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Honduras I La Campa – Schönheit zwischen Porzellan, Gotteshäusern & Thrill

La Campa ist eine kleine Lenca Siedlung in den Bergen von Honduras. Durch ihre Tradition, ihre Handwerkskunst und dem neuen Action-Thrill, der Zipline, hat sie es zu Ruhm in ganz Zentralamerika gebracht.image-2015-09-25(70)Wer sich nach La Campa aufmacht, der findet schon auf dem Weg herrliche Landschaften sowie kleine verschlafene Ortschaften. Und allein dafür lohnt sich die holprige Anfahrt. La Campa liegt 16 km weit entfernt von Gracias und ist nur über eine Schotterstraße zu erreichen.image-2015-09-25(67)Fahrerische Kenntnis und auch ein 4×4 Fahrzeug halte ich für eine sichere Anreise für unabdingbar, da die Strecke im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein führt und in der Regensaison zur Gefahr für ungeübte Fahrer wird. Auch sind 16km nicht mit unserem Zeitmaßstab anzusetzen, da die Straße wirklich sehr schlecht ausgebaut ist und man phasenweise nur im Schritttempo vorankommt. image-2015-09-25(61)La Campa ist aber natürlich auch mit dem Bus von Gracias aus zu erreichen. Auch das in Honduras übliche Ladeklappe-Reisen habe ich beobachtet. Gut festhalten ist hier allerdings ein Muß!image-2015-09-25(64)Das traditionelle „La Campa“ ist wirklich ein winziges Nest, was von der Anziehungskraft seiner Kirche, dem Canopy Extremo und den Töpfereien lebt.image-2015-09-25(69)Genau für diese besondere Handwerkskunst war der Ort über alle Regionen hinweg bekannt und ist auch heute noch lohnendes Ziel für Kunstschatzliebhaber aus ganz Zentralamerika, die hier einkaufen oder die Töpfereien besuchen. Ebenso lockt der Ort Sammler und Kenner mit seinen außergewöhnlichen Lenca Textilien an. image-2015-09-25(62)Das zentrale Wahrzeichen des Ortes ist die Kirche St. Matías. Sie gilt als das schönste koloniale Gotteshaus in ganz Honduras und ist ein weiterer Magnet für Reisende. image-2015-09-25(65)Doch auch die zweite Kirche, etwas am Berghang gelegen ist ein sehenswertes Schmuckstück und sollte unbedingt besichtigt werden. Mir haben beide Kirchen sehr gut gefallen und ich würde schon allein deswegen wieder den Weg hinauf in diese malerische Ortschaft antreten.image-2015-09-25(61)La Campa punktet bei mir in erster Linie mit seiner Lage zu Fuße der hohen Berge und dramatischen Schluchten. Wer Natur und Einfachheit liebt, wird sich hier vollends wohl fühlen. Bei Wanderungen in den Schluchten oder zum Gipfel des Camapara kommen wiederum Outdoorliebhaber voll auf ihre Kosten.image-2015-09-25(63)Wer den ultimativen Thrill sucht & Action liebt, dem sei die Canopy Extremo – Zentralamerikas längste Zipline zum Überqueren des Canyon empfohlen. Sie ist gerade bei jungen Reisenden und Backpackern sehr beliebt und die neue Einnahmequelle für den Ort. image-2015-09-25(72)Wir haben La Campa nur als Durchreisende besucht, wer viel Zeit auf seiner Reise hat, sollte sich diese auch nehmen, die nähere Umgebung zu erkunden und die Landschaft zu genießen.image-2015-09-25(71)Infos zur Zipline findest du wie immer im Link.

Honduras I Canopy Extremo – die dramatischste Zipline in Zentralamerika

Action und Abenteuertouren stehen auf meinen Reisen immer ganz hoch im Kurs. Kein Trip ohne ein wenig Thrill. Deshalb habe ich mir für Honduras die Canopy Extremo ausgesucht.   image-2015-09-25(56) Wir sind von Gracias aus in Richtung des 16km entfernten La Campa gestartet und haben uns über die Schotterstraßen hinauf in die malerische Gebirgsgegend gekämpft. image-2015-09-25(54)Die Region ist wenig besiedelt und entsprechend schlecht ist die Straße. Es empfiehlt sich fahrerische Kenntnis und am besten auch ein 4×4 zur Anreise. Gerade in der Regensaison wird vor Leichtsinn auf dieser Straße gewarnt.image-2015-09-25(53)Wir waren also vorbereitet, hatten das richtige Fahrzeug und haben die Strecke dennoch völlig falsch eingeschätzt. 16 km klingt nach 20min. Anreise. Über eine Stunde hat unser Kampf hinauf in die Berge dann allerdings schon gedauert. Doch all der Charme der Region entschädigte uns für allerlei Anstrengungen. image-2015-09-25(57)Canopy Extremo ist die neue Attraktion von La Campa was bisher für seine Töpfereien und bunten Lenca Textilien bekannt war. Als wir den Parkplatz erreichen, eröffnet sich uns der erste Blick auf die Schlucht und dieser ist wirklich sagenhaft. Majestätische Berge, schroffe Felsen und alles dramatisch in die Bergkette eingebettet. Zur Krönung dann noch der riesige Canyon in wunderschöner wilder Landschaft – ein Highlight an sich.image-2015-09-25(52)Ein paar Stufen hinab geht es dann schon bis zur Absprungrampe und auch hier das gleiche bemerkenswerte Panorama. Schroffe Felsen, die tiefe Schlucht und das all überspannende Seil der Zipline. 6 solcher Seilrutschen überspannen auf 350m Höhe den Canyon und unsere Vorfreude steigert sich von Minute zu Minute.image-2015-09-25(73)Doch das was hier fehlt ist das Personal & Equipment, um überhaupt Ziplinen gehen zu können. Keine Menschenseele finden wir in der Anlage. Auf den Schildern der Hinweis auf eine telefonische Kontaktaufnahme, doch leider läuft uns die Zeit davon jetzt noch auf Jemanden zu warten. Zu langsam sind wir auf dem Hinweg vorangekommen und eine weitere Stunde zurück muss auch noch eingeplant werden. image-2015-09-25(68)Wir streichen die Segel also unverrichteter Dinge und sind sichtlich enttäuscht über die verpasste Chance. Schnell fangen wir noch ein paar Erinnerungsschnappschüsse ein, die uns an diese spektakuläre Seilrutsche erinnern soll und treten dann den Rückzug an.image-2015-09-25(72)Wer sich diesem Abenteuer stellen will, der sollte sich vorher anmelden und auch Zeit für den Rückweg einplanen. Wer Lust auf ein unvergessliches Erlebnis hat, kann an der 3,5 km langen Exkursion teilnehmen und den Rückweg erwandern. Kosten für die Canopy-Tour: 500 Lempira (Touristenpreis); Kontakt: (504)9854 4351 oder (504)96962967


Ich empfehle in jedem Fall noch den Besuch von La Campa – dem malerischen Bergdorf, das eine der schönsten Kirchen & eine große Topfertradition in sich vereint. Weitere Infos im Link.

El Salvador? Bist du lebensmüde? Nein, nur weltoffen!

Ich erinnere mich noch sehr lebendig, es war 4 Uhr in der Nacht irgendwann im Januar 2014, als ich meinen Flug nach El Salvador buchte. Es war eine dieser Nächte in denen ich nicht schlafen konnte, mich umherwarf und letztlich doch zum Smartphone griff und auf Facebook surfte. Plötzlich tauchte da diese Meldung auf „Error Fares bei Iberia. Flüge für 350 EUR nach Lateinamerika“. Um ganz ehrlich zu sein, ich hatte keine Ahnung, was diese Region zu bieten hatte. Bisher war Zentralamerika für mich ein dunkler Fleck auf der Landkarte. Aber die Aussicht, so günstig so weit weg zu kommen, erschien mir sehr, sehr reizvoll.image-2015-08-27(8)Schnell also durchforstete ich das Netz nach Bildern, der Länder die angeboten waren, um einen Eindruck zu bekommen. Bei diesen Preisfehlern im Internet sollte man schnell sein, das wußte ich. Außerdem hatte ich noch Resturlaub den ich verbraten musste und konnte mir also ungezwungen einen Flug sichern.image-2015-08-27(9)Ok, El Salvador klingt doch spannend, die Stände sehen hübsch aus und die Terminvorgaben passen. Also, die Kreditkarte gezückt und gebucht! Mitten in der Nacht und ohne eine Ahnung, was genau mich da genau erwarten würde. Schnell noch einen Post auf Facebook hinterlassen, dass ich in 8 Wochen fliegen werde und dann, mit äußerster Zufriedenheit ein Schnäppchen gemacht zu haben, eingeschlafen.image-2015-08-27(1)Dafür das böse Erwachen dann am nächsten Morgen. Kommentare auf meiner FB Wall: „Sag mal spinnst Du? Du kannst doch nicht so einfach ohne Kenntnis nach El Salvador fliegen. Noch dazu alleine!“ oder „Wusstest du, dass das Land eine der höchsten Mordraten der Welt hat?“ Oder auch: „Du wieder! Dich kann man auch nicht alleine lassen! Informiere Dich mal beim Auswärtigen Amt über die Reisewarnungen, dann willst du da bestimmt nicht mehr hin.“image-2015-08-27(6)Mir ist schlagartig schlecht und Farbe habe ich auch keine mehr im Gesicht. Wieder starte ich Google und frage nach Sicherheit, Reisewarnungen und Gewalt in El Salvador. Prompt werde ich noch blasser. Ich hätte vielleicht nicht auf Bilder klicken sollen. Nicht schön, was man da sieht. Auch nicht, was das auswärtige Amt da von sich gibt. Es vergehen Stunden der Recherche, meine Gefühle fahren Achterbahn, meine Gedanken kreisen und in meinem Kopf dreht sich alles. image-2015-08-27(4)Inzwischen auch die ersten besorgten Anrufe meiner Facebookfreunde. Jeder will mir dieses Land ausreden. „Hast Du eine Reiserücktrittsversicherung?“ „Mach das bloß nicht“ „Ich könnte es ja verstehen, wenn Du nicht als Frau alleine reisen würdest, Hast Du denn niemanden der mit dir fliegen würde?“ NEIN, verdammt! Ich bin Single und es hat auch Niemand Bock mit mir in so ein Land zu fliegen. Mit so viel besorgten Freunden hatte ich nicht gerechnet. Ist ja wunderbar, aber führt bei mir zu Trotzreaktionen. image-2015-08-27(2)Ich bin kein kleines Kind mehr! Ich bin alleine nach Südafrika gegangen und habe dort gelebt. Das Land hat auch ein Gewaltproblem und ich bin unbeschadet zurück gekommen. Auch erinnere ich mich an das Gezeter vor meiner DomRep Reise. „Geh bloß nicht aus der Anlage! Da gibt es überall schwer bewaffnete Menschen und streunende Hunde“ Letztlich war ich nur außerhalb der Pauschalurlaubermauern aka der Hotelanlage und es war sehr, sehr toll! Also beschließe ich, auch nach El Salvador zu fliegen. Ich habe Afrika überlebt, dann schaff ich auch das. Ich werde mich gut vorbereiten, achtsam sein und mich an die Regeln halten.image-2015-08-27(5)Und das habe ich auch und nicht nur das! Ich habe ein ganz anderes El Salvador kennenlernen dürfen, als das was mir an Horrorgeschichten im Netz begegnet ist. Ich bin allerorts mir offenen Armen empfangen worden, habe neue Freund gefunden und so viel an Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft erfahren dürfen, wie noch in keinem Land davor. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft haben meine Reise ganz speziell gemacht und mir gezeigt, dass Statistiken nicht unbedingt etwas mit dem Leben und dem Alltag der Menschen in einem Land zu tuen haben.

#info

Speziell für Latainamerika läßt sich sagen, dass sich Kriminalität oft im Drogenmileu oder in Bandenkriegen finden lässt, mit denen der einfache Reisende eigentlich nie in Kontakt kommt. 

Wer also eine Reise in ein Land plant, der sollte sich ganz genau informieren und hier meine ich nicht nur die Seiten des auswärtigen Amtes, die geben zwar einen Einblick, wo die Probleme liegen, aber in keinem Fall zeigen sie auf, in wieweit mal als Reisender betroffen ist.

Meine Erfahrung zeigt, dass Reiseblogs die beste Möglichkeit sind, zu erfahren, wie es in einem Land wirklich aussieht. Dort bist du sehr schnell informiert, ob man sich sicher und wohl fühlen kann. Außerdem es gibt einen direkten Kontakt, bei dem Du nachfragen kannst, wenn Du dennoch unsicher bist. Meine Entscheidungen in ein Land zu reisen oder es zu meiden, hängen inzwischen nicht mehr an Preisschnäppchen, sondern an genau diesen Informationen. Wenn Einheimische oder Backpacker ganz klar sagen, dass es zu gefährlich ist, dann halte ich mich daran und reise nicht. Mit diesem Weg fahre ich sehr gut und bisher immer auch sehr sicher.