gigantischen Wandbild ist außergewöhnlich und detailreich. Die auf Rot, Schwarz und Weiß basierende Bildsprache ist sofort erkennbar und erregt Aufmerksamkeit durch eben diese beeindruckende Größe und die komplizierten Details.

Das Werk trägt den Titel „On tiptoes“ auf den deutsch also „Auf Zehenspitzen“. Gezeigt wird ein in sich verschlungenes Wesen, versehen mit dem „Auge der Vorsehung“, das sich streckt, um nach den Sternen zu greifen.

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Von der Leidenschaft zur Berufung: Die beiden in Spanien geborenen Brüder sind heute weltweit gefragt und zählen mir ihre Street Art zu den renommiertesten Künstlern ihres Fachs. Nicht selten setzen sich ihre Themen mit Drogenmissbrauch, Betrug oder Unterdrückung auseinander.

So findest du das „On tiptoes“ Mural:

Adresse:

Neheimer Str. 8, 13507 Berlin

Anreise:

Nimm am Besten den Bus (N33, 133, X33) bis Kamener Weg (Berlin) oder lauf vom U-Bahnhof Holzhauser Straße, wenn du die U6 genommen hast.

Wissenswertes:

In direkter Umgebung findest du weitere Murals der „Starling Collection“ die während des Urban Nation Projekts „One Wall“ entstanden sind. Schau dich also gut um!

Über Wie & Nosm

How und Nosm (Raoul und Davide Perre) sind identische Zwillingsbrüder, die für ihre großformatigen, auf Graffiti basierenden Wandmalereien bekannt sind, die Stadtmauern auf der ganzen Welt schmücken. Die auf Rot, Schwarz und Weiß basierende Bildsprache ist sofort erkennbar und erregt Aufmerksamkeit durch die beeindruckende Größe und die komplizierten Details. Ursprünglich war die Farbpalette aus praktischen Gründen begrenzt, aber stattdessen hat sie sich zu einer eindeutigen Visitenkarte und formalen Wahl entwickelt, die es diesen Künstlern ermöglicht hat, die Sprühfarbe auf ein neues Niveau zu heben.

Geboren in Spanien, deutscher Abstammung und derzeit in New York ansässig, erstreckt sich ihr Einfluss entsprechend international. Ganz gleich, ob Sie Südamerika, Europa, Asien oder Städte in den USA besuchen, werden Sie wahrscheinlich ihren Werken begegnen. In Auftrag gegeben und gefördert, sind sie zu gefragten Künstlern geworden, eine ironische Entwicklung, bei der die Außenseiter zu Insidern geworden sind und derzeit neu definieren, was Graffiti und Kunst im öffentlichen Raum ausmacht.

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Am Anfang sind die Zwillinge als junge Teenager zum ersten Mal mit Graffiti in Berührung gekommen. Skateboarding und Tagging waren die Einflüsse, bis die Aerosoldose eingeführt wurde und die Palette der Farben und Möglichkeiten endlos schien. Die traditionelle Buchstabenkunst des Graffiti-Schreibens wurde erlernt, und sie verdienten sich ihre Streifen, indem sie gemeinsam Namen auf Züge malten.

Die Nähe zwischen den Brüdern ist inspirierend. Sie beenden die Sätze des anderen so, wie sie ihre Linien auf Wandmalereien fortsetzen und ohne zu zögern synchron arbeiten. Das eine endet und das andere beginnt, ihre komplizierten und doch mühelosen Konturen drehen und wenden sich wie ein dreidimensionales Labyrinth. Es ist ein Fluss vorhanden, der Teil dieses Prozesses ist und ihre Individualität zu einer einheitlichen Aussage verschmelzen lässt. Etwas, das für Künstler, die in großem Maßstab arbeiten, wesentlich erscheint.

On-tiptoes Mural by How Nosm

Die begrenzte Palette und die komplizierten Kompositionen in all ihren Werken sind visuell faszinierend, aber wenn der Betrachter einmal über die Größe der Leistung hinausgewachsen ist, kommen die Aktivitäten innerhalb des Kunstwerks immer wieder zurück. Ihre stilisierten Charaktere wirken freundlich, aber wenn man genau hinschaut, sind sie in einige sehr dunkle Aktivitäten verwickelt.

Alkoholismus, Verrat, Machtmissbrauch und andere abstoßende Handlungen sind im Gange. Wenn man eine Schicht zurückschält, kommt eine weitere Geschichte zum Vorschein, die die Botschaft und Bedeutung noch komplizierter macht. In einer Welt, die sehr düster und dunkel erscheint und dennoch mit Respekt behandelt wird, ist es, als würde der Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten, eine schwindelerregende Wirkung, die Geduld und Zeit erfordert, um sich zu entspannen.

Die Aerosoldose steht bei all ihren öffentlichen Arbeiten im Vordergrund und ist der wesentliche Bestandteil, mit dem sie diese Bildsprache auf ein neues Niveau heben. Die präzise Ausführung und Entschlossenheit ist das, was sie angetrieben hat. Ihr Stil ist im Wesentlichen das, was sie als Künstler und Menschen sind, denn unter den Ebenen des durchdachten Designs und der kühnen Form verbirgt sich eine gewisse Brüchigkeit.

How & Nosm im Netzt

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„The Starling“ Mural von Collin van der Sluijs und Super A in Berlin Tegel

„The Starling“ also der Star, ist wohl eines der beliebtesten Motive der „One Wall“ Initiave von Urban Nation in der Plattenbausiedlung am Tegeler See, die gerne auch Tegel Art Park genannt wird.

"The Starling" Mural von Collin van der Sluijs und Super A

Die Gegend ist geprägt aus immer gleichen Botonklötzen aus 70er Jahren und das Starling Mural hat die Ansicht des Hauses Nummer 6 erheblich aufgewertet. Eine alte Dame erzählte mir mit Stolz, dass ihre Enkelin immer zum „Vogelhaus“ will, wenn sie die Mutter bittet, die Omi zu besuchen. Und so wohlwollend empfinden auch die Nachbarn und Bewohner dieses Mural.

"The Starling" Mural von Collin van der Sluijs und Super A

Die Malereien des Künstler-Duos Collin van der Sluijs und Super A, erscheinen verträumt, umwirklich und tragen oft eine unterschwellige, weltkritische Kritik in sich. Das Motiv des Stars bzw. seine Stärke im Schwarm, steht symbolisch für das, was eine Gesellschaft bewirken kann.

"The Starling" Mural von Collin van der Sluijs und Super A

Das Künstler-Duo, welches bereits zuvor miteinander gearbeitet hat, beschäftigt sich häufig mit der Frage, wie Menschen gemeinschaftlich Veränderungen bewirken können.  Aber das, ohne dabei im Chaos zu versinken oder sich Hierarchien unterwerfen zu müssen. Der Star könnte eine Vorbildrolle haben.

"The Starling" Mural von Collin van der Sluijs und Super A

Für mich besticht der „Star“ mit seiner durchdringenden Farbmacht. Das prächtige Blau in seinen Nuancen im Schimmer des Federkleides, die Realistik in den Augen und die Detailtiefe, selbst in den Krallen, beeindrucken. Collin van der Sluijs und Super A schenkten ihrem Mural zudem farbenfrohe Blumen, die sich über den Bauch des Sperrlings ranken. Sie stehen für die Vielfalt Berlins.

"The Starling" Mural von Collin van der Sluijs und Super A

So findest du das „Starling“ Mural:

Adresse:

Neheimer Str. 6, 13507 Berlin

Anreise:

Nimm am Besten den Bus (N33, 133, X33) bis Kamener Weg (Berlin) oder lauf einfach rüber, wenn du die U6 genommen hast und am U-Bahnhof Holzhauser Straße angekommen bist.

"The Starling" Mural von Collin van der Sluijs und Super A

Wissenswertes:

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"The Starling" Mural von Collin van der Sluijs und Super A

Über Collin van der Sluijsim

Collin van der Sluijs ist ein niederländischer Illustrator, Künstler und Galerist, dessen Arbeit als persönliche Freuden und Kämpfe des täglichen Lebens beschrieben werden kann, übersetzt in seine eigene Bildsprache. Collin van der Sluijs wohnt derzeit in Maastricht, wo er als Illustrator/Maler arbeitet und eine Galerie für zeitgenössische Kunst, die Galerie Groen Licht, betreibt.

Collin van der Sluijsim im Netzt

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Über Super A aka Stefan Thelen

Stefan Thelen, besser bekannt unter seinem Spitznamen Super A, ist ein niederländischer Straßen- und Galeriekünstler, der urbane Methoden, Grafikdesign und traditionelle Maltechniken miteinander verbindet, um ein Werk entstehen zu lassen, das sich aus seinen persönlichen Erfahrungen und Gedanken heraus entwickelt. Seine Bildgeschichten scheinen in einem Gleichgewicht zwischen Fiktion und Sachbuch zu existieren, denn Thelens Themen sind ein Ergebnis seines Erstaunens über Raritäten in unserer Welt, gefiltert durch den Blick des geheimnisvollen Super A.

Super A im Netzt

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Done!

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„real recognize real“ Herakut

„real recognize real“ – Mural von Nuno Viegas & Herakut in Berlin Tegel

„real recognize real“ ist ein Mural der renommierten Streetart Künstlern Nuno Viegas, Hera und Akut (Herakut), welches im Rahmen des Urban Nation „ONE WALL“ Projekts im Berliner Bezirk Reinickendorf bzw. dem Art Park Tegel entstanden ist.

„real recognize real“ - Nuno Viegas, Hera und Akut

Die Intension des aus Portugal stammenden Nuno Viegas und der beiden Künstler von Herakut war es, den Berlinern ins Gedächtnis rufen, was die Stadt wirklich ausmacht.

„real recognize real“ - Nuno Viegas, Hera und Akut

Denn obwohl Berlin von hippen Clubs, pulsierende Nachtleben und stylischen Restaurants geprägt ist, ist es die besondere Nähe zur Natur, welche die Stadt so besonders macht.

„real recognize real“ - Nuno Viegas, Hera und Akut

Die junge Dame im Hoodie und steht also symbolisch für das Urbane. Trotzdem erfreut sich an der Schönheit und Vielfältigkeit der Natur.

So findest du das „Starling“ Mural:

Adresse:

Neheimer Str. 4, 13507 Berlin

Anreise:

Nimm am Besten den Bus (N33, 133, X33) bis Kamener Weg (Berlin) oder lauf einfach rüber, wenn du die U6 genommen hast und am U-Bahnhof Holzhauser Straße angekommen bist.

„real recognize real“ - Nuno Viegas, Hera und Akut

Wissenswertes:

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„real recognize real“ - Nuno Viegas, Hera und Akut

Über Herakut

Herakut ist ein deutsches Künstlerduo – eine Symbiose aus den Pseudonymen Hera, die Malerin, und Akut, der Graffiti-Künstler, deren Zusammenarbeit eine fruchtbare Partnerschaft bildete. Nachdem sie gemeinsam an verschiedenen erfolgreichen globalen Kunstprojekten gearbeitet haben, haben diese Künstler ihre individuellen, von Graffiti und Street Art beeinflussten Ansätze miteinander verschmolzen. Ihre Kunstwerke sind in großen Städten auf der ganzen Welt zu finden – von Toronto bis Kathmandu, von San Francisco bis Melbourne. Herakuts kreativer Kunstprozess ist sinnlich, wild, dialogisch und erzählerisch. Dieser bemerkenswert kraftvolle Dualismus schafft imaginäre Welten und inspiriert ihre Figuren zu individuellen Charakteren.

Herakut im Netzt

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Warum ich Herakut als Künstler so schätze:Herakut Zitat Marlene RybkaÜber Nuno Viegas

Nuno Viegas ist kein durchschnittlicher Graffiti-Künstler. In Anbetracht seines jungen Alters können nur wenige die Kluft zwischen Graffiti-Kultur und bildender Kunst überbrücken, während sie beiden so treu bleiben wie er. Nuno Viegas wurde 1985 in Faro, Portugal, geboren. Sein Graffiti-Weg begann 1999 als junger Mann. Da ein Jahrhundert zu Ende gehen sollte, sollte Viegas die Erfahrung, die vorher war, festhalten und eine neue Zukunft schaffen, die zur Gegenwart werden sollte. Mit einem tadellosen Graffiti-Stil und einer Liebe für alles, was mit Hip Hop und Graffiti zu tun hat, begann Nuno AKA Metis irgendwann zu merken, dass ihn etwas anderes antreibt, als nur das materielle Drumherum der Gesellschaft, die er beobachtete.

Nuno Viegas im Netzt

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Lust auf Street Art & Murals

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Zuhause ist, wo das Herz ist

„Zuhause ist dort, wo das Herz ist“ – Mural von Adry del Rocio in Berlin Marzahn

„Hogar es donde está tu corazón“ ist der eigentliche Name dieses Murals, was übersetzt so viel heißt, wie „Zuhause ist dort, wo das Herz ist.“ Dieses Kunstwerk widmete die Mexikanische Künstlerin Adry del Ricio allen Menschen, die ihren Herkunftsort verlassen mussten.

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

Das 32 Meter hohe Wandbild ist im Zuge des Berlin Mural Festivals 2019 entstanden und befindet sich im Stadtteil Marzahn.

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

Für mich bringt die Künstlerin ganz viel ihrer Kultur und Geschichte in ihre Murals – einmal mehr in diesem Masterpiece. Damit bleibt sie ihren Wurzeln treu und trägt ein Stück Mexiko auch in die Welt.

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

Über die Künsterlin „Adry del Ricio“

Adry del Rocio ala Nació en Guadalajara wurde 1984 in Jalisco, Mexiko geboren. Adry begann ihre Karriere als Malerin bereits sehr früh. Bereits mit 4 Jahren gewann sie einen Kunstwettbewerb für Kinder. Inzwischen hat sie sagenhafte 29 lokale, 11 nationale und 23 internationale Auszeichnungen bekommen. Die damit verbundenen finanziellen Zuwendungen haben es ihr ermöglicht ihre Fähigkeiten und damit ihre Karriere weiter auszubauen.

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

Seit ihrem ersten Street Art Kunstwert im Jahr 2008 wurde Adry eingeladen, ihre künstlerischen Fähigkeiten auf Festivals in über 20 verschiedenen Ländern zu zeigen. Als 3D-Künstlerin arbeitete sie für auch für bekannte Unternehmen wie Disney, Adidas, Nike oder das renommierte Van Gogh Museum in Amsterdam.

Das Video zum Making of des Murals:

Wo findet sich das Mural?

Adresse:
Märkische Allee 158,
12681 Berlin

Anreise:

Nimm am besten die S5 bis S Springpfuhl (Berlin) und lauf die restlichen Meter. Direkt daneben befindet sich das „Gesicht“ von Akut:

"Hogar es donde está tu corazón" byAdry del Rocio

So findest du die Künstlerin im Netz:

Auf Ihrer Webseite siehst du alle ihre Werke, erhälst eine ausführliche Bio und kannst dich umfangreich über ihre Arbeit informieren. Tagesaktuell bereichtet Adry auf Instagram und Facebook über ihr künstlerisches Schaffen.

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Mehr zu Murals & Street Art in Berlin

Du bist neugierig auf Murals und Street Art in Berlin geworden? Ich habe einen umfangreichen Artikel dazu verfasst und stelle besondere Murals und ihre Erschaffer auf meinem Blog vor. Klick dich durch, es lohnt sich!

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Murals & Street Art in Berlin – Dein Guide zu spektakulärer Straßenkunst

Berlin ist die angesagte Stadt für Street Art, Murals und Wandbilder. Ich zeige dir die Highlights und verrate, wo du sie findest! Seit ich in der Hauptstadt wohne, ist die Suche nach ihnen zur Obsession geworden und diese Begeisterung möchte ich gerne mit dir teilen. Ich zeige dir meine Favoriten und die bekanntesten Motive Berlins. Lass dich also von mir mitnehmen zu einer besonderen Street-Art-Tour und zu außergewöhnlich, spektakulärer Straßenkunst!

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Aber fangen wir erstmal mit der Begriffserklärung an, denn zugegeben ich kannte den Begriff „Mural“ überhaupt nicht, bevor ich in die Stadt gezogen bin.

Graffiti, Street Art, Murals – eine Begriffserkärung

Wikipedia beschreibt den Begriff „Graffiti“ und „Street Art“ etwas schwerfällig so: Graffiti (italienisch Singular Graffito), steht als Sammelbegriff für thematisch und gestalterisch unterschiedliche sichtbare Elemente, zum Beispiel Bilder, Schriftzüge oder Zeichen, die mit verschiedenen Techniken auf Oberflächen oder durch deren Veränderung im privaten und öffentlichen Raum erstellt wurden.

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In der Umgebung des Holzmarktes

Street Art ist, mit eigenen Worten beschrieben, die nichtkommerzielle Form von Kunst im öffentlichen Raum, die nach der Absicht der Künstler durchaus dauerhaft dort verbleiben soll. Für mich ist das Wort Graffitti negativ behaftet, meint es doch die Schmierereien an den Hauswänden. Alles künstlerisch erkennbare definiere ich als Street oder Urban Art.

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Am Durchgang zum Holzmarkt

Murals sind die größte und auffälligste Ausdrucksform der Street Art. Man findet sie in der Regel auf riesigen Hausflächen. In Berlin sind das zumeist so genannte Brandwände, also jene fensterlosen Fassaden, die durch Bau- oder Bombenlücken entstanden sind. Da diese Seitenwände nie sonderlich sexy aussehen, werden Künstler engagiert, die sie mit besonderen Motiven zu einzigartigen Kunstwerken werden lassen.

Tasso (Holzmarkt)

Am Holzmarkt

Murals sind also so gut wie immer Auftragsarbeiten, denn so riesige Wände lassen sich nicht mal eben unbemerkt besprühen. Zumal in der Regel auch Hebebühnen zur Anwendung kommen. Manchmal entstehen diese Wandbilder im Zuge von Street-Art-Festivals oder Open-Air-Ausstellungen, wie hier zum Mural Festival. Als Auftragsarbeit sind Murals also legal aufgebrachte Fassadenkunst. Inzwischen hat sich auch in diesem Bereich eine Szene gebildet, die ihre eigenen Stars hervorbringt. Meine persönlichen Helden sind das Duo von Herakut, die in Berlin sogar mehreren Fassaden ihr ganz eigenes Signet gegeben haben.

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Herakut (Luckauer Str. 14)

Trotzdem setzen viele Menschen Street Art und Graffitti nur mit Schmierereien und Wandalismus gleich. Für mich sind sie etwas ganz Anderes! Sie sind künstlerisches aber auch oft politisches Statement. Sie zeigen Konflikte des Alltags, Dinge die uns beschäftigen oder sind Spiegel der Gesellschaft.

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So ganz grob in Richtung Oberbaumbrücke

Sie sind eine besondere Ausdrucksform und es lohnt sich ihren Aussagen auf den Grund zu gehen. Von traumhaften Entwürfen auf fünfstöckigen Gebäuden bis hin zu politisch aufgeladenen Botschaften, die über die Barrieren in unseren Köpfen hinausgehen, findest du in der Hauptstadt alles. Selbst Botschaften in kryptische Zeichen, wie die von Berlin Kidz.

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Berlin Kidz (überall in Berlin)

Berlin das Straßenkunst-Mekka

Mit einer wahren Explosion auffälliger Graffiti und Wandgemälde auf schnöden Häuserwänden gilt Berlin als die Hochburg der Street Art in Europa. Mit der East Side Gallery verfügt die Stadt zudem über die größte und längste Open-Air-Kunstgalerie der Welt. Dafür wurde Berlin sogar als UNESCO-Stadt des Designs ausgezeichnet. Und auch im Museums für zeitgenössische Stadtkunst wird sich zukünftig und ausschließlich alles der Straßenkunst widmen.

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In der Umgebung des Holzmarktes

So findest du Street Art & Murals in Berlin

Natürlich kann man einfach loslaufen und entlang des Weges ganz viel Kreatives entdecken, aber die Stadt ist einfach unfassbar groß und man würde wahrscheinlich Tage bis Wochen brauchen um an den Highlights vorbei zu kommen, daher empfehle ich dir ein paar Strategien und ganz bestimmte Stadtteile.

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Irgendwo bei der Urban Art Clash Gallery Berlin Mitte / An der Schillingbrücke 3, 10243 Berlin

Allerdings bedenke dabei immer: Street Art ist kreativ, immer wieder anders und lebt natürlich auch vom Wandel. Vieles verändert sich, verschwindet, weicht Neuem oder wird zu etwas Anderem. Lass dich drauf ein und sei nicht enttäuscht wenn Motive gewechselt haben. Freu dich viel mehr, dass du vielleicht etwas ganz Neues entdeckt hast.

Street Art Berlin

Irgendwo in Kreuzberg/Neukölln an einem Spielplatz

Street Art Walking Tour – Der erste Kontaktpunkt in die Szene

Der einfachste Weg in Berlin etwas über die Street Art Szene zu erfahren ist, sich einer geführten Walking Tour anzuschließen und sich ein paar Stunden dafür Zeit zu nehmen. Bei einem Spaziergang durch die Stadt erfährt man wirklich alles über die Szene und kommt an großen sowie kleinen Hightlights vorbei. Mit der U-Bahn geht es zu verschiedenen Stadtteilen und Hot Spots. Und genau auf diesem Weg habe auch ich Zugang zu dem Thema gefunden.

Street Art Betlin

Hinterhof der Hackischen Märkte

Berlin Mural Festival und App

2018 richtete die Street Art Gruppe The Dixons zum ersten Mal ein Mural Fest in Berlin aus. Ab Ende Mai 2018 verwandelten Urban Artists mit der Hilfe von Baugerüsten, fahrbaren Hebebühnen und jeder Menge bunter Farbe Berliner Fassaden in großartige Kunstwerke. Die meisten dieser Murals sind in Kreuzberg, Friedrichshain und Moabit zu finden.

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Die Dixons (Ehemals Mühlenstr. 6)

Ich nutze die App gerne, weil sie der flexibelste Weg sich durch die Stadt zu navigieren. Sie wurde anlässlich des Festivals an den Start gebracht. Man nimmt sich ein Rad oder Scooter, findet die Position und das Motiv in der App und stellt sich so seine eigene Street Art Tour zusammen. Einziger Nachteil, auf Grund der Fülle der Motive und den Regularien der App-Entwickler findet man hier nur ausgewählte Wandbilder und längst nicht alle.

Seit 2019 können Besucher die Murals mittels Augmented-Reality-Funktion auch zum Leben erwecken. Und nicht nur das! In der App findet man auch jede Menge Making-Off Videos, um den Schaffensprozess der Künstler bei der Gestaltung ihrer Murals mitzuerleben.

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Kollabo Wand (Ehemals Prinzessinnenstr. 16)

Die Bülowstraße

Wer in kürzester Zeit viel entdecken will, dem empfehle ich einen Besuch in der Bülowstraße und ihrer Umgebung. Ein kurzer Spaziergang und du hast eine ganz gute Idee von der Kreativität der Szene. Die großformatigen Wandgemälde von Urban Nations werden unter dem Label „One Wall“ geführt, und insbesondere in der Umgebung der Bülowstraße werden die Motive regelmäßig aktualisiert.

Street Art Berlin

Bülowstraße

Holzmarkt

Der Holzmarkt ist nicht, wie der Name vermuten mag, ein Handelsplatz für aufbereitete Bäume. Vielmehr ist er ein kultureller Treffpunkt, eine Art Bar am Wasser mit viel Freiraum für kulturelle Angebote. In und um die Holzmarktstraße gibt es einiges an Street Art zu entdecken. Einfach mal treiben lassen.

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In der Umgebung des Holzmarktes

East Side Gallery

Wie schon erwähnt ist die East Side Gallery ein viel honorierter Kunsttreff. Mich spricht das meiste dort nicht an. Es fühlt sich für mich mehr wie eine Touristeninszenierung an. Aber dazu darf sich gerne jeder selbst eine Meinung bilden.

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Mauerstück der East Side Gallery

Murals – Die besten Stücke der Stadt

Auf ein paar Murals möchte ich im Besonderen eingehen. Sie sind einfach zu großartig, um ihnen nur eine Bildunterschrift zu widmen. Deshalb erfährst du hier, wann sie erschaffen wurde, welche Künstler beteiligt waren und welche Intension diese hatten. Mit meinem liebsten Motiv dem Elefanten Mural möchte ich starten:

Street Art Berlin

„Elephant Playing With a World Balloon“ – Jadore Tong

Berlins wohl schönstes, farbenfreudigstes und bekanntestes Mural stammt von dem lokalen Künstler Jadore Tong. Er sieht sich als Künstler, Erfinder und Designer und war jahrelang damit beschäftigt verlassene Parkplätze in der Nähe seines Hauses in West-Berlin zu verschönern, bevor er mit Grafikdesign experimentierte. Wenn er heutzutage weder T-Shirts entwirft noch Wandbilder malt, betreibt er sein eigenes Restaurant (Art Café Jadore) im Berliner Bezirk Mitte.

Künstler: Jadore Tong
Wo zu finden:
Wilhelmstraße 7, Kreuzberg. Wenn du Hausnummer 7 erreicht hast, dann laufe durch den Apartmentkomplex. Es befindet sich quasi im Innenraum und oberhalb des Basketballplatzes. Das Wandbild ist auch von der Friedrichstraße (südlich der U-Bahn-Station Kochstraße – Linie U6) aus zu sehen. In direkter Umgebung wirst du noch mehr Murals entdecken, so wie das Tommy Weisbecker Haus.

Mural Kreuzberg

„Tommy Weisbecker Haus“ – Andreas Dornbusch

Die ganze Fassade ist ein Kunstwerk und mittlerweile Berliner Zeitgeschichte: Sie zeigt gesellschaftskritische Bilder aus den 1980er Jahren. Lauft um das ganze Haus, es lohnt sich und das Elefanten Mural ist quasi direkt nebenan am Basketballplatz.

Künstlerische Leitung: Andreas Dornbusch
Wo zu finden?
U-Bahn: Hallesches Tor (U1), Wilhelmstraße 9, 10963 Berlin

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„Astronaut / Cosmonaut“ – Victor Ash

Der Name steht für die Vereinigung von Astronaut (von den Amerikanern) und Cosmonaut (Russische Bezeichung für Raumfahrer). Er spielt auf den Wettlauf ins All in den 1960er Jahren an. Auch der Standort in der Nähe der Mauer der im kalten Krieg geteilten Stadt ist wohl gewählt. Steht doch dieses wie kein Anderes als Symbol des kalten Krieges. Der schwerelose Astronaut an der Skalitzer Str. in Kreuzberg wurde vom Künstler Victor Ash nur mit schwarzer Farbe kreiert. Es wirkt wie ein Stencil, das die ganze Fassade einnimmt. In der Umgebung war einst noch ein Autohaus, dessen Scheinwerfer und wehenden Flaggen nachts dem ganzen Bild noch eine ausdrucksstarke, lebendige Note gaben. Leider wurde es 2019 abgerissen.

Künstler: Victor Ash
Entstanden: 2007
Wo zu finden: Oranienstr. 195, 10999 Berlin (Mariannenstr. Ecke Skalitzer Str.) Nimm am Besten die U-Bahn: Kottbusser Tor (U1, U8) und dann sind es 5 min Fußweg

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„Pink Man oder Leviathan“ – Blu

Ein wenig verstörend wirkt der rosafarbene Riese, der sich aus vielen kleinen nackten Geschöpfen zusammen setzt. Auf seiner Hand befindet sich ein einzelner weißer Mensch und es scheint fast so, als würde er von der Masse des rosafarbenen Menschen verschluckt werden. Das Bild symbolisiert, wie viele Menschen zusammen eine monströse Einheit bilden können, die gemeinsam jede Individualität verschlucken.

Künstler: italienischer Künstler Blu
Entstanden: 2007
Wo zu finden: Falckensteinstr. 47, 10997 Berlin (direkt an der Oberbaumbrücke) Nimm am besten die U-Bahn bis Schlesisches Tor oder Warschauer Str. (U1)

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„The Future Is Female“- Case Ma’Claim

„The Future Is Female“ lieferte Case Ma´Claim ein echtes Masterpiece in der Hauptstadt ab. Portraitiert hat er seinen Freund Benjamin und dessen Tochter Carla. Es gilt als eine Hommage an alle Väter, die ihren Töchter Gleichberechtigung und Selbstbewusstsein vermitteln.

U-Bhf Schönleinstraße 

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„My home might be no palace, but we can share it if you like.“ – Herakut

Anläßlich des Berlin Mural Festes hat das deutsche Künstlerduo HERAKUT  (Hera, Jasmin Siddiqui und  Akut, Falk Lehmann)  zwei Wände in Berlin gestaltet. Ihre Bilder sind fotorealistische Motive mit Textelementen, die berühren und zum Nachdenken anregen sollen.

Künstler: Herakut

Wo zu finden?
Diese fantastische Mural findest du in Kreuzberg in der Luckauer Str 14, Berlin

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„As Long As You Are Standing, Give A Hand To Those Who Have Fallen“ – Herakut

Herakut haben dieses Mural in Zusammenarbeit dem talentierten Schweizer Kollegen Wes21 und Onur geschaffen. Für mich spricht es in erster Linie von Nächstenliebe.

Künstler: Herakut, Wes21 und Onur
Wo zu finden?
Befindet sich in der Stromstraße 36 in Berlin-Moabit.

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„We are many, but allways one“ – Elle

ELLE stammt aus Brooklyn in NY und begann vor einigen Jahren als illegale Graffiti-Künstlerin. Inzwischen gilt sie als eine der besten Street-Artists, ist sehr gefragt und ständig unterwegs. Für ihre Kunst nutzt sie Spraydosen, Pumpflaschen, Stencils, Farbroller und weitere Hilfsmittel – quasi Facetten der Street-Ar. Und damit hinterlässt sie ihre Handschrift in den Städten der Welt. Collagenartig miteinander kombinierte Bilder sind mittlerweile das Markenzeichen der renommierten Graffiti-Künstlerin ELLE. Der Name dieses Murals ist Programm „We are many, but allways one“

Künstler: Elle
Entstanden: 2018
Wo zu finden?
Befindet sich in der Wiener Straße 42, 10999 Berlin In unmittelbarer Umgebung des Görlitzer Parks und weiterer Murals

Mural / Street Art

„Tomorrow never come“ – Natalia Rak

Die klassisch ausgebildete polnische Künstlerin Natalia Rak verwendet lebendige Farben, um fantastische Szenen zu schaffen, die oft den Alltag und das Surreale vermischen. Hier schafft sie ein skurriles Bild auf einer der typischen Feuerwände. Fast wirkt das Motiv vorübergehende Flucht aus dem Alltag.

Künstler: Natalia Rak
Entstanden: 2018
Wo zu finden?
Befindet sich in der Görlitzer Straße 49, 10997 Berlin (vis a vis zum Görlitzer Park) In dieser Ecke gibt es einige Murals zu entdecken. So auch „The Yellow Man“. Laufe dazu einfach die Oppelner Straße hoch in Richtung U-Bahn.

Mural / Street Art

„The Yellow Man“ – Os Gemeos

Das Mural wurde von dem brasilianischen Duo „Os Gêmeos“, was übersetzt „die Zwillinge“ heißt, kreiert. Dahinter verbergen sich die Brüder Otávio und Gustavo Pandolfo. Ihr Kunstwerk des „Yellow Man“ wurde einen kleine Berühmtheit in Berlin, wo es im Rahmen der zweiten Backjumps Live Issue entstand. Das Streetart-Magazin „Backjumps“ organisierte ein Projekt mit dem Motto „Turn the city into a magazin“, welches verschiedene Künstler aktivierte, die ihre Werke überall in der Hauptstadt platzierten.

Künstler: Os Gêmeos / Otávio und Gustavo Pandolfo
Entstanden: 2005
Wo zu finden?
Befindet sich in der (in Fußdistanz zum U-Bahnhof „Schlesisches Tor“) Biege dazu von der Skalitzer Straße in die Oppelner Straße ein.

Street Art Berlin

„Eternal Spring“ – Murales Kollektiv

Gestaltet wurde dieses Mural vom ‚Murales Collective‘. Als das allererste „Murales“ -Projekt ist es das Ergebnis einer phänomenalen Zusammenarbeit zwischen den beiden deutschen Künstlern Sokar uno und Nasca 1. Die beiden Solokünstler haben ihr erstaunliches Talent für dieses Projekt kombiniert und dieses atemberaubende Wandbild in der Kurfürstenstraße in Schöneberg Berlin geschaffen. Bekannt als Berlins beliebtes Rotlichtviertel, beschlossen die Künstler, dieses Gebiet buchstäblich in ein besseres Licht zu rücken. Das Konzept war also eine zeitgenössische Interpretation von Rodings Skulptur „Der ewige Frühling“, die zwei miteinander verflochtene Liebenden für die Ewigkeit zeigt. Ein Symbol für echte Liebe. In dem Virtel in der Tat ein Hingucker.

Künstler: Murales Collective‘ bestehend aus Nasca 1, Sokar Uno und Christian Hinz (Kera1)
Entstanden: 2017 (?)
Wo zu finden?
Es befindet sich in Schöneberg in der Kurfürstenstraße 145, Ecke Frobenstraße (U-Bahnhof Kurfürstenstraße)

Street Art Berlin

„First day zero“ – Size Two

Leider weiß ich nicht sehr viel über dieses Motiv. Nur, dass es von „Size Two“ sehr spontan und anlässlich des Berlin Mural Fests entstanden ist.

Künstler: Size Two
Entstanden: 2018
Wo zu finden?
Du findest das Mural in der Herrmannstraße 198, 12049 Berlin; Man übersieht es leicht, wenn man aus Richtung U-Bahn Leinestraße  (U8) kommt. Es befindet sich an der rechten Seite neben dem Eingang zum Biomarkt.

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„If Walls Could Talk“ – Marcus Haas Die Dixons aka Xi-Design feat. Size Two & Mario Mankey

“If walls could talk” – War ein Projektes von der Talenthouse Kreativplattform, das zur Erschaffung und Einreichung von 396 Designs aus ca. 60 Ländern führte.

Ausgewählt wurde der Entwurf von Marcus Haas, der mit Hilfe der Kunstgruppe Xi-Design und den Künstlern Size Two und Mario Mankey einen mega Hingucker kreierte. Das Mural bildet einen riesigen aufgeschnittenen Fleischbrocken dar, welches sinnbildlich für die Teilung Deutschlands steht. Auf der Klinge ist “Berlin 1961-1989” zu lesen. Demnach bezieht sich das Werk auf eine der prägendsten Zeiten der Berliner Geschichte. Marcus Haas geht damit ganz klar darauf ein, dass die Teilung des Fleischbrockens durch das Messer, sich sinnbildlich auf die Teilung der Stadt in Ost- und Westberlin bezieht. Dem gewillten Betrachter wird zudem auffallen, dass sich die Stadtgrenze und die Berliner Stadtteile in der Faserung des Fleisches widerspiegeln. Durch seine Lage ist das Kunstwerk zudem einem Teil des Mauerdenkmals geworden, obwohl zunächst nur angedacht war, dass es für 3 Monate an der Hauswand bleibt.

Künstler: Marcus Haas mit Kunstgruppe Xi-Design und den Künstlern Size Two und Mario Mankey
Entstanden: 2016
Wo zu finden?  Du findest das Wandbild gegenüber der Berliner Mauer in der Bernauer Straße/ Ecke Strelitzer Straße Hausnr. 28 (2 min. Fußweg von der U-Bahn Bernauer Straße), in direkter Umgebung befindet sich das Seemann-Mural von Stereoheat & Skenar73

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„unknown“ (Projektname nicht bekannt) – Stereoheat & Skenar73

Inspiriert duch die nordischen Straßennamen der angrenzenden Häuser haben Max Roche aka StereoHeat zusammen mit Skenar73 ein sehr originelles, nordisches Seeman-Mural abgeliefert.

Künstler: Max Roche aka StereoHeat zusammen mit Skenar73
Entstanden: 2018
Wo zu finden? Stralsunder Straße 33 (5 min. Fußweg von der U-Bahn Bernauer Straße), in direkter Umgebung befindet sich das „If Walls Could Talk“ Mural

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„One Wall“ (Projektname) – TelmoMiel & James Ballough

Ebenfalls anlässlich des Berlin Mural Fests entstanden ist dieses Kunsttwerk der Niederländer TelmoMiel & James Ballough. Das Duo verbrachte eine Woche zusammen in Berlin und arbeitete an einem atemberaubenden neuen Stück, welches das Schaffen der Beiden Straßenkünstler perfekt miteinander verbindet. Die Beiden bemalten die große Wand für das Berliner Wandfest mit dem von Urban Nation vorgeschlagenen „Unity“ -Konzept und mischten ihre lückenhaften und segmentierten Bilder mit den glitchy Porträts des Bulloughs auf eine Weise, die ihrer beiden Stile erstaunlich gut entspricht.

Künstler: TelmoMiel & James Ballough
Entstanden: 2018
Wo zu finden? Bernburger Straße 35, 10963 Berlin in Fußdistanz zum S Anhalter Bahnhof (S1, S2, S25, S26, Busse: M29 & M41)


Diesen Blogbeitrag sehe ich als ein vortlaufendes Projekt. Wann immer ich neues Mural entdecke, werde ich es hier in meine Sammlung aufnehmen. Es bleibt also spannend. Ich hoffe du findest dein Lieblingsmural. Noch mehr Inspiration gefällig? In meinem Flickr-Album sammle ich alle Aufnahmen zum besseren Überblick. Klick dich hier rein! Ansonsten freue ich mich riesig, wenn du hier kommentierst, ob dir meine Sammlung und Hintergrundinformationen gefallen haben.

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Südafrika Ι Woodstock – Entdecke die Street Art Gallerie Kapstadt´s

Südafrika gilt unter Reisenden immer noch als unsicher, doch das Land und seine Menschen wollen den Wandel und Kunst war schon immer ein perfekter Weg dahin. Johannesburg, hat es vorgemacht und auch in Kapstadt gibt es eine Sammlung von kreativen Hubs aus Künstlern, Designern und Musikern die sich vorgenommen haben aus ehemals schmuddligen Virteln wie Woodstock hippe Kultvirtel zu machen.

Schon lange haben Street Art aka Wandmalereien und Graffitti hier eine Heimat gefunden – ein Großteil der dieser Werke entstand im Jahr 2011 aus einer Initiative aus „word of art“ und Adidas Originals. Jetzt macht man Woodstock und seine Kunst salonfähig und bietet Citywalks an . Damit gibt man den Häusern nicht nur ein Bild, sondern auch eine Geschichte.

Inzwischen haben sich Künstler aus der ganzen Welt in Woodstock vereweigt. Wer auf Street Art steht und etwas zum Wandel beitragen möchte, der sollte sich ruhig die Zeit nehmen das Virtel, seinen Menschen und die Erzählungen hinter den Bildern zu entdecken – am Besten bei einer geführten Tour. Die Guides sind oft die Künstler selbst und das verleiht der Tour gleich noch einen ganz persönlichen Touch.

Zum Bilder vergrößern einfach in die Gallerie klicken!